Alle Beiträge von admin

Wurzelschnäpse für liebe Biester

Rockige Cocktails in der Innstraße

Du Beast
»DU BEAST« or not to be.                                                                    Foto:pr

»Die Lätta, du Schuft!« – »Nee, ne Caipiroshka, du Biest!« Solche Streitereien dürften im »Du Beast« selten sein, ist die Stimmung dort doch entspannt und freundlich. Wer könnte da biestig werden? An sich eine schummrige Eckkneipe moderneren Stils mit amtlicher Rockmusik von Classic über Indie bis Heavy, bezeichnet Besitzer Panagiotis sein Lokal lieber als »psychedelic doom rock bar with kick-ass cocktails«. Und so nehmen die Cocktails auf der gut sortierten Barkarte auch besonderen Raum ein. Neben Bier, Wein und Barklassikern wie Moscow Mule und Mojito finden sich hier auch »Specials« wie der »Du Beast« mit Ouzo und Bananensaft sowie Drinks mit »Roots Spirits« aus einer 160 Jahre alten südgriechischen Destille, die ausschließlich natürliche Kräuter- und Wurzelextrakte enthalten. Das ist ja dann fast schon Medizin. Wurzelschnäpse für liebe Biester weiterlesen

Wilde Teller im schnuckligen Keller

Gesundes aus dem Biogarten in der Richardstraße

Cafe Botanico Garten
Kräutergarten alla Botanico. Foto: pr

In diesen Tagen ist die Sehnsucht nach blühenden Gärten größer denn je. Zum Beispiel nach einem, wie ihn das »Café Botanico« hat. Das kleine italienische Souterrainrestaurant verbindet traditionelle, hausgemachte Cucina mit dem Konzept städtischer Selbstversorgung. Die Auswahl der Speisen richtet sich nämlich vor allem nach dem saisonalen Angebot an Gemüsen, Salaten, Kräutern und Früchten aus der eigenen Hinterhof-Stadtgärtnerei – übrigens der einzigen Permakultur-Gärtnerei in Berlin mit Bio-Zertifizierung. Im wilden Naturgarten wachsen über 200 verschiedene essbare Wild- und Gemüsepflanzen, die bei sonntäglichen Lehrpfadführungen, so am 11. Januar wieder, auch gekostet werden können. Wilde Teller im schnuckligen Keller weiterlesen

Büchertausch statt ZLB

Umgebaute Telefonzellen als kleine Bibliotheken

bücherboxx
Bücherboxx vor der Genezarethkirche.Foto: fh

Den Sommer über stand die »BücherboXX Luftbrücke« in den Allmende-Gärten auf dem Tempelhofer Feld. Dort erfreute sie sich anfänglich erstaunter Blicke und dann begeisterter Nutzung. Ganz im Sinne der ehemaligen Kommunikationsidee der »kleinen Gelben« kamen die Feldbesucher an und in der »BücherboXX« und um diese herum miteinander ins Gespräch. Die bequeme Holzbank, die außen um die »B-BoXX« herum gebaut ist, lädt ohnehin zum Verweilen und Schmökern ein. Und, wenn es einmal später wird: Die aufs Dach montierten Solarzellen bieten bei Dunkelheit einen beleuchteten Innenraum. Büchertausch statt ZLB weiterlesen

Kunst, die unter die Haut geht

Nationales Tattoo-Festival in »Huxley‘s Neuer Welt«

Tatoo
gestochene Kunstwerke.                                                         Foto:jt

Lauter bunte, ausge-fallene Menschen tummelten sich am dritten Adventswochen- ende in »Huxley‘s Neuer Welt« am Hermannplatz. Einige, um ihre kunstvoll verzierten Körper zu zeigen, andere, um sich überhaupt erst Farbe unter die Haut zu holen. Kunst, die unter die Haut geht weiterlesen

Alte Dorfschule Rudow

Die besondere Kulturbegegnungsstätte im Süden

altedorfschuleneuköllnBis ins Jahr 2001 tobte in der 1890 erbauten Rudower Dorfschule das reguläre Pennälerleben. Danach wurde das im neugotischen Stil erbaute Kleinod vom Kulturamt in einen Kulturstandort für den Süden Neuköllns umgewandelt. Mit großer Unterstützung des verstorbenen Bildungsstadtrats Wolfgang Schimmang wurde aus dem ehemaligen Schulstandort in Alt-Rudow 60 eine selbstverwaltete Kultur- und Begegnungsstätte. Alte Dorfschule Rudow weiterlesen

Wiener Brot aus Britz

Backstubenverkauf von Sarah Wieners Bäckerei

Eigentlich sollte an der Glasower Straße Ecke Hermannstraße, wo sich beim zweiten Hinsehen eine kleine, rein funktionale Ladentheke offenbart, gar kein Bäckereiverkauf sein. Seit drei Jahren werden hier »Wiener Brot« und allerhand alpenländische Bäckereispezialitäten in Handarbeit und Bio-Qualität gebacken, alles unter der Schirmherrschaft der Fernsehköchin Sarah Wiener. So etwas spricht sich herum.

Bäckerei
Bäckermeister Järon Lennig.                                                                                                                                                Foto: pr

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Essen in XXL im »Café sieben«

Mehr als im Magen Platz hat

Seit 1998 erfreuen sich die Gropiusstädter dieses besonderen Treffpunkts für jung und alt. Neben unterschiedlichsten Aufenthaltsbereichen, sowohl innen wie außen, mit Kinderecke, Sommergarten, Partyraum und Raucherlounge bietet das Café in angenehmer Atmosphäre ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Sommergarten, liebevoll und idyllisch angelegt mit kleinem Teich, Holzbrücke und Bäumen, bietet Platz für 200 Gäste. Auch prominente Besucher finden immer wieder den Weg hierher. Essen in XXL im »Café sieben« weiterlesen

Freigeistig feiern

Die Griessmühle als Schnittstelle zwischen Kunst und Feierkultur

Vor etwa 16 Jahren, als in Mitte noch gefeiert werden durfte, entstand der Verein »Zur Möbelfabrik« (ZMF) zur Förderung zeitgenössischer Medien und freier Kunst, der lange Zeit in der Brunnenstraße 10 in einer alten Möbelfabrik zuhause war. Nach viel Ärger mit den Nachbarn und einer Zeit externer Partys ohne feste Bleibe hat sich der ZMF zwei neue Standorte gesucht: das »Brunnen70« im Wedding und den Sommergarten Griessmühle an der S-Bahnstation Sonnenallee.
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Wilder Thymian, der Tausendsassa

Quelle von Mut und Lebenskraft

Der bei uns vorkommende, wildwachsende Thymian wird auch Quendel genannt. Der Name Thymian kommt aus dem Griechischen und bedeutet dort Lebenskraft. Die Griechen benutzten ihn als Räucherpflanze, während sich später römische Legionäre vor Schlachten in ihm badeten, um sich Kraft und Mut zu verleihen.
Quendel ist in Aroma und Geschmack dem echten Thymian, der im mediterranen Raum zu Hause ist (und mit dem er nah verwandt ist) sehr ähnlich und kann wie dieser in der Küche verwendet werden. Er eignet sich beispielsweise gut für Kartoffel-, Tomaten- und Pilzgerichte und als elegantes Fleischgewürz. Das Aroma passt auch gut zu Salatdressings und Dips. Wilder Thymian, der Tausendsassa weiterlesen

Maueröffnung in Rudow

Wir waren die Ersten!

Am Abend des 8. November vor 25 Jahren hatte vermutlich niemand damit gerechnet, dass der nächste Tag in die deutsche Geschichte eingehen würde. Eine ungenaue Aussage führte dazu, dass viele Berliner Bürger sowohl von der West- als auch von der Ost-Seite neugierig zur Grenze marschierten. Denn Günter Schabowski erklärte irrtümlich während einer Pressekonferenz, dass die neue Reiseregelung ab sofort gelte.
Was danach geschah, ist wortwörtlich Geschichte. Dass die Mauer am 9. November 1989 fiel, lernt mittlerweile jedes Kind in der Schule. Doch wer hätte damit gerechnet, dass die Mauer zuallererst in Neukölln, genauer gesagt in Rudow geöffnet wird? Maueröffnung in Rudow weiterlesen

Gilles verläßt Morus14

Michaela Hamann blickt zurück

gilles
Kämpfer für Rollberg.                      Foto: fh

Gilles Duhem verließ nach 13 Jahren am 1. Dezember den »Förderverein Gemeinschaftshaus MORUS 14«. Damit ging eine Ära zu Ende.
Ich lernte ihn 2002 kennen als ich vom Jobcenter ins Gemeinschaftshaus vermittelt wurde. Trotz vieler Schwierigkeiten verlor Gilles niemals seinen Humor und seine ermutigende Haltung den Rollbergbewohnern, den Kindern und anderen Ratsuchenden gegenüber. Er sagte immer: »Es gibt keine Probleme, nur Lösungen!« Unermüdlich setzte er sich für die Belange des Fördervereins ein, überzeugte in filigraner Feinarbeit Unternehmen, Rollbergprojekte zu fördern. Gegenüber der Politik nahm er kein Blatt vor den Mund und schaffte sich damit redlich Feinde im Rathaus. Gilles verläßt Morus14 weiterlesen

Appelle zur Begrüßung

Alle 14 Tage wird die Einbürgerung neuer Staatsbürger gefeiert

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»Ich will Deutscher sein«.                                                                    Foto: jt

Viele hohe Stufen führen zum BVV Saal in der zweiten Etage des Neuköllner Rathauses, in dem alle zwei Wochen dienstags eine Einbürgerungsfeier stattfindet. Ähnlich viele Stufen auf dem Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft mögen die neu »Eingebürgerten« auch erklommen haben, bevor sie nun eine Urkunde überreicht bekommen, die sagt, dass sie jetzt ihren deutschen Pass beantragen dürfen. Appelle zur Begrüßung weiterlesen

Willkommenskultur statt Ghettoisierung

Bürger engagieren sich in der Britzer Flüchtlingshilfe

Späthstraße
Handeln, nicht nur demonstrieren                                                                                                                                   .Foto: ro

Geht es um Flüchtlinge, wird meist »über« sie gesprochen: Flüchtlingsfluten und überfüllte Lager dominieren Zeitungen und Fernsehsendungen. Doch wer spricht schon einmal »mit« Flüchtlingen? Willkommenskultur statt Ghettoisierung weiterlesen

Könige mit Glaskinn

Schachbox-WM in der Columbiahalle

Carl Strugnell Schachboxer
CARL hat auch Köpfchen.                        Foto: cal

Eigentlich wurden alle Klischees einer Boxveranstaltung erfüllt. Skurrile Halbweltler verströmten Testosteron, üppige Blondinen mit Raumtemperatur-IQ stöckelten durch die Halle und Security-Gorillas bewachten die heiße Luft im Saal. Und doch war an diesem 21. November alles ein wenig anders. Im Boxring stand ein Schachtisch, der in zwei Vorkämpfen und einem Hauptkampf von den Schachboxern erbarmungslos entweiht werden sollte.
Die Regeln dieses 2003 erfundenen Wettkampfsports sind leicht verständlich: Im Wechsel werden sechs Runden Schach und fünf Runden Boxen von je drei Minuten absolviert. Matt oder Knockout beenden den Kampf sofort. Die als »Intellectual Fight Night« betitelte Veranstaltung beinhaltete sogar einen WM-Kampf zwischen dem Berliner Mittelgewichtler Sven Rooch und seinem spanischen Kontrahenten Jonathan Rodriguez-Vega. Bereits die Vorkämpfe zeigten jedoch, dass die Sportler zwar allesamt schlagkräftige Argumente boten, beim königlichen Spiel aber schwerlich Kreisklassenniveau erreichten. Lediglich der Engländer Carl Strugnell vermochte ordentlich Schach zu spielen und setzte seinen italienischen Gegner schnell matt. Im Hauptkampf wünschte man den Protagonisten, dass sie in Zukunft Würfelboxen präferieren. 

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Kein Schatten ohne Licht

Foto-Ausstellung «(Sk)etching Shadows» im Neuköllner Leuchtturm

SkEtching Shadows
Verkehrte Welt.                                       Foto: jt

Licht und Schatten sind vollkommene Gegensätze, die sich gegenseitig bedingen, denn Licht vertreibt zwar die Dunkelheit, schafft dabei aber selbst neue Schatten. Mit diesen Effekten spielt der französische Fotograf Marc Bonnetin, indem er Menschen, Pflanzen und urbane Szenen im Zusammenspiel der beiden Extreme auffängt.
Die Ausstellung «(Sk)et­ching Shadows» zeigt seine Fotografien in einer Dreiteilung. Beginnend mit Portraits, in denen sich die Kein Schatten ohne Licht weiterlesen

Du Tanzmichmal

Berliner DJ–Kollektiv mit Wurzeln in Neukölln

Genauso wie die Berliner Kieze sich in den letzten Jahren rasant gewandelt haben, ist die Musik- und Clubszene geradezu explodiert. Vor allem der zunehmende Partytourismus aus ganz Europa führt zu einer extremen Steigerung der Quantität, weniger der Qualität hinter den Plattentellern. Aus diesem unübersichtlichen, sich in ständiger Metamorphose befindenden Meer der elektronischen Tanzmusik tauchte vor sechs Jahren Ron Wilson und mit ihm »Tanzmichmal« auf. Du Tanzmichmal weiterlesen

Fesselnder Zeitvertreib

Mit Rohrstock und Peitsche ins Glück

Peitschen
Werkzeuge für Liebende.                              Foto: jt

Peitschen, Paddel, Knebel, Rohrstöcke: Das Sortiment im Peitschenhandel des »Fetisch Hofs« Neukölln ist schier unendlich. Von Schlagutensilien über Fesseln bis zum sexy Outfit oder Spielzeug ist hier absolut alles zu finden.
Vor über zehn Jahren hat Marco Simmat klein angefangen, in seinem eigenen Keller, und seit neun Jahren schon befindet sich der Laden in der Kirchhofstraße, relativ unscheinbar in einem Hinterhof. Von hier aus werden über den Onlineversand bundes- und sogar europaweit Profis und Anfänger von »Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism« (BDSM) mit den gut ausgesuchten Waren des Peitschenhandels beliefert. Am beliebtesten sind dabei Gerten und sogenannte »Flogger«, Peitschen aus vielen Riemen, die in unterschiedlichen Härtegraden zu haben sind. Fesselnder Zeitvertreib weiterlesen

Essen im Gleichgewicht

Speisen auf indianische Art

Besonders in großen Städten geht den Menschen die Verbindung zu sich und der Natur verloren. Sie irren zwischen Ablenkungen und Süchten.
Dem setzt Anna Muni mit viel Ausdauer bereits seit etlichen Jahren mit ganzheitlichen Einzelbehandlungen erfolgreich etwas entgegen. Sie schärft die Sinne für die Zusammenhänge aller Bereiche des Lebens.
Ab Dezember geht sie mit ihrem Konzept noch einen Schritt weiter. Sie öffnet ihren Raum für Seminare, Teachings, Rede- und Singekreise. Diese werden in achtsamer Weise gehalten, so wie es beim Bärenstamm gelehrt wird. Der Raum ist mit den Weiden- und Haselnusszweigen der Form einer indianischen Schwitzhütte nachempfunden. Essen im Gleichgewicht weiterlesen

Weinprobe in der Villa Neukölln

Kein Katzenjammer nach Beaujolais

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David LArge und Nicolas Drouhin.Foto: pr

Nahezu jeder Weinkenner hat so seine Erfahrungen mit Beaujolais Nouveau gemacht. Meistens endete das mit Kopfschmerzen und dem Vorhaben, dieses Getränk in Zukunft zu meiden. In Frankreich und hierzulande hat der Beaujolais folglich einen schlechten Ruf.
David Large arbeitet als Winzer im Beaujolais und wird dem Ruf des Weines zu neuem Ruhm verhelfen. Er lässt den Wein länger im Fass, so dass er nicht mehr Nouveau ist, dafür aber beerig-fruchtig und sehr ausgewogen. Weinprobe in der Villa Neukölln weiterlesen

Schweine in Seide oder: Twin Peaks vs. Blue Velvet

Auch Neukölln kann Cocktails von Welt

Twinpigs hochkant
Twinpigs.                                                                Foto:hlb

Eineiige Schweine? Nein, Regisseur David Lynch inspirierte mit seiner Kultserie »Twin Peaks« den wortspieligen Namen der Cocktailbar, die seit April von Architekt Paulo de Araujo aus Chile und Filmemacher Pär Kjellén aus Schweden in der ehemaligen »Frühperle« betrieben wird. Nicht zu abgerockt, nicht zu schick, mit minimalistischen Lampen, schummrigem Kerzenschein, offenem Putz und mehrfarbig dunklem Dielenboden präsentiert sich das »Twinpigs« – rau und gleichzeitig raffiniert. Schweine in Seide oder: Twin Peaks vs. Blue Velvet weiterlesen

Stille Nacht und körperlicher Aufruhr

Gewürze in weihnachtlichen Leckereien

Egal ob wir glauben oder was wir glauben, Weihnachten lässt unseren Körper nicht kalt. Denn unsere Nase überlistet uns und lässt uns in dieser trüben Jahreszeit an Gebäck und Genuss denken. Alles, womit Lebkuchen, Printen oder Dominosteine gewürzt sind, ist aphrodisisch. In Lebkuchen kommen zum Beispiel Zimt, Nelken, Piment, Muskatnuss und Macisblüte (Ummantelung der Nuss), Koriander und Kardamom zum Einsatz. Alle Gewürze kommen von weit her und galten seit dem ausgehenden Mittelalter als sehr, sehr teuer.
Aber diese Gewürze sind auch seit eh und je Heilpflanzen. Zimt gilt als blutzuckersenkend, enthält aber Cumarin, Gewürznelken helfen gegen Mundgeruch und bei Zahnschmerzen, außerdem sind sie verdauungsfördernd. Muskatnuss und Macisblüte werden bei Krankheiten des Verdauungssystems eingesetzt und helfen bei Ekzemen. Das ätherische Öl des Kardamoms wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion und auch die ätherischen Öle des Korianders wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und lindernd bei Magen- und Darmleiden.
Unser Körper weiß also, warum er bei niedrigen Temperaturen und Nieselregen oder Schnee nach gewürztem Süßen lechzt. Dem sollten wir nachgeben, denn schließlich klingt Exotic so ähnlich wie Erotik. Also lassen wir es uns gut gehen.

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Die unendliche Geschichte eines Schulneubaus

Die Clay Schule muss weiter im Provisorium ausharren

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Ein  marodes Provisorium.                                                                Foto: cr

Bauvorhaben des Staates können schon mal zu einer unendlichen Geschichte werden. Das ist derzeit am geplanten Neubau der Clay Schule in Rudow zu beobachten.
Die Schule musste 1989 aus ihrem asbestverseuchten Gebäude in der Lipschitzalle in ein Provisorium aus Containern umziehen, dass eigentlich nur für fünf Jahre gedacht war.
Warum mit der Fertigstellung des Neubaus jetzt erst 2022 gerechnet wird, drei Jahre später als ursprünglich geplant, das wurde in der Bezirksverordnetenversammlung am 15. Oktober leidenschaftlich und kontrovers diskutiert. Die unendliche Geschichte eines Schulneubaus weiterlesen

Die Symbolik des Kopftuchs

Die visuelle Darstellung von Migranten in den deutschen Medien

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Religiöse Tradition                                                                               Foto:m r

Verschleierte Frauen gehen mit Einkaufstüten und Kinderwagen eine Straße hinunter, der Betrachter sieht ihnen aus einiger Entfernung hinterher, das umliegende Geschehen ist verschwommen.
Sobald Migration und Integration in den Medien zum Thema werden, sind Zeitungen und Internetseiten voll von Bildern wie diesen. Ganz gleich, ob die dazugehörigen Artikel von »Integrationsverweigerern«, Statistiken zu Schulabschlüssen von Ausländern oder »Hartz IV« für alle EU-Bürger handeln, es wird eine Frau mit Kopftuch abgebildet. Die Symbolik des Kopftuchs weiterlesen

Berliner Luft und wildes Gras

Wie das »BLUB« zehn Jahre nach seiner Schließung ein anderes Paradies geworden ist

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Spassbad heute etwas anders.                                                                                Foto: oj

»Heute blubbert nichts mehr«, »das alte Spaßbad ist verkommen und vertrocknet«, ein »Trümmermeer«. So titelten BZ und Tagesspiegel dieses Jahr über das berühmte ehemalige Erlebnisbad »Berliner Luft- und Badeparadies«, das am Teltowkanal in Britz versteckt hinter wuchernden Gräsern und Büschen liegt. Seit der Schließung 2005, die zum kleineren Teil die Folge einiger Kämpfe randalierender Banden, zum größeren die einer Rattenplage war, plantscht hier tatsächlich niemand mehr. Dennoch kann von einer Brache, wie Baustadtrat Thomas Blesing das Gelände bezeichnet, nicht die Rede sein.
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Zum Geburtstag

Leserbrief von Felix Huby

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Felix Huby.                                                                    Foto: pr

Kiez und Kneipe habe ich vom Tag der Geburt bis jetzt zum vierten Geburtstag aus der Ferne beobachtet und ein wenig auch kritisch begleitet, was seine Gründe darin hat, dass Felix Hungerbühler, der Chef vom Dienst, mein Sohn ist und ich selbst über 20 Jahre Journalist war, bevor ich mich als Schriftsteller selbständig machte.
Durch die Lektüre der kleinen Zeitung wurde mir der Kiez, für den sie gemacht wird, erstaunlich vertraut, und ich lernte zu schätzen, wie wichtig ein solches Blatt für einen begrenzten städtischen Raum sein kann. Zum Geburtstag weiterlesen

Süße Stoffe im »süßstoff«

Schicke Outfits für den Schillerkiez

Manchmal braucht es im Leben Veränderungen, um ans Ziel zu gelangen. Das dachte sich auch Claudia. Die gelernte Kinderkranken-schwester merkte, dass sie ihren Job als Vollzeitkraft wohl nicht bis zur Rente durchhalten wird und suchte ein zweites Standbein, um sich im Alter dezent aus dem Klinikall­tag zurückzuziehen. Der Erfolg beim Verkaufen für Freunde auf Märkten brachte sie schließlich auf die rettende Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen.
Mit »süßstoff« hat sie sich zusammen mit Jenny diesen Traum erfüllt. Jenny, die ihre selbst entworfene Mode zuvor unter ihrem Label »Börd Shört« im Internet und auf Märkten verkaufte, war von der Idee begeistert, sodass sie zusammen Mitte Oktober den Laden in der Kienitzer Straße eröffneten.

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»Börd shört« betört.                                                                               Foto: cr

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Rixdorf Next Generation

Stilvolles Trinken auf der Richardstraße

Auf die Tradition des »Rixdorfer Krugs«, der lange das Herz des Rixdorfer Kiezlebens darstellte, hat man im »Alter Roter Löwe Rein« (schräge Übersetzung des Vorgängerpubs »Old Red Lion Inn«) reagiert: mit liebevoller Inneneinrichtung, die das Ambiente der 20er-Jahre heraufbeschwört. In dem trutzigen schwarzen Haus an der Ecke Uthmannstraße hat das Team des »Löwe Rein« das Idealbild einer zeitlosen Kneipe für Jedermann geschaffen, die viel Patina besitzt und Geschichte atmet. Antikes Mobiliar samt Klavier, Kerzenschein und ein mächtiger Barschrank lassen alles Drumrum vergessen, wenn der Gast sich an Cocktails, Weinen, erlesenen europäischen Schnapsspezialitäten oder den drei Bieren vom Fass labt.

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Der mächtige Barschrank vom Löwen.                                                                                                                          Foto: pr

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»Bis Später«

Neuer alter Klassiker

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Flaschenbild mit Vera.                                                                          Foto: jt

In Neukölln, besonders im Schillerkiez, schießen seit zwei Jahren wo man nur hinsieht neue Läden aus dem Boden. Eisdielen, Bars und Burgerläden, doch selten ist eine waschechte Berliner Kneipe wie das »Bis Später« dabei.
»Bis Später« weiterlesen

Der Beifuß, ein fast vergessenes Kraut

Das Allroundtalent unter den Kräutern

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Bei Fuß!

Der Beifuß wächst an den unwirtlichsten Stellen, wie an Wegrändern, auf Geröll, in Steinbrüchen, an Straßen. Er kann bis zu zwei Meter hoch werden.
Beifuß ist als eine der ältesten Heilpflanzen bekannt. Frauen dachten schon vor Jahrhunderten, dass der Beifuß sie vor ungewollter Schwangerschaft schützt oder in der Lage ist, diese abzubrechen.
In der Frauenheilkunde wirkt Beifußtee vor allem durch seine erhitzenden und anregenden Eigenschaften. Da er auch entkrampfend wirkt, hilft er gut bei Periode- und bei Wechseljahrs- beschwerden.
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Das Comeback der Ostknolle

Altberliner Gerichte mit adretten Kartoffeln

Das »Warthe-Mahl« ist immer eine gute Neuköllner Adresse. Insbesondere während der »Wertewochen Lebensmittel« vom 22. September bis 5. Oktober konnten es sich Gäste gutgehen lassen.
Die »Wertewochen« sind eine Aktion der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, die in diesem Jahr zum zweiten Mal eingeladen hat. Verarbeitet werden Produkte aus dem Umland. Das soll nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch sensibel für gutes Essen machen.
Das Comeback der Ostknolle weiterlesen

Neues aus der Hasenheide

Es kann wieder gespielt werden

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Gebrauchte neue Tische.                                                                  Foto: fh

Die Schachspieler in der Hasenheide, die seit Jahren auf neue Sitzmöbel warten, weil die alten nicht mehr nutzbar sind, haben nun einen immerhin intakten Schachtisch erhalten. Außerdem wurden die Stühle repariert und sind jetzt Hocker. Neues aus der Hasenheide weiterlesen

Milieuschutz häppchenweise

SPD und Opposition stimmen gemeinsam für Vorstudien

Eigentlich sollte der Antrag abgelehnt werden. Aber dann gab es einen Änderungsantrag, und dann noch einen, und dann war es geschafft. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschloss am 17. September, dass die erforderlichen Untersuchungen durchgeführt werden sollen, die Voraussetzung für die Einführung eines Milieuschutzgebietes sind. Noch in diesem Jahr für den Reuterkiez, ab 2015 dann für den Schillerkiez. Milieuschutz häppchenweise weiterlesen

Kunstvolle Kicker

Grün*innen feiern viel und gern

Gerade fünf Monate haben die Grünen ihr neues Bürger*innen-Büro in der Wipperstraße und schon wieder wurde nach dem Einweihungsfest erneut gefeiert. Es war nicht nur der Sommer, der am 12. September dazu Anlass gab. Der zweite Grund zum Fest war eine Ausstellungseröffnung.

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Die sind sich grün. Foto: mr

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Viel Nichts um Lärm

Wenn Ruhestörung zur Farce wird

Die Organisatoren des Straßenfestes in der Tellstraße hatten an alles gedacht: Security, Ordnungsamt, Feuerwehr, sämtliche städtischen Auflagen wurden erfüllt. Die Bühne wurde bereits am Vorabend aufgebaut, damit der Zeitplan für den Event auch eingehalten werden konnte, denn pünktlich um 23 Uhr musste Schluss sein. Die Bühne Viel Nichts um Lärm weiterlesen

Genervte Gehörschnecken

Tempelhofer Feldverweise für »SaraBande«

Unglaublich, was sich die Latin-Folk-Jazz-Blues-Acoustic-Band »SaraBande« am 8. September auf dem Tempelhofer Feld erlaubte – sie machte Musik. Ihr Anliegen war, andere mit dezenten, aber absolut tanzbaren Rhythmen zu erfreuen.

Sarabande Die »Ruhestörer« auf dem Tempelhofer Feld.                                    Foto: mr

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Maremma, ihm schmeckt‘s

Leidenschaft und kleine Sünden in der »babbo bar« (Seit Mai 2016 neu bewirtschaftet)

babbo bar Oliver+LetiziaZwei Fotos hängen im kleinen geschmackvollen Gastraum. Sie zeigen fröhliche Familien, die im Garten geschmaust haben. Je ein Mann raucht – die Väter von Letizia Taccini und Oliver Zurbuch. »Babbo« sagt man in der Maremma, der südwestlichen Toskana und Letizias Heimat, zum Vater. Die Namensfindung für das neue Lokal der beiden, die seit 20 Jahren mit italienischen Restaurants sowie der Cocktailbar »Fluido« in verschiedenen Berliner Kiezen erfolgreich waren, ging also schnell. Seit August bieten sie nun raffinierte Spezialgerichte der Maremma-Toskana-Küche (auch vegetarisch und vegan) sowie ausgesuchte Alimentari in ihrer »babbo bar« gegenüber dem Bürgeramt an. Maremma, ihm schmeckt‘s weiterlesen

Aromenspaß am Landwehrkanal

Kuratierte Gaumenfreuden am Ufer

May Eingang
MAY I eintreten? Foto: hlb

Drei bunte Leuchtbuchstaben markieren seit Juni eines der nördlichen Tore zu Neukölln an der Thielenbrücke: m, A und y. May wie Maybachufer – und wie »mAy am Ufer«, einer leger-eleganten Mischung aus Café, Speiselokal und Weinbar, die hier aus dem alten »Maybach-Stübchen« entstanden ist. Inhaber Thomas Mudersbach, TV-Journalist für Kochsendungen auf VOX und im WDR, hat schon etliche Jahre in Italien in Restaurants gekocht und präsentiert mit seiner Frau, auch Journalistin, und ihrem Freund Franz im »mAy« nun »Curated Food«. Das meint ausgewählte Speisen aus besten (Bio-)Zutaten möglichst regionaler Anbieter statt wahllosem Überfluss. Muderbachs breites Kochwissen und seine Lust am beherzten Aromenspiel kommen dabei voll zum Tragen.
Schlichtes helles Holzmobiliar, große Fenster und Blumen schaffen eine klassisch gemütliche Caféhausatmosphäre. Die freigelegte, teils mit Kaffeesatz restaurierte Stuckdecke und Stilllebengemälde, Dauerleihgaben des Bremer Künstlers Till Warwas, sorgen für einen Hauch Noblesse. Doch es geht ganz entspannt zu im »mAy«: Das Aromenspaß am Landwehrkanal weiterlesen