Alle Beiträge von admin

Die Schnalle ist dicht

Alltägliches Verkehrschaos in Rixdorf.     Foto: mr

Karl-Marx-Platz ist für den Durchgangsverkehr gesperrt

Seit dem 7. Mai ist die »Rixdorfer Schnalle« zwischen Richard- und Karl-Marx-Platz auf der Höhe des Spielplatzes mit einem Poller für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt. Damit ist ein beliebter Schleichweg zwischen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße nun endgültig geschlossen. Davor hatten sich rund 4.000 bis 5.000 Autos täglich im denkmalgeschützten Kiez rund um die alte Schmiede gedrängelt und lange Staus im gesamten Wohngebiet verursacht.
Die Reaktionen der Marktstandbetreiber und der Gewerbetreibenden vor Ort seien durchgängig positiv. Auch viele Anwohner hätten sich für mehr Ruhe und weniger Lärmbelästigung bedankt. Das berichtete Bezirksbürgermeister Martin Hikel bei der Beantwortung einer mündlichen Anfrage der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 19. Mai. Die Schnalle ist dicht weiterlesen

Es kehrt wieder Leben ein

Es war ein Lichtstreif: Die Außengastronomie durfte vor Pfingsten öffnen. Nur für hochwahrscheinlich Ungefährdende zwar, aber dieser Nachweis lässt sich schnell bekommen, zur Not täglich. Dass die gastronomisch Ausgedürsteten das Angebot nicht sofort überbordend wahrnahmen und den Lokalen langgehegte Umsatzträume erfüllten, war wohl dem Dauer-Aprilwetter im Mai wie auch der längst eingebrannten vorsichtigen gesellschaftlichen Zurückhaltung unserer Bürger geschuldet.
Der rote Strich unter der Mengenbilanz der Kneipen und Restaurants, die in der Krise die Reißleine ziehen mussten, ist noch nicht gezogen, viele liebgewonnene Institutionen scheinen aber durchgehalten zu haben, um uns Gästen ihre Treue zu beweisen.
Wer mit Testen, Impfen und Maske seinen Frieden schließen kann, darf auf baldig steigende Geselligkeitsangebote, vielleicht sogar beim Wirtsteam drinnen, hoffen.

Jörg Hackelbörger

Verkehrspolitik von Vorgestern

Radfahrer protestieren gegen den Ausbau der A100

Mehrere Tausend Radfahrer haben am Pfingstmontag gegen den Weiterbau der A100 protestiert. Die Demon­stration führte vom Invalidenpark zum Hermannplatz. Über die gesperrte A100 ging es zur Besichtigung der Baustelle des 16. Bauabschnitts in Neukölln, wo die Trasse nahe dem Hotel »Estrel« die Sonnenallee unterquert. Sohle und Wände stehen dort bereits, Fahrbahnen existieren noch nicht.

Teure Kilometer.      Foto mr

Mit geschätzten 700 Millionen Euro gilt die rund 3,2 Kilometer lange sechsspurige Trasse vom Autobahndreieck Neukölln zum Treptower Park als das bisher teuerste Stück Straße, das jemals in Deutschland gebaut worden ist. 314 Kleingärten wurden dafür gerodet, 450 größere Bäume gefällt, zwei Wohnhäuser abgerissen.
Die Gegner des Autobahnbaus halten es angesichts der Klimadebatte für anachronistisch, jetzt noch eine Autobahn zu bauen. »Wir wollen Berlin zu einer lebenswerten Stadt für alle machen. Wir wollen Mobilität für alle und keinen weiteren Meter Autobahn! 
Es ist Zeit, den Protest per Fahrrad auf die Straße zu tragen«, heißt es im Aufruf zur Demo. Verkehrspolitik von Vorgestern weiterlesen

Gedenktafel für Zwangsarbeiterlager in Britz

Kaum enthüllt, schon wieder verschwunden

Eine halbe Million Menschen aus Gebieten, die während des Zweiten Weltkriegs besetzt waren, wurden in Berlin als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Es gab sie in jeder Nachbarschaft, in der Landwirtschaft, in der Rüstungsindustrie, auf kirchlichen Friedhöfen und sogar in privaten Haushalten. Das System der Zwangsarbeit fand vor aller Augen statt. Auf rund 3.000 wird die Anzahl der Lager im Berliner Stadtgebiet geschätzt. Die Orte des Verbrechens verschwinden langsam in der wachsenden Stadt. Nur an wenigen Stellen sind inzwischen Gedenk­orte eingerichtet worden, so etwa auf dem Friedhof Jerusalem V an der Hermannstraße.

Die Tafel des Anstosses.       Foto: mr

Auch in Britz gab es zwei Zwangsarbeiterlager – an der Fulhamer Allee und an der Onkel-Bräsig-Straße 6-8. Heute stehen dort Garagen. Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, wurde dort auf Betreiben der Anwohnerinitiative »Hufeisern gegen Rechts« eine provisorische Gedenktafel enthüllt mit der Aufschrift: »Hier befand sich von 1941 bis 1945 ein Barackenlager für polnische und sow­jetische Zwangsarbeiter*innen. Die 18 Männer und Frauen wurden zu Bau- und Instandhaltungsarbeiten in der Hufeisensiedlung eingesetzt.« Gedenktafel für Zwangsarbeiterlager in Britz weiterlesen

Emotionale Diskussionen in der BVV

Nahost, Mülleimer, Immobilien und Amphibien

Eigentlich waren sich fast alle einig, aber trotzdem wurde fast zwei Stunden lang diskutiert, bis die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 19. Mai über einen gemeinsamen Entschließungsantrag der Grünen, SPD, CDU und FDP abstimmen konnte, in dem die BVV ihre Erschütterung über die Gewalt und die antisemitischen Äußerungen auf der Demonstration anlässlich des Nahost-Konflikts am 15. Mai in Neukölln zum Ausdruck brachte.
»Es ist nicht hinnehmbar, dass Demonstrierende, die sich zu Hamas, Muslimbruderschaft und Grauen Wölfen bekennen, Vernichtungsphantasien gegen Jüdinnen und Juden, gegen die Bevölkerung Israels und gegen den Staat Israel unverhohlen artikulieren«, betonte die BVV und »Israelfeindlichkeit und Antisemitismus haben keinen Platz in unserem Bezirk«. Emotionale Diskussionen in der BVV weiterlesen

Hermannstraße für alle

Flanierdemo im Schneckentempo

Elf Initiativen forderten, kreativ und im gemächlichen Flaniertempo, am letzten Mai-Wochenende stadtplanerische Umsetzungen für ihr bereits 2020 vorgelegtes Konzept für die Hermannstraße.

Foto: Carsten Rose

Eines der Anliegen ist die Fahrradinfrastruktur mit geschützen Radwegen auf der gesamten Länge. Trotz geltendem Tempo 30 für Autofahrer gleicht dort die Fortbewegung per Fahrrad eher einem Nahtod­erlebnis.
Weiteren Wünschen nach Flächengerechtigkeit, Klimaschutz, Bio­diversität und rascher Mobilitätswende wurde mit Redebeiträgen Nachdruck verliehen. Musik und Pflanzentausch trugen zur entspannten Stimmung der rund 500 Teilnehmer bei. Besonders Kinder hatten ihren Spaß, einmal auf der sonst stark befahrenen Straße laufen, hopsen, liegen, sitzen und angstfrei radeln zu können.

bs

Rechte »Feindeslisten« gefunden?

Aufklärung der Neonazianschläge zieht sich

Die Polizei bleibt zurückhaltend, wenn es um konkrete Informationen über die laufenden Ermittlungen in Sachen neonazistischer Anschläge in Neukölln und den damit verbundenen Aktivitäten geht. Anne Helm und Niklas Schrader, Neuköllner Abgeordnete für »Die Linke«, nahmen dies erneut zum Anlass, durch eine Anfrage an den Senat genauere Informationen zu erhalten und weiteres Licht in die Aufklärung zu bringen. Auch Recherchen des »Tagesspiegel« bestätigen, dass rechtsextreme »Feindeslisten« angefertigt wurden und Pläne gefunden wurden, die auf einen möglichen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Neukölln hindeuten können. Die Polizei stellte im Rahmen der Ermittlungen entsprechendes Material sicher. Rechte »Feindeslisten« gefunden? weiterlesen

Neues QM im Harzer Kiez

Anlaufstelle für soziale und integrative Kiezkooperation

Der Harzer Kiez am östlichen Rand Neuköllns, also kurz vor Alt-Treptow, ist neuköllnische Vielschichtigkeit schlechthin. Während es zur einen Seite Richtung Sonnenallee gerne laut und extrovertiert zur Sache geht, wirkt es auf der anderen eher ein wenig verträumt und entspannt, aber definitiv nicht weniger einladend.

Das QM-Team.Foto: mf

Um den integrativen Charakter und Zusammenhalt der Nachbarschaft in Zukunft weiter zu untermauern, gibt es in der Treptower Straße seit diesem Jahr ein eigenes Quartiersmanagement. Dort sollen Anwohner die Möglichkeit erhalten, eigene Projekte umzusetzen, die den Kiez betreffen, und von denen alle profitieren. Das Konzept der Quartiermanagements gibt es in Berlin schon lange. Es konnte bereits in vielen Kiezen zur Stärkung sozialer Strukturen beitragen. Durch sogenannte »Quartiersräte« und »Aktionsfondsjuries« wird der Bewohnerschaft dabei eine Plattform gegeben, um gemeinsame Interessen und Ideen wie beispielsweise Straßenfeste, Flohmärkte oder Sportturniere mithilfe bezirklicher Mittel auszuarbeiten und umzusetzen. Neues QM im Harzer Kiez weiterlesen

Dauerthema Mieten

Luxusmodernisierung geht weiter

Auf dem freien Markt steigen die Mieten weiterhin ungebremst, passend zum knappen Wohnraum. Eine gute Auskunft über reale Preise gibt stets der »Immobilienscout24«, denn er bildet diesen Markt ab. So bietet derzeit »Akelius« in der Weserstraße eine »1,5 Zimmerwohung mit Terrasse und Einbauküche« in der Größe von knapp 70 Quadratmetern für eine Kaltmiete von 1.540 Euro an, mithin 22 Euro pro Quadratmeter. In der Nähe des Hermannplatzes werden für eine möblierte Einzimmerwohnung 14 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Der Berliner Mietenspiegel von 2021, den der Senat nach dem Scheitern des Mietendeckels erstellt hat, hebt Preise zwischen sechs und 14 Euro hervor. Dauerthema Mieten weiterlesen

Denkmalschutz mit zweierlei Maß?

Fragwürdige Sanierungen in der Hufeisensiedlung

Die Hufeisensiedlung in Britz ist seit 1986 Denkmal und seit 2008 sogar UNESCO-Weltkulturerbe. Die »Deutsche Wohnen« (DW) sanierte dort ab 2009 mit über 2,9 Millionen Euro Fördergeldern ihren Mietwohnungsbestand, auch mit dem Ziel, eine »behutsame Zurückführung zum ursprünglichen Erscheinungsbild« zu schaffen.
Behutsam war und ist die DW nur zu sich selbst. Einige Mieter an der Fritz-Reuter-Allee, der sogenannten »Roten Front«, besaßen auf ihrer Rück- und Wetterseite verglaste Balkone. Im Zuge der Sanierung wollte die Vermieterin auch mit drastischen Mitteln erreichen, dass diese ausnahmslos zurückgebaut werden müssten, selbst dann, wenn sie Bestandteil der Mietverträge waren. Dagegen wehrten sich einige Mieter erfolgreich vor Gericht.

Balkon Pollmann.Foto: rr

Auf dem Dach desselben Bauwerks thronen weiterhin gleich mehrere Mobilfunkantennen. Offen bleibt, weshalb damals die Verglasungen auf der Gebäuderückseite weichen sollten, während die gewinnbringenden Antennenanlagen bis heute erhalten sind. Denkmalschutz mit zweierlei Maß? weiterlesen

Politiker zur Wahl

Dörfer, Wein und Weltkulturerbe

Wahlkreis 5 im Überblick

In Britz war schon immer Industrie ansässig, hier gibt es auch einen jüngst erweiterten BSR Recyclinghof und eine Müllumladestation, die sommers gelegentlich die Anrainer mit Gestank erfreut. Die Blaschkoallee ist die stark frequentierte Verbindung zur, von und über die A113 sowie eine Hauptausweichroute für den fast täglich gesperrten Britzer Tunnel der A100. Die regelmäßigen Staus haben sich mit dem Pop-up-Radweg noch verschlimmert.
Eine unkoordinierte Planung auch der Baustellen zwingen nun erst recht den Verkehr in und durch das angrenzende UNESCO Weltkulturerbe. Dessen Anwohner warten immer noch auf die längst beschlossene Verkehrsberuhigung. Politiker zur Wahl weiterlesen

Vom Berg zur Bahn und in den Hahn

»Berliner Berg« legt und braut jetzt richtig los

Am 20. Mai war es soweit: Die »Berliner Berg« Brauereihalle wurde an der nordöstlichen Bezirksgrenze Neuköllns zu Treptow, im Gewerbegebiet der Treptower Straße gleich an der S-Bahn-Trasse, eröffnet. Mit Ende der einjährigen Bauarbeiten kann hier nun das Kernsortiment aus deutschen und internationalen Klassikern wie Pils, (Indian) Pale Ale und Lager, aber auch die Berliner Weiße sowie saisonale Spezialitäten gebraut werden – und das mit einer Kapazität von bis zu 10.000 Hektolitern pro Jahr.

HIER fließt bald reichlich das goldene Nass.    Foto: pr

Eine eigene unabhängige, moderne Innenstadtbrauerei war von Anfang an das Ziel der zwei Bierenthusiasten, Berg-Mitbegründer und heute zusammen mit Michéle Hengst Geschäftsführer Ulrich Erxleben und Robin Weber. Sie wollen hochwertige Craft-Biere entwickeln und zugleich alte Sorten und Stile in die Neuzeit führen. Die beiden Ex-Internet-Manager gaben vor über sieben Jahren ihre potenziellen E-Commerce-Karrieren zugunsten des Traums von einer neuen Berliner Bierkultur auf. Vom Berg zur Bahn und in den Hahn weiterlesen

Fleisch ist sein Gemüse

Andreas »Curry-Paule« Kämpf kämpft jetzt für Wurst im Glas

paule am Buckower Damm.    Foto: hlb

Auch vegane Wurst kommt bei ihm inzwischen an die Pommes oder den Kartoffelsalat. Andreas Kämpf ist ein echtes Neuköllner Original. 1964 hier geboren und aufgewachsen, lernte er nach der 9. Klasse Hauptschule Fleischer und war mit 22 Jahren schon der damals jüngste Berliner Meister. Nach ersten Lebensmittelhandelsstationen bekam er einen Verkaufsleiterposten in Ungarn und baute dann in Rumänien eine Discounterkette auf; sogar ein Fleischzerlegewerk legte er sich dort zu.
2013 kam er nach Berlin zurück, schließlich habe sich sein Vater immer gewünscht, dass Sohnemann hier einen eigenen Imbiss eröffnet. Zu Ehren Opa Pauls entstand so der »Curry-Paule«. Fleisch ist sein Gemüse weiterlesen

Schwabylon

Asterix mit Herz und Schnauze

»Habt ihrn Ding anne Glocke? Wat warn dit füa ne Aktion grade?« Als waschechtem Berliner – und Neuköllner sowieso – ist der Dialekt unserer eingeborenen Vorfahren zwar nicht mehr allgegenwärtig, dennoch weit verbreitet.
In einem Goscinny-Uderzo-Werk, sprich: Asterix-Band, vermutet niemand auf Anhieb eine Mundart. Nun denn, liebe Leser, »Schwabylon Berlin« ist der »Asterix berlinert« Band 3. Dank Martin »Gotti« Gottschild raufen sich Asterix und Co mit Berliner Schnauze durch die Römischen Reihen.
Martin »Gotti« Gottschild, der aus den Medien bekannte Berliner – was sonst? – Dialektübersetzer, Musiker, Schauspieler und Comedian, hat sich mit dem 84. Band der Mundart-Reihe selbst übertroffen. Sollte ihn jemand nicht kennen, möge er in die wöchentliche Action-Lesung bei Radio Eins reinhören. Diese vollbringt er mit seinem Kollegen Sven van Thom als Comedy-Duo »Tiere streicheln Menschen«. Außerdem ist er als Vater und Stimme des »Sandmann für Erwachsene« bekannt. Schwabylon weiterlesen

Anerkennung für Neuköllner Künstler

Finalisten des Neuköllner Kunstpreises in der »Galerie im Saalbau«

Die Jury hat entschieden: Unter rund 170 Bewerbern um den Neuköllner Kunstpreis 2021 wurden von einer fünfköpfigen Fachjury acht Finalisten ausgewählt, deren Werke noch bis zum 27. Juni in einer Gemeinschaftsausstellung in der »Galerie im Saalbau« zu sehen sind. Mit dem vom Fachbereich Kultur in Kooperation mit dem »Kulturnetzwerk Neukölln e.V.« etablierten Neuköllner Kunstpreis soll Neuköllner Künstlern und ihren Werken Zugang zu einer breiten Öffentlichkeit verschafft werden, um für ihr Schaffen Beachtung und Anerkennung zu erhalten.

KunstpreisSieger.     Foto: mr

Den ersten Platz erkämpfte sich Hyunho Park mit der Videoinstallation »Time Crystals: Neun Räume«. Neun Bildschirme zeigen den Künstler, wie er in unterschiedlichen Räumen aus schwarzen Strichen komplexe Bildkompositionen schafft. Anerkennung für Neuköllner Künstler weiterlesen

Intensives für die Sinne

»AISTIT« berührt im KINDL

Nach einer Ausstellung wieder auf der Straße zu stehen, sich kurz sammeln zu müssen und in die »Wirklichkeit« zurückfinden, dann hat das Gesehene berührt. Genau das möchte die Ausstellung »AISTIT/coming to our senses – Kapitel 3: resonant bodies« im »KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst«. Die von Satu Herrela und Hans Rosenström kuratierte Reihe von Ausstellungen und Perfomances in Paris, Helsinki, Berlin und Gent, organisiert vom deutschen Finnland-Institut, beschäftigt sich mit unserer sinnlichen Wahrnehmung und dem kritischen Zustand der Abhängigkeit zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem.

Gefühle im Maschinenhaus.      Foto: J.Raab

Das Maschinenhaus M0 ist in diesem Fall ein riesiger leerer dunkler Raum, gefüllt mit einer Abfolge von Video- und Soundinstallationen, die alle mit der Empfindung von Mitgefühl, Trauer, Einsamkeit und Intensität arbeiten. Intensives für die Sinne weiterlesen

»50g Kunst«

Ein gewichtiges Gemeinschaftswerk entsteht

Wie viel sind eigentlich 50 Gramm? Eine halbe Tafel Schokolade auf jeden Fall. Was kann noch 50 Gramm wiegen? Viele kleine Kunstwerke, die zu einem großem Gemeinschaftswerk werden. »50g Kunst« ist ein partizipatives Projekt des »KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst«.
Alle können mitmachen und ein Kunstobjekt einreichen oder in den Workshops im »KINDL« eines herstellen. Ob aus Alltagsgegenständen, Bastelutensilien, Materialien von der Straße oder aus der Natur, klein oder groß, bunt oder einfarbig, rund oder eckig – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – einzige Vorgabe: Das Objekt muss 50 Gramm wiegen.
Vom 26. Juni bis 4. Juli werden alle Arbeiten an einem Mobile im riesigen Kesselhaus präsentiert.

jr
Abgabe der Kunstwerke immer mittwochs von 14-18 Uhr oder nach Vereinbarung (per email an vermittlung@kindl-berlin.de).
Workshops:
So, 6. Juni 2021, 12 – 14 Uhr und 15 – 17 Uhr
So, 13. Juni 2021, 15 – 17 Uhr
www.kindl-berlin.de/50-gramm
KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst
Am Sudhaus 3

»Hidden People«

Isländische Impressionen in der »Galerie im Körnerpark«

Pappschafe.    Foto: mr

Wer derzeit die »Galerie im Körnerpark« betritt, fühlt sich in eine fremde Welt versetzt. Das komplexe Werk der beiden Künstlerinnen Maria und Natalia Petschatnikov, das noch bis zum 22. August zu sehen sein wird, bewegt sich zwischen Malerei, Plastik und Rauminstallation. Der Ausstellungsraum verwandelt sich dabei in ein Gesamtkunstwerk, in dem sich das Publikum bewegt. »Hidden People« weiterlesen

Kiezgespräch

Von Sport und Optimismus

KuK: Welche Themen bewegen dich in deinem Kiez?
Marie: Dass es bald hoffentlich wieder losgeht! Ich leite mit zwei Partnern eine Indoor-Sportstätte in Kreuzberg, und wir sind ziemlich heiß auf das Urteil des Senats am ersten Juni. Es wird gemunkelt, Einrichtungen wie unsere dürfen vielleicht sogar ab Anfang Juni, eventuell dem Vierten, wieder öffnen. Wir sind auf jeden Fall bereit und können es kaum erwarten. Finanziell kommen wir aber ganz gut durch im Moment. Die Hilfeleistungen im ersten Lockdown waren innerhalb kürzester Zeit weg, die haben gerade mal für eine Monatsmiete gereicht, aber zum Glück wurde das im zweiten Lock–down ordentlich angepasst, sodass wir alle Kosten gut abdecken können, auch Löhne und sogar die unserer studierenden Mitarbeiter*innen. Für die ist es aktuell besonders schwierig, weil sie zum Beispiel keinen Anspruch auf Hartz IV haben. Zum Glück konnten wir das gut regeln. Insgesamt bin ich im Moment sehr optimistisch. Ich habe mich bis vor Kurzem wie langzeitarbeitslos gefühlt, denn wir hatten nun sieben Monate am Stück geschlossen, aber das findet jetzt ein Ende und wir können wieder loslegen.

me
*Marie, Böhmische Straße

Vorübergehend verzogen

Der »SV Tasmania« trägt erste Heimspiele in Lichterfelde aus

Tasmanias Bier.        Foto: Hagen Nickelé

Nachdem der »SV Tasmania« vom »Nordostdeutschen Fußball-Verband« (NOFV) infolge des coronabedingten Saisonabbruchs der NOFV-Oberliga Nord zum Aufsteiger in die Regionalliga Nordost erklärt worden war (siehe letzte KuK-Ausgabe), nahmen die Planungen an der Oderstraße umgehend intensivere Formen an. Denn: Höhere Liga – höhere Anforderungen. Mit dem Bezirk hatte man schon länger über die möglichen Bedingungen eines Umbaus des Werner-Seelenbinder-Sportparks verhandelt – einige Vorarbeiten waren vom Verein mit Hilfe Freiwilliger bereits erledigt worden. Im Fall der vorgeschriebenen Abzäunung des Spielfelds sowie der Absicherung des Gästezugangs inklusive Errichtung von Sanitär- und Cateringbereich für Auswärtsfans musste aber das Amt für Kosten und Durchführung aufkommen. Nach erfolgter Genehmigung stellte sich jedoch alsbald heraus, dass die Arbeiten nicht vor Saisonstart abgeschlossen sein würden – damit wird der »SV Tasmania« zum Leidwesen seiner Fans die ersten Heimspiele an anderer Spielstätte austragen müssen. Vorübergehend verzogen weiterlesen

Basteln mit Rolf

Sommerschwalbe

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber es muss ja nicht bei einer bleiben. Wir brauchen etwas Zeichenpapier, schwarzen Karton, einen Bleistift, eine Schere, Klebstoff, einen dünnen Faden und Lust zum Pfrie­meln.
Die Größe der Schwalbe darf jeder selbst bestimmen. Die Kontur (links) malt ihr auf das weiße Zeichenpapier und schneidet sie aus. Die Vorlage wird auf den schwarzen Karton gelegt und mit dem weißen Stift darauf übertragen. Ich habe die Vorlage gleich mittig so gefaltetet, dass die Flügel genau übereinander kommen. Dann das auf den ebenfalls schon gefalteten Karton gelegt und beides zusammen ausgeschnitten. Nun nicht den Karton, sondern nur die Flügel nach unten (sie­he gestrichelte Linie (Talfaltung)) umklappen. Mit dem weißen Stift die Augen und den weißen Bauch malen, einen Faden in die Mittelfaltung kleben, aufhängen und dann ist der Sommer fast da.
Für Hilfe Mail an: rolf@kuk-nk.de

rr

Petras Tagebuch

Vorsicht Fahrradstraße

Fahrradstraßen müssen geübt werden, so musste ich es kürzlich erfahren. Neuerdings ist die Herrfurthstraße zur Fahrradstraße umgemalt worden. Ich fahre häufig dort entlang, und tatsächlich musste ich bemerken, dass nun das Fahrrad seinen Vorzug bis zur Rücksichtslosigkeit auskostet.
Während die Fußgänger nach wie vor in träumerischer Gleichgültigkeit, ohne einen Blick nach rechts oder links zu werfen, die Straße überqueren, passieren hier kaum Unfälle, denn jeder Verkehrsteilnehmer, egal ob Autofahrer oder Radler, weiß, dass es hier so ist. Petras Tagebuch weiterlesen

Jetzt erst recht

Freude über 3.011.    Foto: Ruben Lehnert

Neuköllner Linke unterstützt die Initiative »Deutsche Wohnen enteignen«

Mit roten Luftballons und einer Torte zele­brierte DIE LINKE Neukölln die Übergabe von mehreren Aktenordnern, prall gefüllt mit Unterschriftenlisten, an die Initiative »Deutsche Wohnen & Co. enteignen!« am 16. April vor dem »Café K-Fetisch«. 3.011 Unterschriften haben die Mitglieder des Bezirksverbandes in den vergangenen Wochen bei zahlreichen Infoständen und Sammelaktionen zusammengetragen. Ziel des angestrebten Volksbegehrens ist die Vergesellschaftung großer Immobilienunternehmen wie »Deutsche Wohnen«, »Vonovia« oder »Akelius«. Die Wohnungen sollen von kommunalen Unternehmen übernommen werden, um die Mietpreise dauerhaft stabil zu halten.
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das am Tag zuvor den Berliner Mietendeckel als verfassungswidrig verworfen hatte, wurde mit Enttäuschung zur Kenntnis genommen. Es sorgte aber gleichzeitig für einen deutlichen Motivationsschub für den Versuch, per Volksbegehren in einem komplett wahnsinnig geworden Mietmarkt die Reißleine zu ziehen. Jetzt erst recht weiterlesen

Schillerkiezgeschichte

Im turbulenten Wahlkreis 2 liegt der Schillerkiez ans Tempelhofer Feld angrenzend.
Auf ehemaligem Ackerland wurde das Viertel um die Schillerpromenade herum ab 1901 gebaut, Infrastruktur an Schulen und Gewerbe mitgeplant. Die meisten Wohnungen verfügten über ein Bad, Wohnküche und Balkon.
Als Wohnquartier für Besserverdienende und Kontrapunkt zur klassischen Arbeitersiedlung auf den Rollbergen mauserte sich der Schillerkiez zur »schönsten Wohngegend Rixdorfs«.
Allerdings erfolgte ziemlich rasch eine bunte Mischung der Bewohner: Arzt, Kohlenträger, Professor, Reinigungskräfte, Verkäufer und Beamte wohnten Tür an Tür und bildeten die berühmte »Berliner Mischung«.
1930 erfolgte dann die »Randbebauung des Tempelhofer Feldes« – womit dieses Thema nun auch erledigt sein dürfte! – entlang der Oderstraße mit zahlreichen Sportstätten. Ein Teil ist bis heute als Werner-Seelenbinder-Sportpark erhalten und soll es auch bleiben!

Beate Storni

Auf Wissmann folgt Lucy Lameck

Keine Straßennamen für Kolonialisten

Hikel steigt.      Foto: mr

Die am 23. April erfolgte Umbenennung der Wissmannstraße in Lucy-Lameck-Straße hat eine jahrzentelange Geschichte hinter sich.
Mit der Gründung der Werkstatt der Kulturen – heute »Oyoun, Kultur NeuDenken« – im Jahre 1993 begann die Diskussion um deutschen Kolonialismus, dessen Folgen und mögliche Wiedergutmachung.
Erstmalig im Jahr 2007 regte Susanna Kahlefeld (Grüne), zu dieser Zeit Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln, die Umbenennung der Wissmannstraße an. Hintergrund war die Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit für das ehemalige Gebiet Deutsch-Ostafrika, die heutigen Staaten Tansania, Burundi und Ruanda. Dort war Hermann von Wissmann Gouverneur. Die Sicht auf diese Zeit der Geschichte hat sich in den letzten 130 Jahren geändert, was sich in der feierlichen Umbenennung, die eine symbolische Wiedergutmachung sein soll, ausdrückt. Auf Wissmann folgt Lucy Lameck weiterlesen

Altglascontainer im Abseits

Zu lange Leerungsintervalle führen zu Dreckecken

Anfang 2020 wurde das Altglassammelsystem umgestellt, und so verschwanden rund 30.000 Glassammeltonnen von den Hausmüllplätzen außerhalb des S-Bahnringes. Betroffene Haushalte können daher ihr Altglas nur noch zu den raren öffentlichen Depotcontainern tragen oder zu Recyclinghöfen. Mitzuverantworten hat das ausgerechnet die Umweltsenatorin Regine Günter von den Grünen. Angeblich sei das alte System nicht mehr zeitgemäß und das so gesammelte Glas sei von minderer Qualität.

Die Drei von der Müllstelle.    Foto: rr

Der größere Teil Neuköllns liegt außerhalb des S-Bahnringes, wo es inzwischen diese Tonnen an vielen Hausmüllplätzen nicht mehr gibt. Das vorab gegebene Versprechen, dass gleichzeitig auch die Zahl der öffentlichen Glassammelstellen erhöht werde, ist kaum erfüllt, was auch zumTeil an der Genehmigungspraxis der Bezirke liegt. Altglascontainer im Abseits weiterlesen

»Britzer Garten 2030«

Oase wird behutsam modernisiert

Idyll an der Britzer Seelandschaft.     Foto: mr

Raum für Spiel, Bewegung und Erholung inmitten einer bunten Pflanzenvielfalt bietet der Britzer Garten, die grüne Oase im Süden Neuköllns, seit seiner Eröffnung im Rahmen der Bundesgartenschau 1985. Die große Beliebtheit des Parks und die intensive Nutzung haben jedoch Spuren hinterlassen, und manches im Bereich der Infrastruktur ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. So müssen sanitäre Einrichtungen instandgesetzt und barrierefrei umgerüstet werden. Auch die Wege entsprechen vielfach nicht mehr den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit.
65 Prozent der Besucher gehören der Altersgruppe 50+ an. Um deren Bedürfnissen gerecht zu werden, gleichzeitig aber auch den Park für jüngere Nutzer attraktiv zu gestalten, sollen in den kommenden Jahren schrittweise einzelne Bereiche des Parks auf Basis des Entwicklungskonzeptes »Britzer Garten 2030« behutsam weiterentwickelt und umgebaut werden. Vor­aussetzung dafür: Das Land Berlin stellt entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung. »Britzer Garten 2030« weiterlesen

Gute und schlechte Nachrichten aus dem Rathaus

Verbesserungen dauern ihre Zeit

Autolärm, Hupkonzerte – der Straßenlärm macht vielen Anwohnern immer mehr zu schaffen. Daher fragte ein Anwohner der Selchower Straße im Rahmen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 28. April das Bezirks­amt, was es dagegen unternehmen wolle.
Große Hoffnung auf kurzfristige Verbesserung konnte ihm Bezirksbürgermeister Martin Hikel allerdings nicht machen. Verkehrsberuhigende Maßnahmen könnten nicht nur isoliert für eine Straße durchgeführt werden. Seit Ende 2019 werde jedoch für den Schillerkiez ein städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet, zu dem neben Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Raumes auch ein Verkehrsberuhigungskonzept für den Schillerkiez gehöre. Gute und schlechte Nachrichten aus dem Rathaus weiterlesen

Gesellschaftliche Wertigkeit des Tempelhofer Feldes

Studie des Helmholtz-Zentrums (UFZ) wurde vorgestellt

Die per Livestream vorgestellte 95-seitige Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) untersuchte schwerpunktmäßig die gesellschaftliche Bedeutung des Tempelhofer Feldes. Im Vordergrund steht, wie zukünftige Nutzungen im Hinblick auf Klimawandel, Gesundheitsfürsorge und Integration miteinander vereinbar sind. Die Themen Stadtgrün und Mensch-Natur-Verhältnis wurden ergänzt durch Befragungen der Feldnutzenden sowie der Feldkoordination und Fachgespräche.

Schatz mit Platz.Foto: bs

Die Vielfältigkeit als Naherholungsgebiet, urbane Freifläche, Schutzzone für diverse Tiere und Pflanzen sowie Naturerfahrungsraum sind unstrittig. Kaltluft­entstehung, Kohlenstoffsenke und Regenwasserversickerung sind Bedeutungen, die nicht von der Hand zu weisen sind.
Auch als »ruhige Insel« inmitten des städtischen Verkehrslärms hat das Feld einen hohen Wert für das Wohlbefinden der Berliner, was der Daseinsvorsorge Rechnung trägt. Gesellschaftliche Wertigkeit des Tempelhofer Feldes weiterlesen

Herrfurthstraße

Gute Zeiten für Radler

Die Neuköllner Herrfurthstraße wird zur Fahrradstraße. Für den motorisierten Verkehr wird die Straße zur Einbahnstraße und bleibt Anliegern vorbehalten. An zwei Kreuzungen werden dazu die Vorfahrtsregeln geändert. Radfahrende können die Fahrradstraße natürlich in beide Richtungen nutzen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich in der kommenden Woche.
Bezirksbürgermeister Martin Hikel: »Die neue Fahrradstraße schließt die wichtige Verbindung zwischen Werbellinstraße und dem Tempelhofer Feld. Damit ist sie ein wichtiger Bestandteil für den Ausbau der Neuköllner Radinfrastruktur. Gleichzeitig erschwert sie den Durchgangsverkehr durch den dicht besiedelten Schillerkiez. So schafft die Fahrradstraße mehr Sicherheit für Radfahrende und einen Beitrag zur Verkehrsberuhigung für die Anwohnenden.«
Für den motorisierten Verkehr wird künftig eine Einbahnregelung in Richtung Hermannstraße gelten, die nur noch von Anliegern genutzt werden darf. An den Kreuzungen Lichtenrader Straße und Weisestraße wird die Fahrradstraße Vorfahrt haben. Auch an der Ecke Oderstraße/Kie­nitzer Straße wird die Verkehrsführung angepasst. Der denkmalgeschützte Herrfurthplatz bleibt vorerst ausgespart.
Die Arbeiten zur Umsetzung beginnen voraussichtlich am Montag, den 26. April 2021 und werden (witterungsabhängig) etwa zwei Wochen dauern. Die Maßnahme kostet insgesamt 45.000 Euro.

pr

Kiezblocks sollen beruhigen

Etappensieg für die »Initiative Kiezblock Rixdorf«. Der Verkehrsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung hat einem Antrag von Grünen und SPD für die Einrichtung von drei Kiezblocks in Neukölln zugestimmt.
Das Konzept sieht eine einfache Lösung für das Problem des Durchgangsverkehrs vor. Dafür müssen nur an drei zentralen Punkten mit Pollern oder Blumenkästen modale Filter eingerichtet werden, um ein Durchfahren mit Autos zu verhindern. Anwohner und Lieferverkehr können weiter alle Orte im Kiez mit dem Auto erreichen. Das vorgeschlagene Konzept ergänzt damit die bereits beschlossenen und durchgeführten Maßnahmen des Bezirksamts zu einem ganzheitlichen Kiezblock.
In weiteren Schritten sollen auch der Richardplatz und der Esperantoplatz attraktiver gestaltet werden und Maßnahmen für den Radverkehr, sowie Parkraumbewirtschaftung und Verkehrsberuhigung an den anliegenden Hauptstraßen umgesetzt werden.

pr

Mehr Mitsprache bei der Bezirksentwicklung

Anlaufstelle als Schnittstelle zwischen Bürgern und Verwaltung

Bei Planungen mitreden und eigene Ideen einbringen, das soll für Neuköllner Bürger künftig einfacher werden. Am 22. April eröffnete in der Hertzbergstraße 22 eine Anlaufstelle für Bürgerbeteiligung, in der sich Bürger über Vorhaben des Bezirks informieren und eigene Vorschläge zur Verbesserung der Situation in Neukölln einbringen können.
Grundlage dafür sind die Leitlinien für die Beteiligung der Bürger an Projekten und Prozessen der Stadtentwicklung, die das Land Berlin im Jahr 2019 entwickelt hat. In Neukölln wurden die bezirklichen Leitlinien im Dezember 2020 beschlossen und die Bürgerstiftung Neukölln als Träger der Anlaufstelle ausgewählt.
Als Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und Verwaltung will die Anlaufstelle Akteure vernetzen und komplizierte Verwaltungsvorgänge verständlicher machen. Mehr Mitsprache bei der Bezirksentwicklung weiterlesen

Politiker zur Wahl

Zwischen Wiesenmeer und Einkaufsmeile

Wahlkreis 2 im Überblick

Der Wahlkreis 2 reicht von der Karl-Marx-Straße bis zum Tempelhofer Feld und von der Ringbahn bis zum Herrmannplatz, ein dicht besiedeltes Gebiet mit quirligen Einkaufsstraßen und hippen Ausgehvierteln.


Dem Schillerkiez zwischen der belebten Hermannstraße und dem weitläufigen Tempelhofer Feld verleihen prächtige Fassaden, platanengesäumte Bürgersteige und eine Promenade mit Parkbänken und Blumenrondells ein großbürgerliches Flair. Die Promenade führt vom Columbiadamm über den zentralen Herrfurthplatz mit der Genezarethkirche direkt auf das historische Gebäude der ehemaligen Ingenieurschule für Bauwesen zu, das heute die »Carl-Legien-Oberschule« beherbergt.
In den vielen kleinen Querstraßen des Schillerkiezes findet sich eine Bar- und Restaurantvielfalt wie in kaum einem anderen Neuköllner Kiez. Und am Ende der Herrfurthstraße liegt dem Flaneur das imposante Tempelhofer Feld mit seinem scheinbar endlosen Horizont zu Füßen. Die Stilllegung des Flughafens führte allerdings auch dazu, dass hier die Mieten förmlich explodierten. Politiker zur Wahl weiterlesen

Blaues Haus mit buntem Ton

Nordafrikanische Berberküche in der Pannierstraße

Die Pannierstraße bleibt gastronomisch in Bewegung. Das »Capperi« am Landwehrkanal mit seinem italienischen Apéro hat, auch coronabedingt, aufgegeben, dafür ist wenige Meter weiter in die Räume des schon im September 2019 geschlossenen Bistros »Julini« neues Leben eingekehrt. Seit März laden Khaled Benhajamor und seine Frau Firanda in ihr kleines aber feines Restaurant »La maison bleue« – beziehungsweise zunächst noch vor dieses –, um traditionelle tunesische Berberküche zum Abholen und Liefern zu kochen und zu servieren.

Blauer Orient im Reuterkiez.     Foto: hlb

Mit alten Familienrezepten will uns Khaled, der schon gastronomische Erfahrung im »Café Rix« sammelte, auf eine kleine Reise in den Orient entführen. Ein Jahr haben die Benhajamors mit ihrem Team renoviert und mit Bodenfliesen und wunderschön handbemaltem Tongeschirr, sämtlich aus Tunesien, atmosphärischen Backsteinwänden und der leuchtend blauen Fassade ein stimmiges mediterranes Ambiente inszeniert. Blaues Haus mit buntem Ton weiterlesen

Raucherentwöhnung leichter gemacht

Ausstiegskurse als Weg zu mehr Freiheit

Nur weiterlesen, wenn es für Sie ein Ziel sein könnte, zukünftig rauchfrei zu leben.
Nikotin macht schnell abhängig. Hoher Tabakkonsum, das weiß auch die Mehrheit der Raucher, gefährdet die Gesundheit. Verantwortlich dafür sind rund 4.000 chemische Substanzen, die beim Abbrennen von Tabak entstehen und inhaliert werden. Der starke Suchtfaktor des Nikotins erlaubt nur wenigen, einmal später dauerhaft und dann noch aus eigener Kraft das Rauchen aufzugeben.
Das ist auch den Krankenkassen bekannt, weshalb sie auch mehrmals Ausstiegstherapien wie Akupunktur, Hypnose, oder einen begleiteten ambulanten oder auch stationären Entzug erstatten. Gute Erfolge haben langjährige, wissenschaftlich erprobte Programme zur Raucherentwöhnung, die von ausgebildeten und erfahrenen Kursleitern geleitet werden. Raucherentwöhnung leichter gemacht weiterlesen

Von Grenzen, Geistern und Menschen

Die vielschichtigen Projekte von Tawan Arun

In einer Grenzregion aufzuwachsen hat eine ganz eigene Atmosphäre. Wenn noch eine türkisch-deutsche Mutter und ein chinesisch-thailändischer Vater hinzukommen, entsteht eine interessante Persönlichkeit: Tawan Arun. 1982 in Paris geboren und im Elsass groß geworden, hat die Andersartigkeit auf der anderen Seite für ihn einen großen Reiz.

Leben vor der Kamera. Foto: Anaïs Edely

Tawan lebt seit 2005 in Berlin, studiert hier visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Weissensee und arbeitet in Neukölln. Für sein Diplom 2010 entsteht der Web-Dokufilm »Portraits de frontières«, ein Projekt über die Grenze Europas im Osten. Entstanden sind zwölf Kurzportraits von Menschen, die zwischen Bulgarien und der Türkei, Finnland und Russland, Polen, Be­larus und der Ukraine leben. Speziell an den Außengrenzen der EU entstehen absurde Situationen mit dem Verkauf von Waren, für Lkwfahrer und im Alltag. Hier entdeckt Tawan seine Leidenschaft für den Dokumentarfilm. Der Film läuft unter anderem beim »DOK Leipzig« und gewinnt den Multimediapreis des Deutsch-Französischen Journalistenpreises. Von Grenzen, Geistern und Menschen weiterlesen