Archiv der Kategorie: Wirtschaft

ChiChi

Gutes für die Räder

Wer es gerne schnell und billig haben möchte, der ist bei Salka und ihrem Mitarbeiter Eugen, genannt Eugene (sprich: Judschien), an der falschen Adresse. Die Betreiberin des Fahrradladens »CHICHI« in der Flughafenstraße 50 ist gelernte Fahrradmechanikerin mit langjähriger Berufserfahrung, der Laden ein IHK-geprüfter Ausbildungsbetrieb.

Neu, alt und gut.                                                                                                                                                     Foto: pr

Laut Salka ist Vieles, was die Fahrradläden in Berlin, vor allem auch in Neukölln, ihren Kunden anbieten, unseriös und der schnellen Gewinnmaximierung untergeordnet: »Da lassen die Kollegen schon mal jemanden jahrelang mit einem Kindersitz auf einem Fahrrad mit Alu-Rahmen herumfahren. Ich würde meinem Kunden erklären, dass er dafür ein Fahrrad mit Stahlrahmen braucht.« Um sich von ihren Konkurrenten abzuheben, setzt sie auf die »Seriosität des Handwerks«. ChiChi weiterlesen

Kraft für den Alltag

Training für Körper und Geist

Wie für den Alltag Kraft schöpfen ohne in den Medikamentschrank zu greifen? Darauf haben die drei Frauen vom »Raum für Entfaltung« Antworten.

Zwei Kriegerinnen.                                                                                                                                                Foto: pr

Sandra Müller bietet »Training for Warriors« zu Deutsch »Training für Krieger« an. Es ähnelt dem Zirkeltraining, setzt aber auf hohe Intensität bei wenigen Pausen. Alle Muskeln werden beansprucht. Das Ergebnis ist hohe körperliche Fitness und geistige Widerstandskraft gegen die Unbill des Alltags. Der Amerikaner Martin Rooney entwickelte das Programm und setzt auf gemeinsam trainierende Kleingruppen, die den Kampfgeist der Teilnehmer herausfordert. Kraft für den Alltag weiterlesen

Mit Stoff und Seele

Jeder Frau steht ein gut geschnittenes Kleid

Eigentlich wollte Marion Czyzykowski nach der Schule Dekorateurin werden, aber da machte ihr der Staat einen Strich durch die Rechnung. Die DDR wollte nur noch Männer zum Dekorateur ausbilden. Sie fanden die Arbeit für eine Frau zu schwer. Also ist Czyzykowski in die Fußstapfen ihrer Großmutter getreten und wurde Schneiderin.

Modeln bei Kutschen-Schöne.                                                                                             Foto: privat

An dieser Stelle darf dem DDR-Staat durchaus gedankt werden, denn Marion Czyzykowski wurde Schneiderin mit Leib und Seele. Als sie 1979 nach Westberlin kam, lag die Schneiderei in der Stadt am Boden. Sie hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, verlor die Schneiderei jedoch nicht aus den Augen. Über die Jahre hat sie sich einen treuen Kundenstamm aufbauen können, den sie bei der Auswahl von Farben, Mustern und Formen berät. Mit Stoff und Seele weiterlesen

Eine Stimme ist jedem inne

In Hinterhöfe schauen lohnt sich wieder

In den kreativen Neuköllner Hinterhöfen tummeln sich vielfältige Manufakturen, vom Kunsthandwerk über Studios bis hin zum angesagten Restaurant.
In einem der Gewerbehöfe in der Elbestraße hat sich Bianca Döring, Schriftstellerin, Malerin und Sängerin, gemeinsam mit Kunsthistorikerinnen, Journalistinnen, einer Gestalttherapeutin und einem Verein für Kinder und Jugendliche in der vierten Etage eingerichtet.
Ihr Multifunktionsraum lädt mit seiner warmen und bunten Atmosphäre sofort dazu ein, sich wohlzufühlen und völlig ungezwungen auszuprobieren. Worin? Das kann sich jeder aussuchen! Eine Stimme ist jedem inne weiterlesen

Die schönen Saiten des Jammens

Schöner Zupfen und Schlagen im Schillerkiez

Nicht immer zart-, aber stets wohlbesaitet – »well strung« auf Englisch –geht es seit Juli 2016 auf der Weisestraße zu. Die »Acoustic Boutique« »Well Strung« ist Shop und Musikschule in einem. Inhaberin Myra Moreta studierte Komposition, Musiktheorie und Gitarre an der kalifornischen Northridge-Uni und widmete sich insbesondere der Weltmusik von Afrika bis Bulgarien. In Berlin lernte sie Gesang und türkische Musik, spielte in diversen Ensembles und veröffentlichte 2014 gar ein eigenes Songwriter-Album.

Myras Akustikboutique.                                                                                                                                   Foto: hlb

Ihr hübscher, liebevoll mit Freunden renovierter Eckladen ist ein echtes Musiker-Dorado. Die Auswahl an Schüler- und Profizupfinstrumenten aus aller Welt dürfte einzigartig sein: Klassik- und Akustikgitarren, Ukulelen, Banjos, Banjotarren, Percussion- und andere Folk-Instrumente wie Balalaikas und Bouzoukis, allesamt von hochwertigen Marken oder Manufakturen, vor allem aus den USA, Irland oder Deutschland. Dazu gibt es Saiten für quasi alle Zupf- und Streichinstrumente sowie Plektren und Gurte. Wer nicht kaufen will oder kann, kann sich ein Instrument zum Üben leihen. Auch wer sein Instrument ein bisschen tunen, zum Beispiel die Saitenlage verbessern möchte, kann es gern vorbeibringen. Eine richtige Werkstatt für größere Reparaturen ist auch schon in Planung. Die schönen Saiten des Jammens weiterlesen

Energie und Wärme aus Neukölln für Neukölln

Das Holzheizkraftwerk in Rudow

Helme, Schutzbrillen und Warnwesten sind Pflicht beim Rundgang durch das Holzheizkraftwerk Rudow. Sicherheit wird hier groß geschrieben. Eingeladen zu diesem Rundgang hatte der Neuköllner Bundestagsabgeordnete der SPD, Fritz Felgentreu, der wissen wollte, wie eine nachhaltige Energieversorgung aussehen könnte, die sicherstellt, dass wir auch in Zukunft warme Wohnungen und eine leistungsfähige Industrie haben, ohne unseren Kindern eine Wüste zu hinterlassen. Die Führung zeigte den Arbeitsablauf vom Abladen des angelieferten Altholzes bis zur Entsorgung der Abfallprodukte.

holzschnitzelHeizkraftwerk.Foto: mr

Das Holzheizkraftwerk in Rudow wurde 2003 auf dem ehemaligen Gelände der »Eternit AG« als Ersatz für ein Kohlekraftwerk errichtet. Das Kraftwerk arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, was bedeutet, dass Brennstoffenergie in einem Prozess zu Strom und Wärme wird. Es versorgt rund 20.000 Wohnungen in der Gropiusstadt, die Gropius-Passagen, Berlins größtes Einkaufscenter, das Kombibad Gropiusstadt, sowie das Krankenhaus Neukölln mit Wärme. Außerdem wird Strom für 40.000 Haushalte erzeugt.
Als Brennstoff dient Altholz, das keiner mehr haben will und das auch nicht mehr auf Deponien entsorgt werden darf wie alte Möbel, Fenster, Türen, Bauholz und Bahnschwellen. Es kommt überwiegend aus Berlin und dem Umland. Weil das Kraftwerk direkt am Teltowkanal liegt, wird das Holz zum größten Teil per Schiff aus Spandau angeliefert, wo es zuvor in der Holzschred­deranlage zerkleinert wurde. Vereinzelt kommen Holzladungen auch per Lkw. Nur wenn der Teltowkanal zugefroren ist, wird der gesamte Lieferverkehr vom Schiff auf die Straße verlagert. 5.000 Tonnen werden pro Woche verbraucht, im Winter 1.000 Tonnen mehr, pro Jahr rund 240.000 Tonnen.
Vom Schiff transportieren Förderbänder das Holz zu einem Magnetabscheider, der Nägel, Scharniere und Schrauben aussiebt. Anschließend geht das Holz in acht Silos mit je 500 Tonnen Fassungsvermögen und von dort weiter in die beiden Kessel, in denen das Holz bei 850 Grad Celsius verbrannt wird. Durch kleine Fenster durften die Besucher einen Blick in dieses Höllenfeuer riskieren.
Über den Kesseln verlaufen Wasserrohre, in denen Wasser durch die Wärme verdampft. Dieser Dampf wird auf 465 Grad Celsius erhitzt und treibt eine Turbine an, die 20 Megawatt Strom an das örtliche Stromnetz abgibt. Anschließend heizt der Dampf dann das Wasser für das Fernwärmenetz auf. 66 Megawatt thermische Leistung wird dabei erreicht. Für Spitzenzeiten oder für Notfälle steht zudem eine Gaskesselanlage bereit.
Überwacht und gesteuert wird die Anlage an den Computerplätzen im Kontrollraum, dem Gehirn des Kraftwerks.
Die Asche, die nach der Verbrennung übrig bleibt, wird, wenn sie belastet ist, im Bergbau zur Verfüllung von Schächten verwendet. Unbelastete Asche wird im Straßenbau genutzt, Flugasche wird unter Zugabe von Kalk im Tagebau verbaut.
Das Holzheizkraftwerk ist mit einer aufwändigen Rauchgasreinigung ausgestattet, durch die die schädlichen Bestandteile der Holzverbrennung herausgefiltert werden. Die Einhaltung der Emissionswerte wird ständig vom »Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin« (LAGetSi) überwacht.
Durch die Holzbefeuerung werden im Vergleich zur Kohlebefeuerung jährlich etwa 235.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart. So entsteht umweltschonende, regenerative Energie aus Neukölln für Neukölln. mr

Dion und sein Gefolge

Späti für besondere Genüsse

Dion leitet sich ab vom Namen des griechischen Gottes Dionysos, der für entfesselten Genuss, Freude und Hingabe steht. Genau das wollen die Betreiber Bärbel Schütz und André Ebeling des »Dion & Gefolge« vermitteln, das am 10. August in der Bürk­nerstraße 32 eröffnete. Das Gefolge erklärt sich aus den Nachbarn und Freunden, die dieses Projekt mit Tatkraft und Finanzen unterstützen.

DionS, hier ohne Gefolge.                                                                                                                                   Foto: ro

Sobald der Kunde den hellen, freundlichen Laden betritt, versteht er, was dieser griechische Gott meint. Hier gibt es nur erlesene Waren – sowohl aus der Region, als auch aus aller Welt. Schütz und Ebeling legen größten Wert darauf, genau zu wissen, wer die Hersteller der Produkte sind und wie produziert wird. Da finden sich mediterrane Köstlichkeiten wie Pastas, Pestos und hochwertige Öle, süße und salzige Leckereien. Auch an einer Auswahl an Bio-Limos und Säften können sich die Kunden sichtbar erfreuen. Darüber hinaus gibt es eine Abteilung mit unterschiedlichen Bieren. Auch hochwertige Weine sind erhältich sowie ausgewählte Spirituosen. Dion und sein Gefolge weiterlesen

Upcycling auf französisch

Aussortiertes wird umfunktioniert

Der Westschweizer François Rossier kommt eigentlich vom Film. Diese Schaffensseite gedachte er nur kurz zu unterbrechen, um sich einmal seinem Faible, dem Basteln, intensiver widmen zu können. Diese Pause dauert inzwischen fünf Jahre, ohne absehbares Ende. François ist leidenschaftlicher Upcycler. Berlin sei das Paradies, sowohl für seine Ambition als auch fürs Upcycling. Deshalb kam er mit seiner Familie nach Kreuzberg und eröffnete eine Ladenwerkstatt in Neukölln.

François Rossier vor seiner Ladenwerkstatt.                                                                                              Foto: rr

Fast täglich begegnen ihm abgestellte Dinge auf der Straße, die er dann unbedingt mitschleppen muss.
Weil Müll für ihn nur eine Frage der Definition ist, folgt der passionierte Bricoleur (Bastler) nun seinem Wunsch, das gängige Verhalten, stets Neues kaufen zu müssen, zu durchbrechen. Weil viele funktionstüchtige Objekte oder auch solide Materialien leichtfertig als obsolet erklärt und dann entsorgt werden, geht er übers bloße Recyceln hinaus. Er bewertet um und definiert neu, um mehr als nur den stofflichen Wert des Ausgangsobjektes zu erhalten. Upcycling auf französisch weiterlesen

Die Lebenspositiviererinnen

Nachhaltig liebevolle Persönlichkeitsentwicklung ist lernbar

»Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.« (Einstein).
Jeder kennt das. Die Vorsätze für das neue Jahr haben eins gemein: Sie werden in der Regel nach ein bis zwei Monaten aufgegeben. Die Enttäuschung über die eigene Schwäche ist dann groß.
NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren oder auch Nachhaltig Liebevolle Persönlichkeitsentwicklung) kann hier Abhilfe schaffen. Durch wirksame Techniken können ungüns­tige Verhaltensmuster durch gewünschte ersetzt werden. Die Wahlmöglichkeiten für Handlungsoptionen werden erhöht.
Darüber hinaus unterstützt NLP die Bewältigung und Aussöhnung vergangener, negativ und belastend erlebter Ereignisse. So kann beim Betroffenen die Erkenntnis wachsen, was Gutes aus dem Erlebten entstanden ist, welche Lernaufgabe er vielleicht hatte. NLP zählt zu den erfolgreichsten Methoden, private und berufliche Veränderungen zu realisieren. Die Lebenspositiviererinnen weiterlesen

Rückkehr ins Plattenparadies

Schöner in Musik stöbern im wiedereröffneten »A&V«

Compact Discs, ein Medium vorm Aussterben? Jüngere Generationen machen sie jedenfalls nicht mehr an. Zu teuer, empfindlich und platzbeanspruchend. Im Netz ist doch alle Musik ständig verfügbar, auch unterwegs und für ein paar Cent am Tag. Das schwarze Gold, die Vinylplatte, setzt noch einen Gegenpol und erarbeitet sich ein wachsendes Tortenstück vom Markt – mit warmem, vollem Sound und kreativer Verpackungskunst. Wer trotz Streaming, Youtubing und Bluetoothing nicht auf das Haptisch-Rituelle beim Musikgenuss verzichten möchte, hat in unserem Kiez erfreulich viele Möglichkeiten, in Kisten zu stöbern und dabei ein meist günstiges Schnäppchen zu machen.

DIE Welt ist viele Scheiben.                                                                                                                                                 Foto: hlb

Im »A&V Records«, just zu »48h Neukölln« mit erneuertem Angebot und stabileren Stahltischen wiedereröffnet, kommt jede Menge heiße, mitunter obskur-kuriose, oft DJ-rettende Ware in die Kisten. Rückkehr ins Plattenparadies weiterlesen

Neuer Flohmarkt

Markt in Britz-Süd wird erweitert

Ab dem 17. Juni 2017 bereichert ein neuer Flohmarkt-Teil den Neuköllner Wochenmarkt Britz-Süd. Immer samstags von 8.00 bis 14.00 Uhr werden dann neben den üblichen Lebensmittelhändlern auch Anbieter von »Second Hand« an der Gutschmidtstraße, Ecke Fritz-Reuter-Allee zu finden sein. »Der Flohmarkt soll den Wochenmarkt weiter beleben«, hofft Nikolaus Fink, Betreiber und Geschäftsführer von »diemarktplaner«. »Schon jetzt ist der Markt für die Anwohner ein beliebter Treffpunkt. Die Erweiterung soll das Miteinander im Kiez stärken. Die Nachbarschaft ist dann nicht nur Kunde, sondern kann auch teilnehmender Händler auf Britz-Süd werden.« Neuer Flohmarkt weiterlesen

Konsumfreier Ort für Vernetzung neuer Ideen

Der Verein »reSource« schafft Raum der Begegnung im Kiez

Es ist immer wieder erstaunlich, wie besonders in Neukölln kleine Ini­tiativen entstehen, die das Leben im Kiez angenehmer machen und Verbindungen zwischen Menschen schaffen wollen, die sonst vielleicht anonym aneinander vorbei gelebt hätten.

Freiraum für alle.                                                                                                                                                                            Foto: pr

Der neu gegründete gemeinnützige Verein »reSource« folgt einer ähnlichen Idee und hat mit dem »reSpace« in der Wissmannstraße 20 nun einen Ort gefunden. Gründerin Samira will einen Raum bieten, in dem Menschen ihre Ideen und Projekte wachsen lassen und ihre Ressourcen mit anderen bündeln können.
Samira hat bereits Erfahrung in diesem Bereich. Sie gründete schon den Verein »Cosima e. V.« und stellte ein Crossover-Jugendprojekt auf die Beine. »Diesem Empowerment-Gedanken, also der Idee, Menschen vor Ort zu stärken, folgt auch unser neuer Verein«, sagt die Neuköllnerin. Konsumfreier Ort für Vernetzung neuer Ideen weiterlesen

Tabak mit Herz

Stammkundengespräche im Zeitungsladen

Ul Gerock vor ihrem Laden.                                                                                                                                                     Foto: jr

Einige werden ihn kennen, den kleinen Tabak- und Zeitungsladen am Anfang der Anzengruberstraße – es gibt ihn nun schon mehr als 30 Jahre. Ul Gerock kaufte ihn 2005 von einem pensionierten Polizisten und einer Hobbyladenbesitzerin. Sie arbeitete in einem Kopierladen in Steglitz – auf der anderen Straßenseite war so ein Tabakladen, den sie immer ganz gemütlich fand. Nun fand sie die Anzeige im Bezirksblatt, die beiden damaligen Besitzer wollten verkaufen. Und sicher war: »Wenn, dann auf jeden Fall Neukölln.« Am Anfang wusste Ul gar nicht, wie lange sie das machen möchte, nun sind es bereits zwölf Jahre, »ganz schön viel Leben ist das, was man mitbekommt, Kinder werden erwachsen und andere altern…« Tabak mit Herz weiterlesen

»PRAVALIA« – Romanian Delights

Delikates und Schönes aus Rumänien

Drinnen ist‘s vielfältig.                                                                                                                                                               Foto: pr

Beim Betreten des Ladens, den Geschäftsführerin Anne-Kathrin Liedtke seit März dieses Jahres betreibt, wird die Erwartungshaltung an ein irgendwie folkloristisches Ambiente gründlich konterkariert. Ein heller Raum, weiß gestrichen und klar strukturiert, mit drei kleinen Regalen auf der rechten und einem langen Tisch auf der linken Seite, empfängt den geneigten Kunden. Direkt am Eingang laden zwei kleine Bistro-Tische zum Verweilen ein. Dort können in Ruhe die vielen verschiedenen Teesorten oder der Kaffee aus der rumänischen Kaffeerösterei probiert werden.
Bei ihren zahlreichen Reisen nach Rumänien hat Anne inzwischen eine kleine, aber feine Auswahl an Produzenten rumänischer Spezialitäten und Hersteller erlesener Handwerkskunst gefunden, die sie zunächst in ihrem Online-Shop verkauft hat, seit kurzer Zeit aber auch in ihrem Laden in der Karl-Marx-Straße anbietet. »PRAVALIA« – Romanian Delights weiterlesen

Steuern ohne Stress

Christine Lachmann hat ihr Büro eröffnet

Mit einem Lächeln an die Belege.                                               Foto: pr

Jeder Unternehmer, insbesondere die jungen Unternehmen zucken ängstlich zusammen, wenn ein Brief vom Finanzamt im Briefkasten liegt. Und so manches Geschäft musste schon seine Pforten schließen, weil die Rücklagen nicht reichten, um die Forderungen zu bedienen.
Um dieses Risiko so klein wie möglich zu halten, und um auch im Zahlenwust und Gesetzgebungen nicht unterzugehen, gibt es Steuerberater.
Christine Lachmann beschäftigt sich seit 25 Jahren mit diesem für Laien leidigem Thema. Jüngst ist sie von Lichterfelde nach Neukölln in die Karl-Marx-Straße 12 gezogen. In ihrem kleinen aber feinen Büro berät und coacht die Berlinerin Existenzgründer, Einzelunternehmer, Freiberufler und Privatpersonen. Steuern ohne Stress weiterlesen

Start-up-Szene Neukölln: bloßer Hype oder große Chance?

Teil 4: Die Zeiten ändern sich — der Kiez auch

In den ersten drei Teilen dieser Serie haben wir uns der Neuköllner Start-up-Szene von außen in einem ersten Eindruck genähert, die Fördermittel von Land und Bezirk erörtert und sind dann ins Innere der Szene vorgedrungen, um zu erfahren, wie sie denn wirklich aussieht. Im letzten Teil stellen wir nun die unumgängliche Frage: Was macht diese Entwicklung eigentlich mit dem Kiez?

»misuki« – Laden für Hangemachtes aus Neukölln.                                                                                             Foto: pr

Auch die Folgen für den Kiez müssten dann um einiges anders aussehen. In Neukölln stellt sich zwingend die Frage nach den Arbeitsplätzen, immerhin steht hier das zweitgrößte Jobcenter Deutschlands, das sich um die 15 Prozent Neuköllner kümmert, die keinen Job haben. Mit einer Existenzgründung schaffen sich Selbstständige erstmal ihren eigenen Arbeitsplatz, müssen dann aber teilweise noch aufstocken, um über die Runden zu kommen. Start-up-Szene Neukölln: bloßer Hype oder große Chance? weiterlesen

Kaffee in die Tasse – Tasse aus Kaffee

Recycling aus dem Kaffeesatz

Kaffeeliebhaber Julian Lechner studierte in Bozen Produktdesign. Nebenbei lernte er in der Heimat der Barista, dass dort Kaffeesatz gern als Haushaltsmittel eingesetzt wird, als Dünger, als Peelingzusatz in Seifen, als Nährboden für Pilze oder auch nur als Geruchskiller. Zunehmend beschäftigte ihn, wie jene gewaltigen Mengen des Brühabfalls, die täglich in Bars und Cafés anfallen, wieder zu verwenden wären. Mit einer Masterarbeit zu diesem spannenden Thema schloss er sein Studium ab.
Die Idee, dem Kaffeesatz eine neue Form zu geben, hatte er 2009. Es hätte ein Tablett werden können, ein Teller, ein Tisch. Er favorisierte die Kaffeesatz-Tasse, weil sie am besten zu einem Recyclingkreislauf passt.

Satz auf Satz.                                                                                                                                                                                      Foto: rr

Experimentiert wurde nebenberuflich über Jahre in der eigenen Küche. Sein erstes Bindemittel: karamellisierter Zucker. Das verwarf er wieder. Der Zucker süßte jeden Kaffee zusätzlich und er begrenzte das Tassenleben auf einen dreimaligen Gebrauch. Kaffee in die Tasse – Tasse aus Kaffee weiterlesen

Großstadthonig

Flucht aus verseuchtem Umland

Wie jeden Frühling schwärmen auch in diesem Jahr die Bienen wieder aus, nicht nur um Schleckermäuler mit Honig zu beglücken, sondern auch, um die Pflanzen zu bestäuben. Ohne Bestäubung gibt es keine Früchte, und die Menschheit müsste auf lebenswichtige Nahrungsmittel verzichten.

Honigsammlerinnen bei der Arbeit.                                                                                                                                 Foto: fh

Und genau das kann passieren. Durch Monokulturen und den dadurch erforderlichen Einsatz von Pestiziden können die Bienen sterben, auf jeden Fall hat das eine negative Auswirkung auf die Brut. Der Honig, den sie produzieren, ist ebenso mit Pestiziden belastet. Die Mittel sind meist fettlöslich, was zur Folge hat, dass die Pestizide sich im Wachs anreichern. Großstadthonig weiterlesen

Start-up-Szene Neukölln: bloßer Hype oder große Chance?

Teil 3: Start-up ist nicht gleich Start-up und Neukölln macht sein Ding

In Teil 1 und 2 unserer Serie berichteten wir schon vom Bild, das gemeinhin von der Neuköllner Start-up-Szene besteht und von den konkreten Fördermöglichkeiten, die Land und Bezirk bereitstellen. Aber wie sieht die Neuköllner Start-up-Szene tatsächlich aus?

Nicht jedem gefällt die Entwicklung.                                                                                                                                Foto: jt

Egal ob die Start-up-Szene zum Heilsbringer auserkoren oder als heiße Luft abgetan wird, was genau mit dieser »Szene« gemeint ist, bleibt meist unklar. »Start-up ist ein Modebegriff, eigentlich geht es hier um Existenzgründung«, erklärt Clemens Mücke. Im Duden wird Start-up schlicht als »neu gegründetes Wirtschaftsunternehmen« definiert, während das Gabler Wirtschaftslexikon das geringe Startkapital der Neuunternehmer hervorhebt, die dann auf die Investition von Risikokapital angewiesen sind, um sich zu vergrößern. Folgt man dieser letzten Definition, müsste Neukölln ganz schnell von der Landkarte des »Berlin Valley« gestrichen werden. Start-up-Szene Neukölln: bloßer Hype oder große Chance? weiterlesen

Total soziale Elektronik

Uneigennützig und PC

Seit 2005 lebt Mustafa Makinist in Neukölln. Hier betreibt er in der Briesestraße 6, den »Sozialen Computerladen«. Bis zu seiner Arbeitslosigkeit wohnte er in Spandau und arbeitete von 1998 bis 2005 dort bei einer Großhandelsfirma als Werkstattleiter und Service-Techniker für Computer. In Neukölln angekommen, half er bei einem Projekt mit Arbeitslosen, Obdachlosen, Senioren und Jugendlichen, ausrangierte PCs wieder flott zu machen. Anschließend wurden die an Bedürftige verschenkt. Daraus entstand 2007 der viel beachtete, gemeinnützige und anfangs auch geförderte Verein »Bighelp«.

Makinist für alle Computerfälle.                                                                                                                                         Foto: rr

Viele Politiker, auch die Neuköllns, sahen das als gute Publicity, denn Mustafa Makinist hat türkische Wurzeln. Aber er sieht sich mehr als Macher und Schrauber, denn als Verwalter. Eine Vereinsleitung mit eigenem Laden bedeutete auch reichlich Bürokratie und viel Zeitaufwand zum Sichern von jeweils nur kurz befristeten Fördergeldern. Für seine eigene Altersabsicherung blieb dabei nichts übrig. Total soziale Elektronik weiterlesen

Fruchtig-feine Geister für die Seele

Fräulein Brösel brennt für den sanften Schwipsgenuss

Arbeit ist Arbeit und Schnaps ist Schnaps – und Schnaps macht Arbeit. Wenn man ihn ernst nimmt und liebt wie die österreichischen und fränkischen Brenner, die die Elixiere herstellen, die von Fräulein Brösel seit 2013 in der Laden- und guten Gastronomieszene inzwischen diverser deutscher Städte vertrieben werden. Das Hauptquartier ihres »Schnapserwachens« ist seit einer Weile in der Friedelstraße. Dort werden gerade mal fünf Brände in drei Flaschengrößen verkauft, alle natürlich vorkostbar.

Fünf Fräuleins sollt ihr sein.                                                                                                                                                 Foto: hlb

Haselnuss, Mandel, Marille, Johannis- und Vogelbeere werden sorgfältig mit Alkohol zu milden Tröpfchen vergoren und destilliert, die (nicht nur) damenkompatibel weniger Prozente und feinere Noten haben als manch in Hals und Gaumen brennender Fusel, der sich Brand nennt. Die Haselnuss aus fränkischen und türkischen Nüssen schmeckt satt nach Nugat, die Mandel (demnächst aus mallorcinischen Mandeln) ist ein marzipaniger Gruß, die Aprikose aus der Wachau ein dezent süßer Digestif, die Johannisbeere hat cassisfruchtigen Ausdruck, und die Vogelbeere aus ebenfalls in Franken geernteten Ebereschenfrüchten überzeugt mit kräuter- und tresterartiger (H)ehrlichkeit. Fruchtig-feine Geister für die Seele weiterlesen

Start-up-Szene Neukölln: bloßer Hype oder große Chance?

Teil 2: Förderfreude weit und breit

Im ersten Teil der Serie ging es um den Eindruck, den die Neuköllner Start-up-Szene auf den ersten Blick vermittelt. Aber welche Fördermöglichkeiten gibt es von Land und Bezirk?
Wie bunt und jung die Neuköllner Gründerszene auch wirken mag, ohne Geld geht auch hier nichts voran. Das weiß auch Clemens Mücke von der Abteilung Wirtschaftsförderung des Bezirksamts Neukölln. Um Start-ups nach Berlin zu holen wird eine Menge getan: Nach dem »Brexit« gab es sogar eine Initiative des Landes Berlin, bei der gezielt Start-ups aus London auf den Wirtschaftsstandort Berlin aufmerksam gemacht werden sollten. Fünf Unternehmen sind dem Ruf schon gefolgt.

Gemeinsam arbeiten für eigene Projekte.Foto: pr

Unterstützt werden die Unternehmensgründer in Neukölln vor allem mit Beratungshilfen, es gibt aber auch die Möglichkeit, Zuschüsse für die Beschaffung von Hardware und Produktionsmitteln, oder auch für Immobilienkäufe zu bekommen. Je nach Einzelfall werden hier bis zu 30 Prozent der Kosten übernommen. Start-up-Szene Neukölln: bloßer Hype oder große Chance? weiterlesen

Goldenes Wohnen

Sinnliche Accessoires fürs Zuhause

Jeder sucht ab und zu nach etwas neuem für seine vier Wände – sei es eine Inspiration, ein Farbwechsel oder einfach ein neues Blümchen für den Balkon. Farbe im herkömmlichen Sinne gibt es im »Golden« zwar nicht, dafür gibt es unter anderem schöne Wohnaccessoires und Pflanzen.

Wohlfühlen in der Sonnenallee.                                                                                                                                          Foto: pr

Margret und Gisa Schleef sind Mutter und Tochter, die das Projekt »Golden« in der Sonnenallee 64 im November 2016 gestartet haben. Für Margret Schleef, die das Pflanzengeschäft »Blattgold« in der Weserstraße leitet, ist es quasi der zweite Laden. Im Vordergrund des »Golden« steht jedoch zum großen Teil ihre Tochter. Goldenes Wohnen weiterlesen

Start-up-Szene Neukölln: bloßer Hype oder große Chance?

Teil 1: Der erste Eindruck

Berlin wird schon lange als Gründerhauptstadt gehandelt. Eine Studie des »Instituts für Strategieentwicklung« (IFSE) erklärt die Start-up-Szene zum fünftgrößten Arbeitgeber in Berlin. Auch in Neukölln boomt die Kreativwirtschaft, Bezirks­amt und Senat bieten umfangreiche Fördermöglichkeiten, gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit hoch. Große Hoffnungen werden in die Neuköllner Start-up-Szene gesetzt, dabei sieht sie ganz anders aus, als viele denken.
In dieser Serie widmen wir uns der Szene genauer.

Wo sind die Start-ups?                                                                                                                                                               Foto: mr

Neukölln liegt mitten im »Berlin Valley«. Ein Ort, den man auf keiner Landkarte finden wird, der aber seit ein paar Jahren durch Politik und Medien schwirrt, sogar eine Onlinezeitung trägt diesen Namen. Berlin ist eine der Gründungshauptstädte Europas. Ohne Frage braucht es da einen schnittigen Begriff und was passt besser, als die Anspielung auf den Geburtsort von Facebook und Co, das fast schon sagenumwobene Silicon Valley. Ein boomender High-Tech-Standort im gleißenden Licht der kalifornischen Sonne steht also Pate für den Namen der Berliner Gründerszene. Bei geschlossenen Augen erscheinen Bilder von jungen, hippen Menschen mit MacBooks und Matcha-Lattes, die in Start-ups mit innovativen Ideen irgendwie Geld mit »diesem Internet« verdienen. Start-up-Szene Neukölln: bloßer Hype oder große Chance? weiterlesen

Annäherungen

Integration mit Nadel und Faden

Der palästinensische »Wohl­tätigkeitsverein Al-Huleh e.V.« in der Weisestraße leistet wichtige Arbeit zur Integration von Flüchtlingen im Schillerkiez.
Ein Beispiel für gelungene Integrationsarbeit ist das gemeinnützige Pro­jekt »Kreativcafé«. Ge­fördert aus Mitteln des »Masterplans Integration und Sicherheit« der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales trafen sich an insgesamt zwölf Projekttagen zehn Frauen zu einem gemeinsamen Frühstück mit anschließendem Nähkurs. Ziel des Projektes war es, für die Frauen durch die Vermittlung von Grundkenntnissen in den Bereichen Nähen und Taschenherstellung neue Zukunftsperspektiven zu schaffen, damit sie sich besser in den Arbeitsmarkt integrieren können. Ganz nebenbei konnten die Frauen bei den gemeinsamen Frühstücken ihre Sprachkenntnisse verbessern.
Die Ergebnisse des Integrationsprojektes wurden am 17. Dezember unter der Anwesenheit der Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey der Öffentlichkeit vorgestellt.
Aufgrund des großen Erfolgs ist eine Neuauflage des Nähprojektes ge­plant.

rb

Spaziergänge mit Schmuckstücken

Liebenswertes Neukölln abseits ausgetretener Pfade

Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich ein Tier im Zoo. Täglich werden Gruppen von Touristen durch Neukölln geschleust, die aufgeregt knipsen und Schauergeschichten über den Brennpunkt erzählt bekommen. Wie aufregend muss es sein, an der Treppe vorbei zu gehen, wo doch damals diese Frau hinuntergestoßen wurde. Oder vor der Schule zu stehen, die den ersten Brandbrief an den Berliner Senat schrieb. Die Touristen kommen, sehen sich sensationsgierig satt und gehen. Wir – die Neuköllner – bleiben. Und wir tun es aus Überzeugung.

Entdeckungen bei »Carol and me«.                                                                                                                                    Foto: fh

Die meisten von uns wohnen gern hier. Wir haben es uns ausgesucht und sind stolz darauf. Und es gibt abseits von touristischen Touren und hippen Bars ein Neukölln der Neuköllner: Einen echten Kiez mit kleinen Läden, Ateliers und Cafés. Über dieses Neukölln möchte ich heute berichten. Spaziergänge mit Schmuckstücken weiterlesen

Der etwas andere Weihnachtsmarkt

Handgemachtes, Regionales und Köstliches

Am 17. Dezember zieht auf dem Neuköllner Wochenmarkt DIE DICKE LINDA vorweihnachtliche Atmosphäre ein. Von 10 bis 16 Uhr hüllen sich knapp 30 Stände in festlichen Lichterglanz. »Zu den DICKE LINDA-Händlern gesellen sich weihnachtliche Stände mit außergewöhnlichen, handgemachten oder traditionellen Geschenkideen«, beschreibt Organisator Nikolaus Fink die besondere Marktausgabe. Der Inhaber der »diemarktplaner GmbH« kündigt zudem süße und deftige Speisen verschiedener Anbieter an, die für das weihnachtliche Bauchgefühl im Kiez um den Kranoldplatz sorgen sollen.

kranoldplatz
Käse, das besondere Geschenk.                                                                                                                                         Foto: fh

In diesem kleinen, feinen Weihnachtsreigen versammeln sich Feuerzangenbowle, Punsch und Glühwein, warme Kürbissuppe, Brandenburger Räucherfisch oder Hirsch-Leberkäse sowie Speisen aus aller Welt. Geschenksuchende werden zwischen Fellen aus einer Brandenburger Gerberei, feinen Weinen, Neuköllner Honig oder auch handgefertigten Einzelstücken wie Büchern, Lampen und einigem mehr fündig. Der etwas andere Weihnachtsmarkt weiterlesen

Französische Weinkunst

Die Domaine Arsac stellte sich vor

Seit mehreren Generationen ist die Familie Arsac westlich von Montelimar auf einem wunderschönen Areal beheimatet und widmet sich dort der Herstellung von exquisiten Weinen. Sebastien ist verantwortlich für die Kellerarbeit, sein Bruder Dimitri kümmert sich um die Weinberge.
Am 26. November durften Weingenießer die Ergebnisse im »Schwarzen Glas« in der Jonasstraße 32 probieren. Sebastien erklärte die Weine. Sie werden auf lehmigen Kalkstein- und Basaltböden angebaut. Seinem Großvater hat es die Familie zu verdanken, dass auf dem Basaltboden, übrigens der einzige vulkanische in der Ardeche, Syrah angebaut wird. Er wollte das einfach mal ausprobieren. Das Experiment gelang. Die alten, von der Sonne verwöhnten Reben mit ihren tiefen Wurzeln machen diesen Wein zu einer Besonderheit. Daneben werden noch Grenache und Merlot zu Rotwein verarbeitet. Französische Weinkunst weiterlesen

Junge Mode in den »Neukölln Arcaden«

Im Pop-up-Shop zeigen Neuköllner Designer ihre Kollektionen

Chic und elegant oder lässige Mode für die Straße, im »Nemona Pop-up-Shop« ist für jeden Geschmack etwas dabei. Bis zum 23. Dezember zeigen 21 Nachwuchsdesigner aus Neukölln in der ersten Etage der »Neukölln Arcaden«, dass junge Mode aus der Hauptstadt nachhaltig, bezahlbar und tragbar ist.

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Bürgermeisterin auf dem Laufsteg.                                                                                                                                Foto: mr

Angeboten werden Unikate und in kleinen Serien angefertigte Kollektionen. Die Produkte werden in Berlin, Deutschland und in der EU unter fairen Bedingungen und nachhaltig hergestellt.
Organisiert wird der temporäre Shop von »Nemona«, dem Netzwerk für Mode und Nähen, dem inzwischen rund 150 Modedesigner und -produzenten aus Neukölln und ganz Berlin angehören. Ziel ist es, die individuellen und lokal produzierten Produkte der 21 Labels einem breiteren Publikum vorzustellen. Junge Mode in den »Neukölln Arcaden« weiterlesen

In guten Händen

Lebenshilfe fertigt Zeitungshalter für Kiez und Kneipe

Wer hält die Kiez und Kneipe? Eindeutige Antwort, die Zeitungshalter aus der Tagesförderstätte der Lebenshilfe in Neukölln.
Bei einem Besuch der Redaktion der Kiez und Kneipe ergab sich die Idee einer Zusammenarbeit, aus der dann die Zeitungshalter entstanden.

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Mit Freude bei der Produktion.                                                                                                                                            Foto: fh

In der Tagesförderstätte verbringen schwerstmehrfachbehinderte Erwachsene ihren Arbeitstag. Details dazu finden Sie auch auf der Internetseite der Lebenshilfe Berlin. In guten Händen weiterlesen

Shopping ohne Schleppen

Unter freiem Himmel auf dem Markt einzukaufen kann eine wunderbare Samstagsbeschäftigung sein – die Einkäufe dann nach Hause zu schleppen, wird jedoch manchmal zur unüberwindbaren Anstrengung. Für die, die trotzdem nicht auf die frische Auswahl vom Metzger-, Käse- oder Gemüsestand verzichten wollen, gibt es jetzt eine Lösung.
»Der Markt bringt‘s« heißt der Service, der ab November startet. Auf den Neuköllner Wochenmärkten Rudow, Wutzkyallee, Britz-Süd und Parchimer Allee können die Marktbesucher wie gewohnt von Stand zu Stand gehen und einkaufen, müssen aber nicht die schweren Einkäufe bis nach Hause transportieren. Das übernimmt dann nach Marktende der Marktmeister im Umkreis von einem Kilometer rund um den Markt.
Die genauen Lieferzeiten können auf www.diemarktplaner.de/marktseite.html eingesehen werden.

pm

Geh mal vorbei im »BOHEI«

Souvenirs und Geschenkideen aus dem Kiez

»Ich habe viel getan und nichts gemacht«, ist ein Spruch, der auf manche Leute zutrifft. Gerade Studenten und Azubis probieren in ihrer Selbstfindungsphase viel aus. Sie gehen auf Reisen, arbeiten hier und da, sammeln Erfahrungen. Dabei reiht sich auch das ein oder andere Souvenir in die Besitztümer. Und irgendwann findet jeder Topf seinen Deckel.

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Kleinigkeiten für ein schönes Leben.                                                                                                                              Foto: pr

So ähnlich erging es auch Jan, der nach seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann erstmal die verschiedensten Sachen ausprobiert hat, ehe er als Einzelhändler im November 2012 den Hipster-Souvenirladen »BOHEI« eröffnet hat. Geh mal vorbei im »BOHEI« weiterlesen

Zehn Jahre Miedermanufaktur

Ungewöhnlich Modisches für drunter und drüber

»Das wird doch im Schillerkiez nix!«, sagten viele der Bekannten von Britt Sobotta, als sie vor zehn Jahren ihre Miedermanufaktur in der Schillerpromenade 5 eröffnete. Ihrer Leidenschaft folgend spitzte sie die Nadeln und ließ ihre Nähmaschine rattern.

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Mieder für alle.                                                                                                                                                                                Foto: bs

Ständig schuf sie neue Taillenmieder, Hüftgürtel, Corsagen, kurz, lang, gerafft, mit und ohne Schnüre, und kreierte kokette wie exquisite Wäsche. Sie dekorierte damit die Schaufensterpuppen in ihren hübschen Geschäftsräumen. Schon die ersten Kleidungsstücke gingen weg wie warme Semmeln. Sie fertigt bis heute Sachen auf Wunsch und auf den Leib geschneidert an. Die Preise für die ausgefallenen Kleidungsstücke bewegen sich im Rahmen des Akzeptablen. Zehn Jahre Miedermanufaktur weiterlesen

Nummer 50

Trautes Heim, nicht allein

Nummer 50 klingt wie eine Hausnummer, ist aber ein Internetportal für Menschen ab 50.
Andreas Pötter, Mitarbeiter im Kundencenter einer Krankenkasse, konnte Kunden, die um Unterstützung baten, aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mitein­ander vernetzen. Die von ihm entwickelte Webseite www.nummer50.de soll diese Lücke schließen. Nummer 50 weiterlesen

An Größe gewinnen

»raum 5« – Bewegung und Entspannung

»Sehr geehrter Kunde, Sie haben in zwei Stunden einen Termin bei uns. Wir bitten um Bestätigung.« Mit dieser kundenfreundlichen Nachricht wird jeder Gesundheitswillige auf seinen bevorstehenden Termin in der Physiotherapiepraxis »raum5« erinnert.

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Ruheoase im Schillerkiez.                                                                                                                                                       Foto: bs

Joana Rose und Sabrina Föllmer verwirklichten sich in den letzten drei Jahren den Traum von der eigenen Wirkungsstätte. Am 1. Mai dieses Jahres feierten sie Eröffnung. Die beiden gestandenen Physiotherapeutinnen haben ganz klare Vorstellungen von der Bedeutung ihrer Arbeit und hohe Ansprüche an diese, die weit über den straff organisierten Praxisalltag hinausgehen. An Größe gewinnen weiterlesen

Weinanbaugebiet Berlin

Königin gesucht

Nach langem Hin und Her ist Neukölln der Weingarten am Koppelweg erhalten geblieben. Seit 2016 ist nun die »Agrarbörse Deutschland Ost e.V.« die Betreiberin. Was geblieben ist, ist der Winzer Viktor Suxdorf, der als fest angestellter Winzer den Wein anbaut.

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Trauen Sie dieser Traube?.                                                                                                                                                    Foto: pm

Und Berlin ist seit 2016 offizielles Weinanbaugebiet. Damit hat die Agrarbörse das Recht erhalten, selbst zu keltern und das fertige Produkt zu verkaufen. Um dem allen die entsprechende Würde zu Weinanbaugebiet Berlin weiterlesen

Rückenwind für Flüchtlinge

Drahtesel für Freiheit ohne Fremdfinanzierung

Mit Schwung und guter Laune ist selbst das Unmögliche zu stemmen. Das bewies der »Rückenwind e.V.«, als er sich im September vergangenen Jahres gründete.

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Anja Kofbinger lobt die aufgeräumte Werkstatt.                                                                                                   Foto:fh

Als die Vielzahl der Flüchtlinge in der Stadt ein noch nie gesehenes bürgerliches Engagement hervorrief, überlegten sich die befreundeten Studenten, die Flüchtlinge mobil zu machen. Sie entwickelten die Idee, eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge einzurichten. In der Lenaustraße 3 sind sie fündig geworden. Rückenwind für Flüchtlinge weiterlesen

Lauter Eis

Delikatessen aus der Hexenküche

Lauter Eis in Mengen und Qualität braucht der Mensch nicht nur bei heißen Temperaturen, sondern auch zur Pflege der Seele, egal ob Sommer oder Winter. »Lauter Eis« ist dafür eine gute Adresse in Neukölln.

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eisiger Genuss.                                                                                                                                                                                 Foto:fh

Bei den Standardprodukten vom Fruchteis bis hin zum Schokoladeneis sagt Betreiberin Katharina Laute: »Was als erstes geschmeckt wird, soll auch im Nachgang schmecken«. Wie sie das erreicht, gleicht Experimenten in der Versuchsküche. Der Zuckeranteil soll so gering wie möglich gehalten werden, damit der Fruchtgeschmack so intensiv wie möglich zur Geltung kommt. Ganz ohne geht es jedoch nicht, denn der Zucker ist notwendig für die Cremigkeit und Struktur des Eises. Der Fruchtanteil ist innerhalb der Saison frisch vom Markt, außerhalb aus der Tiefkühltruhe und beträgt mindestens 50 Prozent. Lauter Eis weiterlesen

Immer wieder sonnabends

Die Marktbetreiber am Kranoldplatz einigen sich

Als im April klar war, dass der Vintage-Markt DIE FESCHE LOTTE an ausgewählten Sonn­abenden auf dem Kranoldplatz stattfinden wird, war der Ärger bei den Händlern und dem Betreiber des Wochenmarkts DIE DICKE LINDA groß. Sie sind davon ausgegangen, das gesamte Jahr durchgängig jeden Sonnabend diesen Platz inne zu haben. DIE FESCHE LOTTE wollte aber nichts mit dem Verkauf von Lebensmitteln zu tun haben.

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Mal dick mal fesch.                                                                                                                                                                       Foto: fh

DIE FESCHE LOTTE konnte sich behaupten und DIE DICKE LINDA verschob den Markttag ein Mal im Monat auf den Freitag. Der Flop war zu erwarten. Die Händler der DICKEN LINDA klagten über geringen Umsatz. Die Kunden waren irritiert und verpassten den Termin oder konnten ihn nicht wahrnehmen, weil es ihre Berufstätigkeit verhinderte. Immer wieder sonnabends weiterlesen

Karstadt feiert den 135sten

Zwei Bezirke gratulieren

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Schneidige Bürgermeisterinnen.                                                                                                                                      Foto: mr

Vor 135 Jahren, am 14. Mai 1881, gründete Rudolph Karstadt sein erstes Geschäft in Wismar unter dem Namen »Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft«. Grund genug, diesen Geburtstag auch im Haus am Hermannplatz zu feiern.
Da das Karstadtgebäude zu Kreuzberg, der Hermannplatz aber zu Neukölln gehört, kamen am 22. Mai die Bürgermeisterinnen beider Bezirke, Monika Herrmann und Franziska Giffey, um ihre persönlichen Glückwünsche zum Firmenjubiläum zu übermitteln und gemeinsam die Geburtstagstorte anzuschneiden. Der Erlös aus dem Verkauf des Kuchens geht an die »Interkulturelle Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung GraefeKids« und an das Neuköllner »Schwimmbär Projekt«. Karstadt feiert den 135sten weiterlesen