Neukölln macht Ernst mit Dieselfahrverbot

feierliche Übergabe der blauen Plakette im Rathaus.                                                         Fotomontage: fh

Lastenfahrräder statt Stickstoffoxidschleudern

Von vielen befürchtet, aber auch von vielen begrüßt, wird das Dieselfahrverbot in Neukölln nun umgesetzt. Im Schulterschluss von Senat und Bezirk wurde dieser Beschluss zum 1. April gefasst. Somit ist Neukölln wieder einmal Vorreiter für die gesamte Republik.
Überschreiten die Stickstoffoxide für die ausgewählten und besonders belastesten Straßen Hermannstraße, Karl-Marx-Straße, Silbersteinstraße und Sonnenallee die gesetzlich vorgegebenen Werte, tritt das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Kraft.
Um dessen Umsetzung fürchtet der Neuköllner Abgeordnete Georg Kössler (Grüne) im Senat nicht: »Wir haben die besondere Verantwortung, die Menschen in Gebieten zu schützen, die den höchsten Krankenstand aufweisen und die Ärmsten in Neukölln sind. Insofern können wir durchaus auf Verständnis und Rücksichtnahme der Autofahrer bauen.« Neukölln macht Ernst mit Dieselfahrverbot weiterlesen

Sprungbrett Neukölln

»Tu, was du kannst, mit dem, was du hast, wo immer du bist.« Diese Worte von Theodore Roosevelt sind der Leitspruch von Franziska Giffey. Starke Worte für immense Aufgaben.
»Als Ministerin werde ich mich für alle einsetzen: für Frauen und Männer, für die Ost- und Westdeutschen, für diejenigen, die in ländlichen Regionen leben und für diejenigen, die aus der Stadt kommen, für Kinder, Jugendliche […], für die Älteren, die Pflege und Unterstützung brauchen, und für die Seniorinnen und Senioren, die aktiv sind und unverzichtbar für ihre Enkelkinder oder ihren Verein, als Lesepaten und Helden des Alltags.«
Ob Kiezministerin oder Quoten-Ossi, entschei­dend ist, dass ihr Bildung, Betreuung und Bürgerbeteiligung wichtig sind. Zu hoffen bleibt, dass sie ihren bürgernahen Kurs beibehält und es durchsetzen kann, die Gehälter in den »sorgenden Berufen« deutlich anzuheben. Dafür wünschen die Neuköllner viel Kraft!

Beate Storni

Neue Chefs im Neuköllner Bezirksamt

Martin Hikel wird Bürgermeister, Karin Korte Bildungsstadträtin

Die aktuellen Stadträte unserer Bezirksregierung.  (von links: Bernward Eberenz, Falko Liecke, Martin Hikel; Karin Korte, Jochen Biedermann.                                                                                    Foto: mr

Morgens hat der Lehrer für Mathematik und Politik noch Abiturprüfungen an der Zehlendorfer John-F.-Kennedy-Schule abgenommen, abends ist er Bezirksbürgermeister von Neukölln. In der Sitzung am 21. März wählte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) den bisherigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Hikel zum neuen Rathauschef. Zugleich ist er Dezernent für die Bereiche Finanzen und Wirtschaft sowie für das Straßen-, Grünflächen- und Ordnungsamt zuständig. Damit beerbt er Franziska Giffey, die Anfang des Monats an die Spitze des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wechselte.
Von den 49 anwesenden Bezirksverordneten – einige aus der rot-grünen Zählgemeinschaft fehlten – stimmten 27 mit Ja, 17 mit Nein, fünf enthielten sich. Das waren mutmaßlich die Linken, deren Fraktionsvorsitzender Thomas Licher das bereits vor der Wahl angekün­digt hatte. Gleichzeitig verlieh er der Hoffnung Ausdruck, dass sich die recht gute Zusammenarbeit der letzten Monate fortsetze. Neue Chefs im Neuköllner Bezirksamt weiterlesen

Sondersitzung der BVV

Über neue Straßennamen und Müllhotspots

Seit Monaten schiebt die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) viele wichtige Vorhaben für Neukölln vor sich her. Unter anderem wegen der Verzögerungstaktik der AfD. Aus diesem Grund wurde am 21. März eine Sondersitzung einberufen – zusätzlich zu der am 23. März – um die vielen vertagten Drucksachen abarbeiten zu können. Es war übrigens die 750. Sitzung der Neuköllner BVV seit ihrer ersten Einberufung am 13. Dezember 1946.
Auch der Antrag, einen neuen Namen für die Wissmannstraße zu finden, wurde bereits fünfmal vertagt. Die Straße ist nach dem Reichskommissar und Gouverneur des ehemaligen Deutsch-Ostafrika benannt, der mit militärischen Expeditionen maßgeblich zur gewaltsamen Kolonisierung des Kongo beitrug. Für die Brutalität, mit der er dabei vorging, erntete er in Deutschland bereits zu seinen Lebzeiten Kritik. SPD und Linke, die den Antrag eingebracht haben, denken dabei an den Namen einer Frau, die entweder »in Neukölln gelebt hat oder einen Bezug zum Thema Antikolonialismus besaß«. Sondersitzung der BVV weiterlesen

Operation am offenen Herzen

Sanierung der Karl-Marx-Straße geht in die dritte Runde

Im April wird der zweite Bauabschnitt der Karl-Marx-Straße von der Uthmannstraße bis zur Briesestraße fertiggestellt sein. Dann geht die Buddelei nahtlos weiter. Bis 2021 soll es noch dauern, bis der dritte Bauabschnitt bis zur Weichselstraße fertiggestellt sein wird.

Jochen Biedermann.                                                                                                                                            Foto: mr

Bei einer Informationsveranstaltung am 12. März, zu der Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (Grüne) ins Rathaus geladen hatte, konnten sich Anwohner, Gewerbetreibende und Kauflustige darüber informieren, was sie in den nächsten zwei Jahren erwartet.
»Es ist eine Operation am offenen Herzen«, sagte Biedermann auf die Frage, warum es zwei Jahre Zeit brauche, um 720 Meter Straße zu sanieren. Denn ebenso wie bei den vorangegangenen Bauabschnitten werde nicht nur die Straße umgebaut. Zusätzlich werde die Decke des U-Bahntunnels saniert, zahlreiche Versorgungsleitungen für Strom, Wasser, Kanalisation, Telefon und Fernwärme werden erneuert, damit sie »die nächsten 100 Jahren halten«. Operation am offenen Herzen weiterlesen

Hier kommt die Tram

Verbindung von Warschauer Straße zum Hermannplatz geplant

Bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts war Berlin die Stadt der Straßenbahnen. Die autofixierte Verkehrspolitik der Nachkriegszeit machte ihnen im Westen der Stadt allerdings den Garaus. Am 2. Oktober 1967 wurde die letzte Linie, die vom Bahnhof Zoo über den Spandauer Damm bis Spandau-Hakenfelde fuhr, stillgelegt. In Ost-Berlin blieb die Tram weiterhin das wichtigste Verkehrsmittel.
Inzwischen setzt bei den Stadtplanern ein Umdenken ein. Mehr als 20 Straßenbahnstrecken sollen bis 2021 gebaut, geplant oder zumindest vorbereitet werden. Eine davon ist die Linie 10, die von ihrer bisherigen Endhaltestelle an der Warschauer Brücke bis zum Hermannplatz führen soll, wo es Umsteigemöglichkeiten zu den U-Bahn-Linien U 7 und U 8 sowie zu zahlreichen Bussen gibt. Damit würden die Einwohner Neuköllns und Kreuzbergs eine wesentlich bessere Verbindung in den Osten Berlins bekommen. Die BVG erwartet etwa 20.000 Fahrgäste je Werktag. Hier kommt die Tram weiterlesen

Baumscheiben boomen

Das kleine Biotop vor der Tür

Urban Gardening und Guerilla Gardening ist in aller Munde und gerade jetzt im Frühling in den deutschen Großstädten wie auch weltweit Thema. Im letzten Jahr, als spontan der Kranoldplatz mit Rasensamen auf den Baumscheiben versorgt worden ist gab es einige Verunsicherung, weil dann alles wieder umgegraben werden musste. Wir haben uns umgehört. was gepflanzt werden darf und ob überhaupt.

Baumscheibe, der Garten des kleinen Mannes.                                                                                      Foto: mr

Da selbst gut gebildeten Bürgern der Begriff »Baumscheibe« nicht so ganz geläufig ist, hier eine Definition: »Der Begriff Baumscheibe beschreibt die begrenzte Oberfläche der Vegetationstragschicht um den Stamm herum, die offen oder befestigt oder begrünt sein kann und dauerhaft luft- und wasserdurchlässig sein muss.« Das Grünflächenamt Neukölln begrüßt die Bepflanzung ebendieser Baumscheiben sehr, allerdings sind ein paar Regeln zu beachten, dafür gibt es einen Flyer, erhältlich im Grünflächenamt oder unter »www.schoen-wie-wir.de/baumscheiben-richtig-bepflanzen«.Im April und Mai wird es Aktionen geben, bei denen Saatbomben verteilt werden, die bienenfreundliche Samen enthalten und auf Baumscheiben und Brachflächen verstreut werden können.

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Karin Korte berichtet über ihre Arbeit

Stadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport

Die Entscheidung fiel Karin Korte schwer. Das Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin wurde erst 2016 von ihrem Wahlkreis Gropiusstadt mit einer stattlichen Mehrheit von 32,9 Prozent gewählt und hatte das beste Ergebnis aller SPD-Kandidaten in Neukölln.


Nachdem Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer sein Amt niedergelegt hatte, fragte die SPD Neukölln, ob Korte seine Nachfolge antreten wolle. Die Sozialarbeiterin und Theaterpädagogin, die sich in der Verwaltung sehr gut auskennt, sagte mit schlechtem Gewissen zu. Hatte sie doch einen Wählerauftrag. Aber nun ist sie den Neuköllnern näher als im Abgeordnetenhaus und kann direkt etwas für die Bürger tun. Seit dem 1. März ist sie Bildungsstadträtin und plant bereits Sprechstunden, die immer an verschiedenen Orten stattfinden sollen. Bürgernahe Politik sieht genau so aus. Karin Korte berichtet über ihre Arbeit weiterlesen

Abschiedsfest im »C&A«-Gebäude

Malteser bedanken sich bei den Ehrenamtlichen

Noch als Bürgermeisterin.                                                                                                                                Foto: mr

Mehr als zwei Jahre wurde das »C&A«-Gebäude in der Karl-Marx-Straße als Notunterkunft genutzt. Bis zu 600 Geflüchtete waren zeitweise dort untergebracht, zuletzt waren es noch 137. Im Februar wurde die Unterkunft geschlossen, die letzten Bewohner zogen in die Gemeinschaftsunterkunft in der Haarlemer Straße um.
Aus diesem Anlass hatte Einrichtungsleiter Raphael Dütemeyer alle Mitarbeiter, Helfer, Partner und Ehrenamtliche eingeladen, um nach über zwei Jahren gemeinsamer Arbeit Abschied zu feiern. Abschiedsfest im »C&A«-Gebäude weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

Nr. 80 – Donnerstag, 4. April
Oeffentliche Meinung. Die Wohnungsnot. Von allen Stadtverwaltungen werden jetzt Mittel und Wege gesucht, um der Wohnungsnot zu steuern, und zwar handelt es sich um kleinere Wohnungen. Allerdings sind nun schon die Dach= und Kellerwohnungen freigegeben, aber trotzdem mangelt es immer noch an 1=, 2= und 3=Zimmerwohnungen, was allerdings nur derjenige empfindet, der gezwungen ist, auf die Wohnungssuche zu gehen. Es ist nun recht unverständlich, daß der hiesige Magistrat so wenig Rücksicht auf die bestehende Wohnungsnot nimmt und innerhalb eines halben Jahres sämtlichen Mietern eines Hauses kündigt, angeblich für Zwecke der Kleidungsstelle. Ein Teil der geräumten Wohnungen ist diesem Zwecke schon übergeben und jeden Tag kommen Wagen mit alten Möbeln, Betten usw., welche darin untergebracht werden, um dann wieder hergerichtet und später an die heimkehrenden Krieger billig verkauft zu werden. Die Vorsorge des Magistrats in dieser Beziehung ist sehr anerkennenswert, aber ist es nun gerade nötig, zu diesem Zwecke ein Dutzend kleine Wohnungen mit Beschlag zu belegen und der Bevölkerung die Wohnungen zu entziehen? Dadurch wird die Wohnungsnot nur erhöht. Vorteilhafter wäre es doch, für die alten Möbel usw. auf dem geräumigen Hintergelände des Hauses Schuppen oder Baracken zu bauen und dieselben darin unterzubringen, als wie schließlich infolge der sich immer mehr steigenden Wohnungsnot die Familien in Baracken unterzubringen.
Mehrere Mieter. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Wohnungsbau gegen Naturschutz

Investor rodet das ehemalige RIAS-Gelände

Das ehemalige RIAS-Gelände am Britzer Damm 176/Ecke Tempelhofer Weg wurde im letzten Jahr an einen privaten Investor verkauft. Obwohl das Gelände laut Flächennutzungsplan nicht als Bauland ausgewiesen ist, sondern als Landschaftsschutzgebiet vorgesehen war, hat der Eigentümer das dortige Wäldchen ohne Genehmigung gerodet. Ein Gebäude wurde ohne Rücksicht auf geschützte Gebäudebrüter abgerissen und Asbest nicht sachgerecht entsorgt.

Hier fehlen bereits die Bäume.                                                                                                                         Foto: fh

Damit hat er gegen einige Naturschutzverordnungen verstoßen. Das sagte Umweltstadtrat Bernward Eberenz (CDU) auf die mündliche Anfrage von Gerrit Kringel (CDU) in der Bezirksverordnetenversammlung am 21. März. Er habe deshalb ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Wohnungsbau gegen Naturschutz weiterlesen

Die KMS 145 singt

Neuer Ort für Chor- und Vokalmusik

»Gesang hat Menschen schon immer verbunden, unabhängig von Herkunft, Sprache, Religion oder Kultur. Daher freut es mich sehr, dass das Deutsche Chorzentrum sich in Neukölln niederlässt, einem Bezirk, in dem Menschen aus über 150 Nationen zusammenleben« sagte Franziska Giffey, ehemalige Bezirksbürgermeisterin Neuköllns, bei der Übergabe der Baugenehmigung an den Vorsitzenden des Deutschen Chorverbandes, Christian Wulff.

                                                                                                                                                      Bild: Kaden und Partner

Die Vokalmusik erlebte in den letzten Jahren einen Aufschwung und ist beiweitem nicht mehr mit dem Vorurteil von verstaubten Männergesangsvereinen und altbackenen Kirchenchören zu vergleichen, obgleich diese genauso wichtig in der Gesellschaft sind, wie die neuen jungen oder alten Gospel-, Pop- und Jazzchöre. Allein in Berlin gibt es zwischen 1.500 und 2.000 Chöre, und wie bekannt ist,macht Singen ja auch glücklich. Die KMS 145 singt weiterlesen

Lieber Garten statt Warten

Der »Coop Campus« bringt ehemalige Friedhofsflächen zum Blühen

Berlin war lange eine Stadt voller interessanter Zwischennutzungsprojekte. Doch der Immobilienboom hat leerstehende Fabriketagen oder besetzte Wohnhäuser sozial-romantische Erinnerungen werden lassen. Unerwarteter Weise steht mitten in Neukölln eine große Fläche neuen Nutzungsformen zur Verfügung – ein Teil des Friedhofs »Jerusalem V« an der Herrmannstaße 84 – 90. Denn längere Lebenserwartung und mehr Feuerbestattungen machen immer mehr Friedhofsflächen in Berlin entbehrlich.

Früher Friedhof – jetzt Garten.                                                                                               Foto: Schlesische27

Langfristig soll auf dem hinteren Teil des Friedhofs Wohnraum für Geflüchtete entstehen und auch einigen sozialen Projekten Platz zur Verfügung gestellt werden. Doch bis dahin würden nicht nur rund. 20 Hektar frühere Friedhofsfläche brachliegen, sondern auch die Gebäude des ehemaligen Steinmetzes direkt an der Straße. Und so ergibt sich die Möglichkeit einer Zwischennutzung, die das Internationale Jugendkunst- und Kulturhaus »Schlesische27« in Kooperation mit dem »Raumlabor Berlin« seit 2015 wahrnimmt. Lieber Garten statt Warten weiterlesen

Neukölln und sein »Mont Klamott«

Drei große Haufen in Neukölln

Die Neuköllner Rollbergstraße ließe vermuten, dass sie an einem gleichnamigen Berg läge. Falsch, denn der 59 Meter hohe Rollberg liegt in Pankow. Jene drei Höhen, die sich wirklich in Neukölln erheben, sind allesamt aus Kriegsschutt aufgeschüttet. Inzwischen sind alle Trümmerberge einen Ausflug wert.

Dörferblick Richtung Neukölln                                                                                                                        .Foto: rr

Nach Kriegsende waren 28,5 Quadratkilometer der bebauten Berliner Stadtfläche zerstört. Die Menge dieses Schutts entsprach 15 Prozent aller überhaupt in Deutschland entstandenen Kriegstrümmer. Um eine schnelle Trümmerbeseitigung bemüht, wurde entschieden, diese deshalb innerhalb der Stadt zu deponieren. Diese Aufschüttungen nannte der Volksmund später »Mont Klamott«. Den Transport dorthin erledigten mehrheitlich Schmalspurbahnen mit Loren. Deren Schienen, einfach auf den Straßen verlegt, erreichten Längen bis zu 40 Kilometern. Neukölln und sein »Mont Klamott« weiterlesen

Pac-Man jagt Sunny Krokette

Paniert, frittiert, überbacken ist Teil vom »Style«

Donkey Kong, Pac-Man oder andere Arkade-Spieleklassiker umsonst daddeln und dazu frische Fritten futtern? Das geht seit dem 11. Januar in einer ehemaligen Taxischule in der Reuterstraße. »Vernünftiges Essen für den Kiez, gut gemacht, aber nicht edel« möchte Inhaber Till Heinisch in seiner »Style Stallone Sandwichbar« anbieten – und gleichzeitig seine 80er-Jahre-Sozialisation ausleben.

SATTmacher mit Retroflair.                                                                                                                             Foto: hlb

Darum bestimmen Miami Vice-artige Pastellfarben, ein paillettenverzierter Tresen und ein kultiger Videospielautomat seinen stylischen Disco-Imbiss. Auf dem dem »Lucky Strikes«-Emblem nachempfundenen Logo des Ladens prangt der lachende Kopf des bärtigen Brutzlers. Der Name stammt von einem alten Kumpeljux, erinnert aber natürlich an die »Rocky«-Filme der 80er.
Heinisch ist schon seit 17 Jahren im Kiez und hat seine Kochmeriten in der legendären »Bar 25« und im Kreuzberger »G wie Goulasch« erworben. Pac-Man jagt Sunny Krokette weiterlesen

Abdul Kerim Güzel feiert Geburtstag

Rauschende Feier im »Bierbaum 3

Abdul an seinem Arbeitsplatz.                                                                                                                         Foto: fh

Wenn Abdul Kerim Güzel, der Chef vom »Bierbaum 3«, feiert, dann richtig. Am 10. März lud er Freunde, Bekannte und Stammgäste ein, mit ihm gemeinsam Geburtstag zu feiern. Es gab Geschenke zuhauf; einer hatte ihn sogar in Öl portraitiert. Der – laut Freunden – »netteste Muskelberg der Welt« empfängt jeden mit offenen Armen. Gibt es aber Streit, schreitet er tatkräftig ein. In seiner Kneipe soll es friedlich zugehen. Abdul Kerim Güzel feiert Geburtstag weiterlesen

Kaffee, einfach gut

Die »Roasters«-Kaffeerösterei in der Hermannstraße

KIEZBENGEL an der Röstmaschine.                                                                                                             Foto: dt

Es heißt, das »Roasters« sei die erste und einzige Kaffeerösterei in Neukölln, seit sie vor drei Jahren eröffnet hat. Hier kann man Kaffee trinken oder sich Kaffee für Zuhause mitnehmen.
Doch wer erwartet, die Rösterei würde dem neuen hippen Neukölln mit Geschichten über den bisher kulturlosen Kaffeekonsum im Rest der Stadt, über Kaffeeanbau und -handel oder spezielle Röstverfahren entgegenkommen, der irrt. Über das »Roasters« gibt es keine Informationen online. Keine Webseite, kein »facebook«, kein »instagram«. Nur ein paar Rezensionen bei »google« – und die liegen ja bekanntlich nicht in der Kontrolle der Betreiber. Und im Laden selber? Kaffee, einfach gut weiterlesen

Der Markt swingt

Musiker bereichern DIE DICKE LINDA

Der Neuköllner Regionalmarkt DIE DICKE LINDA feiert am 14. April den Auftakt einer Reihe von musikalischen Märkten. Bis in den September bekommt DIE DICKE LINDA jeden zweiten Samstag im Monat Besuch von Songwritern und Bands der Stadt.

Rob Longstaff spielt für die Marktbesucher.                                                                              Foto: Cleo Fink.

Nikolaus Fink, Marktorganisator und Inhaber von »diemarktplaner«, beschreibt das Treiben so: »Ab dem Frühling wird DIE DICKE LINDA mehr als eine Einkaufsmöglichkeit. In warmen Sonnenstrahlen sonnen und unterhalten sich Menschen aus dem Kiez, treffen sich Familien, und der Berlin-Besuch staunt, wie entspannt Neukölln sein kann.« Berliner Musiker einzuladen, hier zu spielen, passe wunderbar zum Ort, findet der Marktexperte. Der Markt swingt weiterlesen

Krabbeln mit Mutti

Café zum Sprechen übers Stillen

Viele junge Mütter sind sich mit ihren Kleinsten unsicher. Es gibt Probleme beim Stillen oder auch bei der Flaschenernährung. Sie sind gestresst und fühlen sich allein gelassen.
Die Physiotherapeutin Anja Meyer und die Hebamme Mona Speer reagieren auf diese Problematik und bieten ab dem 10. April ein Stillcafé an. Hier können Mütter über ihre Schwierigkeiten reden, die sie mit sich oder dem Nachwuchs haben. Das Angebot richtet sich vorzugsweise an Frauen, die aufgrund des Hebammenmangels keinen Ansprechpartner für ihre Fragen haben.
Themen wie Milchstau oder Brustentzündung, Anlegeschwierigkeiten, Flaschenernährung, Abstillen werden erörtert oder Tipps für eine entspannte Mutter gegeben, was ein entspanntes Kind ermöglicht.
Es ist aber auch ein Raum, in dem Mütter sich kennen lernen, sich austauschen können und wo sich auch Freundschaften entwickeln können. Für die Kleinen im Alter von sechs bis zwölf Monaten könnte der »Raum für Entfaltung« die erste Begegnung mit Gleichaltrigen sein, was eine wichtige Abwechslung zu den Erwachsenen sein kann.

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Raum für Entfaltung, Pintschallee 24, Start des Stillcafés: 10.4., 10-11:30

Groteske Kombinationen

Ausstellung von Helena Hernández in der Galerie im Saalbau

Von düster surrealen Rauminstallationen bis zu absurden Wimmelbildern reicht das Repertoire der mexikanischen Künstlerin Helena Hernández. »Crossing the Line« heißt ihre Ausstellung, die seit dem 23. März in der Galerie im Saalbau zu sehen ist.

Tannenbeine.                                                                                                                                                          Foto: mr

Die Künstlerin zeichnet auf langen Papierbahnen, die sie mit verstörenden plastischen Objekten kombiniert und sie so mit den Dimensionen des Galerieraums verknüpft. So ist der Weihnachtsbaum, den sie irgendwo in Neukölln am Straßenrand entdeckte, schwarz einfärbte und mit Füßen versah, die Erweiterung eines düsteren Tannenwaldes. Groteske Kombinationen weiterlesen

»Die Zeit ist Linie«

Christoph N. Fuhrer, ein zeichnender Schweizer

Christoph N. Fuhrer, Illustrator und Zeichner, ist in Bern geboren. Da in der Schweiz die Heimat vererbt wird, ist seine auch das Emmental. Seine Kindergärtnerin sagte ihm an seinem letzten Tag dort, er hätte die dickste Zeichenmappe, was ihn damals mit Stolz erfüllte; und wie ihm anzusehen ist, auch heute noch ein wenig, wie er lachend erzählt.

Hermannstraße.                                                                                                    Zeichnung: Christoph N. Fuhrer

Das Zeichnen bleibt Inhalt seines Lebens, obwohl er nebenher immer anderen Jobs nachgeht und auch in der Gastronomie lange mit der gleichen Freude arbeitet. »Die Zeit ist Linie« weiterlesen

Mädchen ziehen in den »Heiligen Krieg«

»Djihadista« im Heimathafen

Sie sitzen zu Hause vor ihren Computern und chatten in sozialen Netzwerken mit jungen Männern: Mädchen im Teenageralter, verliebt und wild entschlossen, ihren Schwarm so schnell wie möglich zu treffen. Allerdings sind das nicht irgendwelche jungen Männer, sondern Gottes­krieger des »Islamischen Staates« aus Syrien oder dem Irak.

Verhüllt und verführt.                                                                                                                                         Foto: mr

Wie aber kommen junge, gebildete, in Deutschland aufgewachsene Mäd­chen dazu, alle Brücken hinter sich abzubrechen und in den Krieg zu ziehen? Was bringt sie dazu, den »Westen« so sehr zu hassen, dass sie von dessen Vernichtung träumen? Mädchen ziehen in den »Heiligen Krieg« weiterlesen

Willkommen in der Hölle

An Neuköllner Oper wird über Hamburger G20-Gipfel gesungen

Das Genre »Musical« ist ja nicht unbedingt dafür bekannt, sich mit aktuellen und komplizierten gesellschaftlichen Themen auseinander zu setzen. Insofern ist allein schon die Idee, die G20-Proteste des letzten Jahres als ein Musical zu thematisieren, ein bemerkenswertes Unterfangen. Daran getraut hat sich der Professor für Darstellendes Spiel/Musical an der Universität der Künste, Peter Lund, zusammen mit Michael von der Nahmer als Komponist.

G20 in Neukölln.                                                                                                                       Foto: Matthias Heyde

Das Stück trägt den Titel »Welcome to hell« und wurde am 15. März an der Neuköllner Oper uraufgeführt. Benannt ist es nach einem Demomotto der Autonomen in Hamburg am Vor­abend des G20-Gipfels. Die Tage des Gipfels werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Bloggerin, Aktivistenpaar, Supermarktkassiererin, Polizist und Freundin, französischer Wirtschaftsvertreter, Journalistin, Zuhälter, Callboy, Schülerin aus der Provinz, überzeugter Christ. Willkommen in der Hölle weiterlesen

Schöner Singen auf Sizilien

Kurs für Chorsänger vermittelt reizvolle Erfahrungen

An der süditalienischen Küste zu sein und in einem Ensemble zusammen zu singen – ein Workshop der besonderen Art. Um die 20 Sänger und Sängerinnen aus Neukölln, Berlin und ganz Deutschland treffen sich im Mai im sizilianischen Trapani, um an einem siebentägigen Workshop teilzunehmen. Eine Möglichkeit für Chorsänger, intensiv Stimmbildung zu erhalten und sich mit der eigenen Stimme ausein­ander zu setzen, und in kleineren Besetzungen, als es im Choralltag üblich ist, zu proben. Das Programm reicht von Schumann über Mancini bis hin zu Elgar und Rossini und wird in einem öffentlichen Abschlusskonzert präsentiert. Schöner Singen auf Sizilien weiterlesen

Kein Pokal für Neukölln

Mit »SV Tasmania« scheidet der letzte Bezirksvertreter aus

In den vergangenen Jahren hat der »SV Tasmania« als Außenseiter einige starke Auftritte im Berlin-Pokal abgeliefert. Gekrönt wurden sie am Ende allerdings nicht – 2014 und 2015 verlor man die Endspiele gegen jeweils zwei Klassen höher spielende Vereine knapp.

Ein echter Pokalkrimi entwickelte sich zwischen »TeBe« und Außenseiter »SV Tasmania« (in dunklen Hosen).                                                                                                                            Foto: Hagen Nickelé

Dennoch wurden in dieser Zeit Regionalligisten wie »BAK« oder »Viktoria« sowie die Oberligisten »Lichtenberg 47« oder »Hertha 03« meist sogar auf deren Platz ausgeschaltet. Zarte Hoffnung nun deshalb in den Reihen der Rixdorfer vor dem Viertelfinale bei »Tennis Borussia«. Beim Halbzeitstand von 2:0 aus Sicht des Favoriten aus der Oberliga sah es dann jedoch ganz danach aus, als wäre die Messe für die Neuköllner gelesen. Kein Pokal für Neukölln weiterlesen

Von Alchemilla bis Zichorie

Heilsames und Giftiges in Neukölln

Am Freitag, den 13. April, erscheint das Buch »Heilsames Neukölln«, geschrieben von Eva Willig, die auch Kolumnistin unserer Zeitung ist und regelmäßig über Kräuter und Heilpflanzen berichtet. Ob das Datum ein schlechtes Omen ist? Hoffentlich nicht! Und wenn doch, dann gibt’s im Buch so manch guten Tipp zur Behandlung der Folgen. So hilft ein Tee aus Johanniskraut gegen depressive Verstimmung, und gegen das »traurige Herz« hilft, laut Hildegard von Bingen, die Königskerze. Weißdorn könnte auch hilfreich sein. Aber das wird hier wohl nicht nötig sein. Von Alchemilla bis Zichorie weiterlesen

Basteln mit Rolf

Ein Panzertier

Am Karfreitag eröffnete das alljährliche Britzer Baumblütenfest. Wie in all den Jahren zuvor und trotz kalendarischem Frühlingsanfang, blüht noch wenig. Die Winterkälte schleicht sich nämlich nur langsam davon, wie eine Schildkröte. Aus diesem Anlass basteln wir eine Schildkröte. Benötigt werden zwei Kronkorken, etwas Draht, eine Zange, ein Seitenschneider und Heißkleber. Und: Luuust zum Pfriemeln.
Der Kronkorken für den oberen Panzer wird rundum etwas nach außen aufgebogen. Aus dem Draht entstehen anschließend die Beine, der kurze Kopf und der Stummel-Schwanz (möglichst zwei Drähte zusammendrehen). Der zweite Kronkorken wird zum unteren Teil des Panzers. Damit die Gliedmaßen, Kopf und Schwanz gut nach außen gelegt werden können, wird dessen Rand an zwei sich gegenüberliegenden Stellen nach innen umgebogen. Mit der Heißklebepistole werden nun alle Körperteile richtig drapiert darauf befestigt und ganz oben auf kommt dann der obere Panzer. Fertig!

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Petras Tagebuch

Miniabo von nichts

Ab und zu wirbt mich der »Tagesspiegel« für ein Miniabo. Es ist sehr praktisch, weil ich keine regelmäßige Tageszeitungsleserin bin. Lieber lese ich mal diese, mal jene Zeitung.
Es passierte im Februar, als mich der »Tagesspiegel« für einen Monat warb. Bereits am ersten Tag, an dem das Abo startete, erhielt ich keine Zeitung. So blieb es den Rest der Woche.
Am Sonntag jedoch erhielt ich ihn. Pünktlich um 8 Uhr klingelte es an meiner Tür, weil der Zeitungsausträger ins Haus musste und offensichtlich keinen Hausschlüssel hatte. Nun, es war ein bisschen früh für mich, insbesondere am Sonntag, aber immerhin erhielt ich den »Tagesspiegel«. Das war aber auch der einzige Tag mit geglückter und pünktlicher Zustellung. Petras Tagebuch weiterlesen

Breite Solidarität mit Anschlagsopfern

Demo vor dem Rathaus.                                                                                                                                     Foto:mr

Demonstranten fordern Ermittlungsergebnisse

Die Anschlagserie im Süden Neuköllns geht weiter. In der Nacht zum 2. Februar wurden die Autos von Heinz-Jürgen Ostermann, Inhaber der Buchhandlung Leporello, und Ferat Ali Kocak, Mitglied im Bezirksvorstand der Neuköllner Linken, in Brand gesteckt.
Ostermann, Mitbegründer der Initiative »Neuköllner Buchhändler gegen Rechtspopulismus und Rassismus«, wurde damit bereits zum dritten Mal Opfer eines von mutmaßlich rechten Gewalttätern verübten Anschlags. Einschüchtern lassen will sich der Buchhändler trotzdem nicht.
Auch Ferat Kocak sagte am 3. Februar auf einer Solidaritätskundgebung mit mehreren Hundert Teilnehmern vor dem Rathaus Neukölln an die Adresse der Täter: »Du hoffst, einen Aktivisten einzuschüchtern. Aber du hast Tausende Aktivisten gegen Rechts erst aufgeweckt.« Breite Solidarität mit Anschlagsopfern weiterlesen

Barrierefreiheit beginnt in unseren Köpfen

Ob im Rundfunkrat oder sonstwo, Menschen mit Behinderung, Einschränkung oder sonstigen individuellen Merkmalen haben grundsätzlich das selbstverständliche Recht auf Teilhabe an und in unserer Gesellschaft. Dazu gilt es, möglichst alle Lebensbereiche barrierefrei zu gestalten.
Die Bedingungen für eine umfassende inklusive Gesellschaft zu schaffen, geht nicht in jedem Fall von heute auf morgen, jedoch sind im Sinne der Mitbestimmung und demokratischen Teilhabe viele Möglichkeiten vorhanden und sollten genutzt werden.
Gleichberechtigung und Selbstbestimmtheit sind hohe Werte, die es zu bewahren gilt. Dazu braucht es das wechselseitige Verständnis und die Akzeptanz für die Lebenssituation des jeweils anderen.
In Neukölln lautet das Motto dazu: Gemeinsam und doch anders. Normal ist allein die Tatsache, dass Unterschiede vorhanden sind.

Beate Storni

Zentrum für die Gärtner von morgen

Lernort für naturnahes Gärtnern auf dem Thomasfriedhof

Mit einem Kompetenz-, Schulungs- und Dokumentationszentrum, das komplett aus Buchenholz errichtet wird, will der »Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.« (BDG) einen neuen Baustandard setzen und zeigen: Eine nachhaltige, grüne Stadt ist möglich. Entstehen soll der Bau mit Schulungsräumen, Cafeteria und einer begrünten Fassade auf einem bisher nicht für Bestattungen genutzten Teil des Thomasfriedhofes an der Hermannstraße.

Gärtnern will gelernt sein.                                                                                                                                Foto: mr

Die Realisierung des Projekts ist über eine Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) möglich gemacht worden. Knapp sechs Millionen Euro spendiert der Bund für das Projekt, denn die innovative Bauweise soll bundesweit als Vorbild dienen. Auch der dahinterstehende Bildungsauftrag ist Teil der Fördergrundlage. Zentrum für die Gärtner von morgen weiterlesen

Eine Hauptstadtanbindung für den Hauptstadtflughafen

Dialogforum Airport Berlin-Brandenburg beschließt die Verlängerung der U7

Die U7-Verlängerung bis zum Flughafen BER soll kommen: Das beschlossen alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der an den BER angrenzenden Städte und Gemeinden sowie Vertreter der Länder Berlin, Brandenburg und des Bundes. Der Beschluss wurde einstimmig im Rahmen des 15. Dialogforums Airport Berlin-Brandenburg gefasst. Eingebracht wurde der Antrag gemeinsam von Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (Neukölln), Bürgermeister Udo Haase (Gemeinde Schönefeld) und Bezirksbürgermeister Oliver Igel (Treptow-Köpenick).

Plan für die U7-Verlängerung.                                                                                                                          Foto: pr

Zuvor hatten die Antragsinitiatoren ihr Konzept für die Streckenführung vorgestellt, das bereits mit der BVG abgestimmt worden war. Hauptadressaten waren die brandenburgische Verkehrsministerin Kathrin Schneider und Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, die beide ebenfalls für den Antrag votierten. In dem Antrag werden die Länder Berlin, Brandenburg und der Bund aufgefordert, das Konzept für die zukunftssichere Verkehrsanbindung des Hauptstadtflughafens voranzubringen. Eine Hauptstadtanbindung für den Hauptstadtflughafen weiterlesen

Falko Liecke berichtet über seine Arbeit

Stadtrat für Jugend und Gesundheit im Gespräch mit Kiez und Kneipe

Bereits seit Juni 2009 bekleidet Falko Liecke (CDU) das Amt des Stadtrates und vertrat hier bis 2011 die Abteilung für Bürgerdienste und Gesundheit. Seither ist er stellvertretender Bürgermeister und Stadtrat für Jugend und Gesundheit.
Hier hat er es tatsächlich mit immensen Problemen zu tun. Ganz oben auf der Agenda stehen fehlende Kitaplätze und Erziehermangel, was in seinen Augen die Folgen einer verfehlten Ausbildungspolitik sind. Die Ausbildung ist teuer und dauert inklusive Praktika fünf Jahre. Das halten viele gar nicht durch. Liecke beklagt etliche freie Stellen, die sofort besetzt werden könnten, gäbe es denn Bewerber. Er ist gegen eine Kitapflicht und für kostenfreie Kitaplätze. Berlin hat mit dem Eigenbetrieb »Kindertagesstätten SüdOst« immerhin 43 Betriebsstätten in Neukölln und Treptow-Köpenick, davon 22 hier im Bezirk. Insgesamt gibt es in Neukölln etwa 110 Träger mit 200 Kitas.
Liecke ist im Rahmen seiner Stadtratstätigkeit auch für Drogenpolitik zuständig. Falko Liecke berichtet über seine Arbeit weiterlesen

Wir planen unsere Schule, wie sie uns gefällt

Beteiligungsprozesse brauchen Zeit

Partizipationsverfahren spielen in der Stadtentwicklung eine immer größere Rolle. Bewohner sollen mitbestimmen können, wie ihre Umgebung zukünftig aussehen soll. An Schulen ist dieses Vorgehen selten, denn bei der aktuellen Raumnot soll das Bauen vor allem schnell gehen.

Franziska wieder Schulkind.                                                                                          Foto: Daniela Incoronato

Im Medienprojekt »Schule und Kommunikation der Zukunft« an der Albrecht-Dü­rer-Oberschule entstand bei Schülern der achten und neunten Klasse der Wunsch, ihre denkmalgeschützten Räume umzugestalten. Initiiert wurde das Projekt vom »Vincentino e.V.«, gefördert durch die TUI Stiftung. Drei Dozenten arbeiteten mehrere Wochen mit den insgesamt 40 Schülern, um digitale Beiträge für die Blogs »schulkunft.de« und »ado-gramm.de« zu entwickeln. Nach einer Exkursion zu den »Baupiloten« – einem Architekturbüro mit Nutzerbeteiligungsmethoden – schrieben Zehra, Adelisa und Hibba: »Im November waren wir bei den Baupiloten. Wir haben dort ihr Schul-Visionen-Spiel getestet. Mithilfe des Spiels konnten wir unsere eigene Traumschule entwickeln. In unserem Projekt erstellten wir die »Bunte-Lern-und-Freizeit-Schule«, die alles hat, was das Herz begehrt: Vom Raum zum konzentrierten Lernen mit Lehrern bis zum spaßigen Trampolinspringen. Wir planen unsere Schule, wie sie uns gefällt weiterlesen

Talenteförderung der »Bürgerstiftung Neukölln«

Chancengerechtigkeit und respektvolles Miteinander

»Sie hat es geschafft!«. In der Emser Str. 117 klatscht Ursula Rettinger jubelnd in die Hände. Sie ist Projektleiterin im Mentorenprojekt der »Bürgerstiftung Neukölln«. Einer ihrer Mentees von der Keplerschule hat nach erfolgreichem Schulabschluss im Januar 2018 nun auch einen Ausbildungsplatz gefunden. Das ist alles andere als selbstverständlich für Schüler*innen der Keplerschule. Immer noch verlassen relativ viele von ihnen die ehemalige »Problemschule« ohne einen Schulabschluss.

Sommerfest 2017 des Talente-Projekts der »Bürgerstiftung Neukölln«.                                      Foto: pr

Der Grundstein für diese und viele weitere Erfolgsgeschichten wurde 2005 mit der Gründung der »Bürgerstiftung Neukölln« gelegt. Eine buntgemischte Gruppe engagierter Neuköllner*innen hatte Neuköllns zweifelhafter Ruhm als Problembezirk der Nation zum Aufbruch bewegt. Statt gescheiterter Integration sahen sie in der kulturell vielfältigen Nachbarschaft Neuköllns vor allem zahlreiche schlummernde Potentiale, die sie tatkräftig fördern wollten. »Unsere Vision war und ist es, die Chancengerechtigkeit und ein respektvolles nachbarschaftliches Miteinander auf Augenhöhe in Neukölln zu stärken.«, sagt Friedemann Walther, Gründungsstifter und Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung. Talenteförderung der »Bürgerstiftung Neukölln« weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

Nr. 54 – Sonnabend,  2. März 1918
Mit drakonischer Strenge wird jetzt gegen die »Hamster« vorgegangen. Der Oberingenieur Heinrich Koldt, Lichterfelde, wurde zu einer Woche Gefängnis und außerdem noch zu 100 M. Geldstrafe oder 200 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er Butter, Milch und Fleisch ohne Marken bezogen hatte. Der Ingenieur Bruno Gast in Treptow erhielt wegen unbefugten Bezuges von Lebensmittelkarten 100 M. Geldstrafe oder 20 Tage Gefängnis. Wenn diese Verurteilungen ausgedehnt werden, gibt es binnen kurzer Zeit keinen unbestraften Menschen mehr. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Programm »Soziale Stadt« läuft aus

Das Ende dreier Quartiersmanagementbüros

Nachdem der Reuterkiez 2018 aus der zeitlich begrenzten Städtebauförderung des Programms »Soziale Stadt« herausgefallen ist, geschieht dies 2020 dem Schiller- und dem Körnerkiez sowie der Gropiusstadt.
Städtebauförderprogramme sind grundsätzlich zeitlich begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten für besonders benachteiligte oder strukturschwache Gebiete. Die juristische Grundlage für die »Soziale Stadt« ist der § 171e des Baugesetzbuches. Das Programm »Soziale Stadt« ist auf Bundesebene dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zugeordnet, auf Neuköllner Bezirks­ebene der Abteilung Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste.
Das Programm »Soziale Stadt« soll der Stabilisierung und Aufwertung benachteiligter Ortsteile dienlich sein. Zur Umsetzung werden Quartiersmanagement-Büros vor Ort in den Kiezen eingerichtet. Die gewünschten kiezbezogenen Maßnahmen werden turnusmässig geprüft, überarbeitet, angepasst und in kiezspezifischen »Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepten« (IHEK) festgehalten. Programm »Soziale Stadt« läuft aus weiterlesen

»Hoffnung-Kibō-Berlin-Japan e.V.«

Japanische Gemeinschaft auf Neuköllner Boden

Wer hätte vermutet, dass es in Neukölln eine kleine, hoch aktive Japanische Gemeinschaft gibt? Allein im Haus, in dem die Künstlerin Tamiko Yamashita arbeitet, leben vier weitere Japaner. Sie selbst kam 1972 zur Kunstweiterbildung nach Berlin und studierte hier bis 1977 Mode Design an der Hochschule der Künste. Dort lernte sie ihren deutschen Mann kennen, und seitdem lebt und arbeitet sie in Berlin. Die diplomierte Mode­designerin hat in Neukölln ihr eigenes Mode- und Textilatelier.
Im Neuköllner Kiez ist sie mit ihrem Studio schon lange eine anerkannte Institution. In der Kranoldstraße 5 gibt sie schon seit Jahrzehnten Nähkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Schnitt- und Patchworkkurse und betreibt dazu eine Maßschneiderei. Ihre Leidenschaft ist die Textilkunst, die sie auf zahlreichen Ausstellungen und in Galerien zeigt. Ihre Werke sind in Japanischer und Europäischer Tradition verwurzelt. »Hoffnung-Kibō-Berlin-Japan e.V.« weiterlesen

von Neuköllnern für Neuköllner