Nachhaltiges Neukölln

Das »Schön wie wir« Maskottchen Lilo und der Bürgermeister.Foto: mr

Auf dem Umwelt- und Nachhaltigkeitsfest wird an die Bürger appelliert

Wie wollen wir langfristig als Gesellschaft leben? Was kann jeder einzelne tun, um ein lebenswertes, nachhaltiges und vor allem müllfreies Neukölln zu gestalten? Das zweite Umweltund Nachhaltigkeitsfest Neukölln am 22. Juni am Herrfurthplatz stellte dazu wichtige Ideen vor. Organisiert wurde es vom »Genug e.V.« und von der Bewegung »Schön wie wir«, das mit dem Projekt »Mehrweg-Beratung« das Müllproblem bei der Wurzel packen will. Nachhaltiges Neukölln weiterlesen

Drogenhandel und Spätverkauf

Das hat nicht sehr viel miteinander zu tun, sollte man meinen. Stimmt aber leider nicht. Beides basiert genau wie Waffenhandel, Geldwäsche, wilde Abfallentsorgung, Mietwucher und weitere »nette« Angelegenheiten auf Gesetzesverstößen. Es gibt nun mal ein Ladenöffnungsgesetz, und daran hat man sich zu halten. Es gibt geregelte Ausnahmen, der sonntags geöffnete Späti gehört nicht dazu.
Das gefällt verschiedenen Leuten, insbesondere einigen den »Grünen« zuzurechnenden, nicht. Die sind daher bereits dabei, die gesetzliche Grundlage mit mehr oder minder fadenscheinigen Argumenten ändern zu wollen. Man kann doch nicht ernsthaft behaupten, dass das gesamte Gebiet innerhalb des S-Bahnrings touristisch ist! Dann sollte schon lieber den Vorstellungen von- Florian Swyter gefolgt werden.

Harald Schauenburg

Kiezkultur versus Gesetz

Spätkaufinhaber demonstrieren für Sonntagsöffnung

Die Milch für den Sonntagskaffee ist alle, der Tabak auch, und etwas zum Naschen wär auch noch ganz schön. Alles kein Problem, denn wenn die Supermärkte dicht haben, versorgen die Spätis Anwohner und Touristen mit dem Lebensnotwendigen.
Legal ist das nicht, denn gemäß dem Ladenöffnungsgesetz dürfen Spätis an Sonn- und Feiertagengar nicht geöffnet haben. Für die kleinenLäden sind die Sonntagsöffnungszeiten aber wichtig, weil sie dann quasi konkurrenzlos das beste Geschäft der Wochemachen.
Am 16. Juni haben rund 250 Späti-Betreiber auf dem Hermannplatz füreine Modernisierung des Gesetzes demonstriert und eine Gleichstellung mit Tankstellen und Bahnhofsgeschäften gefordert, für die es Ausnahmen gibt.

Spätidemo. Foto:mr

»Spätis gehören zu Berlin so wie die BVG, der Checkpoint Charlie und der Mauerpark. Sie sind zentraler Bestandteil der Berliner Kiezkultur, Nachbarschaftstreffpunkte und schaffen Arbeitsplätze«, rief Alper Baba, Neuköllner Späti-Betreiber und Vorsitzenderdes Vereins »Späti e.V« den Anwesenden zu. Wenn der Sonntag gestrichen werde, würden viele Läden zumachen müssen und Familien ihre Existenzenverlieren. »Meine Familie und ich wollenselbst entscheiden, wann wir arbeiten.« Kiezkultur versus Gesetz weiterlesen

»58 Plus« will mehr

»Sostaplan e.V.« bremst aktive Senioren aus

»Eine Nachbarin hat mir gesagt, sie kann nur 82 werden, dann sind alle ihre Ersparnisse verbraucht«, sagt Ariane Metzger empört. »Wir haben ein Leben lang gearbeitet und bekommen dafür zu wenig Rente. Steigende Mieten können wir uns nicht leisten. Aus meiner Wohnung im Bergmannkiez wurde ich heraus gentrifiziert, zum Glück habe ich hier im Flughafenkiez eine Genossenschaftswohnung gefunden.« Ariane Metzger gehört zu den Wegbereiterinnen und zum sechsköpfigen Beirat des Projektes »58 plus« für den Flughafenkiez.
Der Flughafenkiez ist dicht bebaut und durchzogen von Durchgangsstraßen. Sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund leben hier und betreiben Geschäfte, ebenso viele junge Menschen, die nur vorübergehend in Berlin sind. Selten sieht man ältere Menschen auf den Straßen. Im Kiez leben etwa 700 Leute, die im Rentenalter sind. Die Altersarmut im Flughafenkiez überschreitet zwanzig Prozent, erreicht damit das Vierfache des Berliner Durchschnitts. »58 Plus« will mehr weiterlesen

Ringen in der BVV

Reinigungskräfte, Buschkrugpark, Werbeflächen für Hilfsangebote

Weil immer wieder Reinigungsfirmen gekündigt werden muss, da sie ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht oder nur ungenügend nachkommen, soll die Reinigung in den Neuköllner Schulen rekommunalisiert werden. Das beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 10. Juni.

Bezirk will selber putzen. Foto: Symbolbild

Ebenfalls angenommen wurde der Antrag der Grünen, sich beim Senat für eine Verbesserung der Personalsituation der August-Heyn-Gartenarbeitsschule (AHGAS) einzusetzen. Die Schule betreut jährlich rund 30.000 Menschen, vom Kita- bis ins Erwachsenenalter, in Umweltbildungsangeboten und leistet damit sehr wichtige Bildungsarbeit. 20 Klassen betreuen eigene Beete auf dem Gelände der AHGAS. Um diese Arbeit auch in Zukunft anbieten zu können, ist eine feste Unterstützungskraft für den administrativen Bereich erforderlich. Ringen in der BVV weiterlesen

»Blaues Gold« kostenlos vor dem Rathaus Neukölln

Neuer Trinkwasserbrunnen für alle

Seit dem 5. Juni sprudelt kostenloses Trinkwasser aus einem schmalen, filigran gestalteten Brunnen auf dem Platz vor dem Rathaus Neukölln. Die künstliche Quelle ist von der Farbe her passend tiefblau gestrichen. Die Einweihung durch Bürgermeister Hikel und Johannes Tiefensee von den Berliner Wasserbetrieben war Teil einer »Trinkwasseroffensive«.

Und fröhlich sprudelt das Nass. Foto: fh

Obwohl Wasser in der Nutzung transparent erscheint, gilt es als »blaues Gold«, welches der Erde den Namen »der blaue Planet« verliehen hat, denn die Erde besteht zu zwei Dritteln aus Wasser. Für die Gesundheit aller Lebewesen auf der Erde ist Wasser unverzichtbar. Es kann zum wichtigsten Rohstoff des einundzwanzigsten Jahrhunderts werden.
Beliebt ist Wasser bei den Berlinern auf jeden Fall. Im Monat Mai bei starker Hitze verbrauchten sie so viel Trinkwasser wie seit 18 Jahren nicht mehr. Die »Berliner Morgenpost« gibt laut Auswertung der Berliner Wasserbetriebe 21,4 Millionen Kubikmeter an. Doch nur fünf Prozent davon werden für Kochen und Trinken genutzt. 14 Prozent entfallen auf Waschen und Geschirrspülen, 31 Prozent auf Toilettenspülung und 40 Prozent auf Körperpflege. Zum Trinken wird industriell produziertes Mineralwasser bevorzugt. »Blaues Gold« kostenlos vor dem Rathaus Neukölln weiterlesen

Fünfakter vor Gericht

Eine Ellenbogenlänge entscheidet über nicht erfolgte Körperverletzung

Gestenreicher geht es nicht. Selten geschieht das so theatralisch wie am 7. Juni vor dem Amtsgericht Tiergarten, das zuständig ist für Strafverfahren. Angeklagter, Zeugin, Amtsanwältin, Richterin und Verteidigerin: alle kamen der Reihe nach ins Gestikulieren, beugten sich mit erhobenen, fuchtelnden Armen immer wieder vor, um einen Vorfall in der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Vorjahr nachzustellen. Ihre Gesten spiegelten sich gegenseitig wieder.
Was wie eine Posse klingt, war durchaus ernst. Gegen den Reporter Stephanus P. wurde durch das AfD- Mitglied Anne Z. Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Für den Reporter hätte diese Anschuldigung nach einer Verurteilung ernste Folgen haben können.
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Verzögerung für Volksentscheid

Kostenschätzung für ein Transparenzgesetz dauert länger

Es geht um viel: Um den Zugang aller Bürger zu allen öffentlichen Daten, darunter auch geschäftlichen. Daher legt die Initiative für einen Volksentscheid über ein Berliner Gesetz über Transparenz bereits jetzt harte Bandagen an. »Kaum steht unser Volksentscheid für ein Berliner Transparenzgesetz in den Startlöchern, geschieht schon das erste Foul: Wir werden erst am 3. August starten können, da der Senat uns die Kostenschätzung erst Ende Juli zukommen lassen will. Denn diese muss auf der Unterschriftenliste stehen. Über vier Monate lässt er sich Zeit, um eine überschlägige Schätzung der Folgekosten unseres Gesetzes aufzuschreiben. Kaum zu glauben! Verzögerung für Volksentscheid weiterlesen

»Betolab« bleibt

Milieuschutz für Gewerberäume fehlt

Das italienische Galeriecafé »Betolab« an der Okerstraße bleibt. Es gewann am 13. Juni vor Gericht gegen die Räumungsklage des Vermieters. Das Gericht erklärte Kündigungen gegenüber dem Café für unwirksam, während die Verlängerung des Mietvertrages bis September 2024 als wirksam angesehen wurde. Hinter der Kündigung steckt niemand anderes als eine luxemburgische Briefkastenfirma, die bereits den Mietvertrag mit der Szenekneipe »Syndikat« gekündigt hatte.
Das Team des »Syndikats« hatte recherchiert, dass sich hinter dieser luxemburgischen Firma die britische Milliardärsfamilie Pears verbirgt. Recherchen durch »Tagesspiegel« und »Correctiv« bestätigten dies.
Es bleibt abzuwarten, wie das Gericht im kommenden Räumungsprozess gegen das »Syndikat« entscheiden wird. Für Gewerberäume fehlt leider bislang die Möglichkeit, Milieuschutz einzuführen, so dass kurzfristigere Kündigungen möglich sind als bei Mietwohnungen. Es bleibt derweil nur der vernetzte Widerstand aller Menschen, ob Mieter oder Gewerbetreibender.

th

Miete mindern!

Gropiuswohnen lässt Mieter im Regen stehen

Wegen undichter Fassaden kam es bei Mietern von »Gropiuswohnen« zu Wasser­einbrü­chen. Grund sind Verzögerungen bei Fassadendämmungen in den betroffenen Häusern. Die Mieter hoffen jetzt auf schnelle Abhilfe.
Wegen eines fehlenden Bauantrags hat das Bezirksamt Neukölln die Arbeiten an den Fassaden im Ulrich-von-Hassel-Weg 5/7 sowie in der Lipschitzallee 59/61 gestoppt. Von Seiten des Bezirksamts heißt es, dass dem Vermieter eine Vereinbarung zur sozialverträglichen Modernisierung ihrer Bestände in Gropiusstadt angeboten wurde. Die Gespräche verlaufen jedoch sehr schleppend. Derweil klagt »Gropiuswohnen« gegen die Untersagung der Bauarbeiten.
Byrgit Balder von der Mieterinitiative »Ulli« kann das Vorgehen von »Gropiuswohnen« nicht nachvollziehen: »Anstatt einer Vereinbarung mit dem Bezirksamt zuzustimmen, lässt »Gropiuswohnen« uns Mieter im Regen stehen.«
Sollte sich an den undichten Fassaden nichts ändern, will die Mieter­initiative Mietminderungen geltend machen.

pr

Halbzeitbilanz des Bezirksamtes

Kiez für alle, Kiez-Kultur und Klimaschutz

Die Arbeit des Neuköllner Bezirksamtes in den letzten 30 Monaten kann sich sehen lassen.
400 Wohnungen wurden dem Spekulationskarussel entzogen, 25 Abwendungsvereinbarungen mit neuen Hauseigentümern zu Gunsten der Mieter getroffen, kostenlose Mieterberatungen an vier Orten im Bezirk eingerichtet. GRÜNEN-Stadtrat Jochen Biedermann ist unermüdlich im konsequenten Umsetzen des Milieuschutzes. Ebenso wirkt er der Verdrängung des Kleingewerbes entgegen, unterstützt den Erhalt bewährter Kiez-Institutionen wie »Syndikat« und »Kindl-Klause« sowie generell sozialer Einrichtungen. So konnten der Nachbarschaftstreff »Sonnenblick« und das »Sunshine Inn« in der Weissen Siedlung gerettet werden. Engagiert unterstützt wird er dabei von Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD). Halbzeitbilanz des Bezirksamtes weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

Nr. 150 – Sonnabend, 5. Juli 1919
Die Reichsfarben: Schwarz=Rot=Gold. In der Donnerstag=Sitzung der Nationalversammlung wurde der Kompromißantrag der Mehrheitssozialisten und des Zentrums: »Die Reichsfarben sind schwarz=rot=gold, die Handelsflagge ist schwarz=weiß=rot mit einer Goesch in schwarz=rot=gold in der oberen inneren Ecke« in namentlicher Abstimmung mit 211 gegen 89 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Der Antrag der Rechtsparteien; »Die Reichsfarben sind schwarz=weiß=rot« wurde in namentlicher Abstimmung mit 190 gegen 110 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen abgelehnt. Gegen den Antrag stimmten die beiden sozialdemokratischen Parteien, ein Teil des Zentrums und die Minderheit der Demokraten. Der Antrag der nUabhängigen: »Die Reichsfarbe ist rot« wurde gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Straßencaféflair mit polnischen Pierogi

Dzień dobry im »Katulki«

Bereits im März 2014 berichtete die Kiez und Kneipe vom besonderen kulinarischen Programm des »Katulki«, das sich seither zu einer Institution auf dem bel(i)ebten Trottoir der oberen Friedelstraße entwickelt hat. Ein multikulturelles, veganer- und allergiegeplagtenfreundliches Kaffeehaus sowie Internet- und Literaturcafé und Restaurant in einem, das von zwei Freundinnen, der polnischen Köchin Justyna Gierlach und der italienischen Dichterin und Übersetzerin Irene Salvatori gegründet wurde.

VOR dem Ansturm der Kuchenliebhaber. Foto: hlb

Der Name bezieht sich auf einen Text des polnischen Dichters Tomasz Rozycki: »Wer noch nie Katulki gekostet hat, weiß nichts über das Leben«. Katulki, das sind – es gibt auch andere Deutungen – leckere Schokoladenküchlein mit Nüssen.
Was das »Katulki« vor allem auszeichnet, sind seine herausragenden Torten und Kuchen, der Mix aus polnischer mit etwas italienischer Küche nach gut recherchierten Originalrezepten (die Betreiberinnen haben auch einen Blog, der Kulinarik und Literatur verbindet) und die heimelige, ein wenig an ein Oma-Wohnzimmer erinnernde Einrichtung. Straßencaféflair mit polnischen Pierogi weiterlesen

Bienvenida muchachas!

Aus eins mach zwei – das »Lagari« hat sich aufgeteilt

Was tun, wenn die Ladenmiete erhöht wird und sich nicht mehr stemmen lässt? Aufgeben oder die Last auf mehrere Schultern verteilen? Peter, Wirt vom »Lagari«, hat seine Musikkneipe schweren Herzens geschrumpft. Das »Lagari« besteht nach über zehn Jahren nurmehr noch aus seinem ehemaligen Billard- und Raucherzimmer, ein paar Außenplätzen und einem Kellerraum, wo alsbald hoffentlich wieder Konzerte aller Couleur, Open-Mic- und Comedyevents stattfinden können, sofern er nicht, wie gleich zu Beginn, unter Wasser steht.

ALLES Taco im »Lagari«. Foto: hlb

Und Peter hat sich »ganz viel Mädchen« dazugeholt: Die anderen, größeren Gasträume sowie die Küche des Lokals in dem Haus Pflüger- Ecke Nansenstraße, wo sich schon seit 1896 stets Gastronomie befindet, bespielt seit einem Monat nämlich ein mexikanisches Restaurant namens »Mucha Muchacha«.
Die Muchacha, betrieben von Janna Kübeck-Valente, Heraclito DeFeso und ihrem Team, versteht sich als traditionelles mexikanisches Restaurant, das aber ohne Texmex-Klischees und Tiefkühlconvenience auskommt. Vielmehr sollen Rezepte präsentiert werden, die die Geschmäcker von der prähispanischen bis zur heutigen Zeit mit einbeziehen, landestypische, authentische und auch weniger bekannte Aromen vorstellen und Einblick in die Geschichte der mexikanischen Küche geben. Bienvenida muchachas! weiterlesen

»BeuthBonus+«

Qualifizierung für zugewanderte Akademikerinnen und Akademiker

Seit dem 17. Juni 2019 läuft der aktuelle Durchgang von »BeuthBonus+«. Die berufsbegleitende Weiterbildung an der »Beuth Hochschule für Technik Berlin« richtet sich an zugewanderte Akademikerinnen und Akademiker mit dem Ziel, Teilnehmern den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Im Fokus stehen die Hilfestellung bei Bewerbungsverfahren, Anerkennung ausländischer Abschlüsse und berufliche Weiterentwicklung beziehungsweise Neu­orientierung.

Lernen macht Spaß. Foto: Tonmy Haupt

Gerade für Akademiker ist der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt schwierig. »BeuthBonus+« wendet sich deshalb an diese Zielgruppe als Teil des Bundesförderprogramms »Integration durch Qualifizierung«, welches eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund zum Ziel hat. Förderung erhält das Projekt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds (ESG), wobei das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Bundesagentur für Arbeit (BA) als Partner der Umsetzung fungieren. »BeuthBonus+« weiterlesen

OPEN TINY im Harzer Kiez

Offener Brief an die »Deutsche Wohnen«

Wir stellen uns eine lebendige Kiezgemeinschaft vor, die von Nachbarn für Nachbarn in Kooperation mit der »Deutsche Wohnen« gestaltet wird. Das freistehende Kioskgebäude in der Treptower Straße mit seinen rund 22 Quadratmetern soll hierzu als Raum für Ideen dienen. Genau diese Ideen möchte das »Open Tiny« fördern und so ein vielfältiges Kultur- und Freizeitprogramm entwickeln.
Hier sollen Projekte entstehen, für die die eigenen vier Wände zu privat und für eine große Öffentlichkeit zu wenig nachbarschaftlich sind. Als Projektfläche soll das »Open Tiny« alle interessierten Nachbarn bei der Organisation unterstützen und für die Veranstaltungen im Kiez werben. Soziale und nachhaltige Themen stehen im Fokus, und alle erwirtschafteten Erträge werden dem Erhalt des Nachbarschafts­treffs dienen. OPEN TINY im Harzer Kiez weiterlesen

Geschenke-Box

Freude am Verschenken und Beschenkt werden

In der Krugpfuhl- und der Hufeisensiedlung in Britz gab und gibt es viele gute Nachbarschaften, die oft über ein gelegentlich die Post abnehmen oder Blumengießen in den Ferien hinausgehen. Inzwischen nutzen hier auch viele zusätzlich das deutschlandweit agierende Nachbarschaftsportal www.nebenan.de.

»Geschenkebox«. Foto: rr

Bei der kostenlosen Registrierung wird vorab einfach und unkompliziert festgelegt, wer wie und was auf der Plattform sehen soll und auch, welchen Radius eine erweiterte Nachbarschaft haben soll. Der Autor hat darüber nun 500 »direkte und neue Nachbarn«, und in der angrenzenden Umgebung sind es bereits 1.800!
Per Mail kommt, wer was zu verschenken oder zu verkaufen hat, wer etwas nur leihen möchte, einen Rat oder Hilfe sucht, einen erprobten Handwerker oder auch nur vorübergehend ein Ladekabel für das Smartphone benötigt und vieles mehr. Geschenke-Box weiterlesen

Gewerbemieten sind frei

Real Estate auf Abzocke beim »Schiller‘s«

Er heißt Waldemar und lässt sich nicht unterkriegen. Foto: fh

Das »Schiller‘s« in der Schillerpromenade ist eine Institution für alle Generationen, Alt- und Neu-Neuköllner und soziale Schichten. Beim Billard trifft arm auf reich und jung auf alt. Hunde sind erwünscht. Die Getränkepreise sind zivil, es gibt keinen Schnickschnack, dafür aber jede Menge gute Gespräche. Waldemar Schwienbacher hat dem Lokal seinen Charakter gegeben. Im Laufe der Jahre investierte er, damit ein gemütlicher Ort für alle geschaffen wurde.
Jetzt, wo die Gaststätte rund läuft, wo sich alles zurechtgeruckelt hat, kam der Hammer per Post. Es ist die Kündigung des Vermieters »Home Real Estate GmbH« zum 31.8.2019. Schwienbacher brauchte mehrere Tage, um den Satz auszusprechen, den er nun flüssig wiederholen kann, aber mit Tränen in den Augen: »Am 15. August schließt das »Schiller‘s«.« Gewerbemieten sind frei weiterlesen

Porzellan und Glas in wunderbarer Form

Elisabeth Hammann macht das Spezielle im Alltäglichen

Das morgendliche Müsli aus einer besonderen Schale zu essen oder den Kaffee aus einem feinen Becher zu trinken – wer mag das nicht?
Die Neuköllnerin Elisabeth Hammann, Goldschmiedin und Produktdesignerin, gestaltet eben diese schönen Dinge des Alltags. Vorrangig arbeitet sie mit Porzellan und Glas, aber auch Metall und Ton zählen zu Materialien, aus denen sie Gefäße und Schmuck herstellt.

Schöner essen. Foto: pr

Ihre Gestaltung ist schlicht und grafisch, jedoch nicht ohne besonderes Detail. Die Becher haben keinen Henkel, stattdessen finden die Finger Halt an einer Kante, die nicht nur eine angenehme Handhabung, sondern auch das Stapeln der Becher ermöglicht. Dekorative Elemente wie feine Goldlinien sowie Stempel und der Einsatz von Glasuren machen jedes Gefäß einzigartig. Porzellan und Glas in wunderbarer Form weiterlesen

Das Juli-Programm bei »Sommer im Park«

Musikalische Reisen ins All

Im Juli starten im Körnerpark gleich mehrere musikalische Raumflüge.
Am 21. Juli tritt das Berliner Quintett »Nova fliegt zum Mond« den Beweis für die Überwindung der musikalischen Schwerkraft an. Mit ihrem Treibstoffgemisch aus Klezmer, Balkan Pop und Gipsy Swing reißt die Gruppe um die aus Rumänien stammende Sängerin Nova Campanelli mit französischen, englischen, rumänischen und deutschen Texten und temperamentvollen Beats das Publikum von den Bänken und lädt zum Tanzen und Mitwippen ein.

Nova fliegt zum Mond. Foto: Hagen Moeller

Das Juli-Programm bei »Sommer im Park« weiterlesen

Sommerfest der »MoRo Senioren«

Sylvia-Fee Wadehn lässt Dampf ab

Unermüdlich ist Sylvia-Fee Wadehn im Einsatz und vertritt die Interessen der Neuköllner Senioren in dem Verein »MoRo Senioren Wohnanlagen e.V.«. Insgesamt vier Wohnanlagen betreut sie und versorgt etwa 700 Bewohner mit niederschwelliger Pflege.

Diskussion auf Augenhöhe. Foto: ro

Einseitig und radikal sind ihre Auftritte. So auch anlässlich des Sommerfestes am 21. Juni in der Seniorenwohnanlage in der Rollbergstraße. In ihrer Rede stellte sie mit Bedauern fest, dass keine Partei einen Vertreter zu dem Fest geschickt hatte. Selbst die Neuköllner Seniorenvertretung war weit und breit nicht zu sehen.
Mit ihrer Partei, der SPD, ging sie heftig ins Gericht. Sie sei im Herzen Sozialdemokratin, vermisse jedoch genau das in der SPD. Wadehn warf ihrer Partei Personenkult vor und warnte die Partei vor den Senioren, die immerhin einen Anteil von 30 Prozent in der Bevölkerung ausmachen. Sommerfest der »MoRo Senioren« weiterlesen

»Turngemeinde in Berlin 1848 e.V.« – Tradition und Herz

Ältester Sportverein Berlins zeigt sein enormes Angebot

Mit der Gründung im Jahr 1848 und über 6.000 Mitgliedern ist die »Turngemeinde in Berlin 1848 e.V.« nicht nur der älteste Sportverein Berlins, sondern auch einer der größten. Das Sportzentrum des Vereins am Columbiadamm schafft eigene Angebote vor Ort und ist zugleich Sitz der Geschäftsstelle. Zusätzlich zum Hauptstandort betreibt der Verein mehrere weitere Sportstätten in Berlin und ist zudem Organisator für sportliche Events in der Hauptstadt. Dabei sorgen größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter für einen reibungslosen Betrieb.

Mit Schwung an den Ball. Foto: M.Stegner

Ein Blick über das Gelände des Sportzentrums offenbart ein Traumland für Sportler: Ein nagelneues Ultimate Frisbee-Feld, eine Bogenschießanlage, Tennisplätze Innen und Außen, Badmintonfelder und der wohl am besten gepflegte Kunstrasenplatz für Hockey in Berlin, welcher wiederum umrandet ist durch eine hochmoderne Tartanbahn mit Sensortechnik zur Zeit- und Datenmessung der Athleten. Da werden die Augen groß, aber das ist bei Weitem nicht alles. Allein am Hauptstandort gibt es eine riesige Auswahl von Kursen mit Yoga, Rückenfitness und Kindersport, aber auch Rehabilitationssport für Orthopädie, Koronar und die Lunge, welche mit entsprechender ärztlicher Bescheinigung kostenlos sind. »Turngemeinde in Berlin 1848 e.V.« – Tradition und Herz weiterlesen

Berliner Meister Empfang

»Tasmania« spielt nächstes Jahr überregional

»Ra Ra Ra Tasmania« skandierten die Fans auf dem Rathausvorplatz und schwenkten begeistert ihre Fahnen. Sie waren gekommen, um mit dem frischgebackenen Berliner Meister »SV Tasmania Berlin« den Titelgewinn zu feiern. Die erste Herrenmannschaft des Vereins hat den Aufstieg von der sechsten in die fünfte Liga geschafft und ist damit nach 20 Jahren wieder in der Oberliga Nordost vertreten.
Aus diesem Anlass wurde dem Fußballclub am 11. Juni die Ehre eines Sieger-Empfangs bei Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) zuteil.

Tasmania ist Meister und jubelt auch im Rathaus weiter. Foto: mr

Nachdem sich Spieler, Trainer und die Vorstandsmitglieder Detlef Wilde und Hussein Ahmad vor der Wappengalerie ins Goldene Buch des Bezirks eingetragen hatten, ging es auf den Rathaus-Balkon, von dem aus die Mannschaft den jubelnden Fans zuwinkte und ausgelassen die Trophäe schwenkte. Berliner Meister Empfang weiterlesen

Fenstergespräche

Von Hilfsbereitschaft und Müll

KuK: Was beschäftigt Sie zur Zeit im Kiez?
Frau Bandlow: Was ich schlimm finde hier in der Geygerstraße, ist der Müll. Jeden Tag liegt wieder was da. Man kann mit den Leuten reden wie man will, da ändert sich nichts. Beim Ordnungsamt kann man zwar anrufen, wenn da aber täglich was neues liegt, bringt das auch nichts. Wir haben kein Internet, deshalb kann ich neue Angebote zur Meldung solcher Missstände nicht nutzen.
KuK: Was ist besonders schön in Ihrem Kiez?
Frau Bandlow: Die Hilfsbereitschaft. Ich habe eine Behinderung und bin deshalb auf meine Gehhilfe angewiesen. An der U-Bahnstation muss ich nur mit meinem Rollator in die Nähe der Stufen fahren und schon werde ich gefragt, ob ich Hilfe brauche. Besonders die jungen muslimischen Frauen und die Flüchtlinge sind sehr engagiert. Die sprechen oft gar kein Deutsch, aber versuchen mit Händen und Füßen zu erklären, dass sie mir gerne helfen.
KuK: Haben Sie einen Tipp für die heißen Tage?
Frau Bandlow: Ich gehe nicht mehr viel raus wegen meiner Behinderung. Bei solchen Temperaturen wie jetzt mache ich gern alles dunkel und schließe die Fenster, damit die Wohnung nicht zu heiß wird.
*Frau Bandlow, Geygerstraße – Name auf Wunsch geändert.

me

Weiße Zaunrübe

Gefährliches Gewächs auf der Lessinghöhe

Sie rankt an vielen Ecken durch die Lessinghöhe und auch anderswo. Sie wächst in ganz Europa.
Seit letztem Jahr lässt die Pflege in der Lessinghöhe sehr zu wünschen übrig, so dass damit zu rechnen ist, dass spätestens nächstes Jahr mindestens 30 verschiedene Büsche »ihren Geist aufgegeben haben werden«, weil sie von der Zaun­rübe erstickt wurden.

HOCHBERANKT.  Foto: historisch

Sowohl die Griechen als auch die Römer nutzten die Wurzel der weißen Zaunwinde. Es ist davon auszugehen, dass bereits Hippokrates sie schon verwendete, und Dioskurides hat sie beschrieben als Arzneidroge, die bei Brandwunden helfen kann.
Im Mittelalter wurde mit ihr getrickst. Da die Alraune als die heilsamste Pflanze galt und sehr selten war, wurden Gutgläubigen die Wurzel der weißen Zaunrübe als Alraunenwurzel untergejubelt, mit fatalen Folgen, da sie komplett giftig ist. Weiße Zaunrübe weiterlesen

Basteln mit Rolf

Balance halten

Seit Anfang Juli wird wieder in Wimbledon Tennis gespielt, und wieder werden dort rund 80Tausend Tennisbälle verbraucht. Recycelt werden die jedoch kaum. Für meine Tennisballfigur »Balance« genügt ein Tennisball, Draht von etwa ein bis zwei Millimeter Stärke, ein Seitenschneider zum Ablängen, eine Zange zum Biegen, eine Ahle, ein Lötkolben, ein Blatt Papier, ein Stift und, wie immer: Lust zum Pfriemeln.


Der Seehund entstand aus einem einzigen Stück Draht, einschließlich der nach rechts und links gehenden Brust- und den gespreizten Schwanzflossen! Die erlauben nämlich der Skulptur das sichere Stehen. Es empfiehlt sich, vorher auf Papier eine Vorlage in gewünschter Größe anzulegen, die das Biegen erleichtert. Begonnen wird am Kopf, und dort kommt man auch wieder an, nur, dass von hier der Draht noch weiter geht, was später nicht mehr zu sehen ist, weil dieses Stück im Ball verschwindet. Basteln mit Rolf weiterlesen

Petras Tagebuch

Vergesslichkeit ist ansteckend

Vor nicht allzu langer Zeit wurde mal wieder mein Fahrrad am hellichten Tag während meiner Arbeitszeit aus dem Hinterhof – letztlich vor unser aller Augen – gestohlen.
Dieser Vorfall brachte meine Kollegen und mich dazu, unsere Fahrräder im Büro abzustellen. Hier ist selbstverständlich ein Abschließen überflüssig.
Als meine Kollegin einen Termin im Bezirks­amt hatte, fuhr sie wie gewohnt mit dem Fahrrad. Wenige Minuten vor dem Termin rief sie an und teilte uns mit, dass sie ihr gesamtes Schlüsselbund, an dem sich auch der Fahrradschlüssel befindet, im Büro vergessen hatte. Die Zeit, noch einmal in die Firma zu fahren, war zu knapp, denn bei Terminen im Bezirksamt ist Pünktlichkeit nicht nur eine Zier, sondern Voraussetzung für einen gelungenen Gesprächsverlauf.
Ich erklärte mich bereit, ihr Fahrrad anzuschließen. Flink machte sie ein Bild von dem Fahrrad mit dem Standort vor dem Amtsgericht. Per WhatsApp sendete sie es in Windeseile. Und ich fuhr los. Das Fahrrad war anhand des Bildes schnell gefunden, und ich dachte so bei mir, dass sie es vor Petras Tagebuch weiterlesen

Der Marlboro Mann geht mit vollen Taschen

                                                                                                                                                                          Fotocollage: jr

Neue Chancen für Belegschaft und das Neuköllner Gewerbegebiet

Auf der Betriebsversammlung des Neuköllner »Philip Morris« Werkes am 28. Mai, dem Dienstag vor den Brückentagen zu Himmelfahrt, verkündete die Geschäftsleitung offiziell, dass von 1050 Arbeitsplätzen in Neukölln zum Januar 2020 in Berlin nur noch 75 übrigbleiben sollen, weitere 25 gehen nach Sachsen. Daraufhin wurden die Mitarbeiter bis zur nächsten Woche nach Hause geschickt. Dann beginnen konkrete Verhandlungen über eine angekündigte »sozialverträgliche Lösung« und die weitere Nutzung des Werksgeländes.
Die Geschäftsführung begründet ihren Schritt mit dem »zunehmenden Rückgang« des Konsums von versteuerten Zigaretten. Der »Deutsche Verband der Zigarettenhersteller« beziffert die aktuelle Zahl der in Deutschland bestellten Steuerbanderolen für Tabakwaren auf 75 Milliarden im Jahre 2017. Auf dem Markt hält »Philipp Morris« derzeit einen führenden Anteil von über 30 Prozent. Bei der Neuköllner Belegschaft, dem Betriebsrat und ihrer Gewerkschaft »Nahrungsmittel, Gaststätten und Genuss« (NGG) stößt daher die Schließung auf Unverständnis. Der Konzern erwirtschafte in Neukölln schwarze Zahlen. Der Marlboro Mann geht mit vollen Taschen weiterlesen

Bienenweisheit

Was lange schon eine Allerweltweisheit ist, wird heute von vielen Lebensmittelproduzenten als Besonderheit auf ihren Webseiten gepriesen: Bienen arbeiten in Sachen Bestäubung von Obstplantagen ökonomischer, als es der Mensch je vermag. Dabei war der Nutzen der Bienen für die Bestäubung von Obstbäumen bereits um 1919 bestens bekannt, wie ein Blick in das »Neuköllner Tageblatt« in dieser Ausgabe zeigt. Versuche hätten gezeigt, dass Obstbäume, in deren Nähe keine Bienen siedelten, geringere Erträge aufweisen. Für die Chinesen, die ihre Großplantagen mittels unzähliger Arbeiter per Hand bestäuben müssen, weil der Einsatz von Pestiziden den Lebensraum der Bienen vernichtet hat, wird dies deutlich: Nun müssen 1.500 Arbeiter ran, um die Arbeit zu leisten, die allein ein Bienenvolk schaft – das zeigt: »Neuköllner Tageblatt» lesen lohnt sich!

Stephanus Parmann

Fünf Jahre Volksentscheid

Diskussion über Bebauung des Tempelhofer Feldes wieder aufgeflammt

Das Tempelhof-Gesetz gilt. Foto: mr

Vor fünf Jahren fand parallel zur Europawahl der Volksentscheid zum Erhalt des Tempelhofer Feldes statt. Von den 1,1 Millionen Berlinern, die über die Randbebauung mit Wohnungen und Bibliothek abstimmten, waren 739.124 gegen eine Bebauung – eine deutliche Mehrheit. Damit ist das Feld als Freifläche gesetzlich geschützt. Seitdem haben es sich die Bürger angeeignet, Sportler, Künstler, Kleingärtner und Menschen, die einfach nur frische Luft tanken und die Weite genießen wollen, leben hier in friedlicher Koexistenz. Das ist an keinem anderen Ort in Berlin möglich.
Am 25. Mai feierten viele Initiativen dieses Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen, Musik, Kinderprogramm und Picknick. Der Verein »100% Tempelhofer Feld«, der das Volksbegehren initiiert hatte, lud zur Kundgebung »Feld for future« ein. Im »Haus 104« informierten Mitglieder des Vereins über ihre Arbeit und die Bürgerbeteiligung zur weiteren Entwicklung des Feldes.
Nach dem bestehenden Tempelhof-Gesetz darf es nur behutsame, geringfügige Eingriffe geben.
Trotzdem ist die Diskussion über die Bebauung des Tempelhofer Feldes wieder aufgeflammt.
Sowohl von Politikern aller Parteien als auch aus der Berliner Wirtschaft werden immer wieder Forderungen laut nach einer »behutsamen Randbebauung“ mit „bezahlbaren Wohnungen«. Besonders Berlins Regierender Michael Müller (SPD) will das Tempelhofer Feld in Sachen Wohnungsbau nicht aufgeben.

mr

Zukunft des Karstadt-Hauses am Hermannplatz

BVV diskutiert über Antisemitismus und Straßenumbenennung

Hermannplatz.  Foto: mr

Beim »Palästinensertag am Hermannplatz« am 4. Mai kam es zu einem Tumult, bei dem mehrere Männer verletzt wurden. Auslöser war ein junger Israeli, der vor der Bühne Pro-Israel-Rufe skandierte und daraufhin von mehreren Personen weggedrängt und geschlagen wurde.
Das nahm die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in ihrer Sitzung am 22. Mai zum Anlass, in einer Entschließung mit großer Mehrheit »konsequent jede Form von Antisemitismus« zu verurteilen. Dass das Existenzrecht Israels in Zweifel gezogen werde und Vertreter der anti-israelischen Boykott-Kampagne »BDS« auftraten, sei absolut inakzeptabel, heißt es weiter.
Die Linke lehnte den Antrag ab. Ihr Fraktionsvorsitzender Thomas Licher erklärte, bei dem Israeli habe es sich um einen »betrunkenen Provokateur« gehandelt, der versucht habe, die Veranstaltung zu stören. Auch die BDS-Kampagne bezeichneten die Redner als nicht antisemitisch. Zukunft des Karstadt-Hauses am Hermannplatz weiterlesen

Wohnungsbau auf dem Mettefeld?

Viele Ideen sind noch kein Plan

Inmitten schmucker Einfamilienhäuser zwischen Ostburger Weg und Neuhofer Straße gegenüber dem Kirchhof Rudow liegt ein großes freies Feld, das sogenannte Mettefeld.

bürgerinitiative wehrt sich.                                                                                                                              Foto: mr

Das 44.000 Quadratmeter große Gelände gehört der evangelischen Kirchengemeinde. Die macht sich derzeit Gedanken darüber, was sich in Zukunft damit anfangen ließe. Ende 2016 rief die Gemeinde deshalb die »Arbeitsgemeinschaft (AG) Mettefeld« ins Leben. Nach vielen Beratungen hat der Gemeindekirchenrat im Februar den Beschluss gefasst, einen städtebaulichen Ideenwettbewerb auszuloben. Mit der Organisation wurde das Büro »Planwerk« beauftragt.
Am 7. Mai gab es im Gemeindezentrum in Rudow einen Informationsabend zum Thema.
Siegfried Reibetanz vom Büro »Planwerk« versicherte, dass der Sieger des Wettbewerbs keinen Bauauftrag erhalte, sondern ein Preisgeld. Dadurch seien die Teilnehmer motiviert, eine schöne und sinnvolle Gestaltung in den Vordergrund zu stellen. Für den September stellte er eine zweite Beteiligungsrunde mit den Nachbarn in Aussicht. Wohnungsbau auf dem Mettefeld? weiterlesen

Anschlagsserie in Neukölln

Betroffene fordern parlamentarischen Untersuchungsausschuss

Seit 2016 wird Neukölln von einer Serie mutmaßlich rechtsextremistischer Anschläge heimgesucht. Autos wurden angezündet, Scheiben von Geschäften eingeschlagen, Morddrohungen auf Häuserwände geschmiert. Gerichtet sind sie gegen Menschen, die sich für Demokratie engagieren. Die Täter wurden bisher nicht gefasst, der Großteil der Ermittlungen wurde eingestellt.

Betroffene im Gespräch. v. l.: Mirjan Blumenthal,Martin Hikel, Anne Helm, Jo Goll.            Foto: mr

Nun sammeln die Betroffenen Unterschriften für eine Petition, mit der sie erreichen wollen, dass ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus eingerichtet wird, der mit seinen besonderen Rechten zur Akteneinsicht und zur Zeugenvernehmung Aufklärung schaffen soll.
In einem Podiumsgespräch am 23. Mai im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt berichteten einige der Betroffenen von Versäumnissen, mangelnder Empathie und Fehler der Ermittlungsbehörden. Spuren seien nicht verfolgt worden, sagte Heinz Ostermann, dem bereits zweimal das Auto angezündet wurde. Obwohl sich die Taten ähneln, wollen die Behörden sie nicht als einen Komplex betrachten, beklagte er. Anschlagsserie in Neukölln weiterlesen

Leider immer wieder Rechtsextremismus

Dokumentation über rechtsradikale Kontinuität und Gegenwehr

Im Brennpunkt rechtsradikaler Hetze und Gewalt steht immer wieder Neukölln. Nicht durch Zufall setzt die Wanderausstellung »Immer wieder? Extreme Rechte und Gegenwehr in Berlin seit 1945« in der zweiten Etage des Rathauses Neukölln, vor dem Sitzungssaal der Bezirksverordnetenversammlung, ein deutliches Zeichen. In seinem Grußwort zur Eröffnung am 10. Mai sprach Bürgermeister Martin Hikel daher sehr persönlich, weil er selbst, bereits als er sich politisch zu engagieren begann, die wieder aufkommende rechte Gewalt und den Widerstand dagegen miterlebte. Leider immer wieder Rechtsextremismus weiterlesen

»Verschaff mir Recht«

Ausstellung gegen Kriminalisierung Homosexueller

»Die Kirche sollte uns beschützen, jeden Christen, jeden Menschen«, fordert die lesbische Katholikin Joanita Warry Ssenfuka aus Uganda. Sie ist eine von zehn katholischen Christen aus aller Welt, die in der Fotoausstellung »Verschaff mir Recht« in der St. Christophorus Kirche zu Wort kommen. Die Wanderausstellung wurde im Auftrag der Ökumenischen Arbeitsgruppe »Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.« im Rahmen des Projekts »Gleichberechtigung von LSBT in der katholischen Kirche« erstellt. Nach Neukölln geholt wurde sie von Hans-Joachim Hassemer und Manfred Hassemer-Tiedeken, die in der »HuK« und beim globalen »Netzwerk der Regenbogen-Katholiken« aktiv sind.

Vier für Akzeptanz.                                                                                                                                              Foto: mr

Gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Männern ist in rund 80 Staaten strafbar, in fast 50 auch weibliche Homosexualität. Die Strafen reichen von Geldstrafen bis zu mehrjährigen Haftstrafen. In vier Ländern und drei Regionen wird gegenwärtig sogar die Todesstrafe verhängt. »Verschaff mir Recht« weiterlesen

Für ein grünes Quartier

19. Balkonwettbewerb in der High-Deck-Siedlung

Am 9. Mai wurde der 19. Wettbewerb für Balkone, Terrassen und Mietergärten im Quartier High-Deck-Siedlung/Sonnenallee Süd eingeleitet. Zum Auftakt der Veranstaltung im Garten des Nachbarschaftstreffs »mittendrin« sang die Kita-Gruppe »Highdechsen« ein Lied über den Frühling, mit dem sie prompt für gutes Wetter und eine tolle Stimmung sorgten.

Biedermann und die Waschbärin Lilo.                                                                                                       Foto: me

Unter den Anwesenden befand sich unter anderem der diesjährige Schirmherr des Wettbewerbs, Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (Grüne), der im Anschluss seine Begrüßungsworte an die Gäste und Vertreter verschiedener Organisationen und Unternehmen richtete. Hierbei erzählte er zum einen, wie schön es sei, diesen Wettbewerb nun schon zum 19. Mal durchzuführen, zum zweiten betonte er die Wichtigkeit von grünen Balkonen und Gärten für das städtische Klima und vor allem für Insekten. Diesen Gedanken aufgreifend, berichtete Jörg Kneller, Vorstand der »EVM Berlin eG« im Anschluss, dass die Ansiedlung von Bienenvölkern auf den Dächern der Geschäftsgebäude der »EVM« geplant sei. Für ein grünes Quartier weiterlesen

Sanierung ohne Feingefühl

Kommentar zur Bürgerbeteilung Weigendufer

In zwei Veranstaltungen versuchte das Neuköllner Bezirksamt die Wogen zu glätten, die sich rund um die ökologisch fragwürdigen Rodungen am Weigandufer aufgetürmt haben. Im schönsten Frühlingsgrün Anfang Mai stellten sich am noch ungerodeten Uferweg Vertreter der Verwaltung und der mit der Sanierung beauftragten Firma BSG einer unerwartet großen Anzahl von etwa 30 Bürgern zur Diskussion. Mitte Mai gab es noch einen sogenannten Pflanzenworkshop. In beiden Veranstaltungen sollte die Notwendigkeit der Rodungen vermittelt werden.

Widerstand gegen Baumrodungen.                                                                                                             Foto: wu

Bei den Anwohnern kamen die Argumente nur bedingt gut an. Sie hatten viele Gegenargumente und einen Sack voller Fragen. Die Beobachtung einiger Anwohner, dass der Bestand und die Vielfalt an Vögeln, Wildtieren und Insekten durch die Sanierung bereits sehr gelitten habe, konnte die Bürokraten nicht von ihrer Linie abbringen. Bei der Diskussion am Uferweg stellte sich heraus, dass sie vom Nistverhalten der Sperlinge völlig falsche Vorstellungen hatten. Sanierung ohne Feingefühl weiterlesen

Chance nicht genutzt!

Umbau ohne barrierefreien Zugang

An der Fritz-Karsen-Schule in Britz gibt es einen viel genutzten Zugang zu dem in einer Senke liegenden Fenn­pfuhl Park. Dort gibt es nur eine vielstufige Treppe. Kürzlich wurde der Parkweg dorthin saniert, ohne diesen Zugang erstmals barrierefrei zu gestalten. Das verwundert, weil diese Treppe ebenfalls zu einem Nebeneingang der Schule führt, der besonders für öffentliche Veranstaltungen in der Schul-Aula geöffnet wird, unter anderem auch für die vom Bezirksamt ausgerichtete Stadtteilkonferenz.

Wilde Rampe mit Hindernissen.                                                                                                                      Foto: rr

Nicht nur Parkbesucher umgingen jahrzehntelang dieses Treppenhindernis über eine wilde »Rampe«, die dem Grünflächenamt seit langem bekannt ist und geduldet wird. Nach Veränderungen dort wurde erst dieser Weg durch quer gelegte Baumstämme blockiert, und jetzt verbarrikadieren auch noch überhohe Kantensteine gezielt diese Zugangsmöglichkeit.
Dazu gab es eine Bürgeranfrage, auf die am 3. März Bezirksbürgermeister Hikel vor der Bezirksverordnetenversammlung antwortete. Laut Protokoll sagte er, dass an dieser Stelle keine Möglichkeiten bestünden, einen barrierefreien Zugang zu realisieren, und die Treppe daher »alternativlos« sei. Die Parknutzer fragen sich, ob es dazu überhaupt je eine Ortsbegehung gab. Chance nicht genutzt! weiterlesen

von Neuköllnern für Neuköllner