Archiv der Kategorie: Kiez

Per Pedale durch Neukölln

In Zukunft sicher durch die Karl-Marx-Straße?                                                                                       Foto: fh

Neue Radwege in der Karl-Marx-Straße

Seit der Regierungsbildung des neuen Senats hat das Fahrrad eine neue Bedeutung bekommen. Radwege sollen entstehen und Gefahrenstellen für Radler entschärft werden.
Als die Lenkungsgruppe [Aktion! Karl-Marx-Straße] am 8. August tagte, stand eben dieses Thema im Vordergrund. Die Lenkungsgruppe ist ein Beteiligungsgremium, das die Belange von Bürgern und Gewerbetreibenden in der Karl-Marx-Straße und den abzweigenden Nebenstraßen koordiniert.
Geplant ist ein Radweg beidseitig der Karl-Marx-Straße von der Weichselstraße bis zum Hermannplatz. Diese Lösung stellt nur eine Zwischenlösung dar, weil die Sanierung der Karl-Marx-Straße wahrscheinlich erst 2022 beendet sein wird. Bis dahin wird an einer dauerhaften Lösung gearbeitet. Die Karl-Marx-Straße ist eine Hauptverkehrsader und fällt von der Zuständigkeit und der Finanzierung dem Senat zu.
Folgerichtig war Roland Jannermann, zuständig in der Senatsverwaltung für Verkehrsplanung, anwesend. Drei Planungsvarianten wurden vorgestellt: Per Pedale durch Neukölln weiterlesen

Haus 104 – Die Stadt sind wir!

Eröffnung des Bürgerhauses auf dem Tempelhofer Feld

Das Gebäude 104 auf dem Tempelhofer Feld ist seit dem 14. August 2017 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Während einer kleinen Feier wurden die Schlüssel für Haus 104 von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz an Evelyn Bodenmeier von der Geschäftsstelle für die Feldkoordination übergeben.

Neue Inhalte zwischen Feldlerchen.                                                                                                             Foto: mr

Es ist eines von circa 30 Bestandsgebäuden auf dem Feld und diente schon im Zweiten Weltkrieg als Peilanlage zur Funkortung von Flugzeugen, später der US Air Force als Radiosondenstation und Flugwetterwarte. Zuletzt wurde das Gebäude von der Freien Universität als Wettermessstation genutzt.
Nun wird das Haus 104 seiner Bestimmung als Treffpunkt der weiteren Bürgerbeteiligung, entsprechend des Entwicklungs- und Pflegeplans (EPP) zum Tempelhofer Feld, zugeführt. Haus 104 – Die Stadt sind wir! weiterlesen

Aus der Zauber

Eingang zum Jerusalem-Friedhof in der Hermannstraße.Foto: fh

Die Bebauung der Friedhöfe rückt näher

An der Hermannstraße südlich des Verbindungsweges zum Tempelhofer Feld befinden sich eine Reihe von Flachbauten aus den 50er-Jahren, die durchweg Ladenlokale beherbergen. Einige Läden stehen bereits leer. An den verdreckten Fensterfronten, die kaum noch einen Blick ins Innere zulassen, ist zu sehen, dass sie nicht erst seit gestern leer stehen. Die anderen bieten eine bunte Mischung aus Trödel, gebrauchten Elektrogeräten und Kulinarischem von Asien bis Nordafrika. Und mittendrin, sozusagen als exotischer Farbtupfer, bietet der »Zauberkönig« bereits seit 1952 vom Niespulver bis zu falschen Bärten alle möglichen Zauber- und Scherzartikel an.
So unterschiedlich die Geschäfte sind, verbindet sie doch ein gemeinsames Schicksal: Ihre Mietverträge laufen allesamt Ende des Jahres aus, denn die Baracken sollen abgerissen werden. Aus der Zauber weiterlesen

Ein bisschen mehr Sicherheit

Große Lösung für fahrradfreundliche Hermannstraße nur mit Senatsverwaltung

Über ein kleines Signal für mehr Sicherheit für Radfahrer konnte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 19. Juli berichten. An der Hermannstraße Ecke Kienitzer Straße, wo im Juni ein Radfahrer tödlich verunglückte, wurde der Bereich des absoluten Halteverbotes erweitert und mit einer Fahrbahnmarkierung versehen. Da sich Autofahrer von Halteverbotszonen oft nicht beeindrucken lassen, wurden in die Sperrfläche zusätzlich zwei Poller eingebaut.

Neue Sicherheitszone. Foto:mr

Nachdem die Verkehrslenkung zugestimmt hatte, wurden die Maßnahmen innerhalb von 24 Stunden umgesetzt. Kosten rund 500 Euro.
Aber das ist natürlich nur ein kleiner Schritt. Auf dem großen Rest der Straße sind die Radler weiterhin eingeklemmt zwischen geparkten Autos und dem fließenden Verkehr. »Die Hermannstraße ist eine schwierige Straße«, sagte Giffey. Aber um allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden, müsse jetzt in einem ersten Schritt ein Gutachten über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Radwegesituation erstellt werden. Die Mittel dafür werden beim Senat beantragt.

mr

Klettern im Walfischskelett

Neuer Spielplatz an der Schierker Straße eröffnet

Schon vor der offiziellen Eröffnung am Nachmittag des 15. Juli hatten die Kinder den neuen Spielplatz an der Schierker Straße in Besitz genommen. Fröhlich tobten sie auf so ungewöhnlichen Spielgeräten wie einem Walfischskelett-Klettergerüst, Wollnashorn-Wackelzahn, einer Seilbahn oder einem Mammutkiefer-Balancierknochen.

Gemeinsame Spielplatzeröffnung.                                                                                                                 Foto:mr

Das Klettergerüst mussten die Kinder dann kurzfristig wieder räumen, damit Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey gemeinsam mit den Stadträten Jan-Christopher Rämer und Jochen Biedermann sowie Quartiersmanager Ulrich Lautenschläger mit dem Durchschneiden des Absperrbandes den Platz offiziell eröffnen konnten. Anschließend ließen es sich die Herren nicht nehmen, die Seilbahn auszuprobieren. Klettern im Walfischskelett weiterlesen

Alter Güterbahnhof wird neues Stadtquartier

Planer stellen erste Entwürfe vor

Auf dem alten Güter­bahn­hof Neukölln zwischen S-Bahngleisen und Ringbahnstraße soll zukünftig ein neues Stadtquartier entstehen. Wie das in Zukunft aussehen könnte, davon konnten sich interessierte Anwohner am 12. Juli in der Mensa der Silbersteinschule einen ersten Eindruck verschaffen. Dort stellten die Planer eine städtebauliche Studie mit ersten Entwürfen vor.

Planerträume.                                                                                                              Foto: Wehrhahn Architekten

Die »Projektgesellschaft Ringbahnstraße« möchte auf dem Gelände 400 bis 700 Mietwohnungen errichten, 25 bis 30 Prozent preisgebunden, Eigentumswohnungen sind keine vorgesehen.
Nach den Vorstellungen der Architekten Hans Wehrhahn und Stephan Niewolik soll entlang der S-Bahn ein durchgehender Gebäudekomplex mit sieben Etagen entstehen, der die übrigen Gebäude vom Lärm der Bahn abschirmt. Zur Ringbahnstraße hin sollen begrünte Höfe angelegt werden, um die sich die einzelnen Blöcke gruppieren. Die hier geplanten Fünfgeschosser werden in etwa die gleiche Höhe haben wie die Gründerzeithäuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Alter Güterbahnhof wird neues Stadtquartier weiterlesen

Bundestagskandidat im Einsatz mit der Polizei

Marcus Jensen nachts mit Sirene unterwegs. Ein Erlebnisbericht

Im Rahmen meiner Kandidatur für den Deutschen Bundestag wollte ich unbedingt einmal die Arbeit der Polizei begleiten, um mir ein gutes Bild zu machen. Wie ist die Motivation der Beamten? Wie ist die Polizei ausgestattet, sowohl personell als auch von der Ausrüstung, dem sogenannten Handwerkszeug? Wie ist die Reaktion auf der Straße, wenn die Polizei zum Einsatz unterwegs ist? Alles spannende Themen, über die ich nach der Aktion ein klareres Bild haben wollte.

Rund um die Uhr im Einsatz.                                                                                                                            Foto: pr

Die Begleitung begann um 22 Uhr und dauerte vier Stunden. Kaum hatte ich die Erklärung unterschrieben, meine Schutzweste erhalten und die beiden netten Beamten vorgestellt bekommen, die ich begleiten durfte, da ging es schon im Laufschritt zum Wagen: Grund war häusliche Gewalt in der Nähe. Im Auto sitzend, löste sich der Klettverschluss auf der linken Seite der Schutzweste, und den Sicherheitsgurt bekam ich erst zum Einrasten, als wir angekommen waren. Es ging im schnellen Tempo mit dem Streifenwagen und mit Blaulicht durch den Norden von Neukölln. Hier war mir nach wenigen Minuten klar: Für diesen Job musst du hellwach in jeder Sekunde sein, auch im größten Stress-Moment, vor allem aber sehr starke Nerven haben. Bundestagskandidat im Einsatz mit der Polizei weiterlesen

Gletschersterben in Britz

Eine Institution soll weichen

Wieder droht aus Britz Geschichte zu verschwinden. 2001 musste der »Buschkrug«, ein 1385 gegründetes Gasthaus, einer Straßenverbreiterung weichen. Dann wurden die beiden Sendetürme des RIAS einfach weggesprengt.
Das frühere Dorf Britz hat mit dem ehemaligen »Britzer Gutshof«, der Dorfkirche, der alten Schule und dem Schloss ein fantastisches, denkmalgeschütztes Dorfkernensemble. Warum die ehemalige Zahlstelle und der Krämerladen für die Tagelöhner des Gutes direkt am Britzer Dorfanger nicht dazugehört, bleibt fragwürdig.

»Gletscher«-Publikum in alten Zeiten.                                               Foto: Archiv des Museums Neukölln

Wann das Gebäude an der Ecke Alt-Britz und Fulhamer Allee errichtet wurde, bleibt unklar. Dass es sich ab 1872 immer mehr zur Schankwirtschaft wandelte, ist dagegen belegt. Ab 1900 wurde aus dem »Weiss und Bairisch Bier Local« der »Gletscher«, der weit über Britz hinaus beliebt war, auch seines Biergartens wegen. Hier wurde traditionell nach dem Besuch der weitläufigen Britzer Rosenfelder oder während des alljährlichen stattfindenden Rosenfestes eingekehrt. Das blieb auch so, als nach der Isolation West–Berlins zu Zeiten der DDR die »Britzer Baumblüte« zum Werderersatz avancierte. Gletschersterben in Britz weiterlesen

Keine Chance für Langfinger

Rollberger Polizei gibt hilfreiche Tipps

Die Urlaubszeit hat begonnen. Viele Neuköllner fahren in die wohlverdienten Ferien. Einbrecher haben zu dieser Zeit Hochkonjunktur. So kann es passieren, dass das Betreten der ausgeplünderten Wohnung nach dem Urlaub zum Alptraum wird. Auch außerhalb der Urlaubszeit ist Umsicht geboten, denn Einbrecher machen nie zeitgleich Urlaub und sind immer quirlig unterwegs.
Obwohl die Anzahl der Wohnungseinbrüche leicht rückläufig ist, suchen die Kontaktbereichsbeamten des Polizeireviers 55 in der Rollbergstraße Neuköllner Wohnungen auf und weisen die Mieter auf Gefahren und Möglichkei­ten der Absicherung hin.
Mit den folgenden Stichworten sollen die Bürger für dieses Thema sensibilisiert werden. Keine Chance für Langfinger weiterlesen

Tod in der Hermannstraße

Mahnwache am Unfallort.                                                                                                                                                     Foto: mr

Geisterräder erinnern an verunglückte Radfahrer

Hermannstraße, Ecke Kienitzer Straße – ein weißes »Geisterfahrrad« liegt auf dem Asphalt, daneben Blumensträuße und brennende Grablichter. Hier hat sich zwei Tage zuvor, am 13. Juni, der schwere Unfall ereignet, bei dem ein 55-jähriger Radfahrer den Tod fand. Ein Autofahrer, der dort im absoluten Halteverbot stand, hatte achtlos die Tür aufgerissen. Der vorbeifahrende Radler prallte dagegen und zog sich bei dieser Kollision so schwere Kopfverletzungen zu, dass er am Tag darauf im Krankenhaus verstarb.
Rund 250 Menschen haben sich am Unfallort, an dem die Markierungen der Polizei noch deutlich zu erkennen sind, zu einer Mahnwache eingefunden. Gemeinsam mit den Angehörigen wollen sie des Verstorbenen gedenken und gleichzeitig von der Politik bessere und sichere Radwege fordern. Sie haben sich still auf die Straße gesetzt, ihre Fahrräder neben sich gelegt. Auch Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey ist gekommen, um der Familie ihr Beileid auszusprechen. Tod in der Hermannstraße weiterlesen

Neukölln übt erstmals Vorkaufsrecht aus

Liberdastraße 10 ist gerettet

Erstmals hat der Bezirk Neukölln das Vorkaufsrecht beim Verkauf eines Mietshauses ausgeübt. Das Haus in der Liberdastraße 10, in dem 24 Erwachsene und elf Kinder leben, sollte verkauft werden.
Die Bewohner hatten große Befürchtungen, sich im Falle eines Verkaufes mit anschließenden Schikanen bald neue Wohnungen suchen zu müssen. Das ist nun vom Tisch. Der Bezirk hat zugunsten der Wohnungsbaugesellschaft »Stadt und Land« Grundstück und Immobilie erworben. Damit sind die Wohnungen langfristig in öffentlicher Hand gesichert und der Immobilien­spekulation entzogen. Bezahlt wurde allerdings der Verkaufspreis und nicht der Verkehrswert. Neukölln übt erstmals Vorkaufsrecht aus weiterlesen

Schwarzer macht Kasse

Christina Schwarzer wirbt für »Deutschland rundet auf«

Kassieren für einen guten Zweck.                                                                                                                                    Foto: fh

»Deutschland rundet, auf« und Christina Schwarzer, die Neuköllner Bundestagsabgeordnete der CDU, hat mitgemacht. Am Morgen des 31. Mai stand sie tatkräftig im Kaufland in der Gutschmidtstraße und ließ sich an der Kasse einweisen.
»Ein paar Cent tun nicht weh und bewirken viel Gutes. Ich finde die Idee von »Deutschland rundet auf« klasse. Das Geld kommt sinnvollen Projekten zugute, die Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen eine vernünftige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen«, begründete sie ihr Engagement. Schwarzer macht Kasse weiterlesen

Senat stellt sich gegen Kiezladen

»Friedel54« trotz starker Proteste zwangsgeräumt

Zu sehen, wie ein Polizist einer jungen Frau ins Gesicht schlägt, während sie davongetragen wird, ist kein schöner Anblick. Aber dass eine Zwangsräumung kein friedliches Unterfangen ist, liegt wohl in der Natur der Sache, schließlich ist es das letzte Mittel, die Interessen eines Eigentümers, wenn nötig unter Anwendung von Gewalt, durchzusetzen. Im Fall der »Friedel54« wurden in einem Milieuschutzgebiet, im SPD-geführten Bezirk einer rot-rot-grün regierten Stadt die Eigentumsrechte der luxemburgischen Briefkastenfirma »Pinehill S.a.r.l.« gegen den seit 2004 dort ansässigen Kiezladen durchgesetzt.

Polizei schützt Miethaie.                                                                                                                                                  Foto: pschl

Als das Haus 2016 zum Verkauf stand, brachte die Hausgemeinschaft 1,7 Millionen Euro auf, um das Haus selbst zu erwerben. Die Immobilienfirma »Citec« entschied sich jedoch letztendlich für die zwei Millionen Euro bietende Pinehill. Der Bezirk hätte damals von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch manchen können, so wie er es nun bei der Liberdastraße 10 tatsächlich getan hat. Senat stellt sich gegen Kiezladen weiterlesen

Besser späth als nie

Politiker fordern die Wiedereröffnung der alten »Späthbrücke«

Unschuldige Brücke hinter Gittern.                                                                                                                                  Foto: fh

Seit 111 Jahren überspannt die 1906 gebaute alte »Späthbrücke« den Teltowkanal und verbindet so die Ortsteile Britz und Baumschulenweg. Seit der Eröffnung der A113 und dem Bau der »Neuen Späthbrücke« ist die 1992 instandgesetzte alte Fachwerkbrücke allerdings mit Gittern versperrt. Die Autos brettern 300 Meter weiter über den Kanal hinweg. Für Fußgänger und Radfahrer wäre die vollkommen funktionstüchtige alte »Späthbrücke« eigentlich eine willkommene Alternative, da sie direkt von Neukölln zum Mauerweg führt und den Fuß- und Radweg entlang des Kanals verlängern würde. Besser späth als nie weiterlesen

G20 in Neukölln

Vandalismus als politische Botschaft

Der Körnerpark, einer der schönsten Parks in Berlin, wurde einmal mehr Opfer von Vandalismus. In großen, unübersehbaren Lettern prangt auf dem Rasen der Schriftzug »G20 TO HELL«, mit Säure in das Gras geätzt.

Perle mit Makel.                                                                                                                                                                            Foto: mr

Offenbar soll die Botschaft als Protest gegen den G-20-Gipfel in Hamburg verstanden werden, bei dem am 7. und 8. Juli Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 18 Staats- und Regierungschefs zusammentrifft. Das legt zumindest ein Selbstbezichtigungsschreiben nahe, das auf der Internetseite »indymedia« veröffentlicht wurde. Darin heißt es: »Mit dem Slogan wollen wir unsere Kritik an dem bevorstehenden G20-Treffen in Hamburg zum Ausdruck bringen. Wir sagen: zur Hölle mit der Welt der G20 und ihren politischen Absichten!« G20 in Neukölln weiterlesen

Kampf gegen Müll

Müllköllns Wandel zu Schönkölln

Es ist Nacht in Neukölln. Im Mittelbuschweg fährt ein Kleinlaster vor. Fünf Männer leeren das mit Baumüll gefüllte Auto, wollen sich schnell wieder aus dem Staub machen. Womit sie nicht rechneten, war Andreas Rechholz, Einsatzleiter der »Müll-Sheriffs« von der Firma Kuhr Security.Er hielt die drei Osteuropäer und die beiden Iren auf, alarmierte die Polizei, die Täter wurden dingfest gemacht und das Auto beschlagnahmt. Ein Bußgeld von 3.000 Euro wurde erhoben, und nachdem die Geldsumme bezahlt war, bekamen die Täter das Auto zurück.

Vier für Sauberkeit.                                                                                                                                                                      Foto: fh

Neukölln hat ein Müllproblem. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey seit ihrem Amtsantritt. Zunächst ging sie mit gutem Beispiel voran und schwang unter dem Motto »Schön wie wir« den Besen, nun geht es an den illegal entsorgten Sperrmüll. Am 24. Mai gab sie im Rathaus eine Pressekonferenz zu diesem Thema.
2016 wurden 4.200 Kubikmeter illegaler Müll von der BSR entsorgt. Mit dieser Müllmenge ist Neukölln Berlins Spitzenreiter. Kampf gegen Müll weiterlesen

In eigener Sache

Absage des »Kneipengesprächs« mit AfD-Kandidat Andreas Wild am 16. Mai 2017

Die KIEZ UND KNEIPE Neukölln hat bereits zur Bundestagswahl 2013 ein eigenes Format entworfen, um mit den Neuköllner Bundestagskandidaten in einen kritischen Dialog zu treten – die »Kneipengespräche«. Jeder Kandidat war in eine Kneipe zum Gespräch mit einem Neuköllner Bürger eingeladen, die anwesenden Gäste konnten mit in die Diskussion eingreifen. Ausgewählt wurden die Parteien, die einen Sitz in der Bezirksverordnetenversammlung hatten. Auch für die anstehende Bundestagswahl war dieses Format wieder geplant.
Es fiel uns nicht leicht, auch die AfD zu einem solchen Gespräch einzuladen, aber unser demokratisches Verständnis und unsere journalistische Überzeugung, dass die Bundestagskandidaten der in die Bezirksverordnetenversammlung gewählten Parteien – CDU, SPD, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke, FDP und AfD – zu Wort kommen und sich den Bürgern des Bezirks stellen sollten, bewegte uns zu diesem Schritt. Der AfD-Bundestagskandidat für Neukölln ist Andreas Wild, der in der Vergangenheit durch völkische und rassistische Parolen auffiel, von denen auch wir uns bekanntermaßen distanzieren.
Viele Neuköllner zeigten Interesse an der für den 16. Mai im »Schiller’s« geplanten Veranstaltung, einige hatten nachvollziehbare Bedenken, sie könne zu einer Propagandaveranstaltung missbraucht werden, wieder andere versuchten, sie ganz zu verhindern. Nachdem wir diverse Drohungen erhielten, die KIEZ UND KNEIPE Neukölln in ihrer wirtschaftlichen Existenz zu vernichten, einzelne Redaktionsmitglieder Androhungen bis hin zu körperlicher Gewalt ausgesetzt waren, und auch unsere Anzeigenkunden angehalten wurden, uns etwa durch Anzeigenboykott zur Absage der Veranstaltung zu bewegen, sehen wir uns gezwungen, die Veranstaltung abzusagen.
Leider, aber konsequenterweise hat dies zur Folge, dass auch alle weiteren mit den Bundestagskandidaten geplanten Gespräche sowie die geplante KIEZ UND KNEIPE-Sonderausgabe zur Wahl abgesagt werden müssen. Wir bedauern, dass demokratisches journalistisches Verhalten von einigen Menschen in Neukölln mit dem Argument des Schutzes der Demokratie, aber eben auch mit Mitteln der Einschüchterung und Gewaltandrohung verhindert werden.
Berlin Neukölln, 10. Mai 2017
Die Redaktion der KIEZ UND KNEIPE Neukölln

Sündenbock der Gentrifizierung?

Gegrilltes Metall.                                                                                                                                                                            Foto: jt

Brandanschlag auf die »Schillerburger«- Autos mit Kollateralschaden

»Die Message ist glaube ich klar«, sagt Philipp Entekhabi und blickt durch das Fenster auf die ausgekohlten Karosserien vor der »Schillerburger«-Filiale in der Herrfurthstraße.
Der Chef und Mitgründer der boomenden Burgerkette erinnert sich noch an die Angriffe vor fünf Jahren und das damalige Bekennerschreiben, das deutlich machte, dass es den Tätern um die Gentrifizierung im Kiez ging. Seitdem war der Burgerladen samt der dazugehörigen Backstube und dem danebenliegenden Restaurant immer wieder Zielscheibe von Schmierereien und Anfeindungen. Sündenbock der Gentrifizierung? weiterlesen

Mosaike zwischen Baumhainen

Umgestaltung des Lohmühlenplatzes beginnt

Im Mai beginnt die Umgestaltung des südlichen Lohmühlenplatzes im Reuterkiez. Gut für Fußgänger und Anwohner: Bis Oktober werden am nördlichen Kiehlufer ein neuer Gehweg angelegt, eine Fußgängerquerung geschaffen und die Grünflächen neu gestaltet.

Südlicher platz wartet auf lebhafte Nutzung.                                                                                                         Foto: mr

Dafür werden 150.000 Euro aus dem Förderprogramm Aktive Zentren Berlin und den Mitteln der Städtebauförderung des Bezirks Neukölln investiert. Die Maßnahmen sind Teil eines Sanierungspakets, das die Aufenthaltsqualität im Bereich des Lohmühlen- und Weichselplatzes deutlich steigern soll. Mosaike zwischen Baumhainen weiterlesen

Basteln mit Rolf

Drahtige Gottesanbeterin

Die Europäische Gottesanbeterin ist die einzige Fangschrecke, die inzwischen auch dauerhaft in Berlin Schöneberg lebt. Sie ist leicht und maßstabgetreu aus Blumendraht und einem Kronkorken zu machen. Als Werkzeug reicht eine Biegezange und ein Seitenschneider und Lust zum Pfriemeln. Wie auf dem Bild zu sehen, sind alle Gliedmaßen und der Kopf aus Blumendraht gedreht. Nur die zwei Fühler bleiben glatt. Der Kronkorken, mittig zusammengefaltet, wird zum Hinterleib.
Fertiggestellt fällt diese Gottesanbeterin nicht mehr unters Artenschutzgesetz, das strengstens ihr Einsammeln sowie das Halten untersagt.

Autofahrverbot am Freitag

Künftiges Szenario in der Karl-Marx-Straße?                                                                                                          Foto: fh

Osterhase bringt neues Gesetz

Keiner hätte es für möglich gehalten, dass es so weit kommen könnte. Der Berliner Senat hatte auf Bestreben der Grünen einen Gesetzesvorschlag erarbeitet für autofreie Feiertage in Berlin. Anknüpfen sollte das Fahrverbot an den autofreien Sonntag, der während der Ölkrise in der 70er-Jahren vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) durchgesetzt wurde.
Beim letzten Plenum nun wurde der Gesetzesvorschlag von dem frisch gebackenen Abgeordneten Georg Kössler (Grüne) verlesen. Bei der Passage »Das Fahrverbot für PKW wird ab Ostern 2017 als Pilotversuch freitags in Neukölln in Kraft treten« zuckte keiner der wenigen Anwesenden zusammen. Gemeint war doch das Fahrverbot an Feiertagen, im Gesetzesvorschlag versehentlich mit freitags geschrieben. Die Abstimmung wurde durchgeführt, das Gesetz beschlossen. Autofahrverbot am Freitag weiterlesen

Trägerwechsel trotz guter Arbeit

Flüchtlingsunterkunft Gerlinger Straße bekommt neuen Betreiber

In vielen Flüchtlingsunterkünften gab es in den vergangenen Jahren Probleme mit den Betreibern. In der Gerlinger Straße dagegen lief alles glatt. Die »Beschäftigungsagentur Berlin-Brandenburg« (BABB) leistete gute Arbeit bei der kurzfristigen Übernahme der Trägerschaft für die Unterkunft im Februar und zuvor als Betreiber der Notunterkunft Sporthalle Efeuweg.
Ausgerechnet dieser Betreiber wird nun ausgewechselt. Im Rahmen der europaweiten Ausschreibung für die Interimsvergabe zum Betrieb der Unterkunft hat die DRK-Nothilfe den Zuschlag erhalten, ein Träger, der bisher keine Unterkunft in Neukölln betrieben hat und somit im Bezirk auch nicht vernetzt ist. Der Senat hatte bei dieser Ausschreibung den Schwerpunkt zu 70 Prozent auf den Preis und nur zu 30 Prozent auf die Qualität gelegt. Diese Auskunft gab Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 29. März auf eine Große Anfrage der SPD. Trägerwechsel trotz guter Arbeit weiterlesen

Frauenkampftag

Ohne Hermine kein Harry (in Band 2)

                                                                                                                                                                                                                      foto:mr

Ausgelassene Stimmung herrschte auf dem Hermannplatz, violette Luftballons schwebten über den Köpfen, dazwischen ragten Transparente auf mit Aufschriften wie »Ohne Hermine wäre Harry bereits in Band 1 gestorben«. Mehr als 7.000 Menschen hatten sich aus Anlass des internationalen Frauentages am 8. März versammelt, um für Gleichstellung, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, gegen Rassismus, Sexismus und Gewalt zu demonstrieren. Frauenkampftag weiterlesen

Zwangsheirat ist Menschenrechtsverletzung

Expertinnen berichten über Hilfestellung für Mädchen

Viele junge Mädchen dürfen nicht selber entscheiden, wen sie heiraten wollen. Ihre Eltern suchen den künftigen Ehemann aus, denn sie wissen am besten, was gut für die Kinder ist, so die Begründung. Außerdem sei es ihre Aufgabe, die Töchter vor schlechten Einflüssen zu schützen und die Familienehre zu sichern. Häufig werden Mädchen bereits mit 13, 14 oder 15 Jahren verheiratet. Um mehr über diese Problematik zu erfahren, hatte die Neuköllner Gleichstellungsbeauftragte Sylvia Edler am 9. März zu einem Podiumsgespräch mit Expertinnen aus der Jugendarbeit ins Rathaus geladen.

Sechsfache Frauenpower.                                                                                                                                                      Foto: mr

Begrüßt wurden die Anwesenden von Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, die die Gelegenheit nutzte, einer Mitarbeiterin von »Madonna Mädchentreff« einen Scheck über 500 Euro zu überreichen, ihr Honorar für den »Hauptstadtbrief«, in dem sie sich bereits 2015 zu dem Thema äußerte. Zwangsheirat ist Menschenrechtsverletzung weiterlesen

Der Dreck muss weg

Und ewig mehrt sich der Müll

Neukölln hat ein Müllproblem, denn viele Anwohner halten die Gehwege für Mülldeponien.

Müll nimmt Platz.                                                                                                                                                                         Foto: mr

In der Antwort zur Großen Anfrage der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung vom 29. März erklärte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey als Chefin des Ordnungsamtes erst einmal die Zuständigkeiten. Die liegen nämlich bei der BSR, die aber erst tätig wird, wenn das Ordnungsamt einen Auftrag erteilt. Die entsprechenden Informationen zum Müllaufkommen erhält es durch Meldungen von Anwohnern über das »Ordnungsamt Online« oder durch Streifengänge der Mitarbeiter. Allerdings sind 350 Kilometer Straßenland nur schwer von den gerade mal 39 Außendienstkräften zu überwachen. Der Dreck muss weg weiterlesen

Neuköllner Heimatverein ohne feste Heimat

Leidenschaft für Lokalgeschichten

Der Volksschullehrer Emil Fischer eröffnete 1897 ein naturhistorisches Schulmuseum. Es gilt als der Vorläufer des heutigen Museums Neukölln in Britz.

Gegründet 1921.                                                                                                                                                                           Foto: pr

1920 erwähnte Fischer in einem Schreiben an das neu gebildete Bezirksamt Neukölln, dass der geplante Heimatverein zu Neukölln nun gegründet sei. Warum 1937 anlässlich der 700-Jahr-Feier Berlins der Verein nochmals ins Vereinsregister eingetragen wurde, bleibt vage. Das gesamte Vereins­archiv und das Vereinsquartier befanden sich in dem Trakt des Rathauses Neukölln, der im Krieg völlig zerstört wurde. Neuköllner Heimatverein ohne feste Heimat weiterlesen

Haase, Igel und Giffey für U-Bahn zum BER

Der Süden von Neukölln benötigt ein neues Verkehrskonzept.

Bereits im letzten Jahr hatte sich Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey dafür eingesetzt, die U7 von Rudow nach Schönefeld zum Flughafen BER zu verlängern. In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 22. Februar fragte Brigitte Gloeden (CDU) in etwas süffisantem Ton nach, was sie denn seitdem unternommen habe und warum dieses Projekt keinen Eingang in die Koalitionsvereinbarungen des Senates gefunden habe.
Die Anbindung des Flughafens an das U-Bahnnetz und die damit verbundene Verkehrsentlastung im Süden Neuköllns bleibe selbstverständlich auch unabhängig von Wahlterminen ein Schwerpunkt ihrer Arbeit, erklärte Giffey. »Ein Hauptstadtflughafen braucht auch eine Hauptstadtanbindung. Wir wollen unsere Gäste aus aller Welt gut empfangen und so einfach wie möglich in die Stadt bringen.« Darüber sei sie sich auch mit ihren Bürgermeisterkollegen Oliver Igel aus Treptow-Köpenick und Udo Haase aus Schönefeld einig. Haase, Igel und Giffey für U-Bahn zum BER weiterlesen

Wider den Vervolkungswahn

Neukölln zeigt sich solidarisch gegen Gewalt und rechtsextremes Gedankengut

Mehrere Hundert Menschen hatten sich am 18. Februar zu einer Solidaritätskundgebung unter dem Motto »Neukölln bleibt bunt – wider den rechten Terror« vor der Alten Dorfschule in Alt-Rudow versammelt. Die Teilnehmer zeigten ihre Solidarität mit den jüngsten Opfern rechter Brandanschläge in Rudow und Britz: Schriftstellerin Claudia von Gélieu, Peter Scharmberg und Mirjam Blumenthal von der SPD, Buchhändler Heinz Ostermann, Gewerkschafter Detlef Fendt und Christel Jachan von der Evangelischen Kirchengemeinde Rudow.

Demo für ein demokratisches Miteinander.                                                                      Foto: Stefanus P.armann

Gefährlich seien aber nicht nur diese Aktionen rechten Terrors, sondern auch Parteien wie die AfD, sagte Hubert Dünnemeier vom Aktionsbündnis Rudow, denn die würde »Nazis eine politische Heimat bieten«. Mit guten Argumenten müsse gegen rechtsextremes Denken vorgegangen werden, um eine Normalisierung solcher Ansichten zu verhindern. Wider den Vervolkungswahn weiterlesen

Ehrenamtliche Helfer in Blau

Unverzichtbar im Einsatz: das Technische Hilfswerk in Britz

In Britz, an der Haarlemerstraße, hat der Ortsverband des Technischen Hilfswerks Neukölln (THW), seit 1987 sein Domizil. Strategisch günstig befindet es sich in der Nähe der Stadtautobahn und nur wenige Meter vom Teltowkanal entfernt. Die Pressesprecherin Anja Villwock gewährte der Kiez und Kneipe einen interessanten Einblick. Es gibt hier 130 aktive, nur ehrenamtliche Helfer. Darunter sind 16 weiblich. Ebenfalls existiert eine gemischte Jugendgruppe. Jeder Donnerstagabend ist hier Trainingstag. Übende, auf die gerade herrschende klirrende Kälte angesprochen, antworteten gelassen, dass sie sich schließlich das Wetter bei realen Einsätzen auch nicht aussuchen könnten.

Hebekissen.                                                                                                                                                    Foto: Wolfgang Daube

Das THW wurde 1950 gegründet. Ein Jahr später entstand dieser Ortsverband, damals noch zusammen mit Kreuzberg. Er ist, wie alle anderen auch, eine Bevölkerungs- und Katastrophenschutzorganisation und untersteht dem Minister des Innern. Bundesweit ist die Farbe ultramarin Blau einheitlich für Mannschaftskleidung und Lackierung aller Fahrzeuge. Kurioserweise war diese durchgängige Kennfarbe damals auch eine Voraussetzung für eine Kfz-Steuerbefreiung aller Fahrzeuge. Ehrenamtliche Helfer in Blau weiterlesen

Kostenlose Mieterberatung in Milieuschutzgebieten

Mieter sollten auf ihre Rechte achten

Im vergangenen Jahr wurden im Norden Neuköllns bereits fünf Gebiete unter Milieuschutz gestellt, jetzt sollen zwei weitere dazu kommen. Dabei handelt es sich um die Gegend rund um den Hertzbergplatz und die Treptower Straße sowie um den Bereich zwischen Silberstein- und Glasower Straße. Damit wird die Schutzzone erstmals über den S-Bahn-Ring ausgedehnt.

Empfehlung ihres Hauses.                                                                                                                                                     Foto: mr

Am 7. Februar waren Bewohner des Kiezes Hertzbergplatz zu einer Informationsveranstaltung über Möglichkeiten und Grenzen des Milieuschutzes ins Rathaus Neukölln eingeladen. Dabei stellte sich heraus, das der Kiez zwischen Onckenstraße und der Bezirksgrenze zu Treptow-Köpenick bei den Untersuchungen übersehen wurde. Bezirksstadtrat Jochen Biedermann und der Leiter des Stadtentwicklungsamtes, Rolf Groth, versprachen zu prüfen, ob die Haushaltsbefragungen hier noch nachgeholt werden können. Kostenlose Mieterberatung in Milieuschutzgebieten weiterlesen

70 Jahre Nachbarschaft

Zeitzeugen gesucht

Was wäre ein Nachbarschaftsheim ohne die Nachbarn, die sich dort treffen, engagieren und vergnügen? Egal, ob als »Nachbarschaftsbaracke« oder „weißes Haus am Körnerpark« bezeichnet, es sind die Menschen, die das Nachbarschaftsheim Neukölln in über 70 Jahren geprägt haben. Und die Geschichten und Erinnerungen dieser Menschen sollen dieses Jahr, zum 70. Jubiläum des Heims, gesammelt und in einer Broschüre zusammengefasst werden. Dafür werden Zeitzeugen gesucht, die das Heim jetzt oder früher kannten, besucht haben und Fotos und Geschichten haben, die sie gerne teilen möchten. Neben einem Osterfeuer am 7. April ist dann für den 16. Dezember ein großes Jubiläumsfest geplant. Wer sich gerne an dem Projekt beteiligen will, alte Fotos besitzt und gerne von Erlebnissen berichten will, oder auch einfach nur zum Fest eingeladen werden will, kann sich direkt an das Nachbarschaftsheim Neukölln wenden: Barbara Schünke, Tel: 848 55 685. 

pm

Serie rechter Gewalt geht weiter

Am 28. Januar demonstrierten viele Bürger in der Hufeisensiedlung gegen Rechts.                 Foto: rr

Brandstiftungen, eingeschlagene Scheiben und Schmierereien

Die Serie rechter Gewalt in Neukölln reißt nicht ab. In der Nacht auf den 23. Januar wurde das Auto des Rudower Buchhändlers Heinz Ostermann bis zum Totalschaden niedergebrannt. In derselben Nacht brannte auch das Auto des IG-Metall-Gewerkschafters und Antifaschisten Detlef Fendt, und nur ein paar Tage zuvor, am 14. Januar, wurde ein Brandsatz im Auto von Mirjam Blumenthal, für die SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und Gruppenleiterin der Falken, gelegt.
Das sind nur die neuesten Anschläge, nachdem bereits im Oktober das Auto der Geschäftsführerin des »Anton-Schmaus-Hauses« brannte und der Dezember ein Monat der Brandanschläge und Schmierereien war. Im linkspolitisch aktiven Café »k-fetisch« wurde ein Brandsatz gelegt, die Fenster von Privatwohnungen, in denen linke Aktivisten vermutet wurden, wurden eingeworfen, Antirassistische Plakate der evangelischen Kirche wurden zerstört, und an sechs Häusern in Neukölln wurden mit roter Sprühfarbe die Namen darin wohnender linker Aktivisten und Beleidigungen geschmiert. Serie rechter Gewalt geht weiter weiterlesen

Grob gefährlich

Die Feinstaubbelastung in Neukölln ist gesunken, aber immer noch zu hoch

»Die dreckigste Straße Deutschlands« — so wurde die Silbersteinstraße in den letzten Jahren wenig rühmlich von überregionalen Medien betitelt. Im letzten Jahr wurde dort der Grenzwert für Feinstaub an 14 Tagen überschritten, was unter den zulässigen 35 Tagen liegt und eine Verbesserung zu den Vorjahren darstellt. Auch die Karl-Marx-Straße landet regelmäßig unter den Top Ten der schmutzigsten Straßen Berlins. Dort kam es 2016 zu 18 Grenzwertüberschreitungen. Dass sich die Werte verbessert haben, liege laut der Senatsverwaltung für Umwelt, Klima und Verkehrsschutz auch an günstigen Wetterbedingungen. Es bleibe also weiterhin Handlungsbedarf. Grob gefährlich weiterlesen

Erweiterung des Milieuschutzes im Bezirk Neukölln

Voruntersuchungen für neue Gebiete sind im Gange

In Neukölln wurden im vergangenen Jahr fünf Milieuschutzgebiete festgesetzt. In diesen Gebieten besteht ein besonderer Genehmigungsvorbehalt für Modernisierungsmaßnahmen an Wohngebäuden, um sogenannte Luxusmodernisierungen zu verhindern und kostengünstigen Wohnraum zu erhalten.
Um ein solches Gebiet rechtssicher festlegen zu können, müssen Voruntersuchungen erfolgen, ob die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voruntersuchungen haben nun für zwei weitere Gebiete, Hertzbergplatz/Treptower Straße und Silbersteinstraße/Glasower Straße, begonnen. Erweiterung des Milieuschutzes im Bezirk Neukölln weiterlesen

Ayla bleibt

Neuer Innensenator entscheidet für das Neuköllner Mädchen

Ayla ist sieben Jahre alt, wurde in Neukölln geboren, besucht eine Neuköllner Grundschule und ist dort Klassensprecherin und Klassenbeste. Ihr Vater hatte bei seiner Einreise aus Aserbeidschan nach Deutschland vor 17 Jahren aus Angst vor Abschiebung falsche Angaben gemacht. Mitte 2016 flog die Schwindelei auf und die Familie sollte abgeschoben werden.
Neuköllner Stadträte, Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey und die Schule setzten sich für die Aufhebung der Abschiebung ein, jedoch lehnte die Berliner Härtefallkommission unter Leitung des früheren Innensenators Frank Henkel (CDU) zweimal ab.
Der neue Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat den Fall wieder aufgegriffen und entschieden, dass die Familie hier bleiben darf.

pr

Petras Tagebuch

Das Paket

Die Post oder auch die Firma DHL sind immer wieder eine Quelle des Suchens. Diesmal kann ich noch nicht einmal sagen, welche der beiden Firmen ihren Job nicht richtig gemacht hat.
Am 22. Dezember des vergangenen Jahres lag eine Benachrichtigung über eine Briefsendung in meinem Briefkasten. Der Aufforderung, die Sendung in der Postfiliale in den Neuköllner Arcaden abzuholen, folgte ich. Nach über einer Stunde vorweihnachtlicher Wartezeit erklärte mir die Mitarbeiterin, dass für mich keine Briefsendung eingetroffen sei, sie mich aber anriefe, sobald diese ankomme. Natürlich rief sie mich nicht an. Ich hatte es auch nicht erwartet und habe gut verstanden, dass sie mich ohne Krawallszene loswerden wollte. Petras Tagebuch weiterlesen

Besser und schneller

Wartezeit in den Bürgerämtern reduziert

Nach der Neueinstellung von 20 Kollegen im Laufe des Jahres im Amt für Bürgerdienste, davon 13 im Bürgeramt, konnten die Wartezeiten auf einen Termin in den Neuköllner Bürgerämtern deutlich gesenkt werden: Innerhalb von durchschnittlich zwei Wochen bekommen Bürger aktuell einen Termin.
Insgesamt wurden im November 2016 in Neukölln 25.239 Kunden bedient – im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 10.000. Etwas mehr als die Hälfte kam mit Termin. Jeden Tag werden im Bezirk Termine freigeschaltet. Zurzeit werden nach Möglichkeit auch kurzfristig morgens vor Öffnung noch Termine für den gleichen Tag über das Bürgertelefon 115 und online freigeschaltet. Besser und schneller weiterlesen

Ein Mauerblümchen mit langer Geschichte

125 Jahre Britzer Bürgerverein

Kaum bemerkt und mit wenigen hochrangigen Vertretern aus Kommune und Berliner Politik, feierte 2015 der »Britzer Bürgerverein 1890 e.V.« sein 125. Jubiläum.

Kuckense rin                                                                                                                                                                                     .Foto: rr

Die Situation, die 1890 zur Vereinsgründung führte, beschreibt die Festschrift zum 50-jährigen Bestehen so: «Britz war zu dieser Zeit eine der ärmsten Gemeinden am Rande der Reichshauptstadt. Die Verkehrsverhältnisse lagen im Argen. Die beiden Hauptstraßen des Ortes, Britzer Damm und Buschkrugallee, waren Kreis-Chausseen ohne jegliche Beleuchtung. Die Pferdebahn endete an der Rixdorfer Knesebeckstraße (jetzige Silbersteinstraße). Die einzige Schule des Ortes befand sich in der damaligen Kirchstraße. Ein Mauerblümchen mit langer Geschichte weiterlesen

Situation entspannt sich

Wiedereröffnung der Jahn-Sporthalle nach Nutzung als Flüchtlingsunterkunft

Die Jahn-Sporthalle war die erste wettkampftaugliche Neuköllner Sporthalle, die der Bezirk für die Unterkunft von Geflüchteten zur Verfügung stellen musste. Vom 8. September 2015 bis zum 9. Juli 2016 stand sie als Notunterkunft für 150 Menschen zur Verfügung. Die Halle wurde damit dem Vereinssport (ISS Basketball und TUS Neukölln) sowie dem Schulsport (Nutzung durch die Karl-Weise-Grundschule, das Ernst-Abbe-Gymnasium, die Evangelische Schule und die Carl-Legien-Berufsschule) entzogen.

Sportler wieder welcome.                                                                                                                                                      Foto: mr

Am 9. Juli 2016 erfolgte der Auszug aus der Halle im Rahmen des Freizugskonzepts des Senats. Am 2. August 2016 wurden die durch die Fremdnutzung entstandenen Schäden im Einvernehmen mit dem Landesamt für Flüchtlinge, der »Berliner Immobilienmanagement GmbH« und dem Bezirk Neukölln begutachtet. Situation entspannt sich weiterlesen

Die letzte Ruhe wird bebaut

friedhof
Neues Leben und Wohnen auf alter Asche.                                                                                                                Foto: fh

Sozialer Wohnungsbau auf Friedhofsflächen

Auf der Suche nach freien Flächen, die neu bebaut werden können, ist die Friedhofsverwaltung fündig geworden. Die Stadt wird zwar voller, die Friedhöfe hingegen leerer. Die Ursache dafür ist der Wandel in der Bestattungskultur. Günstige Urnenbestattungen nehmen zu, zu Lasten der flächenraubenden Erdbestattungen.
Die evangelische Kirche, die die größten Friedhofsflächen in Berlin verwaltet, kann davon profitieren. Insbesondere auf den Friedhöfen in der Hermannstraße bewegt sich viel in Richtung Bau.
Auf dem Jacobi Friedhof ist eine Schule geplant, die ursprünglich auf dem Tempelhofer Feld entstehen sollte. Zusätzlich soll hier sozialer Wohnungsbau entstehen. Außerdem wird über einen muslimischen Friedhof diskutiert. Die letzte Ruhe wird bebaut weiterlesen