Archiv der Kategorie: Kiez

»Internationaler Tag des Ehrenamts«

Der Bezirk bedankt sich für vorbildliches Engagement

Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Sie opfern die eigene Freizeit, um anderen Menschen zu helfen. Ihre freiwillige Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, das Netz zu knüpfen, das unsere Gesellschaft zusammenhält.
Stellvertretend für die vielen Engagierten hat Bezirksbürgermeister Martin Hikel am 5. Dezember letzten Jahres, dem »Internationalen Tag des Ehrenamts«, 28 Neuköllner, die von ihren jeweiligen Initiativen und Projekten vorgeschlagen wurden, für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Anerkennung und Stolz.Foto: mr

Die gemeinsame Veranstaltung des Bezirksamtes und der bezirklichen Freiwilligenagentur, dem »Neuköllner EngagementZentrum«, fand im feierlichen Rahmen im Saal der Bezirksverordnetenversammlung des Rathauses statt.
»Im Namen des Bezirks möchte ich Danke sagen für das Engagement, für den Einsatz an den unterschiedlichsten Stellen, ob in der ganz konkreten Nachbarschaftshilfe, der ehrenamtlichen Unterstützung in Kinder- und Jugendprojekten oder bei der Arbeit im sozialen Bereich. An so vielen Stellen leisten Neuköllner Engagierte einen großen Beitrag, um unseren Bezirk lebenswerter, solidarisch und nachhaltig zu gestalten«, sagte Hikel. »Internationaler Tag des Ehrenamts« weiterlesen

Komplettwechsel beim Nachbarschaftsprojekt

Neues BENN-Team baut auf erfolgreichen Strukturen auf

Das BENN-Britz-Team der Stephanus Stiftung bekam eine tolle Resonanz, die ihrem unermüdlichen wie engagierten Einsatz zu verdanken war. BENN steht für »Berlin erschafft neue Nachbarschaften«, ein Förderprojekt der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen in Kooperation mit den Bezirken.

Berlinweit gibt es rund 40 Standorte, meist dort, wo große Flüchtlingsunterkünfte angesiedelt wurden.
Jedes solcher »Transformations-Projekte« ist auf vier Jahre angelegt. Bei Bedarf kann, nach einer Neuausschreibung, verlängert werden. Die Neuköllner Verwaltung hat sich, auch der Finanzen wegen, für den Komplettwechsel und gegen eine Kontinuität der hier bereits erprobten und inzwischen gut vernetzten Akteure entschieden. Wer jedoch einen Kiez wirklich fördern will, zerschlägt dort keine sozial erfolgreichen Strukturen, was kaum belebend noch förderlich ist. Komplettwechsel beim Nachbarschaftsprojekt weiterlesen

Neue Stolpersteine in der Buschkrugallee

Andenken an Elisabeth und Eleonore Rosenthal

Elisabeth »Betzi« Rosenthal gehört zu den Menschen, an die das Museum Neukölln in der Ausstellung »Das Museum des Lebens. Private Erinnerungskultur aus Neukölln« erinnert. Die pädagogische Arbeit des Museums regte Schülerinnen und Schüler der Britzer Fritz-Karsen-Schule dazu an, die Patenschaft für zwei Stolpersteine zu übernehmen, die an Betzi und ihre Mutter Eleonore erinnern. Am 20. Dezember wurden sie in der Buschkrugallee 250a, wo die beiden Frauen von 1933 bis 1937 wohnten, ins Straßenpflaster eingelassen.

Verneigung.     Foto: Stefanus Paarmann

Als Jüdinnen wurden die Frauen von den Nazis verfolgt. Unterstützung fanden sie bei der Familie von ­Betsis Mitschülerin Käthe Krause, die sie zeitweise versteckte und versorgte. Neue Stolpersteine in der Buschkrugallee weiterlesen

Berliner Mietenmarkt wenig reguliert

Es bleiben »Mietenspiegel«, »Mietenbremse« und mehr zu bauen

Das Land Berlin hat aktuell vier verbleibende Möglichkeiten, um den Wohnungsmarkt zu regulieren. Dazu zählen der »Mietenspiegel«, die bundesweite »Mietenbremse« sowie die anhaltende Absicht, bezahlbaren Wohnraum durch Bauen zu schaffen. »Vorkaufsrecht« und »Mietendeckel« wurden bekanntlich höchst­richterlich gekippt. Einen vierten Hebel gibt es dennoch. Dieser kann über den Weg der Baugenehmigungen genutzt werden und ist bislang nicht gerichtlich angefochten worden.

Kampf um bezahlbares Wohnen.Foto: th

Baugenehmigungen in Berlin werden an Auflagen gebunden. Das Land und die Bezirke verbinden das mit der Aufforderung, 30 Prozent des neu entstehenden Wohnraumes zu »sozial verträglichen« Mieten für »einkommensschwache Haushalte« zur Verfügung zu stellen. An solche Auflagen hält sich dem Versprechen nach bislang die »Vonovia«, beispielsweise bei ihren Neubauten am Mariendorfer Weg auf dem Gelände der ehemaligen Frauenklinik. Jochen Biedermann als Neuköllner Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung hob bereits im Januar 2018 hervor, dass er »am liebsten« mit Bauträgern wie beispielsweise Genossenschaften oder Gesellschaften der Kirchen zusammenarbeite, die von sich aus sogar 40 Prozent erschwinglichen Wohnraum bereitstellen wollen, sofern Grundstücke zur Verfügung stehen. Berliner Mietenmarkt wenig reguliert weiterlesen

Solidarität mit Wohnungslosen

Kaffeewette und Christmasbiker für Wärme und Obdach

Auch in diesem Jahr hieß es wieder: Bezirksbürgermeister Martin Hikel wettet für die Kältehilfe gegen Supermarktbetreiber Michael Lind. Ziel der Wette ist es, die Neuköllner Einrichtungen der Kältehilfe zu unterstützen, die wohnungslosen Menschen Schlafplätze, warme Mahlzeiten und Waschmöglichkeiten bieten. Für je 100 Packungen Kaffee, die von den Neuköllnern gespendet wurden, versprach Lind, seinerseits 200 Euro Geldspende obendrauf zu legen. Am Ende standen 521 Päckchen Kaffee im Foyer des Rathauses, die zusammen mit vielen anderen Spenden an die Einrichtungen der Kältehilfe gebracht werden. »Einmal mehr hat Neukölln wahre Größe und Solidarität gezeigt«, freute sich Martin Hikel.

Kaffee gegen Kälte.    Foto: mr

Nach der Wette hätte Lind mindestens 1.000 Euro spenden müssen. Er hat aber noch draufgelegt und gab insgesamt 2.500 Euro. Die Wette solle eine nachhaltige Aktion sein, um die Aufmerksamkeit auf die wichtige Arbeit der Kältehilfe zu lenken, begründete Michael Lind sein Engagement. Solidarität mit Wohnungslosen weiterlesen

Hermannplatz: Eine Hassliebe

HERMANNPLATZZeichnung: Josephine Raab

Ein Knotenpunkt im Wandel

Für die Anwohner Neuköllns und Kreuzbergs ist der Hermannplatz von zentraler Bedeutung, ob für Nahversorgung, Dienstleistungen und Kundgebungen oder als Treff- und Verkehrsknotenpunkt.
Auf dem Platz spiegelt sich daher auch die breite Diversität der Bevölkerung der benachbarten Bezirke wider: Menschen aus verschiedensten Gesellschaftsschichten, Kulturen und Diaspora Communitys mit deren Vielfalt an Bedürfnissen, ob nach öffentlichem Aufenthaltsraum oder einem breiten Angebot an Einkaufsmöglichkeiten, um nur einige zu nennen.
Der Platz spielt auch gesamtstädtisch eine sehr wichtige Rolle mit seinen zwei U-Bahn- und sieben Buslinien – und künftig auch der Endhaltestelle der Verlängerung der M10-Tramlinie – sowie regem Fahrrad-, Fußgänger- und motorisiertem Individualverkehr. Hermannplatz: Eine Hassliebe weiterlesen

Mini-Weihnachtsmarkt

Ein Herz für Familien

Nicht nur Kinderaugen leuchteten, auch die Erwachsenen hatten ihre Freude. Der Verein »Wunschbäumchen Berlin gemeinsam etwas bewegen e.V.« hatte zum 1. Advent auf dem Mehrgenerationen-Spielplatz in der Mahlower Straße einen vielseitigen Mini-Weihnachtsmarkt organisiert, um Kindern aus finanziell nicht so gut gestellten Familien Weihnachtswünsche zu erfüllen.

Maske ab, aber nur fürs Bild.    Foto: bs

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und der Stadtrat für Soziales Falko Liecke (CDU) waren sich einig, dass diese Aktion auch weiterhin unterstützt werden müsse. Liecke sponsorte einen Stand mit Zuckerwatte, die Fraktions-Vorsitzende der SPD, Cordula Klein, übergab eine finanzielle Spende. Sie und Gabriela Gebhardt (SPD) sagten auch personelle Unterstützung fürs kommende Jahr zu, da die Vereinsvorsitzende Daniela Lungwitz-Mohamad erzählte, dass einige ehrenamtlich Engagierte krankheitsbedingt ausgefallen seien. Der Verein »Familienherz e.V.« von BKK-VBU sorgte wieder für den zünftigen Weihnachtsmann. Bevor er die Geschenke verteilte, hatten alle noch Spaß mit dem Schneemann und der Eiskönigin Elsa, die mit den Kindern sang und tanzte.

bs

Filmkulisse und Knöllchen

Wohin mit dem Auto in der Hufeisensiedlung?

Die Hufeisensiedlung, Britzer UNESCO-Weltkulturerbe, taugte erneut als Filmkulisse. Gern wird hier gedreht, doch nicht immer zur Freude der Anwohner. Zu oft ignoriert die Politik hiesige Belange, wie zum Beispiel den ständigen Durchgangsverkehr, das überhandnehmende Dealen, aber auch die knappen Parkmöglichkeiten.

Knöllchen.   Foto: E.G.

Die wichtige Verkehrsader Blaschkoallee (bis zu 25.000 Fahrzeuge täglich) bekam einen Popup-Radweg, und damit fielen über hundert Parkmöglichkeiten weg. Das beeinträchtigt vorrangig die Besucher des Standes- und Bürgeramtes, die deshalb Parkraum verstärkt im angrenzenden Weltkulturerbe suchen. Die DEGEWO wandelte in der benachbarten Krugpfuhlsiedlung all ihre zahlreichen Dächer zu Wohnungen um, aber ohne neue Parkmöglichkeiten zu schaffen.
Nun kam auch noch Hollywood ins Weltkulturerbe und ließ weiträumig absperren. Für die vermutlich davon Betroffenen gab es ein paar Aushänge kurz vorher. Zum Drehtag wurden dann »störende Autos« kurzerhand abgeschleppt. Mit von der lukrativen Partie war auch unser Ordnungsamt. Filmkulisse und Knöllchen weiterlesen

Zweites Schäfchenzählen

Selektives futtern.         Foto: mr

Die wolligen Rasenmäher vom Tempelhofer Feld

Als Niels Rickert, Mitbegründer der Allmende-Gärten, 2018 das erste »Schäfchen zählen« auf dem Tempelhofer Feld initiiert hatte, war das auch der Start der erneuten Beweidung für diese Fläche. Bis 1992 war das Feld ohnehin ganzjährig beweidet.
Achtzig Skudden-Schafe leben seit 2019 das ganze Jahr auf dem Feld und futtern die Wiesen kurz. Im Sommer sind sie in unterschiedlichen Bereichen anzutreffen, den Winter verbringen sie in eigens dafür hergerichteten Zelten in der »Alten Gärtnerei« am Südrand des Feldes.
Dies ist ein wissenschaftlich angelegtes Projekt über fünf Jahre, das zeigen soll, wie sich die Beweidung auf Flora und Fauna auswirkt. Da Schafe beileibe nicht alles futtern, sondern selektiv mampfen, bleibt genug Grünes für Vögel und Insekten stehen. Das kommt auch den bodenbrütenden Feldlerchen zugute, deren Anzahl sich seit Beginn der Beweidung deutlich erhöhte. Zweites Schäfchenzählen weiterlesen

Versteckter Held des Alltags

Thomas de Vachroi

Thomas de Vachroi wird im November als erster Berliner mit dem »Voice Aid Award Hidden Champions of Life Deutschland 2020« geehrt.
Seit vielen Jahren setzt er sich für die Ärmsten und Schwächsten unserer Gesellschaft ein.

Stimme für Menschen in Not.      Foto: Diakoniewerk Simeon

Sei es als Armutsbeauftragter des evangelischen Kirchenkreises Neukölln, als Leiter des »Haus Britz« des Diakoniewerks Simeon oder als Sozialbeauftragter der CDU Neukölln. Durch seine breitgefächerten Kontakte hat er Zugang zu vielen Einrichtungen und Projekten, die er auch mit erhaltenen Spenden versorgt. Versteckter Held des Alltags weiterlesen

Wider die Großstadtanonymität

Nun hat auch Buckow seinen Heimatverein

Buckow geht auf das slawische Wort »buck« für Buche zurück. Als 1920 Großberlin entstand, kam Buckow zu Neukölln. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Buckow immer großstädtischer. Es gab kaum noch Ackerflächen und, als 2002 die Gropiusstadt zum eigenen Ortsteil wurde, wurde Buckow sogar zweigeteilt.

Ein Dorf hat seine Heimat gefunden.        Foto: rr

Seit 2020 hat nun auch Buckow endlich seinen Heimatverein, sogar mit kleinem Museum. Beides befindet sich im Haus des Schmiedemeisters Herzer, das der Familie seit 1864 gehört. Symbolträchtig liegt es an jener Straße, die damals und heute Buckow mit dem Zentrum Berlins und mit Brandenburg verbindet. Wider die Großstadtanonymität weiterlesen

Adventsmärkte

Richardplatz wird 2G

Auch in diesem Jahr werden wegen der Coronarestriktionen nur wenige Weihnachtsmärkte in Neukölln stattfinden.

Schneekönigin in Britz.       Foto: mr

In der Martin-Luther- Kirche in der Fuldastraße 50 gibt es am 1. Adventswochenende einen Adventsbasar. Am Samstag 27. und Sonntag 28. November, jeweils von 11 bis 16 Uhr, öffnen sich die Türen für einen Flohmarkt und Begegnung am selben Ort zum Einläuten der Advents- und Vorweihnachtszeit.
Der traditionelle Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt findet immer am zweiten Adventswochenende im historischen böhmischen Dorf rund um den Richardplatz statt. Zur Eröffnung findet am Freitag, 3. Dezember um 18 Uhr ein Gottesdienst in der Bethlehemskirche am Richardplatz statt.
Bereits ab 17 Uhr präsentieren mehr als 200 karitative Vereine, Organisationen und Verbände selbstgemachte Kleinigkeiten, schönes Kunsthandwerk und liebevoll Gebasteltes für die zahlreichen Besucher, aber auch Kulinarisches wie Feuerfleisch, Bratwurst, Waffeln, Erbsensuppe und zahlreiche Sorten Glühwein, gebraut nach alten Familienrezepten. Adventsmärkte weiterlesen

Kiezerfahrungen

Fränk Stiefel besucht Neukölln

Nach zwei Jahren endlich mal wieder in Berlin gewesen – genauer, in Berlin Neukölln. Ein schöner Sonntag im Oktober. Keine zeitnahen Termine oder Verabredungen, einfach nur mal wieder »meinen« alten Schillerkiez genießen.
Das Tempelhofer Feld anschauen war meine erste Idee. Was hat sich da inzwischen verändert? Einfach in die Wiese setzen, eine Kippe rauchen und die Gedanken schweifen lassen. Keinen Tabak! Ok, ich wollte in den nächsten Späti. Zu. Dann halt der nächste Späti. Wieder geschlossen.

Dritter Späti das Gleiche. »Anything that can go wrong will go wrong.« Murphys Law hatte mich bezüglich meiner Nikotinsucht erreicht. Aber warum? Ich habe dann einen Mann nach einer Kippe gefragt. Er hat es mir kurz erklärt. »Nikotin musste dir spätestens am Samstach besorjen, Spätis haben Sonntags zu. Aber ick verkoof dir nen Tabak, ick habe noch dreie uff Tasche.«
Das Tempelhofer Feld mal wieder zu sehen war sehr schön (mit Rauchgenuss). Die spätere Recherche, warum die Spätis sonntags zuhaben, war indes nur traurig. Warum kann sich irgendeine Behörde anmaßen zu entscheiden, dass Spätis sonntags geschlossen haben müssen. Bei einer Tanke geht es. Auto, Wegzehrung, mit 3 Promille und 180 ins Nirvana. Die Behauptung, dass entweder alle offen haben müssen,(Aldi, Lidl, etc.) oder keiner, ist doch absurd. Wenn ein Aldi sonntags geschlossen hat, isses halt so, wenn ein Späti sonntags zuhaben muss, raubt »das Gesetz« dem Menschen seine Exi­stenzgrundlage. Liebe Beamte: Nächstes Jahr bin ick wieda zurück. Und dann gibt’s Alarm. Ich bin Pazifist, ihr braucht keine Schutzweste, aber einen Funken Gehirn.
Trotzdem: Ich liebe Neukölln.

Endlich doch noch

Neues Haus für Bücher.     Foto: rr

Eröffnung der Stadteilbibliothek in Rudow

Die Stadtteilbibliothek in Rudow, davor stets etwas vernachlässigt, was ihre Räumlichkeiten und die technische Ausstattung anbelangten, logierte zuletzt in der Clay-Schule am Bildhauerweg 9. Die Schule entsteht gerade neu, und der Kosten wegen wollte der Senat dort nicht auch noch eine öffentliche Bib­liothek mitfinanzieren. Daraufhin verständigten sich die Neuköllner Bezirksverordneten auf einen Neubau direkt im Herzen von Rudow. Dafür musste die ohnehin baufällige Seniorenfreizeitstätte weichen, die inzwischen einen Neubau hinter der Alten Dorfschule bekam.
Nun endlich, nach sechs zähen Jahren Bauzeit, konnte am 17. September die neue »Gertrud-Haß-Bibliothek« an der Straße Alt-Rudow 45 feierlich eingeweiht werden. Bezirksbürgermeister Hikel, Bildungsstadträtin Karin Korte, die ehemalige Neuköllner Bürgermeisterin Franziska Giffey und wenige, ausschließlich geladene Gäste nahmen an diesem Festakt teil. Den musikalischen Rahmen bildeten die munteren Bläser von »House of Bones« der Neuköllner »Paul-Hindemith-Musikschule«. Endlich doch noch weiterlesen

Startklar für »Startbahn«

Sitzreihen raus, Kissen rein, Farbe an die Wände

Die Genezareth-Kirche erstrahlt seit dem ersten Wochenende im September nicht nur im neuen Outfit, sondern auch mit originellem Konzept.

Zwei starke Frauen am Start.Foto: bs

Die drei Emporen, auf denen ehemals der Chor schmetterte, wurden in unterschiedlichen Farben gestrichen, die Stufen mit bequemen Kissen versehen, Liegestühle und Pflanzen drapiert.
Im Kirchenraum wurden an den Seiten die Türen entfernt und Platz für mobile Sitz­ecken, Kunstinstallationen, Tafeln und Whiteboards und eine Bücher-Tauschbox geschaffen.
Neben dem Mosaik im Eingangsbereich wurde eine kleine Mooswand installiert und so ein ruhiger Ort für Gebete geschaffen. Auf der anderen Seite steht ein rundes Etwas, das als Info-Tisch dient und sich gleich den Spitznamen »Tresen« eingehandelt hat. In der Mitte liegt ein grosser runder Teppich mit vielen Kissen, die zur Meditation genutzt werden können. Bei Bedarf können bis zu 150 Stühle aufgestellt werden. Und das WLAN funktioniert auch. Startklar für »Startbahn« weiterlesen

Damit es in den Lauben richtig piept

Bauwegweiser des Bezirksamtes für Kleingärten erschienen

Im Spätsommer und Herbst geht es in den Kleingärten wieder ans Aufräumen, Renovieren und auch um Baumaßnahmen. Es ist vieles erlaubt, doch ebenso vieles zu beachten oder gar verboten. Ein neuer, ausführlicher Bauwegweiser des Bezirksamtes Neukölln gibt Orientierung. Neun Prozent der Neuköllner Flächen wird von »Laubenpiepern« genutzt.
»Kleingärten spielen im Bezirk Neukölln eine wichtige Rolle als Erholungsräume und Treffpunkte. Insgesamt 9.300 Pächter und Pächterinnen gärtnern im Bezirk auf einer Gesamtfläche von 3,7 Millionen Quadratmetern. Damit es in den Lauben richtig piept weiterlesen

Kiezgespräch

Von Müll und Fahrrädern

KuK: Welche Themen bewegen dich in deinem Kiez?
Lasse: Der Müll in Neukölln. Bei mir zuhause, auf der Straße, den öffentlichen Plätzen, überall. Als müsse man sich damit einfach abfinden. Letztens habe ich unter der Woche, nachmittags mein Altglas entsorgt und bin von einem Nachbarn angeschnauzt worden, weil das zu laut sei. Ich werde beleidigt, weil ich meinen Abfall entsorge. Geht‘s noch? Die BSR kommt nicht hinterher, und unser Innenhof ist eine absolute Schande. Da muss sich was ändern! Apropos: Pünktlich zu den Wahlen. Die Politik liefert wirklich gute Ansätze und Ideen, aber können wir das offensichtlichste aller Probleme in Neukölln bitte wirklich einmal angehen. Der Müll nervt!
KuK: Gibt es noch ein Thema, das dich im Moment beschäftigt?
Lasse: Die verdammten Fahrradleichen. Ich habe es satt, dass ich nach der Arbeit verzweifelt mein Fahrrad wie bei Tetris in kleinste Lücken stopfen muss, nur um am nächsten Tag eingeparkt zu sein und um 7 Uhr in der Früh meinen Drahtesel befreien zu dürfen. Das einzig Gute dabei ist, dass ich mir so das Fitnessstudio spare, weil ich einmal täglich mein Rad tragen muss. Witzig auch, wenn die Hausverwaltung alle paar Jahre mal so tut, als ob sie sich darum kümmern würde. Bei solchen Aktionen passiert in der Regel rein gar nichts, außer, dass das eine Rad, das schon halb mit dem Baum im Innenhof verwachsen war, nicht mehr da ist. Dabei wäre das sogar noch als Kunst durchgegangen.

me
*Lasse, Werrastr.

»Jüdisches Leben ist keine Provokation«

Kampf dem Hass.    Foto: mr

Kundgebung am Rathaus Neukölln

Am Rande einer pro-palästinensischen Kundgebung im Mai am Hermannplatz wurde eine Gruppe junger Juden angegriffen und beleidigt. Ein Beispiel von vielen, nicht nur in Neukölln. Ein Polizist riet ihnen anschließend, lieber keine Kette mit dem Davidstern offen zu tragen, um nicht unnötig zu provozieren. Ähnliche Ratschläge gab es auch von Kommentatoren verschiedener Medien. Eine Haltung, gegen die sich inzwischen Widerstand formiert.
»Jüdisches Leben ist keine Provokation« war das Motto einer Demonstration, zu der sich am 25. Juli rund 300 Menschen vor dem Neuköllner Rathaus versammelten. Aufgerufen hatte das »Bündnis gegen Antisemitismus Neukölln«. »Jüdisches Leben ist keine Provokation« weiterlesen

Immer wieder sonntags fehlt Hassans Bäckerei

Ordnungsamt bleibt eisern

»Das kostet uns recht viel Umsatz. Gerade im Sommer kommen die Menschen aus dem Kiez und Touristen, die zum Tempelhofer Feld wollen oder zurückkommen. Wir verkaufen dann nicht nur Backwaren, sondern sehr viele Getränke und Eis«, stellt Hassan fest. Auf Anordnung des Neuköllner Ordnungsamtes dürfen der gestandene türkische Kaufmann und sein Team den »Kiezladen« an der Schillerpromenade Ecke Allerstraße am Sonntag nicht mehr öffnen, mitten in der Zeit der restriktiven Pandemieregelungen.

wie im Lockdown.          Foto: mr

Der »Kiez­laden« ist eine Bäckerei, die sonst an sieben Tagen in der Woche ihren umfangreichen Service angeboten hatte. Stets frische Kuchen, belegte Brötchen, Crois­sants, alkoholfreie und alkoholische Getränke, Internetcafé sowie Lebensmittel gehören zum Sortiment und werden gerne in Anspruch genommen, zusätzlich die stark gefragte Postfiliale. »Wir beachten weiterhin streng alle hygienischen Auflagen, die während der Coronawellen zu erfüllen sind. Gleich zu Anfang haben wir sonntags den Verkauf von sonstigen Lebensmitteln eingestellt, extra mit einem großen Schild darauf hingewiesen. Die Leute hatten dafür Verständnis.« Immer wieder sonntags fehlt Hassans Bäckerei weiterlesen

Wasserprobleme? In Berlin?

Wasser macht Sorgen

Berlin müsste längst auf dem Trockenen sitzen, so heiß und niederschlagsarm waren die letzten drei Jahre. Auch sank der Wasserzustrom aus Brandenburg mit den ersten trockenen Flüssen dort um 75 Prozent! Doch noch wird das Wasser hier nicht weniger, nur schmutziger. Zwei Drittel des Trinkwassers stammen aus einer »Uferfiltration«, also aus dem Grundwasser, das aus den Flüssen durch den Boden sickert. Noch können die Berliner Flusspegel durch Stauung im Umland halbwegs normal gehalten werden. Auch, damit die Spree nicht rückwärts fließt.

Eiszeitlicher Krugpfuhl: Ausgetrocknet.   Foto: rr

Dennoch müsste in Berlin schon jetzt übers Wassersparen nachgedacht werden, weil der Wasserbedarf der Hauptstadt bis 2050 stark zunehmen wird. Vier von acht Berliner Wasserwerken sind laut Umweltverwaltung bereits »im Minus«, das heißt dort wird mehr Wasser gefördert, als sich in ihrem Einzugsbereich als Grundwasser neu bilden kann. Schon unter den heutigen Rahmenbedingungen kann eine ganzjährige Versorgung in Zukunft nicht garantiert werden. Eine einheitliche Wasserwirtschaft mit Brandenburg steht weiterhin aus, und unklar bleibt, welche Folgen die Inbetriebnahme des Tesla-Werks auf das Brandenburger und das Berliner Wasser haben werden. Wasserprobleme? In Berlin? weiterlesen

Britzer Mühle neben der Kappe

Sanierungsarbeiten unter Beobachtung

Seit dem 8. Juli steht das Mühlengebäude neben seiner 27 Tonnen schweren Kappe. Diese trägt sonst die Flügel und eine Wind­rose, die bei Betrieb automatisch die Flügel immer gut im Wind hält. Jetzt aber wird die wohl älteste noch betriebsbereite Mühle Berlins umfassend saniert, was natürlich von den Mitgliedern des Britzer Mühlenvereins gewissenhaft beobachtet und dokumentiert wird.

Es klappert die Mühle am rauschenden Zaun.     Foto: rr

Dieser 150 Jahre alte, äußerst seltene zwölfkan­tige Holländer-Mühlentyp mit Galerie und zwei Mahlgängen steht auf einer Streuobstwiese am Rande des Britzer Gartens. Sie ist die letzte von ehemals sechs Britzer Windmühlen. Von den einst 150 Windmühlen Berlins sind noch acht vorhanden. Die Britzer Mühle ist von besonderer Bedeutung, da sie die einzige aus dem historischen Bestand ist, in der weiterhin nur mit Windkraft gemahlen wird. Britzer Mühle neben der Kappe weiterlesen

Willy Brandt und Bruno Bauer

Ein Appell von Herbert Witzel

Kennen Sie den Unterschied zwischen dem Millionengrab Willy Brandt-Großflughafen und dem Ehrengrab Bruno Bauers?

Ist-Zustand.Foto: H.F.Witzel

Dessen Grab auf dem St. Jacobi-Friedhof, Hermannstraße 99-105, ist das einzige, auf dessen Stein – heute leider fast unleserlich – geschrieben steht: »Er war ein Bürger Rixdorfs.« Da war »Dr. phil. Bruno Bauer« stolz drauf, und Rixdorf war stolz auf ihn. Zeitungsbericht zur Beerdigung 1882: »Auf dem nahen Kirchhof der Jacobigemeinde wurde der Verstorbene in einem Reihengrab beigesetzt. Da zugleich ländlich gekleidete Bewohner Rixdorfs sowie die Dorfjugend der Beisetzung beiwohnten, so hatte es fast den Charakter eines großen Familien­ereignisses.« Willy Brandt und Bruno Bauer weiterlesen

Kiezgespräch

Vom Wunsch endlich anzukommen

KuK: Welche Themen bewegen dich in deinem Kiez?
Galal: Am meisten denke ich gerade daran, dass ich schon wieder umziehen musste, schon wieder raus aus der Wohnung, wieder woanders hin. Ich wohne jetzt im Wedding, fast Reinickendorf. Meine Familie und ich können uns Neukölln nicht mehr leisten, seit Kurzem, seit der Mietendeckel beendet wurde. Davor war es auch oft knapp mit dem Geld bei meinen Eltern, aber jetzt geht es nicht mehr. Ich war sehr gern in Neukölln. Wir sind vor fünf Jahren aus Syrien hierher gekommen in den Reuterkiez. Als ich ein Baby war, sind meine Eltern mit mir schon aus Palästina nach Syrien geflohen. Ich bin mein ganzes Leben immer im Aufbruch, nie angekommen, und ich will das nicht mehr. Ich will einfach mal wo leben, meine Schule fertig machen, überhaupt einmal irgendwo sein. Kiezgespräch weiterlesen

Schön, aber längst noch nicht beim Alten

Das Leben kehrt auch ins Laika zurück.    Foto: mr

Die Neuköllner Gastronomie im Neustart

Es war mehr als ein Scheißjahr (nicht nur) für Gastronomen seit März 2020. Doch wenn nicht ein paar Schreihälse wieder etwas Virales einschleppen, könnten die wiedergewonnenen Möglichkeiten, sich vor und teilweise sogar in Kneipen, Bars, Cafés und Restaurants aufzuhalten, zu treffen und angstfrei das Leben, die Freundschaft und Speis und Trank zu genießen, sich verstetigen. Die Bedenken vieler sind noch nicht ganz weg sich auszumalen, dass sich bald wieder mehr als mit Faust und Ellenbogen begrüßt, ja sogar wieder in Lokalen gefeiert und getanzt werden könnte – und nicht nur heimlich oder mit leicht schlechtem Gewissen daheim oder in Parks. Doch es wird sich auch schon wieder mal freudig gedrückt und geherzt.
Dass viele unserer geliebten Lokalitäten wieder für uns da sind, straft schlimmste Befürchtungen aus der tiefsten Krisenphase zum Glück Lügen. Wer sich in seiner Neuköllner Nachbarschaft umschaut, hat aber sicher auch manche Veränderungen wahrgenommen, die mal pandemiebedingt, mal den Zeitläuften geschuldet sein mögen. Es wird besser, aber längst ist es nicht wie es war – und das muss vielleicht ja auch nicht sein. Schön, aber längst noch nicht beim Alten weiterlesen

Parkplätze zu Lebensraum

Alternativen für den zugestellten Schillerkiez

Die Diskussion um die Verteilung des öffentlichen Raumes ist in vieler Munde, so auch in Neukölln in vielen Kiezen.
Im Schillerkiez besetzte die Gruppe »Parkplatz Transform« am 25. Juni einen Parkplatz in der Oderstraße, um auf die Verteilung des Straßenlandes aufmerksam zu machen. In einer kleinen Ausstellung präsentierten sie die Daten zum Schillerkiez.

Parkplatzbesetzung.   Foto: bs

Die Gesamtfläche des Schillerkiezes beträgt 500.000 Quadratmeter. Davon sind 140.000 öffentliches Straßenland, das 32.000 Quadratmeter Parkplätze umfasst, also 23 Prozent. Das ist in etwa die Fläche von 4,5 Fußballfeldern. Laut Zählungen vor ziemlich genau einem Jahr gibt es exakt 2.589 Parkplätze im Kiez, die wenigsten davon sind Menschen mit Handicap vorbehalten.
Etwa 30 Prozent der Haushalte im Schillerkiez verfügen über ein Auto, nicht jedes davon wird täglich genutzt.
Der Anteil an Grünflächen im Kiez beträgt 7.600 Quadratmeter, der an Spielplätzen 6.200 Quadratmeter.
Die Zahlen zeigen eine ungleiche Verteilung des öffentlichen Raumes, der sich besser nutzen ließe und höhere Aufenthaltsqualität für Menschen bieten könnte. Parkplätze zu Lebensraum weiterlesen

Auszeichnungen für Ehrenamtliche verliehen

Neuköllner Ehrennadel würdigt Engagement

Üblicherweise wird die Neuköllner Ehrennadel immer am Samstag vor dem dritten Advent im weihnachtlich geschmückten Festsaal des Britzer Schlosses verliehen. Im vergangenen Jahr wurde das vom Coronavirus verhindert. Am 12. Juni holten Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Lars Oeverdieck, Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung, die Auszeichnung nun in etwas kleinerem Rahmen im Kulturstall auf dem Gutshof Britz nach.

Engagiert und geehrt.   Foto: mr

Die Neuköllner Ehrennadel ist die höchste Ehrung des Bezirks und wird seit 1984 an Bürgerinnen und Bürger verliehen, die sich in besonderer Weise um den Bezirk verdient gemacht haben. »Engagement ist der Motor für eine lebendige Demokratie«, sagte Lars Oeverdieck in seiner Begrüßungsrede. Ohne den Einsatz der Ehrenamtlichen wäre der Bezirk weniger menschlich. Auszeichnungen für Ehrenamtliche verliehen weiterlesen

Kiezgespräch

Von Freude und Badespaß

KuK: Welche Themen bewegen dich in deinem Kiez?
Marina: Diverse Erleichterungen und positive Entwicklungen. Ich war gerade einkaufen mit dem Fahrrad und hatte eines meiner Kinder dabei. Dabei habe ich das erste Mal so richtig bemerkt, wieviel sich hier in letzter Zeit getan hat. Die neue Promenade am Kanal mit Fahrradstraße, dann noch der Abschnitt der Weserstraße als Fahrradstraße – das tut gut, weil ich mein Kind ohne Angst mit dem Fahrrad fahren lassen kann. Oh, und wo ich bei meinen Kindern bin: Ich bin so froh für die Beiden, weil so langsam die bezirklichen, aber auch freie Ferienangebote wieder richtig losgehen nach dem Horror vom letzten Jahr. Die Kids freuen sich wahnsinnig auf ihr kommendes Skatecamp in Brandenburg, und das macht mich natürlich auch glücklich. Kiezgespräch weiterlesen

Gedenktafel für Zwangsarbeiterlager in Britz

Kaum enthüllt, schon wieder verschwunden

Eine halbe Million Menschen aus Gebieten, die während des Zweiten Weltkriegs besetzt waren, wurden in Berlin als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Es gab sie in jeder Nachbarschaft, in der Landwirtschaft, in der Rüstungsindustrie, auf kirchlichen Friedhöfen und sogar in privaten Haushalten. Das System der Zwangsarbeit fand vor aller Augen statt. Auf rund 3.000 wird die Anzahl der Lager im Berliner Stadtgebiet geschätzt. Die Orte des Verbrechens verschwinden langsam in der wachsenden Stadt. Nur an wenigen Stellen sind inzwischen Gedenk­orte eingerichtet worden, so etwa auf dem Friedhof Jerusalem V an der Hermannstraße.

Die Tafel des Anstosses.       Foto: mr

Auch in Britz gab es zwei Zwangsarbeiterlager – an der Fulhamer Allee und an der Onkel-Bräsig-Straße 6-8. Heute stehen dort Garagen. Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, wurde dort auf Betreiben der Anwohnerinitiative »Hufeisern gegen Rechts« eine provisorische Gedenktafel enthüllt mit der Aufschrift: »Hier befand sich von 1941 bis 1945 ein Barackenlager für polnische und sow­jetische Zwangsarbeiter*innen. Die 18 Männer und Frauen wurden zu Bau- und Instandhaltungsarbeiten in der Hufeisensiedlung eingesetzt.« Gedenktafel für Zwangsarbeiterlager in Britz weiterlesen

Hermannstraße für alle

Flanierdemo im Schneckentempo

Elf Initiativen forderten, kreativ und im gemächlichen Flaniertempo, am letzten Mai-Wochenende stadtplanerische Umsetzungen für ihr bereits 2020 vorgelegtes Konzept für die Hermannstraße.

Foto: Carsten Rose

Eines der Anliegen ist die Fahrradinfrastruktur mit geschützen Radwegen auf der gesamten Länge. Trotz geltendem Tempo 30 für Autofahrer gleicht dort die Fortbewegung per Fahrrad eher einem Nahtod­erlebnis.
Weiteren Wünschen nach Flächengerechtigkeit, Klimaschutz, Bio­diversität und rascher Mobilitätswende wurde mit Redebeiträgen Nachdruck verliehen. Musik und Pflanzentausch trugen zur entspannten Stimmung der rund 500 Teilnehmer bei. Besonders Kinder hatten ihren Spaß, einmal auf der sonst stark befahrenen Straße laufen, hopsen, liegen, sitzen und angstfrei radeln zu können.

bs

Neues QM im Harzer Kiez

Anlaufstelle für soziale und integrative Kiezkooperation

Der Harzer Kiez am östlichen Rand Neuköllns, also kurz vor Alt-Treptow, ist neuköllnische Vielschichtigkeit schlechthin. Während es zur einen Seite Richtung Sonnenallee gerne laut und extrovertiert zur Sache geht, wirkt es auf der anderen eher ein wenig verträumt und entspannt, aber definitiv nicht weniger einladend.

Das QM-Team.Foto: mf

Um den integrativen Charakter und Zusammenhalt der Nachbarschaft in Zukunft weiter zu untermauern, gibt es in der Treptower Straße seit diesem Jahr ein eigenes Quartiersmanagement. Dort sollen Anwohner die Möglichkeit erhalten, eigene Projekte umzusetzen, die den Kiez betreffen, und von denen alle profitieren. Das Konzept der Quartiermanagements gibt es in Berlin schon lange. Es konnte bereits in vielen Kiezen zur Stärkung sozialer Strukturen beitragen. Durch sogenannte »Quartiersräte« und »Aktionsfondsjuries« wird der Bewohnerschaft dabei eine Plattform gegeben, um gemeinsame Interessen und Ideen wie beispielsweise Straßenfeste, Flohmärkte oder Sportturniere mithilfe bezirklicher Mittel auszuarbeiten und umzusetzen. Neues QM im Harzer Kiez weiterlesen

Dauerthema Mieten

Luxusmodernisierung geht weiter

Auf dem freien Markt steigen die Mieten weiterhin ungebremst, passend zum knappen Wohnraum. Eine gute Auskunft über reale Preise gibt stets der »Immobilienscout24«, denn er bildet diesen Markt ab. So bietet derzeit »Akelius« in der Weserstraße eine »1,5 Zimmerwohung mit Terrasse und Einbauküche« in der Größe von knapp 70 Quadratmetern für eine Kaltmiete von 1.540 Euro an, mithin 22 Euro pro Quadratmeter. In der Nähe des Hermannplatzes werden für eine möblierte Einzimmerwohnung 14 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Der Berliner Mietenspiegel von 2021, den der Senat nach dem Scheitern des Mietendeckels erstellt hat, hebt Preise zwischen sechs und 14 Euro hervor. Dauerthema Mieten weiterlesen

Denkmalschutz mit zweierlei Maß?

Fragwürdige Sanierungen in der Hufeisensiedlung

Die Hufeisensiedlung in Britz ist seit 1986 Denkmal und seit 2008 sogar UNESCO-Weltkulturerbe. Die »Deutsche Wohnen« (DW) sanierte dort ab 2009 mit über 2,9 Millionen Euro Fördergeldern ihren Mietwohnungsbestand, auch mit dem Ziel, eine »behutsame Zurückführung zum ursprünglichen Erscheinungsbild« zu schaffen.
Behutsam war und ist die DW nur zu sich selbst. Einige Mieter an der Fritz-Reuter-Allee, der sogenannten »Roten Front«, besaßen auf ihrer Rück- und Wetterseite verglaste Balkone. Im Zuge der Sanierung wollte die Vermieterin auch mit drastischen Mitteln erreichen, dass diese ausnahmslos zurückgebaut werden müssten, selbst dann, wenn sie Bestandteil der Mietverträge waren. Dagegen wehrten sich einige Mieter erfolgreich vor Gericht.

Balkon Pollmann.Foto: rr

Auf dem Dach desselben Bauwerks thronen weiterhin gleich mehrere Mobilfunkantennen. Offen bleibt, weshalb damals die Verglasungen auf der Gebäuderückseite weichen sollten, während die gewinnbringenden Antennenanlagen bis heute erhalten sind. Denkmalschutz mit zweierlei Maß? weiterlesen

Kiezgespräch

Von Sport und Optimismus

KuK: Welche Themen bewegen dich in deinem Kiez?
Marie: Dass es bald hoffentlich wieder losgeht! Ich leite mit zwei Partnern eine Indoor-Sportstätte in Kreuzberg, und wir sind ziemlich heiß auf das Urteil des Senats am ersten Juni. Es wird gemunkelt, Einrichtungen wie unsere dürfen vielleicht sogar ab Anfang Juni, eventuell dem Vierten, wieder öffnen. Wir sind auf jeden Fall bereit und können es kaum erwarten. Finanziell kommen wir aber ganz gut durch im Moment. Die Hilfeleistungen im ersten Lockdown waren innerhalb kürzester Zeit weg, die haben gerade mal für eine Monatsmiete gereicht, aber zum Glück wurde das im zweiten Lock–down ordentlich angepasst, sodass wir alle Kosten gut abdecken können, auch Löhne und sogar die unserer studierenden Mitarbeiter*innen. Für die ist es aktuell besonders schwierig, weil sie zum Beispiel keinen Anspruch auf Hartz IV haben. Zum Glück konnten wir das gut regeln. Insgesamt bin ich im Moment sehr optimistisch. Ich habe mich bis vor Kurzem wie langzeitarbeitslos gefühlt, denn wir hatten nun sieben Monate am Stück geschlossen, aber das findet jetzt ein Ende und wir können wieder loslegen.

me
*Marie, Böhmische Straße

Altglascontainer im Abseits

Zu lange Leerungsintervalle führen zu Dreckecken

Anfang 2020 wurde das Altglassammelsystem umgestellt, und so verschwanden rund 30.000 Glassammeltonnen von den Hausmüllplätzen außerhalb des S-Bahnringes. Betroffene Haushalte können daher ihr Altglas nur noch zu den raren öffentlichen Depotcontainern tragen oder zu Recyclinghöfen. Mitzuverantworten hat das ausgerechnet die Umweltsenatorin Regine Günter von den Grünen. Angeblich sei das alte System nicht mehr zeitgemäß und das so gesammelte Glas sei von minderer Qualität.

Die Drei von der Müllstelle.    Foto: rr

Der größere Teil Neuköllns liegt außerhalb des S-Bahnringes, wo es inzwischen diese Tonnen an vielen Hausmüllplätzen nicht mehr gibt. Das vorab gegebene Versprechen, dass gleichzeitig auch die Zahl der öffentlichen Glassammelstellen erhöht werde, ist kaum erfüllt, was auch zumTeil an der Genehmigungspraxis der Bezirke liegt. Altglascontainer im Abseits weiterlesen

»Britzer Garten 2030«

Oase wird behutsam modernisiert

Idyll an der Britzer Seelandschaft.     Foto: mr

Raum für Spiel, Bewegung und Erholung inmitten einer bunten Pflanzenvielfalt bietet der Britzer Garten, die grüne Oase im Süden Neuköllns, seit seiner Eröffnung im Rahmen der Bundesgartenschau 1985. Die große Beliebtheit des Parks und die intensive Nutzung haben jedoch Spuren hinterlassen, und manches im Bereich der Infrastruktur ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. So müssen sanitäre Einrichtungen instandgesetzt und barrierefrei umgerüstet werden. Auch die Wege entsprechen vielfach nicht mehr den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit.
65 Prozent der Besucher gehören der Altersgruppe 50+ an. Um deren Bedürfnissen gerecht zu werden, gleichzeitig aber auch den Park für jüngere Nutzer attraktiv zu gestalten, sollen in den kommenden Jahren schrittweise einzelne Bereiche des Parks auf Basis des Entwicklungskonzeptes »Britzer Garten 2030« behutsam weiterentwickelt und umgebaut werden. Vor­aussetzung dafür: Das Land Berlin stellt entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung. »Britzer Garten 2030« weiterlesen

Gesellschaftliche Wertigkeit des Tempelhofer Feldes

Studie des Helmholtz-Zentrums (UFZ) wurde vorgestellt

Die per Livestream vorgestellte 95-seitige Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) untersuchte schwerpunktmäßig die gesellschaftliche Bedeutung des Tempelhofer Feldes. Im Vordergrund steht, wie zukünftige Nutzungen im Hinblick auf Klimawandel, Gesundheitsfürsorge und Integration miteinander vereinbar sind. Die Themen Stadtgrün und Mensch-Natur-Verhältnis wurden ergänzt durch Befragungen der Feldnutzenden sowie der Feldkoordination und Fachgespräche.

Schatz mit Platz.Foto: bs

Die Vielfältigkeit als Naherholungsgebiet, urbane Freifläche, Schutzzone für diverse Tiere und Pflanzen sowie Naturerfahrungsraum sind unstrittig. Kaltluft­entstehung, Kohlenstoffsenke und Regenwasserversickerung sind Bedeutungen, die nicht von der Hand zu weisen sind.
Auch als »ruhige Insel« inmitten des städtischen Verkehrslärms hat das Feld einen hohen Wert für das Wohlbefinden der Berliner, was der Daseinsvorsorge Rechnung trägt. Gesellschaftliche Wertigkeit des Tempelhofer Feldes weiterlesen

Herrfurthstraße

Gute Zeiten für Radler

Die Neuköllner Herrfurthstraße wird zur Fahrradstraße. Für den motorisierten Verkehr wird die Straße zur Einbahnstraße und bleibt Anliegern vorbehalten. An zwei Kreuzungen werden dazu die Vorfahrtsregeln geändert. Radfahrende können die Fahrradstraße natürlich in beide Richtungen nutzen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich in der kommenden Woche.
Bezirksbürgermeister Martin Hikel: »Die neue Fahrradstraße schließt die wichtige Verbindung zwischen Werbellinstraße und dem Tempelhofer Feld. Damit ist sie ein wichtiger Bestandteil für den Ausbau der Neuköllner Radinfrastruktur. Gleichzeitig erschwert sie den Durchgangsverkehr durch den dicht besiedelten Schillerkiez. So schafft die Fahrradstraße mehr Sicherheit für Radfahrende und einen Beitrag zur Verkehrsberuhigung für die Anwohnenden.«
Für den motorisierten Verkehr wird künftig eine Einbahnregelung in Richtung Hermannstraße gelten, die nur noch von Anliegern genutzt werden darf. An den Kreuzungen Lichtenrader Straße und Weisestraße wird die Fahrradstraße Vorfahrt haben. Auch an der Ecke Oderstraße/Kie­nitzer Straße wird die Verkehrsführung angepasst. Der denkmalgeschützte Herrfurthplatz bleibt vorerst ausgespart.
Die Arbeiten zur Umsetzung beginnen voraussichtlich am Montag, den 26. April 2021 und werden (witterungsabhängig) etwa zwei Wochen dauern. Die Maßnahme kostet insgesamt 45.000 Euro.

pr

Kiezblocks sollen beruhigen

Etappensieg für die »Initiative Kiezblock Rixdorf«. Der Verkehrsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung hat einem Antrag von Grünen und SPD für die Einrichtung von drei Kiezblocks in Neukölln zugestimmt.
Das Konzept sieht eine einfache Lösung für das Problem des Durchgangsverkehrs vor. Dafür müssen nur an drei zentralen Punkten mit Pollern oder Blumenkästen modale Filter eingerichtet werden, um ein Durchfahren mit Autos zu verhindern. Anwohner und Lieferverkehr können weiter alle Orte im Kiez mit dem Auto erreichen. Das vorgeschlagene Konzept ergänzt damit die bereits beschlossenen und durchgeführten Maßnahmen des Bezirksamts zu einem ganzheitlichen Kiezblock.
In weiteren Schritten sollen auch der Richardplatz und der Esperantoplatz attraktiver gestaltet werden und Maßnahmen für den Radverkehr, sowie Parkraumbewirtschaftung und Verkehrsberuhigung an den anliegenden Hauptstraßen umgesetzt werden.

pr

Mehr Mitsprache bei der Bezirksentwicklung

Anlaufstelle als Schnittstelle zwischen Bürgern und Verwaltung

Bei Planungen mitreden und eigene Ideen einbringen, das soll für Neuköllner Bürger künftig einfacher werden. Am 22. April eröffnete in der Hertzbergstraße 22 eine Anlaufstelle für Bürgerbeteiligung, in der sich Bürger über Vorhaben des Bezirks informieren und eigene Vorschläge zur Verbesserung der Situation in Neukölln einbringen können.
Grundlage dafür sind die Leitlinien für die Beteiligung der Bürger an Projekten und Prozessen der Stadtentwicklung, die das Land Berlin im Jahr 2019 entwickelt hat. In Neukölln wurden die bezirklichen Leitlinien im Dezember 2020 beschlossen und die Bürgerstiftung Neukölln als Träger der Anlaufstelle ausgewählt.
Als Schnittstelle zwischen Zivilgesellschaft und Verwaltung will die Anlaufstelle Akteure vernetzen und komplizierte Verwaltungsvorgänge verständlicher machen. Mehr Mitsprache bei der Bezirksentwicklung weiterlesen