Archiv der Kategorie: Kiez

Vorfahrt für die Straßenbahn

Nahverkehrskonzept der Neuköllner Linken sieht dichtes Liniennetz vor

»Unsere E-Mobilität heißt Straßenbahn.« Unter dieser Überschrift stellte Ludwig Lindner bereits am 8. Oktober 2019 das Nahverkehrskonzept der Neuköllner Linken vor. Es sieht einen starken Ausbau des Straßenbahnnetzes und die Verlängerung der U-Bahnlinie U8 vor. Der Autoverkehr soll weiter reduziert und die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger erhöht werden. Der Vorschlag lehnt sich an die Planungen der rot-rot-grünen Koalition an, die bereits den Ausbau zweier Straßenbahnlinien nach und durch Neukölln und die Verbesserung des Radwegenetzes vorsehen. Dazu hat die Neuköllner Linke detaillierte und erweiternde Möglichkeiten entworfen. Es soll ein dichtes Netz von U-Bahn- und Straßenbahnlinien entstehen.

Straßenbahn am Alex.Foto: mr

Demnach würde die U8 von der Hermannstraße in Richtung Britz verlängert werden, mindestens bis zur Gutschmidtstraße. Die Verlängerung der U7 nach Schönefeld wird hinterfragt, da bereits eine S-Bahnverbindung bestehe.
Umfangreicher soll sich der Ausbau des Straßenbahnnetzes gestalten. Die Verlängerung der M10 von der Warschauer Straße zum Hermannplatz ist bereits vom Senat festgelegt. Die M10 soll dem linken Konzept nach künftig auch über den Platz der Luftbrücke möglichst bis zur Julius-Leber-Brücke geführt werden. Vorfahrt für die Straßenbahn weiterlesen

Mehr rechter Terror

In der Nacht auf den 19. Juni ging ein Lieferfahrzeug auf der Sonnenallee in Flammen auf. An der Fassade der dahinter liegenden syrischen Bäckerei »Damaskus« hinterließen Unbekannte SS-Runen in roter Farbe.

Anschlag auf Bäckerei.   Foto: at

Das ausgebrannte Lieferfahrzeug gehörte zwar nicht zur Bäckerei, stand jedoch vor dem Laden und sehe dem Bäckerei-Fahrzeug sehr ähnlich, wie ein Mitarbeiter gegenüber dem »rbb« äußerte. Es sei bereits das siebte Mal, dass die Bäckerei mit Nazi-Symbolen wie Hakenkreuzen und SS-Zeichen beschmiert worden sei. Die Serie rechter Taten habe im Sommer 2019 begonnen, es gebe bisher keine Hinweise auf mögliche Täter.
Nicht nur die Bäckerei »Damaskus« sieht sich diesen Taten ausgesetzt. Im letzten Jahr sind vermehrt Nazi-Symbole in roter Farbe in Neukölln aufgetaucht. Im Dezember waren ein Burgerladen und ein Späti in der Wildenbruchstraße betroffen, erst Anfang Juni weitere Geschäfte in der gleichen Straße, unter anderem das Café »K-Fetisch«. Mehr rechter Terror weiterlesen

SchillerDialog

Konzept für ein lebendiges Quartier

Genezarethkirche.                            Foto: mr

Der SchillerDialog geht in die nächste Runde. Beim Auftakt am 15. Januar 2020 konnten zahlreiche Anregungen der Anwohner gesammelt werden. Mit den Rückmeldungen aus den Fachämtern des Bezirks­amtes Neukölln hat das beauftragte Büro »Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG« einen Entwurf für ein städtebauliches Entwicklungskonzept »Lebendiges Quartier Schillerpromenade« entwickelt, der nun diskutiert werden soll.
Die Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 schränken die Möglichkeiten dazu ein. Interessierte Bürger haben bis 26. Juli trotzdem auf ganz verschiedene Weise Gelegenheit, sich über den Planungsstand zu informieren und den Konzeptentwurf zu kommentieren. SchillerDialog weiterlesen

Räumungstermin für das »Syndikat«

Solidarität gegen Renditegeilheit

Bereits im Januar 2020 sprach sich die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in einer Entschließung für den Erhalt des »Syndikats« in der Weisestraße aus: »Die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln spricht sich für den Erhalt des Syndikats als alteingesessene Kiez­kneipe und Treffpunkt für Stadtteilarbeit von unten aus. Sie ist ein Teil unserer Neuköllner Kiezkultur und Identität. Das seit 33 Jahren bestehende Syndikat in der Weisestraße 56 ist seit mehr als einem Jahr von der Schließung bedroht. Mehrfache Versuche der Betreiber, die Kündigung abzuwenden, wurden vom Eigentümer, einem renditeorientierten Investor, abgelehnt. Wir als Bezirksverordnetenversammlung missbilligen die Kündigung durch den neuen Hauseigentümer. Räumungstermin für das »Syndikat« weiterlesen

Ausgezeichnetes Engagement

Bewerbungszeitraum für den Deutschen Nachbarschaftspreis läuft

Der Deutsche Nachbarschaftspreis, verliehen von der Stiftung »nebenan.de«, geht in die nächste Runde. Der Preis zeichnet Nachbarschaftsprojekte mit Vorbildcharakter aus und kürt dabei 16 Landessieger, drei Bundessieger und einen Publikumssieger »Coronahilfe«.
Die Preisträger werden am 28. Oktober in einer virtuellen Preisverleihung geehrt und mit Preisgeldern in Höhe von 2.000 bis 10.000 Euro gewürdigt.
Die ausgezeichneten Projekte werden auf der Webseite des Deutschen Nachbarschaftspreises vorgestellt und zum virtuellen Forum »Engagierte Nachbarschaft« im November eingeladen, wo sie sich in Workshops weiterbilden und untereinander vernetzen können. Ausgezeichnetes Engagement weiterlesen

»Ja, Böhmi halt«

Viele Ideen für ein nachbarschaftlicheres Rixdorf

Arif und Julia stehen mitten im Geschehen – zwei Neuköllner mit dem Herz am rechten Fleck, die am Böhmischen Platz einiges in Bewegung setzen.

Engagiert am Platz: Julia und Arif.     Foto: me

Julia, oder die »Blumenfrau«, wie sie in der Nachbarschaft genannt wird, kümmert sich um die Begrünung rund um den Platz und sagt selbst: »Die Pflanzen sind mir über den Kopf gewachsen.« Da es im Moment keine zentrale öffentliche Wasserstelle gibt, müsse sie, wie andere, aus ihrer Wohnung Wasser zum Platz bringen. Außerdem sei für die rund um den Böhmischen Platz verteilten Baumscheiben ein neues Konzept geplant, das Julia gern durchführen würde, wozu allerdings Ressourcen fehlen, finanziell und personell. Hierzu wünscht sie sich insbesondere Förderungen für die weitere Begrünung der Fläche. »Ja, Böhmi halt« weiterlesen

Kiezgespräch

Von Diversität und Antirassismus

 

KuK: Was bewegt dich in deinem Kiez?
Cynthia: Am meisten beschäftigt mich »Black Lives Matter« und dass das jetzt so ein Hype war. Ich bin gespannt, wie sich das hält, ob das jetzt nur zwei Wochen ging, oder ob sich das Thema hält und es tatsächlich Veränderungen geben wird. Ich war auch auf der Demo am Alex und habe danach Leute im Kiez getroffen und mitbekommen, wie sie darüber gesprochen haben. Von wegen »die Spinner, die auf Demos gehen, haben keine Familie und keine Angst im Leben, beziehungsweise keine Angst vor dem Risiko«. Ich als schwarze Person sage dazu, meine besten Freunde sind größtenteils in der Risikogruppe und ich habe Familie. Wir setzen mit so einer Demo ein Zeichen, dass die Gewalt, die passiert, für uns eine größere Bedrohung ist als die Angst sich anzustecken. Es ist kein Zeichen, dass man dort aus Spaß hingeht. Kiezgespräch weiterlesen

Luftige Begegnungen zu jeder Jahreszeit

Spiel, Spaß und frische Luft – das Feld für Alle wird 10.        Foto: mr

10 Jahre Bewegungsfreiheit auf dem Tempelhofer Feld

Für die wenigsten ist es eine öde Brache, die es zu bebauen gilt, für die meisten ist es eine innerstädtische Freifläche, die der Naherholung, Gesundheitserhaltung und dem Artenschutz dient: Das Tempelhofer Feld.
Die Öffnung des Feldes im Mai 2010 war ein Segen für Berlin, der Volksentscheid im Juni 2014 eine eindeutige Entscheidung der Berliner Bevölkerung für das »Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes« (ThFG) als gemeinwohlorientierte Freifläche.
Gerade in der coronaschwangeren Zeit ist das Tempelhofer Feld für Viele einer der wenigen Orte in Berlin, um Luft zu schnappen, auf der Wiese liegend wenigstens die Augen wandern zu lassen, sich tatsächlich vielfältig sportlich oder gärtnerisch zu betätigen. Luftige Begegnungen zu jeder Jahreszeit weiterlesen

Temporäre »Pop-up-Radwege«

Demo für mehr Sicherheit in der Hermannstraße

Kreuzberg hat es vorgemacht und in kurzer Zeit an mehreren Straßen mithilfe von Signallinien, Baken oder Pollern »Pop-up-Radwege« eingerichtet, die sicheres Radfahren in Zeiten von Abstandsgeboten ermöglichen. An der Konzepterstellung dieser ersten temporären Radstreifen waren maßgeblich die Radaktivisten von »Changing Cities« beteiligt.

Menschliche Poller.        Foto: Stefanus Paarman

Am 23. Mai demonstrierte der Verein gemeinsam mit dem »Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln« und der Initiative »Hermannstraße für Alle« dafür, dass auch an der Hermannstraße zwischen Hermannplatz und Britzer Damm ein sicherer Radweg gebaut wird. »Menschliche Poller« schützten dabei die Radfahrer. Temporäre »Pop-up-Radwege« weiterlesen

Kiezgespräch

Vom Wohnen, Lächeln und Atmen

KuK: Was bewegt Sie in Ihrem Kiez?
Frau Meier: Meine Nachbarn und mein Umfeld sind klasse. Hier gibt es so viele schöne Ecken, und die Hausgemeinschaft ist gut. Ich wohne in der Morusstraße, und hier ist die Miete auch noch erschwinglich. Davor war ich in Wilmersdorf und habe mich vor meinem Umzug lange mit einer Eigenbedarfskündigung herumgeschlagen. Die Mietprobleme gibt es hier in Neukölln ja auch. Da hört man Schlimmes von Wohnungsgesellschaften, wie von der »Deutsche Wohnen«. Das sind Geier. Denen gehört doch auch die Hufeisensiedlung. Das ist so ein schönes Quartier, warum hat man die denn bloß verkauft? Ich finde das schrecklich. Ich muss aber sagen, insgesamt haben wir Glück in Neukölln, hier ist es insgesamt doch sehr sozial, und die Leute lassen sich nicht alles gefallen. Kiezgespräch weiterlesen

Trampelpfade auf der Späthbrücke

Schleichweg statt Umweg.    Foto: rr

Verkehrsministerium verhindert den Durchgang

»Besser Späth als nie« hieß 2017 hier ein Beitrag und machte Hoffnung, dass die 1906 gebaute Britzer Späthbrücke wieder für Fußgänger und Radfahrer geöffnet werden könnte. Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk ist die einzige im Original erhaltene Brücke über den Teltowkanal. Der Bau der Mauer machte sie lange funktionslos. 1992 wurde sie vollständig saniert, um 2002 mit dem Bau der A113 abermals wieder geschlossen zu werden.
Vor drei Jahren am Weltwandertag erklärte an der Späthbrücke der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu (SPD), dass er sich seit Jahren für die Wiedereröffnung einsetze. Leider gehört die Brücke dem Bund, und das zuständige Verkehrsministerium zeigt keinerlei Interesse, dabei mitzuwirken. Trampelpfade auf der Späthbrücke weiterlesen

Das Virus auf der Straße

Essensverteilung an wohnungslose Menschen

Immerhin zeigt sich das Wetter von seiner besten Seite an diesen Tagen früh im April. Die Temperaturen sind morgens schon angenehm, es weht kein Wind, und Regen hat sich auch nicht angekündigt – Glück im Unglück sozusagen. Für die mehr als hundert Menschen, die sich in den Morgenstunden bereits am Boxhagener Platz versammeln, spielt das eine übergeordnete Rolle, denn sie sind wohnungslos.

Karuna« packt Hilfstüten.  Foto: mf

Seit die Corona-Krise den wuseligen Alltag auf den Straßen Berlins stark eingeschränkt hat, ist der Alltag für Wohnungslose in der Großstadt besonders herausfordernd.
Während sich das Gros der Bewohner in die eigenen vier Wände zurückziehen kann und die sozialen Interaktionen auf ein Minimum beschränkt, stellt sich die Frage, was mit den Menschen passiert, die kein eigenes Zimmer haben und für die »Social Distancing« quasi unmöglich ist? Was macht das mit einem, wenn die Freunde »mit den richtigen Wohnungen« gerade jetzt, in dieser komplizierten Zeit, kollektiv wegbleiben? Wenn das durch Pfandflaschen gesammelte Kleingeld nicht für eine warme Mahlzeit reicht? Das Virus auf der Straße weiterlesen

»Leine-Oder-Halbmond« bleibt

Bezirk setzt Vorkaufsrecht durch

Zwei Monate mussten die Mieterinnen und Mieter des »Leine-Oder-Halbmondes« um ihr Wohnschicksal bangen, denn ihr Haus wurde von »Pears Global« gekauft. Nun ist klar, dass der Bezirk zugunsten des »Beamtenwohnungsbauvereins« vorkaufen konnte.

Protestlaken.   Foto: th

Während die Zeit der Vorkaufsprüfung ohnehin einen Ausnahmezustand für die Betroffenen darstellt, schlug Corona auch noch voll zu. Die Arbeit im Bezirksamt veränderte sich und die Mieterinnen und Mieter fanden neue Formen des Protests. Keine Kundgebung, dafür klappernde Töpfe, riesige Transparente und Papierflieger für den Kampf um ihr Zuhause, das inoffizielle Wahrzeichen der Berliner Luftbrücke direkt an der Grenze zum Tempelhofer Feld.
Der gefürchtete Investor, die britische Milliardärsfamilie Pears, erlangte fragliche Berühmtheit, als ihr Netz aus diversen Briefkastenfirmen aufgedeckt wurde. Sie besitzen über 3.000 Immobilien und sind damit einer der Großeigentümer der Stadt. Auch das »Syndikat« fiel ihnen bereits zu Opfer.
Nun bleibt zu hoffen, dass der Vorkauf durch den Bezirk innerhalb der Widerspruchsfrist von 30 Tagen nicht angefochten wird, wie es beispielweise ein paar Häuser weiter, in der Leinestraße 8, im Herbst letzten Jahres passierte.

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Manche öffnen, manche schließen

Neuzuordnung der Quartiersmanagements

»Erhalt und die Stärkung des sozialen Zusammenhaltes eines Stadtteils« ist die Hauptaufgabe in allen Quartiersmanagement-Gebieten (QM) der Berliner Bezirke. Mit Fördergeldern des Programms »Soziale Stadt« – aus den Mitteln des »Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat« – ausgestattet, werden Ideen, Projekte und Vereine unterstützt, die in irgendeiner Form zur Stabilisierung der Nachbarschaft und Verbesserung der Lebensqualität beitragen.
Entscheidend für die Einrichtung von QM-Gebieten sind unter anderem Sozialdaten zum Migrationsanteil der Bevölkerung, zur Arbeitslosigkeit und Kinderarmut.
Ab 2021 wird es in Neukölln neue Bereiche geben: Das QM Glasower Straße, zwischen Silbersteinstraße inklusive Hermannstrasse bis zur Buschkrugallee am Teltowkanal sowie QM Harzer Straße, das Gebiet zwischen Treptower Straße, Sonnenalle, Reuterstraße, Bouchéstraße.
Das QM Lipschitzallee und Gropiusstadt Nord werden erweitert zum QM Gropiusstadt.

Blick auf die Gropiusstadt.Foto: mr

Die Gebiete Ganghoferstraße und Richardplatz-Süd werden zum neuen QM-Gebiet Rixdorf. Damit gibt es dann zehn QM-Gebiete in Neukölln. Manche öffnen, manche schließen weiterlesen

Lilienthalweg

Pflaster für die Hasenheide

Das Bezirksamt Neukölln wird ab Ende April den Lilienthalweg sanieren. Der bestehende wassergebundene Weg zwischen der »Trümmerfrau« in der Hasenheide und der Apostolischen Nuntiatur wird auf einer Länge von 450 Metern ausgebaut und durch einen gepflasterten Weg ersetzt. Damit wird die Nutzung für zu Fuß Gehende, Sporttreibende und Radfahrende verbessert. Bislang ist der Weg nach Regenfällen kaum benutzbar, da sich große Wasserlachen bilden.
Bezirksbürgermeister Martin Hikel: »Die Hasenheide ist die grüne Lunge im Norden des Bezirks und wird von Tausenden tagtäglich genutzt. Mit steigenden Investitionen in die Hasenheide wollen wir den Volkspark für alle Berliner besser erlebbar machen. Auch deshalb ist die Sanierung des Verbindungswegs nach Kreuzberg ein wichtiges Symbol.«
Während der bis Ende Juli geplanten Bauarbeiten wird der Lilienthalweg nicht nutzbar sein. Radfahrende und zu Fuß Gehende können während dieser Zeit auf die »Protected Bike Lane« entlang der Hasenheide ausweichen. Der nächstgelegene Eingang in die Hasenheide befindet sich während der Bauarbeiten auf Höhe der Graefestraße am Minigolfplatz. Die Baumaßnahme kostet insgesamt etwa 250.000 Euro.

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Soziales Miteinander in der Coronakrise

Essensausgabe in der Tee- und Wärmestube in der Weisestraße

Alle Welt spricht von »StayHome«, und viele Aufrufe in den sozialen Netzwerken bieten Nachbarschaftshilfe und Kinderbetreuung an. Doch eine Gruppe wird fast vollständig außer acht gelassen, das ist die Gruppe der Wohnungslosen. Diese Menschen sind schon jetzt nicht mehr in der Lage, sich über Wasser zu halten, da die Straßenspenden und Lebensmittelspenden zu 90 Prozent zurückgegangen sind. Dazu kommt, dass viele Einrichtungen schließen mussten und somit die persönlichen Kontakte auch noch eingestellt sind.

Thomas de Vachroi am Fenster.  Foto: Stefanus Parmann

Die »Tee und Wärmestube Neukölln« musste auf Grund der staatlichen Verordnungen ebenfalls ihre Räumlichkeiten schließen, um die Ansteckungsgefahr für Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet, dass auch die Küche geschlossen bleibt und keinerlei Lebensmittel mehr vor Ort verarbeitet werden. Soziales Miteinander in der Coronakrise weiterlesen

Geld für zwei Neuköllner Vorzeige-Projekte

Grüne freuen sich über 2,4 Millionen

Mit dem Projekt Berlin Global Village und der Errichtung des »Eine-Welt-Zentrums» entsteht auf dem Gelände der ehemaligen »Kindl-Brauerei« in der Rollbergstraße erstmals ein gemeinsamer Ort für viele Organisationen, Verbände und Initiativen, die sich für globale Gerechtigkeit, Klimaschutz und dekoloniale Erinnerungsarbeit einsetzen. »Als grüne BVV-Fraktion begrüßen wir es sehr, dass dieses Projekt mit zusätzlichen 1,4 Millionen Euro durch die grün-geführte Senatsverwaltung für Wirtschaft unterstützt wird. Damit kann der Verein zusätzliche Kosten für die Entwicklung des Areals zu einem vielfältigen Veranstaltungsort abdecken, was dem Rollbergviertel und dem ganzen Bezirk zugutekommt«, erklärt Fraktionsvorsitzende Ursula Künning. Geld für zwei Neuköllner Vorzeige-Projekte weiterlesen

Spaziergänge durch Neukölln

Fünf Routen mit überraschenden Eindrücken

Die Sonne scheint, blauer Himmel, das richtige Wetter zum Spazierengehen. Zumal das eine der wenigen Tätigkeiten ist, die man in Zeiten von Corona noch im Freien ausüben kann.
Passend dazu ist im April im »Elsengold Verlag« der neue Band »Neukölln mit Britz, Buckow und Rudow« aus der Reihe der »Berliner Spaziergänge« erschienen.
Der Autor Hilmar Krüger schlägt in diesem Buch fünf Routen durch die Stadtteile Rixdorf, Britz, Gropiusstadt, Alt-Buckow und Rudow vor, auf denen der Spaziergänger überraschende Eindrücke gewinnt und die Atmosphäre und Kultur jedes einzelnen Kiezes neu entdecken kann.
Gemeinsam mit Jutta Kendzia vom Rudower Heimatverein, Hans-Georg Miethke, Gropiusstädter von Anbeginn und Chronist des Stadtteils, und Bodo Manegold, ehemaliger Bezirksbürgermeister, stellt der Autor Geschichte und Gegenwart der Neuköllner Bezirke vor. Anhand historischer Fotos lässt sich das heutige mit dem alten Neukölln vergleichen.
Dabei bietet das Buch als Begleiter selbst Neukölln-Kennern noch die eine oder andere überraschende Entdeckung.
Das 64-seitige Büchlein kann für fünf Euro unter der ISBN 978-3-96201-046-1 in jeder Buchhandlung bestellt werden.
Auch für andere Bezirke sind solche »Spaziergänge« erschienen, die zahlreiche Anregungen geben, sich mit der Geschichte der jeweiligen Gegend zu beschäftigen.

mr

Ins KZ durch »Arbeitsscheu«

Stolperstein für NS-Opfer Felix Loewy

Felix Loewy, ein jüdischer Tapezierer aus dem heutigen Gdańsk, war bereits krank, als sie ihn holten. Als am 14. Juni 1938 der NS-Staat die Aktion »Arbeitsscheu Reich« (ASR) startete, war für Tausende nichts mehr wie zuvor. Loewy wurde verhaftet, ins KZ Buchenwald deportiert und starb dort 1940 im Krankenbau.

ASR-Häftlinge galten als »asozial« und wurden im System der Konzentrationslager erst mit dem braunen, später mit dem schwarzen Winkel gebrandmarkt. Unser heutiger Begriff von »Asozialität« wurde maßgeblich von den Nazis geprägt.
Verhaftet wurde, wem vorgeworfen wurde, sich nicht in die Gemeinschaft einzufügen und seinen Beitrag zu leisten: Beispielsweise Männer, die zwei Mal ein Jobangebot ausschlugen oder ihre Arbeit nach kurzer Zeit aufgaben. Die Polizei arbeitete für die Verhaftungen daher mit dem Arbeitsamt zusammen. Ins KZ durch »Arbeitsscheu« weiterlesen

Kiezgespräch

Enspannt und kontrolliert

KuK: Welche Themen bewegen dich in deinem Kiez?
Nicklas: Mich beschäftigen tatsächlich im Moment die positiven Aspekte der aktuellen Lage, wegen Corona, am meisten. Die ganze Geschichte löst bei mir ein Gefühl der Entspannung aus, auch wenn das vielleicht »falsch« ist. Ja, ich habe im Moment keine Arbeit, aber mache Kram, auf den ich Bock habe. Ich kann mich draußen viel entspannter bewegen, weil weniger los ist auf den Straßen, man fragt sich zweimal, ob man mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, allein schon aus hygienischen Überlegungen. Kiezgespräch weiterlesen

Neuköllner Gewerbetreibende melden sich zu Wort

Kommentare zur Coronakrise

Pequod Buchhandlung

Alvaro, Inhaber der Pequod Buchhandlung, sagt zur Situation in Spanien und Deutschland: »Meine Buchhandlung habe ich bereits vor den neuen Maßnahmen geschlossen. Das, was in Spanien läuft, kann in Berlin auch passieren. Es werden spannende Wochen, dort wie hier. In Spanien trifft es die ländlichen Regionen und Kleinstädte nicht so hart. Meine Eltern leben in Almansa, einer Stadt nicht viel größer als der Schillerkiez. Ihnen geht es gut, auch wenn eine Ausgangssperre nervig werden kann. In Madrid wird es dramatisch. Dort ist das Epizentrum von Corona. Meinen Freunden geht es gut, sie richten sich mit der Ausgangssperre ein, hoffentlich bleiben sie gesund. Ich begrüße die Maßnahmen, die in Deutschland für Social Distancing vorgeschrieben sind.« Neuköllner Gewerbetreibende melden sich zu Wort weiterlesen

#Danke!

#Tempelhofer Feld

Wir danken allen Gästen des Tempelhofer Feldes, die sich entsprechend der derzeitigen Vorgaben zum Schutz von uns allen verhalten! Wir danken der »Grün Berlin«, der Polizei, der VISAG, den Dussfrauen und -männern, die die Nerven behalten und uneinsichtige Gäste ermahnen, sich an die zur Zeit notwendigen Verhaltensregeln zu halten, die uns allen nicht gefallen!
Wir gehen davon aus, dass wir diese schwierige Zeit gemeinsam überstehen und wir uns alle auf unserem weltweit einzigartigen Tempelhofer Feld mit Abstand begegnen.
Wir reden ansonsten auch gerne in hashtags: #AbstandHalten #StayAtHome #WirBleibenZuHause #GrillenVerboten #SocialDistancing #LächelnSchenken.

THF100

Superarm hilft Arm

Solidarität hilft

Menschen mit wenig Geld, die anderen helfen, die noch ärmer dran sind als sie selbst: Das sind »Die Superarmen«. Die Vereinsmitglieder lernten sich bei »Laib und Seele«, der Essensausgabe an der Magdalenenkirche kennen. Bei ihrer Arbeit geht es vor allem um Dienstleistungen wie Einkaufen, Begleitung bei Arztbesuchen, mit dem Hund rausgehen, beim Ausfüllen von Behördenformularen helfen.

Auf Tour.   Foto: pm

Da wegen der Corona Pandemie auch die Ausgabestellen von »Laib und Seele« schließen mussten und viele der Kunden nicht mehr wissen, wie sie an preiswerte Lebensmittel kommen, hatten die »Superarmen« gemeinsam mit dem »trial & error Kulturlabor« die Idee, diese Leute zu versorgen. Sie versuchen nun, in den Neuköllner Läden Lebensmittel zu organisieren, die sie mit Lastenfahrrädern der Ini­tiative »Schön wie wir« zu den Kunden transportieren. Noch sind nicht viele Läden bereit, ihnen zu helfen. »Wir wollen der Tafel keine Konkurrenz machen, nur eine Lücke füllen, bis alles wieder wie gewohnt läuft. Von daher  würden wir uns freuen, wenn mehr Läden mitmachen. Wir nehmen kein Geld für diesen Dienst, ein Lächeln reicht uns«, heißt es in ihrer Pressemitteilung.

mr
Bei Nachfragen: Kontakt: Chrissy (Die Superarmen):  0157 883 282 83

Neukölln vereint

Nötige Hilfe für die am stärksten Betroffenen beeindruckt

Viele Einrichtungen, die unseren Kiez ausmachen und derzeit geschlossen bleiben müssen, bangen bei ausfallenden Einnahmen und laufenden Kosten um ihre Existenz. Daher haben sich diverse Lädchen, Cafés, Bars und Weitere auf der Seite »helfen.berlin« registriert, auf der Hilfswillige nun Gutscheine für die Betriebe erwerben können, die sich bei Wiederöffnung einlösen lassen. Zu den eingetragenen Orten zählen Kiez­größen wie »Café Linus«, »Froschkönig«, »Die gute Seite« oder der »Zauberkönig« – jeden Tag kommen weitere hinzu. Machen Sie ihre Stammkneipe oder Lieblingscafé auf diese Aktion aufmerksam!

Gabenzaun an der Bethlehemskirche.Foto: mr

Noch geöffnete Betriebe können sich auf der Seite »www.derschillerladen.info« registrieren und eine Übersicht ihrer Produkte geben – bestellt wird telefonisch. Die Bezahlung erfolgt digital, per Paypal oder Echtzeit-Überweisung. Um den ganzen Prozess kontaktlos zu gestalten, werden die gekauften Produkte zu einer vereinbarten Zeit inklusive Quittung vor die Ladentür gestellt. Neukölln vereint weiterlesen

»48 Stunden Neukölln«

Online in Bestline

Die Festivalleiter Martin Steffens und Thorsten Schlenger haben den Neuköllner Künstlern bekannt gegeben, dass die diesjährige Ausgabe des Festivals »48 Stunden Neukölln« vor allem online stattfinden solle:
»Wir werden am Festivaltermin (19. bis 21. Juni 2020) festhalten, auch wenn die Situation unübersichtlich ist. Es ist nicht der Moment, unser Festival abzusagen, sondern der aktuellen Entwicklung mit Mitteln der Kunst zu begegnen. Wir möchten die Ereignisse mit Achtsamkeit begleiten und bleiben uns als Festival der Verantwortung Euch und unserem Publikum gegenüber bewusst. »48 Stunden Neukölln« weiterlesen

Der beste Freund des Menschen

Hundeschulen schaffen ein gutes Verhältnis zwischen Mensch und Tier

Ein Hund gilt gemeinhin als »bester Freund des Menschen« und erfreut sich großer Beliebtheit. Er ist ein soziales Wesen, das im Rudel lebt und mit Artgenossen und Menschen spielt. Im Zusammenleben von Mensch und Hund kommt es darauf an, dass der Hundehalter die leitende Person ist.

Fiffi ist wissbegierig.Foto: th

Der Mensch muss sich auf seinen Hund verlassen können, ebenso gilt das für den Hund. Die Vierbeiner weisen ähnliche Verhaltensweisen auf, doch kein Tier ist wie das andere. Sie haben einen eigenen Charakter und selbstverständlich Emotionen. Oft gelingt das Zusammenleben nicht auf Anhieb. Ein Hund muss erzogen werden und dabei ein Vertrauensverhältnis zum Halter aufbauen. Hundeschulen sind dabei von großer Hilfe. Der beste Freund des Menschen weiterlesen

Kiezgespräch

Zusammenstehen in der Krise

KuK: Welche Themen bewegen Sie in Ihrem Kiez?
Herr Janko: Mich bewegt der Stillstand gerade. In meinem Kiez, wie überall. Was passiert nach der Corona-Pandemie? Hier (Anm. d. Red.: Nordneukölln) sind die Bars, die Gastronomie doch ein so großer Wirtschaftsfaktor, vor allem für die hier Lebenden. Was wird aus den Leuten? Ich bin Angestellter und habe für den Moment noch Glück, aber auch in meinem Freundes- und Familienkreis sind nicht nur Gewerbetreibende betroffen, sondern es hagelt Kündigungen. Ich bin natürlich dankbar, dass die Politik hierzulande reagieren kann und das auch wird, trotzdem werden die Maßnahmen nicht für alle ausreichen. Deshalb müssen wir zusammenhalten und gemeinsam Lösungswege im Kleinen finden. Von Bürgern für Bürger – einfach mal an die Nachbarn denken zum Beispiel. Kiezgespräch weiterlesen

Die Zeit läuft für Bezirk und Mieter

Klare Ansage. Foto: th:

Neuer Eigentümer des »Halbmondes« spielt Versteck

»Wir haben nicht so viel Zeit,« stellte Margit Paulus auf der Mieter- und Mieterinnenversammlung am 25. Februar fest. Mehr als 40 alarmierte Bewohner des »Halbmondes« an der Leinestraße kamen ins »Warthe-Mal«. Der ganze Block mit 13 Aufgängen und 165 Wohnungen wurde an einen bislang unbekannten und noch nicht im Grundbuch stehenden Neueigentümer verkauft. Das erfuhren die Mieter am 17. Februar im Rathaus durch Stadtrat Jochen Biedermann. Der Bezirk möchte von seinem Vorkaufsrecht oder der Möglichkeit einer »Abwendungserklärung« Gebrauch machen. Dazu läuft die Zeit tatsächlich davon. Beide bezirklichen Maßnahmen müssen bis zum 14. April abgeschlossen sein. Ebenso bedarf es einer Körperschaft, die bereit ist, den »Halbmond« zu kaufen. Vorzugsweise wird nach einer Genossenschaft gesucht. Die Zeit läuft für Bezirk und Mieter weiterlesen

Anerkennung für getötete Polizisten

Straßenumbenennung im Rollberg

Zu Ehren und im Gedenken an zwei im Dienst getöte Polizisten, Roland Krüger und Uwe Liesch­ied, wurden am 27. Februar zwei Strassenabschnitte im Rollbergviertel feierlich umbenannt. Dort arbeiteten beide jahrelang im Abschnitt 55 in der Rollbergstraße.

Barbara Slowik und Andreas Geisel. Foto: Stefanus Parmann

Das Teilstück der Morusstraße zwischen Werbellin- und Rollbergstraße heisst jetzt Uwe-Lieschied-Strasse. Die Kopfstraße zwischen Morusstraße und dem Eingang zur Lessinghöhe wurde in Roland-Krüger-Strasse umbenannt. Anerkennung für getötete Polizisten weiterlesen

Volles Programm bei der Salonmusik

Virtuose Saxophone und spanische Gitarren

Anfang des 19. Jahrhunderts bekam die Kammermusik in den Palais und Residenzen des Adels ein bürgerliches Pendant: In den Salons der großbürgerlichen Gesellschaft fand neben der Literatur zunehmend auch die Musik Beachtung. Anfangs konzertierten dort Amateure, bald auch Virtuosen wie Jacques Offenbach als Cellist oder Franz Liszt am Klavier.

Jerzy Chwastyk.Foto: Uwe Arens

Im Neukölln des 21. Jahrhunderts wird diese Tradition der Salonmusik neu interpretiert, als kulturen- und genreübergreifend. Die Klassik hat nach wie vor ihren festen Platz, und auch Chanson sowie Jazz werden präsentiert, ebenso eine breitgefächerte Vielfalt von Musik mit arabischen, asiatischen, lateinamerikanischen oder afrikanischen Wurzeln, in welcher sich die ethnische Vielfalt des Bezirks widerspiegelt. Im Märzprogramm dürfen sich die Fans exquisiter kammermusikalischer Jazzmusik gleich auf zwei Konzerte freuen. Volles Programm bei der Salonmusik weiterlesen

Kiezgespräche

Gemeinsam sind wir stärker

KuK: Welche Themen bewegen dich in deinem Kiez?
Winnie: Wie so viele beschäftigen mich die steigenden Mietpreise. Mal abseits von Neukölln interessieren mich die vielen Verkäufe zum Höchstpreis am Kotti. Ein Beispiel ist »Kotti & Co«, die für niedrige Mieten kämpfen und nun selbst betroffen sind, speziell das Aquarium, welches sich in einem der Häuser befindet, die zum Höchstpreis verkauft werden sollen. Dazu kommt, dass ich mir über meine eigene Situation Gedanken mache. Ich klage seit November 2018 über »Wenigermiete« meine Miete ein. Ich war davor beim Mieterschutzbund, nur habe ich mich dort unsicher gefühlt, da ich die Schreiben selbst mit meinem Namen unterzeichnen muss. »Wenigermiete« übernimmt den ganzen Prozess. Zwar dauert die Klage jetzt schon eine Weile an, aber ich habe die Hoffnung, dass sich unter anderem durch den Mietendeckel etwas bewegen wird.
KuK: Was ist denn besonders schön an deinem Kiez?
Winnie: Besonders gut gefällt mir meine Kieznachbarschaft. Ich schätze es sehr, dass wir füreinander da sind und immer wieder zusammenkommen. Zum Beispiel gehen wir gemeinsam bouldern dank dem Bouldergarten, der hier vor drei Jahren entstanden ist. Generell ist alles so nah und leicht erreichbar. Wenn man den Kiezbegriff etwas weiter fasst, freut es mich außerdem sehr, dass es Initiativen wie »Kotti & Co« gibt, die sich eigeninitiativ einsetzen, genauso auch »Stadt von Unten«, die einen wahnsinnigen Kampf für das Dragoner-Areal hingelegt haben. Ich finde es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger auf die Straße gehen und für ihre Anliegen kämpfen. Wir dürfen uns in unseren Kiezen nicht alles gefallen lassen, wir sind mit dafür verantwortlich, etwas für ein gutes Leben zu tun.

me
*Winnie, Weserstraße

242 Kerzen

Erste Neuköllner Gedenkfeier für einsam Verstorbene

Spirale für 242 Verstorbene.    Foto: mr

242 Kerzen, angeordnet als leuchtende Spirale, brannten im Altarraum der Philipp Melanchthon Kirche. Jedes Licht stand für einen Menschen, der im letzten Jahr einsam verstorben ist und – wie es im amtsdeutsch heißt – »ordnungsbehördlich« bestattet wurde, weil der Tote entweder keine Angehörigen mehr hatte, oder diese die Verantwortung für die Ausrichtung der Beisetzung ablehnten. Dieser Menschen wurde am 19. Januar in einer Andacht gedacht, an der rund 60 Personen, darunter auch einige Bezirkspolitiker, teilnahmen. 242 Kerzen weiterlesen

Neugestaltung am Wildenbruchplatz

Diskussionen um Konzepte für den nördlichen Teil des Parks

Nachdem am Weigandufer die ersten baulichen Maßnahmen bereits umgesetzt worden sind, schreiten auch die Planungen zur Sanierung des Wildenbruchplatzes voran. Am 23. Januar folgten deshalb rund 60 Interessierte der Einladung des Bezirksamts Neukölln ins Guttempler-Haus, um sich über den derzeitigen Stand zu informieren.

information im Guttempler-Haus.Foto: raumscript

Gleichzeitig wurde den Gästen die Möglichkeit gegeben, eigene Vorschläge für die Neugestaltung des Platzes einzubringen. Neben den Planern des Bezirksamts nahmen auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Baustadtrat Jochen Biedermann an dem Bürger­austausch teil. Neugestaltung am Wildenbruchplatz weiterlesen

Paul läuft gegen den Müll

Mehr Sauberkeit, Sport und Spiel

 

Der Macher Paul Ohmert-Bay.    Foto: me

Paul Ohmert-Bay aus Frankfurt (Oder) gehörte noch vor ein paar Jahren unter anderem eine Produktionsfirma in Kreuzberg. Er selbst beschreibt seinen Weg unter dem Begriff der »Pfadabhängigkeit«. Er schlug einen Pfad ein, der ihn an seine Ziele führen sollte. Nachdem er merkte, dass diese Ziele nicht die richtigen für ihn waren, hob er den Kopf und schlug einen neuen Weg ein. Ein entscheidender Faktor dafür war der Abfall in seinem Kiez. »Ich habe mir gedacht: Mich nervt der Dreck.«
Paul ist nun auf der Mission, Neukölln Schritt für Schritt etwas schöner zu machen. So stieg er aus seinen Unternehmen aus und widmet sich neuen Aufgaben. Er joggt gerne, doch sagt von sich aus, das Laufen allein sei ihm zu langweilig. So fing er 2018 an, beim Sport Müll aufzusammeln. Zunächst war es ein 60-Liter-Müllbeutel, dann stetig mehr. Paul läuft gegen den Müll weiterlesen

KMS-Baustelle

Neue Verkehrsführung bei Werbellinstraße

Die Bauarbeiten der Neuköllner Karl-Marx-Straße gehen in die nächste Phase. Entlang des Alfred-­Scholz-Platzes wechselt die Baustelle auf die westliche Seite mit Auswirkungen auf die Verkehrsführung. Parallel wird erstmals eine zweite Baustelle zwischen Fulda- und Weichselstraße eingerichtet, um das Vorankommen des größten Straßenbauprojekts in Neukölln zu beschleunigen. BVG, Versorger und das Bezirksamt sanieren seit 2010 den Tunnel der U7, sämtliche Leitungen und die Straße selbst auf einer Gesamtlänge von zwei Kilometern.
Es kommt zur Änderung der Verkehrsführung innerhalb der laufenden Bauphase 3 (Briesestraße – Erkstraße). KMS-Baustelle weiterlesen

Kiezgespräche

Von Drogen, Krankheit und Engagement

KuK: Welche Themen bewegen dich in deinem Kiez?
Tobias: Ich sehe täglich Drogenkonsumenten, zuhause auf der Treppe, in den umliegenden U-Bahnstationen, am Hermannplatz, und das bewegt mich. Erstens ist es erschreckend, wie viele Menschen unter Drogensucht leiden, zweitens finde ich die Situation dramatisch für uns alle. Wir müssen einen Umgang finden. Kiezgespräche weiterlesen

»Wetten, dass« in Neukölln

Heiße Biker bringen Geschenke.   Foto: mr

Hikel gewinnt beim Hilfe-Flashmob »Kaffee gegen Kälte« in der »Teupe«

»Der reine Wahnsinn, ich bin sprachlos«, sagte Michael Lind sichtlich gerührt, als mehr als 150 Menschen ihre Kaffee-Päckchen in die Höhe reckten.
Sie alle waren am 14. Dezember in die Teupitzer Straße zur KUBUS Kältehilfe gekommen, weil Bezirksbürgermeister Martin Hikel auf eine Wette mit dem Geschäftsleiter des Nahkauf-Supermarktes am Kiehlufer eingegangen war. Lind wollte 1.000 Euro an die Kältehilfe spenden, aber nur, wenn es dem Bürgermeister gelänge, 50 Leute mit einer Packung Kaffee vor die Kälteübernachtungseinrichtung zu locken. Obdachlose Menschen bekommen hier ein warmes Abendessen, ein Bett und am Morgen ein Frühstück.

Der Beweis.     Foto:mr

Doch um die überlebenswichtige Kältehilfe aufrechtzuerhalten, ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen. Er habe mit dieser Aktion ein Signal setzen wollen, um Menschen für die Unterstützung Obdachloser zu mobilisieren, erklärte Lind. »Wetten, dass« in Neukölln weiterlesen

Ehre, wem Ehre gebührt

Feierliche Verleihung der Neuköllner Ehrennadel

Der Samstag vor dem dritten Advent ist in jedem Jahr für eine besondere Feierlichkeit reserviert. Dann nämlich wird auf Schloss Britz die Neuköllner Ehrennadel verliehen, die höchste Ehrung des Bezirks Neukölln für seine Bürgerinnen und Bürger. Seit sie 1984 das erste Mal verliehen wurde, haben insgesamt 176 Personen, die sich in besonderer Weise um den Bezirk verdient gemacht haben, diese Auszeichnung erhalten. Ihre Namen finden sich an der Ehrenwand in der zweiten Etage des Rathauses.

Gruppenbild mit Urkunden.     Foto:mr

»Was wir brauchen, sind Menschen, die mehr als ihre Pflicht tun. Das sind die Ehrenamtlichen, die wertvolle Arbeit für das Gemeinwohl leisten«, sagte Bezirksverordnetenvorsteher Lars Oeverdiek in seiner Begrüßungsrede. »Neukölln hat Licht und Schatten. Wir brauchen die Menschen, die den Schatten zurückdrängen. Sie bereichern unsere Kieze und machen Neukölln noch lebenswerter«, ergänzte Bezirksbürgermeister Martin Hikel, der sich dem Anlass angemessen mit seiner Amtskette geschmückt hatte. Ehre, wem Ehre gebührt weiterlesen

Emserstraße 27

Modernisierung steht ins Haus

Vor einem Jahr trat die neue Kappungsgrenze zur Modernisierungsumlage in Kraft. Seit dem 1. Januar 2019 dürfen nur noch acht anstatt vormals elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umgelegt werden. Außerdem dürfen die Mieten nach Modernisierungen um maximal drei Euro pro Quadratmeter innerhalb von sechs Jahren steigen (beziehungsweise zwei Euro bei einem Quadratmeterpreis von unter sieben Euro).

MIetpreistreiber Modernisierung.     Foto: Emser 27

Die gut gemeinte Neuerung hatte jedoch einen Haken: Wer noch vor dem Stichtag die Ankündigung hinausschickte, konnte die Kosten nach altem Recht umlegen. So entstanden teils absurde Fälle von angekündigten Modernisierungen in bis zu drei Jahren. Interessant für alle von ähnlichen Fällen Betroffene ist die Entscheidung des Oberlandesgerichts München in einer Musterfeststellungsklage. Im Oktober 2019 begründete es die Zustimmung zur Klage gegen einen Vermieter damit, dass ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen Ankündigung und Umsetzung bestehen müsse. Emserstraße 27 weiterlesen

Weisestraße 17

»Froschkönig« in Gefahr

Inzwischen hat es gut und gerne Symbolcharakter: Jochen Biedermann, Stadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste (Grüne) trifft sich mit Mietern eines Hauses, das verkauft worden ist. Diesmal eine Woche vor Heiligabend in der über den Schillerkiez hinaus bekannten sozialen Institution und Kiezkneipe »Froschkönig« in der Weisestraße 17, eben in dem Mietshaus, das gerade verkauft worden ist.

Jochen Biedermann und das »Froschkönig«-Führungsteam.  Foto: mf

Damit be­ginnt auch die zweimonatige Frist, in der der Bezirk sein Vorkaufsrecht über einen sogenannten Drittkäufer, in der Regel eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, ausüben kann. Für diese erscheint auf Grund des »Berliner Mietendeckels« der Ankauf derzeit nicht unbedingt lukrativ. Biedermann sieht trotzdem eine reelle Chance, da sowohl das Bezirksamt Neukölln als auch eine Wohnungsbaugesellschaft ihre Bereitschaft erklärt haben. Da die Weisestraße 17 in einem »Milieuschutzgebiet«, also in einem »Sozialen Erhaltungsgebiet«, liegt, könnten die Mieter Glück haben, dass das Vorkaufsrecht ausgeübt wird. Einige von ihnen leben seit vielen Jahrzehnten in diesem Haus. Weisestraße 17 weiterlesen