Archiv der Kategorie: Kiez

Neue Müller mahlen gut

Lehrlingsfreisprechung in der Britzer Mühle

Bei den Besuchern der Britzer Mühle herrschte gespannte Erwartung. Am letzten Tag der Mühlensaison 2018 wurden sie Zeugen der feierlichen Freisprechung der Müllerlehrlinge, die im September ihre Prüfungen bestanden hatten, »nach Mühlenordnung und Zunftgebrauch« wie sie im Roman »Krabat« von Ottfried Preussler beschrieben ist.

Bürgermeister überreicht die Urkunden.                                                                                                   Foto: mr

Der Meister, der an einem Tisch Platz genommen hatte, vor sich ein schwarzes Buch und eine Axt, fragte, ob die Noch-Lehrlinge zwei Bürgen hätten, die die Ausbildung bezeugen könnten. Michael Schillhaneck,Vorsitzender des Vereins »Britzer Müllerei e.V.« und einer der Bürgen, versicherte: »Die Lehrlinge haben an der Britzer Mühle zu Berlin das Müllerhandwerk erlernt und sind in allen Künsten und Handgriffen hinlänglich unterwiesen!«. Der Meister berührte sie mit der Axt an Kopf und Schulter, sprach sie von ihrem Stand als Lehrlinge frei und übergab sie den Gesellen. Neue Müller mahlen gut weiterlesen

Stadtteilzentrum für Rixdorf

Bezirksamt plant Treffpunkt für Nachbarschaftsarbeit

Treffpunkt im Kiez, Raum für Begegnungen, Nachbarschaftsangebote und selbstorganisierte Initiativen – das Bezirks­amt Neukölln plant ein Stadtteilzentrum in Rixdorf, das diesen Anforderungen gerecht werden soll.

Jugendverkehrsschule.                                                                                                                                       Foto: mr

Derzeit fördert das Quartiersmanagement (QM) noch die Nachbarschafts- und Stadtteilarbeit. Ab dem Jahr 2021 sollen die QM-Gebiete Richardplatz-Süd und Ganghoferstraße zusammengelegt werden. Danach könnte das Quartiersmanagement dort ganz wegfallen. Das Stadtteilzentrum soll die Arbeit dann weiterführen. Gerade in von Gentrifizierung betroffenen Stadtteilen, in denen auch die Gewerbemieten explodieren, steige die Nachfrage nach öffentlichen Räumen, sagt Jochen Biedermann, Stadtrat für Stadtentwicklung.
Die Anwohner sollen bei der Planung frühzeitig eingebunden werden. Bereits im September konnten sie Vorschläge für die Gestaltung des Stadtteilzentrums machen. Am 6. November stellte das Planungsbüro AG URBAN im Saal der Brüdergemeine die vorläufigen Ergebnisse der auf dieser Basis erstellten Machbarkeitsstudie vor. Stadtteilzentrum für Rixdorf weiterlesen

Der Tausendste

Kreuzberger Bügel für Neukölln

MArtin Hikel mit dem 1.000sten Bügel.                                                                                                      Foto: fh

Zum fahrradfreundlichen Neukölln gehört neben dem Umbau von Straßen und der Einrichtung von Fahrradstraßen auch die Installation von Fahrradbügeln, an denen Fahrräder sicher abgestellt werden können. Allein in diesem Jahr wurden in ganz Neukölln bereits knapp 1.000 Fahrradbügel an Straßen eingerichtet.
Den 1000. Fahrradbügel hat Bezirksbürgermeister Martin Hikel am 7. November an der Jonasstraße 17 persönlich eingebaut.

pm

Der Mann auf der Straße

Helfen nicht so leicht gemacht

Da stand er einfach. In leicht gebeugter Haltung starrte ein Mann auf den Boden und bewegte sich nicht. In der Weichselstraße neben einem Ladengeschäft. Nach drei Stunden verharrte er noch immer in dieser Haltung.
Die Mitarbeiter aus dem Geschäft waren besorgt: »Ist alles in Ordnung mit Ihnen?« Der Mann gab zu Verstehen, dass er keine Hilfe benötige. Nun setzte er sich doch auf einen Treppenabsatz.
Es war kalt an diesem Tag. Der Mann trug offene Schuhe und zerlöcherte Socken. Die Mitarbeiter des Ladens liefen los und kauften ihm warme Socken. Zunächst wollte er sie nicht haben, steckte sie dann aber nach langem Überreden ein.

Hoffentlich nicht für immer.                                                                                                                              Foto: fh

Inzwischen hatten die Geschäftsleute aus der gesamten Weichselstraße die bedauernswerte Person entdeckt. Die einen brachten Essen, die anderen heißen Kaffee und Tee. Das nahm er dankbar an.
Unterdessen entspann sich eine Diskussion darüber, was zu tun sei. Die Feuerwehr wurde angerufen. Offenbar war der Mann krank und bedurfte der Hilfe. Die Feuerwehr kam und prüfte die Situation: »Er liegt nicht auf dem Boden, es besteht für uns kein Handlungsbedarf«, so die lakonische Beurteilung, und fuhr wieder weg. Der Mann auf der Straße weiterlesen

Spendenaufruf!

Für ein Dach überm Kopf, eine Dusche und eine warme Mahlzeit

Wer den ganzen Tag auf kalten Straßen unterwegs ist, braucht in der Nacht ein Dach über dem Kopf, eine heiße Dusche und eine warme Mahlzeit: Auch in diesem Winter stellt die Kältehilfestation der KUBUS gGmbH täglich von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr morgens 25 Übernachtungsplätze für männliche Obdachlose zur Verfügung.
Doch die finanzielle Ausstattung der Unterkunft kann den gro­ßen Bedarf für die Versorgung der Gäste der Notunterkunft nicht decken. Deshalb rufen der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu und die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses Derya Çağlar, . Nicola Böcker-Giannini und Joschka Langenbrinck auf:
»Unterstützen Sie die Neuköllner Kältehilfestation mit Sachspenden«!
Folgende Dinge werden dringend gebraucht: Spendenaufruf! weiterlesen

100 Schafe zu Besuch

Schafe mähen mähend das Feld.                                                                                                                   Foto: mr

Anschauungsunterricht auf demTempelhofer Feld

Schafe auf dem Tempelhofer Feld, das ist noch gar nicht so lange her. Bis 1992 grasten sie auf der großen Freifläche unbeirrt vom Lärm der Flugzeuge und hielten das Gras kurz.
Im Oktober waren sie wieder da. Allerdings nur zu Besuch. Auf Einladung des »Allmende Kontor« wanderte der Brandenburger Schäfermeister Knut Kucznik mit einer Herde von rund 100 Schwarzkopfschafen und zwei Hütehunden eine Woche lang über das Feld.
Gut gelaunt und mit Engelsgeduld erzählte er den vielen neugierigen Besuchern, die die Herde umringten, von seiner Arbeit, davon, wie die Tiere in der Natur leben und wie wichtig sie für den Naturschutz sind. Manch ein Kind hatte noch nie ein Schaf aus der Nähe gesehen. Gelegentlich musste er auch den einen oder anderen Besucher, der all zu forsch auf die Schafe zuging, zurückpfeifen, aber die Situation blieb immer entspannt. »Offenbar haben die Leute all ihre Aggressionen am Eingang zurückgelassen«, freute er sich. 100 Schafe zu Besuch weiterlesen

Der letzte Tag vom Syndikat?

Kneipe hat die Kündigung auf dem Tisch

Muss das Kiezkneipenkollektiv ihre Begegnungsstätte »Syndikat« schließen? Es sieht ganz danach aus. Nach fast 33 Jahren hat der in der Nachbarschaft tief verwurzelte Treffpunkt die Kündigung erhalten; zum Jahresende soll Schluss sein.
Das »Syndikat« soll wohl genau so wie auch viele andere Cafés, Kneipen und Läden verschwinden, weil diese im Kiez gewünschten und benötigten Orte nicht die Gewinn- und Renditeerwartungen der (neuen) Hauseigentümer – meist anonyme GmbHs, Holdings und andere Immobiliengruppen, teils aus dem Ausland und besonders hier aus Steuerparadiesen –erfüllen.
Kann die Kündigung noch abgewendet werden? Das Kollektiv unternimmt jedenfalls Einiges, um dieses Ziel zu erreichen. Der letzte Tag vom Syndikat? weiterlesen

Umgehen des Milieuschutzes leicht gemacht

Sukzessiver Verkauf im Schillerkiez

Das Haus in der Schillerpromenade Ecke Allerstraße ist seit Generationen im Besitz einer Familie, die uns Mietern gegenüber stets tolerant, sozial verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll handelte. Jeder hatte den Eindruck, hier kommt Menschlichkeit vor Profit. Wie selten dies in heutigen Zeiten ist, weiß jeder. Doch seit einiger Zeit machen sich die Hausbewohner Sorgen.

Schillerpromenade 14.                                                                                                                                        Foto: fh

Zunächst machten sich Gerüchte breit, das Haus würde zwar nicht in Gänze, jedoch teilweise, an einen Investor oder eine Investorengruppe verkauft. Zudem übernahm eine neue Hausverwaltung die Geschicke des Hauses, deren erste Aktion es war, die Mieten im gesetzlich zwar legalen aber dennoch maximalen Umfang »anzupassen«.
Schließlich wurden wir vom Bezirksamt Neukölln in einer Versammlung darüber informiert, dass das Haus zum Teil – unter 50 Prozent – verkauft werden solle. Umgehen des Milieuschutzes leicht gemacht weiterlesen

Bald können die Bagger anrücken

Wettbewerb für die Neubauten auf dem Jerusalemfriedhof ist entschieden

Auf dem Friedhof Jerusalem V, dort, wo momentan noch der Zauberkönig sein magisches Zauberzubehör verkauft, plant die Schöpflin Stiftung aus Lörrach zwei Neubauprojekte. Zunächst entsteht dort ein Gebäude für die »Spore Initiative«.

iegerentwurf der »aff-architekten«.                                                                                                              Foto: mr

Dieser neue Schwerpunkt der Stiftung will Kunst und Nachdenken über ökologische Zukunftsfragen zusammenbringen. »Die Initiative soll ein Kreativraum mit starker Kiezanbindung werden. Künstler, Autoren, Aktivisten und Pädagogen, die sich für zeitgenössische Schaffensprozesse, aber auch für umwelt- und nachhaltigkeitsbezogene Themen interessieren, sollen an der Entwicklung eines nachhaltigen und empathischen Zusammenlebens in Neukölln arbeiten.«, heißt es von Seiten der Stiftung. Bald können die Bagger anrücken weiterlesen

Vorfahrt für Zweiräder

Weigandufer und Donaustraße

Der Umbau zum fahrradfreundlichen Neukölln kommt voran.
Am Weigandufer beginnen die Arbeiten zur Markierung und Beschilderung als Fahrradstraße. Eingebunden werden dabei auch der Weichselplatz sowie ein Teil der Pflügerstraße. Im Bereich zwischen Pannierstraße und Treptower Straße haben Radfahrer künftig überwiegend Vorfahrt und können nebeneinander fahren. Autofahrer müssen ihre Geschwindigkeit den Radfahrern anpassen.
Für Bezirksbürgermeister Martin Hikel ist die Fahrradstraße ein Mehrgewinn für den Norden des Bezirks: »Die neue Fahrradstraße ist eine Win-Win-Situation für Nord-Neukölln: Radfahren wird sicherer und dadurch attraktiver für viele Bürgerinnen und Bürger – und das ohne große Einschnitte für den Autoverkehr. Die Fahrradstraße Weigand­ufer ist ein wichtiger Schritt für mehr Lebensqualität im Bezirk und hat hoffentlich Signalwirkung für die ganze Stadt.« Vorfahrt für Zweiräder weiterlesen

Daniela Schulz ist Britzer Weinkönigin

Ein Jahr ehrenamtliches Engagement für den Neuköllner Wein

Der Wein ist gelesen, und ein letztes Mal in diesem Jahr wurde am 13. Oktober bei der »Weinkultur« am Koppelweg gefeiert. Bei Musik, Wein und Kuchen ließen es sich die zahlreich erschienen Gäste gut gehen.

Königin in Zivil.                                                                                                                                                      Foto: mr

Höhepunkt des Festes war die Wahl der Weinkönigin, denn die gehört zu jedem Weinanbaugebiet dazu. Allerdings war Daniela Schulz die einzige Kandidatin, die sich zur Wahl gestellt hatte, daher wurde sie per Akklamation bestimmt. Aufgewachsen ist die Neuköllnerin in Worms mit Blick auf den Weinberg der »Liebfrauenmilch«, lebt aber seit Ende der achtziger Jahre wieder in Neukölln. Über den Neuköllner Wein war sie bestens informiert, alle Fragen, die ihr der Moderator Achim Berger, vom »Verein zur Förderung der Britzer Weinkultur« stellte, beantwortete sie kompetent und charmant und bewies sich als würdige Botschafterin der Neuköllner Weinkultur. Daniela Schulz ist Britzer Weinkönigin weiterlesen

Dunkel im Park

Kein Licht im Körnerpark

Nicht nur Neuköllner Bürger sind glücklich, dass es auch in diesem Herbst und Winter im Café wieder »Salonmusik« gibt, aber der Heimweg aus dem Park macht keinen Spaß. Seit etwa eineinhalb Jahren weisen so einige der Laternen im Park keine leuch­tenden Lampen auf. Die Konzertbesucher wollen sich auf dem Nachhauseweg sicher fühlen, aber mit Leuchten, die nur eine Zier sind, ohne ihren Job zu machen, ist das nicht möglich. Mehrere Eingaben verschiedener Bürger haben bisher leider noch nichts bewirkt. Warum hat das Bezirksamt noch nichts unternommen? Ist etwa das zuständige Straßen- und Grünflächenamt überfordert?

hs

Schwerpunkteinsätze von Ordnungsamt und Polizei in Neukölln – Sonnenallee und Rudow

Schwerpunkteinsatz Sonnenalle

Mit rund 90 Beamten von Polizei, Zoll und dem Landeskriminalamt hat das Ordnungsamt Neukölln am vergangenen Freitag einen brennpunktorientierten Schwerpunkteinsatz in insgesamt acht Lokalen in Neukölln rund um die Sonnenallee durchgeführt. Weil die Mehrzahl dieser Betriebe in Bezug zu

kriminellen arabischen Großfamilien stehen, hat auch eine Staatsanwältin der Neuköllner „Staatsanwaltschaft vor Ort“ den Einsatz begleitet.

21 Ordnungswidrigkeiten im Geltungsbereich des Gewerberechts, drei Verstöße durch Schwarzarbeit, fünf Feststellungen zu Drogenhandel und Drogenbesitz, illegales Glücksspiel, illegaler Aufenthalt, eine beendete Profilierungsfahrt und eine aufgefundene Waffe sind die Bilanz des Einsatzes. Insgesamt wurden sechs Geldspielgeräte beschlagnahmt, zweimal wurden Öfen für die Zubereitung von Shishakohlen stillgelegt und der Verkauf von Shishapfeifen untersagt. In einem der beiden Fälle musste ein Teil eines Lokals wegen einer lebensgefährlichen Konzentration von giftigem Kohlenmonoxid sofort evakuiert werden. Ein weiteres Lokal wurde wegen eines festgestellten Drogenhandels mit richterlichem Beschluss gründlich durchsucht, wobei weitere Drogen gefunden wurden.

Eine Profilierungsfahrt durch einen Mercedes-Geländewagenfahrer wurde abrupt beendet. Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt, der Fahrer musste seinen Führerschein auf Probe abgeben.

Während der umfangreichen Überprüfungsmaßnahmen wurde die Sonnenallee zeitweise für den Fahrzeugverkehr in südlicher Richtung gesperrt. Zeitgleich stattfindende Verkehrsüberwachungsmaßnahmen von Polizei und Ordnungsamt im Umfeld der Lokalitäten führten zu Bußgeldern für rund 70 Falschparkern und der Umsetzung von neun falsch geparkten Autos.

 

Schwerpunkteinsatz in Rudow

Bereits in der Vorwoche hatten rund 60 Beamtinnen und Beamten einen weiteren Schwerpunkteinsatz im Süden Neuköllns durchgeführt. In den Ortsteilen Britz, Buckow und Rudow wurden sieben Lokalkontrollen durchgeführt, parallel erfolgten Verkehrskontrollen.

In einem Lieferbetrieb für Sushi wurden große Mengen der vorhandenen Lebensmittel vernichtet, weil diese nicht mehr für den Verzehr geeignet waren. Die in dem Betrieb arbeitende Person arbeitete schwarz und hatte keinerlei Sachkunde in der Lebensmittelzubereitung, weshalb der Betrieb geschlossen wurde.

In einem weiteren Betrieb, einem Wettbüro, wies sich eine Person mit einem fremden Personaldokument aus. Bei der anschließenden Identitätsermittlung stellte sich heraus, dass gegen die Person zwei Haftbefehle vorlagen. Die Person wurde unmittelbar in die Justizvollzugsanstalt gebracht. Darüber hinaus wurden in dem Lokal

mehrere Verkaufseinheiten Kokain sowie eine Waffe gefunden. Auch dieses Lokal wurde geschlossen.

Die Bilanz des Abends belief sich auf 13 Ordnungswidrigkeiten im Bereich Gewerberecht, fünf Verstöße im Bereich der Schwarzarbeit und der Feststellung eines Sozialleistungsbetrugs. Bei den Verkehrskontrollen wurden insgesamt 99 Verkehrsordnungswidrigkeiten im Neuköllner Süden festgestellt.

Insgesamt fanden im Oktober 2018 vier Schwerpunkteinsätze statt, an denen neben Polizei, Zoll, das Neuköllner Ordnungsamt sowie weitere Neuköllner Behörden teilgenommen haben.

pm

Fabrik wird zum Wohngebiet

Vorstellung der Planungen zum neuen Quartier in der Glasower Straße

Seit 1878 ist die Dachbahnenfabrik Quandt in der Glasower Straße ansässig. Jetzt wird dort ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Firma Quandt hat dort 2016 die Produktion aufgegeben und das Gelände an Investoren verkauft. Jeweils rund 100 Wohnungen, eine Kita mit 60 Plätzen und eine Gemeinschaftseinrichtung für die Nachbarschaft sollen auf dem Firmengelände und auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstehen.

Modell.Foto: fh

»Ein Stück Neuköllner Geschichte geht damit zu Ende«, sagte Baustadtrat Jochen Biedermann bei der Vorstellung der Pläne am 22. September. Dafür entstehe aber etwas Neues, wofür dringender Bedarf bestehe.
Biedermann freut sich besonders über die Anwendung der »kooperativen Baulandentwicklung«, wonach 30 Prozent der Wohnungen zu sozial verträglichen Mieten (für 6,50 Euro pro Quadratmeter) entstehen sollen. Fabrik wird zum Wohngebiet weiterlesen

Gründerin des Hospizes »Ricam« verabschiedet sich

Dorothea Becker geht in den Ruhestand

Hikel und Dorothea Becker.       Foto: mr

Vor 20 Jahren gründete Dorothea Becker das stationäre »Ricam Hospiz« in der Neuköllner Delbrückstraße 22, die erste Einrichtung dieser Art in Berlin. Es sollte ein Ort werden, an dem es Schwerstkranken ermöglicht wird, eine gute letzte Zeit zu verbringen. Gemeinsam mit eigens ausgebildeten Ärzten, Pflegern, Musiktherapeuten, Seelsorgern und vielen ehrenamtlichen Helfern versucht sie seitdem, den Patienten die letzte Phase des Lebens so lebenswert wie möglich zu gestalten. Dazu gehört die schmerzlindernde Palliativmedizin ebenso wie menschliche Zuwendung und viel Zeit, um sich würdevoll zu verabschieden. Als Krankenschwester auf der Krebsstation des Neuköllner Krankenhauses hatte sie erlebt, dass es im Alltag einer Klinik genau daran mangelt. Gründerin des Hospizes »Ricam« verabschiedet sich weiterlesen

Sportclub leistet Lebenshilfe

Gropiuslauf und andere Wettkämpfe für mehr Integration

Foto: bs

Der Sportclub der »Lebenshilfe e.V.« wurde 1995 mit dem Zweck gegründet, Menschen mit vorwiegend geistiger Behinderung ein vielseitiges Sportangebot zu eröffnen. Er setzt sich gemäß dem Leitbild der Lebenshilfe für die Achtung und Wahrung der Persönlichkeitsrechte aller Menschen mit geistiger und/oder mehrfacher Behinderung, ihr Recht auf Selbstbestimmung und ihre Integration in die Gesellschaft ein. Der SCL ist anerkannter zertifizierter Anbieter für Rehabilitationssport.
800 Sportlerinnen und Sportler mit unterschiedlicher Ausprägung der Behinderung sind in 60 Sportgruppen aktiv. Sportclub leistet Lebenshilfe weiterlesen

Welches Milieu schützt der Milieuschutz?

Mahlower Block verkauft.                                                                                                                                  Foto: fh

200 Mietparteien von Umwandlung betroffen

Erst im Jahre 2016 wurde der Schillerkiez als Milieuschutzgebiet ausgewiesen. Nach Meinung vieler Mieter viel zu spät, denn die Verdrängung der alteingesessenen, meist nicht sehr begüterten Bevölkerung ist seit Jahren im Gange. Zum Teil durch horrend gestiegene Mieten, zum Teil durch Umwandlung in Eigentum und durch Eigenbedarfskündigungen.
Derzeit sehen sich 200 Mietparteien des »Mahlower Block« mit der Umwandlung ihrer Mietwohnungen in Eigentumswohnungen konfrontiert. Dies betrifft mehrere Häuser in der Mahlower und Lichtenrader Straße sowie der Fontanestraße.
Die entsprechenden Schreiben des Stadtentwicklungsamtes erreichten die Mieter im Juli und August. Der Eigentümer, die »convivo Lux Residential« (vormals »Immeo Lux S.a.r.l.«) hatte einen Antrag auf Begründung von Wohn- und Teileigentum gestellt.
Das Bundes-Baugesetzbuch (BauGB), das auch für Berlin gilt, sieht vor, dass solche Beantragungen im Regelfall innerhalb eines Monats zu gewähren sind. Welches Milieu schützt der Milieuschutz? weiterlesen

Tausende gegen Rechts

Neuköllner von Chemnitzer Aufmärschen geschockt

Der Hermannplatz konnte die Menschenmassen nicht mehr fassen. Sie alle waren gekommen, um gegen Rassismus und Rechtsextremismus zu demonstrieren. Unter dem Motto »Ob Chemnitz oder Neukölln: Auf die Straße gegen rechte Gewalt« zogen am 30. August nach Schätzungen der Polizei etwa 5.000 Demon­stranten durch Neukölln. Die Veranstalter sprachen dagegen von rund 8.000 Teilnehmern.

Hermannplatz.                                                                                                                                                       Foto: mr

Erwartet hatten sie deutlich weniger, daher äußerten sich alle Redner der Auftaktkundgebung erfreut über den regen Zuspruch. Sie riefen die Demonstranten dazu auf, aufzustehen gegen Rassismus und Hetze, wo immer sie ihnen begegnen. Tausende gegen Rechts weiterlesen

Körnerpark ohne Bänke

Einige randalieren, andere müssen stehen

Der Körnerpark zwischen Jonas- und Schierker Straße ist mit seinen Wasserspielen, hundertjährigen Bäumen und gepflegten Blumenrabatten eine der schönsten Parkanlagen in Berlin.
Leider sind die zahlreichen Bänke, die in früheren Zeiten zum Verweilen einluden, bis auf einen kläglichen Rest verschwunden. So können Besucher den Park nur flanierend genießen, jedenfalls die, die es sich nicht auf dem Rasen gemütlich machen wollen oder können – was im Übrigen, ausweislich der Schilder an den Rasenflächen, verboten ist. Das hindert allerdings kaum jemanden daran.

Hier sollte eine Bank stehen.                                                                                                                           Foto: mr

Für das Verschwinden der Bänke gibt es unterschiedliche Gründe. Aus dem lauschigen kleinen Barockgarten entlang der Jonasstraße wurden sie bereits vor Jahren komplett entfernt. Laut Auskunft des Grünflächenamtes hatten sich hier Trinker niedergelassen, die sich im Rahmen ihrer Trinkgelage auch an den Pflanzen vergriffen. Seit die Bänke weg sind, gebe es diese Probleme nicht mehr. Wer hier ein wenig länger verweilen möchte, muss also auch in Zukunft eine eigene Sitzgelegenheit mitbringen. Körnerpark ohne Bänke weiterlesen

Ruhestätte für Muslime

Grabfeld auf Friedhof Lilienthalstraße eingeweiht

Groß war das Interesse an der Einweihungsfeier des neuen muslimischen Gräberfeldes nicht nur unter den Muslimen selbst. Viele Gäste waren am 31. August zum Friedhof an der Lilienthalstraße gekommen, unter ihnen auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel und etliche Bezirksverordnete der SPD, der Grünen und der LINKEN.

Der Segen des Imam.                                                                                                                                           Foto: mr

Es hatte mehrere Jahre gebraucht, um einen geeigneten Ort zu finden, wo Muslime nach ihrer Tradition würdevoll Abschied von ihren verstorbenen Angehörigen nehmen können. Bislang stand ihnen dafür hauptsächlich der Friedhof in Gatow zur Verfügung, für Neuköllner nicht gerade um die Ecke. Viele Verstorbene wurden auch in ihre Herkunftsländer überführt. Besonders für die hier Geborenen ist das aber oft keine Option mehr. Ruhestätte für Muslime weiterlesen

Respekt und Vielfalt

»Rudow empört sich« und lädt zur offenen Tafel

Menschen aus 190 Staaten der Erde waren Ende 2017 in Berlin registriert. Knapp ein Fünftel der registrierten Einwohner waren so genannte Ausländer. In Neukölln sind über 160 Nationen vertreten. Und in Rudow? Ist die Zahl hier vielleicht auch dreistellig? Wie funktioniert das Zusammenleben vieler Kulturen in Rudow? Leben sie nur nebeneinander her? Sind »Ausländer« in Rudow vielleicht besonders gut integriert? Ist es eine Ausnahme, wenn eine Frau mit Kopftuch in Alt-Rudow zielgerichtet auf dem breiten Fußweg angerempelt und angepöbelt wird? Wie weit ist die wachsende fremdenfeindliche und antisemitische Stimmung auch schon in Rudow auf fruchtbaren Boden gefallen? Respekt und Vielfalt weiterlesen

Hörbert, die »StoryboXX«

Field Trip – interaktiv und historisch

Seit vor zwei Jahren die »BücherBoXX Luftbrücke« aus den Allmende-Gärten auf dem Tempelhofer Feld an den Herrfurthplatz umgezogen ist, fehlte einfach etwas sehr Gemütliches und Bildungsbeförderndes. Bücher wurden vor Ort getauscht, Kinderspielzeug wechselte die Besitzer, auf der Bank davor wurde gelesen, in allen Sprachen geschnattert und gelacht.

Hörbert und Fans.                                                                                                                                                   Foto:fh

Da kamen Eva Stotz und ihr Team auf die Idee, eine neue »BücherBoXX« heranzuschaffen und mit dieser ihren interaktiven Dokumentarfilm »Field Trip« zu bereichern. Sie wühlten sich ein Jahr lang durch Anträge, Bürokratie und die Geschichte des Tempelhofer Feldes, bis sie die »Europa-BücherBoXX« vor Kurzem aufbauen lassen konnten. Mittels solargesteuerter Audioanlage, »Hörbert« genannt, erweiterten sie die ehemalige Telefonzelle zur »StoryboXX«. Hörbert, die »StoryboXX« weiterlesen

Stadtgrün hat Durst

Großoffensive gegen trockene Bäume

Nicht nur die Menschen leiden unter der Hitze, auch die Straßenbäume in Neukölln haben Durst. Ein ausgewachsener Laubbaum verdampft an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser und kühlt damit seine Umgebung ab. Doch weil es seit Ostern kaum geregnet hat, haben es die Stadtbäume gerade sehr schwer, an ausreichend Wasser zu kommen. Sie stehen oft inmitten versiegelter Flächen, und nur direkt um den Stamm herum kann Wasser hinabfließen, das die Wurzeln erreicht. Zudem haben sie, anders als in der Natur, nur begrenzten Platz für ihre Wurzeln und trocknen dadurch schneller aus. Besonders die jungen Bäume, die noch keine tiefliegenden Wurzeln haben, leiden unter der anhaltenden Dürre.

PlataneN im Schillerkiez.                                                                                                                                    Foto: fh

Auch wenn die Grünflächenämter beim Gießen von Straßenbäumen und öffentlichen Grünanlagen von der Stadtreinigung und den Berliner Wasserbetrieben unterstützt werden – auch die Polizei ist bereits mit Wasserwerfern angerückt – geraten sie an ihre Grenzen.
Daher sei »jeder Eimer Wasser oder jede volle Gießkanne, die den Straßenbäumen zu gute kommt, eine gute Tat« sagt Bernd Kanert Stadtgrün hat Durst weiterlesen

Was lange währt wird auch noch was

Flüchtlingsunterkunft auf dem BEWAG Sportplatz ist fertig

Mehr als drei Jahre ist es her, als die ersten Planungen für eine Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen BEWAG Sportplatz der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Jetzt stehen hier 40 Container in Reih und Glied. Mitte August sollen die ersten Bewohner einziehen.
Vorher allerdings hatten die Nachbarn Gelegenheit, sich im Rahmen eines Tages der offenen Tür am 19. Juli ein Bild über die neue Gemeinschaftsunterkunft zu machen. Vertreter der »Tamaja Gemeinschaftsunterkünfte GmbH« als Betreiber der Unterkunft, des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und des Bezirksamtes Neukölln waren ebenfalls vor Ort, um Fragen zu beantworten.

Container sind besser als nichts.                                                                                                                   Foto: mr

»Hier ist man schnell mittendrin«, sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel in seinem Grußwort.
Die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr biete die Möglichkeit, dass die Bewohner an der Normalität des Stadtlebens teilhaben, und Normalität sei das wichtigste für eine gelingende Integration.
Michael Elias, Geschäftsführer der »Tamaja« sagte, die Bewohner sollen an möglichst vielen Angeboten außerhalb der Unterkunft teilnehmen, damit sie schnellstmöglich einen eigenständigen Weg in ihrer neuen Heimat finden. Was lange währt wird auch noch was weiterlesen

Weniger Autos im Richardkiez

Bezirksamt stellt Konzept zur Verkehrsberuhigung vor

Der Böhmische Platz wird autofrei, die Braunschweiger Straße für Radfahrer attraktiv gemacht, und für den Karl-Marx-Platz gibt es eine Einfahrtsbeschränkung. Diese und viele andere kleine Einzelmaßnahmen sind geplant, um den Durchgangsverkehr im historischen Kern von Rixdorf am Richardplatz zu reduzieren.
In einer Beteiligungswerkstatt hatten im Februar 2018 die »Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG« sowie die »FGS Forschungs- und Planungsgruppe Stadt und Verkehr« die Anregungen und Wünsche aus der Bürgerschaft aufgenommen.

Verkehrshindernis erfüllt seinen Zweck.                                                                                                    Foto: mr

Das Ergebnis wurde bei der Veranstaltung mit dem Titel »Mehr Lebensqualität, weniger Verkehr in Rixdorf« am 2. Juli im Gemeinde­saal der evangelischen Brüdergemeine von Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Baustadtrat Jochen Biedermann und den zuständigen Fachplanern der Öffentlichkeit vorgestellt.
Es gehe darum, »den öffentlichen Raum für alle Verkehrsteilnehmer sicher zu machen, nicht nur für die wenigen, für die bisher immer geplant wurde«, fasste Martin Hikel das Konzept zusammen. Wir brauchen eine ganzheitliche Lösung, die alle Verkehrsströme berücksichtige, sagte Jochen Biedermann. »Wenn man eine Straße schließt, werden andere stärker belastet. Das muss gut überlegt werden«. Weniger Autos im Richardkiez weiterlesen

Das kommt in die Tüte

Überraschungen für ABC-Schützen

Es ist wieder so weit! Unsere Erstklässler werden am 25. August in ihren Grundschulen mit kleinen Feiern und Begrüßungsreden willkommen geheißen.

DAniela füllt Schultüten.                                                                                                                                    Foto: bs

Ein aufregender Tag für die ABC-Schützen, der den meisten lange in Erinnerung bleiben wird. Damit es eine schöne Erinnerung wird, hat sich der Verein »Wunschbäumchen Berlin – Gemeinsam etwas bewegen e.V.« auf die Fahne geschrieben, für Kinder, deren Eltern finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, Schultüten und alles, was dort hineingehört, herbeizuschaffen. Dies geschieht durch Sach- und Geldspenden, unter anderem durch den Verein selbst, Privatpersonen, das Quartiersmanagement Schillerpromenade, die Wohnungsbaugesellschaft STADT und LAND und über die Internetplattform »betterplace.org«. Das kommt in die Tüte weiterlesen

Jungfernmühlenplatz wird reanimiert

Initiative beendet Dornröschenschlaf

Die Gropiusstadt in Neukölln mit ihren 18.500 Wohneinheiten entstand von 1962 bis 1975. Als eigenen Ortsteil gibt es diese Trabantenstadt dagegen erst seit 2002, dem 40. Jahrestag der Grundsteinlegung. Auf ihrem Gebiet steht Ecke Baumläuferweg und Goldammerstraße die Jungfernmühle, die älteste der noch erhaltenen Mühlen Berlins. Damals versuchten die Stadtplaner, dieser alten Holländer-Korn-Mühle auch baulich etwas gerecht zu werden, indem sie die Neubauten am sie umgebenden Platz als holländische Giebelhäuser, mit roten Backsteinen verklinkert, gestalteten.

Wann kommen die Bienen?                                                                                                                                Foto: rr

Nur, der damals schon attraktiv geschaffene Mühlenplatz befand sich seit längerem in tiefem Dornröschenschlaf. Die riesige Steinkugel des zentralen Brunnens hatte sich ebenfalls schon lange nicht mehr gedreht. Das missfiel nicht nur Mathias, dem Inhaber von »Computer im Griff« und lange ansässig am Mühlenplatz. Nach dem Motto: »Wenn’s keiner macht, mach’s selbst« etablierte er 2017 mit ein paar Mitstreitern die »Initiative Jungfernmühle«. Ihr vorrangiges Ziel: Diesen Platz zu einer nicht nur von den Anwohnern des Viertels gern genutzten Begegnungsstätte wieder aufleben zu lassen. Jungfernmühlenplatz wird reanimiert weiterlesen

Zehn-Meter-Turm

Jeder Sprung eine kleine Geschichte

Keine Frage: der Sommer ist warm. Sehr warm. An manchen Tagen lässt es sich wirklich nur in der Nähe von Wasser einigermaßen aushalten. Aber aus Neukölln sind es locker 45 Minuten bis zum nächsten See. Nicht alle haben für so eine Reise Zeit und Lust, und Bus, Bahn oder Auto fahren ist bei so einem Wetter ja auch kein Spass.

Mutprobe Zehner.                                                                                                                                                  Foto: dt

Da bleibt nur der Gang ins Sommerbad Neukölln, das besser ist als sein Ruf. Viele Familien, viele Jugendliche, viel Security, und natürlich die Bademeister mit ihren legendären Ansagen: »Nicht vom Beckenrand springen«, »Unterwäsche unter den Badesachen tragen ist verboten«. Jedoch alles in Allem eine entspannte Atmosphäre. Wer sich trotzdem etwas Drama wünscht, sollte sich eine Weile an den Beckenrand vor dem Zehn-Meter-Turm setzen.
Der Sprung vom Zehner ist der Archetyp der Mutprobe. Schon vom Zuschauen von unten wird klar: Die Höhe, das undefiniert schimmernde Blau des Grundes, das Publikum – all das lässt höchstens Profis unberührt. Für alle anderen ist es eine echte Herausforderung. Zehn-Meter-Turm weiterlesen

Randale auf dem Kindl-Gelände

Unruhen sorgen Anwohner

Das Kindl-Gelände ist einerseits ein Gelände, auf dem viel Schönes passiert. Gewerbe hat sich hier angesiedelt, das »Zentrum für zeitgenössische Kunst« hat hier eine Heimat gefunden, die »Rollbergbrauerei« stellt hier das gute Rollberger Bier her, und am Café »König Otto« ist ein riesiger Biergarten entstanden. Die Treppe am Ende des Geländes stellt inzwischen die Verbindung zur Neckarstraße her.
Die Schattenseite ist, dass hier auch für eine gewaltbereite und polizeibekannte Jugendgang eine Art rechtsfreier Raum entstanden ist, in dem sie sich austobt. Den Mitarbeiter eines Gewerbes kam dies teuer zu stehen. Er wurde durch Steinwürfe am Kopf verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Dieser und andere Vorfälle, wie das Zertrümmern von Fensterscheiben, bewegte die Eigentümer des Geländes so sehr, dass sie eine Einwohneranfrage in der BVV stellten.
Bürgermeister Martin Hikel beantwortete das Anliegen und wies darauf hin, dass gemeinsam mit dem Jugendamt und der Polizei vom Abschnitt 55 an diesem Problem gearbeitet werde. Die Eigentümer wurden gebeten, das Gelände sauber zu halten, Steine zu entfernen und Regeln aufzustellen.

ro

Nicht mehr ganz so hoch hinaus

Das neue Konzept für die Bebauung des Ringbahnhofs wurde vorgestellt

Vor gut einem Jahr hatte das Berliner Büro »Wehrhahn Architek­ten« die ersten Pläne für die Bebauung des alten Güterbahnhofes entlang der Ringbahnstraße vorgestellt. Inzwischen gab es ein Bürgerbeteiligungsverfahren, außerdem wurde der Entwurf im Berliner Baukollegium, einem Expertengremium, das über städtebauliche Planungen von gesamtstädtischer Bedeutung berät, besprochen.
Am 21. Juni wurden die neuen Entwürfe auf dem Gelände des Güterbahnhofs der Öffentlichkeit vorgestellt.

Visionen für eine Brache werden konkret.                                                                                                 Foto: mr

Besondere Kritik hatten die beiden Hochhäuser an der Karl-Marx-Straße und an der Hertabrücke hervorgerufen. Darin waren sich die Experten einig mit Baustadtrat Jochen Biedermann (Bündnis 90/Grüne), der solche Hochhäuser auch nicht unbedingt passend für das gründerzeitliche Quartier fand. Nicht mehr ganz so hoch hinaus weiterlesen

Von Neukölln in die Welt

»Impulsiv TV« berichtet über Politik, Wirtschaft und Kultur

Ein Tisch, zwei Stühle, ein paar technisch hochwertige Kameras – mit einfachen Mitteln hat sich der Journalist und Buchautor Ramon Schack gemeinsam mit seinem Produzenten Jens Winter im ehemaligen Haus der Sparkasse am Alfred-Scholz-Platz ein Fernsehstudio eingerichtet. Hier produziert er seit Anfang Juni seine Internetsendung »Impulsiv TV«, zu sehen bei Youtube im Kanal »Impulsiv TV«.

Fritz Felgentreu stellt sich den Fragen von Ramon Schack.                                                               Foto: mr

»Ich will kein Lokal-Fernsehen machen«, erklärt Schack das Konzept seiner Sendung. Aber Neukölln sei ein idealer Hintergrund für Informationen über Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur aus unterschiedlichen Perspektiven. »Neukölln bietet alles, im Guten wie im Schlechten«, fasst er seine Sicht auf den Bezirk zusammen, in dem er seit acht Jahren zu Hause ist.
An der Berichterstattung in den etablierten Medien missfällt ihm, dass sie seiner Ansicht nach oft zu einseitig ausfällt und dass Themen hauptsächlich tagesaktuell betrachtet und danach nicht weiter verfolgt werden. Von Neukölln in die Welt weiterlesen

Kehrbürger im Schillerkiez

Kehrt die Kehrwoche künftig auch hier ein?

Die Schillerpromenade zwischen Leine- und Kienitzer Straße bekommt jeden ersten Sonntag im Monat ab 11 Uhr ihre eigene Verschönerungsaktion.

Überbleibsel wenig zivilisierten menschlichen Wirkens wie Pappbecher, Pizzakartons, zerbrochene Flaschen und ähnliches werden von den orangebewesteten Nachbarn zangenweise in blaue Müllsäcke bugsiert. Das Müllsammel-Equipement wird von der BSR gesponsort, die die gefüllten Säcke gegen 13 Uhr an der Kienitzer Straße abholt.
Ins Leben gerufen hat diese Aktion Alexandra Wirobski mit befreundeten Nachbarn.

bs
Die nächste Schillerpromenaden-Kosmetik findet am 5. August statt. Infos und Anfragen bitte an: schillerkiez­nachbarn@gmx.dbs

Kennenlernen nach Sonnenuntergang im Fahrradladen

Einladung an Kunden zum Fastenbrechen im Ramadan

Was tun, um mehr Gemeinschaft unter den Menschen im Kiez zu fördern, das hat sich Cem, der Fahrradhändler in der Delbrückstraße, gefragt. Wie in den Vorjahren hat er Kunden zu einem Fastenbrechen im Ramadan eingeladen. Cem ist Muslim und wollte sich bei seinen Kunden bedanken. Seine Familie hatte für fünfzehn Leute ein typisches Essen vorbereitet.

Geschichten bei Tisch.                                                                                                                                         Foto: pr

Ein Muslim soll im Ramadan zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nichts essen und nichts trinken. Der Ramadan dauert vier Wochen. Nach Sonnenuntergang wird das Fasten unterbrochen. Zuerst wird ein Glas Wasser getrunken, dann werden Datteln und eine Suppe gegessen, anschließend folgt ein gutes Abendessen. Arhan, ein Freund von Cem, sprach ein Gebet, das wie bei den Christen und Juden mit »Amen« endet. Kennenlernen nach Sonnenuntergang im Fahrradladen weiterlesen

Vandalismus am Lipschitzbrunnen

Steinbänke mit roher Gewalt zerstört.                                                                                                        Foto: mr

Am 5. Mai wurde bei der Vorstellung des Bundesprogramms »Zukunft Stadtgrün in der Gropiusstadt« bekannt gegeben, dass der Brunnen instand gesetzt wird. Damit soll die Lebens- und Wohnqualität auf den öffentlich zugänglichen Grün- und Freiflächen in der Gropiusstadt weiter verbessert werden. Das scheint nicht allen zu gefallen. Am 14. Mai stellten Mitarbeiter des Straßen- und Grünflächenamtes fest, dass die Bänke um den Brunnen in Teilen zerstört wurden. Sitzplatten wurden von den Sockeln abgerissen und auf die Rasenfläche gekippt und zerbrochen. Vandalismus am Lipschitzbrunnen weiterlesen

Einweg ist kein Weg

Gastronomie diskutiert über Konzepte zur Müllvermeidung

Mit der Kampagne »Schön wie wir« versucht das Bezirksamt Neukölln seit zwei Jahren, die Probleme mit verdreckten Straßen und illegal entsorgtem Müll in den Griff zu bekommen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Bevölkerung zu stärken. Gleichzeitig wird durch »Müllsheriffs« der Druck auf Umweltrowdys verstärkt.
Seit März 2018 gibt es mit der »Mehrwegberatung« nun einen weiteren Kampagnen-Baustein, mit dem kleine und mittlere Unternehmen der Gastronomiebranche angesprochen werden sollen. Die Mehrwegberaterinnen arbeiten mit Geschäftsleuten und Kreativen zusammen, um innovative Mehrwegprodukte zu entwickeln, die Abfall von vorn herein vermeiden sollen.

Der Bürgermeister ist von der Idee begeistert.                                                                                        Foto: mr

Bezirksbürgermeister Martin Hikel präsentierte am 9. Mai diese neue Projektsäule bei einem Pressefrühstück im »Klunkerkranich«, dem Dachgarten auf den Neukölln Arcaden, der Öffentlichkeit. »Der öffentliche Raum gehört uns allen. Also tragen wir auch alle gemeinsam Verantwortung für unseren Bezirk«, redete er den Anwesenden ins Gewissen. Einweg ist kein Weg weiterlesen

Unterwegs mit Schaufel und Kanne

Bezirkspolitiker pflanzen eine Ess-Kastanie

Gelegentlich zieht es den Ausschuss für Straßen, Grünflächen und Ordnung der Bezirksverordnetenversammlung ins Grüne. Die Sitzung am 9. Mai wurde im Tierpark in der Hasenheide abgehalten. Aber bevor es ans politische Tagesgeschäft ging, wurde am Eingang Columbiadamm ein Baum gepflanzt. Nicht irgendein Baum, sondern eine Ess-Kastanie, die für 2018 zum »Baum des Jahres« ausgerufen wurde. Bewaffnet mit Schaufeln und Gießkanne machten sich Jochen Biedermann, Stadtrat für Stadtentwicklung, Ausschussvorsitzender Marko Preuß sowie Bernd Kanert, Leiter des Neuköllner Grünflächenamts ans Werk.

Biedermann gärtnert.                                                                                                                                         Foto: mr

Der Neuzugang ist Teil des Baumlehr­pfades in der Hasenheide. Im Oktober 2009 eingeweiht, enthält er alle Baum­arten, die seit 1989 zum »Baum des Jahres« gewählt wurden. Zur Identifizierung ist jeder mit einer Hinweistafel versehen. Unterwegs mit Schaufel und Kanne weiterlesen

Klingeln gegen Autos

»Kidical Mass« radelt durch den Kiez

Gemeinsam mit Kindern auf der Straße Fahrrad fahren – mit Laufrad, Kinderrad, Anhänger oder Familienlastenrad – die »Kidical Mass« am 27. Mai machte es möglich.

Zwerge demonstrieren für Sicherheit.                                                                                                         Foto: mr

Die »Kidical Mass« ist der kleine Ableger der »Critical Mass«, bei der an jedem letzten Freitag im Monat Radfahrer gemeinsam, aber unorganisiert die Straßen erobern, indem sie im Verband über mehrere Stunden kreuz und quer durch die Stadt fahren.
Im Gegensatz dazu ist die »Kidical Mass« eine angemeldete Demo, die von der Motorradstaffel der Polizei begleitet und geschützt wird. Kinder unter acht Jahren dürften sonst nicht auf der Fahrbahn fahren. Klingeln gegen Autos weiterlesen

Neuer Stolperstein in Britz

Der Leidensweg des Apothekers Adolf Mockrauer

Kurz vor dem 9. November 2017, dem Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938, wurden 16 Stolpersteine in Neukölln gewaltsam entfernt und verschwanden. Daraufhin kam es zu einem überwältigenden, lokal nicht begrenzten Spendenaufkommen, was bereits am Beginn des Folgemonats die Neuverlegung aller Gedenksteine ermöglichte. Aus den übrigen Spenden entstand ein Fonds, der auch Mittel für die Verlegung neuer Gedenksteine in Neukölln bereit stellt. Mit dieser deutlichen Gegenreaktion hatten die Gedenksteinschänder sicher nicht gerechnet.

Haus der ehemaligen Albrecht-Dürer-Apotheke.                                                                                     Foto: rr

Einige Spenden waren sogar mit dem Wunsch verbunden, einen Stolperstein für den damals sehr beliebten jüdischen Apotheker Adolf Mockrauer aus Britz zu verwenden, den die NS-Rassenpolitik nahezu mittellos erst ins Exil und dort dann in den Tod trieb. Seine »Albrecht-Dürer-Apotheke« führte er ab 1927 sehr erfolgreich in einem Neubauabschnitt der Großsiedlung Britz. Neuer Stolperstein in Britz weiterlesen