»Prăvălia – Romanian Delights«

Kunst am Rollladen

Prăvălia bedeutet übersetzt aus dem Rumänischen Tante-Emma-Laden. Für die Karl-Marx-Straße bedeutet die Boutique vor allem eins: Sie ist ein Farbklecks. Die Gegend um den Karl-Marx-Platz lud über die letzten Jahre nicht zum Bummeln ein, sie war eher bekannt als Fressmeile und litt unter den andauernden Bauarbeiten an der Straße.

Vorher – Nachher.                                                                                                          Foto: Anne-Kathrin Liedtke

Anne-Kathrin Liedtke sorgt seit März vergangenen Jahres für Vielfalt und zeigt das Potenzial der Karl-Marx-Straße als Flaniermeile. Inmitten monotoner Leuchtreklamen steht ihr kleiner Laden, rosa gestrichen und seit Neuestem ausgestattet mit Kunst an der Fassade. »Prăvălia – Romanian Delights« weiterlesen

Hörbert, die »StoryboXX«

Field Trip – interaktiv und historisch

Seit vor zwei Jahren die »BücherBoXX Luftbrücke« aus den Allmende-Gärten auf dem Tempelhofer Feld an den Herrfurthplatz umgezogen ist, fehlte einfach etwas sehr Gemütliches und Bildungsbeförderndes. Bücher wurden vor Ort getauscht, Kinderspielzeug wechselte die Besitzer, auf der Bank davor wurde gelesen, in allen Sprachen geschnattert und gelacht.

Hörbert und Fans.                                                                                                                                                   Foto:fh

Da kamen Eva Stotz und ihr Team auf die Idee, eine neue »BücherBoXX« heranzuschaffen und mit dieser ihren interaktiven Dokumentarfilm »Field Trip« zu bereichern. Sie wühlten sich ein Jahr lang durch Anträge, Bürokratie und die Geschichte des Tempelhofer Feldes, bis sie die »Europa-BücherBoXX« vor Kurzem aufbauen lassen konnten. Mittels solargesteuerter Audioanlage, »Hörbert« genannt, erweiterten sie die ehemalige Telefonzelle zur »StoryboXX«. Hörbert, die »StoryboXX« weiterlesen

Imaginäre Landschaften

Zwischen Kunst, Natur und Stadt

Was bedeutet »Imaginäre Landschaften«? Sind es reale oder symbolische Orte oder exis­tieren sie nur im Kopf und sind nicht auf Anhieb zu sehen? Welchen Stellenwert hat der Mensch, die Natur oder das Urbane darin? In der Ausstellung im Kunstverein Neukölln stellen sich Louis D’Arienzo, Paul Langmead, Deborah S. Phillips, Friederike Linssen, Akiko Wakayama und Wolfgang in der Wie­sche, jeder aus seiner individuellen Perspektive, diesen Fragen. Die Arbeiten reichen dabei von abstrakt bis real.

Imaginär.                                                                                                                                                                   Foto: mr

Friederike Linssens Arbeiten beispielsweise sind abstrakte Zeichen oder Zeichnungen von Elementen aus der Natur, die auf monochrome und einfache Formen reduziert werden. Sie gleichen Zellstrukturen. Imaginäre Landschaften weiterlesen

Battle um einen Flügel

Der schönste Krieg im »Froschkönig«

Der alte Flügel im »Froschkönig« war immer eine ohrliche Her­ausforderung. Statt 89 hatte er nur 88 Tasten, und die befanden sich in einem erbärmlichen Zustand. Der Klavierstimmer konnte das irgendwann nicht mehr ertragen und organisierte einen neuen Flügel. Der Pianisten Wohl ist jedoch des Froschkönigs Problem. Wie soll diese Ohrenweide bezahlt werden?

Aus Alt wurde Neu.                                                                                                                           Foto: Froschkönig

Da taten sich die Stammpianisten Jona­than Klein und Ole Boston, die seit vielen Jahren bereits die privaten Stummfilmkonzerte begleiten, zusammen und entwickelten Ideen.
Für nur 20 Euro wird der Name des edlen Spenders auf den Flügel eingraviert. Für 100 Euro gibt es die Erwähnung des Namens auf einer Taste. Nur einfach so, das war den Pianisten klar, erhielten sie keine Spenden.
Das war die Geburtsstunde des Pianobattle. Jeden dritten Donnerstag im Monat, das nächste Mal am 20. September, stellen sich drei Pianisten einem Wettstreit nach Regeln, die nicht unbedingt eingehalten werden müssen. Battle um einen Flügel weiterlesen

Die gefaltete Stadt

Ausstellung im Saalbau

Die moderne Stadt wächst – in die Höhe und in die Breite. Mit der sozialen Sprengkraft, aber auch den Absurditäten, die aus diesen Prozessen resultieren, setzt sich Claudia von Funcke mit ihrer Ausstellung »Die gefaltete Stadt« auseinander, die bis zum 7. Oktober in der Galerie im Saalbau zu sehen ist. Die Ausstellung ist eine von drei Ausstellungen, die über eine Jury an Neuköllner Künstler vergeben werden.

Claudia v. Funcke.                                                                                                                                                  Foto:mr

»Das Thema der Ausstellung ist hoch aktuell«, sagte Kulturstadträtin Karin Korte bei der Eröffnung am 10. August. Anhaltendes Bevölkerungswachstum, Wohnungsknappheit und Gentrifizierung seien Probleme, mit denen Berlin und Neukölln tagtäglich zu kämpfen hätten. Die Schere zwischen Arm und Reich werde dabei immer größer. Die gefaltete Stadt weiterlesen

Hinter der Oberfläche

Während das Gesprächs in einem Neuköllner Hinterhof steht Elke Graalfs immer wieder auf – mit dem Pinsel in der Hand steigt sie aufs Gerüst, um neue Farben und Striche zu setzen, der 7,5- Tonner soll bald auf die Reise gehen. Der schwarze LKW ist mittlerweile schon rundum mit Linien versehen, sie ist dabei, ihn mit Farben zu bestricken. Für Elke aber eher eine Landschaft, die sich in der Unendlichkeit der Bewegung später auflösen wird.

Wandcollage »wo wer nun«                                                                                                          Foto: Elke Graalfs

In ihrem Atelier stehen einige großformatige Leinwände mit eben diesem Strickmuster. Auf die Frage, weshalb Strickmuster, erzählt sie, dass ihre Professorin sie dazu bringen wollte, mehr Stofflichkeit zu gestalten, also malte sie einen Wollpullover, eher nur die Maschen und die Struktur – »Bild nr 1«. Schwarzer Hintergrund – der Schatten, grau in grau – die Materie, 120 mal 240 Zentimeter groß. Es folgen eine Vielzahl großformatiger Strickbilder, sie sind lebenspersönlich, es gibt immer eine Geschichte dahinter. Für Elke Graalfs umspielt die Oberfläche diese Geschichten, die Oberfläche zeigt das Dahinter. Hinter der Oberfläche weiterlesen

Fritz und Martin

Packen für den Schulanfang

Der Andrang nach Schulmaterial war am letzten Ferientag deutlich höher als im letzten Jahr. Es wurden 107 Schulpakete geschnürt.
Vor dem Nachbarschaftstreff und Mehrgenerationenhaus im Schillerkiez warteten Kinder und Eltern geduldig, bis sie aus den tollen Schulmaterialien das Benötigte und Gewünschte aussuchen konnten. Daniela Lungwitz-Mohamad und ihr Team von »Wunschbäumchen Berlin e.V.« hatte wieder ein Jahr lang alles zusammengetragen, was Kinderherzen begehren, diesmal unter dem Motto »Disney«.

Hikel und Felgentreu beim Schultüten füllen.                                                                                           Foto: bs

Damit die Wartezeit angenehm war, hatte das Team des Vereins »Familienherz der Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union« (BKK VBU Familienherz e.V.) einen Tisch mit Schmink­utensilien aufgebaut. Zwei kundige Künstler schufen erstaunliche Verschönerungen in allen Farben und Formen in die Gesichter der Kinder. Katzen, Schmetterlinge, Feen und Clowns bevölkerten von da an die Mahlower Straße. Fritz und Martin weiterlesen

Berliner Pokal: vier Mal Außenseiter

»SV Tasmania« startet mit einem schweren Auftaktprogramm

Spieler von Tasmania bejubeln das 3:0.                                                                              Foto:Hagen Nickelé

Zu Beginn ein Blick zurück: Die beiden Neuköllner Vertreter in der Berlin-Liga hatten sich gegen Ende der vergangenen Saison alles andere als mit Ruhm bekleckert. In den letzten neun Spielen brachten der »TSV Rudow« (drei Punkte) und der »SV Tasmania« (ein Punkt) nicht einen Sieg zustande. Zum Vergleich: Der dritte Verein aus dem Bezirk in der 6. Spielklasse, die »DJK Schwarz-Weiß«, holte im selben Zeitraum 15 Punkte – und musste am Ende trotzdem absteigen. Rudow und Tasmania hatten eben beizeiten genug Punkte eingefahren, um mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu bekommen.
Die Frage lautet nun also: Wirkt eine solche Negativserie bis in die neue Saison hinein? Berliner Pokal: vier Mal Außenseiter weiterlesen

Weiße Zaunwinde

Geheimnisse auf der Lessinghöhe

Sie rankt an vielen Ecken in der Lessinghöhe und anderswo. Sie wächst in ganz Europa, bis hinauf in den hohen Norden Norwegens.
2017 beobachtete ich, dass die Zaunwinde die Hamamelis in die Zange nahm und informierte das Amt. Noch am gleichen Nachmittag wurde die Zaunwinde beseitigt.

Der Wink mit dem Zaun.                                                                                                                    Foto: historisch

Sie kann sehr gefährlich sein für die Pflanze, die sie umrankt. Dieses Jahr lässt die Pflege in der Lessinghöhe sehr zu wünschen übrig, so dass damit zu rechnen ist, dass spätestens nächstes Jahr diverse Büsche »ihren Geist aufgegeben haben werden«.
Sowohl die Griechen als auch die Römer nutzten die Wurzel der weißen Zaunwinde. Es ist davon auszugehen, dass Hippokrates sie schon verwendete, und Dioskurides hat sie als Arznei­droge beschrieben, die bei Brandwunden helfen kann.
Im Mittelalter wurde mit ihr getrickst. Da die Alraune als die heilsamste Pflanze galt und sehr selten war, wurde Gutgläubigen die Wurzel der weißen Zaunrübe als Alraunenwurzel untergejubelt, mit fatalen Folgen, da sie komplett giftig ist.
Im Volksmund wird sie Gichtrübe, Faselrübe, Faulrübe, Heckenrübe, Hundsrübe, Sauwurzel, Tollrübe oderHundskürbiswurzel genannt.
Sie ist giftig und wirkt stark abführend. Manche rauchen Extrakte dar­aus in der Shisha-Pfeife.
Aufgrund der erheblichen Nebenwirkungen ist vor Experimenten mit der Weißen Zaunrübe dringendst abzuraten.
Eva Willig

Basteln mit Rolf

Papierablagefächer

Noch kommt nicht nur mit der Post viel Papier ins Haus. Hilfreich sind da Ordnungs- und Ablageelemente. Um so etwas kostenfrei und dazu noch ökologisch selber zu machen, reicht eine nicht mehr benötig­te Broschüre, ein altes Buch oder ein Katalog. Und: Lust zum Pfriemeln.
Durch das Falten aller Seiten schwillt das Seitenvolumen an. Sind sie gebunden, fächern sich die Seiten auf. Dazwischen können dann Briefe, Notizzettel oder Visitenkarten übersichtlich und platzsparend gesteckt werden. Auf dem Bild sind alle Seiten einer Broschüre zu einem Dreieck gefaltet. Liegt die Bindung links, wird anschließend das erste Blatt so nach unten gefaltet, dass die Blatt­oberkante an der Bindung anliegt. Die Falz glattstreichen, dann die Unterkante an die Bindung legen: Ein Dreieck entsteht. Werden alle Seiten so gefaltet, entsteht ein Rhombus. Andere Faltungen sind natürlich auch möglich.

rr

Petras Tagebuch

Betrug

Ein Anruf in der Redaktion machte mich neugierig. Ein Dave hatte ein wichtiges Anliegen, wollte sich aber nicht dazu am Telefon äußern. Also verabredeten wir uns.
An einem sonnigen Tag saßen wir vor der Redaktion und tranken Kaffee. Eigentlich ein ganz sympathischer Mann. Ein wenig vom Leben gekennzeichnet, aber das bleibt nun nicht aus, wenn die 40 überschritten sind.
Seine Geschichte beschrieb ihn als einen Menschen, der berufsunfähig und seit einem schweren Unfall Arbeitsinvalide ist. Er versorgt jetzt seine kranke Frau. Trotz all dem Leid ist er sozial engagiert.
Er habe schon etlichen Flüchtlingen geholfen, im Land zu bleiben, und sei aktuell an einem Fall, der mir unter die Haut ging. Petras Tagebuch weiterlesen

Internationales Freestyle-Inline-Skating-Turnier

Elegant auf einem Bein.                                                                                                                                Foto: pschl

Junge Skater und Skaterinnen begeistern das Neuköllner Publikum

Bei brütender Hitze fand in der Halle des Werner- Seelenbinder-Stadions in der Neuköllner Oderstraße vom 27. bis zum 29. Juli das größte Free­style-Inline-Skating Event Deutschlands statt. Eingeladen dazu hatte das Berliner Team »Slalomplace«. Über 100 der weltbesten Freestyle-Skater, darunter Eu­ropa- und Weltmeister in verschiedenen Disziplinen, lieferten sich spannende Wettkämpfe.
Die jungen Skater und Skaterinnen aus zwölf europäischen Ländern und aus Taiwan traten in sechs Disziplinen gegeneinander an: Freestyle Classic, Pair, Slide, Free Jump, Speedslalom und Battle.
Die Faszination des Freestyle-Skating besteht darin, daß es Elemente aus Breakdance, Eiskunstlauf und Akrobatik miteinander verbindet. So verfolgte das Publikum staunend, mit welcher Rasanz und auch Eleganz sich die jungen Sportler auf ihren Skates bewegten.
Die Organisatoren hatten sich große Mühe gegeben, und das Turnier ging reibungslos vonstatten. Schade war nur, dass es nicht besser angekündigt war, sodass der Publikumszuspruch relativ gering ausfiel.

pschl

Neuköllner Präventionskette

Der Gesundheit unserer Kinder sollte von Anfang an unser besonderes Augenmerk gelten, am besten schon vor der Geburt. Kinder, die in den ersten Lebensjahren liebevolle Fürsorge, Zuwendung und Sicherheit erhalten, haben eine gute Grundlage für ihr ganzes Leben, sowohl für eine stabile Gesundheit als auch für gute soziale Beziehungen.
Frühe Hilfen und eine anschließende Präventionskette scheinen in Neukölln zu ersten bescheidenden Verbesserungen der Kindergesundheit zu führen. Logo- und ergotherapeutische Behandlungen sowie die Möglichkeit zur Masern-Grundimmunisierung werden etwas häufiger in Anspruch genommen als noch ein Jahr zuvor. Zusätzlich können alle jungen Familien den »Neuköllner Familiengutschein« kostenfrei in Anspruch nehmen, der unter anderem Erste-Hilfe-Kurse am Kind und das Erlernen von Babymassage beinhaltet.
Die besten Angebote nutzen allerdings wenig, wenn sie nicht angenommen werden.
Beate Storni

Stadtgrün hat Durst

Großoffensive gegen trockene Bäume

Nicht nur die Menschen leiden unter der Hitze, auch die Straßenbäume in Neukölln haben Durst. Ein ausgewachsener Laubbaum verdampft an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser und kühlt damit seine Umgebung ab. Doch weil es seit Ostern kaum geregnet hat, haben es die Stadtbäume gerade sehr schwer, an ausreichend Wasser zu kommen. Sie stehen oft inmitten versiegelter Flächen, und nur direkt um den Stamm herum kann Wasser hinabfließen, das die Wurzeln erreicht. Zudem haben sie, anders als in der Natur, nur begrenzten Platz für ihre Wurzeln und trocknen dadurch schneller aus. Besonders die jungen Bäume, die noch keine tiefliegenden Wurzeln haben, leiden unter der anhaltenden Dürre.

PlataneN im Schillerkiez.                                                                                                                                    Foto: fh

Auch wenn die Grünflächenämter beim Gießen von Straßenbäumen und öffentlichen Grünanlagen von der Stadtreinigung und den Berliner Wasserbetrieben unterstützt werden – auch die Polizei ist bereits mit Wasserwerfern angerückt – geraten sie an ihre Grenzen.
Daher sei »jeder Eimer Wasser oder jede volle Gießkanne, die den Straßenbäumen zu gute kommt, eine gute Tat« sagt Bernd Kanert Stadtgrün hat Durst weiterlesen

Was lange währt wird auch noch was

Flüchtlingsunterkunft auf dem BEWAG Sportplatz ist fertig

Mehr als drei Jahre ist es her, als die ersten Planungen für eine Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen BEWAG Sportplatz der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Jetzt stehen hier 40 Container in Reih und Glied. Mitte August sollen die ersten Bewohner einziehen.
Vorher allerdings hatten die Nachbarn Gelegenheit, sich im Rahmen eines Tages der offenen Tür am 19. Juli ein Bild über die neue Gemeinschaftsunterkunft zu machen. Vertreter der »Tamaja Gemeinschaftsunterkünfte GmbH« als Betreiber der Unterkunft, des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und des Bezirksamtes Neukölln waren ebenfalls vor Ort, um Fragen zu beantworten.

Container sind besser als nichts.                                                                                                                   Foto: mr

»Hier ist man schnell mittendrin«, sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel in seinem Grußwort.
Die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr biete die Möglichkeit, dass die Bewohner an der Normalität des Stadtlebens teilhaben, und Normalität sei das wichtigste für eine gelingende Integration.
Michael Elias, Geschäftsführer der »Tamaja« sagte, die Bewohner sollen an möglichst vielen Angeboten außerhalb der Unterkunft teilnehmen, damit sie schnellstmöglich einen eigenständigen Weg in ihrer neuen Heimat finden. Was lange währt wird auch noch was weiterlesen

Weniger Autos im Richardkiez

Bezirksamt stellt Konzept zur Verkehrsberuhigung vor

Der Böhmische Platz wird autofrei, die Braunschweiger Straße für Radfahrer attraktiv gemacht, und für den Karl-Marx-Platz gibt es eine Einfahrtsbeschränkung. Diese und viele andere kleine Einzelmaßnahmen sind geplant, um den Durchgangsverkehr im historischen Kern von Rixdorf am Richardplatz zu reduzieren.
In einer Beteiligungswerkstatt hatten im Februar 2018 die »Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG« sowie die »FGS Forschungs- und Planungsgruppe Stadt und Verkehr« die Anregungen und Wünsche aus der Bürgerschaft aufgenommen.

Verkehrshindernis erfüllt seinen Zweck.                                                                                                    Foto: mr

Das Ergebnis wurde bei der Veranstaltung mit dem Titel »Mehr Lebensqualität, weniger Verkehr in Rixdorf« am 2. Juli im Gemeinde­saal der evangelischen Brüdergemeine von Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Baustadtrat Jochen Biedermann und den zuständigen Fachplanern der Öffentlichkeit vorgestellt.
Es gehe darum, »den öffentlichen Raum für alle Verkehrsteilnehmer sicher zu machen, nicht nur für die wenigen, für die bisher immer geplant wurde«, fasste Martin Hikel das Konzept zusammen. Wir brauchen eine ganzheitliche Lösung, die alle Verkehrsströme berücksichtige, sagte Jochen Biedermann. »Wenn man eine Straße schließt, werden andere stärker belastet. Das muss gut überlegt werden«. Weniger Autos im Richardkiez weiterlesen

Kinder werden gesünder

Präventionskette wirkt

Neuköllner Kinder zwischen fünf und sieben Jahren werden immer gesünder. Den anhaltenden Rückgang bei Sprachdefiziten, Problemen in der Feinmotorik oder mit schlechten Zähnen sowie Verbesserungen im Besuch von Kitas und Vorsorgeuntersuchungen belegt nun die aktuelle Auswertung der Einschulungsuntersuchungen. Neukölln ist der erste Bezirk, der diese Auswertung für das Jahr 2017 vorlegt.
Sogar gegen den Berliner Trend haben Neuköllner Kinder seit 2013 immer seltener Sprachprobleme (41,9%) oder Defizite in der Visuomotorik (23,2%) – das heißt, sie können besser mit einem Stift umgehen und somit leichter Schreiben lernen. Der Anteil von Kindern mit behandlungsbedürftigem Zahnstatus ist auf knapp 17 Prozent gesunken, und auch Übergewicht betrifft tendenziell immer weniger Kinder in Neukölln (14,1%). Kinder werden gesünder weiterlesen

Das kommt in die Tüte

Überraschungen für ABC-Schützen

Es ist wieder so weit! Unsere Erstklässler werden am 25. August in ihren Grundschulen mit kleinen Feiern und Begrüßungsreden willkommen geheißen.

DAniela füllt Schultüten.                                                                                                                                    Foto: bs

Ein aufregender Tag für die ABC-Schützen, der den meisten lange in Erinnerung bleiben wird. Damit es eine schöne Erinnerung wird, hat sich der Verein »Wunschbäumchen Berlin – Gemeinsam etwas bewegen e.V.« auf die Fahne geschrieben, für Kinder, deren Eltern finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, Schultüten und alles, was dort hineingehört, herbeizuschaffen. Dies geschieht durch Sach- und Geldspenden, unter anderem durch den Verein selbst, Privatpersonen, das Quartiersmanagement Schillerpromenade, die Wohnungsbaugesellschaft STADT und LAND und über die Internetplattform »betterplace.org«. Das kommt in die Tüte weiterlesen

Ihre Rechte als Mieter – Einfach erklärt von Kiez und Kneipe

Folge I: Wie man Zähne zeigt bei Mieterhöhungen und Modernisierungen

Die allermeisten Neuköllner sorgen sich, ihre Wohnung bald nicht mehr bezahlen zu können. Viele müssen exorbitante Mieterhöhungen schultern oder ganz wegziehen. Diese Entwicklung lässt sich nicht umkehren, aber immerhin haben Mieter Rechte, die so manche fiese Mieterhöhung abwenden können. »Kiez und Kneipe« hat über viele Schicksale durch Verdrängung berichtet und will nun konkrete Tipps geben. Dafür haben wir uns beim Berliner Mieterverein schlau gemacht.

Bei der »normalen« Mieterhöhung kommt ein Brief des Vermieters ins Haus, der eine höhere Miete verlangt. Die Begründung: Der Berliner Mietspiegel sei gestiegen und rechtfertige die Erhöhung. Doch häufig benennen die Vermieter einen Wert aus dem Mietspiegel, der für die Qualität der Wohnung zu hoch ist. Viele Wohnungen Neuköllns sind nämlich im Seitenflügel oder in einer »besonders lärmbelasteten Lage«, die man geltend machen kann.
So können Sie sich selbst wehren: Ihre Rechte als Mieter – Einfach erklärt von Kiez und Kneipe weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

Nr. 180 – Freitag, 2. August 1918
Die bargeldlose Zahlung, eine Forderung der Stunde! Die Veredelung der Zahlungssitten steht an Bedeutung in nichts nach der Goldsammelbewegung oder der Kriegsanleihepropaganda; denn »der einzige Vorsprung, den England sich vor unserer Geldwirtschaft im Kriege bewahrt hat, liegt auf dem Gebiete des Umlaufs der papiernen Zahlungsmittel«. Diesen in München gesprochenen Worten ließ der Reichsbankpräsident unmittelbar darauf die Tat folgen; er rief am 2. Mai d.J. eine Organisation der Werbearbeit für den bargeldlosen Zahlungsverkehr über ganz Deutschland ins Leben, welche die Unterstützung sämtlicher Reichs und Staatsbehörden, sämtlicher Bundesregierungen und einer Reihe von maßgebenden Privatverbänden und Instituten gefunden hat. Die neue Organisation wendet sich jetzt an alle Kreise der Bevölkerung mit der Bitte, durch die Abkehr von veralteten Zahlungsgewohnheiten und den Uebergang zu edleren Zahlungssitten die Lücke schließen zu helfen, welche in der deutschen Rüstung noch klafft! Ein Plakat soll der Allgemeinheit das Wesen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs versinnbildlichen und jeden daran mahnen, sich ein Konto bei einem Geldinstitut oder dem Postscheckamt errichten zu lassen und dort alles nicht benötigte Bargeld einzuzahlen; er schafft sich dadurch selbst den größten Vorteil und stärkt obendrein die deutsche Geldwirtschaft. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Jungfernmühlenplatz wird reanimiert

Initiative beendet Dornröschenschlaf

Die Gropiusstadt in Neukölln mit ihren 18.500 Wohneinheiten entstand von 1962 bis 1975. Als eigenen Ortsteil gibt es diese Trabantenstadt dagegen erst seit 2002, dem 40. Jahrestag der Grundsteinlegung. Auf ihrem Gebiet steht Ecke Baumläuferweg und Goldammerstraße die Jungfernmühle, die älteste der noch erhaltenen Mühlen Berlins. Damals versuchten die Stadtplaner, dieser alten Holländer-Korn-Mühle auch baulich etwas gerecht zu werden, indem sie die Neubauten am sie umgebenden Platz als holländische Giebelhäuser, mit roten Backsteinen verklinkert, gestalteten.

Wann kommen die Bienen?                                                                                                                                Foto: rr

Nur, der damals schon attraktiv geschaffene Mühlenplatz befand sich seit längerem in tiefem Dornröschenschlaf. Die riesige Steinkugel des zentralen Brunnens hatte sich ebenfalls schon lange nicht mehr gedreht. Das missfiel nicht nur Mathias, dem Inhaber von »Computer im Griff« und lange ansässig am Mühlenplatz. Nach dem Motto: »Wenn’s keiner macht, mach’s selbst« etablierte er 2017 mit ein paar Mitstreitern die »Initiative Jungfernmühle«. Ihr vorrangiges Ziel: Diesen Platz zu einer nicht nur von den Anwohnern des Viertels gern genutzten Begegnungsstätte wieder aufleben zu lassen. Jungfernmühlenplatz wird reanimiert weiterlesen

Türkisch für Fortgeschrittene

Kreative Meze und Wacholderschnaps in der Restaurantbar »No Bananas«

Mittelmeer, die Ägäis. Urlaubs- und Genusssehnsüchte kommen auf. Wein, Bier, Hochgeistiges und schmackhafte Häppchen in der lauen Abendluft bei unnerviger Musik. Alles easy, »no bananas«. Ohne Machoanmachen. Aufmerksam entspannt.

TÖFTE ohne Köfte.                                                                                                                                              Foto: hlb

So dachte es sich der jahrzehntelang in Istanbul aktive Szenegastronom Nevzat bei der Namensfindung seines neuen Lokals. Vor 15 Monaten kam er nach Berlin, nicht zuletzt bedingt durch unschöne Beispiele der Willkür und Rückwärtsgewandtheit des aktuellen Regimes seiner Heimat, um hier sein Können, seine Kneipenideen und Rezepte freier umzusetzen. Seit drei Monaten gibt es das »No Bananas« nun als Nachfolger des italienischen »Gaia« in der oberen Pannierstraße nah des Landwehrkanals. Türkisch für Fortgeschrittene weiterlesen

Es nadelt auf dem Boulevard Hermannstraße

Belgische Biere und Elektrosounds im »O Tannenbaum«

Schon in den Nullerjahren fanden ausländische Kreative, die ein Nest für ihre Kunst-, Musik-, Mode- und Gastroambitionen suchten, in Nordneukölln ein gutes Pflaster. Wie der Niederländer Pieter Kock, der mit seinem »O Tannenbaum« – mit Pausen – schon über zehn Jahre als Kneipe und Projekt­raum für (vorwiegend elektronische) Musik und Kunst, originelle experimentelle Klang- und Videoprojekte und nicht zuletzt Biergenuss à la Benelux reüssiert.

BEATS und Biere.                                                                                                                                                 Foto: hlb

Von 2010 bis 2015 stand der Tannenbaum in der Sonnenallee, bis der übliche Nachbarschaftskrach um den Krach ihm den Garaus machte. DJ-Partys und ganze -Feste an Gastorten folgten, bis letztes Jahr in der nördlichen Hermannstraße eine nahe und adäquate Nische gefunden war, um den unbekümmert unordentlichen shabby Chic eines Studentenwohnzimmers und seiner Partymöglichkeiten wieder aufleben zu lassen. Es nadelt auf dem Boulevard Hermannstraße weiterlesen

Maultaschen unter Flügeln

Schwäbische Küche in der Jungfernmühle

Es ist kaum zu glauben: Zwischen den Hauptverkehrsadern Neuköllner Straße und Fritz-Erler-Allee tut sich ein etwas schräges Ensemble auf. In der Goldammerstraße, die gefühlt zu einer ruhigen Wohngegend aus den 70er Jahren gehört, aber zwischen zwei stark befahrenen Straßen liegt, genau dort steht trotzig die älteste Mühle Neuköllns, die Jungfernmühle.

Perle mit Restaurant.                                                                                                                                            Foto: fh

Seit März ist dort ein Restaurant, das sich liebevoll Speisenmeisterei nennt, von der Wiesenstein-Gruppe eingerichtet worden. Geschmackvoll eingerichtet, mit hellen Möbeln, hübschen grünen Servietten, und doch wurde der Charakter der alten Mühle erhalten. Auf zwei Ebenen kann gespeist werden. Geplant ist noch der Ausbau der dritten Ebene, die dann womöglich Zigarren rauchenden Herrenclubs vorbehalten ist. Maultaschen unter Flügeln weiterlesen

Italienische Cucina trifft Wildkräuter

Genuss und Nachhaltigkeit im »Café Botanico«

Martin Höfft hält nicht viel von hippen Begriffen wie »Fusion Kitchen«. Italienisch-Berlinisch [sic!] nennt der Diplom-Geograf die Küche seines Restaurants in Alt-Rixdorf. Die Speisekarte richtet sich danach, was der zum Betrieb gehörige Stadtgarten gerade hergibt, und das ist Einiges.

Auf die Zutaten kommt es an.                                                                                                                        Foto: me

Auf 1.000 Quadratmetern baut Höfft mit seinem Team diverse Gemüsesorten, Kräuter, Obst und Wildpflanzen an und setzt dabei auf Nachhaltigkeit. Permakultur heißt die Anbauweise, bei der Mischkulturen für ein naturnahes Gleichgewicht sorgen und gesundes Wachstum der Pflanzen begünstigen. Der Garten ist der einzige seiner Größe in der Berliner Innenstadt und hat seit 2012 ein Bio-Zertifikat des »Verbunds Ökohöfe Nordost«. Die frischen Kräuter, gepaart mit einem rustikalen Gastbereich im Innenhof, sorgen für Entschleunigung, und das Zwitschern der Vögel verleiht der Atmosphäre einen Hauch von kleinstädtischer Gemütlichkeit. Italienische Cucina trifft Wildkräuter weiterlesen

Schieflage der Seele

Barbara Westphal hilft in kritischen Lebenssituationen

Es kann jedem passieren. Eines Morgens wacht Patrizia auf und merkt, dass schon lange etwas nicht mehr stimmt. »Ich habe den Kontakt zu mir verloren« sagt sie in ihrer ersten Sitzung bei dem Coach Barbara Westphal. Patrizia ist Mitte 30, arbeitet in einer mittleren Führungsposition und hat Familie. Sie hat sich nach dieser Empfindung krank schreiben lassen. Sie suchte einen Therapeuten, fand aber keinen, kam auf eine Warteliste. Das dauerte ihr zu lang, denn sie wollte aktiv etwas dafür tun, ihre Lebensqualität zu verbessern, Verantwortung für sich zu übernehmen und für sich zu sorgen. So fand sie den Weg zu Barbara Westphal, die allerdings nicht über die Krankenkasse abrechnet.


Westphal bietet als Heilpraktikerin und Coach Formate aus dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) und aus der systemischen Arbeit, wie Aufstellungen und die Arbeit mit dem inneren Team an. Es ist das Ziel, in kurzer Zeit mit wenigen Sitzungen die Ressourcen des Klienten nachhaltig zu stärken. Schieflage der Seele weiterlesen

Zehn-Meter-Turm

Jeder Sprung eine kleine Geschichte

Keine Frage: der Sommer ist warm. Sehr warm. An manchen Tagen lässt es sich wirklich nur in der Nähe von Wasser einigermaßen aushalten. Aber aus Neukölln sind es locker 45 Minuten bis zum nächsten See. Nicht alle haben für so eine Reise Zeit und Lust, und Bus, Bahn oder Auto fahren ist bei so einem Wetter ja auch kein Spass.

Mutprobe Zehner.                                                                                                                                                  Foto: dt

Da bleibt nur der Gang ins Sommerbad Neukölln, das besser ist als sein Ruf. Viele Familien, viele Jugendliche, viel Security, und natürlich die Bademeister mit ihren legendären Ansagen: »Nicht vom Beckenrand springen«, »Unterwäsche unter den Badesachen tragen ist verboten«. Jedoch alles in Allem eine entspannte Atmosphäre. Wer sich trotzdem etwas Drama wünscht, sollte sich eine Weile an den Beckenrand vor dem Zehn-Meter-Turm setzen.
Der Sprung vom Zehner ist der Archetyp der Mutprobe. Schon vom Zuschauen von unten wird klar: Die Höhe, das undefiniert schimmernde Blau des Grundes, das Publikum – all das lässt höchstens Profis unberührt. Für alle anderen ist es eine echte Herausforderung. Zehn-Meter-Turm weiterlesen

Darfs ein Achtel mehr sein?

Rhythmen aus aller Welt bei den Augustkonzerten im Körnerpark

Während die traditionelle europäische Musikkultur rhythmisch relativ einfach angelegt ist, greifen außereuropäische Musikkulturen – besonders die indische und bisweilen auch die afrikanische – auf sehr ungewöhnliche Rhythmen wie elf Achtel, 15 Achtel oder 17 Achtel zurück.

Indigo Masala.                                                                                                                        Foto: Ioanna Srinivasan

Meister dieser Art von Musik sind »Indigo Masala«, die am 19. August bei Sommer im Park auftreten werden. Mit Sitar, Tablas, Akkordeon, Perkussion und Gesang entführen sie die Zuhörer in das musikalische Universum Indiens. Ihre pulsierende und mit überschäumender Spielfreude dargebrachte Musik spricht sowohl den Geist wie den Körper an. Die drei Musiker – Ravi Srinivasan (Tabla, Perkussion, Gesang, Whistling), Arun Leander (Bajan, Gesang) und Yogendra (Sitar, Gesang) – sind nicht nur Virtuosen auf ihren Instrumenten, sondern haben auch Sinn für Humor und erfreuen das Publikum mit aberwitzigen Geschichten aus aller Welt. Darfs ein Achtel mehr sein? weiterlesen

Bruch mit den Regeln des Kunstmarkts

Anonyme Zeichner in der Galerie im Körnerpark

Stammt das Bild von einem bekannten Künstler oder einem talentierten Laien? Oder ist es die Zeichnung eines Kindes? Dieses Geheimnis wird bei der Aktion »Anonyme Zeichner« erst beim Kauf des Bildes gelüftet. Erst dann erfährt der neue Besitzer den Namen des Urhebers und den Titel des Werkes. Und vielleicht ist dann ja auch die eine oder andere Überraschung mit dabei.

Alles für nur 200 Euro.                                                                                                                                       Foto: mr

Die in Berlin lebende Künstlerin Anke Becker hat das Ausstellungsprojekt, das ganz bewusst mit den Regeln des Kunstmarktes brechen will, erstmals 2006 in Prenzlauer Berg umgesetzt. Seitdem war es in mehreren europäischen und deutschen Städten sowie in einigen Berliner Bezirken zu sehen. Bis zum 19. September ist die Ausstellung zu Gast in der Galerie im Körnerpark.
Aus über 2.000 Einsendungen aus allen Teilen der Welt wählte Anke Becker rund 600 Zeichnungen für die Ausstellung aus. Biografie, Alter oder Geschlecht der Einsender spielten dabei keine Rolle. Es gab nur eine einzige formale Regel: Ausgestellt werden ausschließlich Arbeiten bis zu einem Format von A 3.
Bei der Hängung ließ sie sich von inhaltlichen oder formalen Analogien leiten, jede Wand bildet einen Zusammenklang, in dem es keine Hierarchien geben soll. Bruch mit den Regeln des Kunstmarkts weiterlesen

Power mit Mähne

Adina Asbeck und ihre Kunstprojekte

Ihr Papa schenkt ihr zum Abitur eine Spiegelreflexkamera. Die nimmt sie mit nach Malta, wo sie ein freiwilliges Soziales Jahr absolviert, Kunst unterrichtet und Theaterworkshops veranstaltet. Am Ende sind es zwei Jahre, in denen sie nach Ghana und durch Europa reist und arbeitet.

Aus der Ausstellung »Children of Begoro«                                                                                          Foto: Adina

Adina Asbeck wächst zweisprachig in Waldkirch nahe Freiburg auf und verbringt die Sommermonate oft in Kroatien. Sie erinnert sich nicht mehr, wann und wie sie zur Kunst kam, nur, dass es sehr früh war. Sie spielt zehn Jahre Theater, arbeitet als Maskenbildnerin und macht Musik. Sie studiert in Marburg und Berlin Kunstgeschichte. Power mit Mähne weiterlesen

Filme auf dem Tempelhofer Feld

Bühne für Berliner Regisseure

Das große, weite Tempelhofer Feld bietet Platz für unterschiedliche Aktivitäten. Seit einem Monat gibt es dort auch Filmvorführungen unter freiem Himmel. Einmal in der Woche zeigt »FeldKino Berlin« in Kooperation mit den Vereinen »film­Arche« und »reSource« Filme vorwiegend Berliner Regisseure.
Die Kinoreihe enstand aus einer Nachbarschaftsidee, die schnell viele Unterstützer fand. »Mittlerweile hat sich auf technischer und organisatorischer Ebene viel getan«, sagt Özgür Ulucan, einer der Mitgründer des Kinos.
Wie andere Open-Air-Kinos ist auch das Feldkino vom Wetter abhängig. Falls das mitspielt, finden die Filmvorstellungen rechts am Haupteingang Oder- und Herrfurthstraße beim Haus 104 statt.

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Die wechselnden Vorführungszeiten und das Programm sind auf folgender Website zu finden:
http://asurl.de/13yd.

Kicken und schickern

Rasante Spiele und viel Spaß beim Kneipen Fußballturnier

Während bei der Fußball-WM Doping streng verboten ist – natürlich auch Bier – war dieses »Dopingmittel« beim Fußball-Turnier der Neuköllner Kneipenmannschaften ausdrücklich erwünscht. Gab es doch – unter anderen – einen Preis für das besoffenste Team. So griffen einige Spieler schon vor Spielbeginn zu diesem erfrischenden Getränk.

Luftkampf um den Ball.                                                                                                            Foto: Mike Auerbach

Kurz nach 11 Uhr am Sonnabend, dem 14. Juli, standen vier Mannschaften auf dem Rasen. Das gibt es im Fußball selten. Des Rätsels Lösung: Das Spielfeld war in zwei Hälften geteilt, und auf jeder Hälfte spielten zwei Mannschaften gegeneinander. Diese Art von Synchronfußball strengte die Zuschauer mächtig an. Allerdings waren die Fans der Mannschaften um diese Uhrzeit nur spärlich vertreten. Je später es wurde, desto voller wurde es. In den Kneipen ist das ja genauso. Kicken und schickern weiterlesen

Football is coming home!

»SV Tasmania« startet mit einem schweren Auftaktprogramm

Also richtig diesmal. Nach Neukölln. Und auch als richtiger Sport ohne übermäßige Show­einlagen, wie sie bei der WM in steter Regelmäßigkeit zu bewundern waren. Dafür sorgen schon die Holzhacker unter den Kickern der heimischen Ligen, »echte Schmerzen« statt der vermeintlich echten Liebe quasi.
Am 12. August steht auch gleich das erste Ligaspiel für den »SV Tasmania« an. Die Nordneuköllner beginnen da, wo sie letzte Saison aufhörten: Im schnieken Grunewald beim »Berliner SC 1892«. Jedes Mal ein Kulturschock für beide Seiten, doch wird der Platz in der Regel von mitreisenden Tasmanen für die Länge des Spiels dominiert. Von dort kehrt mit Emre Demir auch ein Alt-Tasmane heim und hat noch zwei weitere Grunewalder im Gepäck. Generell holte Trainer Tim Jauer einige neue Kräfte an Bord, dafür verlassen wiederum altgediente Spieler und auch Jugendkicker die Mannschaft von der Oderstraße. Das Talent Tolga Sahin zieht es gar zum Regionalligisten Babelsberg, und natürlich wünschen ihm alle bisherigen Mitstreiter, dass er dort den überregionalen Durchbruch schafft! Football is coming home! weiterlesen

Berlin kann Wein

Britzer WeinKultur sucht die Weinkönigin

Zu jedem Weinanbaugebiet gehört eine Weinkönigin. Das gilt auch für Britz. Gewählt werden soll sie auf dem Weinlesefest am 13. Oktober.

Nachfolgerin gesucht.                                                                                                                                          Foto: pr

Berlin hat eine mehr als 800 Jahre lange Weinbaugeschichte. Seit 1173 ist der Anbau verbrieft. 300 Jahre später gab es hier über 70 Weinberge und 26 Weingärten.
Die gibt es schon lange nicht mehr, aber seit 2002 wachsen wieder Roter Acolon und weißer Ortega und ein gutes Dutzend weitere Sorten am Koppelweg in Britz. Mit 1.500 Pflanzen auf 5.000 Quadratmetern ist die »Britzer Weinkultur« heute die größte Wein­anbaufläche in Berlin. Die Agrarbörse Ost in Berlin hat sie vom Bezirksamt Neukölln gepachtet. Rund 1.000 Flaschen Wein werden pro Jahr produziert, Weiß- und Rotweinanteil sind etwa gleich. Verkauft werden sie außer direkt vom Hersteller auch im NIC, dem Tourismuszentrum im Rathaus Neukölln. Berlin kann Wein weiterlesen

Open Air Seniorenschwoof

Sommerfest der MoRo-Senioren im Reuterkiez

»Warum das MoRo im Neuköllner Senioren-Ratgeber nicht erwähnt wird, ist mir nicht klar,« mault Sylvia-Fee Wadehn.
Dass Fee aus ihrem Herzen keine Mördergrube macht, ist stadtweit bekannt und ebenso, dass sie jede Gelegenheit nutzt, um sich für Senioren einzusetzen.

Senioren können feiern.                                                                                                                                      Foto: bs

Also forderte sie eindringlich am 17. Juli beim fröhlichen Sommerfest der MoRo-Senioren in der Reuterstraße, dass der MoRo-Wohnstandort in der Heinrich-Schlusnus-Strasse in der High-­Deck-Siedlung doch endlich ein eigenes Gemeinschaftshaus inklusive Küche und Büro bekäme, in denen sich die Senioren treffen und Gemeinsamkeiten pflegen können.
Die Wohnungsbaugesellschaft STADT und LAND unterstützt diese Forderung nach Kräften. Das dazu benötigte Grundstück, ein Teil des an den Wohnkomplex angrenzenden Rosengartens, würde zur Verfügung gestellt werden. Dies bedarf allerdings der Zustimmung des Berliner Abgeordnetenhauses, da dieses Gelände Teil der Vorratsgrundstücke ist und vertraglich herausgelöst werden muss. Open Air Seniorenschwoof weiterlesen

Wenn die Zähne wackeln

Die Brombeere blüht und trägt Früchte

Brombeeren (Rubus fruticosus) stehen an vielen Ecken Neuköllns und tragen oftmals gleichzeitig Blüten und Früchte. In diesem Jahr sind die Früchte besonders früh reif.

Lecker Hirschbollen.                                                                                                                             Foto: Eva Willig

Brombeerhecken gibt es am goldenen Horn, in Rudow und am Neuköllner Schifffahrtskanal. Die Brombeere wächst in gemäßigten Zonen auf fast der ganzen Welt.
Die Blätter der Brombeere sind schwer und werden deshalb häufig als Beigabe in industriell gefertigte Tees gemischt. Aus ihren Früchten lässt sich leckere Marmelade kochen oder mit Grappa Likör ansetzen.
Sie werden auch in Kräuterkissen gefüllt, die Geplagten bei Rückenschmerzen dienen. Meine Mutter arbeitete in den 50er Jahren in der Fabrik und hatte oft Rückenschmerzen. Damals hatten wir noch die 48-Stunden-Woche. Wenn sie nach Hause kam, legte sie sich ein Kissen, gefüllt mit getrockneten Himbeer- und Brombeerblättern ins Bett, und am nächsten Morgen ging es dem Rücken besser. Wenn die Zähne wackeln weiterlesen

Basteln mit Rolf

Platinenkerle

Elektroschrott lädt stets zum kreativen Basteln ein. Meine Platinenkerle entstanden aus Tintenpatronenchips, die auf einem Sockel aus einem Prozessor stehen. Ferner reichen ein Lötkolben, etwas Silber- oder Kupferdraht, eine Zange, ein Seitenschneider zum Ablängen des Drahtes und natürlich, Lust zum Pfriemeln.
Der Kopf und die Gliedmaßen sind bei mir aus dünnem versilberten Draht gebogen und an die Platinen gelötet. Hände und Füße werden durch mit Lötzinn gefüllten Schlaufen angedeutet. Für den sicheren Stand sorgt ein Prozessorsockel, auf den die Figuren gelötet sind. Ob so oder anders, das kann hingegen jeder selbst entscheiden.

rr

Petras Tagebuch

Geplatzte Einkaufstüte mit Hindernis

Seit geraumer Zeit habe ich mich tatsächlich daran gewöhnt, mich an die Verkehrsregeln zu halten, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin.
Erstaunlicherweise hat das die vorhandene Aggressivität mancher Autofahrer gegenüber Fahrradfahrern nicht gelindert. Das geht so weit, dass ich von nicht nur einem Autofahrer mit dem Spruch »eh, nun fahr doch endlich« angemacht werde, obwohl die Ampel rot ist. Mir ist klar, dass diese Autofahrer nicht neben dem Fahrradfahrer starten wollen, denn der könnte vor sich hin wackeln und somit ein Hindernis darstellen.
So geschah es vor wenigen Tagen. Ich stand an der Ampel Hermannstraße Ecke Leykestraße. Es ist eigentlich eine sehr unaufgeregte Ampel, die eigentlich nur wichtig ist für Fußgänger, die nicht lebensmüde, aber trotzdem sehr aufmerksam sind. Denn genau weil die Ampel so überflüssig erscheint, übersieht mancher Verkehrsteilnehmer die Ampelfarbe und fährt weiter. Das betrifft Auto- wie auch Fahrradfahrer. Der erfahrene Fußgänger schaut an dieser Ampel tatsächlich bei der Grünphase nach rechts und links, um lebendig die Straße zu überqueren. Petras Tagebuch weiterlesen

von Neuköllnern für Neuköllner