Vom HEISdeRIX zum EISdeRIX

Im Winter zu Suppe, im Sommer zu Eis

Wohnen und Arbeiten im Kiez ist Luxus. Kurze Wege zum Arbeitsplatz sind der Traum vieler Arbeitnehmer. So erging es Chris, Philipp und Paul. Jeden Tag liefen sie an dem leerstehenden Geschäft in der Böhmischen Straße 48 vorbei. Das war nun wirklich kein schöner Anblick. Kurzerhand mieteten sie den Laden und verwirklichten ihre Idee, eine Eisdiele zu eröffnen. Chris hat bei »Vanille-Marille«, der führenden Eismanufaktur in Berlin, die Kunst der Eisherstellung erlernt.

Demnächst wieder im »EISdeRIX«.                                                                                                                Foto: pr

Im »EISdeRIX« startete im Frühjahr letzten Jahres der Eisverkauf. Und das mit großem Erfolg. Die Kunden lieben das Eis, das ohne Zusatzaromen hergestellt wird. Hauptsächlich verkaufen sie die Kernmarken Vanille, Pistazie und Himbeere. Die Himbeere löste das Erdbeereis ab, denn das sieht ohne Farbstoffe zu hell aus, und insbesondere die Kinder, für die ein Eis recht farbig sein soll, lehnten das Eis ab. Die Himbeere enthält hingegen mehr eigenen Farbstoff. Also die Farbe passte und der Geschmack ist himmlisch. Vom HEISdeRIX zum EISdeRIX weiterlesen

Tanzkultur statt Kegeln

Istanbuler Kultbar dockt am Karl-Marx-Platz an

In den Räumen einer legendären Alt-Rixdorfer Kegelbahnkneipe bot zuletzt die »Schiefe Bahn« Cava, Bier, DJs und Patina. Jetzt kehrt mit dem »Arkaoda« weltstädtische Clubkultur am Karl-Marx-Platz ein. Geist und Konzept des Ladens kommen aus Istanbul: Die dort 1999 gegründete, in Kadıköy ansässige Bar »Arkaoda« (die übrigens auch dort schon mal wegen Nachbarschaftsbeschwerden umziehen und sogar auf den anderen Kontinent wechseln musste) ist noch heute ein Raum »für unabhängige, musikalische und künstlerische Positionen und Entwicklungen«. Auch die Berliner Club-Schwester bietet seit Januar Konzerte, Partys und DJ-Radio-Livestreams jenseits von Genre- und internationalen Schranken und einen Ort zum künstlerischen Austausch, vor allem aber zum Tanzen. Tanzkultur statt Kegeln weiterlesen

Yam, Yam – Mmh, Mmh

»Mama Comfort« und ihre nigerianische Kochkunst

Seit einem Jahr wird das Restaurant »Afro-Base« an der Buschkrug­allee in Britz von zwei Schwestern aus Nigeria geführt. Ihren Gästen ermöglichen sie, einen kulinarischen Kurztrip nach Afrika zu machen, indem sie authentisches, traditionelles Essen mit vielen Gewürzen und Zutaten aus ihrer Heimat auf den Tisch bringen.

Afrikanisches in Britz.                                                                                                                                           Foto: rr

Das schätzt auch die Nigerianische Botschaft. Das Essen ist sehr schmackhaft. Gebratene Kochbananen kannte der Autor schon, aber das Wurzelgewächs Yams, das der Kartoffel ähnelt, hatte er bisher noch nicht gegessen.
»Mama Comfort«, wie die Besitzerin liebevoll genannt wird, stand zuvor schon vier Jahre in der Mainzer Straße in Neukölln am Herd. Ihren Wunsch nach einem eigenen Restaurant hat sie nie aufgegeben. Nun residiert sie zusammen mit ihrer Schwester in den Räumen des ehemaligen Restaurants »Buschkrug« in Britz. Yam, Yam – Mmh, Mmh weiterlesen

Das Fahrrad trägt ihn weiter

Vierte Folge: Von Vietnam nach Australien

»Vietnam erscheint mir wie eine süße Version von China, die Leute sind nett und haben nicht alles mit Wolkenkratzern und Autobahnen zugebaut. Und da sind Touristen! Zumindest am ersten Tag nach einem ziemlich steilen Anstieg nach Sa Pa. Danach habe ich keine Ausländer mehr gesehen«, erzählt Moritz Ecker, der seit fast einem Jahr mit seinem Fahrrad von Berlin nach Australien unterwegs ist.
Die Überquerung der Grenze zu Laos ruft in Erinnerung, dass dieses Land nicht ganz so frei ist.

Australien, der letzte Kontinent.                                                                                               Foto: Moritz Ecker

Moritz muss für alles mögliche bezahlen, unter anderem verlangen die Grenzbeamten Geld für einen Eintrittstempel nach Thailand, was offensichtlich Betrug ist. Doch es wird schon dunkel und er »will nicht auf einer nicht explodierten Munitionsdeponie in der Nähe der Grenze übernachten«, zahlt die zusätzlichen neun Dollar und sagt nicht auf Wiedersehen. Das Fahrrad trägt ihn weiter weiterlesen

Gesellschaftliche Teilhabe

Lebenshilfe fordert Behindertenvertreter im RBB-Rundfunkrat

Der Lebenshilfe e.V. Landesverband Berlin setzt sich für eine Änderung des RBB-­ Staatsvertrags ein, damit Menschen mit Behinderung künftig mit einem eigenen Sitz im Rundfunkrat vertreten sind.

Auch sie brauchen eine Stimme.                                                                                                                     Foto: fh

Das trifft auf jede Menge Menschen zu, die in Neuköllner Einrichtungen leben oder ein Tagesangebot wahrnehmen. Auch schwerst­behinderte Menschen sollen sich vertreten fühlen. Sie, deren Stimme gerne überhört wird, sollen nun allen anderen Gruppen gleichgesetzt werden.
Christian Specht, Mitglied im Vorstand des Lebenshilfe e.V. Landesverband Berlin und selbst Mensch mit einer Lernbeeinträchtigung, fordert »Auch Menschen mit Behinderung müssen endlich eine Stimme im Rundfunk­rat erhalten«. Gesellschaftliche Teilhabe weiterlesen

Zartes im Körnerpark

Ausstellung von Anne Brannys

Eine Perspektive des Zarten.                                                                                                                        Photo: mr

Anne Brannys hat in ihrer Dissertationsschrift »Eine Enzyklopädie des Zarten« all das versammelt, was sie mit dem Begriff des Zarten verbindet und es aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
In der gleichnamigen Ausstellung in der »Galerie im Körnerpark«, die auf dieser Arbeit basiert, zeigt sie die Widersprüchlichkeit dieses Begriffes. Zart ist eben nicht nur zerbrechlich, es kann auch hart und verletzend sein. Zartes im Körnerpark weiterlesen

Das »LUDWIG« – Ein Ort zum Verweilen und Staunen

»Das Wesen der Dinge« – eine Ausstellung im Fluss

Maurus, der Betreiber des LUDWIG und gleichzeitig Kurator der wechselnden Ausstellungen, die in den großzügigen Räumen gezeigt werden, nennt seinen Ort »neukölln bar – venue – art space«. Mit diesen drei Begriffen wird das Konzept des LUDWIG klar umrissen.

Maurus und eines seiner Werke.                                                                                                      Foto: pr

Maurus: »LUDWIG, Kiez-Kneipe seit 1909, ist eine entspannte, offene und queere Kiez-Bar, in der die unterschiedlichsten Wesen und Dinge aufeinander treffen, sich begegnen, austauschen und kennenlernen können.« Maurus legt gro­ßen Wert darauf, in die Nachbarschaft integriert zu sein, und pflegt daher auch den Kontakt zu den anderen Gewerbetreibenden in seiner Straße. »Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, wo man hingehen kann, wenn man einmal Hilfe benötigt«, sinniert Maurus. Das »LUDWIG« – Ein Ort zum Verweilen und Staunen weiterlesen

Junge Musikerinnen bringen frischen Wind

Talente und Jazzgrößen zum Abschluss der diesjährigen Salonmusik

Die 22 Jahre alte Singer-Songwriterin Elisabeth Mulroy wuchs in Kalifornien in einer Künstlerfamilie auf. Ihre französische Mutter war Tänzerin, der Vater Komponist. Ihre Eltern schickten sie in eine High School mit künstlerischer Ausrichtung. Dort verfeinerte sie ihre gesanglichen Fähigkeiten. Daneben erlernte sie autodidaktisch Gitarre, Ukelele, Bass und Klavier. Nach der Schule verbrachte sie ein Jahr in Kenia, anschließend ging sie nach Paris und schließlich nach Berlin.

Elisabeth Mulroy.                                                                                                                  Foto: Christian Bordeau

Sie begann mit Straßenmusik und wurde alsbald für Clubauftritte engagiert. Neben ihrer Stimme und ihren poetischen Texten fasziniert ihre Beatbox-Technik, das Nachahmen von Trompete und Schlagzeug nur mit der Stimme. Gemeinsam mit dem Gitarristen und Bassisten Wojtek Swieca ist sie am Sonntag, den 4. März im Zitronencafé im Körnerpark, zu hören. Junge Musikerinnen bringen frischen Wind weiterlesen

Die Freiheit des Jazz

Über Großmütter, Wandel und Improvisation

Seine eine Großmutter vererbt ihm, als er sieben Jahre alt ist, eine elektrische Kirchenorgel, mit neun wechselt Markus Deuber zum Klavier. Später will er Rock spielen und bekommt statt des erhofften Schlagzeugs einen E-Bass, bringt sich Riffs von Led Zeppelin bei. Zum Jazz kommt der gebürtige Bad Dürkheimer durch einen Workshop der IG-Jazz Mannheim, der jährlich in der Pfälzer Weingegend stattfindet.

markus Deuber (links) mit »mellum«.                                                                                        Foto: Leon Griese

Beeindruckt von der Freiheit des Jazz, bei dem es oft nur ein kurzes Thema gibt, über das improvisiert wird, kauft er sich mit achtzehn vom Erbe der anderen Großmutter ein Schlagzeug. Er nimmt Unterricht beim Jazz-Pianisten Rainer Böhm, studiert in Dresden Jazz-Klavier und geht für weitere drei Jahre zum Studium ans Konservatorium nach Wien. Die Freiheit des Jazz weiterlesen

Letzte Runde im Netz

Webserie aus dem »Circus Lemke«

»Scotch on the Rocks of Neukölln« lautet der Untertitel einer tief rauch- und dunstgeschwängerten Serie, die seit letztem Herbst das Internet bereichert. Mit trunkenen Tresendramen, -verliebe- und -philosophierereien, wie sie der leidenschaftliche Kneipengänger gerade auch in Neukölln kennt und schätzt. Fast wie im richtigen Leben.
Die letzte Runde, »The Last Order« lautet der Titel der Serie aus sieben Kurzepisoden, die durchweg in der Bar »Circus Lemke« in der Selchower Straße 31 gedreht wurde. Auf deren 50 Quadratmetern wurde im letzten Frühling 30 Tage lang täglich von 7 bis 17 Uhr vom Mini-Team der beiden Filmemacher Julia Hertäg und Henning Röhrborn gedreht und cineastisch tiefe Nacht herbeigezaubert. Letzte Runde im Netz weiterlesen

Derbysieg als Starthilfe?

Die Rückrunde hat begonnen

Kaum hat die Rückrunde der Berlin-Liga begonnen, steht Anfang März auch schon wieder das Neukölln-Derby auf dem Programm.

Abschied von Coach Mario Reichel.                                                                                    Foto: Hagen Nickelé

Wer sich jetzt wundern sollte: das liegt daran, dass die Abfolge der Spieltage des ersten Halbjahrs in der Rückserie nicht genau wiederholt wird. Also: Am Sonntag, 4. März, treffen der »SV Tasmania« und der »TSV Rudow« im »Werner-Seelenbinder-Sportpark« an der Oderstraße aufeinander – obwohl erst sieben Spiele seit dem Hinspiel absolviert wurden. Und dass das Hinspiel noch nicht so lange her ist, erhöht den Reiz diesmal besonders – denn speziell die Tasmanen haben die 0:3-Pleite in Rudow noch (un)gut in Erinnerung. Damals wurde den Blau-Weiß-Roten ein mögliches Führungstor wegen Abseitsposition aberkannt – eine Fehlentscheidung. Doch dass der vermeintliche Favorit sich in der zweiten Halbzeit von den Rudowern eiskalt auskontern ließ, dafür konnte man sich getrost an die eigene Nase fassen. Derbysieg als Starthilfe? weiterlesen

Sauer macht lustig zur Fastenzeit

Sauerampfer

Der Sauerampfer (Rumex acetosa) steht das halbe Jahr auf allen Wiesen. Nehmt aber bitte nur frische Blätter ohne braune Stellen. Er wird bis zu einem Meter hoch. Im Frühjahr ist er eine sehr gute würzige Ergänzung zu einem Wild-Salat. Später im Jahr kann er, ähnlich wie Giersch und Spinat, als Gemüse gekocht werden. Des weiteren schmeckt er auch lecker als cremige Suppe, und natürlich geht »Frankfurter grüne Soße« nicht ohne Sauerampfer.

Sauerampfer.                                                                                                                     Historische Zeichung

Sauer macht lustig zur Fastenzeit weiterlesen

Basteln mit Rolf

Ostereier zum 1. April

Ostern fällt diesmal auf den 1. April und ist damit zu früh für die Aprilausgabe. Deshalb schon jetzt meine Osterbastelei.

Benötigt wird ein Eierkarton, buntes Papier, wer hat, Federn, Klebstoff, ein Filzstift, eine Schere und, wie immer: Luuust zum Pfriemeln.
Aus dem Eierkarton wird eine der Mulden mit einer sich daran anschließenden Separierspitze so zugeschnitten, dass die Mulde, wie auf dem Bild zu sehen, ein gekochtes Osterei aufnehmen kann. Die Spitze wird zu einem Vogelkopf gestaltet. Mit dem Filzer werden dann die Augen gemalt.
Eigentlich wäre damit ein Oster-Eierbecher schon fertig. Ich habe diesen noch mit Federn und mit zwei Flügeln aus buntem Papier versehen. Ob und wie das Ei behandelt wird, steht jedem frei.
Kiez und Kneipe wünscht schon einmal Frohe Ostern.

rr

Petras Tagebuch

Wer ist ein Berliner?

In dieser Wahnsinnskälte, die in den letzten Tagen herrschte, als Ostwind die Marktstände auf dem Kranoldplatz zerzauste, beob­achtete ich eine Dame, die um Unterschriften warb. Es ging um das Volksbegehren »Berliner Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus«.
Ein mühsames Unterfangen auf einem Markt, der nur zum Teil von Alt-Neuköllnern besucht wird. Die meisten Kunden auf dem Markt sind jedoch neu Hinzugezogene. Petras Tagebuch weiterlesen

Wieder und wieder wiederholt sich Geschichte

Verlorene Kinder versuchen zu überleben.                                                                    Foto:Matthias Heyde

Die Konstruktion eines Hauses aus wenigen Balken, Wände aus durchscheinendem Stoff, kein Dach, doch ein paar Möbel – aus einem Grammophon ertönt leise die Ouvertüre aus Humperdincks Oper »Hänsel und Gretel«, schwillt an und wird mehr und mehr überlagert von sich näherndem Kanonendonner. Nach und nach kriechen sieben Schwestern aus ihren Verstecken unter Tischen, Schränken und Sesseln hervor.
Das Musiktheater »Wolfskinder« in der Neuköllner Oper bewegt schon in den ersten Minuten. Es ist eine Verwebung der humper­dinckschen Oper mit der Situation der so genannten »Wolfskinder« nach dem zweiten Weltkrieg. Beide Geschichten handeln von Heimat- und Elternlosigkeit. Hänsel und Gretel werden in den Wald geschickt weil die Eltern zu arm sind, und tausende Kinder irren in den Hungerjahren nach dem zweiten Weltkrieg auf der Suche nach Essen und einer warmen Bleibe zwischen Ostpreussen und Litauen umher. Wieder und wieder wiederholt sich Geschichte weiterlesen

Brand bei Bading – Musik spielt weiter

In der Silvesternacht ging die Musikalienhandlung »Bading« in Flammen auf. Eine Gruppe von Menschen warf mutwillig Raketen in die Geschäftsräume.
»Bading« ist eine Neuköllner Institution. 1919 wurde sie von Erich Otto Bading eröffnet. Seine heute 94-jährige Tochter und deren 84-jährige Schwägerin führen das Unternehmen.
Die Betroffenheit der Neuköllner wandelte sich schnell in eine kieztypische Solidar­aktion. Es wurden Geldspenden und Arbeitsleistung angeboten, damit das Musikhaus wieder eröffnet werden kann.
Die beiden Betreiberinnen waren sehr berührt von der gro­ßen Anteilnahme und Hilfsbereitschaft. Allerdings erklärten sie, sie hätten schon Kriege überlebt, da wäre es ihnen peinlich, Hilfe anzunehmen. Sie wollen das ehrwürdige Musikgeschäft selbstständig wieder aufbauen. Der Termin ist für den Sommer dieses Jahres geplant.

Petra Roß & Josephine Raab

AfD erklärt BVV den Krieg

Füßchenstampfende Bezirksverordnete legen den Politikbetrieb lahm

Üblicherweise erfolgen Abstimmungen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) per Handzeichen. Viele Themen werden überdies bereits in den zuständigen Ausschüssen behandelt und beschlossen. Sie landen auf einer Konsensliste und werden in der BVV im Schnellverfahren abgestimmt.
In der BVV vom 24. Januar verweigerte sich die Fraktion der AfD diesem Procedere. Sie war sauer, weil ihr Fraktionsvorsitzender Andreas Lüdecke in der Dezembersitzung wegen ungebührlichen Benehmens des Saales verwiesen worden war. Er hatte Verordneten vorgeworfen, sie würden linke und islamistische Extremisten aktiv schützen, und sich damit einer »Mittäterschaft« schuldig machen. Mehrere Aufforderungen, sich in seiner Wortwahl zu mäßigen, ignorierte er, denn das hält er für »Meinungszensur«.Darüber hinaus behauptet er, »dass andere aufgrund von Fraktionszwängen sich daran gehindert sehen, so abzustimmen, wie sie das für richtig halten.«
Als »Gegenmaßnahme« beantragte die AfD daher für mehrere Abstimmungen jeweils eine geheime Abstimmung.
Diese Prozedur nimmt geraume Zeit in Anspruch, weil jedes BVV-Mitglied namentlich aufgerufen wird, einen Stimmzettel ausgehändigt bekommt und den dann in einer Wahlkabine ausfüllt. Anschließend wird ausgezählt. Was damit tatsächlich bezweckt wurde, verdeutlicht ein Tweet der Ex-AfD-Verordneten Anne Zielisch, heute fraktionslos: »Die Geschäftsordnung bietet zahlreiche Möglichkeiten, den Betrieb lahmzulegen, solange bei der AfD andere Maßstäbe angelegt werden als bei den Altparteien. Geheime Abstimmung in der bvvnk. Wer Krieg haben will, kann Krieg kriegen.« AfD erklärt BVV den Krieg weiterlesen

AfD verweigert Politik für Neukölln

Pressemitteilung der BVV-Fraktionen

Bei der Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln hat die AfD-Fraktion wiederholt Beratungen zu aktuellen Themen blockiert.
Heute wird dies auf die Spitze getrieben, da die AfD geheime und zeitraubende Abstimmungen zu Formalfragen provoziert. Damit verhindert die AfD Debatten zu wichtigen Themen der Neuköllnerinnen und Neuköllner und beweist erneut, dass sie kein Interesse an echter Sachpolitik hat.

Verantwortlich für den Inhalt:
SPD-Fraktion, Martin Hikel (spd@bezirksamt-neukölln.de)
CDU-Fraktion, Gerrit Kringel (info@cdu-fraktion-neukoelln.de)
Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Szczepanski (fraktion@gruene-neukoelln.de)
Fraktion DIE LINKE, Thomas Liecher (thomas.licher@die-linke-neukoelln.de)
Gruppe der FDP, Franz Wittke (franz.wittke@fdp-berlin.de)

Bernward Eberenz berichtet über seine Arbeit

Natur und Umwelt-Stadtrat im Gespräch mit Kiez und Kneipe

Der Neuköllner Stadtrat Bernward Eberenz ist zuständig für die Abteilung Umwelt und Natur im Bezirk und hat den kleinsten Verantwortungsbereich aller Stadträte. Das ehemalige AfD-Mitglied ist am 25. Januar 2017 in das Amt gewählt worden und während des Bundestagswahlkampfes im September letzten Jahres aus der Partei ausgetreten. Er ist der einzige parteilose Stadtrat im Bezirksamt.
Seinen Aufgabenbereich nimmt Eberenz sehr ernst. »Auf den ersten Blick widersprechen sich Natur und Kultur«, so der Stadtrat. Bei genauer Betrachtung jedoch müssten sie sich ergänzen. Tatsächlich verlören die Menschen aber den Blick für die Natur und würden sich so ihre eigene Lebensgrundlage entziehen. Es ginge nicht, dass Natur nur für landwirtschaftliche Zwecke ausgenutzt würde. Der Mensch habe auch die Aufgabe, die Natur zu pflegen, damit Mensch und Natur im Einklang stehen können. Ein simples Beispiel dafür ist die jahrtausendealte Gartenkultur, bei der Menschen Natur kultivieren. Bernward Eberenz berichtet über seine Arbeit weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

Nr. 27 – Freitag,  1. Februar 1918
Die Ausstandsbewegung. Der verbotene Arbeiterrat. Das Oberkommando in den Marken erläßt folgende Bekanntmachung: »Aus den Meldungen über den Verlauf der gegenwärtigen Streikbewegung in Großberlin habe ich ersehen, daß sich ein Ausschuß der Ausständigen unter dem Namen »Arbeiterrat« gebildet hat, um die einheitliche Leitung des Streiks in die Hand zu nehmen. Die Ausstandsbewegung, die unter Mißachtung gesetzlicher Bestimmungen ins Leben getreten ist, gefährdet die öffentliche Sicherheit. Auf Grund des § 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand löse ich hiermit den genannten Ausschuß auf und verbiete ihm jedes weitere Zusammentreten. Gleichzeitig verbiete ich jede Bildung irgend einer neuen Vereinigung zur Leitung der gegenwärtigen Streikbewegung. Der Oberbefehlhaber in den Marken, von Kessel, Generaloberst.«
Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Über Dorfcharakter und 91 Ausstellungen

Der Rudower Heimatverein

Kein Ortsteil hat sich seinen ehemaligen Dorfcharakter so bewahren können wie der südlichste Teil Neuköllns – Rudow. Neben einer Freiwilligen Feuerwehr, einem Schützen- und Reiterverein und einem immer noch aktiven Bauernbetrieb gibt es, wenn auch erst seit 1987, einen sehr umtriebigen Heimatverein. Sieben engagierte Rudower Bürger haben ihn vor 30 Jahren gegründet, und seitdem ist er als ortstypisch feste Größe anerkannt. Selbstbewusst versteht er sich als eine »Insel ehrenamtlicher Tätigkeit«, um Rudower Historie aufzuspüren, zu komplettieren und dann in wechselnden Ausstellungen allen dies zu präsentieren.

Die Tür ist geöffnet. Hereinspaziert!                                                                                                              Foto: rr

Wie Britz und Buckow kam auch Rudow erst 1920 zu Groß-Berlin, nur blieb es bis etwa 1950 eigentlich nur ein Dorf, wie vor den Toren der Großstadt. Ab da drohte langsam der typische Dorfcharakter zu verschwinden, was auch dem vermehrten Zuzug und dem stetig wachsenden Verkehr zuzurechnen ist. Ob eine für den Ortskern erlassene Erhaltensverordnung (ab 2008) auf Dauer das wirksam verhindern kann, bleibt zu hoffen. Über Dorfcharakter und 91 Ausstellungen weiterlesen

Wohlfühlen unter Rixdorfs Palmen

Frische Geschmackskontraste vis à vis vom Comeniusgarten

An einer der schönsten Ecken des Böhmischen Dorfs, im Augenwinkel der Statue Friedrich Wilhelms I., lag rund 15 Jahre das Kneipenleben brach. Seit Dezember belebt das Allroundlokal »Paulinski Palme« mit professionellem, aber unkompliziertem Geschick das Juweleck.

NICHT auf, in die Palme!                                                                                                                                    Foto: pr

Die Betreiber Paul Adam (zuvor im »Reinstoff«) und Max Schippmann, Spitzname »Linski«, (zuvor im »Katerschmaus«) machten sich die Namensfindung leicht, die Lektüre eines Connie-Palmen-Buchs machte es dann komplett, und so wurde das Konzept, das Frühstück, Brunch, Bistro, Bar und Abendrestaurant unter ein Dach bringt, flott benamt. Und verbreitet, wie die Berliner Speise- und Getränkekarten-Titelbilder, einen Hauch 20er-Jahre. Wohlfühlen unter Rixdorfs Palmen weiterlesen

Ötzi wäre stolz

Gastautor Tim Hofmann ließ im »19:28 Tattoo Club« seinen Körper verschönern

Surrende Maschinen und Heavy-Metal-Musik erfüllen den Raum. Auf der schwarzen Wand steht in weißen Lettern »You shall not make any cuttings in your flesh for the dead, or print marks upon you: I am the lord«, ein Satz aus der Bibel.
Ich strecke mich bäuchlings auf einer Liege aus, über mich ein Mann gebeugt. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, ein dicker, schwarzer Querstrich über Nase und Backen tätowiert. Er wird sieben Nadeln immer wieder per Hand in meinen Rücken stechen.

Feine Nadelkunst.                                                                                                                                                  Foto: pr

Was sich anhört wie ein satanistisches Opferritual, ist für Benjamin eher das Gegenteil. »Für mich ist Handpoking fast schon meditativ«, sinniert er. Handpoking, auch »Stick and Poke« genannt, bedeutet, Tattoos ohne Maschine, nur mit mehreren verbundenen Nadeln, zu stechen. Ötzi wäre stolz weiterlesen

Spurensuche im Nebel der Geschichte

Ausstellung »Nebeltage« im Museum Neukölln

Vor 70 Jahren, am 24. Juni 1948, begann die Berliner Luftbrücke, die bis zum 12. Mai 1949 die abgeriegelte Stadt mit dem Lebensnotwendigsten versorgte. Der Flughafen Tempelhof war einer der Orte, an denen im Minutentakt die Transportflugzeuge landeten und starteten.

Rosinenbomber und Dagmar Gester.                                                                                                          Foto: mr

Die Fotografin und Journalistin Dagmar Gester hat sich auf die Suche nach den Spuren begeben, die wechselnde Nutzungen auf dem Tempelhofer Feld hinterlassen haben und nach dem, was von dieser Geschichte und der ursprünglichen Funktion des Areals noch zu spüren ist.
»Nebeltage. 70 Jahre nach der Berliner Luftbrücke« heißt die Ausstellung, die am 19. Januar im Museum Neukölln eröffnete und bis zum 15. April zu sehen ist. Spurensuche im Nebel der Geschichte weiterlesen

Der Dialog der Betrachtung

Anaïs Edely schult die Wahrnehmung in Zeichen-Workshops

Gerade ist sie aus Marokko zurückgekommen, doch Urlaub anderswo ist bei Anaïs Edely nicht einfach nur Wegfahren und am Strand liegen – ob auf den Philippinen, in der Ukraine, in den Niederlanden – sie verknüpft ihre Reisen immer mit einem Projekt.

Druck.                                                                                                                                                            © Anaïs Edely

Sie ist vor zehn Jahren aus Frankreich nach Deutschland gezogen und lebt als Zeichnerin und Grafikerin in Neukölln. Für sie sind die Workshops, die sie auf ihren Reisen in Schulen und anderen Institutionen gibt, eine Art anzukommen und nicht nur Touristin zu bleiben, sondern direkt »mit den Menschen vor Ort zusammen zu arbeiten, Erfahrungen zu teilen und einen kreativen Austausch entstehen zu lassen«. Der Dialog der Betrachtung weiterlesen

Strukturen

Malerei von Dagmar Stade-Schmidt

Vieles ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen, aber der lohnt sich. Die Bilder der Malerin Dagmar Stade-Schmidt sind reduziert auf das Wesentliche: Struktur und Farbe. »Strukturen« heißt daher auch der Titel der Ausstellung, die derzeit im Foyer der Gemeinschaftshauses Gropiusstadt zu sehen ist.

                                                                                                                                                                                       Foto:mr

Die großformatigen Gemälde, bestehen aus vielen Farbschichten, sind mehr geformt als gemalt. Die relief­artigen Oberflächen erzeugen den Eindruck von Tiefe und Bewegung. Und bei näherem Hinsehen ergeben diese Strukturen dann auch einen Sinn, sind Landschaften, Bäume, Häuser, Silhouetten von Menschen zu erkennen.
Die Bilder sind im Laufe vieler Jahre und aus Eindrücken von vielen Reisen entstanden. Steinformationen eines Tagebaus in der Lausitz finden sich neben Feuerbergen auf Lanzarote oder der Brandung eines Meeres.

mr
Die Ausstellung ist noch bis zum 17. März zu sehen
Gemeinschaftshaus Gropiusstadt – Foyer, Bat Yam Platz 1

Neuköllner Kunstpreis

Preisgelder für Claudia von Funcke, Regina Weiss und Doro Zinn

»Kunst und Neukölln gehören zusammen«, sagte Bezirksstadtrat Jochen Biedermann in seinem Grußwort zur Verleihung des Neuköllner Kunstpreises am 20. Januar im »Heimathafen«. Dieser Preis wurde 2017 vom Kulturnetzwerk in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kultur des Bezirksamtes Neukölln ins Leben gerufen, um der bildenden Kunst aus dem Bezirk und auch den hier lebenden und arbeitenden Künstlern Aufmerksamkeit zu verschaffen. Bewerben konnten sich alle Künstler, die einen Atelierstandort in Neukölln haben.

Die Gewinnerinnen.                                                                                                                                              Foto:mr

Eine unabhängige Jury, der unter anderen Dorothee Bienert, Leiterin der kommunalen Galerien Neuköllns, Andreas Fiedler, Künstlerischer Leiter des »Kindl-Zentrums« für zeitgenössische Kunst, Rainer Traube, Kulturchef der Deutschen Welle Berlin, und Martin Steffens vom »Kulturnetzwerk Neukölln« angehörten, hatte aus rund 90 Bewerbungen vorab zehn Kunstschaffende nominiert. Neuköllner Kunstpreis weiterlesen

Salonmusik im Zitronencafé – Zum Zuhören und Genießen

Virtuose Gitarristen und ungewöhnliche Duos

Mit stimmungsvollem, authentischem Blues startete die Salonmusik am 21. Januar in die neue Saison. Der Gitarrist und Sänger JZ James spielte eigene Songs, in denen er Eindrücke seiner Weltreise verarbeitete. Ideen dazu bekam er nicht nur in der Heimat des Blues, in den USA, sondern auch in den Armenvierteln von Neu-Delhi, in Bangkok, Hanoi und Neuseeland.

TablaScoop.                                                                                                                                                              Foto: pr

Am 4. Februar steht südamerikanische Musik auf dem Programm. Die Sängerin Luise Bestehorn hat für ihr Trio zwei feurige und virtuose Gitarristen engagiert, den Chilenen Rodrigo Santa Maria und den Mexikaner Eric Trejo. Salonmusik im Zitronencafé – Zum Zuhören und Genießen weiterlesen

Hoch hinaus

Die deutsche Tower-Run Saison startet mit 29 Stockwerken

Das neue Jahr begann sportlich. Am 14. Januar fiel der Startschuss zum »Tower-Run« in Berlins höchstem Wohnhaus, dem IDEAL-Hochhaus in der Gropiusstadt. Dabei hatten die Teilnehmer nach einem Warmlaufen über 400 Meter rund um das Hochhaus 465 Stufen bis zum Ziel in der 29. Etage zu bewältigen.

Start mit 30 Kilo im Gepäck.                                                                                                                           Foto: mr

Die vom »TUS Neukölln« gemeinsam mit der Baugenossenschaft IDEAL und der SPD Neukölln organisierte Veranstaltung fand bereits zum 18. Mal statt. Sie ist damit eine der traditionsreichsten Treppenlauf-Veranstaltungen Deutschlands und Bestandteil der Serie »Deutscher Towerrunning Cup 2018« sowie der Premium Races 2018 der World-TowerRun-Serie.
Bei kühlen Null Grad gingen rund 200 Läuferinnen und Läufer aus dem gesamten Bundesgebiet im Alter zwischen 17 und über 70 Jahren an den Start. Hoch hinaus weiterlesen

»buntkicktgut«

Sport für Fairness und Toleranz

Fast unbeachtet hat sich in der Neckarstraße 5 vor genau fünf Jahren ein interkulturelles Integrationsprojekt niedergelassen. Das will erreichen, dass über Fußball, der weltweit wichtigsten Freizeitbeschäftigung, junge Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen sich bei Wettkämpfen gemeinsam und gewaltfrei begegnen.

Team Konrad und Rouven.                                                                                                                                 Foto: rr

Die Idee dazu entstand schon 1997 in München. Aus einer Betreuungsarbeit von Kindern und Jugendlichen, die aus Gemeinschaftsunterkünften für Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber kamen, erwuchs »bunt­kicktgut«, inzwischen eine professionelle Organisation. Ihre interkulturellen Aktivitäten gewannen schon mehrfach Preise, und in München konnte der Fußballprofi Jerome Boateng sogar als Schirmherr gewonnen werden. »buntkicktgut« weiterlesen

Rosmarin

Eine Pflanze erzählt von Liebe und Erinnerung

Der Rosmarin stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird inzwischen aber auch hierzulande gern angebaut.
Er gehört seit eh und je zu den heilsamen Pflanzen. Bereits Dioscurides kannte seine erwärmende Wirkung. Er war der Göttin Aphrodite geweiht und symbolisierte Liebe und Schönheit. In Deutschland trugen Bräute lange Zeit einen Rosmarinkranz. Die Pflanze symbolisierte aber auch das Gedenken an die Toten. Den Ägyptern versüßte ihr Duft die Reise in das Land der unsterblichen Seelen.

Rosmarin.                Historische Zeichung

In Nordneukölln hat er sich auf dem Richardplatz und im Comeniusgarten angesiedelt. Rosmarin weiterlesen

Basteln mit Rolf

Kauzige Kronkorkenkerle

Am 14. Februar ist Aschermittwoch. Benö­tigt werden: Kronkorken, Draht, (farbiger), Heißkleber, eine Ahle, ein Lötkolben und Zinn, ein Seitenschneider, Zangen und, wie immer, Lust zum Pfriemeln.

PICT4924.JPG

Zwei zusammengedrehte Drähte bilden die Arme und Beine. Ihre umgebogenen Enden werden zu zwei Zehen beziehungsweise Fingern. Zwei V-förmige Drahtstücke ergänzen die Hand- und Fußglieder und werden angelötet. Zwei Löcher in jeder Deckelhälfte sind für die »Beine« oder die Stiel-Augen. Die »Arme« kommen zwischen die Deckel.
Eine Schlaufe wird zum Auge, mit transparentem H-Kleber gefüllt. Schwarz ist für die Pupillen und hält alles zusammen. Die Lippen sind roter H-Kleber. Nur zufällig halten die Kerle ihre Hände so, wie die berühmten drei Affen.

rr

Petras Tagebuch

Die Frage nach dem erlaubten Wappen

Als Herausgeberin der Kiez und Kneipe erlebe ich manchmal schon, wie sich Dinge völlig überraschend entwickeln können. In den letzten Ausgaben im Dezember und Januar schlich sich bei den Anzeigen ein Fehler ein. Die Anzeige von Fritz Felgentreu »Fritz bringt Neukölln in den Bundestag« war fälschlicherweise mit dem Neuköllner Wappen ausgestattet.
Dies nahm der Stadtrat für Jugend und Gesundheit, Falko Liecke, zum Anlass, Felgentreu wegen des Tragens des Wappens anzuzeigen, denn die Verwendung von Hoheitszeichen ist nur den jeweiligen staatlichen Stellen vorbehalten. Petras Tagebuch weiterlesen

Ganz hoch hinaus

Modell vom ESTREL–Tower                                                                                                                               .Foto:pr

Neues Wahrzeichen für Neukölln

Der ESTREL–Tower kommt: Neukölln schafft Voraussetzung für Berlins höchstes Wohngebäude.
Der ESTREL–Tower kann kommen – den Weg für den Neubau gegenüber dem ESTREL–Hotel Berlin an der Sonnenallee hat der Bezirk Neukölln frei gemacht. Ein entsprechender Bebauungsplan wurde von der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung am 13. Dezember beschlossen (Bebauungsplan XIV-245ba-1). Mit Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt tritt der Bebauungsplan in Kraft – dies sollte noch in 2017 erfolgen.
Die neuen Gebäude des ESTREL–Towers schließen sich südlich der Sonnenallee an das bestehende ESTREL–Hotel an. Um den Neubau zu ermöglichen, musste die erlaubte maximale Bauhöhe von 75 Metern auf dem Gelände erhöht werden. Der geplante Hotelturm wird mit 175 Metern Berlins höchstes Wohngebäude. Eingerahmt wird er von einem 55 Meter hohen Büroturm, einem Gebäudekomplex für Veranstaltungen und Events und dem Parkhaus. Um 814 Zimmer soll das ES­TREL–Hotel, schon jetzt Europas größtes Kongresszentrum, damit vergrößert werden.
Im Oktober 2013 fand ein Realisierungswettbewerb statt, bei dem das Konzept des Büros »Barkow Leibinger« mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Ganz hoch hinaus weiterlesen

Katastrophe oder Wandel

Glück gehabt: die »Schilleria« ist der Verdrängung nochmal von der Schippe gesprungen. Das lag vor allem daran, dass der Eigentümer eine reale Person ist, mit der man reden konnte. Eine Fondsgesellschaft hat wohl kaum ein soziales Bewusstsein. Und auf dem freien Wohnungsmarkt ist wenig Platz für Freiräume für Jugendliche aus prekären Verhältnissen.
Dass nun immer wieder Lösungen auf Zeit gefunden werden, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vor einer massiven Veränderung im Kiez stehen. Ähnlich wie beim Klimawandel sollte eher von einer »Kiez­katastrophe« als von Wandel gesprochen werden. Neukölln wird nämlich nicht nur langweilig, wenn »Schilleria« & Co. weichen müssen, es wird auch sozial zerrüttet, gespalten und schlicht nicht mehr lebenswert sein.
Es ist schon ein Wahnsinn, dass wir uns jedes Jahr aufs neue fragen müssen: Wem gehört die Stadt?

Jana Treffle

In der BVV knallen Türen

Hitzige Diskussionen über Rechts- und Linksextremismus

Bei einer Demonstration in Neukölln im Dezember 2017, die sich gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump richtete, wurde eine Fahne mit einem Davidstern verbrannt. Aus diesem Grund brachte die SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 13. Dezember eine Entschließung ein, in der es hieß: »Wer durch das Verbrennen von Fahnen Hass sät und radikales Gedankengut verbreitet, missbraucht unser hohes Gut der freien Meinungsäußerung und agiert antisemitisch und rassistisch. Die Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln verurteilt, auch hinsichtlich unserer Partnerstadt Bat Yam in Israel, diese Tat aufs Schärfste.« Diese Entschließung wurde einstimmig angenommen. In der BVV knallen Türen weiterlesen

Teure neue Heimat

Tempohomes auf dem Flughafengelände eröffnet

Ein eisiger Wind fegt vom Tempelhofer Feld durch die langen Reihen der Container. Dazwischen laufen Grüppchen von Schaulustigen, die sich immer wieder vor einzelnen Containern ballen. Am 3. Dezember ist Tag der offenen Tür im »Tempohome« auf dem Vorfeld des Flughafens Tempelhof. Vor der Eröffnung dürfen sich interessierte Bürger in der neuen Flüchtlingsunterkunft umsehen.

Container statt Turnhallen.                                                                                                                              Foto: mr

Rund 17 Millionen Euro hat die großzügig gestaltete Anlage gekostet. Im Zentrum gibt es eine Sonnenterrasse, daneben Spielplätze, Basketballfelder, Raucher­ecken unter Bäumen, die in Kübeln stehen, weil auf dem Vorfeld aus Denkmalschutzgründen der Boden nicht aufgegraben werden darf. Aus diesem Grund verlaufen auch alle Strom- und Wasserleitungen oberirdisch. Damit nichts einfriert, werden sie beheizt. Viel Platz ist auch für Gemeinschaftsflächen vorgesehen. Neben Schulungsräumen für Nachhilfe und Sprachkurse will die Betreiberfirma »Tamaja Berlin GmbH«, die bereits die Notunterkunft in den Hangars betreute, ein Café einrichten, einen Frauentreff und ein Jugendzentrum. Teure neue Heimat weiterlesen

Weigandufer als Fahrradstraße in Planung

Anwohner diskutieren über Möglichkeiten

Der Weichselplatz ist fertig, jetzt wird die Sanierung des anschließenden Weigandufers und des Wildenbruchplatzes in Angriff genommen. Erste Entwürfe dazu wurden am 18. Dezember letzten Jahres vom ausführenden Büro »Freie Planungsgruppe Berlin« (FPB) vorgestellt.

Zukünftiges Strandcafé?                                                                                                                                   Foto: mr

Rund 60 Interessierte waren in die Quartiershalle im Campus Rütli gekommen und nahmen die Gelegenheit wahr, sich über die Planungen zu informieren und ihre Meinung einzubringen.
Die Neugestaltung soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Angefangen wird voraussichtlich im Herbst 2018 mit dem Abschnitt zwischen Fulda- und Wildenbruchstraße, ab Sommer 2019 folgt dann das Teilstück zwischen Wildenbruch- und Innstraße. Weigandufer als Fahrradstraße in Planung weiterlesen

von Neuköllnern für Neuköllner