Immer wieder sonntags bleibt der Späti zu

Späti
Spätibesuch von grünen Damen.                                                                                                                                      Foto: mr

Parteien suchen Möglichkeiten für flexiblere Sonntagsöffnungszeiten

Was Tankstellen dürfen, ist für Spätis verboten: die Sonntagsöffnung. Lange haben die Ämter weggeschaut, aber in jüngerer Zeit wird besonders in Neukölln strenger kontrolliert, den Betreibern drohen hohe Strafen. Für viele Späti-Inhaber ist das existenzbedrohend, denn der Sonntag ist ihr umsatzstärkster Tag.
Alper Baba, Vorsitzender des »Späti e.V.« mit rund 50 Mitgliedern, fordert: »Wir wollen ein freies Verkaufsrecht an Sonn- und Feiertagen und damit dieselben Rechte wie Bäckereien und Tankstellen.«
Unterstützt werden sie dabei besonders von den Grünen. Am 3. Juni waren die beiden Abgeordneten Anja Kofbinger aus Neukölln und Ramona Pop, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Abgeordnetenhaus, auf Späti-Tour durch Neukölln. Immer wieder sonntags bleibt der Späti zu weiterlesen

Mit Rückenwind

Der »Rückenwind e.V.« hat für seine Arbeit allen Respekt verdient. Flüchtlinge reparieren unter fachlicher Anleitung Schrotträder, die sie dann behalten dürfen. Das Projekt ist in der Startphase fremdfinanziert worden.
Das soll in Zukunft anders werden. Der Ansatz des Vereins, sich von Fremdmitteln frei zu machen, ist ambitioniert und könnte mit guten Produkten und einem intelligenten Marketing funktionieren. Sie wollen mit Flüchtlingen zusammen Räder reparieren, die dann verkauft werden. Mehr Wertschätzung der Studenten und der Flüchtlinge wäre damit garantiert.
Damit schlagen sie dem Ehrenamt ein Schnippchen. Sie haben ihr anfängliches unentgeltliches Engagement so ernst genommen, dass sie nun auch davon leben möchten. Sie möchten nicht nur die Politik überholen – das machen die Berliner schon lange. Sie wollen wirtschaftliche Anerkennung und kein Politikergeschwafel von wegen, wie wichtig das Ehrenamt sei. Ein Ehrenamt, auf dem der Staat sich letztlich nur ausruht.

Petra Roß

Abschiebung für eine Klassenbeste

Bürokratie wider Menschlichkeit – BVV debattiert über die Berliner Abschiebepraxis

Ayla ist sieben Jahre alt und Klassenbeste in ihrer Grundschule. Ihre beiden jüngeren Geschwister besuchen eine Kita. Die Eltern stammen aus Aserbaidschan, einem Land, in dem seit Jahren ein Bürgerkrieg um die abtrünnige Region Berg-Karabach tobt, und leben seit 16 Jahren in Berlin. Die Kinder wurden in Neukölln geboren. Dennoch war die Familie bislang nur geduldet. Jetzt soll sie abgeschoben werden. Das hat Innensenator Henkel (CDU) gegen die Empfehlung der Härtefallkommission entschieden. Das Problem: Der Vater hatte bei seiner Einreise falsche Angaben zur Person gemacht. Für die Kinder heißt das: Sie verlieren ihre Heimat und werden in ein Land geschickt, das sie nie zuvor gesehen haben. Abschiebung für eine Klassenbeste weiterlesen

Demokratie macht Arbeit

Volksbegehren bringen Bürgerämter an ihre Grenzen

Über 100.000 Unterschriften in vier Wochen, damit hat der »Volksentscheid Rad« einen Rekord aufgestellt. Und wie Umfragen zeigen, unterstützt die Mehrheit der Berliner, selbst die Autofahrer unter ihnen, eine Verbesserung der Infrastruktur für die Radfahrer.
Jetzt sind der Senat und die Parteien gefordert, diesem Auftrag der Berliner Bürger schnellstmöglich nachzukommen. Rechtlich wären 20.000 Unterschriften innerhalb von sechs Monaten erforderlich gewesen. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat inzwischen den Gesetzesentwurf des Volksentscheides Radverkehr ins Berliner Abgeordnetenhaus eingebracht. Am 8. September wird darüber entschieden.

vor der Autobahn
Alle hoffen auf neue Fahrradwege.                                                                                                                                  Foto: fh

Ganz so weit ist das Volksbegehren »Volksentscheid retten« noch nicht. Nach siebeneinhalb Wochen Sammelzeit fehlen noch rund 10.000 Unterschriften, denn die Initiative will bis Ende des Monats 70.000 Unterstützerunterschriften sammeln, um sicher 50.000 gültige einzureichen. Demokratie macht Arbeit weiterlesen

Politiker zur Wahl

Gediegenes Leben in Britz und Buckow

Zwischen Gärten,Kulturerbe und gestörter Idylle – Der Wahlkreis 4

Der Wahlkreis 4 umfasst Teile von Britz und Buckow­. Auf den ersten Blick ist hier die Welt noch heil. Das Britzer Schloss ist auf jeden Fall eine Besichtigung wert. Das Museum Neukölln ist 2010 vom Norden nach Britz gezogen. Nach anfänglicher Kritik am Umzug entwickelte sich das Museum zum Publikumsmagneten. 2015 wurden dort stolze 22.000 Besucher gezählt. Der Gutshof avancierte zu einem Zentrum für Musik. Hier findet seit Jahren das Jazzfest statt, die »Musikschule Paul Hindemith« hat hier ihre Heimat gefunden.

Schloss
Ein Kleinod in Britz.                                                                                                                                                                     Foto: mr

Die Hufeinsensiedlung, die von dem Architekten Bruno Taut entworfen und 1933 fertiggestellt wurde, gehört zum Weltkulturerbe und ist architektonisch eine Besichtigung unbedingt wert.
In der Späthstraße entstand 2014 eine Flüchtlingsunterkunft. Dort trieben Rechtsradikale ihr Unwesen. Regelmäßige Demonstrationen von Bürgern und den Politikern aller Parteien, die auf dem Boden der Verfassung stehen, machten Front gegen Rassismus und braune Gewalt. Politiker zur Wahl weiterlesen

Tausend Tage Bundestag

Pressefrühstück mit Christina Schwarzer

1000 Tage ist es her, seit Christina Schwarzer (CDU) ihre Tätigkeit als Bundestagsabgeordnete für Neukölln antrat. Um ihre Arbeit vorzustellen, veranstaltete sie am 20. Juni ein Pressefrühstück mit den lokalen Zeitungen.

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Christina Schwarzer.                                                                                                                                                                    Foto: fh

Im Bundestag ist sie Mitglied in den Ausschüssen »Familie, Senioren, Frauen und Jugend« und »Digitale Agenda«. Neben dieser Tätigkeit hat sie nie den Kontakt zu Neukölln verloren. In der Mitte des Bezirks am Britzer Damm hat sie ihr Wahlkreisbüro, das von Montag bis Freitag geöffnet ist. Tausend Tage Bundestag weiterlesen

Keine Kolonialverbrecher auf Straßenschildern

Diskussion um die Umbenennung der Wissmannstraße und Woermannkehre

In Berlin finden sich noch viele Spuren, ob auf Straßenschildern oder Denkmälern, die einen direkten Bezug zur deutschen Kolonialgeschichte haben. Den wenigsten Menschen ist das bewusst, denn es mangelt an Erklärungsschildern.
Wie eine Auseinandersetzung mit dieser Form der öffentlichen Erinnerung aussehen könnte, bei der der Täter und nicht der Millionen Opfer gedacht wird, war Thema des Kiezgespräches »Wissmann & Co. – Vom Versäumnis Neuköllns, sich kritisch mit kolonialen Straßennamen auseinanderzusetzen«, zu dem Susanna Kahlefeld (Grüne) am 22. Juli ins »Café Blume« eingeladen hatte.

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Umbenennung wird schon mal geübt.Foto: pr

Bei vielen der rund 50 Straßennamen mit kolonialem Bezug reiche eine kritische Kommentierung, sagte Christian Kopp von »Berlin Postkolonial e. V.«, einem Verein, der sich um die Aufarbeitung der regionalen Kolonialgeschichte bemüht. Bei anderen Straßen fordert der Verein eine Umbenennung. Das betrifft in Neukölln die Woermannkehre und die Wissmannstraße.

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Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

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Nr. 162 – Donnerstag, 13. Juli 1916
Der Körnerpark. Die verhältnismäßig arme Ausstattung des inneren ältesten Stadtteils Neuköllns mit größeren Erholungsplätzen und Freiflächen ließ bei der Stadtverwaltung schon früh die Erkenntnis reifen, daß man darauf bedacht sein müsse, jede sich etwa bietende Gelegenheit zu ergreifen, um durch Ankauf freien Geländes der Neuköllner Einwohnerschaft die zur Erhaltung ihrer Gesundheit erforderliche Zuführung von Licht und Luft zu gewährleisten. – Als im Jahre 1910 der inzwischen verstorbene Kiesgrubenbesitzer Franz Körner mit einem Verkaufsangebot seines zwischen Waßmannsdorfer, Selke=, Thomas und Schierkestraße belegenen Grundbesitzes an die Stadtgemeinde herantrat, wurde ihrerseits sogleich das Augenmerk darauf gerichtet, dasjenige Gelände, welches nach seinen Bodenverhältnissen die Möglichkeit einer günstigen städtebaulichen Entwicklung bot, einer ungünstigen Aufschließung zu entziehen. Auf dem zwischen Thomas= und Kirchhofstraße liegenden Gelände hatte in den 1880er Jahren eine erhebliche Bodenausbeute (Kiesgruben) stattgefunden, wodurch das nach der Hermannstraße zu höher belegene Gelände von dem nach der Bergstraße zu Abfallenden nahezu abgetrennt war.

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Rückenwind für Flüchtlinge

Drahtesel für Freiheit ohne Fremdfinanzierung

Mit Schwung und guter Laune ist selbst das Unmögliche zu stemmen. Das bewies der »Rückenwind e.V.«, als er sich im September vergangenen Jahres gründete.

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Anja Kofbinger lobt die aufgeräumte Werkstatt.                                                                                                   Foto:fh

Als die Vielzahl der Flüchtlinge in der Stadt ein noch nie gesehenes bürgerliches Engagement hervorrief, überlegten sich die befreundeten Studenten, die Flüchtlinge mobil zu machen. Sie entwickelten die Idee, eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge einzurichten. In der Lenaustraße 3 sind sie fündig geworden. Rückenwind für Flüchtlinge weiterlesen

Gefährliche Ecke

Tempelhofer Feld – Eingang Oderstraße

Vier Studentinnen der Technischen und Humboldt-Universität Berlin betreuen den nördlichen Eingang zum Tempelhofer Feld an der Herrfurthstraße Ecke Oderstraße. Der kleine Platz davor – eher ein breiter Bürgersteig – soll im kommenden Jahr mit Mitteln aus »Stadtumbau West« durch das Grünflächenamt vor allem in verkehrstechnischer Hinsicht umgestaltet werden, da er den Anstürmen auf das Feld und dem normalen Querverkehr in seiner heutigen Form nicht gewachsen ist. Dazu wurde das Projekt »Stadtplatz Oderstraße« gegründet. Die Aufgabe der Studentinnen besteht darin, diese Umgestaltung anzuleiten und eine Handlungsempfehlung zu erstellen.

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Schlaflose Nacht für Berliner Briten

Tränen der Enttäuschung nach dem Brexit

Während es auf der Insel regnet, herrschen in Berlin tropische Temperaturen an diesem geschichtsträchtigen 23. Juni, an dem die Briten über den EU-Verbleib abstimmen. Viele Neuköllner Briten gehen ins »Gift«, um dort dem Abstimmungsergebnis entgegenzufiebern.
»Public Viewing« gibt es aber erst nach Mitternacht. Bis dahin bestimmen lautstarke Diskussionen die Atmosphäre.
Richtig spannend wird es dann um ein Uhr nachts, als die ersten Abstimmungsergebnisse eintrudeln. Alle blicken gespannt auf den Bildschirm, wo die BBC die ersten Ergebnisse bekannt gibt. Gibraltar will in der EU bleiben. Die EU-Ablehnung von Sunderland wird mit lautstarken Buh-Rufen begleitet. Schlaflose Nacht für Berliner Briten weiterlesen

Lauter Eis

Delikatessen aus der Hexenküche

Lauter Eis in Mengen und Qualität braucht der Mensch nicht nur bei heißen Temperaturen, sondern auch zur Pflege der Seele, egal ob Sommer oder Winter. »Lauter Eis« ist dafür eine gute Adresse in Neukölln.

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eisiger Genuss.                                                                                                                                                                                 Foto:fh

Bei den Standardprodukten vom Fruchteis bis hin zum Schokoladeneis sagt Betreiberin Katharina Laute: »Was als erstes geschmeckt wird, soll auch im Nachgang schmecken«. Wie sie das erreicht, gleicht Experimenten in der Versuchsküche. Der Zuckeranteil soll so gering wie möglich gehalten werden, damit der Fruchtgeschmack so intensiv wie möglich zur Geltung kommt. Ganz ohne geht es jedoch nicht, denn der Zucker ist notwendig für die Cremigkeit und Struktur des Eises. Der Fruchtanteil ist innerhalb der Saison frisch vom Markt, außerhalb aus der Tiefkühltruhe und beträgt mindestens 50 Prozent. Lauter Eis weiterlesen

Immer wieder sonnabends

Die Marktbetreiber am Kranoldplatz einigen sich

Als im April klar war, dass der Vintage-Markt DIE FESCHE LOTTE an ausgewählten Sonn­abenden auf dem Kranoldplatz stattfinden wird, war der Ärger bei den Händlern und dem Betreiber des Wochenmarkts DIE DICKE LINDA groß. Sie sind davon ausgegangen, das gesamte Jahr durchgängig jeden Sonnabend diesen Platz inne zu haben. DIE FESCHE LOTTE wollte aber nichts mit dem Verkauf von Lebensmitteln zu tun haben.

Markt
Mal dick mal fesch.                                                                                                                                                                       Foto: fh

DIE FESCHE LOTTE konnte sich behaupten und DIE DICKE LINDA verschob den Markttag ein Mal im Monat auf den Freitag. Der Flop war zu erwarten. Die Händler der DICKEN LINDA klagten über geringen Umsatz. Die Kunden waren irritiert und verpassten den Termin oder konnten ihn nicht wahrnehmen, weil es ihre Berufstätigkeit verhinderte. Immer wieder sonnabends weiterlesen

Eckkneipe 1.0 – einfach aus Daffke

Schnafte Getränke am Herrfurthplatz

Die Kneipe »Zaffke« in Moabit hat sich ein Brüderchen im Schillerkiez gegönnt: das »Daffke«. Gleiches Konzept: das Interieur rustikal bis abgerockt, die Aura betont unambitioniert, die Preise günstig bis angemessen und die Wunschatmosphäre tiefenentspannt. Studierende treffen hier gern auf Alteingesessene oder wer halt durstig vorbeikommt.

Daffke Fenster von außen
KNEIPE. Einfach so.                                                                                                                                                                   Foto: hlb

Die große Schwester in Tiergarten hat sich mit dem Herrfurthplatz ein hübsches Eckchen im Kiez ausgesucht, um dort mit nettem Fens­terausblick eine Eckkneipengeneration und -tradition zu erhalten beziehungsweise weiterzuführen, wo es aufs Wesentliche ankommt. Wo es eine ordentliche Auswahl Kurzer gibt, die gute Drinks ermöglichen. Wo die Musik rockt und der hausgemachte Mexikaner klasse scharf ist. Und wo die Tresenkraft auch mal maulfaul oder launisch sein darf. All das gibt’s im »Daffke«. Das gute Allgäuer »Meckatzer« Helle ist kalt, die Halbe »Gambrinus«-Bier mit 2,50 Euro günstig. Die Sportlichen spielen Billiard, die Raucher entspannen. Zeitloses, lässiges Kneipenleben.
»Aus Daffke« hieß und heißt übrigens so viel wie etwas »aus Jux, einfach so, gerade jetzt, trotzdem« zu machen. Warum nicht?!

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Daffke, Herrfurthplatz 7 Di. – Sa. 20 – 2 Uhr, Facebook: Zaffke

»JAJA« – oui oui zu lebendigem Wein

Kein Hokuspokus im Glas

In vino veritas? Heute längst nicht mehr. Mit Enzymen und Chemie darf ganz legal nachgebessert und an Aromen gebastelt werden, was sich sogar Biowinzer zunutze machen. Selbst bei Demeterweinen sind noch Zusätze wie Zucker erlaubt. Auf dem Etikett müssen jedoch lediglich Sulfite ausgewiesen werden. Der Wunsch nach wahrhaftigem Genuss hat Naturweine daher zu einem der heißesten Gastrotrends gemacht.

Jaja Bar Etienne Julia
EINGESCHENKT: reiner Wein.                                                                                                                                           Foto: hlb

Den greifen im »JAJA« seit Anfang Mai auch die in Norddeutschland geborene Julia Giese und ihr aus der Auvergne stammender Freund Etienne Dodet auf. Zuvor hatten sie in Paris eine Bierbar namens »Udo« und später noch ein Restaurant mit Weinbar, Galerie und Buchladen betrieben. Dort lernten sie die Welt des Naturweins kennen, nahmen Kontakt zu Winzern auf und lernten viel darüber, wie sehr an gängigen Weinen manipuliert und geschummelt wird.
Nach zehn Jahren Paris entschlossen sich Julia und Etienne, nach Berlin zu gehen.

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Mädchen an den Ball

Fußballtag wirbt für Nachwuchs

Der »B.S.V. Grün-Weiß-Neukölln 1950 e. V.« möchte mehr Mädchen für den Fußball begeistern. Daher wird am Samstag, den 9. Juli der erste Neuköllner Mädchenfußballtag veranstaltet. Von 10 bis 16 Uhr können alle Gäste beim Torwandschießen ihr fußballerisches Talent beweisen, am Speedometer die Schussgeschwindigkeit messen lassen und das offizielle DFB-Fußballabzeichen ablegen. Bei Freundschaftsspielen sind die Mädchen der E- sowie D-Jugend in Aktion zu sehen. Die Teilnahme ist kostenlos, für Essen und Trinken ist gesorgt. Mädchen an den Ball weiterlesen

Zeitreise im Galopp

Feierei im schönsten Park Berlins

Die Damen in langen Kleidern, die Herren in Frack und Zylinder – auf der Terrasse vor der Galerie im Körnerpark sah es aus wie vor 100 Jahren, als der Park eröffnet wurde. Beim »Tanz mit Franz« mit Polka, Walzer, Foxtrott und Galopp zu Berliner Gassenhauern begann am 4. Juni das Jubiläum.

Tanz
Prominenz wie anno 1916.Foto: mr

Undenkbar war damals, dass eine Bezirksbürgermeisterin die Gäste begrüßte. Erst im November 1918 erhielten die Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Bis dahin war auch in der Stadtverordnetenversammlung die gängige Anrede: »Sehr geehrte Herren«. Das sagte Franziska Giffey in ihrer Begrüßungsansprache. Was sich seitdem nicht geändert habe, sei die Sorge um die Pflege und den Erhalt der Grünanlagen. Baustadtrat Thomas Blesing meinte dazu, eine der Regeln sollte sein, »was ich mitgebracht habe auch wieder mitzunehmen«. Zeitreise im Galopp weiterlesen

Sehen und gesehen werden

»Jägerporn« im »Raum für drastische Maßnahmen«

Eine Jägerhütte in der Ardèche in Frankreich. Eine Französin, die ihre Kindheit in den Bergen verbringt. In der Hütte treffen sich Jäger zum gemeinsamen Jagen. An der Wand hängen Erotik-Kalender zum Ergötzen. Jäger auf dem Jägerstand – glotzen und jagen. Das Mädchen klappt die Fallen für die Hasen und Füchse zu und singt dabei das französische Kinderlied über das Kaninchen, das am Morgen den Jäger getötet hat.

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Akt im Walde.Foto:                                                                                                                                                                      A. Edely

Anaïs Edely wuchs in den Bergen der Ardèche auf, studierte in Paris und Münster Design und Illustration. Heute lebt sie in Neukölln. Das Beobachten, die Natur und der Körper sind Themen ihrer künstlerischen Arbeit geblieben. Sehen und gesehen werden weiterlesen

Deep in the Heart of Rudow

Countrymusiker »Gibbi« liebt Neukölln

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gitarre und Hut stehen ihm gut.                                                                                                                                           Foto: pr

Schon in frühesten Schöneberger Jugendzeiten sog Stefan alias »Gibbi« den »American Way of Life« in sich auf. So war es auch naheliegend, dass er sich nicht einem der Schöneberger Fußballvereine, sondern dem Football-Team »Berlin Adler« anschloss. Da er aber auch schon immer Musik machte und seine eigenen Songs schrieb, musste er sich für eins von beiden entscheiden, und die Wahl fiel auf die Musik. Deep in the Heart of Rudow weiterlesen

Der Himmel über der Hasenheide

Freiluftkino im Park

Ja, das Wetter war verwirrend in den letzten vier Wochen, mittlerweile ist der Sommer wohl tatsächlich angekommen und somit ist es auch wieder Zeit für das Freiluftkino in der Hasenheide, die Pforten zu öffnen.

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Ein Engel über Berlin.                                                                                                                                                                  Foto: pr

»Raus ins Kino« lautet das Motto, und gezeigt wird ein abwechslungsreiches und breites Programm, bestehend aus den Perlen des Arthouse- sowie Mainstreamkinos des letzten Jahres – darunter auch einige wirklich empfehlenswerte, wie etwa »Victoria« (Regie: Sebastian Schipper), ein vibrierendes Porträt über Berlin, in dem die Stadt über 140 Minuten mit nur einer Kameraeinstellung eingefangen wird. Außerdem der Oscar-nominierte Film »Mustang« (Regie: Deniz Gamze Ergüven), der die Emanzipationsbestrebungen von fünf Schwestern in einem kleinen türkischen Dorf dokumentiert und damit die konservativen Werte der Gesellschaft hinterfragt. Weiterhin wird auch Woody Allens »Irrational Man« mit Joaquin Phoenix gezeigt. Der Himmel über der Hasenheide weiterlesen

Seniorenzentrum im Reuterkiez eröffnet

Politiker versprechenVerantwortlichkeiten zu übernehmen

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Der Schnitt ins Paradies.                                                                                                                                                          Foto: pr

Nachdem der Rollbergkiez seinen Seniorentreff in der Rollbergstraße hat, wurde nun auch in der Reuterstraße das »Seniorenzentrum Reuterkiez« eingeweiht. Am 9. Juni wurde das Band feierlich von der Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey zertrennt. In ihrer Rede betonte Giffey, dass Seniorenprogramme stärker finanziert werden müssten, und sie kam auch nicht mit leeren Händen. Sylvia-Fee Wadehn hatte lange für die Übernahme der Betriebskostenabrechnung durch den Bezirk gekämpft. Die Bürgermeisterin überreichte zu diesem feierlichen Anlass den Bewilligungsbescheid. Seniorenzentrum im Reuterkiez eröffnet weiterlesen

Tagespflege im Richardkiez

»St. Richard« erweitert sein Angebot

Am 25. Juni konnte von 11:00 bis 18:00 Uhr die »Felicitas Tagespflege« und das »Seniorenheim St. Richard« in der Schudomastr. 16 besichtigt werden.
Am 1. Juli öffnet die »Felicitas Tagespflege« ihre Pforten. Täglich werden bis zu 16 Tagespflegegäste betreut. Ein wichtiger Tipp für Angehörige: Bei Bedarf ist auch Ersatzpflege an einzelnen Tagen oder sogar nur stundenweise möglich. Das Pflege- und Betreuungskonzept setzt auf Stärkung der Alltagskompetenz, Erhaltung der Selbständigkeit und Selbstbestimmung, Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft und Verbleib in der eigenen Wohnung. Tagespflege im Richardkiez weiterlesen

Warten an Wegen

Die Wegwarte

In der Botanik heißt sie Zichorie, und das weist schon auf ihre Verwandtschaft mit dem Chicoree hin. Ein anderer Verwandter ist Radiccio. Sie hat viele volkstümliche Namen, in fast jeder Landschaft heißt sie anders. Bekannt geworden ist sie in der Nachkriegszeit als Kaffeeersatz.

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Lässt Jungfrauen träumen.                                                                                          Foto: historisch.

Es ist nicht ganz sicher, ob sie schon im »Capitulare de Villis« von Karl dem Gro­ßen erwähnt wird (Namensähnlichkeiten verschiedener Pflanzen), aber Paracelsus empfiehlt sie bereits als schweißtreibend und später Kneipp bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen. In der Phytotherapie wird sie zur Stimulierung und zur Heilung von Milz, Leber und Galle eingesetzt. Sie wird aber auch zur allgemeinen Reinigung bei Hautkrankheiten und Ekzemen angewendet. Warten an Wegen weiterlesen

Petras Tagebuch

Abschied von England und Wales

Endlich, endlich kam meine Freundin aus London in Berlin an. Sie wollte eigentlich einen Tag früher kommen, der Flug wurde aber spontan gestrichen. Kein Wunder, sie wollte am 25. Juni fliegen, zwei Tage nach der britischen Abstimung, die den Brexit zur Folge hat. Das war dann wohl die erste Reaktion Europas auf die Abstimmung. Es traf viele Briten, denn das Wochenende wird von ihnen gerne genutzt, um mal europäisches Festland zu erleben.
Auf meine Frage, wie denn die Stimmung in London sei, erklärte sie mir voller Entsetzen, dass das große, laute London nach der Wahl in Stille erstarrte.
Bis vor der Wahl lebte ein Mix an Nationen mit- und nebeneinander in friedlicher Koexistenz. Am Tag nach der Wahl hatte sich das Klima schlagartig verändert. Brexitbefürworter beschimpfen nicht britisch aussehende Menschen, fordern sie auf, ihre Sachen zu packen und zu gehen. Petras Tagebuch weiterlesen

Neue Stufen verkürzen Wege

Treppe
Treppauf, Treppab zur Neckarstraße.                                                                                                                             Foto: fh

Feierliche Einweihung der Kindl-Treppe

Feierliche Eröffnung einer Treppe? Das klingt doch etwas merkwürdig. Während anderswo in Deutschland Politiker ein Bändchen durchschneiden, wenn ein Stück Autobahn eröffnet wird, lässt es sich Bezirksbürgermeistern Franziska Giffey nicht nehmen, eine Treppe zu eröffnen.
Die »Kindl-Treppe«, die die Neckar-/Isarstraße mit dem Kindl-Gelände verbindet, ist etwas ganz Besonderes. Auf dem Kindl-Gelände entsteht ein großes Kulturzentrum, das auf diesem Weg leicht zu erreichen ist. Durch den Aufzug neben der Treppe gibt es nun auch einen barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte, Radfahrer und Kinderwagen zu den vielen Läden und Kneipen in der Boddin- und Karl-Marx-Straße, zum Rathaus, zu den Neukölln Arkaden und natürlich zum neuen Kulturzentrum auf dem Kindl-Gelände. Neue Stufen verkürzen Wege weiterlesen

Unterm Hammer

Da dürfen die Neuköllner wirklich Angst bekommen, wenn ein ganzer Häuserblock mit etwa 300 Mietern kurz vor der Zwangsversteigerung mit ungewissem Ausgang steht.
Während der Wowereit-Ära wurde Berlins Tafelsilber in Form von Grundstücken und Wohnungen verkauft. Die Stadt war damals »arm, aber sexy«.
Heute haben wir den Salat: Häuser- und Grundstückspreise explodieren, Mieter sind von Obdachlosigkeit bedroht. Sie suchen nach Lösungen, um in ihren Wohnungen bleiben zu können, obwohl der Anteil der Miete am Einkommen unaufhörlich steigt. Die Regierung sieht zwar nicht ganz tatenlos zu – es gibt immerhin die Mietpreisbremse, aber das reicht nicht.
Bei der Zwangsversteigerung gibt es kein Vorkaufsrecht durch den Senat oder landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Das sollte nun wirklich vom Gesetzgeber geändert werden, sonst ist Berlin bald ein zweites Barcelona, aus dem die Mieter fliehen müssen, weil sie die Mieten nicht mehr zahlen können.

Petra Roß

Ein ganzer Häuserblock wird zwangsversteigert

Mieter suchen verzweifelt nach Lösungen

So hipp und kreativ Neukölln auch ist, erfährt der Bezirk in rasantem Tempo eine Aufwertung von Wohnraum, die eine berechtigte Angst bei Mietern hervorruft. Und nun geht es um einen ganzen Häuserblock im Reuterkiez, angrenzend an Fram-, Nansen,- Pflüger- und Pannierstraße, mit etwa 300 Mietern. Die Mietergemeinschaft setzt sich zusammen aus Menschen, die von zwei bis zu über 50 Jahren dort leben. Die Mieten sind noch günstig, die Geldbeutel klein. Künstler und Rentner geben sich dort die Hand und leben friedlich in einfachen Wohnverhältnissen zusammen. Ein ganzer Häuserblock wird zwangsversteigert weiterlesen

Geld für Neukölln

SIWA-Mittel sind bewillligt, Zweckentfremdungsverbotsverordnung wird nur nachlässig umgesetzt

Rund 1,57 Millionen Euro werden dem Bezirk Neukölln aus dem »Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt« (SIWA) zur Verfügung gestellt. Das konnte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 11. Mai verkünden. Der Löwenanteil von 670.000 Euro fließt in den Bau der neuen Seniorenfreizeitstätte in Alt-Rudow, der damit endgültig gesichert ist. Das »Mädchenzentrum Szenenwechsel« in der Donaustraße erhält 350.000 Euro für die Sanierung. 225.000 Euro gehen an die »Kinderwelt am Feld« in der Oderstraße, 175.000 Euro an die Jugendeinrichtung »Wilde Hütte« am Wildhüter Weg, und 150.000 Euro an das »Jugendzentrum Grenzallee« für die Terrassenanlagen. »Ein toller Erfolg – jetzt geht‘s in die Bauplanung in meinem Fachbereich Hochbau«, freute sich Franziska Giffey. Geld für Neukölln weiterlesen

Europas vergessenes Volk?

Geschichten der Diskriminierung aus Paris und Berlin

Die Sinti und Roma in Frankreich und Deutschland sind tatsächlich ein vergessenes Volk — ein Volk dessen Würde und Rechte missachtet werden und dessen Existenz am liebsten komplett geleugnet werden würde. In Frankreich wird seit Jahren eine drastische Politik der Diskriminierung und Ausgrenzung gegen Roma gefahren, von linker wie rechter Seite, und es scheint ein großer Konsens über die Unvereinbarkeit der Lebensweisen zu herrschen.

Kinderspiel
Hula Hupp für Paris und Neukölln.                                                                                        Foto: Stephanus Parmann

Auch in Deutschland sind antiziganistische Beleidigungen und Angriffe überall präsent, so Merdjan Jakupov, Vorstandsvorsitzender von »Amaro Foro e.V«, einem Jugendverband von Roma und Nicht-Roma mit Sitz in Neukölln. Dieser veröffentlichte im Mai die Auswertung der Dokumentation von Antiziganismus in Berlin 2015 (zum Download unter www.amaroforo.de), mit Fallbeispielen bei Behörden, im Arbeitsleben, in der Schule oder bei der Polizei. Europas vergessenes Volk? weiterlesen

Politiker zur Wahl

Von der Sonnenallee bis zum Tempelhofer Feld

Der Wahlkreis 2 im Überblick

Beim Wahlkreis 2 fällt der Schillerkiez mit dem angrenzenden Tempelhofer Feld ins Auge. Der Bevölkerungsaustausch ist hier voll im Gange und die Mieten explodieren. Das Tempelhofer Feld hat sich zum Freizeitpark für viele Berliner entwickelt.
Im Rollbergkiez kämpft der »Morus 14 e.V.« alljährlich ums Überleben. Mit der Schülerhilfe, an der über 100 Schüler aus dem Kiez teilnehmen, trägt der Verein erheblich zur Bildung bei.
Der »MoRo Seniorenwohnanlagen e.V.« engagiert sich auch im Rollberg mit Erfolg für die Belange der Senioren in Neukölln.
Auf dem »Kindl-Gelände« tut sich viel. Im Kesselhaus finden bereits viele anspruchsvolle Veranstaltungen statt, bald können dort auch internationale Künstler ausstellen. Seit Jahren gibt es dort die kleine Brauerei mit dem wunderbaren Rollberg-Bier. Politiker zur Wahl weiterlesen

Selfies vor dem neuen Bürgerbüro

Bundestagsabgeordneter Fritz Felgentreu zum Anfassen

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gute Laune bei der SPD.                                                                                                                                                          Foto: mr

Bereits im November ist der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu vom Neuköllner Norden an den Lipschitzplatz in der Gropiusstadt umgezogen. Das offizielle Eröffnungsfest mit Live-Musik und Leckereien vom Grill ließ er aber erst am 20. Mai steigen. Als Gäs­te dabei waren der Regierende Bürgermeister Michael Müller, Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey und die Kandidaten der SPD Neukölln fürs Abgeordnetenhaus: Karin Korte für die Gropiusstadt, Derya Çağlar für Britz und Martin Hikel für Rudow. Sie nahmen sich viel Zeit für Gespräche mit den zahlreich erschienenen Besuchern und posierten auch gern für das eine oder andere Selfie. Selfies vor dem neuen Bürgerbüro weiterlesen

Gedenkort für einen ungelösten Fall

Ein Mahnmal soll an die Ermordung von Burak Bektas erinnern

Vier Jahre ist es inzwischen her, dass Burak Bektas auf offener Straße von einem Unbekannten erschossen wurde. Zwei seiner Freunde überlebten lebensgefährlich verletzt. Der Täter hatte sich der Gruppe von fünf jungen Männern, die sich am 5. April 2012 an der Rudower Straße getroffen hatten, genähert und völlig unvermittelt und wortlos geschossen. Von ihm fehlt laut den ermittelnden Berliner Behörden nach wie vor jede Spur.

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Demo gegen das Vergessen.                                                                                                                                                Foto: mr

»Für die Familie und Freunde bedeutet der schreckliche Mord bis heute Schmerz, Trauer und Wut«, sagt Ralf Fischinger, Sprecher der 2012 gegründeten Initiative für die Aufklärung des Mordes, die mit regelmäßigen Demonstrationen die Erinnerung an Burak Bektas wachhalten und die ermittelnden Behörden unter Druck setzen will.
Jetzt plant die Initiative gemeinsam mit der Familie einen Gedenkort in der Nähe des Tatorts an der Rudower Straße Ecke Laubsängerweg. Es handelt sich um eine kleine, unbebaute Grünfläche, deren Eigentümer der Bezirk Neukölln ist. Das Konzept, das sie in der Sitzung des Integrationsausschusses am 26. Mai vorstellte, sieht im Zentrum des Gedenk­ortes eine spiralförmige Skulptur vor, die oben sieben in sich gedrehte »Finger« hat. Gedenkort für einen ungelösten Fall weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

NK_Tagblatt-Kopf

Nr. 129 – Sonnabend, 3. Juni
Keine »Kriegswurst« an fleischlosen Tagen. Sogenannte Kriegswurst, die aus Blut, Semmel und flüssigem Fett hergestellt wird, haben in letzter Zeit= Gast= und Schankwirte an den fleischlosen Tagen ihren Gästen wiederholt verabfolgt. Dieses Verfahren muß aber, wie auch von den Vertretern der Gastwirtsvereine anerkannt wird, als unlauterer Wettbewerb angesehen werden, weil es auf eine Täuschung der Käufer berechnet ist, die glauben sollen, es handle sich um wirkliche Fleischwurst. Die Herstellung und Verabfolgung derartiger Wurst an den fleischlosen Tagen ist deshalb untersagt. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Stockfisch unterm Metallakt

Stilvoll spanisch speisen im »Begur«

Eine kulinarische Reise nach Katalonien kann seit letztem September an der Treptower Straße Ecke Weigandufer unternommen werden. Die »cuina catalana« behauptet von sich, eine der genuss- und abwechslungsreichsten der Welt zu sein und die fantasiereichsten Köche zu haben. Einen von ihnen, Eduard Canet, hat es der Liebe wegen von der Costa Brava nach Berlin verschlagen, wo er nun zu ausgefeilten Gaumenfreuden ins nach seinem Heimatdorf benannte Restaurant »Begur« lädt.

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Der Gang vor dem Carrée .                                                                                                                                                   Foto: hlb

In der katalanischen Küche treffen sich »Mar i Muntanya«, das (Mittel-)Meer und die Berge, Fisch und Fleisch, aber auch Vegetarisches. So zeigt Canet schon bei den Vorspeisen wie Stockfischmousse auf Tomatengelee, Kartoffelravioli mit Blutwurst und Apfel-Zwiebel-Karamel oder dem reichhaltigen Salat mit Nüssen, Beeren und einem Öl mit über 15 verschiedenen Aromen seine Bandbreite, Raffinesse und Verspieltheit. Ohne Chichi, doch delikat und mit aromatischem Pfiff auch die Hauptspeisen: der Lammrücken mit dunkler Orangensauce, die Kalbsbäckchen, der Wolfsbarsch mit Steinpilzrisotto oder der gebratene Steinbutt. Stockfisch unterm Metallakt weiterlesen

Karstadt feiert den 135sten

Zwei Bezirke gratulieren

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Schneidige Bürgermeisterinnen.                                                                                                                                      Foto: mr

Vor 135 Jahren, am 14. Mai 1881, gründete Rudolph Karstadt sein erstes Geschäft in Wismar unter dem Namen »Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft«. Grund genug, diesen Geburtstag auch im Haus am Hermannplatz zu feiern.
Da das Karstadtgebäude zu Kreuzberg, der Hermannplatz aber zu Neukölln gehört, kamen am 22. Mai die Bürgermeisterinnen beider Bezirke, Monika Herrmann und Franziska Giffey, um ihre persönlichen Glückwünsche zum Firmenjubiläum zu übermitteln und gemeinsam die Geburtstagstorte anzuschneiden. Der Erlös aus dem Verkauf des Kuchens geht an die »Interkulturelle Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung GraefeKids« und an das Neuköllner »Schwimmbär Projekt«. Karstadt feiert den 135sten weiterlesen

DAS KAPiTAL ist die Kunst

Diskurse und Kurse im Kulturkiosk

Es ist kein Zufall, dass sich DAS KAPiTAL ausgerechnet am Karl-Marx-Platz befindet. Gemeint ist nicht nur das von Karl Marx verfasste Buch, an das sich so viele Studenten versucht haben heranzuarbeiten. Gemeint ist auch das Kapital, das in allen Menschen steckt und sich in Kreativität ausdrückt. Ausgehend von diesem Gedanken versteht der Inhaber Ismael Duá DAS KAPiTAL als einen Kulturkiosk mit Kneipenbetrieb, in dem mit wissenschaftlicher Neugier Fragen gestellt werden sollen.

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Ismael Duà hat Zeit. Foto: pr

Der Politikwissenschaftler und studierte Künstler hat einen Ort geschaffen, an dem sich Berliner Künstler oder auch Wissenschaftler darstellen können. Bis auf Dienstag soll jeden Tag um 22:22 eine solche Veranstaltung in dem winzigen Lokal stattfinden. Interessierte Gäste können die Möglichkeit nutzen, alles zur Person und deren Kunst oder ihrem wissenschaftlichen Arbeitsbereich zu erfahren. Angeregte Diskussionen machen hungrig. Bei Stullen und Getränken im DAS KAPiTAL lässt es sich besser nachdenken und die Nacht hindurch diskutieren. DAS KAPiTAL ist die Kunst weiterlesen

Graue Tristesse weicht bunten Farben

Fassadenmalerei gibt Häusern ein besonderes Gesicht

Die französische Künstlergruppe »CitéCréation« hat bereits mehr als 600 monumentale Wandgemälde in aller Welt realisiert. Das Museum im Schloss Britz präsentiert bis zum 31. Juli eine große Auswahl beeindruckender Fotografien dieser Fassadenmalereien.

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Augenweide in der Jupiterstraße.                                                                                                                                   Foto: mr

Angefangen hat alles in Lyon. Die Künstlergruppe »CitéCréation« kam auf die Idee, die dortigen Sozialwohnungen zu renovieren und die Wände der Gebäude mit großen Gemälden zu bemalen. Das Konzept entwickelten sie gemeinsam mit den Bewohnern. Aus tristen Häuserblöcken wurde so ein wohnliches Zuhause. Das Ergebnis war eine Aufwertung des Bezirks, nicht durch Verdrängung der Bewohner, sondern dadurch, dass die Bewohner Stolz entwickeln. Graue Tristesse weicht bunten Farben weiterlesen

Ein multireligiöses Miteinander ist unumgänglich

Philipp-Melanchthon-Kirche wird 100

Mit einem Festgottesdienst feierte die »Fürbitt-Melanchthon-Gemeinde« am 22. Mai die Einweihung ihrer Kirche vor 100 Jahren.

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Superintendentin Viola Kennert spendet den Segen.                                                                                       Foto: mr

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war Neukölln mit den Problemen einer wachsenden Stadt konfrontiert. Im Zuge der Industrialisierung und der Gründerzeit erlebte die Stadt einen massenhaften Zuzug, und die Evangelische Stadtkirchengemeinde Neukölln wurde mit mehr als 200.000 Mitgliedern zu einer der größten Großstadtgemeinden Deutschlands. Das machte Kirchenneubauten notwendig. Am 24. April 1914 war die Grundsteinlegung der neuen Kirche an der Kranoldstraße, die den Namen des Reformators Philipp Melanchthon erhielt, weil es eine Martin-Luther-Kirche bereits gab. Drei Monate später brach der Krieg aus. Obwohl der Krieg den Bau erheblich verzögerte – es fehlte an Material und an Arbeitern – konnte am 23. Mai 1916 Einweihung gefeiert werden. Ein multireligiöses Miteinander ist unumgänglich weiterlesen

von Neuköllnern für Neuköllner