Neue Stufen verkürzen Wege

Treppe
Treppauf, Treppab zur Neckarstraße.                                                                                                                             Foto: fh

Feierliche Einweihung der Kindl-Treppe

Feierliche Eröffnung einer Treppe? Das klingt doch etwas merkwürdig. Während anderswo in Deutschland Politiker ein Bändchen durchschneiden, wenn ein Stück Autobahn eröffnet wird, lässt es sich Bezirksbürgermeistern Franziska Giffey nicht nehmen, eine Treppe zu eröffnen.
Die »Kindl-Treppe«, die die Neckar-/Isarstraße mit dem Kindl-Gelände verbindet, ist etwas ganz Besonderes. Auf dem Kindl-Gelände entsteht ein großes Kulturzentrum, das auf diesem Weg leicht zu erreichen ist. Durch den Aufzug neben der Treppe gibt es nun auch einen barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte, Radfahrer und Kinderwagen zu den vielen Läden und Kneipen in der Boddin- und Karl-Marx-Straße, zum Rathaus, zu den Neukölln Arkaden und natürlich zum neuen Kulturzentrum auf dem Kindl-Gelände. Neue Stufen verkürzen Wege weiterlesen

Unterm Hammer

Da dürfen die Neuköllner wirklich Angst bekommen, wenn ein ganzer Häuserblock mit etwa 300 Mietern kurz vor der Zwangsversteigerung mit ungewissem Ausgang steht.
Während der Wowereit-Ära wurde Berlins Tafelsilber in Form von Grundstücken und Wohnungen verkauft. Die Stadt war damals »arm, aber sexy«.
Heute haben wir den Salat: Häuser- und Grundstückspreise explodieren, Mieter sind von Obdachlosigkeit bedroht. Sie suchen nach Lösungen, um in ihren Wohnungen bleiben zu können, obwohl der Anteil der Miete am Einkommen unaufhörlich steigt. Die Regierung sieht zwar nicht ganz tatenlos zu – es gibt immerhin die Mietpreisbremse, aber das reicht nicht.
Bei der Zwangsversteigerung gibt es kein Vorkaufsrecht durch den Senat oder landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Das sollte nun wirklich vom Gesetzgeber geändert werden, sonst ist Berlin bald ein zweites Barcelona, aus dem die Mieter fliehen müssen, weil sie die Mieten nicht mehr zahlen können.

Petra Roß

Ein ganzer Häuserblock wird zwangsversteigert

Mieter suchen verzweifelt nach Lösungen

So hipp und kreativ Neukölln auch ist, erfährt der Bezirk in rasantem Tempo eine Aufwertung von Wohnraum, die eine berechtigte Angst bei Mietern hervorruft. Und nun geht es um einen ganzen Häuserblock im Reuterkiez, angrenzend an Fram-, Nansen,- Pflüger- und Pannierstraße, mit etwa 300 Mietern. Die Mietergemeinschaft setzt sich zusammen aus Menschen, die von zwei bis zu über 50 Jahren dort leben. Die Mieten sind noch günstig, die Geldbeutel klein. Künstler und Rentner geben sich dort die Hand und leben friedlich in einfachen Wohnverhältnissen zusammen. Ein ganzer Häuserblock wird zwangsversteigert weiterlesen

Geld für Neukölln

SIWA-Mittel sind bewillligt, Zweckentfremdungsverbotsverordnung wird nur nachlässig umgesetzt

Rund 1,57 Millionen Euro werden dem Bezirk Neukölln aus dem »Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt« (SIWA) zur Verfügung gestellt. Das konnte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 11. Mai verkünden. Der Löwenanteil von 670.000 Euro fließt in den Bau der neuen Seniorenfreizeitstätte in Alt-Rudow, der damit endgültig gesichert ist. Das »Mädchenzentrum Szenenwechsel« in der Donaustraße erhält 350.000 Euro für die Sanierung. 225.000 Euro gehen an die »Kinderwelt am Feld« in der Oderstraße, 175.000 Euro an die Jugendeinrichtung »Wilde Hütte« am Wildhüter Weg, und 150.000 Euro an das »Jugendzentrum Grenzallee« für die Terrassenanlagen. »Ein toller Erfolg – jetzt geht‘s in die Bauplanung in meinem Fachbereich Hochbau«, freute sich Franziska Giffey. Geld für Neukölln weiterlesen

Europas vergessenes Volk?

Geschichten der Diskriminierung aus Paris und Berlin

Die Sinti und Roma in Frankreich und Deutschland sind tatsächlich ein vergessenes Volk — ein Volk dessen Würde und Rechte missachtet werden und dessen Existenz am liebsten komplett geleugnet werden würde. In Frankreich wird seit Jahren eine drastische Politik der Diskriminierung und Ausgrenzung gegen Roma gefahren, von linker wie rechter Seite, und es scheint ein großer Konsens über die Unvereinbarkeit der Lebensweisen zu herrschen.

Kinderspiel
Hula Hupp für Paris und Neukölln.                                                                                        Foto: Stephanus Parmann

Auch in Deutschland sind antiziganistische Beleidigungen und Angriffe überall präsent, so Merdjan Jakupov, Vorstandsvorsitzender von »Amaro Foro e.V«, einem Jugendverband von Roma und Nicht-Roma mit Sitz in Neukölln. Dieser veröffentlichte im Mai die Auswertung der Dokumentation von Antiziganismus in Berlin 2015 (zum Download unter www.amaroforo.de), mit Fallbeispielen bei Behörden, im Arbeitsleben, in der Schule oder bei der Polizei. Europas vergessenes Volk? weiterlesen

Von der Sonnenallee bis zum Tempelhofer Feld

Der Wahlkreis 2 im Überblick

Beim Wahlkreis 2 fällt der Schillerkiez mit dem angrenzenden Tempelhofer Feld ins Auge. Der Bevölkerungsaustausch ist hier voll im Gange und die Mieten explodieren. Das Tempelhofer Feld hat sich zum Freizeitpark für viele Berliner entwickelt.
Im Rollbergkiez kämpft der »Morus 14 e.V.« alljährlich ums Überleben. Mit der Schülerhilfe, an der über 100 Schüler aus dem Kiez teilnehmen, trägt der Verein erheblich zur Bildung bei.
Der »MoRo Seniorenwohnanlagen e.V.« engagiert sich auch im Rollberg mit Erfolg für die Belange der Senioren in Neukölln.
Auf dem »Kindl-Gelände« tut sich viel. Im Kesselhaus finden bereits viele anspruchsvolle Veranstaltungen statt, bald können dort auch internationale Künstler ausstellen. Seit Jahren gibt es dort die kleine Brauerei mit dem wunderbaren Rollberg-Bier.
Die Karl-Marx-Straße befindet sich im Dauerzustand einer Baustelle. Vielleicht ist sie 2020 fertig, dann ist sie aber hoffentlich auch schön. Die »Neuköllner Oper« ist in diesem Wahlkreis das kulturelle Highlight.
Das Rathaus in der Karl-Marx-Straße ist die Residenz der Bürgermeisterin.
Der quirlige Wahlkreis macht Spaß, erfreut sich einem internationalen Zuzug von Künstlern, leidet aber auch unter der Abwanderung der kleinen Leute. 

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Karte Wahlkreis 2 und Fragen

Was die Neuköllner wissen wollen

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1) Welche Themen haben für Sie im Moment die absolute Priorität?
2) Wie stehen Sie zur Bebauung des Tempelhofer Feldes?
3) Welchen Handlungsspielraum sehen Sie, um Verdrängung von Altmietern zu verhindern, oder wünschen Sie sich den Austausch der Bevölkerung? Wie wollen Sie Altmieter schützen jenseits des Instruments Milieuschutz?
4) Der Renteneingangssatz sinkt von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig werden die Alten immer fitter bei gleichzeitig zunehmender Altersarmut. Was machen Sie für diese immer größer werdende Gruppe der fitten Alten?
5) Wie wollen Sie die AfD verhindern?
6) Wie soll in Ihren Augen die Berliner Wirtschaft gestärkt werden, so dass auch die Neuköllner etwas davon haben?
7) Was halten Sie vom Kopftuchverbot?
8) Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um das Fahrradfahren in Neukölln zu fördern?
9) Zusatzfrage an die aktuellen Abgeordneten: Welche Ihrer Wahlziele konnten Sie während Ihrer Zeit im Abgeordnetenhaus umsetzen?

Irmgard Wurdack – Die Linke

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1) Für mich hat die Frage einer breiten Bewegung gegen Rassisten und Neo-faschisten Priorität. AfD bis NPD hetzen gegen Muslime, Geflüchtete und Andersdenkende. Sie stempeln die Ärmsten der Armen zu Sündenböcken für soziale Missstände und versuchen, die Bevölkerung zu spalten. Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und Moscheen nehmen zu.
7) Die bestehenden Diskriminierungen für Geflüchtete und Muslime sind dabei Wasser auf die Mühlen der Rassisten. Das Kopftuchverbot in Berlin etwa muss abgeschafft werden. Es stigmatisiert muslimische Frauen als vermeintliche Bedrohung und erschwert es ihnen, eine Stelle zu finden. Und Geflüchtete müssen endlich in Wohnungen leben können statt unter unmenschlichen Bedingungen in Massenunterkünften wie den Tempelhofer Hangars.
3) Nicht Muslime und Geflüchtete sind das Problem. Wohnungsnot gab es schon vor Ankunft von Geflüchteten. Doch die Regierenden sind nicht bereit, ausreichend preiswerten Wohnraum zu schaffen, sich mit Immobilienspekulanten und Baukonzernen anzulegen und leerstehende Immobilien zu beschlagnahmen.
2) Kein Problem hat der Senat aber offenbar damit, sich gegen Hunderttausende Berliner_innen zu stellen, die 2014 beim Volksentscheid für ein Bauverbot auf dem Tempelhofer Feld gestimmt haben. Auch wir als LINKE haben die Privatisierung und Bebauung des Felds stets abgelehnt.
4) Wir streiten für eine Politik für Menschen statt für Profite, die allen – egal welcher Herkunft – ein Leben in Würde ermöglicht. Immer mehr Menschen sind im Alter arm und müssen länger arbeiten oder sogar Pfandflaschen sammeln. Höchste Zeit, dass die Renten steigen und die Arbeitgeber wieder den vollen Beitrag zahlen!
5) Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam erfolgreich gegen Rassismus und für eine Umverteilung des Reich­tums von oben nach unten kämpfen können. Ich engagiere mich seit Jahren in breiten Bündnissen wie dem »Bündnis Neukölln« und »Berlin nazifrei«.
8) Noch ein letztes Wort zu den Fahrradwegen. Als LINKE unterstützen wir das »Volksbegehren Fahrrad« für mehr Radwege in Berlin.

Onur Bayar – CDU

Foto_Bayar1) Bildung und Sicherheit. Um der Jugendkriminalität entgegenzuwirken, müssen den Jugendlichen von Anfang an Perspektiven geschaffen werden. Die meisten Straftäter unter 21 haben ihre ersten Delikte schon im Alter von 12 – 14 begangen. Daher muss man die Ursachen im Bildungssystem aufheben. Wichtig ist, dass es genügend Kitaplätze und Erzieher gibt. Die Kinder erlernen in dem Alter die deutsche Sprache und den Umgang mit ihren Mitschülern. Zudem muss die Vorschulpflicht wieder eingeführt werden, denn ich habe es selbst miterlebt, wie schwer es eingeschulten Kindern fiel mitzuhalten, wenn sie selbst keinen Kitaplatz hatten oder nicht zur Vorschule gegangen sind, da der rot-rote Senat die Pflicht abschaffte. Einige meiner Mitschüler benötigten Jahre, um sich dem Durchschnitt der Klasse anzunähern. Daher denke ich, dass durch Kita und Vorschule den Kindern eine stabile Basis aufgebaut wird, um ab der 1. Klasse die Schule gut packen zu können, was dazu führt, dass ihnen ihre Berufsperspektiven bewusst werden.
3) Ich freue mich über die Durchmischung in unserem Kiez, aber befürchte, dass durch ansteigende Mieten unsere Nachbarn verdrängt werden. Daher brauchen wir bezahlbaren Wohnraum und viele Neubauten. Aber auch Maßnahmen wie die Mietpreisbremse sind notwendig, um soziales Wohnen in der Stadt zu ermöglichen.
5) Die AfD hat keine Lösungen, die AfD hat keine Ideen und die AfD schadet unserer Demokratie. Wir brauchen transparente, bürgernahe und sachliche Politik! Die Wünsche der Bürger mehr einbeziehen; Stichwort »Partizipation«.
6) Berlin ist eine Start-up-Metropole. Immer mehr Unternehmen siedeln sich in Neukölln an und schaffen Arbeitsplätze. Einen Kreativbeauftragten, der sich um die Stärkung dieser Szene kümmert, fordern wir in der CDU.
8) 1. Einrichtung von Rad­schnellwegen
2. mehr Fahrradstreifen an unfallintensiven Kreuzungen
3. kreuzungsfreie Radwege
4. keinen rapiden Zuwachs an autofreien Fahrradstraßen

Erol Özkaraca – SPD

Foto Özkaraca_Erol_B-35852) Es gab einen Volksentscheid zu dieser Frage. Das Ergebnis war eindeutig. Ich habe ursprünglich für die Randbebauung geworben, aber Politik ist kein Wunschkonzert und deshalb sage ich ohne Wenn und Aber: Mit mir wird es keine Bebauung des Tempelhofer Feldes geben.
3) In einigen Straßen Nord-Neuköllns haben sich die Angebotsmieten auf dem freien Wohnungsmarkt in den letzten sechs Jahren fast verdoppelt. Hier ist die Politik gefordert und hier hat die SPD reagiert: Erhöhung der Zahl der landeseigenen Wohnungen von derzeit rund 295.000 auf 400.000, Begrenzung von Mieterhöhungen bei landeseigenen Wohnungen, Kappung von Mieterhöhungen im Bestand, das Zweckentfremdungsverbot und die Mietpreisbremse.
4) Die Politik muss darauf achten, dass die Gesellschaft nicht auseinanderdriftet, dass niemand ausgegrenzt wird, vor allem nicht die Alten. Angesichts des demografischen Wandels muss das Land Berlin hier weitere Anstrengungen unternehmen, z.B. die Förderung von barrierefreiem Wohnen, die Schaffung von Teilhabe-Angeboten für SeniorInnen. Die freien Träger sind hier extrem wichtige Partner. Der mittlerweile größer werdende finanzielle Handlungsspielraum Berlins sollte dazu genutzt werden, diese Strukturen stärker zu fördern.
5) Klare Kante gegen rechts. Geschwafel über ein angebliches Kartell der Altparteien und der gleichgeschalteten Lügenpresse muss man als das benennen, was es ist: verlogen! Die AfD ist eine Altpartei mit Rezepten aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Alter Wein in neuen Schläuchen. Wenn deren Wähler diesen Wein wirklich kosten müssten, würde ihnen schlecht werden.
7) In der Berliner Debatte geht es nicht um ein Kopftuchverbot. Es geht um ein Verbot religiöser Symbolik bei staatlich Beschäftigten. Es geht nicht um das Kopftuch, die Kippa oder das Kreuz im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz als solchem. Es geht um die Neutralität des Staates, für mich ein Kernbestandteil unserer Gesellschaftsordnung, und deshalb muss das Berliner Neutralitätsgesetz bestehen bleiben.
9) Die Weiterentwicklung des Neuköllner Modells, das Pilotprojekt Staatsanwaltschaft für den Ort, die Eröffnung der ersten Repräsentanz Berlins im Ausland zur Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen.

Susanna Kahlefeld – Die Grünen

kahlefeld1) Mehr Beteiligung, Verdrängung stoppen und Teilhabe ermöglichen. Das gilt für die, die ökonomisch abgehängt werden, ebenso wie für die Geflüchteten, die nach Berlin kommen, und die Kreativen, die hier Arbeit schaffen. Zum guten Zusammenleben im Kiez gehört auch, dass Fußgänger*innen und Radfahrer*innen in der Verkehrspolitik Priorität haben.
2) Ich freue mich immer noch jedes Mal, wenn ich auf das Feld komme, darüber, dass wir die Bebauung verhindern konnten. Die Unterbringung von Flüchtlingen vorzuschieben, um das Gesetz zu ändern, war ein großer Fehler: Eine solche Massenunterkunft kann niemand wollen.
3) Für mich ist es ein Skandal, dass CDU und SPD im Bezirk bisher den Milieuschutz verhindert haben, mit dem erklärten Ziel, die Ärmeren zu verdrängen und sich so »ein neues Volk zu schaffen«. Sie haben bewusst Politik gegen die Neuköllner*innen gemacht – viele, die verdrängt wurden, haben aktiv in den Quartieren für ein besseres Zusammenleben gesorgt. Milieuschutz ist das Minimum. Luxussanierungen dürfen nicht genehmigt werden, Ferienwohnungen sind aufzuspüren und Baugenehmigungen müssen viel schneller bearbeitet werden – das alles geht auf der Bezirksebene. Im Abgeordnetenhaus werde ich mich weiter für eine höhere Quote für sozialen Wohnungsbau, konsequenten Wohnraumschutz, das bezirkliche Vorkaufsrecht sowie die Nachbesserung der Mietpreisbremse einsetzen.
5) Klar machen, wofür die AfD wirklich steht: Abschaffung des Mindestlohns, Abschaffung von Frauenbeauftragten, das Ende des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die Spaltung unserer offenen Gesellschaft. Wir Grünen sind der Gegenentwurf – auf der ganzen Linie.
7) In den Berliner Schulen sind bisher Putzfrauen mit Kopftuch erlaubt, aber keine Lehrerinnen. In Neukölln finde ich das besonders schädlich, denn viele Mädchen träumen davon, Lehrerin zu werden. Stattdessen sagt man ihnen: »Egal wie gut du lernst, das darfst du nicht.« Lehrer und Lehrerinnen müssen neutral und allen Kindern zugewandt sein, egal, was sie anhaben. Oder glaubt jemand, Lehrerinnen ohne Kopftuch seien immer »neutral«?
9) Transparenz in der Förderung von Integrationsarbeit: für die Bedarfe der Stadt und gegen Klientelpolitik. Das ist vor Ort spürbar. Und ein Symbol gerettet: Der »Karneval der Kulturen« stand vor dem Aus.

Selfies vor dem neuen Bürgerbüro

Bundestagsabgeordneter Fritz Felgentreu zum Anfassen

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gute Laune bei der SPD.                                                                                                                                                          Foto: mr

Bereits im November ist der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu vom Neuköllner Norden an den Lipschitzplatz in der Gropiusstadt umgezogen. Das offizielle Eröffnungsfest mit Live-Musik und Leckereien vom Grill ließ er aber erst am 20. Mai steigen. Als Gäs­te dabei waren der Regierende Bürgermeister Michael Müller, Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey und die Kandidaten der SPD Neukölln fürs Abgeordnetenhaus: Karin Korte für die Gropiusstadt, Derya Çağlar für Britz und Martin Hikel für Rudow. Sie nahmen sich viel Zeit für Gespräche mit den zahlreich erschienenen Besuchern und posierten auch gern für das eine oder andere Selfie. Selfies vor dem neuen Bürgerbüro weiterlesen

Gedenkort für einen ungelösten Fall

Ein Mahnmal soll an die Ermordung von Burak Bektas erinnern

Vier Jahre ist es inzwischen her, dass Burak Bektas auf offener Straße von einem Unbekannten erschossen wurde. Zwei seiner Freunde überlebten lebensgefährlich verletzt. Der Täter hatte sich der Gruppe von fünf jungen Männern, die sich am 5. April 2012 an der Rudower Straße getroffen hatten, genähert und völlig unvermittelt und wortlos geschossen. Von ihm fehlt laut den ermittelnden Berliner Behörden nach wie vor jede Spur.

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Demo gegen das Vergessen.                                                                                                                                                Foto: mr

»Für die Familie und Freunde bedeutet der schreckliche Mord bis heute Schmerz, Trauer und Wut«, sagt Ralf Fischinger, Sprecher der 2012 gegründeten Initiative für die Aufklärung des Mordes, die mit regelmäßigen Demonstrationen die Erinnerung an Burak Bektas wachhalten und die ermittelnden Behörden unter Druck setzen will.
Jetzt plant die Initiative gemeinsam mit der Familie einen Gedenkort in der Nähe des Tatorts an der Rudower Straße Ecke Laubsängerweg. Es handelt sich um eine kleine, unbebaute Grünfläche, deren Eigentümer der Bezirk Neukölln ist. Das Konzept, das sie in der Sitzung des Integrationsausschusses am 26. Mai vorstellte, sieht im Zentrum des Gedenk­ortes eine spiralförmige Skulptur vor, die oben sieben in sich gedrehte »Finger« hat. Gedenkort für einen ungelösten Fall weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

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Nr. 129 – Sonnabend, 3. Juni
Keine »Kriegswurst« an fleischlosen Tagen. Sogenannte Kriegswurst, die aus Blut, Semmel und flüssigem Fett hergestellt wird, haben in letzter Zeit= Gast= und Schankwirte an den fleischlosen Tagen ihren Gästen wiederholt verabfolgt. Dieses Verfahren muß aber, wie auch von den Vertretern der Gastwirtsvereine anerkannt wird, als unlauterer Wettbewerb angesehen werden, weil es auf eine Täuschung der Käufer berechnet ist, die glauben sollen, es handle sich um wirkliche Fleischwurst. Die Herstellung und Verabfolgung derartiger Wurst an den fleischlosen Tagen ist deshalb untersagt. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Stockfisch unterm Metallakt

Stilvoll spanisch speisen im »Begur«

Eine kulinarische Reise nach Katalonien kann seit letztem September an der Treptower Straße Ecke Weigandufer unternommen werden. Die »cuina catalana« behauptet von sich, eine der genuss- und abwechslungsreichsten der Welt zu sein und die fantasiereichsten Köche zu haben. Einen von ihnen, Eduard Canet, hat es der Liebe wegen von der Costa Brava nach Berlin verschlagen, wo er nun zu ausgefeilten Gaumenfreuden ins nach seinem Heimatdorf benannte Restaurant »Begur« lädt.

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Der Gang vor dem Carrée .                                                                                                                                                   Foto: hlb

In der katalanischen Küche treffen sich »Mar i Muntanya«, das (Mittel-)Meer und die Berge, Fisch und Fleisch, aber auch Vegetarisches. So zeigt Canet schon bei den Vorspeisen wie Stockfischmousse auf Tomatengelee, Kartoffelravioli mit Blutwurst und Apfel-Zwiebel-Karamel oder dem reichhaltigen Salat mit Nüssen, Beeren und einem Öl mit über 15 verschiedenen Aromen seine Bandbreite, Raffinesse und Verspieltheit. Ohne Chichi, doch delikat und mit aromatischem Pfiff auch die Hauptspeisen: der Lammrücken mit dunkler Orangensauce, die Kalbsbäckchen, der Wolfsbarsch mit Steinpilzrisotto oder der gebratene Steinbutt. Stockfisch unterm Metallakt weiterlesen

Karstadt feiert den 135sten

Zwei Bezirke gratulieren

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Schneidige Bürgermeisterinnen.                                                                                                                                      Foto: mr

Vor 135 Jahren, am 14. Mai 1881, gründete Rudolph Karstadt sein erstes Geschäft in Wismar unter dem Namen »Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft«. Grund genug, diesen Geburtstag auch im Haus am Hermannplatz zu feiern.
Da das Karstadtgebäude zu Kreuzberg, der Hermannplatz aber zu Neukölln gehört, kamen am 22. Mai die Bürgermeisterinnen beider Bezirke, Monika Herrmann und Franziska Giffey, um ihre persönlichen Glückwünsche zum Firmenjubiläum zu übermitteln und gemeinsam die Geburtstagstorte anzuschneiden. Der Erlös aus dem Verkauf des Kuchens geht an die »Interkulturelle Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung GraefeKids« und an das Neuköllner »Schwimmbär Projekt«. Karstadt feiert den 135sten weiterlesen

DAS KAPiTAL ist die Kunst

Diskurse und Kurse im Kulturkiosk

Es ist kein Zufall, dass sich DAS KAPiTAL ausgerechnet am Karl-Marx-Platz befindet. Gemeint ist nicht nur das von Karl Marx verfasste Buch, an das sich so viele Studenten versucht haben heranzuarbeiten. Gemeint ist auch das Kapital, das in allen Menschen steckt und sich in Kreativität ausdrückt. Ausgehend von diesem Gedanken versteht der Inhaber Ismael Duá DAS KAPiTAL als einen Kulturkiosk mit Kneipenbetrieb, in dem mit wissenschaftlicher Neugier Fragen gestellt werden sollen.

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Ismael Duà hat Zeit. Foto: pr

Der Politikwissenschaftler und studierte Künstler hat einen Ort geschaffen, an dem sich Berliner Künstler oder auch Wissenschaftler darstellen können. Bis auf Dienstag soll jeden Tag um 22:22 eine solche Veranstaltung in dem winzigen Lokal stattfinden. Interessierte Gäste können die Möglichkeit nutzen, alles zur Person und deren Kunst oder ihrem wissenschaftlichen Arbeitsbereich zu erfahren. Angeregte Diskussionen machen hungrig. Bei Stullen und Getränken im DAS KAPiTAL lässt es sich besser nachdenken und die Nacht hindurch diskutieren. DAS KAPiTAL ist die Kunst weiterlesen

Graue Tristesse weicht bunten Farben

Fassadenmalerei gibt Häusern ein besonderes Gesicht

Die französische Künstlergruppe »CitéCréation« hat bereits mehr als 600 monumentale Wandgemälde in aller Welt realisiert. Das Museum im Schloss Britz präsentiert bis zum 31. Juli eine große Auswahl beeindruckender Fotografien dieser Fassadenmalereien.

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Augenweide in der Jupiterstraße.                                                                                                                                   Foto: mr

Angefangen hat alles in Lyon. Die Künstlergruppe »CitéCréation« kam auf die Idee, die dortigen Sozialwohnungen zu renovieren und die Wände der Gebäude mit großen Gemälden zu bemalen. Das Konzept entwickelten sie gemeinsam mit den Bewohnern. Aus tristen Häuserblöcken wurde so ein wohnliches Zuhause. Das Ergebnis war eine Aufwertung des Bezirks, nicht durch Verdrängung der Bewohner, sondern dadurch, dass die Bewohner Stolz entwickeln. Graue Tristesse weicht bunten Farben weiterlesen

Ein multireligiöses Miteinander ist unumgänglich

Philipp-Melanchthon-Kirche wird 100

Mit einem Festgottesdienst feierte die »Fürbitt-Melanchthon-Gemeinde« am 22. Mai die Einweihung ihrer Kirche vor 100 Jahren.

Melanchthon
Superintendentin Viola Kennert spendet den Segen.                                                                                       Foto: mr

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war Neukölln mit den Problemen einer wachsenden Stadt konfrontiert. Im Zuge der Industrialisierung und der Gründerzeit erlebte die Stadt einen massenhaften Zuzug, und die Evangelische Stadtkirchengemeinde Neukölln wurde mit mehr als 200.000 Mitgliedern zu einer der größten Großstadtgemeinden Deutschlands. Das machte Kirchenneubauten notwendig. Am 24. April 1914 war die Grundsteinlegung der neuen Kirche an der Kranoldstraße, die den Namen des Reformators Philipp Melanchthon erhielt, weil es eine Martin-Luther-Kirche bereits gab. Drei Monate später brach der Krieg aus. Obwohl der Krieg den Bau erheblich verzögerte – es fehlte an Material und an Arbeitern – konnte am 23. Mai 1916 Einweihung gefeiert werden. Ein multireligiöses Miteinander ist unumgänglich weiterlesen

Die Magie des Lesens

Museum Neukölln präsentiert Lieblingsbücher

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Dieser Datenträger ist noch nicht ersetzt worden.                                                                                              Foto:mr

»Lesen ist ein Privileg. Wer diese Fähigkeit nicht besitzt, für den bleibt eine Welt verschlossen. Aus der Phantasie, die eigene Bilder im Kopf des Lesers entstehen lässt, erwächst die Magie des Lesens.«
Mit diesen Worten eröffnete Kulturstadtrat Jan Christopher Rämer am 12. Mai die Ausstellung im Museum Neukölln, bei der es um die Leseerfahrungen und -gewohnheiten der Neuköllner geht. Die Magie des Lesens weiterlesen

Von der heilen Welt in die Wirklichkeit

Familie Lindemann ist angekommen in Neukölln

lindemannAls das dritte Kind der Lindemanns in Prenzlauer Berg ein eigenes Zimmer benötigte, machte sich die Familie auf die Suche nach einer größeren Wohnung. Mit Schrecken musste Thomas Lindemann feststellen, dass sich die Mieten in den zwölf Jahren, die er hier lebte, mehr als verdoppelt hatten.
2002 wohnte der Journalist Thomas Lindemann für kurze Zeit in der Hobrechtstraße. »Damals kam keiner bei mir zu Besuch, die Grenze war die »Ankerklause« am Maybachufer.« Von der heilen Welt in die Wirklichkeit weiterlesen

Süße Zitronen und Löschpapier

Festival der unabhängigen Buchhandlungen und Verlage

Der Juni ist der Festivalmonat in Neukölln. Zu den bereits etablierten Veranstaltungen wie »Sommer im Park« oder »48 Stunden Neukölln« gesellt sich nun am 10. und 11. Juni zum ersten Mal »LiteraTour Neukölln« hinzu, ein Festival der unabhängigen Buchhandlungen und Verlage.
In den letzten Jahren haben eine Vielzahl von Buchläden unterschiedlicher Couleur in Neukölln eröffnet: klassische Buchhandlungen, Antiquariate, Second-Hand-Bookshops und Literaturcafés. Dazu kommt eine Reihe kleiner Verlage. Die Szene ist international und unabhängig. Was die Teilnehmer des Festivals eint, ist die Liebe zum Buch und zur Literatur. Was liegt da näher, als gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen?
Zwei Tage lang können Neuköllner und Rest-Berliner Lesungen und Veranstaltungen an den verschiedensten Orten in Neukölln genießen. Die Darbietungen sind dabei so terminiert, dass die Besucher des Festivals möglichst viele Veranstaltungen besuchen und so die ganze Breite der Neuköllner Buchlandschaft kennenlernen können. Von der klassischen Lesung über Ausstellungen, Musik und Lyrik ist alles dabei. Süße Zitronen und Löschpapier weiterlesen

Soundpainting

Spontanes Musizieren auf der Terrasse

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Paul Schwingenschlögl.                                                         Foto: mr

Wie können Musiker aus Neukölln und anderen Stadtteilen Berlins zum spontanen gemeinsamen Musizieren animiert werden? Wie können Amateurmusiker dazu bewegt werden, öffentlich aufzutreten?
Der New Yorker Komponist Walter Thompson hat dafür ein geniales System entwickelt, das sich »Soundpainting« nennt. Es ist eine Zeichensprache, mit der der Dirigent die Musiker leitet, dadurch Strukturen und Abläufe schafft, Klänge bündelt und variiert. Dadurch entsteht eine Art spontane Komposition. Gegenüber klassisch notierter Musik hat das System den Vorteil, dass es auch zugänglich für Amateure ist, da keine Notenkenntnisse erforderlich sind. Soundpainting weiterlesen

Hundert Jahre Leben

Porträts Neuköllner Damen

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lse.Foto:                                                   Iona Dutz

Die Ausstellung »geboren 1916« widmet sich den Neuköllnern, die im Jahr 2016 Hundert werden. Ein stolzes Alter, das sich die meisten wohl kaum vorstellen können. Das Projekt entsteht im Rahmen »100 Jahre Körnerpark« in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Neukölln. Von ursprünglich 31 Menschen, die hundert Jahre alt werden, blieben am Ende acht Frauen übrig, die ihre Zustimmung gaben, Teil des Projektes zu werden.
Die Künstlerinnen Iona Dutz und Josephine Raab besuchten die betagten Damen zu Hause, stellten Fragen, erzählten und fotografierten. »Für uns war es natürlich sehr spannend, Einblicke in das Leben eines Menschen zu bekommen, der so viel erlebt und gesehen hat. Hundert Jahre Leben weiterlesen

Es wird wieder »Sommer im Park«

Exquisite Konzerte zum Jubiläum von »100 Jahre Körnerpark«

Zum Jubiläum von »100 Jahre Körnerpark« präsentiert auch die Konzertreihe »Sommer im Park« ein ganz besonderes Programm.

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Skazka Orchestra.                                                                                                                                                                        Foto: pr

Den Auftakt macht am 12. Juni die Band »SkazKa Orchestra« mit mitreißenden Tanzrhythmen vom Balkan. Die international besetzte Band ist seit 2008 unterwegs, hat über 800 Konzerte in Deutschland und ganz Europa gespielt und zwei Studioalben aufgenommen. Der musikalische Bogen spannt sich von Ska über Klezmer bis zu Techno- und Drum ’n’ Bass-Beats, die auf Akkordeon, Trompete und Posaune akustisch umgesetzt werden. Sie sind daher die ideale Band, um beim Eröffnungskonzert das Publikum in Stimmung zu bringen und zum Tanzen zu animieren. Es wird wieder »Sommer im Park« weiterlesen

Politikprominenz auf der Pedale

Anton Hofreiter radelt mit grüner »Critical Mass« durch Neukölln

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Toni auf Radtour.                                                                                                                                                                            Foto: pr

Da kam der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen mal nach Neukölln geradelt, und das erste, was sich dem Ur-Bayern entgegenstellte, war ein Polizist mit typisch Berliner Direktheit: »Dit is aber keene anjemeldete Demo, watt Se hier veranstalten.« Anton Hofreiter ließ sich davon nicht beirren. Der ehemalige Vorsitzende des Verkehrsausschusses erklärte dem Beamten in aller Ruhe den § 27 der Straßenverkehrsordnung. Demnach dürfen »mehr als 15 Rad Fahrende (…) zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren.« Diese Regelung machen sich die sogenannten »Critical Mass«-Aktionen zu eigen und erobern so die Straße für sich. Und genau zu solch einer hatten die Neuköllner Grünen ihren »Toni« am 23. Mai eingeladen. Politikprominenz auf der Pedale weiterlesen

Mieter von »Stadt und Land« wählen

Senioren hoffen auf mehr Einfluss im Aufsichtsrat

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Sylvia-Fee Wadehn.Foto: pr

Zur Wahl des Mieterrats wird auch Wadehn aufgestellt. Die Chance, dass sie dann mit im Aufsichtsrat sitzt, ist groß.
Der Aufsichtsrat, der die Geschicke der Wohnungsbaugesellschaft leitet, besteht aus diesen Mitgliedern: Heinz Buschkowsky, Ex-Bezirksbürgermeister von Neukölln, Andrea Jost, Geschäftsführerin bei der »Immobilien Bremen«, Anja Naujokat, Senatsverwaltung für Finanzen, Ariane Waegner, Dipl.-Ing. für Architektur und Städtebau, Philipp Mühlberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Sylvia Freudenber­ger, »Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH«, Andreas Kloß, Betriebsratsvorsitzender der »Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH«.
Die mögliche Bereicherung des Aufsichtsrates um Sylvia-Fee Wadehn wird zur Folge haben, dass die Interessen der Senioren stärker berücksichtigt werden. Wadehn ist allerdings auch so klug, dass sie bei allen Forderungen immer die Interessen des Unternehmens berücksichtigen wird. »Ohne den Konzern »Stadt und Land« können die Senioren auch keine Interessen durchsetzen, denn dann sind sie keine Mieter mehr.«

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Britz und sein Kneipendenkmal

Stammgäste pflegen Erinnerungen an goldene Zeiten

Kiez und Kneipe Neukölln erscheint monatlich und wird vom Redaktionsteam selbst ausgetragen.
Mit Neukölln wird überwiegend der dicht besiedelte, innerstädtische Norden unseres Bezirks gleichgesetzt. Die Wahrnehmung des Neuköllner Südens bleibt weitgehend gering, obwohl er mit seinen Ortsteilen Britz, Buckow, Gropiusstadt und Rudow flächenmäßig doppelt so groß ist.

Rostesel
Des Esels goldener Huf.                                                                                                                                                              Foto: rr

Um möglichst viele Kiezbewohner zu erreichen, liegen unsere Zeitungen nicht nur in Kneipen aus, sondern auch in Restaurants, Konditoreien, Läden oder ausgesuchten Warteräumen. Als Britzer im Team obliegt mir nun dieser ganze Süden. Hier ist zwar die Anzahl der Auslegestellen weit geringer als im ach so angesagten und hippen Norden, dafür beträgt, meine Tourstrecke über 30 Kilometer. Britz und sein Kneipendenkmal weiterlesen

Der Duft der Liebe

Ein Alltagsaphrodisiakum

Es ist wieder mal an der Zeit, sich auf unseren einzigen Sinn, der sich nicht täuschen lässt, zu konzentrieren – unsere Nase! Draußen duftet es – jetzt oft nach Heckenrosen.

Rosen
Heckenrose.                                                                                                                                                                                     Foto: mr

Im alten Griechenland soll Aphrodite die rote Rose aus dem Blut des Adonis geschaffen haben. Rosen schützen angeblich vor Verzauberung, aber mal ehrlich, wer wurde nicht alles schon durch das Geschenk einer Rose verzaubert?
Rosen finden überall Verwendung, nicht nur in der Küche, zum Beduften von Räumen, in Parfüms, nein auch Chocolatiers haben sie ins Herz geschlossen. Nicht nur Rosenöl und Rosenwasser ist sehr wertvoll, vom Preis her und seiner sowohl verwöhnenden, wie heilsamen Wirkung, sondern da ist dann auch die weiße Schokolade mit 29 Prozent Kakaoanteil, gefüllt mit einer cremigen Champagner-Ganache und verfeinert mit Rosenöl im Internet im Angebot. Der Duft der Liebe weiterlesen

Verfressene Raupen

Gespinstmotten schaffen bizarre Gebilde im Park

Gespinstmotte
Bizarre Gespinste.                                                                                                                                                                       Foto: mr

Ein gespenstisches Bild bietet sich derzeit in manchen Neuköllner Parks. Völlig kahle Büsche stehen hier, überzogen von feinen weißen Netzen wie gigantischen Spinnweben. Was aussieht wie ein Bild aus einem Horrorfilm, ist laut Auskunft des Gartenbauamtes das Werk der Raupen der Gespinstmotte. Die Tierchen spinnen sich dieses Netz, um sich vor ihren natürlichen Feinden, Vögeln und Wespen zu schützen und hüllen dabei teilweise ganze Bäume ein. In diesem Gruppen-Kokon leben Tausende dieser Raupen, die nach dem Schlüpfen die Blätter ihrer Wirtspflanze teilweise komplett wegfressen. Sind alle Blätter des Wirts vertilgt, begeben sich die Raupen auf die Suche nach einem neuen und spinnen dabei alles ein, was ihnen in die Quere kommt. Beliebte Wirtspflanzen sind Traubenkirsche, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Pappeln, Weiden und gelegentlich auch Obstbäume. Verfressene Raupen weiterlesen

Petras Tagebuch

Kein Schwimmen in schlimmen Anzügen

Es ist schon einige Jahre her, als ich auf dem Weg nach Brandenburg war, um meine Freundin zu besuchen. Es war Winter, und wir planten, in die Sauna zu gehen und eine ordentliche Runde zu schwimmen. Am Bahnhof Friedrichstraße stellte ich fest, dass ich meinen Badeanzug zuhause vergessen hatte. Flugs suchte ich einen Dessousladen auf und kaufte einen neuen. Dieser Badeanzug, den ich noch nicht einmal anprobiert hatte, entwickelte sich zu meinem Lieblingsstück. Er war schlicht und schwarz, einfach ein schickes Teil ohne viel Schnickschnack. Petras Tagebuch weiterlesen

Fesch vertreibt Dick

Dicke Linda
Lindaisches Markttreiben.                                                                                                                                                      Foto: fh

Terminkollision am Kranoldplatz

Zu Beginn des Frühjahrs war die Freude der Anwohner des Kranoldplatzes groß, denn nun findet dort regelmäßig jeden Sonnabend der Wochenmarkt DIE DICKE LINDA statt. Der Markt geht nun in das dritte Jahr und kann sich in der Berliner Marktlandschaft sehen lassen. An etwa 30 Ständen bieten Händler ihre Produkte an. Viele Händler produzieren in der Region, andere sind Neuköllner und bieten ihre feinen Leckereien an. Der Markt ist beliebter Treffpunkt für die Anwohner geworden. An Bierbänken wird gefrühstückt und diskutiert. Später wechseln die Gruppen. Die Langschläfer kommen und stillen ihren Hunger. 2014 fand der Markt einmal im Monat statt. Im letzten Jahr bereits zweimal und nun wöchentlich.
In diesem Jahr kommt erstmalig DIE FESCHE LOTTE, ein Fashionmarkt mit Neuköllner Künstlern und Streetfood, eine weitere Bereicherung Neuköllns, hinzu. »Ich freue mich auf DIE FESCHE LOTTE und eine damit verbundene weitere Belebung des wunderschönen Kranoldplatzes«, so die Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey. Fesch vertreibt Dick weiterlesen

Dick und fesch gehören zusammen

DIE DICKE LINDA auf dem Kranoldplatz hat sich mittlerweile gut etabliert. Jetzt kommt DIE FESCHE LOTTE hinzu. Auf dem einen Markt wunderbare Produkte aus der Region, auf dem anderen Mode, Vintage und handgefertigte Unikate. Eigentlich passt das doch gut zusammen?! Die beiden Märkte könnten wunderbar gleichzeitig stattfinden – theoretisch. Doch die beiden Marktbetreiber werden sich nicht einig – und auszubaden haben es die Kunden, die nie so richtig wissen, wann welcher Markt ist. Vielleicht finden die beiden Marktbetreiber doch noch irgendwann zusammen, um Angelpunkt des gemeinschaftlichen und nachbarschaftlichen Miteinanders in Neukölln zu sein.
Oder vielleicht kommen in Zukunft noch »die verruchte Liesl« und »die singende Lydia« hinzu? Dann könnte einfach jede Woche ein anderer Markt stattfinden – auch gut für die Vielfalt.
In jedem Falle laden die Namen der Märk­te zu weiteren schönen Wortspielen ein.

Josephine Raab

Bürger fordern Respekt für Volksentscheide

Unterschriftensammlung für Verfassungsänderung hat begonnen

In Berlin hat am 28. April die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren »Volksentscheid retten« begonnen, das dem Instrument des Volksentscheids mehr Geltung verschaffen soll. Dafür muss die Berliner Verfassung geändert werden.

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  Es eilt.                                                                                                                                                                                                   Foto:mr

Anlass dafür ist der Umgang der Politik mit dem erfolgreichen Volksentscheid zum Tempelhofer Feld. Im Januar hatte die rot-schwarze Regierungskoalition das Tempelhof-Gesetz geändert, und das Volk konnte dabei nur zuschauen. »Ich bin entsetzt darüber, wie sich 85 Abgeordnete einfach über den Willen von 740.000 Berlinern hinwegsetzen können«, sagte Esther Witt, eine der Initiatorinnen, während der Auftaktveranstaltung im Neuköllner »Heimathafen«. Im März wurde zudem vom Abgeordnetenhaus eine Änderung des Abstimmungsgesetzes beschlossen, die dem Senat und dem Abgeordnetenhaus in Zukunft den Einsatz von Steuergeldern für Wahlkampagnen gegen Initiativen ausdrücklich erlaubt. Für die Initiativen wird es jedoch auch künftig keine Kostenerstattung geben. Bürger fordern Respekt für Volksentscheide weiterlesen

Senat sucht – Bezirk muss liefern

Hickhack um Flächen für Flüchtlingsunterkünfte

Der Senat sucht Grundstücke für Flüchtlingsunterkünfte und auch Neukölln muss liefern. Über den derzeitigen Stand der Verhandlungen informierte Sozialstadtrat Bernd Szczepanski in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 27. April. Dabei gibt es offensichtlich allerhand Irritationen.
So tauchte plötzlich auf der Liste des Senats das Grundstück am Neu­decker Weg für ein Containerquartier auf, auf dem aber nach jahrelanger Planung ab 2017 mit dem Neubau der Clayschule begonnen werden soll. Als Ersatz dafür soll nun an den Buckower Feldern ein Doppelstandort für 1000 Bewohner entstehen. Für den 12. Mai ist zu diesem Thema eine Informationsveranstaltung im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt geplant. Senat sucht – Bezirk muss liefern weiterlesen

Migrant. Schwarz. Deutsch. Soldat.

Bundeswehr will bei Integration mitwirken

Als Reaktion auf Sarrazins Buch »Deutschland schafft sich ab« von 2010, in dem er sich mit der Integrationsunwilligkeit von Migranten auseinandersetzte, gründete sich aus der Bundeswehr heraus der »Soldaten e.V.« Dieser setzt sich für die Integration von Soldaten, die sich als Deutsche fühlen, ein. Kein Wunder, dass, als Gilles Duhem, Geschäftsführer von »Morus14«, der sich weit über die Neuköllner Grenzen einen Namen zum Thema Integrationsarbeit bei Kindern nichtdeutscher Herkunft gemacht hat, mit dem Verein bekannt wurde, sofort die Idee entwickelte, Reservisten oder Soldaten als Respektspersonen für seine Arbeit zu werben. Sein Wunsch ist es, sie als Ehrenamtliche für die Arbeit mit den Jugendlichen zu gewinnen.

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Alle Rucksäcke sind gleich.Foto: pr

Am 19. April fand im Pfarrhaus der »St. Clara«- Gemeinde im Rollbergkiez die Veranstaltung »Migrant. Schwarz. Deutsch. Soldat. – Wie Integration Deutschland besser macht« statt. Ein ungewohntes Bild bot sich den Neuköllner Augen. So viele Ausgehuniformen hat Neukölln womöglich noch nie gesehen. Migrant. Schwarz. Deutsch. Soldat. weiterlesen

Betörende Flora und bebaute Felder

Im Wahlkreis 5 scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Hier reiht sich ein Schmuckstück an das andere.
Der Britzer Garten ist ein Besuchermagnet. Im Frühjahr ist dort die Tulpenblüte zu bestaunen, im Sommer finden Konzerte statt. Der Höhepunkt des Jahres ist ein Freiluftkonzert mit Feuerwerk, während sich der Sommer dem Ende zuneigt.

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Idyllische Fahrt im Britzer Garten.                                                                                                                                   Foto: mr

Am Buckower Dorfteich engagieren sich Bürger für seinen Erhalt.
Dieser Wahlkreis kann sich damit schmücken, ein mobiles Bürgeramt zu haben. Jeden Mittwoch kann das Angebot in vorstädtischer Atmosphäre in Alt-Buckow wahrgenommen werden.

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Dorfteich Buckow.                                                                                                                                                                        Foto:mr

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Vorbeugen statt behandeln

Gesundheitszentren als Orte des Umdenkens im Gesundheitswesen

Nicht nur Bakterien und Viren machen krank, sondern auch die sozialen Verhältnisse, in denen wir leben. Um hier etwas zu ändern, will das »Gesundheitskollektiv Berlin« ein »Kiez-Gesundheits-Zentrum« in Neukölln gründen. Der Standort soll auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei im Rollbergviertel errichtet werden.

Armut macht Krank
Armut macht krank.                                                                                                                                                                      Foto fh:

Auf einer ersten öffentlichen Veranstaltung am 26. April in der Rütli-Schule haben die Initiatoren ihre Ideen und Ansprüche vorgestellt.
»Neukölln hat das Image eines Stadtteils in Aufwertung. Vergessen wird dabei aber, dass der Norden zu den ärmsten Bezirken der Stadt gehört mit Kinderarmut und hohen Zahlen von Transferleistungsempfängern«, beschrieb Henrik Lebuhn, Stadtsoziologe an der HU Berlin, die Situation im Bezirk. Steigende Mieten vereinnahmen einen immer höheren Anteil des Einkommens. Umziehen geht nicht, weil preiswerte Wohnungen fehlen. Die Rettung ist dann häufig eine Überbelegung der Wohnung. Solche prekären Lebensumstände aber machen krank. Hinzu komme, sagte er, dass besonders Menschen aus den ärmeren Bevölkerungsschichten gar nicht wissen, wie sie eine bessere Gesundheitsversorgung erhalten können. Das habe zur Folge, dass in Deutschland ein Unterschied in der Lebenserwartung zwischen den reichsten und den ärmsten Bevölkerungsgruppen von etwa zehn Jahren bestehe. Vorbeugen statt behandeln weiterlesen

Volksbegehren fürs Rad

Initiative für eine fahrradgerechte Stadt

Mit einer kleinen Gruppe engagierter Berliner fing im Herbst 2015 alles an. Die Idee hatte Heinrich Strößenreuther von der »Initiative clevere Städte«. Es müsse doch möglich sein, per Volksentscheid den längst überfälligen Wandel in der Berliner Verkehrspolitik einzuleiten und voranzutreiben.
Strößenreuther organisierte einen Workshop mit über 30 Engagierten aus der Berliner Fahrrad-Szene. Moderiert von Martin Lüdemann, einem Greenpeace-erprobten Großgruppen-Moderator, brüteten im späten November 2015 die Teilnehmenden ein ganzes Wochenende im »Posteo-Lab« in Kreuzberg über Ziele für einen Volksentscheid: Aus 130 Zielvorschlägen kristallisierten sich zehn Zielbereiche heraus. Ein Kernteam bildete sich und etliche Nachtschichten später standen sie: Die zehn Ziele für den »Volksentscheid Fahrrad«. Am 10. Dezember 2015 wurde das Ergebnis veröffentlicht, und in den Tagen vor Weihnachten wurden die Ziele in den Berliner Medien bereits heiß diskutiert.
Im Mai sollen nun 20.000 Unterschriften gesammelt werden, um ein Volksbegehren einzuleiten.
Wer beim Sammeln der Unterschriften mithelfen oder sich anderweitig engagieren möchte, kann sich per E-Mail an info@volksentscheid-fahrrad.de bei den Organisatoren melden. Außerdem benötigt die Initiative noch finanzielle Unterstützung. Es besteht die Möglichkeit, als Förder-mitglied die Initiative zu unterstützen. Alle Informationen dazu sind auf der Internetseite des »Volksentscheid Fahrrad« zu finden. 

rb
www.volksentscheid-fahrrad.de

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

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Nr. 106, Sonnabend,  6. Mai 1916
Schonet unsere Waldungen! Nicht oft und dringend genug kann diese Bitte wiederholt werden. Die Oberförstereien richten auch in diesem Jahre wieder an die Ausflügler nach dem Grunewald durch Anschläge an den Eingängen zu den Forstgebieten die dringende Bitte, die Verbote des Wegwerfens von Papier, Flaschen usw., des Rauchens, des Betretens von Kulturen, Böschungen und Wiesen, der Beschädigung von Alleebäumen, Sträuchern, Jungwüchsen und Holzstapeln, des Reitens und Fahrens auf Touristensteigen zu beachten. Nur unter der einsichtsvollen Mithilfe aller wird es möglich sein, in geringerem Maße von der Zuhilfenahme polizeilichen Schutzes Gebrauch zu machen, und dem Walde Ruhe, Frieden, Schutz und dasjenige Aussehen zu sichern, das ein jeder Naturfreund zu schätzen weiß. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Beste Laune im Stehen

Comedy satt im »Comedy Café Berlin«

Etwas abgelegen von den Kulturzentren Nord­neuköllns befindet sich seit Oktober letzten Jahres eine neue Berliner Humorhochburg. Das CCB, das »Comedy Café Berlin«, ist schnell zu einem wichtigen Motor und Sammelpunkt der aufstrebenden Comedy-Szene in Berlin geworden. Unter dem CCB-Logo mit dem lachenden Gesicht treffen junge Entertainer auf Freunde leibhaftiger Zwerchfellstimulation.

Comedy Cafe Jonas Imam
KOMISCHE Bühne.                                                                                                                                                                     Foto: hlb

Inhaber der mit Hilfe von Crowdfunding gegründeten ersten internationalen und alternativen Comedybühne der Stadt sind Dino und Nina Spiri sowie Noah Telson, letzterer Schauspieler, Autor, Moderator, Improvisationstalent oder auch Pod­castproduzent. Dank eines guten Netzwerks aus lokalen Komikern, darunter viele englischsprachige sogenannte »Expats«, jungen Eigengewächsen und hochkarätigen auswärtigen Gästen, bieten sie an vier Abenden in der Woche ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm. Damit können sie es mit dem vieler TV-beliebter Spaßmacher locker aufnehmen.
Tagsüber herrscht zudem gemütlicher Cafébetrieb mit heißen Sandwiches mit »gezupft Schweinischem« oder fleischlos Käsigem, selbst gemachten Snacks, Suppen, Kuchen (natürlich auch Brownies und Cheesecake), Brezeln der »Hofpfisterei« und Kaffee der Bergmann-Kiez-Rösterei. Nach den Shows sorgt das CCB als Bar mit Cocktails, American Pale Ale der Weddinger »Vagabund«-Brauerei oder Wein vom »Vin aqua vin« auf der Weserstraße für freudvolle Lacher. Beste Laune im Stehen weiterlesen

10.000 Markttaschen für Neukölln

Aus Stoff und ohne Plastik

taschenDas Schöne an einem Wochenmarkt ist ja, dass man draußen einkauft. Und das so vielfältig, von Obst und Gemüse über Brot und Blumen bis zum Snack für den Abend. Damit das alles gut zu Hause ankommt, gibts jetzt in Neukölln Markttaschen. 10.000 Stück für die Kunden der sieben Neuköllner Wochenmärkte vom Maybachufer bis Rudow.

pm

Ich glaub, ich trink im Pferd

Vielsprachige Nachbarschaftsbar with a name: »Horse«

Deniz und Erman mögen Pferde. Pferd heißt auf türkisch »at« – doch so ein »@« hätte für ihr erstes Lokal zu sehr nach Internetcafé geklungen. Dann »Horse« – das verstehen auch die englischsprachigen Gäste. Die beiden sympathischen Betreiber des »Horse« lernten sich in einer internationalen Computerspielfirma in Berlin kennen. Deniz, Schriftsteller aus Uşak in der türkischen Ägäisregion, wohnt mit Frau und Kind seit zehn Jahren im Wedding. Erman stammt aus Istanbul und lebt seit fünf Jahren in Neukölln. Die beiden Freunde haben noch ihre Jobs und daher keinen Druck, mit ihrer ersten »Spelunke« – wie sie ihre Kneipe im Netz nennen – schnelles Geld machen zu müssen. Der Spaß daran, nette Leute kennen zu lernen steht im Vordergrund.

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CRAFTBIER vorm Heimritt.                                                                                                                                                  Foto: hlb

Gegen mehrere Mitbewerber um die Räume des berüchtigten »Aller Treff« setzten sie sich beim Hauseigentümer mit dem einfachen Konzept durch, eine entspannte Kiezkneipe zu betreiben. Ich glaub, ich trink im Pferd weiterlesen

Trödeln und fördern

Bürgerstiftung unterstützt viele Neuköllner Initiativen

Schönes aus alten Zeiten, Kitsch und Krempel, Hausrat, Küchengeräte oder Bücher, all das wartet auf dem Trödelmarkt der »Bürgerstiftung Neukölln« auf Käufer. Hauchfeine japanische Porzellantassen finden sich hier ebenso wie hübsch verzierte Gläser oder ganze Kaffeeservices. Vom Frühjahr bis zum Herbst ist bei gutem Wetter jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr die Remise auf dem Hof der Villa Rixdorf am Richardplatz 6 zum Stöbern geöffnet.

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Karen-Kristina Bloch-Thieß in der Remise.                                                                                                              Foto: mr

Die Waren werden gespendet, nicht nur von Neuköllnern, sondern auch von Unterstützern aus dem Umland. Rund zehn Ehrenamtliche arbeiten regelmäßig bei diesem Projekt mit. Sie packen die Kisten aus, sorgen dafür, dass die Schätze in den Regalen hübsch präsentiert werden und kümmern sich um die Kunden. Zu vielen Stücken wissen die Verkäufer auch kleine Geschichten zu erzählen. Trödeln und fördern weiterlesen

von Neuköllnern für Neuköllner