Archiv der Kategorie: Gesundheit

Quitte als Klimaindikator

Sichtbarer Klimawandel in Nordneukölln

Anders als ihre ursprüngliche Kulturform ist die Zierquitte aus Asien zugewandert. Die Quitte stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und hat sich aber bereits vor unserer Zeit im mediterranen Raum angesiedelt. Um den Körnerpark herum gibt es einige Freiflächen, wo die Zierquitte wächst. Da sie essbar ist, wäre sie auch in Grünflächen eine Alternative zur Ansiedlung von giftigem Liguster, Kirschlorbeer oder Zwergmispel.

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Blüten und Früchte.                                                                                                                                    historische Zeichnung

Die Zierquittenfrucht enthält viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Tannine, Gerbsäure, organische Säuren, viel Pektin und Schleimstoffe. Durch das Pektin ist sie auch gut geeignet, daraus Gelee zu kochen. Außerdem lässt sich mit ihr auch Likör ansetzen. Quitte als Klimaindikator weiterlesen

Schlafstörungen

Besiegen mit 5 – HTP und Tryptophan

Schlafstörungen sind weit verbreitet, und die Gründe dafür sind: Angst, berufliche oder private Belastungen, Ärger, Alter, physische oder psychische Krankheiten, Schmerzen, Schichtarbeit, Einnahme von Arzneimitteln und die mangelnde Versorgung mit Mikronährstoffen. Schlafmittel sollten nur kurze Zeit angewendet werden, da der Stoffwechsel belastet wird und auch eine Abhängigkeit entstehen kann. Daher sind Alternativen mit weniger Nebenwirkungen sinnvoll. Schlafstörungen weiterlesen

Gemeiner Teufelszwirn

Nicht ins Bockshorn jagen lassen, aber in den Bocksdorn

Die Menschen gehen entlang der Thomashöhe oder durch den Mittelweg und danach in einen Bioladen und kaufen 100 Gramm getrocknete Goji-Beeren für fünf Euro, obwohl sie kurz vorher an deren Erzeugern vorbeigelaufen sind, wenn nicht gerade wieder das Grünflächenamt die Bocksdornsträucher zurückgeschnitten hat.

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Bocksdorn.                         historische Zeichnung

Bocksdorn (Lycium barbarum) gehört zu den Nachtschattengewächsen. Seine Blüten ähneln denen des bittersüßen Nachtschattens. Ursprünglich war er in China zu Hause, wo er schon seit mehreren tausend Jahren als Heilpflanze gilt. Er hat bei uns eine wechselhafte Geschichte, wie so manch anderes Nachtschattengewächs auch, das Kirchenvertreter verdammten, nachdem sie die weisen Frauen »aus dem Verkehr gezogen hatten«.
Goji-Beeren üben auf Wissenschaftler und Ökotrophologen eine gewisse Faszination aus, da sie ein hohes Maß an verschiedenen wertvollen Inhaltsstoffen aufweisen. Gemeiner Teufelszwirn weiterlesen

»Essbare Stadt«

Aber nicht in Neukölln

Bei mundraub.org steht, dass in Neukölln keine Fundstellen für Kräuter bekannt sind. Das muss das Grünflächenamt gefreut haben. Ich wollte mit einer Freundin Ruccola aus der Lessinghöhe holen, um uns einen leckeren Salat zu machen und stellte fest, dass dort alle Bepflanzung an den Wegrändern weggesichelt war. Bei einem Anruf im Grünflächenamt wurde mir erklärt, dass auf Wunsch der Polizei die Sicht unter die Büsche verbessert werden sollte, da der Park hin und wieder von Wohnungslosen zum Übernachten genutzt würde. Dumm nur – unter die Büsche kann man auch jetzt nicht gucken – und trotzdem wurden massenhaft Nutzpflanzen vernichtet.

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Bohnen für die Bürger.                                                                                                                                     Foto: Andernach pf

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Warten an Wegen

Die Wegwarte

In der Botanik heißt sie Zichorie, und das weist schon auf ihre Verwandtschaft mit dem Chicoree hin. Ein anderer Verwandter ist Radiccio. Sie hat viele volkstümliche Namen, in fast jeder Landschaft heißt sie anders. Bekannt geworden ist sie in der Nachkriegszeit als Kaffeeersatz.

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Lässt Jungfrauen träumen.                                                                               Foto: historisch.

Es ist nicht ganz sicher, ob sie schon im »Capitulare de Villis« von Karl dem Gro­ßen erwähnt wird (Namensähnlichkeiten verschiedener Pflanzen), aber Paracelsus empfiehlt sie bereits als schweißtreibend und später Kneipp bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen. In der Phytotherapie wird sie zur Stimulierung und zur Heilung von Milz, Leber und Galle eingesetzt. Sie wird aber auch zur allgemeinen Reinigung bei Hautkrankheiten und Ekzemen angewendet. Warten an Wegen weiterlesen

Der Duft der Liebe

Ein Alltagsaphrodisiakum

Es ist wieder mal an der Zeit, sich auf unseren einzigen Sinn, der sich nicht täuschen lässt, zu konzentrieren – unsere Nase! Draußen duftet es – jetzt oft nach Heckenrosen.

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Heckenrose.                                                                                                                                                                                     Foto: mr

Im alten Griechenland soll Aphrodite die rote Rose aus dem Blut des Adonis geschaffen haben. Rosen schützen angeblich vor Verzauberung, aber mal ehrlich, wer wurde nicht alles schon durch das Geschenk einer Rose verzaubert?
Rosen finden überall Verwendung, nicht nur in der Küche, zum Beduften von Räumen, in Parfüms, nein auch Chocolatiers haben sie ins Herz geschlossen. Nicht nur Rosenöl und Rosenwasser ist sehr wertvoll, vom Preis her und seiner sowohl verwöhnenden, wie heilsamen Wirkung, sondern da ist dann auch die weiße Schokolade mit 29 Prozent Kakaoanteil, gefüllt mit einer cremigen Champagner-Ganache und verfeinert mit Rosenöl im Internet im Angebot. Der Duft der Liebe weiterlesen

Verfressene Raupen

Gespinstmotten schaffen bizarre Gebilde im Park

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Bizarre Gespinste.                                                                                                                                                                       Foto: mr

Ein gespenstisches Bild bietet sich derzeit in manchen Neuköllner Parks. Völlig kahle Büsche stehen hier, überzogen von feinen weißen Netzen wie gigantischen Spinnweben. Was aussieht wie ein Bild aus einem Horrorfilm, ist laut Auskunft des Gartenbauamtes das Werk der Raupen der Gespinstmotte. Die Tierchen spinnen sich dieses Netz, um sich vor ihren natürlichen Feinden, Vögeln und Wespen zu schützen und hüllen dabei teilweise ganze Bäume ein. In diesem Gruppen-Kokon leben Tausende dieser Raupen, die nach dem Schlüpfen die Blätter ihrer Wirtspflanze teilweise komplett wegfressen. Sind alle Blätter des Wirts vertilgt, begeben sich die Raupen auf die Suche nach einem neuen und spinnen dabei alles ein, was ihnen in die Quere kommt. Beliebte Wirtspflanzen sind Traubenkirsche, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Pappeln, Weiden und gelegentlich auch Obstbäume. Verfressene Raupen weiterlesen

Dufter Meister des Waldes

Ein Mittel gegen dämonische Kräfte

Waldmeister
Waldmeister.Foto: historisch

Waldmeister(Asperula odorata) gehört zu den Krappgewächsen und wurde früher als Mittel gegen dämonische Kräfte verwendet. In Polen wurde Kühen, die nicht fressen wollten, Waldmeister mit etwas Salz gegeben. Hexen ließen sich angeblich durch eine Mischung von Waldmeister, Johanniskraut und Härtz Bilgen vertreiben.
Er ist eine einheimische Pflanze, die auf kalkreichen Böden wächst. Schon im Mittelalter wurde der Waldmeister kultiviert und wurde damals schon als Duftmittel für die Wäsche oder für Duftkissen verwendet. Auch dem Tabak mischte man manchmal Waldmeister bei.
Für den heute am weitesten verbreiteten deutschen Trivialnamen Waldmeister gibt es verschiedene Erklärungsvorschläge: Er wird gedeutet als »Meister des Waldes«, also die erste und wichtigste Pflanze im Wald, oder auch im Sinne einer »im Walde wachsenden Pflanze mit meisterhafter Heilkraft«. Dufter Meister des Waldes weiterlesen

Damit uns das Herz aufgeht…

Weißdorn hilft bei Herz -Kreislauf-Erkrankungen

In der Thomashöhe gibt es eine Ansammlung von Weißdornbäumen, eigentlich sind es große Sträucher. Der Weißdorn (Crataegus) ist seit der Neuzeit in Europa als Herz-Heilmittel bekannt, aber auch die Indianer verwenden ihn seit langer Zeit, und er ist Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. Es gibt ihn nur auf der Nordhalbkugel in gemäßigten Klimazonen.

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Weißdorn.                                                                                                                                                                         Foto: historisch

Viele Mythen ranken sich um ihn, er wird mit der Dornenkrone Christi in Verbindung gebracht. Im alten Griechenland erleuchtete man Jungvermählten mit brennenden Weißdornzweigen den Weg ins Hochzeitsgemach, und in der Türkei erwartet sich der Überbringer eines blühenden Weißdornzweiges einen Kuss von der Beschenkten.
Die getrockneten Blüten und Früchte werden als Tee oder alkoholischer Auszug bei Herz- und Kreislaufstörungen angewendet. Damit uns das Herz aufgeht… weiterlesen

Süßholz

Raspeln ist das eine – Erkältungstee das andere

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Süßholz.                                                                                                                                                                              Foto: historisch

Die Süßholz-Pflanze (Glycyrrhiza glabra), im Volksmund Blauregen genannt, ist im oberen Bereich giftig, nur die Wurzel ist heilsam. Die Wurzel schmeckt 50 mal süßer als Rohrzucker, wird behauptet.
Seit eh und je, was bedeutet, bereits seit der Antike, ist die medizinische Wirkung der Süßholzwurzeln bekannt. Die alten Ägypter schätzten Lakritze, deren Hauptbestandteil das Süßholz ist, sehr und kannten ein Lakritzegetränk namens »Mai sus«. Theophrast schätzte bereits um 350 v. Chr. Lakritze als Heilmittel gegen Husten und als Durstlöscher. Lakritze soll zur Standardausrüstung der römischen Soldaten gezählt haben.
Es hilft gegen Husten, Magengeschwüre, Kopfschmerzen und niedrigen Blutdruck. Bei Schwangerschaft soll aber vorsichtig damit umgegangen werden. Mit seiner blutreinigenden Fähigkeit ist das Süßholz auch ein wertvoller Begleiter bei Schlankheitskuren oder bei rheumatischen Erkrankungen. Süßholz weiterlesen

Zwischen Homöopathie und Biochemie

Die Schüßler-Salze als eigenständiger Therapieansatz

Der Oldenburger Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898) war ein Kind seiner Zeit. Ausgebildet in homöopathischer Behand-lungsweise, verfolgte er fasziniert die naturwissenschaftlichen Forschungen des zu Ende gehenden 19. Jahrhunderts: Der Berliner Arzt Rudolf Virchow hatte gerade die Zelle als kleinste Einheit des menschlichen Körpers entdeckt und der niederländische Physiologe Jakob Moleschott die Mineralstoffe als lebensnotwendige Grundlage des Körpers erkannt. Beide Entdeckungen sollten das weitere Wirken Schüßlers sehr stark beeinflussen und die Grundlage für seinen neuen Therapieansatz sein, den er 1873 in einer homöopathischen Fachzeitschrift veröffentlichte: die »Biochemische Heilweise«. Zwischen Homöopathie und Biochemie weiterlesen

Nicht nur bei Husten und Heiserkeit

Salbei hat das Heilen schon im Namen (lat. salvere = heilen)

Salbei ist fast weltweit auf allen Kontinenten außer Antarktika und Australien verbreitet. Mit rund 850 Arten gehört er zu einer der artenreichsten Gattungen.
Salbei ist seit dem Altertum als Heilmittel bekannt und kam mit Mönchen im Mittelalter über die Alpen nach Mitteleuropa. Dort fand er schnell Verwendung zum Beispiel zum Luftreinigen in Pesthäusern, wo mit getrocknetem Salbeikraut geräuchert wurde.

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Salve Salbei.                                                     Foto: fh

Traditionell ist die bakterien-, entzündungshemmende sowie zusam-menziehende Wirkung des Salbeis bekannt. Nicht nur bei Husten und Heiserkeit weiterlesen

Salz ist nicht nur zum Kochen da

Die Befreiung der Atemwege

Ein Aufenthalt am Meer kann wahre Wunder wirken, und daher wird raues Seeklima mit natürlichem Salz-Aerosol besonders zur Therapie von Atemwegserkrankungen empfohlen.

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Salzweltenmuseum: Salzbergbau bei Hallein in Österreich.                                                                        Foto: fh

Für Zuhause kann man neben physiologischer Kochsalzlösung die Solen verschiedener Mineralbäder nutzen. Das natürliche Emser Salz enthält neben Natrium und Chlorid viele weitere wertvolle Bestand- teile wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Fluorid und Sulfat. Lösungen von natürlichem Emser Salz sind durch den hohen Hydro- gencarbonat-Anteil leicht alkalisch (pH 8-10) und reinigen und befeuchten nicht nur, sondern helfen auch bei Entzündungsprozes- sen und wirken sanft abschwellend. Salz ist nicht nur zum Kochen da weiterlesen

Im Zeichen der Wollust und Sünde

Die vielseitige Walnuss

In der Thomashöhe steht einer und auch in der Lessinghöhe – ein Walnussbaum. Die Walnuss ist vor langer Zeit aus Persien zu uns gekommen. Die Pflanze ist in fast allen Bestandteilen für uns nützlich.
Zum Heilen sind es die Blätter, die frischen, grünen Fruchtschalen und die Nüsse in den unterschiedlichsten Reifegraden. In der Küche werden die Nüsse und das daraus gewonnene Öl in den unterschied-lichsten Varianten genutzt. Bei den Likörrezepten fällt auch auf, dass sowohl die reife Nuss, als auch die »grünen«, also die unreifen Ver- wendung finden. Bei einem alten Klosterrezept wurden sogar Blätter des Baumes in Sprit angesetzt. Das Holz und die Rinde werden für Möbel verwendet.

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Leckeres zum Knacken.                                                                                                                                                            Foto: fh

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Schlehdorn im Frost

Steinalt mit Schutzwirkung gegen Hexen und Fieber

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Schlehe.                                                                                                                                                                                               Foto:ew

Der Schlehdorn, auch Schlehe genannt, gehört zu den Steinobstge-wächsen innerhalb der Familie der Rosengewächse. Die Blüten, die Rinde (bitte lasst sie dran) und Früchte wirken zusammenziehend (adstringierend), harntreibend, schwach abführend, fiebersenkend, magenstärkend und entzündungshemmend. Ein Blütenaufguss wird besonders bei Kindern bei Durchfallerkrankungen, bei Blasen- und Nierenproblemen und Magenbeschwerden eingesetzt. Aber wie so oft liegen heilende Wirkung und Giftigkeit nahe beieinander. Die Samen des Schlehdorns enthalten das Blausäure-Glykosid Amygdalin. Schlehdorn im Frost weiterlesen

Narkose für den Winterschlaf

Heilkraut mit Vergiftungsgefahr

Es gibt ungefähr 1.400 Nachtschattengewächse. Die bekanntesten sind die Kartoffel und die Tomate, die Paprika und die Aubergine, aber diese kamen erst in der Neuzeit in unsere Gefilde. Der schwarze und der bittersüße Nachtschatten wachsen aber seit eh und je bei uns, und sie wurden auch gebraucht. In alten Büchern steht, dass die jetzt reifen Beeren gesammelt und in Wein sieden sollen, damit wird ein Narkotikum des Mittelalters hergestellt.

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Schwarzes Nachtschattengewächs.                                                                                                              Foto:wikipedia

Schwarzer Nachtschatten: In der Volksmedizin sind diverse medi- zinische Anwendungen aus vielen Kulturen bekannt. Das während der Blütezeit gesammelte und getrocknete Kraut wird in der Volks- heilkunde als Medizin gegen Magen- und Blasenkrämpfe und Keuch-husten eingesetzt, eine äußerliche Anwendung wird bei Ekzemen, nässenden Flechten, Juckreiz, Hämorrhoiden, Schrunden, Prellungen und Abszessen empfohlen. In der Homöopathie wird die gesamte, frische, blühende Pflanze bei Erkrankungen des Zentralnerven- systems eingesetzt.
Laut afrikanischer Volksmedizin sollen Kinder die schwarzen Nacht-schatten als Gemüse essen, um von Krankheiten, die im Zusammen- hang mit Mangel­ernährung und ihren Nebenerscheinungen auftre- ten, verschont zu bleiben.
Durch das Vorkommen von Solanin und anderen Alkaloiden, vor allem in den unreifen Früchten, werden immer wieder Vergiftungen beschrieben. Bei Kleinkindern ist zum Teil auch der eigentlich geringe Solaningehalt reifer Früchte ausreichend, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Die Symptome können dabei Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden, erhöhte Herzfre- quenz und Nierenreizung sein. Zudem treten Angstzustände, Krämpfe und Lähmungen auf, ebenso ein Ansteigen der Körper-temperatur mit anschließendem Abfallen unter den Normalwert. Bei starken Vergiftungen tritt der Tod durch Lähmung des zentralen Atemsystems ein.
Da zum Teil Hühner nach dem Fressen von giftigen, unreifen Beeren verenden, hat sich für die Art auch der Name Hühnertod eingebür- gert. Vergiftungen von Weidetieren können zum Teil auch auf den hohen Nitratgehalt der Pflanzen zurückgeführt werden. Ist dies der Fall, schmeckt die Milch betroffener Tiere bitter.
In Deutschland dürfen Solanum nigrum und seine Zubereitungen aufgrund der Giftigkeit nicht zur Herstellung und Behandlung von kosmetischen Stoffen verwendet werden.

Eva Willig

Wer Sorgen hat, hat auch Likör

Früchte schmecken mit Alkohol noch besser

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Hollerlikör.                                                  Foto:fh

Seit Jahrhunderten werden Früchte und Kräuter in Alkohol konserviert, digestiert, potenziert und und und. Erst waren es die Kräuterfrauen, später die Apotheker, danach die Drogisten und heute kann es jeder.
Derzeit finden wir draußen Vogel-beere, Kornelkirsche, Schlehe und Holunderbeeren in Hülle und Fülle. Alle eignen sich für die Likörher-stellung, wobei Verschiedenes beachtet werden muss.
Das Likör Grundrezept braucht folgende Zutaten: 500g Früchte, 250 g Zucker jeglicher Art und 0,7 Liter Alkohol. Wer Sorgen hat, hat auch Likör weiterlesen

Herbstliches Gold

Die Kräuter, die helfen wenn es juckt

Goldrute
Goldrute.                                                           Foto: mr

Diese Jahreszeit heißt zwar Spätsommer, aber die Goldrute hat noch nie so früh geblüht wie dieses Jahr, also nenne ich diese Zeit Frühherbst.
Goldrute fand bereits im Mittelalter als »Wundkraut« Verwendung. Sie wird auch Unsegenkraut, Goldwundkraut, Gülden Wundkraut, Heidnisches Wundkraut, Heilwundkraut, Himmelbrand, Machtheilkraut, Ochsenbrot, Petrusstab, Pferdekraut oder Schoßkraut genannt. Sie dient zur Behandlung und Vorbeugung bei Harnsteinen und Nierengrieß, bei Reizblase sowie zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Herbstliches Gold weiterlesen

Gute Fette für die Gesundheit

Omega-3-Fettsäuren

Jeder hat schon mal davon gehört, doch kaum einer weiß genau, was Omega-3-Fettsäuren eigentlich sind. Also: Das sind langkettige, ungesättigte Fettsäuren, die für unseren Körper essenziell sind. Zu den wichtigsten Vertretern gehören Docosahexaen­säure (DHA), Eicosapentaensäure (EPA) und Alpha-Linolensäure (ALA).
Essenziell bedeutet, dass der Körper diese Stoffe nicht selber herstellen kann, sie also mit der Nahrung aufnehmen muss. Und das ist auch sehr wichtig, weil sie unsere Gesundheit schützen. Sie sind Bestandteil von Zellmembranen und Augen, sind somit wichtig für Gehirnleistung und Sehkraft. Gute Fette für die Gesundheit weiterlesen

Wenn das Reisefieber kommt

Zwölf kleine Helfer, die für einen entspannten Urlaub sorgen

Die »Homöopathische Reiseapotheke« umfasst eine Auswahl von zwölf Einzelmitteln in niedriger Potenz, die bei typischen Beschwerden, die während einer Reise auftreten können, hilfreich sein sollen. Ganz nach dem Grundsatz Hahnemanns, dem Begründer der Homöopathie, »Similia similibus curentur« – Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden –, können diese Homöopathika eingesetzt werden. Wenn das Reisefieber kommt weiterlesen

Hopfen macht »gamsig«

Und Petersilie hilft dem Mann aufs Pferd

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Das kleinblütige Weidenröschen.

Es gibt sie, die echten Männerpflanzen, allerdings sind sie nicht so zahlreich wie die, die auf Frauen spezifische Wirkungen haben. Im Volksmund ist die Anzahl der Geschichten über die einen wie die anderen ausgewogen.
Die meisten beschriebenen Männerpflanzen sind Aphrodisiaka. Aber es gibt auch Pflanzen, die nur auf männliche Beschwerden wirken. Dazu gehört das kleinblütige Weidenröschen. Es wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und ist hilfreich bei Prostatabeschwerden jeglicher Art. Dazu wird der obere Teil der Pflanze samt Blüten gesammelt und getrocknet, nach der Trocknung wird das Kraut geräbelt und als Tee zubereitet. Bitte mindestens zehn Minuten abgedeckt ziehen lassen.

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Zierde des Berges

oros (griechisch) = Berg, ganos (griechisch) = Schönheit, Zierde

Oregano wird bei uns auch als wilder Majoran bezeichnet. Die beiden Pflanzen sind zwar miteinander verwandt, aber unterschiedlich zu verwenden. Majoran ist ein Gewürz, das vor allem alleine steht und sich kaum mit anderen Gewürzen verträgt, allenfalls vielleicht mit Petersilie. Oregano verträgt sich mit anderen mediterranen Kräutern ohne »vorzuschmecken«. Rigani, wie ihn die Griechen nennen, ist aphrodisisch, Majoran hat eine den Geschlechtstrieb dämpfende Wirkung. Bei uns gibt es keine Pizza ohne Oregano.

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Oregano.      Zeichnung: historisch

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Gut zu(m) Fuß

Gegen Hühneraugen, Schrunden und Fußpilze

Unsere Füße gehören zu den am meisten beanspruchten Teilen des Körpers, immerhin tragen sie das gesamte Gewicht. Im Laufe seines Lebens legt jeder Deutsche durchschnittlich 160.000 Kilometer zu Fuß zurück. Die wenigsten Menschen schenken ihren Füßen jedoch die nötige Aufmerksamkeit. Gut zu(m) Fuß weiterlesen

Grünes Labsal

Länger leben mit Bärlauch

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rezeptfreie Medizin.                                                                             Foto: fh

Der Bärlauch ist verwandt mit dem Schnittlauch, den Zwiebeln und dem Knoblauch. Der Treptower Park und der Plänterwald stehen derzeit mit einer Unterart, dem kaukasischen, voll davon. Das Schöne ist, dass es bei dem auch sibirischen Bärlauch genannten, keine  Verwechslungsmöglich- keit gibt. Den breitblättrigen Bärlauch habe ich bislang nur am Wann- see entdeckt. Grünes Labsal weiterlesen

Der Erlizbaum und seine Kräfte

Wie die Kornelkirsche früher verwendet wurde

Die zweite gelbe Blüte im Jahr ist die der Kornelkirsche (Cornus mas), auch Herlitze. In Österreich heißt sie Dirndl und in der deutschen Schweiz wird sie Tierlibaum genannt. Sie gehört zu den Hartriegeln. Noch vor dem Laubaustrieb zeigen sich Tausende von kleinen, goldgelben Blüten, die einen schwachen Honigduft abgeben. Ihr könnt sie jetzt zum Beispiel im Körnerpark oder neben dem S-Bahnhof »Köllnische Heide« sehen. Der Erlizbaum und seine Kräfte weiterlesen

Ersatzteile für den Körper

»Sanitätshaus Koch« macht mobil

In einer Gesellschaft, die durch verbesserte medizinische Versorgung immer älter wird, werden Sanitätshäuser unerlässlich, nicht nur zur Nachbehandlung, sondern auch für die Prophylaxe. Das Angebot ist vielfältig und richtet sich auch an Sportler und Unfallopfer, die nach der medizinischen Behandlung körperlich beeinträchtigt sind.
Zur Orthopädietechnik gehört die Anpassung von Prothesen. Der Anspruch der Geschäftsführung des Sanitätshauses ist dabei hoch angesetzt. Die Anpassung von Orthesen wird eingesetzt zur Stabilisierung, Entlastung oder Korrektur von Gliedmaßen oder Rumpf. Das kann auch für Sportler interessant sein, die ihre Gelenke entlasten möchten. Ersatzteile für den Körper weiterlesen

Zugereiste Wünschelruten

Blühende Zaubernüsse in Neuköllner Parkanlagen

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Hamamelis.                                                                                                                                                                                        Foto: fh

Dieses Jahr habe ich bereits am 7. Januar die ersten Zaubernüsse (Hamamelis) blühen sehen. Sowohl die gelbblühende in der Lessinghöhe, wie auch die zartrot blühende, virginische im Körnerpark. Beide sind »Zugereiste«, die eine aus Asien, die andere aus Nordamerika, und sie sind Heilpflanzen. Die Rinde und die Blätter der Hamamelis wirken besonders stark zusammenziehend und entzündungshemmend. Daher wird sie häufig zur Wundbehandlung eingesetzt. Sie wirkt zum Beispiel bei Hautentzündungen und zwar adstringierend, beruhigend und blutstillend.

Zugereiste Wünschelruten weiterlesen

Wilder Thymian, der Tausendsassa

Quelle von Mut und Lebenskraft

Der bei uns vorkommende, wildwachsende Thymian wird auch Quendel genannt. Der Name Thymian kommt aus dem Griechischen und bedeutet dort Lebenskraft. Die Griechen benutzten ihn als Räucherpflanze, während sich später römische Legionäre vor Schlachten in ihm badeten, um sich Kraft und Mut zu verleihen.
Quendel ist in Aroma und Geschmack dem echten Thymian, der im mediterranen Raum zu Hause ist (und mit dem er nah verwandt ist) sehr ähnlich und kann wie dieser in der Küche verwendet werden. Er eignet sich beispielsweise gut für Kartoffel-, Tomaten- und Pilzgerichte und als elegantes Fleischgewürz. Das Aroma passt auch gut zu Salatdressings und Dips. Wilder Thymian, der Tausendsassa weiterlesen

Stille Nacht und körperlicher Aufruhr

Gewürze in weihnachtlichen Leckereien

Egal ob wir glauben oder was wir glauben, Weihnachten lässt unseren Körper nicht kalt. Denn unsere Nase überlistet uns und lässt uns in dieser trüben Jahreszeit an Gebäck und Genuss denken. Alles, womit Lebkuchen, Printen oder Dominosteine gewürzt sind, ist aphrodisisch. In Lebkuchen kommen zum Beispiel Zimt, Nelken, Piment, Muskatnuss und Macisblüte (Ummantelung der Nuss), Koriander und Kardamom zum Einsatz. Alle Gewürze kommen von weit her und galten seit dem ausgehenden Mittelalter als sehr, sehr teuer.
Aber diese Gewürze sind auch seit eh und je Heilpflanzen. Zimt gilt als blutzuckersenkend, enthält aber Cumarin, Gewürznelken helfen gegen Mundgeruch und bei Zahnschmerzen, außerdem sind sie verdauungsfördernd. Muskatnuss und Macisblüte werden bei Krankheiten des Verdauungssystems eingesetzt und helfen bei Ekzemen. Das ätherische Öl des Kardamoms wirkt fördernd auf die Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion und auch die ätherischen Öle des Korianders wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und lindernd bei Magen- und Darmleiden.
Unser Körper weiß also, warum er bei niedrigen Temperaturen und Nieselregen oder Schnee nach gewürztem Süßen lechzt. Dem sollten wir nachgeben, denn schließlich klingt Exotic so ähnlich wie Erotik. Also lassen wir es uns gut gehen.

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Der Beifuß, ein fast vergessenes Kraut

Das Allroundtalent unter den Kräutern

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Bei Fuß!

Der Beifuß wächst an den unwirtlichsten Stellen, wie an Wegrändern, auf Geröll, in Steinbrüchen, an Straßen. Er kann bis zu zwei Meter hoch werden.
Beifuß ist als eine der ältesten Heilpflanzen bekannt. Frauen dachten schon vor Jahrhunderten, dass der Beifuß sie vor ungewollter Schwangerschaft schützt oder in der Lage ist, diese abzubrechen.
In der Frauenheilkunde wirkt Beifußtee vor allem durch seine erhitzenden und anregenden Eigenschaften. Da er auch entkrampfend wirkt, hilft er gut bei Periode- und bei Wechseljahrs- beschwerden.
Der Beifuß, ein fast vergessenes Kraut weiterlesen

Unheiliges Kraut: die Schafgarbe

Von der Kirche gefeiert, obwohl es die Abtreibung ermöglicht

Mariä Himmelfahrt ist der größte weibliche Feiertag der katholischen Kirche. Zu dieser Zeit wachsen Johanniskraut, Schafgarbe, Thymian Rainfarn am Straßenrand und blühen in allen Farben. Die katholische Kirche erinnert immer am 15. August an diese und viele weitere Wild­kräuter seit Jahrhunderten mit der Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt. Es ist eines der ältesten Marienfeste und hat seinen Ursprung im fünften Jahrhundert. Bei dieser Kräuterweihe werden die Pflanzen zu einem Strauß gebunden oder mit in einen Korb gesteckten Heilkräutern, geweiht. Anschließend werden sie getrocknet und in Haus und Hof aufbewahrt. Dies soll vor Krankheiten bewahren und Segen bringen.

scharfgabegefiederte Blätter sind ihr Kennzeichen.Foto: mr

Die Schafgarbe (Achillea milleffolium) ist ein typisch mitteleuropäisches Kraut, das bis in fast 2000 Meter Höhe wächst. Der Gattungsname geht auf Achilles, den sagenhaften Helden des trojanischen Krieges zurück, der, wie bei Homer beschrieben, die Pflanze als Heilmittel entdeckt und zur Wundheilung verwendet haben soll. Im Altertum soll die Schafgarbe ebenfalls zur Stillung von Blutungen verwendet worden sein.
Das Kraut hat weit über 50 verschiedene Namen (Augenbraue der Venus, Blutstillkraut), je nach Gegend.
Die Schafgarbe ist ein absolutes Frauenkraut. Dass Frauen es während der Schwangerschaft nicht zu sich nehmen dürfen, zeugt von seiner Abtreibungswirkung. Das Kraut wird meist bei Menstruationsproblemen und bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt.
Bei Männern zeigt das Kraut übrigens keine Wirkung, außer vielleicht den Segen, falls es geweiht wurde.
Im Frühjahr können die jungen Blätter der Schafgarbe einem Wildkräutersalat oder einer Wildkräuterbutter beigemischt werden. Die Pflanze blüht von Juni bis zum Frost.
Bei uns wächst sie fast überall, am Wegesrand, im Park oder, oder, oder… Wir sammeln die Blütenköpfe und lassen sie mindestens eine Woche trocknen, am besten nicht direkt in der Sonne.
Wenn wir uns einen Tee kochen wollen, nehmen wir zwei Teelöffel Kraut auf einen Becher und gießen es mit kochendem Wasser auf und lassen ihn acht bis zehn Minuten ziehen. Der Tee kann mit Honig gesüßt werden, da er leicht bitter schmeckt. Die Schafgarbe kann zur Verstärkung der Wirkung mit Beifuß gemischt werden. Dieses Kraut stellt Kiez und Kneipe im nächsten Monat vor.

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Dem ist kein Kraut gewachsen

Giersch: Der Allrounder unter den Wildkräutern

Wird ein Hobby-Gärtner gefragt, was die eierlegende Wollmilchsau unter den Pflanzen alles können müsste, würde er antworten, dass sie Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze in einem sein sollte, wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine enthalten muss, schnell nachwächst, vom Geschmack zu Suppen, Salaten, Kartoffeln, Nudeln und Eierspeisen passt und dabei immer wieder neue Geschmacksrichtungen entfaltet. Reste der Pflanze müssten als Mulch auf den Beeten den Boden mit neuen Nährstoffen versorgen.
Nichts leichter als das. Leider rümpfen die meisten Gartenbesitzer die Nase, wenn sie den Namen dieses Alleskönners hören. Giersch! Oh nein, Giersch ist Unkraut, wuchert durch die Gärten und wächst bei jedem Ausrottungsversuch nur noch mehr. Dennoch bleibt es wie es ist: Giersch ist ein Allroundtalent.

 

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAUnkraut vergeht nicht.                                                   Foto: mr

Wer keinen Garten hat, findet ihn überall in der Natur. Sobald der Boden durch die ersten Frühlingssonnenstrahlen erwärmt wird, sprießt er und entfaltet sich in Windeseile. Die zarten ersten Blätter schmecken hervorragend im Salat. Der Geschmack erinnert an Petersilie und Sellerie. Ältere Blätter lassen sich wie Spinat kochen. Sie sind geschmacksintensiv und passen zu Nudeln, Pizza oder als Backzutat für Kräuterbrote. Die Blüten munden hervorragend in Kräuterlimonade und verfeinern viele Suppen. Getrocknete Blätter dienen ungefähr ein Jahr lang als Gewürz und ersetzen hier die Petersilie.
Die Volksheilkunde schätzt Giersch bei Rheuma und Gicht.
Zum Schluss ein Tipp für alle Hobbygärtner: Wer den Gierschwuchs im Garten wirklich stoppen möchte, sollte die Pflanze auf gar keinen Fall aushacken. Die zerstoßenen Wurzeln bilden neue Triebe. Lieber den Giersch regelmäßig ernten. So kann der Wuchs unter Kontrolle gebracht werden. Wer unkontrollierte Natur liebt, der wartet ab und schaut, wohin es den Giersch treibt. Vorher bitte ein gutes Wort für diese Wunderpflanze beim Nachbarn einlegen, sonst könnte es böse enden.

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Powerkraut schenkt Energie

Löwenzahn, ein vielseitiges, überall zu findendes Zaubergewächs

Löwenzahn besitzt eine hohe Widerstandskraft. Wird das Kraut herausgerupft, wächst es schnell nach. Darüber sollten wir uns freuen, denn genau diese Widerstandsfähigkeit schenkt uns die Löwenzahnwurzel mit –kraut (Taraxaci radix cum herba), wenn wir die Heil- und Küchenpflanze richtig anwenden. Bevor die Mähmaschinen auf dem Tempelhofer Feld diese tolle Pflanze aus der Familie der Korbblütler wieder niederstrecken, pflückt sie euch für Salate, Tees, Wein, zur Kaffeeröstung oder zur Herstellung leckerer Green Smoothies. Da ich hier nicht auf alle Zubereitungen eingehen kann, empfehle ich das Internet.
Löwenzahn hat einen positiven Einfluss auf das Verdauungssystem. Die Pflanze steigert die Magensaftsekretion, wirkt krampflösend und beugt Völlegefühl vor. Wer unter Magenproblemen leidet, sollte seine Mahlzeiten mit Löwenzahn aufpeppen und ihn als Spinat, Suppe oder im Salat genießen.
Täglich drei Tassen Löwenzahntee unterstützen das Verdauungssystem und regen Galle und Leber an, sodass der Fettstoffwechsel verbessert wird. Für den Tee eignen sich die Wurzeln und die frischen Blätter. Die letzte Tasse sollte jedoch – wegen der diuretischen Wirkung – spätestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen getrunken werden. Um die durchspülende Wirkung des Löwenzahns zu unterstützen, werden zusätzl ich zwei Liter Wasser pro Tag getrunken.

Löwenzahn (5)

Bald eine Pusteblume.                                    Foto: mr

Die Kommission E, die selbstständige, wissenschaftliche Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, bestätigt dem Löwenzahn seine positive Wirkung auf Verdauungssystem, Niere und Blase. Die Volksheilkunde (überliefertes Wissen) geht weiter und vertraut der gelben Blüte mit den gezahnten Blättern auch bei Diabetes, Wundheilungsstörungen, Immunschwäche, Akne, Warzen und Hühneraugen. Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, nur sollte eine Pflanze nicht für sämtliche Krankheiten herhalten müssen. Jeder Mensch ist individuell und wird somit unterschiedliche Erfahrungen machen.

km

Holunder wirkt Wunder

Zweimal im Jahr tolle Ernte

Im Herbst haben wir über die Holunderbeere/Fliederbeere geschrieben. Jetzt ist Erntezeit für die duftende Holunderblüte, die nicht nur Grundlage des leckeren Hugos ist. Wer auf den gekauften Holunderblütensirup verzichten möchte, geht jetzt selbst in die Natur, pflückt die weißen Dolden und setzt damit folgendes Rezept an:
30 Dolden Holunderblüten
5 Liter Wasser
1 Kilo Zucker
2 Biozitronen
50 g Zitronensäure oder Saft von 3 Zitronen
Zucker mit Wasser vermengen. Holunderblüten in einen Topf legen und mit Zuckerwasser auffüllen. 2 Biozitronen in Scheiben schneiden und dazugeben. Deckel drauf und 4 Tage ruhen lassen. Den Sud mit Zitronensäure oder Zitronensaft aufkochen, abkühlen lassen und abseihen. Sirup in Flaschen füllen. Mit Wasser oder Sekt (für Hugo) verdünnen, Minzblätter und Eiswürfel dazugeben.

hollerblueteimtopfHolunderblüten mit Zitrone.     Foto: km

Mit getrockneten Holunderblüten lassen sich das ganze Jahr über Tees zubereiten. Dafür müssen die Dolden auf einem großen Stück Papier ausgebreitet und ab und an gewendet werden. Am besten lassen sich die Blüten im Schatten trocknen. Die pralle Sonne ist dafür nicht geeignet. Zur Herstellung eines Tees wird ein Teelöffel der getrockneten Blüten mit 150 ml Wasser übergossen und fünf Minuten zugedeckt ziehen gelassen. Der Tee stärkt den Kreislauf, fördert den Stoffwechsel, lindert Magenschmerzen und Blähungen, wirkt entwässernd und lindert Fieber und Erkältungskrankheiten. Zur Befreiung der Atemwege wird der Tee inhaliert. Hierfür werden acht gehäufte Teelöffel Holunderblüten mit einem Liter kochendem Wasser übergossen. Die aufsteigenden Dämpfe zehn Minuten lang einatmen.
Zum Schluss noch die Einschlafhilfe mit Holunderblütenmilch: Vier frische Holunderblütendolden in einem halben Liter Milch erhitzen, 90 Minuten ziehen lassen, Vanillezucker nach Belieben hinzugeben. Die Milch noch einmal kurz erwärmen, dann die Blüten abseihen und die Holunderblütenmilch eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken. Hilft übrigens auch an miesen Tagen, an denen die Laune im Keller wütet. Verbessert die Stimmung!

km

Gesunde Gänseblümchen

Kleine Pflanze zeigt sich sehr vielseitig

Als Kind habe ich im Frühling und Sommer Haarkränze aus Gänseblümchen geflochten. Sobald die ersten Blumen auf der Wiese standen, wuchs das Sommerfeeling in mir. Gänseblümchen läuten jedoch nicht nur die warme Jahreszeit ein, sie haben gesunde Eigenschaften. Heutzutage freue ich mich immer noch über die Korbblütler mit ihren weißen Zungen- und gelben Röhrenblüten, pflücke sie jedoch nun für meinen Salat oder als Heilmittel.
So wird der Tee aus den Blüten zur Appetitanregung und zur Verbesserung der Stoffwechsellage eingesetzt. Durch die harntreibende Wirkung können Ödeme (zum Beispiel Beinödeme) gelindert werden. Als Jugendliche wurde ich mit dem schrecklichen Befall von Akne und deren Narbenbildung konfrontiert. Meine Oma übergoss gleich einmal eine Handvoll Gänseblümchen mit Doppelkorn und ließ diese Mischung in einem verschlossenen Glas sechs Wochen ziehen. Danach sollte ich mein Gesicht morgens und abends mit einem Wattepad damit abreiben. Ich gestehe, ich hab das erst nach dem Schulunterricht gemacht, da ich Angst hatte, meine Lehrerin würde mir Alkoholmißbrauch unterstellen. Nach vier Wochen waren die ersten Erfolge sichtbar. Die Pusteln und Rötungen klangen ab. Dieses Jahr spiele ich mit dem Gedanken, eine Gänseblümchenseife zu sieden, die ihre positiven Hauteigenschaften gleich beim Waschen entfaltet.

Gänseblümchen (5)

Falsche Kapern von der Wiese.        Foto: mr

Nun aber zu einem wirklich leckeren Rezept mit Gänseblümchen:
Falsche Kapern

2 Tassen Gänseblümchen
½ Teelöffel Salz
125 ml Kräuteressig
Zubereitung:
Gänseblümchen mit Salz bestreuen und drei Stunden ruhen lassen. Kräuteressig aufkochen, die Gänseblümchen hinzufügen und kurz mit dem Essig aufkochen. Alles in ein Schraubglas füllen und einige Tage ruhen lassen. Die Gänseblümchen absieben, den Essig erneut aufkochen und wieder zu den Knospen geben. Drei Wochen kühl und dunkel lagern, dann sind die falschen Kapern für Königsberger Klopse fertig. Sie schmecken aber auch hervorragend zu Eiern in Senfsoße oder Schafskäsesalat. 

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Frühlingsgefühle kommen bestimmt

Wider die Müdigkeit

frühjahrsmüdigkeitFrühling macht schlapp, gebt mir einen Brennesseltee!Foto: fh

Die Feldlerche macht sich auf dem Tempelhofer Feld auf Partnersuche und fliegt munter über die Wiesen, die den Duft des Frühlings ausstrahlen. Auch andere Tiere regen sich und lachen der Sonne entgegen, während wir Menschen, die Müdigkeit in den Knochen, mit schleppendem Gang über die Landebahn laufen. Wieso ist die Natur so fit und wir so extrem müde? Woher kommt dieser Anflug von Schläfrigkeit, sobald das Frühjahr erwacht, und warum müssen wir ausgerechnet jetzt noch eine Erkältung bekommen?
Die Ursache liegt im Klimawechsel. Der Körper muss sich erst langsam auf den Wechsel von Winter auf Sommer einstellen. Dafür weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt, was uns müde und schlapp macht. Aber auch der Melatoninspiegel spielt eine große Rolle. Nach den dunklen Wintermonaten ist die Konzentration des Schlafhormons noch sehr hoch und muss erst einmal den Körper wieder verlassen. Um den Organismus auf die langen Tage und die steigenden Temperaturen einzustimmen, braucht er Tageslicht, Bewegung und leichte Kost. Viel frisches Obst, Gemüse und täglich drei Tassen eines Kräutertees aus Brennnesselblättern, Löwenzahn, Giersch und Gänseblümchen können die Schlappheit bekämpfen. Am besten werden die Kräuter frisch gesammelt. Wer dazu keine Lust oder Zeit hat, kann sich die Zutaten im Kräuterladen besorgen und zu Hause selbst mixen.
30 g Brennnesselblätter
20 g Löwenzahn
20 g Giersch
10 g Gänseblümchen
Einen Teelöffel der Mischung mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Dreimal täglich eine Tasse trinken.
Wer seiner Haut nach der langen Heizperiode etwas Gutes tun möchte, kann die gleiche Mischung auch als Gesichtswasser verwenden. Dafür wird genau wie bei der Herstellung des Tees vorgegangen, nur wird dieser logischerweise erst kaltgestellt. Danach das Gesicht mit dem Kräuteraufguss waschen. Morgens und abends angewandt sieht die Haut bald schon wieder frisch aus.

km

Die Arterienbürste

Frühjahrskur mit Knoblauch-Zitronen-Schnaps

Vor Jahren las ich von dem Knoblauch-Zitronen-Schnaps, der die Arterien durchpustet, Verkalkungen auflöst, die Cholesterinwerte senkt und den Körper entgiftet. Mit alledem hatte ich zwar noch nichts zu tun, aber ich war neugierig und probierte es für die Zukunft schon einmal aus und blieb dabei. Seitdem mache ich mindesten einmal pro Jahr eine Knoblauch-Zitronen-Kur.
Ich überwand mit dieser Kur die Frühjahrsmüdigkeit und spürte, wie ich auch in Stresssituationen konzentrierter blieb und die Überbelastung besser wegsteckte. Gerade habe ich wieder eine Kur angesetzt, von der ich morgens und abends ein Schnapsglas trinke. Nach zwei Wochen wird für zwei Wochen pausiert, dann beginnt die Kur von vorne.
Angst vor lästigem Knoblauchgeruch muss keiner haben. Durch die Zitronen wird der Knoblauchgeruch neutralisiert und Freunde werden trotz hochprozentigem Knoblauchs in den Adern auf die Umarmung bei der Begrüßung nicht verzichten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERALECKERer Knollenschnaps.  Foto: km

Das Rezept
60 geschälte Knoblauchzehen (ca. 6 Knollen)
8 Bio-Zitronen
400 ml Wodka
2 Liter Wasser
Die Zitronen abbürsten und in kleine Stücke schneiden. Knoblauch schälen und mit den Zitronen und dem Wasser aufkochen. Abkühlen lassen und den Alkohol dazugeben. Mit dem Mixer pürieren. Über Nacht kühl stellen. Am besten auf dem Balkon, da der Brei noch sehr stark nach Knoblauch riecht. Am nächsten Tag die Flüssigkeit durch ein Leinentuch abfiltrieren und in Flaschen füllen.
Der Wodka dient der Haltbarkeit, da ich meist die Menge für beide Kurhälften zusammen herstelle. Wer genügend Platz im Kühlschrank hat oder zweimal kochen möchte, kann auf den Alkohol verzichten. Dann nur die Hälfte des Rezepts verwenden.
Im Laufe der Jahre kam eine Abwandlung von mir hinzu. Hierfür wird Ingwer kleingeschnitten und in die Flaschen gegeben.
Im Internet gibt es folgende Angaben: drei Wochen morgens und abends ein Schnapsglas trinken, acht Tage pausieren und die Kur noch einmal von vorne beginnen.
Der Knoblauch hat jedoch eine sehr blutverdünnende Wirkung. Empfindliche Menschen neigen dann schon bei den geringsten Stößen zu blauen Flecken. Daher empfehle ich die Kur auf zwei 14-tägige Kuren zu beschränken.

km

Gegen den Weihnachtsstress

Alle Jahre wieder beruhigt Hopfen die Gemüter

Da heißt es nun »besinnliche Weihnachtszeit« und jedes Jahr aufs Neue graut es den meisten vor dem Fest. Die Nervenanspannung beginnt oft schon einige Wochen zuvor und entlädt sich dann am Heiligen Abend oder spätestens am ersten Weihnachtstag. Die Planung der Geschenke, die Besuchsreihenfolge (»Wie, ihr fahrt erst zu den Schwiegereltern? So war es letztes Jahr auch schon. Ihr seid wohl nicht gerne bei uns …«), die Stunden im Familienkreis mit der Verwandtschaft, die sich sonst im Jahr nicht mit dem Allerwertesten anschaut, die Essensrituale (»Ach ja, du isst ja neuerdings vegan. Da weiß ich dann auch nicht, was ich kochen soll. Isst du denn wenigstens Fisch?«), all dies sorgt im Vorfeld für so viel Stress, dass wir eigentlich Urlaub bräuchten und am liebsten bis Silvester im Ausland untertauchen würden.
Zurzeit finden wir in der Natur Hopfen, der hilft dem angegriffenen Nervensystem und sorgt dafür, dass die Feiertage ein wenig besinnlicher werden. Wer eine kleine »Leck-mich-Stimmung« für die Vor- und Weihnachtszeit benötigt, geht am besten in die Parks und Grünanlagen Berlins und pflückt sich ordentlich viel dieser Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse.
Nach der Ernte wird der Hopfen über vier Stunden bei 50 Grad im Backofen und anschließend noch zwei Tage an einem trockenen Ort getrocknet. Hopfen enthält bis zu 85 Prozent Wasser und benötigt daher eine sehr lange Trocknungsphase, damit er nicht schimmelt. Anschließend können die Hopfenzapfen in Tüten, Dosen oder Einweggläsern aufbewahrt werden.
Für eine Tasse Tee werden zwei Teelöffel Hopfendolden/-zapfen benötigt, die 15 Min. in 200 ml Wasser ziehen sollten, bevor sie abgesiebt werden und der Tee schluckweise zweimal täglich getrunken wird. So klappt es dann auch mit der Ruhe um Weihnachten. Und wenn alle Stricke reißen, wird halt beim Weihnachtsessen wieder zum guten, alten Hopfentee in der Beugelbuddel gegriffen.

km

Hagebutte, die Schietwedderfrucht

Tee unter dornigen Bedingungen

Es ist wieder Erkältungszeit und Gott sei Dank wächst in der freien Natur alles, was wir brauchen, damit dieser Kelch an uns vorüberzieht. Letzten Monat war es die Fliederbeere (Holunderbeere), diesen Monat habe ich die Hagebutte ausprobiert.
Bei meiner Radtour entlang des Mauerwegs habe ich sie entdeckt und mich für die Zubereitung als Tee entschieden. Hierfür pflückte ich unter dornigen Bedingungen die lange, schmale Hundsrose, die angeblich süßer als ihre große Schwester die Kartoffelrose schmeckt.
Leider hatte ich keine Handschuhe dabei und somit waren meine Hände ziemlich aufgerissen. Egal, Hauptsache gesund! Vitamin C enthalten alle Hagebutten und das nicht wenig. Fünfzig Mal mehr Vitamin C steckt in den Früchten als in Zitronen.

Rosa canina|FruitGeheimwaffe gegen Erkältung.Foto:      Alfred Richard Stübling

Zur Weiterverarbeitung werden Stil und Blütenansatz abgeschnitten und die Nüsschen entfernt, was eine ziemlich nervtötende Angelegenheit ist, die ich mir mit DVDs versüßte. Nach dem Waschen wird das Fruchtmark im Mörser zerstampft und danach im Ofen bei 50 Grad eine Stunde getrocknet. Vorsichtshalber habe ich die Hagebutten noch zwei Tage ausgebreitet im Backofen (natürlich ohne Wärme) liegen lassen, bevor ich sie in ein Schraubglas zur Aufbewahrung abfüllte. Ich wollte Schimmelbildung vermeiden.
Für die Zubereitung werden zwei gehäufte Teelöffel der Hagebutten mit siedend heißem Wasser übergossen und nach zehnminütiger Ziehzeit abgegossen. Der Tee erhält nicht die Farbe, die wir von Hagebuttentee kennen, da in gekauften Tees Malve (Hibiskus) als Färbemittel enthalten ist. Auch der Geschmack ist etwas anders, aber sicherlich nicht schlechter. Insgesamt ist es wirklich eine kleine Plackerei, die Hagebutten für den Tee vorzubereiten, dennoch finde ich, für ein gesundes kostenfreies Heißgetränk aus der Natur lohnt sich der Aufwand.

km