Berliner Luft und wildes Gras

Wie das »BLUB« zehn Jahre nach seiner Schließung ein anderes Paradies geworden ist

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Spassbad heute etwas anders.                                                                                Foto: oj

»Heute blubbert nichts mehr«, »das alte Spaßbad ist verkommen und vertrocknet«, ein »Trümmermeer«. So titelten BZ und Tagesspiegel dieses Jahr über das berühmte ehemalige Erlebnisbad »Berliner Luft- und Badeparadies«, das am Teltowkanal in Britz versteckt hinter wuchernden Gräsern und Büschen liegt. Seit der Schließung 2005, die zum kleineren Teil die Folge einiger Kämpfe randalierender Banden, zum größeren die einer Rattenplage war, plantscht hier tatsächlich niemand mehr. Dennoch kann von einer Brache, wie Baustadtrat Thomas Blesing das Gelände bezeichnet, nicht die Rede sein.
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Schuhkartonweihnachten

Missionierung per »Carepaket«

Alle Jahre wiederweihnachten_im_schuhkarton_2010_06_1 werden Schuhkartons mit Süßigkeiten, Spielzeug und Kleidung gepackt. »Weihnachten im Schuhkarton« heißt diese inzwischen allseits beliebte Charity Aktion des christlichen Vereins »Geschenke der Hoffnung«. Vielen Kindern wird damit sicherlich eine Freude bereitet. Was für uns ganz normale Alltagsgegenstände sind, ist für viele Familien in Osteuropa von unschätzbarem Wert, denn meist können sie sich selbst diese Dinge nicht leisten.
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Zum Geburtstag

Leserbrief von Felix Huby

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Felix Huby.                                                                    Foto: pr

Kiez und Kneipe habe ich vom Tag der Geburt bis jetzt zum vierten Geburtstag aus der Ferne beobachtet und ein wenig auch kritisch begleitet, was seine Gründe darin hat, dass Felix Hungerbühler, der Chef vom Dienst, mein Sohn ist und ich selbst über 20 Jahre Journalist war, bevor ich mich als Schriftsteller selbständig machte.
Durch die Lektüre der kleinen Zeitung wurde mir der Kiez, für den sie gemacht wird, erstaunlich vertraut, und ich lernte zu schätzen, wie wichtig ein solches Blatt für einen begrenzten städtischen Raum sein kann. Zum Geburtstag weiterlesen

Goya und Picasso in der Arena

Das Schloss Britz zeigt »Die Kunst des Stierkampfes«

Nein, hier soll keine Werbung für den Stierkampf gemacht werden. Aber die Besucher dieser musealen Corrida erhalten die Gelegenheit, zwei unterschiedliche Interpretationen eines äußerst emotional geladenen Themas zu studieren.
Im Schloss Britz werden bis zum 22. Februar 2015 die kompletten Graphikzyklen von Francisco de Goya und Pablo Picasso präsentiert, die sich im Abstand von hundert Jahren dem Thema »Die Kunst des Stierkampfs«, «La Tauromaquia« widmeten, der die Ausstellung auch ihren Titel verdankt.

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Auf in den Kampf.                                                                                                                                                                          Foto:mr

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Kunst in Krisenzeiten

»Tempus Ritualis« in der Galerie im Körnerpark

Zeit und Ritual, zwei gegensätzliche Begriffe sind die Stichworte, unter denen sich zehn griechische und deutsche Künstlerinnen mit den kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen in Zeiten der Krise beschäftigen.
»Tempus Ritualis« heißt die Ausstellung, die noch bis zum 11. Januar in der Galerie im Körnerpark zu sehen ist. Mit ganz unterschiedlichen Mitteln gehen die Künstlerinnen der Frage nach, welche Formen von Solidarität sich in Zeiten des Umbruchs entwickeln. Bilden sich möglicherweise neue Rituale heraus oder gibt es neue Formen von Freundschaften?

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Beziehungsklötzchen.                                                                                                                                                               Foto: mr

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Stadtbibliothek wird Galerie

»Buckower Malgruppe« zeigt ihre Werke

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Leuchtendes Glas.                                                                           Foto:mr

Vor dreißig Jahren gründeten ein paar Hobbykünstler bei einem Malkurs der Neuköllner Volkshochschule die »Buckower Malgruppe«. Dieser ist noch bis zum 6. Dezember in der Helene Nathan Bibliothek in den Neukölln Arcaden eine Ausstellung gewidmet.
Die Zusammensetzung der Gruppe änderte sich mit den Jahren, aber es blieb immer bei acht Mitgliedern. Aufgenommen wird nur, wer sein Handwerk beherrscht.
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Verkaufte Heimat

Angst vor dem Leben auf der Straße

Peter hat eine geräumige Vorderhausparterrewohnung in der Emser Straße. Er übernahm in den 90er Jahren die Wohnung der Hauseigentümerin, nachdem diese verstarb. Schon damals war diese Wohnung für ihn ein Segen, weil er eine schwere Operation hinter sich hatte und nicht mehr gut Treppen steigen konnte.
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Von elegisch bis erdig

Top-Jazz in der Nikodemuskirche

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John Surman blies wieder in Berlin.                            Foto:pr

Vor 46 Jahren waren der englische Saxophonist John Surman und die norwegische Sängerin Karin Krog zum ersten Mal in Berlin. Seitdem konzertierten die beiden auf Bühnen weltweit und bei vielen internationalen Festivals. Surmans eigene Veröffentlichungen, insbesondere auf dem legendären ECM-Label, aber auch seine Produktionen mit anderen Musikern finden sich in den Plattenschränken von Jazzfans in der ganzen Welt. Von elegisch bis erdig weiterlesen

Spotlight fördert Talente

Morris Perry verbindet Kunst und Kulturen

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Kreativer Kopfputz.                            Foto: pr

Es ist schon ein einzigartiges Projekt, das Morris Perry mit dem »Fujiama Nightclub« ins Leben rief. Viermal im Jahr präsentiert er junge Talente, die er in Neukölln gefunden hat, in seiner umwerfenden Show im Heimathafen.
Das Konzept ging auf. Im vergangenen Jahr gründete Perry den »Spotlight Talent e.V.«, um noch besser arbeiten zu können. Der Verein soll Kulturen über Kunst verbinden und jungen Menschen eine Perspektive bei der Berufswahl und bei Lebensentscheidungen bieten.
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Der Salon öffnet seine Musikkiste

Von Jazz und Blues bis zu Gospel und Chanson

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Michael Raeder singt Hilde.                                                          Foto: mr

Die »Salonmusik« im »Café eßkultur« im Körnerpark ist immer eine Reise wert. Das, was der amerikanische Pianist Louis Durra am 12. Oktober bot, war etwas ganz Exquisites. Geschickt verwob er eigene Kompositionen, Pophits und sogar Titel aus der elektronischen Musik mit Jazzimprovisationen und schuf damit großartige Musik, die auch die Ohren eines dem Jazz eher skeptisch gegenüberstehenden Publikums öffneten. Laila Fischer, die an der Deutschen Oper singt, gesellte sich für zwei Stücke zu Durra. Genial, wie sie den »Abschiedsbrief« von Kästner und Weill zum Besten gab. Auch Jazzsängerin Tanja Siebert bereicherte die Soloperformance von Durra.
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Jazz ohne Schnörkel

Rasanter Haas auf dem Klavier

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Lionel Haas im »Jazzclub«.                                                              Foto: mr

Das Klavier gilt als Königsinstrument des modernen Jazz. Kann doch ein geübter Pianist Rhythmen, Melodien und Harmonien auf einem einzigen Instrument beliebig kombinieren und miteinander verweben. Diese Kunst beherrscht der Pianist Lionel Haas, der seit Jahren aus der Berliner Jazzszene nicht wegzudenken ist, bestens. Beim Konzert in der Reihe »Jazzclub« am 17. Oktober im Kleinen Saal des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt offenbarte Haas aber nicht nur seine Virtuosität am Klavier, sondern auch seinen Sinn für das Zusammenspiel.
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»Kreuzkölln Superprovisorium«

Roman über den Wandel im Kiez

Als »Superprovisorium« wird laut Wikipedia »im juristischen Sprachgebrauch eine ohne Anhörung der Gegenpartei erlassene vorsorgliche Maßnahme« bezeichnet. Gleichzeitig weist der Begriff aber auch auf das Lebensgefühl vieler jüngerer Menschen hin, die in den Bezirk gekommen sind, um hier ihre Utopien zu verwirklichen.
Sam, die Hauptfigur des Romans, ist eine der vielen Berliner Rand­existenzen, die es nach Neukölln gezogen hat, weil es ihr dort noch möglich erschien, ihrer Berufung, der Malerei, nachzugehen, ohne sich den Gesetzen des kapitalistischen Kunstmarktes beugen zu müssen. »Kreuzkölln Superprovisorium« weiterlesen

Süße Stoffe im »süßstoff«

Schicke Outfits für den Schillerkiez

Manchmal braucht es im Leben Veränderungen, um ans Ziel zu gelangen. Das dachte sich auch Claudia. Die gelernte Kinderkranken-schwester merkte, dass sie ihren Job als Vollzeitkraft wohl nicht bis zur Rente durchhalten wird und suchte ein zweites Standbein, um sich im Alter dezent aus dem Klinikall­tag zurückzuziehen. Der Erfolg beim Verkaufen für Freunde auf Märkten brachte sie schließlich auf die rettende Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen.
Mit »süßstoff« hat sie sich zusammen mit Jenny diesen Traum erfüllt. Jenny, die ihre selbst entworfene Mode zuvor unter ihrem Label »Börd Shört« im Internet und auf Märkten verkaufte, war von der Idee begeistert, sodass sie zusammen Mitte Oktober den Laden in der Kienitzer Straße eröffneten.

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»Börd shört« betört.                                                                               Foto: cr

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Rixdorf Next Generation

Stilvolles Trinken auf der Richardstraße

Auf die Tradition des »Rixdorfer Krugs«, der lange das Herz des Rixdorfer Kiezlebens darstellte, hat man im »Alter Roter Löwe Rein« (schräge Übersetzung des Vorgängerpubs »Old Red Lion Inn«) reagiert: mit liebevoller Inneneinrichtung, die das Ambiente der 20er-Jahre heraufbeschwört. In dem trutzigen schwarzen Haus an der Ecke Uthmannstraße hat das Team des »Löwe Rein« das Idealbild einer zeitlosen Kneipe für Jedermann geschaffen, die viel Patina besitzt und Geschichte atmet. Antikes Mobiliar samt Klavier, Kerzenschein und ein mächtiger Barschrank lassen alles Drumrum vergessen, wenn der Gast sich an Cocktails, Weinen, erlesenen europäischen Schnapsspezialitäten oder den drei Bieren vom Fass labt.

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Der mächtige Barschrank vom Löwen.                                                                                                                          Foto: pr

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»Bis Später«

Neuer alter Klassiker

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Flaschenbild mit Vera.                                                                          Foto: jt

In Neukölln, besonders im Schillerkiez, schießen seit zwei Jahren wo man nur hinsieht neue Läden aus dem Boden. Eisdielen, Bars und Burgerläden, doch selten ist eine waschechte Berliner Kneipe wie das »Bis Später« dabei.
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Der Beifuß, ein fast vergessenes Kraut

Das Allroundtalent unter den Kräutern

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Bei Fuß!

Der Beifuß wächst an den unwirtlichsten Stellen, wie an Wegrändern, auf Geröll, in Steinbrüchen, an Straßen. Er kann bis zu zwei Meter hoch werden.
Beifuß ist als eine der ältesten Heilpflanzen bekannt. Frauen dachten schon vor Jahrhunderten, dass der Beifuß sie vor ungewollter Schwangerschaft schützt oder in der Lage ist, diese abzubrechen.
In der Frauenheilkunde wirkt Beifußtee vor allem durch seine erhitzenden und anregenden Eigenschaften. Da er auch entkrampfend wirkt, hilft er gut bei Periode- und bei Wechseljahrs- beschwerden.
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Das Comeback der Ostknolle

Altberliner Gerichte mit adretten Kartoffeln

Das »Warthe-Mahl« ist immer eine gute Neuköllner Adresse. Insbesondere während der »Wertewochen Lebensmittel« vom 22. September bis 5. Oktober konnten es sich Gäste gutgehen lassen.
Die »Wertewochen« sind eine Aktion der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, die in diesem Jahr zum zweiten Mal eingeladen hat. Verarbeitet werden Produkte aus dem Umland. Das soll nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch sensibel für gutes Essen machen.
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Neues aus der Hasenheide

Es kann wieder gespielt werden

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Gebrauchte neue Tische.                                                                  Foto: fh

Die Schachspieler in der Hasenheide, die seit Jahren auf neue Sitzmöbel warten, weil die alten nicht mehr nutzbar sind, haben nun einen immerhin intakten Schachtisch erhalten. Außerdem wurden die Stühle repariert und sind jetzt Hocker. Neues aus der Hasenheide weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

NK_Tagblatt-KopfNr. 259 – Mittwoch, 04. November 1914
Wem gehören die aus Wunden entfernten Geschosse? Eine seltsame Frage taucht auf. Vor einiger Zeit wurde an einem Berliner kriegsärztlichen Abend eine Gewehrkugel gezeigt. Der Arzt, der die Kugel herumgehen ließ, schien des Glaubens zu sein, daß diese Kugel ihm gehöre. Das legt die Frage nahe, ob der Arzt, der aus einer Wunde ein Geschoß entfernt, Eigentum daran besitzt. Es ist, wie die Berliner »Aerzte=Korrespondenz« schreibt, auffallend, daß die Juristen bisher an die­sem Thema fast achtlos vorübergegangen sind, obwohl vor einigen Jahren ein ähnlicher Fall bereits die Gerichte beschäftigt hat. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Petras Tagebuch

Red Hot Chili Peppers

m vergangen Frühjahr entschloss ich mich, auf meinem halbschattigen Balkon verschiedene Sorten Chili anzubauen. Die Gärtnerei meines Vertrauens war skeptisch, ob dieses Projekt erfolgreich sein würde. Ich ließ mich nicht belehren und kaufte drei Sorten, eine gelbe und zwei rote.
Diese nun pflegte ich, wie es für mich üblich ist. Viel Wasser und ein bisschen gutes Zureden konnten da nicht schaden. Als die Früchte im Herbst Farbe annahmen, pflückte ich eine gelbe Chili, die die Form einer Minipaprika hatte.
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Bombastisches Bauprojekt für den Norden

Frauenklinik
Frauenklinik Mariendorfer Weg – bald von Neubauten umrahmt. Foto: mr

Stadtvillen und ein hoher Turm sollen auf dem Gelände der Frauenklinik entstehen

Seit Jahren ist das Krankenhaus Mariendorfer Weg Zankapfel und traurige Brache in Nord-Neukölln. Es wird von der Eschersheimer Straße, dem Mariendorfer Damm und der Silbersteinstraße eingegrenzt. Die ehemalige Frauenklinik und das Schwesternhaus wurden von dem landeseigenen Krankenhausbetreiber »Vivantes« an die britische »Comer Immobilienmanagement GmbH & Co KG« verkauft. Dann passierte lange Zeit gar nichts. Bei den Gebäuden setzte sich die Natur durch, es war ein ideales Gelände zum Erkunden, Verwüsten und Party feiern.
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Milieuschutz häppchenweise

SPD und Opposition stimmen gemeinsam für Vorstudien

Eigentlich sollte der Antrag abgelehnt werden. Aber dann gab es einen Änderungsantrag, und dann noch einen, und dann war es geschafft. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschloss am 17. September, dass die erforderlichen Untersuchungen durchgeführt werden sollen, die Voraussetzung für die Einführung eines Milieuschutzgebietes sind. Noch in diesem Jahr für den Reuterkiez, ab 2015 dann für den Schillerkiez. Milieuschutz häppchenweise weiterlesen

Imame schlagen Pfarrer

Interreligiöser Kick beim Berliner Fußballfest

Wie friedlich wäre unsere Welt, wenn alle Religionskriege auf dem Fußballfeld ausgetragen würden. Ein Beispiel dafür lieferte das interreligiöse Spiel Pfarrer gegen Imame beim Berliner Fußballfest am 7. September auf dem Tempelhofer Feld.

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Tore dank Allahs Hilfe. Foto: mr                                                                                                                                            

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Der lange Gang durch die Studien

Milieuschutz ist ein schwaches Instrument zur Vermeidung hoher Mieten. Das Verfahren, bis diese Maßnahme durchgeführt wird, bedarf der Vorstudie und der Studie über ein ausgewähltes Gebiet. Bis der Anfang der Umsetzung möglich ist, verstreicht viel Zeit.
Zunächst ist nun der Reuterkiez, der bereits massiv von Luxusmodernisierung betroffen ist, ausgewählt worden. Danach wird im Schillerkiez untersucht, ob Milieuschutz notwendig ist. Das Verfahren beginnt im folgenden Jahr. Bis es zur Umsetzung kommt , kann es so lange dauern, dass Milieuschutz gar nicht mehr gebraucht wird, weil die Mieten wie bereits im Reuterkiez schon in astronomische Höhen geklettert sind.
Im Juni 1996 beschloss die BVV schon einmal den Milieuschutz – damals für die städtebauliche Eigenart sowie die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung des Gebietes »Schillerpromenade«. 2001 wurde dieser jedoch wieder aufgehoben. Irgendwie drängt sich der Gedanke auf, dass eine Verzögerung gewollt ist. 

Petra Roß

Mit Plastiktüten ins Guinnessbuch

Weltrekord als Protest gegen Ressourcenverschwendung

Klimagipfel in New York, Demonstrationen gegen Ressourcenverschwendung in vielen Städten auf der Welt. Und auf dem Tempelhofer Feld wurde ein Rekord aufgestellt.
Beim Umweltfest der »Stiftung Naturschutz Berlin« am 20. September setzten über 3.000 Besucher mit einer neun Kilometer langen Kette aus 30.000 Einwegtüten das weltweit größte Zeichen gegen den Gebrauch von Plastiktüten. Das Band zog sich im Zickzack über die nördliche Rollbahn und sah aus der Vogelperspektive aus wie ein riesiges Ausrufezeichen.

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Tütenmann klärt auf. Foto: fh

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Frühstück mit Christina Schwarzer

CDU Bundestagsabgeordnete stellte Ihre politische Arbeit vor

Seit einChristina Schwarzerem Jahr ist Christina Schwarzer von der CDU als Abgeordnete im Bundestag tätig. Am 29. September berichtete sie bei einem Pressefrühstück in ihrem Wahlkreisbüro den kommunalen Printmedien über ihre Arbeit.

Als Neuköllner Kind hat sie ein besonderes Augenmerk auf den Bezirk, in dem sie verschiedene Einrichtungen, beispielsweise Tagsbetreuung von Rentnern besucht. In Kürze ist ein Besuch in einer Spielhalle am Kottbusser Damm geplant, wo sie mit den Mitarbeitern und der Frühstück mit Christina Schwarzer weiterlesen

Schwerer Parcours in voller Montur

Wettstreit der Riesendrachen und der Feuerwehren auf dem Tempelhofer Feld

Feuerwehr- und Rettungswagen in großer Anzahl waren aufgefahren. Dazwischen jede Menge Feuerwehrleute in voller Montur. Es war aber kein Großbrand zu löschen oder eine Massenpanik zu bekämpfen. Am 12. September war »Firefighter Combat Challenge« auf dem Tempelhofer Feld.
700 Feuerwehrleute aus ganz Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich und der Schweiz traten in diesem Wettbewerb gegeneinander an, der auf extreme Weise die Realität eines Feuerwehreinsatzes vom Anfang bis zum Schluss simuliert.

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Das schlaucht ganz schön. Foto: mr

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Kunstvolle Kicker

Grün*innen feiern viel und gern

Gerade fünf Monate haben die Grünen ihr neues Bürger*innen-Büro in der Wipperstraße und schon wieder wurde nach dem Einweihungsfest erneut gefeiert. Es war nicht nur der Sommer, der am 12. September dazu Anlass gab. Der zweite Grund zum Fest war eine Ausstellungseröffnung.

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Die sind sich grün. Foto: mr

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Viel Nichts um Lärm

Wenn Ruhestörung zur Farce wird

Die Organisatoren des Straßenfestes in der Tellstraße hatten an alles gedacht: Security, Ordnungsamt, Feuerwehr, sämtliche städtischen Auflagen wurden erfüllt. Die Bühne wurde bereits am Vorabend aufgebaut, damit der Zeitplan für den Event auch eingehalten werden konnte, denn pünktlich um 23 Uhr musste Schluss sein. Die Bühne Viel Nichts um Lärm weiterlesen

Genervte Gehörschnecken

Tempelhofer Feldverweise für »SaraBande«

Unglaublich, was sich die Latin-Folk-Jazz-Blues-Acoustic-Band »SaraBande« am 8. September auf dem Tempelhofer Feld erlaubte – sie machte Musik. Ihr Anliegen war, andere mit dezenten, aber absolut tanzbaren Rhythmen zu erfreuen.

Sarabande Die »Ruhestörer« auf dem Tempelhofer Feld.                                    Foto: mr

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Wer hat das Stroh um den Platz gerollt?

Böhmisch- und Deutsch-Rixdorf feiern ausgelassen

Die Einhörner sind los. Familie Schniepel gibt sich die Ehre. Riesenbabys und komische Goldhelme bevölkern Neukölln. Für Eingeweihte ist das normal, denn zum »Popráci« ist eben alles ein bisschen anders.
Eine ganze Woche übernahmen die Rixdorfer den Platz um die alte Schmiede, um ausgelassen zu feiern. Neben dem Strohballenrollen gab es wie immer zahlreiche Kulinaritäten und ein buntes Bühnenprogramm.

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Anmut, Grazie, Schweiß. Foto: cr

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Musikkaleidoskop

Der Salon hat wieder geöffnet

»Kaleidoskop für Cello und Klavier« nennen die beiden Musikerinnen Dina Bolshakova und Katharina Polivaeva ihr Programm. Es war wirklich ein faszinierendes Klangkaleidoskop, das bei ihrem Konzert am 14. September bei der »Salonmusik« im Café »eßkultur« im Körnerpark zu hören war. Souverän und ausdrucksstark interpretierten sie zeitgenössische Musik von Schnittke, Webern, Arvo Pärt und anderen modernen Komponisten. Von ganz sanften Musikkaleidoskop weiterlesen

Bilder gegen Vorurteile

Fotoausstellung zeigt die Vielfalt Neuköllns

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Sabine von Bassewitz. Foto:mr

Neukölln wird je nach Sichtweise entweder als hundekotverdreckter Problembezirk voller Integrationsverweigerer und Hartz IV-Empfänger oder als mit Hipstern bevölkerter Gentrifizierungsschwerpunkt beschrieben.
Wenn die Fotografin Sabine von Bassewitz mit solchen Etikettierungen konfrontiert wird, fragt sie sich, ob sie stimmen. Und findet haufenweise Bilder, die dem widersprechen. Das beweist sie mit der Ausstellung »Ordinary City«, die seit dem 5. September in der »Galerie im Saalbau« zu sehen ist.

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Neukölln hält jung. Foto:mr

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Über den großen Teich und zurück

Amir ElSaffar lässt die Zither zittern

Gespannt lauschte das Publikum den Klängen der Santur (persische Zither) des amerikanisch-irakischen Musikers und Sängers Amir ElSaffar und der Oud (arabische Laute) von Omar Dewachi, der an der American University of Beirut lehrt. Der in New York lebende Künstler Amir ElSaffar machte im Rahmen seiner Europatournee auch in Berlin Station.
In der Neuköllner »MaThilda Bar« gab er zwei höchst erfolgreiche Konzerte vor zahlreichen Zuhörern. Am 2. September kam es zu einem spannenden Crossover zwischen arabischer und improvisierter Musik, zwei Tage später standen wuchtige Bläserklänge und treibende Rhythmen im Vordergrund. Die australischen Musiker Tony Buck am Schlagzeug und Mike Majakowski am Kontrabass unterstützten die Bläsersection mit ElSaffar und Schwingenschlögl an Trompete und Flügelhorn und Hilary Jeffery an der Posaune.
Auch im Oktober bringt die »MaThilda Bar« wieder zahlreiche musikalische Highlights. Fast täglich finden dort Konzert ganz unterschiedlicher Stilistik statt.

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https://www.facebook.com/MaThilda.Berlin/events

Spur in die Vergangenheit

Lesung aus dem Krimi »Rattenlinie Bariloche«

Ein verschwundener van Gogh, argentinische Lebemänner, Altnazis, der Mossad und eine Berliner Kommissarin. Das alles verarbeitet der Krimi »Rattenlinie Bariloche«.
Der Roman ist eine Gemeinschaftsproduktion von gleich drei Autorinnen – Doris Bewernitz, Julia Christ und Annett Heibel – Mitglieder der »Mörderischen Schwestern«, einer Vereinigung von Kriminalautorinnen. Am 22. September lasen sie daraus in der Helene-Nathan-Bibliothek.

Mörderische Schwestern
mörderische Schwestern. Foto: mr

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Gestrandete am Fluss

Ester Kinsky liest in der »Buchkönigin«

am FlußSeit nunmehr vier Jahren bereichern die beiden Betreiberinnen der Buchhandlung »Die Buchkönigin« das kulturelle Angebot in Neukölln mit interessanten Lesungen und kleinen Ausstellungen. Am 16. September stellte die Übersetzerin, Lyrikerin und Romanautorin Esther Kinsky ihren neu erschienenen Roman »Am Fluß« in dem schönen Ladenlokal in der Hobrechtstraße 65 vor. Gestrandete am Fluss weiterlesen

Süßes aus Rixdorfer Stöcken

Das harte Leben der fleißigen Bienchen in der pulsierenden Großstadt

Honig von Stadtbienen ist auf Erfolgskurs. Hier, in den Oasen der Großstadt, finden die Tierchen optimale Rahmenbedingungen und eine liebevolle Betreuung durch die Imker. Anders dagegen die gemeine Landbiene. Sie erntet unter Stress den mit Pestiziden belasteten Nektar. Das tut der empfindlichen Biene und der Qualität des Honigs nicht gut.

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Es lebe die Königin. Foto: fh

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Maremma, ihm schmeckt‘s

Leidenschaft und kleine Sünden in der »babbo bar« (Seit Mai 2016 neu bewirtschaftet)

babbo bar Oliver+LetiziaZwei Fotos hängen im kleinen geschmackvollen Gastraum. Sie zeigen fröhliche Familien, die im Garten geschmaust haben. Je ein Mann raucht – die Väter von Letizia Taccini und Oliver Zurbuch. »Babbo« sagt man in der Maremma, der südwestlichen Toskana und Letizias Heimat, zum Vater. Die Namensfindung für das neue Lokal der beiden, die seit 20 Jahren mit italienischen Restaurants sowie der Cocktailbar »Fluido« in verschiedenen Berliner Kiezen erfolgreich waren, ging also schnell. Seit August bieten sie nun raffinierte Spezialgerichte der Maremma-Toskana-Küche (auch vegetarisch und vegan) sowie ausgesuchte Alimentari in ihrer »babbo bar« gegenüber dem Bürgeramt an. Maremma, ihm schmeckt‘s weiterlesen

von Neuköllnern für Neuköllner

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