Archiv der Kategorie: Kunst

Bebendes in der Galerie im Saalbau

Kunst verändert den Blickwinkel

Spannung, die sich entlädt, die explodiert und dabei Neues entstehen lässt, das ist im weitesten Sinne die Thematik, mit der sich die beiden Neuköllner Künstlerinnen Cathérine Kuebel und Sabine Ammer befassen. »Beben« haben sie ihre Ausstellung genannt, die noch bis zum 1. November in der Galerie im Saalbau zu sehen ist.
Dabei ist der Begriff des »Bebens« sehr weit gespannt. In Ideenräumen beleuchten sie die verschiedenen Aspekte des Bebens. Den Mittelpunkt des hinteren Raumes bildet ein ziemlich naturgetreu gestaltetes Herz, dessen Pochen auch als Beben verstanden werden kann.

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kleine Details in großen Objekten.                                                                                                                                 Foto: mr

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Musik im Kesselhaus

»Quit Cue« im „KINDL-Zentrum«

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Performance im KINDL-Zentrum.                                                                                                                                      Foto:rb

»KINDL-Zentrum für zeitgenössische Kunst« im Zeichen der Musik. An drei aufeinanderfolgenden Samstagen präsentierte die Neuköllner Künstlergruppe »Quiet Cue« ein speziell auf die akustischen und atmosphärischen Besonderheiten des 20 Meter hohen Kesselhauses zugeschnittenes Musikprogramm. Seit sechs Jahren gestaltet »Quiet Cue« in der Flughafenstraße 38 ein kontinuierlich fortlaufendes und weltweit wahrgenommenes Musik-, Sound-, Performance-, Intermedia-Programm. Musik im Kesselhaus weiterlesen

Hüllenloses in der Kneipe

Fotoausstellung mit nackten Tatsachen

Der Berliner Aktionskünstler Klaus Domass nähert sich dem Biotop Kneipe auf künstlerische Weise. Das normale Kneipenleben endet bei ihm in einem Abendmahl der besonderen Art. Ein Symbol für Abschied und Neubeginn und keine religiöse Anspielung.

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Abendmahl im Schiller‘s.                                                                                                                             Foto: Klaus Domass

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Klanginstallationen im »KINDL«

»Quiet Cue« bespielt das Kesselhaus

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Kitfox wurde abgehängt.                                                                                                                                                         Foto: fh

Nun ist es wieder leer, das Kesselhaus auf dem ehemaligen Gelände der Kindl-Brauerei. Still und heimlich wurde das kleine gelb-rote Sportflugzeug, das die letzten Monate dort im Rahmen der Kunst-Installation »Kitfox Experimental« des Schweizer Künstlers Roman Signer kopfüber von der Decke hing, wieder abgebaut und seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt. Laut Andreas Fiedler, Kurator des »KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst«, fliegt es nun wieder über die Schweizer Berge. Klanginstallationen im »KINDL« weiterlesen

Verweile doch, du bist so schön

Bilder machen Augenblicke unvergänglich

Den besonderen Augenblick, den es lohnt festzuhalten, den suchte schon Faust und wollte dafür sogar seine Seele verkaufen. Soweit sind die Mitglieder der Karower Malgruppe vermutlich nicht gegangen. Unter dem Titel »Augenblicke festgehalten« zeigen sechs Malerinnen und ein Maler in der Helene-Nathan-Bibliothek ihre besonderen Momente.

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Impressionen von Beate Endrikat                                                                                                                                    Foto: mr

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Sag mir, wo die Gärten sind

Im Körnerpark

Passender hätte der Ausstellungsort nicht gewählt werden können. Denn es geht um Gärten in der Galerie im Körnerpark, am Rande eines der schönsten Parks in Neukölln. In Zeichnungen, Videofilmen und Skulpturen zeigen acht Künstler ihre Vorstellungen des Gartens als Ort des Verweilens, des Rückzugs oder auch der Inszenierung.
So zeigen die von Barbara Eitel geschaffenen farbenfrohen hölzernen Ornamente auf dem Boden den »Vorgarten« als Inszenierung eines erweiterten Wohnzimmers am Übergang zwischen dem privaten und dem öffentlichen Raum. Der Garten wird hier zu einer Form der Selbstdarstellung.

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Holzkunst vor der Hütte.                                                                                                                                                         Foto: mr

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Schicksale aus dem Punjab

Kinder portraitieren ihr indisches Dorf

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Sarah Sandring. Foto:mr

Wie sehen Kinder ihre Welt? Was sind ihre Träume, ihre Ängste, worauf sind sie stolz? 15 Kinder aus dem indischen Punjab erzählen in Geschichten und Fotografien von ihrer eigenen Erlebniswelt, ihrer Familie, ihrem Dorf.
Die Berliner Fotografin und Regisseurin Sarah Sandring, die das Projekt initiierte, unterstützte die Kinder mit Workshops, in denen sie lernten, ihre eigene Sicht darzustellen und ihre Gefühle auszudrücken. Wenn die Fotos fertig waren, schrieben sie Texte dazu, so dass ein fotografisches Tagebuch entstand.
Die Ausstellung »Picturing me«, die am 26. Juni in der »Galerie im Saalbau« eröffnet wurde, zeigt das Portrait des Dorfes Chotian im Norden Indiens. Schicksale aus dem Punjab weiterlesen

Ein Mann sieht bunt

Robin Schichas schicke Pinseleien

Mit seinen 24 Jahren hat der Düsseldorfer Künstler und Autor Robin Schicha schon einiges erreicht: Er hat zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Begabtenförderpreis für Kunst der Stadt Essen. Er hat vier Bücher illustriert und bereits mehr als zehn Ausstellungen hinter sich.

Cartoon
Arme Poeten.                                                                                                                                                                                    Foto:mr

SpitzwegSeine aktuelle Schau befindet sich in der Helene-Nathan-Bibliothek in den »Neukölln Arcaden« und läuft noch bis zum 15. August 2015.
In farbenfrohen Bil- derserien interpre- tiert Schicha klas- sische Werke des Malers Carl Spitzweg mit modernen Figuren. Ein Ein Mann sieht bunt weiterlesen

Realität im Spiegel

Kunst aus Fundstücken

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Paul Wilisch.                                                                                              Foto:mr

Zersprungene Glasvitrinen, leere Podeste, in der Ausstellung »Reklamiertes Glück« in der Galerie im Saalbau ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Der Künstler Jonas Paul Wilisch beschäftigt sich hier mit den eher ungewöhnlichen Formen des Zeigens oder Verbergens von Kunstobjekten und spielt so mit den Erwartungen der Besucher.
Auf den ersten Blick sind in einem der Räume nur leere Podeste zu sehen ohne das erwartete Ausstellungsstück. Erst bei genauerem Hinsehen fallen die Spiegel dahinter auf. Und hier – im Spiegel – sind dann auch die Objekte zu sehen oder mehr zu erahnen, die sich im Innern der Säulen verbergen: Vasen, Teller, Krüge und Tassen, die der Künstler aus auf der Straße gefundenen Scherben neu zusammengesetzt hat. Das tatsächliche Aussehen der ausgestellten Objekte erschließt sich in einer Serie von Postkarten. Realität im Spiegel weiterlesen

Esskultur im Museum

Die Vielfalt der Neuköllner Gastlichkeit

Sich als Zeitgenosse in einem Museum wiederzufinden, ist eher selten. Im »Museum Neukölln« ist aber genau das der Fall, denn in der neuen Ausstellung »Die sieben Tische« geht es um die Darstellung der Alltagskultur im heutigen Neukölln. Dafür hat das Museumsteam in Neuköllner Wohnungen gefilmt, während dort gekocht und mit Gästen gegessen wurde. Tische, Stühle und das Geschirr haben die Gastgeber anschließend dem Museum für die Dauer der Ausstellung bis zum 30. Dezember zur Verfügung gestellt.

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Wo ist der Rotkohl?                                                                                                                                                                      Foto: mr

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Bei »Nacht und Tag«

Porträts und urbane Brachen von Eike Laeuen

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                                                                           Foto: mr

Tagsüber malt er, denn Malerei braucht Licht. Nachts entstehen seine Tuschezeichnungen. Was er unterwegs sieht, hält er als Schwarzweißfotos mit einer analogen Kamera fest, die nächt- lichen Spaziergänge dagegen dokumentiert er mit einer Handy-kamera.
Eike Laeuen nähert sich seinen Sujets auf vielfältige Weise. Einen Ausschnitt seiner Arbeiten zeigt die Galerie im Saalbau in der Aus- stellung »Nacht und Tag« noch bis zum 3. Mai 2015. Bei »Nacht und Tag« weiterlesen

Ergo sum – also bin ich

Ein Leben in Bildern in der Galerie im Saalbau

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Emel Eris. Foto:mr

»Cogito ergo sum – ich denke, also bin ich« lautet der berühmte Satz von René Descartes, der das subjektive Erkennen als Beweis der menschlichen Existenz betrachtet. „ergo sum – also bin ich!“ lautet der Titel der Ausstellung in der Galerie im Saalbau, in der die Malerin Emel Geris ihre Sicht auf das menschliche Dasein präsentiert.
Die Bilder von Emel Geris sind surreale Gedankencollagen, die sich einer festen Interpretation entzie- hen. Farbenprächtige, wohnzim-merartige Innenräume geben den Blick frei auf eine geheimnisvolle Außenwelt. Die immer wieder-kehrende Figur einer Frau ist auf wenige Merkmale reduziert, ein Kopf, eine Hand, die eine Feder führt oder einen Blumenstrauß hält, ein Schnürstiefel, der kraftvoll auftritt. Auf anderen Bildern sind die Figuren nur noch Strichmännchen, die auseinander stieben. Ergo sum – also bin ich weiterlesen

Bilder der Vergänglichkeit

»Exitus« in der Galerie im Körnerpark

Kaum etwas wird in unserer Gesellschaft so tabuisiert wie der Tod. Er wird ausgegrenzt und abgeschoben in Krankenhäuser und Hospize. Die Kunst dagegen zerrt den Tod wieder ins Leben zurück.
Die Künstler, deren Werke derzeit in der Ausstellung »Exitus« in der Galerie im Körnerpark zu sehen sind, beschäftigen sich aus ganz persönlicher Betroffenheit mit den Themen Trauer, Melancholie, Vergänglichkeit, Tod, Verlust.

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Das Bild »Mordbrand thematisiert Gewalt und Terror.                                                                                    Foto: mr

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Der idyllische Zauber der Neuköllner Peripherie

Milena Aguilars Gemälde im »Museum Neukölln«

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Milena Aguilera                                                          Foto:mr

Bei schönem Wetter fährt sie an den Stadtrand, um Orte zu suchen, an denen Stadt und Land ineinander übergehen. Hat sie einen Ort gefunden, baut sie ihre Staffelei auf, um diesen Anblick festzuhalten. Die Bilder, die auf diese Weise entstanden, zeigt die in Neukölln lebende Malerin Milena Aguilar seit dem 23. Januar im »Museum Neukölln« unter dem Titel »Brücke über stillem Wasser«.
Es sind idyllische Land- schaften, in den satten Farben des Sommers. Milena Aguilar malt ausschließlich unter freiem Himmel, die kältere Jahreszeit ist dafür eher ungeeignet. In den Bildern spielt zwar die Natur die Hauptrolle, das urbane Leben wird aber überall sichtbar, wie bei dem Feld, hinter dem sich in der Ferne die Skyline der Gropiusstadt erhebt, der Baustelle des Flughafens BER, vor der sich ein Mohnfeld ausbreitet oder der blühenden Wiese, hinter der eine Straße zu erahnen ist. Der idyllische Zauber der Neuköllner Peripherie weiterlesen

Kunst, die unter die Haut geht

Nationales Tattoo-Festival in »Huxley‘s Neuer Welt«

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gestochene Kunstwerke.                                                         Foto:jt

Lauter bunte, ausge-fallene Menschen tummelten sich am dritten Adventswochen- ende in »Huxley‘s Neuer Welt« am Hermannplatz. Einige, um ihre kunstvoll verzierten Körper zu zeigen, andere, um sich überhaupt erst Farbe unter die Haut zu holen. Kunst, die unter die Haut geht weiterlesen

Fotografierte Küchengeschichten

Pottkieker im Körnerkiez unterwegs

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Josephine und Iona.                                       Foto: Iona Dutz

Ein sehr privater Ort der Begegnung ist die Küche. Immer dicht am Essbaren findet hier Kommunikation statt.
Iona Dutz und Josephine Raab haben dieses Thema aufgegriffen und 33 Küchen im Körnerkiez fotografiert. Das Ergebnis der »Kitchenstories« wurde bei der Vernissage am 29. November im »Liesl« in der Nogatstraße präsentiert. Fotografierte Küchengeschichten weiterlesen

Kein Schatten ohne Licht

Foto-Ausstellung «(Sk)etching Shadows» im Neuköllner Leuchtturm

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Verkehrte Welt.                                       Foto: jt

Licht und Schatten sind vollkommene Gegensätze, die sich gegenseitig bedingen, denn Licht vertreibt zwar die Dunkelheit, schafft dabei aber selbst neue Schatten. Mit diesen Effekten spielt der französische Fotograf Marc Bonnetin, indem er Menschen, Pflanzen und urbane Szenen im Zusammenspiel der beiden Extreme auffängt.
Die Ausstellung «(Sk)et­ching Shadows» zeigt seine Fotografien in einer Dreiteilung. Beginnend mit Portraits, in denen sich die Kein Schatten ohne Licht weiterlesen

Kunst ist im Spiel

Können Computerspiele Kunst sein?

Ein Zentrum für internationale Gegenwartskunst soll in dem denkmalgeschützten Gebäude-Ensemble des »KINDL-Geländes« entstehen.
Bis die Umbauarbeiten in den anderen Gebäudeteilen abgeschlossen sein werden, organisieren die Betreiber des »KINDL« die Veranstaltungsreihe »Gäste«, in der die einzelnen Räume der ehemaligen Brauerei für das Publikum geöffnet, erprobt und bespielt werden. Die sechste und letzte Veranstaltung der Reihe galt dem Thema Videospiele.

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Mario Brother.                                                                                          Foto: mr

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Die Welt aus Eierkuchensicht

Rührende Ausstellung im Saalbau von Gaby Taplick

Die kleinste Eierkuchenfabrik der Welt ist derzeit in der Galerie im Saalbau aktiv.

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Eierkuchenfabrik.                                                                                  Foto: mr

Gaby Taplick hat sie für ihre Ausstellung »In den Raum geflüstert« entwickelt. Daneben stehen begehbare Skulpturen im Raum, in einer Landschaft aus bergartigen Dreiecken. Die Welt aus Eierkuchensicht weiterlesen

Goya und Picasso in der Arena

Das Schloss Britz zeigt »Die Kunst des Stierkampfes«

Nein, hier soll keine Werbung für den Stierkampf gemacht werden. Aber die Besucher dieser musealen Corrida erhalten die Gelegenheit, zwei unterschiedliche Interpretationen eines äußerst emotional geladenen Themas zu studieren.
Im Schloss Britz werden bis zum 22. Februar 2015 die kompletten Graphikzyklen von Francisco de Goya und Pablo Picasso präsentiert, die sich im Abstand von hundert Jahren dem Thema »Die Kunst des Stierkampfs«, «La Tauromaquia« widmeten, der die Ausstellung auch ihren Titel verdankt.

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Auf in den Kampf.                                                                                                                                                                          Foto:mr

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Kunst in Krisenzeiten

»Tempus Ritualis« in der Galerie im Körnerpark

Zeit und Ritual, zwei gegensätzliche Begriffe sind die Stichworte, unter denen sich zehn griechische und deutsche Künstlerinnen mit den kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen in Zeiten der Krise beschäftigen.
»Tempus Ritualis« heißt die Ausstellung, die noch bis zum 11. Januar in der Galerie im Körnerpark zu sehen ist. Mit ganz unterschiedlichen Mitteln gehen die Künstlerinnen der Frage nach, welche Formen von Solidarität sich in Zeiten des Umbruchs entwickeln. Bilden sich möglicherweise neue Rituale heraus oder gibt es neue Formen von Freundschaften?

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Beziehungsklötzchen.                                                                                                                                                               Foto: mr

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Stadtbibliothek wird Galerie

»Buckower Malgruppe« zeigt ihre Werke

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Leuchtendes Glas.                                                                           Foto:mr

Vor dreißig Jahren gründeten ein paar Hobbykünstler bei einem Malkurs der Neuköllner Volkshochschule die »Buckower Malgruppe«. Dieser ist noch bis zum 6. Dezember in der Helene Nathan Bibliothek in den Neukölln Arcaden eine Ausstellung gewidmet.
Die Zusammensetzung der Gruppe änderte sich mit den Jahren, aber es blieb immer bei acht Mitgliedern. Aufgenommen wird nur, wer sein Handwerk beherrscht.
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Bilder gegen Vorurteile

Fotoausstellung zeigt die Vielfalt Neuköllns

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Sabine von Bassewitz. Foto:mr

Neukölln wird je nach Sichtweise entweder als hundekotverdreckter Problembezirk voller Integrationsverweigerer und Hartz IV-Empfänger oder als mit Hipstern bevölkerter Gentrifizierungsschwerpunkt beschrieben.
Wenn die Fotografin Sabine von Bassewitz mit solchen Etikettierungen konfrontiert wird, fragt sie sich, ob sie stimmen. Und findet haufenweise Bilder, die dem widersprechen. Das beweist sie mit der Ausstellung »Ordinary City«, die seit dem 5. September in der »Galerie im Saalbau« zu sehen ist.

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Neukölln hält jung. Foto:mr

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Verrückte Gedanken

Ein Flugzeug hängt an der Decke und dreht sich

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Kitfox Experimental. Foto: fh

»Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.« So zitierte der Investor Burkhard Varnholt den irischen Dramatiker George Bernard Shaw bei der Ausstellungseröffnung am 13. September im Kesselhaus auf dem Kindl-Gelände.
An der 20 Meter hohen Decke hängt kopfüber ein Flugzeug, das sich langsam dreht. Die Gäste sind beeindruckt von der Wirkung. Ein Besuch garantiert ein anderes Verhältnis zum Fliegen. 

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Holt die Stifte raus!

Malwettbewerb für Kinder und Jugendliche

Es gibt Neuigkeiten aus dem Körnerkiez. Die Kiezzeitung »Körnerpost« hat eine neue Rubrik, das »Körnchen«. Um die Rubrik künstlerisch interessanter zu gestalten, sucht die Zeitung nach Bildern mit Geschichten aus dem Kiez. Diese sollen alle drei Monate auf der letzten Seite der Zeitung erscheinen.
Angesprochen werden mit dem Aufruf Kinder und Jugendliche aus dem Körnerkiez, die ihre Werke an das Quartiersbüro Körnerpark schicken können.
Das Ganze ist als Wettbewerb ausgelegt, Einsendeschluss ist der 15. September. Wer also gerne malt, sollte sich Stifte, egal, ob Bunt-, Wachs- oder Filzstifte, und Papier schnappen und loslegen. Gerne gesehen sind auch Collagen, Stempelbilder oder Drucke.

Die Bilder sollen entweder im DIN A4-Format oder auf einem quadratischen Blatt Papier mit den Maßen 21×21 cm eingereicht werden, damit beim Einscannen noch etwas erkennbar ist. Mit Namen, Alter und Adresse versehen sowie einer kleinen Geschichte, was das Bild zeigt, können die Werke beim Wettbewerb berücksichtigt werden.
Zu gewinnen gibt es unter anderem Lego-Bausätze, Bücher und Spiele. Also ran ans Werk!

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Quartiersbüro Körnerpark, Emser Str. 15

Gespaltene Persönlichkeiten

Doppelausstellung in der Galerie »EXPO« und der Bar »Helmut Kohl«

Schneegerahmt wirkt das Böhmische Dorf heute geradezu lächerlich pittoresk. Es stört uns nicht weiter: Wir sind auf dem Weg zu gespaltenen Persönlichkeiten. Vor einem hell erleuchteten Kubus in der Kirchhofstraße haben wir unser Ziel erreicht: »Expo«. Sabine Jamme und Vincent Chomaz haben hier kürzlich ihre erste Galerie eröffnet, in der neben Ausstellungen wie »Kant Reloaded« auch Kopfhörerkonzerte stattfinden.

Heute läuft »Split Personality« und wir lassen uns eine Führung geben. Neben allegorischen Selbstdarstellungen der als Meisterin der Kombinatorik bezeichneten Berliner Künstlerin Alex Tennigkeit betrachten wir eine große malerische Arbeit von Fleur Helluin, auf der ein dicker bärtiger Mann zu sehen ist, der sich gerade mit einem Smartphone selbst photographiert. Kae zeigt wiederum sich selbst mit Rasierschaumgesicht vor dem Spiegel und Sally M. Jaber erklärt uns ihre interaktive Installation: In vorgegebenem Bewegungsradius dürfen wir mehrere Stifte gleichzeitig zeichnenderweise über Papier führen. Wir meinen bereits zu verstehen, was es mit der gespaltenen Persönlichkeit auf sich hat, als Sabine Jamme uns darauf hinweist, dass wir »nur die halbe Ausstellung« sehen.

EXPO Galerie.Foto: mr
EXPO Galerie.                                                        Foto: mr

Michel Braun, Betreiber der »Helmut Kohl Bar«, hat die Ausstellung gemeinsam mit »Expo« kuratiert. Wenig später brechen wir zusammen mit den anderen Besuchern zu einem Fußmarsch durch Neukölln auf. Im »Helmut Kohl« bemerken wir, dass sich hier die gleichen Künstler ganz anders zeigen: Eine Animation von Kae, kleine glitzernde Zeichnungen von Fleur und weitere Überraschungen finden sich in den Hinterräumen der Bar, die nur durch ein Loch in der Wand zu erreichen sind. Während wir uns die Ausstellung weiter zu Gemüte führen, gönnen wir uns den einen oder anderen Drink, und alles verschwindet nach und nach in einem sanften Nebel.      hk

Traumlandschaften

Farbenrausch im Körnerpark

Paradiesische Landschaften in lodernden Farben präsentieren sich derzeit den Besuchern der Galerie im Körnerpark. Es sind die Landschaftsbilder der Berliner Malerin Christine Jackob-Marks.

Die Bilder haben Titel wie »Es beginnt« oder »Die Vollendung«. Die Malerin greift darin Motive der Schöpfungsgeschichte auf. Mit überbordender Farben- und Formenvielfalt zeigt sie das Werden der Welt, die Entwicklung von Chaos zu Ordnung, Bilder voller Leidenschaft und Dramatik. Daneben gibt es Ansichten lichtdurchfluteter Parks oder verwunschener Flusslandschaften.

Es sind keine realistischen Landschaftsportraits, sondern viel eher Traumlandschaften, die Geschichten erzählen, Stimmungen vermitteln und Gefühle wecken.

Viele dieser Bilder sind über einen langen Zeitraum von bis zu zehn Jahren entstanden, wurden immer wieder verändert oder neu akzentuiert, bis der Rhythmus stimmte, wie die Künstlerin es ausdrückt.

Christine Jackob-Marks studierte an der Académie de la Grande Chaumière in Paris und der Hochschule, heute Universität der Künste in Berlin. Seit 1960 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Dezember geöffnet. Danach schließt die Galerie für einige Wochen wegen Reparaturarbeiten am Dach. Im Februar des kommenden Jahres soll sie wieder eröffnet werden.        mr

»neue fotospiele«

Vernissage von Wolfgang Schnell im „Froschkönig“

Ein Blick in ein Kaleidoskop und die Suche nach einem Originalmotiv im Bild. Das ist es, was die Aufnahmen von Wolfgang Schnell so interessant machen, die in der Ausstellung »neue fotospiele«, noch bis zum 27. Dezember im »Froschkönig« in der Weisestraße 17 zu sehen sind.

6a HausmannsdorferwegFoto: ws
6A Hausmannsdorfer Weg                 Foto: ws

Die Anregung für die »fotospiele« war für Schnell das Interesse, aus einem alltäglichen Fotomotiv ein neues Bild entstehen zu lassen. Der Stadtplaner, der seit 2003 in der Schillerpromenade lebt und hier ein eigenes Büro hat, entdeckte für sich das Fotografieren mit einer Digitalkamera neu. Am PC spielte er aus Langeweile an seinen Bildern mit Motiven von verschiedenen Reisen, aus der Architektur und aus seinem Schillerkiez herum und fand dabei zu der neuen Technik. Durch mehrmaliges Spiegeln und Drehen von Ausschnitten aus seinen Fotos mit einem Grafikprogramm lässt er neue geometrische Motive entstehen, die je nach Vorlage mal Elemente des Jugendstils, mal Monster­­fratzen ent­halten können. Vielfach ist es kaum noch möglich, aus den neu entstandenen Bildern das Originalmotiv zu erkennen.

Zur Ausstellungseröffnung Ende November gab es noch einen – leider nur kleinen – Ohrenschmaus. Die Neuköllner Sängerin und Songwriterin »Milistu« gab mit ihrer Gitarre und einer sagenhaft klangvollen Stimme selbstkomponierte französische Chansons zum Besten. Eine hervorragende musikalische Einlage für eine hervorragende Ausstellung. Weitere Auftritte der Sängerin sind zu erwarten.           tr

Mona Lisa in der Wipperstraße

Eugen, Michael und Semjon Posin versetzen sich in klassische Maler

Neukölln ist immer wieder für Überraschungen gut. In einer unscheinbaren Ladenwohnung in der Wipperstraße 20 befindet sich seit 2001 der Kunstsalon Posin. Kaum öffnet man die Tür, glaubt man, in einer anderen Welt zu sein. Meisterwerke der Malerei aus mehreren Jahrhunderten, wohin man blickt. Entspannt unterhalten sich die drei Posin-Brüder, Eugen, Michael und Semjon, auf russisch, trinken starken Espresso und rauchen dabei. Mit ihren Holzfällerhemden, ihren Bärten und hageren Gesichtern wirken sie selbst wie aus einem Kunstwerk entstiegen.

Alternde Mona Lisa.Foto: mr
Alternde Mona Lisa.                                            Foto: mr

Einer der Brüder führt uns in den Keller, wo weitere Meisterwerke an den Wänden hängen oder in den Regalen stehen. Dazwischen gibt es auch eigene Werke der drei Maler. Besonders originell die Mona Lisa als junges Mädchen, als Dame mittleren Alters und als alte Frau.

Seit 20 Jahren leben die Künstler in Neukölln. Und sie wohnen gerne in einer abgeschiedenen Gegend, da sie hier in Ruhe arbeiten können. Ihr Arbeitsalltag beginnt meistens gegen 20:00 Uhr, dann arbeiten sie durch bis zum frühen Morgen. Sie brauchen keinen Hype. Solvente Kunden aus der ganzen Welt bestellen Kopien berühmter Gemälde bei ihnen. Auch ihre eigenen Werke sind von großer Qualität und waren bei vielen renommierten Ausstellungen zu sehen.

Obwohl sogar Experten kaum die Kopien von den Originalen unterscheiden können, ist das, was die drei machen, keine Fälschung, sondern völlig legal. Ihre Werke haben eine andere Größe als die Originale und sind auf der Rückseite gekennzeichnet. »Wir kopieren nicht einfach, sondern wir versetzen uns in den Künstler hinein«, erklärt Semjon Posin.

Ihr Handwerk haben sie an der Leningrader Kunstakademie erlernt, doch schon in der Kindheit entstand bei allen drei die große Liebe zur Malerei. Es gibt keine Konkurrenz unter den drei Brüdern, manchmal malen sie sogar gemeinsam an einem Gemälde.

Wir lassen die Mona Lisa hinter uns, die dunkle Neuköllner Nacht nimmt uns wieder gefangen.   pschl
Öffnungszeiten und mehr unter: www.kunstsalon-posin.de

NACHTUNDNEBEL

Impressionen von Marianne Rempe

Ola Eibl zeigte in ihrer Ausstellung »Interims­auflage« Tusch- und Bleistiftzeichnungen, die sich mit dem Thema Papier beschäftigen. Auf ihren Bildern türmen sich Bündel von Papier zu fragilen Gebilden, die im nächsten Augenblick zusammenzustürzen drohen. Neben den  Zeichnungen zeigte sie auch ihre Sammlung von Fabrikkarten, auf die sie ihre kleinen Entwürfe zeichnet.
Atelier Ola Eibl, Mahlower Str. 3, HH, rechter SF, 1. OG.

Ola Eibl
Ola Eibl

Die Malerin Mo-Skito zeigte in ihrem Atelier ihre surrealistischen Bilder. Es sind Bilder voll praller Farbigkeit und manchmal agressiver Sinnlichkeit, die jeden freien Platz an den Wänden bedecken. Das ganze Atelier ist ein Gesamtkunstwerk, in dem das Auge immer wieder neues entdeckt.
Werkstube Mo-Skito, Wissmannstr. 19, HH.

Mo-Skito
Mo-Skito

 

Judith Sturm  präsentierte kunstvolle Haarschmuckkreationen unter ihrem »Label Jay‘s Delight«. Passend zur Jahreszeit sind die phantasievollen Unikate aus Federn, Bändern und Schmucksteinen mit Symbolen der Endlichkeit wie Totenköpfen versehen und in herbstlich morbiden Farben gestaltet.
RAUM82, Reuterstr. 82

Judith Sturm
Judith Sturm

Neue Fotospiele

Wolfgang Schnell stellt neue Werke aus

Der gelernte Stadtplaner und überzeugte Neuköllner Wolfgang Schnell zeigt seine aktuellen Werke. Aus Fotos, die er spiegelt, verfremdet und wieder zusammensetzt, entstehen abstrakte Ansichten. Die ursprünglichen Fotos, die als Vorlage dienten, werden als Vergleich mit ausgestellt. Der Betrachter hat bei manchen Werken Sucharbeit zu leisten, den Ausschnitt, den Schnell bearbeitet hat, wieder zu finden. Die Motive, die der Künstler gewählt hat, sind Gebäude und Stadt­ansichten.

Foto: Wolfgang Schnell
Foto: Wolfgang Schnell

Die Ausstellung wird vom Galeriebetreiber vom »Präsenzwerk« Reinhard Lange aus der Selchower Straße eröffnet. Für die musikalische Unterhaltung garantiert der »Wensday Music Club« mit einer Zeitreise in die 60er und 70er Jahre für gute Laune.

Die Ausstellung ist vom 23. November bis zum 27. Dezember täglich ab 18:00 im Froschkönig, Weisestraße 17 zu besichtigen.
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Böhmische Rapsodie

Ein Dorf wird zur Ausstellung

Den Mittelpunkt der Ausstellung »Böhmische Rhapsodie« in der »Galerie im Saalbau« ist der mobile Ausstellungskubus  »FRITZ|DORF|STADT« Präsentiert wird hier die Geschichte  der vier Kolonistendörfer Nowawes, Friedrichshagen, Erkner und Rixdorf, die eine gemeinsame Gründungsgeschichte verbindet. Flüchtlinge fanden hier eine neue Heimat. In kleinen Texten, die in Schubladen versteckt sind, werden Einblicke in die Alltagsgeschichte dieser Siedlungen gegeben.

Fritz|Dorf|stadt.Foto: mr
Fritz|Dorf|stadt.                                                   Foto: mr

Parallel zur Ausstellung ist das Buch »Das Böhmische Dorf in Berlin – ein Rundgang« von Beate Klompmaker erschienen.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. Dezember.    mr

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Geschichten werden in Porträts erzählt

Wenn ein Mensch etwas im Leben geschafft hat, möchte er es am liebsten mit allen teilen. Es gibt mehrere Wege, dies zu tun. Sei es mit Musik, einem Buch, einem Film oder in Form von Bildern. »Bilder sagen mehr als tausend Worte«, ein Sprichwort, das wohl beinahe jeder kennt. In der Ausstellung »quer|schnitt« von Angelika Schneider-von Maydell sprechen die Malereien für ihre Künstlerin.

Schneider-von Maydell, deren künstlerischer Schwerpunkt auf der Porträtmalerei liegt, hat an der Berliner Hochschule der Künste studiert und in den 80er-Jahren zwei Staatsexamen bestanden. Am 12. Oktober stellte sie ausgewählte Werke aus den bisherigen Jahren ihrer Schaffenszeit vor. Die Malerin, die seit Jahren am Gymnasium Bildende Kunst unterrichtet, hat, wie der Name der Ausstellung schon vermuten lässt, einen Querschnitt durch ihr Leben gezogen. Angefangen bei einer Malerei, die sie als kleines Kind bei ersten Versuchen des konzentrierten Zeichnens zeigt. Am Ende ein Selbstportrait in einer neongelben Warnweste und mit einem Eis in der Hand. Zwischendurch einige Werke, die alte Menschen zeigen. Als Vorlage dienten Fotos aus einem alten Fotoalbum. Verwackelte Häuser, deren malerische Komplexität erst bei näherem Hinsehen bemerkt wird. Ausgewählte Bildserien runden die Ausstellung ab.

Can can.Foto: mr
Can Can.                                                              Foto: mr

Eröffnet wurde die Ausstellung am 12. Oktober unter anderem mit einer Laudatio von Holger Ambrosius, dem ehemaligen Schuleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums. Für musikalische Untermalung sorgte das »Trio Mehrklang«. Angelika Schneider-von Maydell freute sich über das zahlreiche Erscheinen ihrer Freunde und Kollegen. Besonders gefreut habe sie sich über den Besuch  ihrer Schüler und auch ihrer ehemaligen Schüler.

Ausgestellt hat die Künstlerin ihre Malereien nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch schon in Tschechien, Frankreich und der Schweiz. Noch bis zum 18. November 2012 hängen die Werke von Angelika Schneider-von Maydell in der Galerie im Körnerpark.           cr