Archiv der Kategorie: Kiez

Gute Vernetzung im Kiez

Lebenshilfe in Zusammenarbeit mit Neuköllner Unternehmen

In der Tagesförderstätte Neukölln werden Menschen mit schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen betreut. Die Einschränkungen dieser Menschen sind so massiv, dass sie nicht in Behindertenwerkstätten arbeiten können. Die Mitarbeiter der Tagesstätte haben mit ihrem Engagement erreicht, dass Kooperationen mit Neuköllner Unternehmen und Künstlern aufgebaut wurden.

Druck auf Einkaufstüten.                                                                                                                Foto: pr

So wurden für das Weingeschäft »Das schwarze Glas« Papiertüten bedruckt und für die Kiez und Kneipe Zeitungshalter angefertigt. Insbesondere bei der Auslieferung der Produkte kommt es dann zum Kontakt zwischen Unternehmen und schwerst Behinderten. Das hilft Barrieren abzubauen. Die Behinderten erleben das tägliche Leben im Kiez und lernen Neues kennen. Auf diese Weise entsteht eine Win-Win-Situation. Gute Vernetzung im Kiez weiterlesen

Zauberblüten und Feen

Magische Momente im Britzer Garten

Schmetterlingsfee und Titania.                                                                                                                       Foto:mr

Wenn die Rhododen­dren und Azaleen blühen, dann tauchen sie den Britzer Garten in ein Meer aus Rosa, Weiß, Lila und Pink. Im Südosten des Britzer Gartens – in der Nähe des Eingangs Buckower Damm, findet sich zwischen Wiesen- und Rasenflächen ein Hain heimischer Gehölze aus Weißbuchen, Buchen und Eichen. ­Schmale, gewundene Pfade erschließen den inneren Bereich und führen zum »Feengarten«, wo große Baumfarne mit ihrem ausladenden Schopf einen besonderen Blickfang bieten.
Vor dieser wunderschönen, farbenprächtigen Kulisse fand am 26. Mai das alljährliche Feenfest statt. Von überall her tauchten kleine und große Feen auf, aber auch kleine Knappen und Ritter waren zu entdecken. Die bezaubernde Titania und die quirlige Schmetterlingsfee – riesengroße zauberhafte und geheimnisvolle Waldwesen – begrüßten die Gäste und verteilten großzügig Feenstaub.
Auf der verzauberten Wiese lud eine Elfenwerkstatt dazu ein, Blumenkränze zu binden oder Zauberstäbe zu basteln. Die kleinen Ritter hatten ihren Spaß daran, bei einem Ritterspiel mit echten Holzschwertern goldene Bänder zu ergattern. Von geschickten Händen konnten sich die kleinen Abenteurer mit ein wenig Schminke in ein zauberhaftes Wesen verwandeln lassen.
Oberon lud derweil die kleinen Feen zu Tanz und Gesang auf der Bühne ein.

mr

Neue Radwege für Neukölln

Geschützter unterwegs.                                                                                                                                     Foto: mr

Schutzstreifen und Poller sollen Radeln sicherer machen

Ein grasgrün eingefärbter, von Pollern geschützter Radweg ermöglicht seit Mitte April sicheres Radfahren entlang der Hasenheide. Er ist einen Kilometer lang und reicht vom Südstern bis zur Wissmannstraße am Hermannplatz; die Breite zwischen Poller und Bordstein beträgt etwa 2,30 Meter.
Am 15. April haben auf der Karl-Marx-Straße vom Hermannplatz bis zur Reuterstraße die Bauarbeiten für einen weiteren 300 Meter langen und 2,60 Meter breiten geschützten Radstreifen begonnen. Auch hier werden Poller zwischen Radweg und Fahrbahn verhindern, dass Kraftfahrzeuge die Radspur überfahren und Falschparker diese Spur zum Parken nutzen. In diesem Abschnitt entfallen die Park- und Lieferbereiche. Diese Maßnahme ist – wie auch in anderen Bezirken Berlins – als Pilotprojekt angelegt.
In Fahrtrichtung stadt­einwärts wird zwischen Weichselstraße und Hermannplatz ein klassischer Fahrradstreifen angelegt. Wegen der hohen Anzahl von Grundstückszufahrten wird hier bewusst auf Poller und Schutzstreifen verzichtet.
Ein anderer Radweg wurde am 16. April bei einer zweistündigen öffentlichen Informationsveranstaltung mit rund 150 Teilnehmern von Bezirksbürgermeister Martin Hikel gemeinsam mit seiner Kreuzberger Amtskollegin Monika Herrmann und Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese im »Heimathafen Neukölln« vorgestellt und diskutiert. Es handelt sich um die sogenannte »Y-Trasse«, die als eine von elf geplanten Radschnellwegen in Berlin eine durchgehende Verbindung von Adlershof bis zum Görlitzer Park und zur Hasenheide bieten soll. Auf rund 17 Kilometern erhalten Radfahrer und Fußgänger dann Vorrang vor anderen Fortbewegungsmitteln. Neue Radwege für Neukölln weiterlesen

Halb und Halb in der Innstraße

Durcheinander beim Berliner Fahrradroutennetz

Die aktuellen Maßnahmen zur Förderung des Fahrradverkehrs sind aus ökologischer Sicht sehr zu begrüßen. Neue Radfernstraßen, Asphaltierungen von Nebenstraßen, neue Radfahrstreifen an Hauptverkehrsadern machen es Radfahrern leichter. Es gibt ihnen mehr Sicherheit und erlaubt eine effektive Bewältigung auch gro­ßer Distanzen. Vielleicht steigen Autofahrer auf das Rad um, zum Nutzen ihrer Gesundheit und zur Reinhaltung der Berliner Luft.
Jedoch, wie immer läuft nicht alles rund. Neu asphaltierte Nebenstraßen ziehen neben Radfah­rern auch schleichwegsuchende Autofahrer an. Fahrradstreifen werden, wie in der mit viel Liebe frisch sanierten Karl-Marx-Straße, von Lieferverkehr und Kurzparkern zugestellt.

Es kommt immer auf die Richtung an.                                                                                                        Foto: wu

Mutige Radfahrer reihen sich wie ehedem in die Blechlawine ein. Unsichere Kantonisten weichen auf den Bürgersteig aus und schieben. Das ist auch gesund und schont das Fahrrad. Halb und Halb in der Innstraße weiterlesen

Bürgerbeteiligung mit Hindernissen

Unzufriedenheit im Beteiligungsgremium Sonnenallee

Die Bürgerbeteiligung im Bereich Sonnenallee/Weigandufer erzeugt zunehmend Unmut. Eigentlich sollen Bürger zu Planungsvorhaben des Bezirks ihre Meinung kundtun und eigene Vorschläge machen. Dafür müssen sie vorher ausreichend informiert werden. Zu diesem Zweck gibt es Gremien der Bürgerbeteiligung, in die betroffene Bürger Teilnehmer hineinwählen können, die dann mit der durchführenden Behörde zusammenarbeiten sollen. Die Vorschläge der Bürger können in die Planung übernommen werden. Ein Recht darauf gibt es aber nicht, denn allein die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ist demokratisch legitimiert, für alle Bürger Entscheidungen zu treffen.

Weigandufer platt gemacht.                                                                                                                           Foto: wu

Für die derzeitige Sanierung hat die ausführende Behörde, das Bezirks­amt von Neukölln, die Planungs- und Durchführungsarbeiten ebenso wie die Öffentlichkeitsarbeit an Privatfirmen vergeben. Die Koordination macht die »Brandenburger Sanierungsgesellschaft mbH« (BSG), eine Fima, mit der Neukölln schon bei anderen Vorhaben zusammenarbeitete und mit der wohl das Bezirksamt, aber nicht unbedingt die Bürger, gute Erfahrungen gemacht hat. Bürgerbeteiligung mit Hindernissen weiterlesen

Das Erbe der Großväter ist in Gefahr

Zwei Siedlungen  fürchten um ihre Zukunft

Die Angst geht um in den Siedlungen »Neue Heimstatt« und »Am Vogelwäldchen« in Buckow. Viele Anwohner fürchten, zukünftig ihre Bleibe zu verlieren, denn 2031 laufen die Erbpachtverträge aus.

Siedlerhaus in der »Neuen Heimstatt«.                                                                                                       Foto: mr

Eine angebotene Pachtverlängerung soll ab sofort mehr als das Sechzehnfache kosten, nach 20 Jahren mehr als das 29fache im Vergleich zum aktuellen Preis. Verantwortlich für diese Preistreiberei ist in diesem Fall kein gieriger Investor, sondern das Land Berlin in Gestalt der landeseigenen Immobiliengesellschaft BIM. Die Einwohner haben sich deshalb zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sie wollen erreichen, dass die Erbbaupachtverträge fortgesetzt werden. In einer Anwohnerveranstaltung am 30. März informierten sie über die Hintergründe und die augenblickliche Lage. Das Erbe der Großväter ist in Gefahr weiterlesen

»Round about« Dreizehn Euro Netto kalt und mehr

1400 neue Wohnungen am Mariendorfer Weg entstehen auf Mischmietweise

»Ich gehe jetzt!« sprang ein älterer Bewohner auf und verließ die Versammlung am 27. März in der Hermann-Sander- Schule am Mariendorfer Weg. »13 Euro sind 13 Euro.« »Unbezahlbar«, hätte er hinzufügen können. Er verabschiedete sich energisch, etwas zu früh. Gerade kam eine kritische Diskussion über die Wohnungs- und Mietensituation nicht nur im Bezirk ins Laufen.

Das Podium wurde in der Diskussion gefordert.                                                                                      Foto: fh

Zuvor hatten die Vertreter der Bauträger auf den Arealen rund um den Mariendorfer Weg ausführlich ihre Pläne erläutert. Von der »Buwag« /»Vonovia« und dem »Avila Projektmanagement« / »Petruswerk« kamen eloquente Vertreter und Vertreterinnen, die, wenn es um Realmieten für Durchschnittsverdiener geht, alles »Round about« beziffern. Es werden 1400 Wohnungen auf dem Areal »St. Marien« und »Neu Marien« entstehen. »St. Marien« wird vom »Avila Projektmanagement» und »Petruswerk« bebaut, »Neu Marien« von der »Buwag/Vonovia«. Bereits in diesem Jahr werden Wohneinheiten bezugsfertig, um Wohnungen kann sich bereits beworben werden. 30 Prozent der Wohnungen werden per Wohnberechtigungsschein erhältlich sein, im nördlichen Bereich für acht Euro pro Quadratmeter, im südlichen Bereich für 6,50 Euro. Für die geplanten Studentenwohnungen steht der Mietpreis noch nicht fest. »Round about« Dreizehn Euro Netto kalt und mehr weiterlesen

Kahlschlag am Weigandufer

Ökologische Baubegleitung – Fehlanzeige

Neukölln soll schöner werden. So oder ähnlich wurde es in Berliner Zeitungen und vom Neuköllner Bezirksamt verbreitet. Es geht um das bereits laufende Sanierungsprogramm zur Umgestaltung von Straßenzügen und Grünanlagen. Anwohner können in Bürgerbeteiligungsverfahren ihre Meinung kundtun und Ideen beisteuern. Für ökologische Belange gäbe es eine Ökologische Baubegleitung. Das klingt gut. Ist es das auch?

Rechts und links der Elsenbrücke. Mit Büschen.                                                      Foto:  wu

Die Bürgerbeteiligung zeugt nicht von basisdemokratischem Verständnis der Neuköllner Politik, sondern ist Vorschrift nach dem Baugesetzbuch des Bundes. Einige Mitbürger haben sich im Beteiligungsgremium für den Bereich Sonnenallee/Weigand­ufer eingefunden. Sie sind nicht zufrieden. Sie fürchten, dass eine Aufwertung des Bezirks gegen ökologische Grundsätze und Klimaschutz im Gange ist, welche Immobilienpreise und Mieten in die Höhe treiben wird. Sie klagen, mangelhaft über Details und Planungsänderungen informiert zu werden. Unbürokratische Einsicht in vollständige Planungsunterlagen wird ihnen verweigert.

Rechts und links der Elsenbrücke. Ohne Büsche.                                                              Foto: wu

Schockierend war die Totalrodung des Gehölzbestandes Ende Februar am Weigandufer im Bereich Wildenbruchpark. Bislang war von einer Ausdünnung die Rede. Selbst in einer Pressemitteilung vom 15. Februar wurde noch behauptet, dass nur Wildwuchs und Gebüsch gerodet, Bestandsbäume aber in die neue Planung integriert würden. Das Beteiligungsgremium hatte sich einstimmig gegen eine Totalrodung ausgesprochen. Briefe von besorgten Anwohnern an Bezirksbürgermeister Hikel (SPD) wurden unwirsch beantwortet. Offenbar wurde alles zu Wildwuchs erklärt. Alles bis auf einen letzten Baum ist gerodet worden. Kahlschlag am Weigandufer weiterlesen

»Schön wie wir« geht neue Wege

Kooperationen und Initiativen für einen sauberen Bezirk

Neuköllns Kieze sind nicht die saubersten. Deshalb rief die damalige Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey 2016 die Kampagne »Schön wie wir« ins Leben, die versucht, den Zustand des öffentlichen Raumes zu verbessern. Unter dem Motto »Von der Kampagne zur Bewegung« lud Bezirksbürgermeister Martin Hikel am 22. März ins Neuköllner Rathaus ein, wo viele der beteiligten Initiativen und Kooperationspartner ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen konnten.

Bürgermeister so schön.                                                                                                                                    Foto: mr

Viele der Mails, die er bekomme, beziehen sich auf die Müllproblematik, sagte Hikel in seiner Begrüßungsansprache. 11.000 Meldungen seien im letzten Jahr eingegangen. »Die Kampagne sensibilisiert, die Menschen gehen mit offenen Augen durch den Kiez«, sagte er. Das Bezirksamt sei aber nicht nur Dienstleister, die Bürger sollen mit anpacken. »Schön wie wir« geht neue Wege weiterlesen

Stadtteilkonferenz für den Schillerkiez

Nach dem Ende des Quartiersmanagements

Rund 100 Menschen kamen am 23. März zur »Stadtteilkonferenz Schillerkiez« in der Kindereinrichtung »Am Tower« zusammen. Es ging um den letzten Wirkungszeitraum des Quartiersmanagements bis 2021 und die Zeit danach. Nach einer Rückschau auf das in 20 Jahren Geleistete wurde an der Zukunft gearbeitet. Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Baustadtrat Jochen Biedermann sowie Fachleiter des Bau- und Grünflächenamtes nahmen an der Konferenz teil und bekundeten, dass der Bezirk bereit sei, seine Verantwortung für den Schillerkiez weiterhin zu tragen. Stadtteilkonferenz für den Schillerkiez weiterlesen

Wo Neukölln auf Tempelhof trifft

Förderung des Engagements in der Nachbarschaft ist FEIN

Die Kieze sind ebenso wenig zu unterscheiden wie die Menschen. Schreitet man aus Neukölln kommend von der Eschersheimer Straße nach rechts, so befindet man sich in Tempelhof, doch nur ein grünes Schild an der Oberlandstraße macht auf die Bezirksgrenze aufmerksam. Die Anwohner und Anwohnerinnen haben gemeinsame Interessen und Probleme. Die in die Oberlandstraße übergehende Silbersteinstraße ist eine stark befahrene Verkehrsachse mit Schwerlastverkehr und einer BVG-Linie.

Stadträte überwinden Grenzen.                                                                                                          Foto: OE SPK

Den in die Jahre gekommenen anrainenden Altbauten an der Silbersteinstraße ist anzusehen, dass sie bessere Zeiten gesehen haben. Doch abseits der Hauptverkehrsader wird es wohnlich und grüner. Die Germaniagärten und Oberlandgärten sind reine Wohngebiete. Von dieser Ecke in Tempelhof orientieren sich die Menschen wie die Neuköllner Nachbarn zum S-Bahnhof Hermannstraße hin und nutzen die gemeinsame Infrastruktur. Wo Neukölln auf Tempelhof trifft weiterlesen

Park ohne Namen

Bericht eines Lesers

Fundstücke aus dem »Park«.                  Foto: Eddy Buttelmann

Haben Sie schon mal von einem »Enkelhund« gehört? Wir haben zwei Enkelkinder und einen Enkelhund. Der ist eine Hündin und wohnt seit einer Woche bei uns. Mit ihr gehe ich morgens, mittags und auch mal abends in den Park hinter den Gropius­passagen. Eigentlich ist es ja kein richtiger Park, denn wie die beste Ehefrau von allen, also meine, mir erklärte, sei es doch nur ein Grünzug durch die Gropiusstadt. Park ohne Namen weiterlesen

Kranoldplatz im Spiegel der Zeit

Engagierter Einsatz für einen Wochenmarkt

Der Wochenmarkt auf dem Kranoldplatz lebt schon immer von der Liebe seiner Anwohner, auch wenn er lange Zeit nicht existierte. 2014 war es Theresa Dün, die das Potential des leerstehenden und karg wirkenden Platzes erkannte. In Eigenregie rief sie »Die Dicke Linda« ins Leben.
Erhalt und Wiederbelebung des Marktes hat Tradition. Bereits 1967, zu Zeiten der Studentenrevolte, kämpften die Menschen um seinen Fortbestand und hatten bis 1974 Erfolg.

Protest für den Erhalt des Wochenmarktes. © FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum / Jürgen Henschel

»Hier fehlte etwas, das spürte ich sofort, nachdem ich hier her gezogen bin und diesen großen Platz sah.« Theresa Dün wuchs in einem Dorf in Brandenburg nahe Cottbus auf. »Meine Wurzeln auf dem Land kann ich nicht verleugnen.« Drei Monate Vorbereitung waren notwendig, bevor »Die Dicke Linda« an den Start ging. Neben den nicht einfachen Verhandlungen mit den Behörden bestand Theresas Hauptarbeit darin, mehr als 800 qualifizierte Adressen von Lebensmittelerzeugern zusammen zu stellen, Pressekontakte aufzubauen und in den Social Media aktiv zu werden. Zunächst waren drei Termine im Sommer projektiert. »Die Dicke Linda« fand schließlich einmal im Monat mit einem festen Stamm von Händlern statt. Kranoldplatz im Spiegel der Zeit weiterlesen

Syndikat bleibt!?

Kiez-Institution kämpft trotz Räumungsklage weiter

Die Kiezkneipe »Syndikat« in der Weisestraße mitten im Schillerkiez gibt es seit 1985. Sie ist ein lebhafter Treffpunkt, sicher nicht mainstream, dafür ein Ort dringend benötigter, anerkannter und gelebter Kiezkultur.

Nur noch kurze Zeit?                                                                                                                                            Foto: fh

Das Team des »Syndikat« hat seit dem 1. Januar 2019 keinen gültigen Mietvertrag mehr für seine Räumlichkeiten und zahlt artig die Nutzungsgebühr in Höhe der letzten Miete. Die Schlüssel sollten Anfang des Jahres an die »Deutsche Immobilien Management« (DIM) abgegeben werden. Stattdessen teilte das Team durch seine Anwälte mit, dass es gedenkt, auch die nächsten 33 Jahre vor Ort zu bleiben.
Um die Kündigung abzuwenden, hat das Team seit Sommer letzten Jahres etliches unternommen, um die Öffentlichkeit, Presse und Politik umfassend zu informieren.
Viele Aktionen – vom Kiezspaziergang, Infoständen, Kiez-Versammlungen bis zu regelmäßigen Mahnwachen und Socialmedia-Aktivitäten – erhöhten das Interesse und den öffentlichen Druck. Syndikat bleibt!? weiterlesen

Gropiusstadt wird zu teuer zum Wohnen

In der Gropiusstadt geht die Angst um, Angst vor Verdrängung und vor dem Verlust der Wohnung. Das berichteten viele der rund 200 Bewohner, die am 15. Januar zur Einwohnerversammlung ins Gemeinschaftshaus gekommen waren. So berichtete ein Mieter der »Deutsche Wohnen«, dass seine Miete nach der Modernisierung um 385 Euro gestiegen sei.

Gropiusstadt.                                                                                                                                                          Foto: mr

Nach einer Untersuchung der »Landesweite Planungsgesellschaft mbH« (LPG) führen die ansässigen Wohnungsunternehmen bereits umfassende Modernisierungen durch oder bereiten diese vor. Zudem laufen die Belegungsbindungen aus. Das führt zu deutlich höheren Mieten, die sich viele Bewohner, die dort bereits seit Jahrzehnten leben, nicht leisten können. In der Gropiusstadt wohnen überdurchschnittlich viele Arbeitslose, 60 Prozent der Kinder leben in Familien, die von staatlicher Hilfe abhängig sind. Gropiusstadt wird zu teuer zum Wohnen weiterlesen

Neuköllner AfD und der rechte Rand

AfD-Mitglied möglicherweise an Anschlägen beteiligt

Zwei Wochen bevor das Auto des linken Politikers Ferat Kocak am 1. Februar 2018 neben seinem Haus in Flammen aufging, wurden Sebastian T. und Tilo P. dabei beobachtet, wie sie Kocak beobachteten. Zwei Tage zuvor gab der Verfassungsschutz die Informationen an das Landeskriminalamt weiter. So berichtet es die »taz«. Was bedeutet das? Kocak hätte gewarnt, die Täter in flagranti verhaftet werden können. Nachträgliche Haftbefehle wurden von einem Gericht gekippt, es kam zu Hausdurchsuchungen, bei denen eine «Feindesliste» mit Neuköllner Namen und Adressen gefunden worden sei.

Ferat Kocaks Auto brennt.                                                                                                                                 Foto: pr

Bei den beiden Verdächtigen handelt es sich keineswegs um unbeschriebene Blätter. Sebastian T. ist ein bekannter Neuköllner Neonazi, vorbestraft und schon lange für die NPD aktiv. Brisant ist allerdings die Personalie Tilo P., denn der ist AfD-Mitglied und sogar Beisitzer im Neuköllner Bezirksvorstand. Neuköllner AfD und der rechte Rand weiterlesen

Würdigung des gesellschaftlichen Engagements

Verleihung der Neuköllner Ehrennadel

Es ist die höchste Auszeichnung, die in Neukölln vom Bezirks­amt und der Bezirksverordnetenversammlung verliehen wird – die Neuköllner Ehrennadel. Sie zeichnet Menschen aus, die sich besonders für den Bezirk einsetzen und sich ehrenamtlich engagieren. Seit 1984 wurden bereits 172 Bürger geehrt. Am 15. Dezember sind mit Gilles Duhem, Daniela von Hoerschelmann, Sabine Karau und Jo­achim Terborg vier weitere Träger hinzugekommen.

Neue Ehrenbürger mit Bürgermeister und Bürgermeisterin a.D.                                                   Foto: mr

»Sie leisten wertvolle Beiträge für uns alle, für das Gemeinwohl, für den Zusammenhalt und die Solidarität in unserer Gesellschaft. Ohne ihren Einsatz wäre unsere Gesellschaft weniger menschlich, unser Bezirk weniger lebenswert«, sagte Lars Oeverdiek, Vorsteher der BVV bei seiner Begrüßungsansprache. Würdigung des gesellschaftlichen Engagements weiterlesen

Wir brauchen Personal und Konzepte

Digitalpakt vorerst auf Eis gelegt

Der Digitalpakt ist vorerst auf Eis gelegt. Nachdem der Bundestag eine Grundgesetzänderung auf den Weg gebracht hatte, haben sich die Länder im Vermittlungsauschuss am 14. Dezember entschieden gegen eine Aufweichung des Kooperationsverbots und das geplante Finanzierungskonzept des Bundes gestellt. Die Gelder zur Digitalisierung deutscher Schulen in Höhe von fünf Milliarden Euro sind gefordert, allerdings nicht auf Kosten des Föderalismus.

Lehrer müssen lernen.                                                               Foto: pr

Maria Funk, Lehrerin an der Rosa-Parks-Grundschule in Kreuzberg, erklärt, dass moderne Technologien schön und gut seien, aber die Anschaffung von Geräten nicht die Lösung aller Probleme sein könne. »Tablets und Computerräume sind zu wenig. Unser Lehrauftrag beinhaltet die Vermittlung des Umgangs mit Medien. Wir sind dafür aber nicht zur Genüge ausgebildet. Wir Lehrer müssen fachspezifisch in den angebotenen Programmen geschult werden.« Wir brauchen Personal und Konzepte weiterlesen

Mieten in der Gropiusstadt

Umstrukturierungssatzung soll Mieter schützen

Nicht nur in Nordneukölln steigen die Mieten drastisch an, auch die Gropiusstadt wird davon nicht verschont. In der Einwohnerfragestunde der Bezirksverordnetenversammlung vom 5. Dezember ging es um die Steigerung der Mieten im Gropiushaus, die inzwischen bis zu 9,63 Euro pro Quadratmeter erreicht haben.
»Diese Fehlentwicklungen des alten sozialen Wohnungsbaus, die seinen ursprünglichen Sinn konterkarieren, erfüllen mich mit großer Sorge«, antwortete Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann (Die Grünen). Da aber die Zuständigkeit für die Mietpreisprüfung von sozial geförderten Wohnungen bei der Investitionsbank Berlin (IBB) liege, habe das Bezirks­amt keine Interventionsmöglichkeit.
Aber nicht nur das Gropiushaus ist betroffen. Laut Mietspiegel liegt die Durchschnittsmiete in der gesamten Gropiusstadt inzwischen bei 7,98 Euro pro Quadratmeter. Aber auch Mieten von über zehn Euro sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Mieten in der Gropiusstadt weiterlesen

»Time Out« Bewertung – gut für Neukölln?

Über Hype und Verdrängung

»Time Out«, ein Stadt-Magazin, erschien 1968 in London zum ersten Mal. 50 Jahre später agiert das Blatt nahezu weltweit. Es will seine Leser gut recherchiert mit den neuesten und besten ortsbezogenen Informationen zu kulturellen Tipps, kulinarischen Trends, angesagten Veranstaltungen und Ausstellungen versorgen.
2018 veröffentlichte es in der Septemberausgabe eine Liste mit den »50 coolest neighbour­hoods in the world«, die 50 besten Kieze der Welt. Ganz vorn auf Platz sieben dabei: Neukölln! Und über Neukölln heißt es darin: »Schaut an Graffiti und Schmutz vorbei, und ihr werdet ein Viertel erleben, das sich ständig neu erfindet.«

HausWand im Schillerkiez.                                                                                                                                 Foto: rr

Zusammengestellt wurde die Liste von eigenen Autoren und Korrespondenten, aber auch die Beurteilung von 15.000 Menschen aus 32 Städten auf der ganzen Welt, flossen mit in das Ranking ein. Die »Time Out« Macher überzeugte die Unabhängigkeit, Vielseitigkeit und Vitalität unseres Szenebezirks; die Kunst- und Gastroszene. Extra erwähnt wurden das »Paulinski Palme« in Rixdorf, der türkische Wochenmarkt am Maybachufer, die »Griessmühle«, das Tempelhofer Feld, das kostenlos jedem offen steht, sowie der »Hüttenpalast«, in dem zentral im Kiez, auf einer 600 Quadratmeter großen Fabriketage, kostengünstig in vintage Caravans übernachtet werden kann. »Time Out« Bewertung – gut für Neukölln? weiterlesen

Der Dorfplatz schließt

Festliches zum Abschied von »Morus 14«

Es war mehr als eine Weihnachtsfeier mit köstlichem Essen. Der Saal im Gemeinschaftshaus Morusstraße 14 war voll, jung und alt kamen zusammen, um ein letztes Mal an einem schon traditionellen Mittwoch um 12.30 Uhr gemeinsam günstig und reichhaltig zu schmausen. Es kochten immer Nachbarn für Nachbarn. Die Tafel war ein kommunikativer »Marktplatz« des 1970 fertig gestellten Rollberg­kiezes. Diesmal war das mehrgängige Menü üppiger und professioneller denn je, es gab Pastinakensuppe, Hirschragout mit Klößen und Rotkohl und zum Dessert ein Christstollenpraliné an Glühweinmouse.

Hikel, Bourgett, Duhem.                                                                                                                                    Foto: th

Seit 2003 stützt sich die Arbeit des Vereins »Morus 14» im Wesentlichen auf Spenden, das Engagement von 150 Freiwilligen und ABM-Kräfte. Auf Grund von Änderungen in den Richtlinien stehen für mindestens ein halbes Jahr keine geförderten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Verfügung. Der Verein kann seine Arbeit in der bisherigen Weise nicht mehr fortsetzen. Es geht nicht allein um die Rollbergtafel. Im Mittelpunkt stehen Bildungs- und Integrationsarbeit für die Jugend sowie die Vernetzung der Bewohner und Bewohnerinnen. Ein Beispiel dafür ist das »Netzwerk Schülerhilfe Rollberg». und »Shalom Rollberg«. Der Dorfplatz schließt weiterlesen

Neue Müller mahlen gut

Lehrlingsfreisprechung in der Britzer Mühle

Bei den Besuchern der Britzer Mühle herrschte gespannte Erwartung. Am letzten Tag der Mühlensaison 2018 wurden sie Zeugen der feierlichen Freisprechung der Müllerlehrlinge, die im September ihre Prüfungen bestanden hatten, »nach Mühlenordnung und Zunftgebrauch« wie sie im Roman »Krabat« von Ottfried Preussler beschrieben ist.

Bürgermeister überreicht die Urkunden.                                                                                                   Foto: mr

Der Meister, der an einem Tisch Platz genommen hatte, vor sich ein schwarzes Buch und eine Axt, fragte, ob die Noch-Lehrlinge zwei Bürgen hätten, die die Ausbildung bezeugen könnten. Michael Schillhaneck,Vorsitzender des Vereins »Britzer Müllerei e.V.« und einer der Bürgen, versicherte: »Die Lehrlinge haben an der Britzer Mühle zu Berlin das Müllerhandwerk erlernt und sind in allen Künsten und Handgriffen hinlänglich unterwiesen!«. Der Meister berührte sie mit der Axt an Kopf und Schulter, sprach sie von ihrem Stand als Lehrlinge frei und übergab sie den Gesellen. Neue Müller mahlen gut weiterlesen

Stadtteilzentrum für Rixdorf

Bezirksamt plant Treffpunkt für Nachbarschaftsarbeit

Treffpunkt im Kiez, Raum für Begegnungen, Nachbarschaftsangebote und selbstorganisierte Initiativen – das Bezirks­amt Neukölln plant ein Stadtteilzentrum in Rixdorf, das diesen Anforderungen gerecht werden soll.

Jugendverkehrsschule.                                                                                                                                       Foto: mr

Derzeit fördert das Quartiersmanagement (QM) noch die Nachbarschafts- und Stadtteilarbeit. Ab dem Jahr 2021 sollen die QM-Gebiete Richardplatz-Süd und Ganghoferstraße zusammengelegt werden. Danach könnte das Quartiersmanagement dort ganz wegfallen. Das Stadtteilzentrum soll die Arbeit dann weiterführen. Gerade in von Gentrifizierung betroffenen Stadtteilen, in denen auch die Gewerbemieten explodieren, steige die Nachfrage nach öffentlichen Räumen, sagt Jochen Biedermann, Stadtrat für Stadtentwicklung.
Die Anwohner sollen bei der Planung frühzeitig eingebunden werden. Bereits im September konnten sie Vorschläge für die Gestaltung des Stadtteilzentrums machen. Am 6. November stellte das Planungsbüro AG URBAN im Saal der Brüdergemeine die vorläufigen Ergebnisse der auf dieser Basis erstellten Machbarkeitsstudie vor. Stadtteilzentrum für Rixdorf weiterlesen

Der Tausendste

Kreuzberger Bügel für Neukölln

Bürgermeister Hikel setzt den 1000sten Kreuzberger Bügel.                                                                  Foto: fh

Zum fahrradfreundlichen Neukölln gehört neben dem Umbau von Straßen und der Einrichtung von Fahrradstraßen auch die Installation von Fahrradbügeln, an denen Fahrräder sicher abgestellt werden können. Allein in diesem Jahr wurden in ganz Neukölln bereits knapp 1.000 Fahrradbügel an Straßen eingerichtet.
Den 1000. Fahrradbügel hat Bezirksbürgermeister Martin Hikel am 7. November an der Jonasstraße 17 persönlich eingebaut.

pm

Der Mann auf der Straße

Helfen nicht so leicht gemacht

Da stand er einfach. In leicht gebeugter Haltung starrte ein Mann auf den Boden und bewegte sich nicht. In der Weichselstraße neben einem Ladengeschäft. Nach drei Stunden verharrte er noch immer in dieser Haltung.
Die Mitarbeiter aus dem Geschäft waren besorgt: »Ist alles in Ordnung mit Ihnen?« Der Mann gab zu Verstehen, dass er keine Hilfe benötige. Nun setzte er sich doch auf einen Treppenabsatz.
Es war kalt an diesem Tag. Der Mann trug offene Schuhe und zerlöcherte Socken. Die Mitarbeiter des Ladens liefen los und kauften ihm warme Socken. Zunächst wollte er sie nicht haben, steckte sie dann aber nach langem Überreden ein.

Hoffentlich nicht für immer.                                                                                                                              Foto: fh

Inzwischen hatten die Geschäftsleute aus der gesamten Weichselstraße die bedauernswerte Person entdeckt. Die einen brachten Essen, die anderen heißen Kaffee und Tee. Das nahm er dankbar an.
Unterdessen entspann sich eine Diskussion darüber, was zu tun sei. Die Feuerwehr wurde angerufen. Offenbar war der Mann krank und bedurfte der Hilfe. Die Feuerwehr kam und prüfte die Situation: »Er liegt nicht auf dem Boden, es besteht für uns kein Handlungsbedarf«, so die lakonische Beurteilung, und fuhr wieder weg. Der Mann auf der Straße weiterlesen

Spendenaufruf!

Für ein Dach überm Kopf, eine Dusche und eine warme Mahlzeit

Wer den ganzen Tag auf kalten Straßen unterwegs ist, braucht in der Nacht ein Dach über dem Kopf, eine heiße Dusche und eine warme Mahlzeit: Auch in diesem Winter stellt die Kältehilfestation der KUBUS gGmbH täglich von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr morgens 25 Übernachtungsplätze für männliche Obdachlose zur Verfügung.
Doch die finanzielle Ausstattung der Unterkunft kann den gro­ßen Bedarf für die Versorgung der Gäste der Notunterkunft nicht decken. Deshalb rufen der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu und die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses Derya Çağlar, . Nicola Böcker-Giannini und Joschka Langenbrinck auf:
»Unterstützen Sie die Neuköllner Kältehilfestation mit Sachspenden«!
Folgende Dinge werden dringend gebraucht: Spendenaufruf! weiterlesen

100 Schafe zu Besuch

Schafe mähen mähend das Feld.                                                                                                                   Foto: mr

Anschauungsunterricht auf demTempelhofer Feld

Schafe auf dem Tempelhofer Feld, das ist noch gar nicht so lange her. Bis 1992 grasten sie auf der großen Freifläche unbeirrt vom Lärm der Flugzeuge und hielten das Gras kurz.
Im Oktober waren sie wieder da. Allerdings nur zu Besuch. Auf Einladung des »Allmende Kontor« wanderte der Brandenburger Schäfermeister Knut Kucznik mit einer Herde von rund 100 Schwarzkopfschafen und zwei Hütehunden eine Woche lang über das Feld.
Gut gelaunt und mit Engelsgeduld erzählte er den vielen neugierigen Besuchern, die die Herde umringten, von seiner Arbeit, davon, wie die Tiere in der Natur leben und wie wichtig sie für den Naturschutz sind. Manch ein Kind hatte noch nie ein Schaf aus der Nähe gesehen. Gelegentlich musste er auch den einen oder anderen Besucher, der all zu forsch auf die Schafe zuging, zurückpfeifen, aber die Situation blieb immer entspannt. »Offenbar haben die Leute all ihre Aggressionen am Eingang zurückgelassen«, freute er sich. 100 Schafe zu Besuch weiterlesen

Der letzte Tag vom Syndikat?

Kneipe hat die Kündigung auf dem Tisch

Muss das Kiezkneipenkollektiv ihre Begegnungsstätte »Syndikat« schließen? Es sieht ganz danach aus. Nach fast 33 Jahren hat der in der Nachbarschaft tief verwurzelte Treffpunkt die Kündigung erhalten; zum Jahresende soll Schluss sein.
Das »Syndikat« soll wohl genau so wie auch viele andere Cafés, Kneipen und Läden verschwinden, weil diese im Kiez gewünschten und benötigten Orte nicht die Gewinn- und Renditeerwartungen der (neuen) Hauseigentümer – meist anonyme GmbHs, Holdings und andere Immobiliengruppen, teils aus dem Ausland und besonders hier aus Steuerparadiesen –erfüllen.
Kann die Kündigung noch abgewendet werden? Das Kollektiv unternimmt jedenfalls Einiges, um dieses Ziel zu erreichen. Der letzte Tag vom Syndikat? weiterlesen

Umgehen des Milieuschutzes leicht gemacht

Sukzessiver Verkauf im Schillerkiez

Das Haus in der Schillerpromenade Ecke Allerstraße ist seit Generationen im Besitz einer Familie, die uns Mietern gegenüber stets tolerant, sozial verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll handelte. Jeder hatte den Eindruck, hier kommt Menschlichkeit vor Profit. Wie selten dies in heutigen Zeiten ist, weiß jeder. Doch seit einiger Zeit machen sich die Hausbewohner Sorgen.

Schillerpromenade 14.                                                                                                                                        Foto: fh

Zunächst machten sich Gerüchte breit, das Haus würde zwar nicht in Gänze, jedoch teilweise, an einen Investor oder eine Investorengruppe verkauft. Zudem übernahm eine neue Hausverwaltung die Geschicke des Hauses, deren erste Aktion es war, die Mieten im gesetzlich zwar legalen aber dennoch maximalen Umfang »anzupassen«.
Schließlich wurden wir vom Bezirksamt Neukölln in einer Versammlung darüber informiert, dass das Haus zum Teil – unter 50 Prozent – verkauft werden solle. Umgehen des Milieuschutzes leicht gemacht weiterlesen

Bald können die Bagger anrücken

Wettbewerb für die Neubauten auf dem Jerusalemfriedhof ist entschieden

Auf dem Friedhof Jerusalem V, dort, wo momentan noch der Zauberkönig sein magisches Zauberzubehör verkauft, plant die Schöpflin Stiftung aus Lörrach zwei Neubauprojekte. Zunächst entsteht dort ein Gebäude für die »Spore Initiative«.

iegerentwurf der »aff-architekten«.                                                                                                              Foto: mr

Dieser neue Schwerpunkt der Stiftung will Kunst und Nachdenken über ökologische Zukunftsfragen zusammenbringen. »Die Initiative soll ein Kreativraum mit starker Kiezanbindung werden. Künstler, Autoren, Aktivisten und Pädagogen, die sich für zeitgenössische Schaffensprozesse, aber auch für umwelt- und nachhaltigkeitsbezogene Themen interessieren, sollen an der Entwicklung eines nachhaltigen und empathischen Zusammenlebens in Neukölln arbeiten.«, heißt es von Seiten der Stiftung. Bald können die Bagger anrücken weiterlesen

Vorfahrt für Zweiräder

Weigandufer und Donaustraße

Der Umbau zum fahrradfreundlichen Neukölln kommt voran.
Am Weigandufer beginnen die Arbeiten zur Markierung und Beschilderung als Fahrradstraße. Eingebunden werden dabei auch der Weichselplatz sowie ein Teil der Pflügerstraße. Im Bereich zwischen Pannierstraße und Treptower Straße haben Radfahrer künftig überwiegend Vorfahrt und können nebeneinander fahren. Autofahrer müssen ihre Geschwindigkeit den Radfahrern anpassen.
Für Bezirksbürgermeister Martin Hikel ist die Fahrradstraße ein Mehrgewinn für den Norden des Bezirks: »Die neue Fahrradstraße ist eine Win-Win-Situation für Nord-Neukölln: Radfahren wird sicherer und dadurch attraktiver für viele Bürgerinnen und Bürger – und das ohne große Einschnitte für den Autoverkehr. Die Fahrradstraße Weigand­ufer ist ein wichtiger Schritt für mehr Lebensqualität im Bezirk und hat hoffentlich Signalwirkung für die ganze Stadt.« Vorfahrt für Zweiräder weiterlesen

Daniela Schulz ist Britzer Weinkönigin

Ein Jahr ehrenamtliches Engagement für den Neuköllner Wein

Der Wein ist gelesen, und ein letztes Mal in diesem Jahr wurde am 13. Oktober bei der »Weinkultur« am Koppelweg gefeiert. Bei Musik, Wein und Kuchen ließen es sich die zahlreich erschienen Gäste gut gehen.

Königin in Zivil.                                                                                                                                                      Foto: mr

Höhepunkt des Festes war die Wahl der Weinkönigin, denn die gehört zu jedem Weinanbaugebiet dazu. Allerdings war Daniela Schulz die einzige Kandidatin, die sich zur Wahl gestellt hatte, daher wurde sie per Akklamation bestimmt. Aufgewachsen ist die Neuköllnerin in Worms mit Blick auf den Weinberg der »Liebfrauenmilch«, lebt aber seit Ende der achtziger Jahre wieder in Neukölln. Über den Neuköllner Wein war sie bestens informiert, alle Fragen, die ihr der Moderator Achim Berger, vom »Verein zur Förderung der Britzer Weinkultur« stellte, beantwortete sie kompetent und charmant und bewies sich als würdige Botschafterin der Neuköllner Weinkultur. Daniela Schulz ist Britzer Weinkönigin weiterlesen

Dunkel im Park

Kein Licht im Körnerpark

Nicht nur Neuköllner Bürger sind glücklich, dass es auch in diesem Herbst und Winter im Café wieder »Salonmusik« gibt, aber der Heimweg aus dem Park macht keinen Spaß. Seit etwa eineinhalb Jahren weisen so einige der Laternen im Park keine leuch­tenden Lampen auf. Die Konzertbesucher wollen sich auf dem Nachhauseweg sicher fühlen, aber mit Leuchten, die nur eine Zier sind, ohne ihren Job zu machen, ist das nicht möglich. Mehrere Eingaben verschiedener Bürger haben bisher leider noch nichts bewirkt. Warum hat das Bezirksamt noch nichts unternommen? Ist etwa das zuständige Straßen- und Grünflächenamt überfordert?

hs

Schwerpunkteinsätze von Ordnungsamt und Polizei in Neukölln – Sonnenallee und Rudow

Schwerpunkteinsatz Sonnenalle

Mit rund 90 Beamten von Polizei, Zoll und dem Landeskriminalamt hat das Ordnungsamt Neukölln am vergangenen Freitag einen brennpunktorientierten Schwerpunkteinsatz in insgesamt acht Lokalen in Neukölln rund um die Sonnenallee durchgeführt. Weil die Mehrzahl dieser Betriebe in Bezug zu

kriminellen arabischen Großfamilien stehen, hat auch eine Staatsanwältin der Neuköllner „Staatsanwaltschaft vor Ort“ den Einsatz begleitet.

21 Ordnungswidrigkeiten im Geltungsbereich des Gewerberechts, drei Verstöße durch Schwarzarbeit, fünf Feststellungen zu Drogenhandel und Drogenbesitz, illegales Glücksspiel, illegaler Aufenthalt, eine beendete Profilierungsfahrt und eine aufgefundene Waffe sind die Bilanz des Einsatzes. Insgesamt wurden sechs Geldspielgeräte beschlagnahmt, zweimal wurden Öfen für die Zubereitung von Shishakohlen stillgelegt und der Verkauf von Shishapfeifen untersagt. In einem der beiden Fälle musste ein Teil eines Lokals wegen einer lebensgefährlichen Konzentration von giftigem Kohlenmonoxid sofort evakuiert werden. Ein weiteres Lokal wurde wegen eines festgestellten Drogenhandels mit richterlichem Beschluss gründlich durchsucht, wobei weitere Drogen gefunden wurden.

Eine Profilierungsfahrt durch einen Mercedes-Geländewagenfahrer wurde abrupt beendet. Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt, der Fahrer musste seinen Führerschein auf Probe abgeben.

Während der umfangreichen Überprüfungsmaßnahmen wurde die Sonnenallee zeitweise für den Fahrzeugverkehr in südlicher Richtung gesperrt. Zeitgleich stattfindende Verkehrsüberwachungsmaßnahmen von Polizei und Ordnungsamt im Umfeld der Lokalitäten führten zu Bußgeldern für rund 70 Falschparkern und der Umsetzung von neun falsch geparkten Autos.

 

Schwerpunkteinsatz in Rudow

Bereits in der Vorwoche hatten rund 60 Beamtinnen und Beamten einen weiteren Schwerpunkteinsatz im Süden Neuköllns durchgeführt. In den Ortsteilen Britz, Buckow und Rudow wurden sieben Lokalkontrollen durchgeführt, parallel erfolgten Verkehrskontrollen.

In einem Lieferbetrieb für Sushi wurden große Mengen der vorhandenen Lebensmittel vernichtet, weil diese nicht mehr für den Verzehr geeignet waren. Die in dem Betrieb arbeitende Person arbeitete schwarz und hatte keinerlei Sachkunde in der Lebensmittelzubereitung, weshalb der Betrieb geschlossen wurde.

In einem weiteren Betrieb, einem Wettbüro, wies sich eine Person mit einem fremden Personaldokument aus. Bei der anschließenden Identitätsermittlung stellte sich heraus, dass gegen die Person zwei Haftbefehle vorlagen. Die Person wurde unmittelbar in die Justizvollzugsanstalt gebracht. Darüber hinaus wurden in dem Lokal

mehrere Verkaufseinheiten Kokain sowie eine Waffe gefunden. Auch dieses Lokal wurde geschlossen.

Die Bilanz des Abends belief sich auf 13 Ordnungswidrigkeiten im Bereich Gewerberecht, fünf Verstöße im Bereich der Schwarzarbeit und der Feststellung eines Sozialleistungsbetrugs. Bei den Verkehrskontrollen wurden insgesamt 99 Verkehrsordnungswidrigkeiten im Neuköllner Süden festgestellt.

Insgesamt fanden im Oktober 2018 vier Schwerpunkteinsätze statt, an denen neben Polizei, Zoll, das Neuköllner Ordnungsamt sowie weitere Neuköllner Behörden teilgenommen haben.

pm

Fabrik wird zum Wohngebiet

Vorstellung der Planungen zum neuen Quartier in der Glasower Straße

Seit 1878 ist die Dachbahnenfabrik Quandt in der Glasower Straße ansässig. Jetzt wird dort ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Firma Quandt hat dort 2016 die Produktion aufgegeben und das Gelände an Investoren verkauft. Jeweils rund 100 Wohnungen, eine Kita mit 60 Plätzen und eine Gemeinschaftseinrichtung für die Nachbarschaft sollen auf dem Firmengelände und auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstehen.

Modell.Foto: fh

»Ein Stück Neuköllner Geschichte geht damit zu Ende«, sagte Baustadtrat Jochen Biedermann bei der Vorstellung der Pläne am 22. September. Dafür entstehe aber etwas Neues, wofür dringender Bedarf bestehe.
Biedermann freut sich besonders über die Anwendung der »kooperativen Baulandentwicklung«, wonach 30 Prozent der Wohnungen zu sozial verträglichen Mieten (für 6,50 Euro pro Quadratmeter) entstehen sollen. Fabrik wird zum Wohngebiet weiterlesen

Gründerin des Hospizes »Ricam« verabschiedet sich

Dorothea Becker geht in den Ruhestand

Hikel und Dorothea Becker.       Foto: mr

Vor 20 Jahren gründete Dorothea Becker das stationäre »Ricam Hospiz« in der Neuköllner Delbrückstraße 22, die erste Einrichtung dieser Art in Berlin. Es sollte ein Ort werden, an dem es Schwerstkranken ermöglicht wird, eine gute letzte Zeit zu verbringen. Gemeinsam mit eigens ausgebildeten Ärzten, Pflegern, Musiktherapeuten, Seelsorgern und vielen ehrenamtlichen Helfern versucht sie seitdem, den Patienten die letzte Phase des Lebens so lebenswert wie möglich zu gestalten. Dazu gehört die schmerzlindernde Palliativmedizin ebenso wie menschliche Zuwendung und viel Zeit, um sich würdevoll zu verabschieden. Als Krankenschwester auf der Krebsstation des Neuköllner Krankenhauses hatte sie erlebt, dass es im Alltag einer Klinik genau daran mangelt. Gründerin des Hospizes »Ricam« verabschiedet sich weiterlesen

Sportclub leistet Lebenshilfe

Gropiuslauf und andere Wettkämpfe für mehr Integration

Foto: bs

Der Sportclub der »Lebenshilfe e.V.« wurde 1995 mit dem Zweck gegründet, Menschen mit vorwiegend geistiger Behinderung ein vielseitiges Sportangebot zu eröffnen. Er setzt sich gemäß dem Leitbild der Lebenshilfe für die Achtung und Wahrung der Persönlichkeitsrechte aller Menschen mit geistiger und/oder mehrfacher Behinderung, ihr Recht auf Selbstbestimmung und ihre Integration in die Gesellschaft ein. Der SCL ist anerkannter zertifizierter Anbieter für Rehabilitationssport.
800 Sportlerinnen und Sportler mit unterschiedlicher Ausprägung der Behinderung sind in 60 Sportgruppen aktiv. Sportclub leistet Lebenshilfe weiterlesen

Welches Milieu schützt der Milieuschutz?

Mahlower Block verkauft.                                                                                                                                  Foto: fh

200 Mietparteien von Umwandlung betroffen

Erst im Jahre 2016 wurde der Schillerkiez als Milieuschutzgebiet ausgewiesen. Nach Meinung vieler Mieter viel zu spät, denn die Verdrängung der alteingesessenen, meist nicht sehr begüterten Bevölkerung ist seit Jahren im Gange. Zum Teil durch horrend gestiegene Mieten, zum Teil durch Umwandlung in Eigentum und durch Eigenbedarfskündigungen.
Derzeit sehen sich 200 Mietparteien des »Mahlower Block« mit der Umwandlung ihrer Mietwohnungen in Eigentumswohnungen konfrontiert. Dies betrifft mehrere Häuser in der Mahlower und Lichtenrader Straße sowie der Fontanestraße.
Die entsprechenden Schreiben des Stadtentwicklungsamtes erreichten die Mieter im Juli und August. Der Eigentümer, die »convivo Lux Residential« (vormals »Immeo Lux S.a.r.l.«) hatte einen Antrag auf Begründung von Wohn- und Teileigentum gestellt.
Das Bundes-Baugesetzbuch (BauGB), das auch für Berlin gilt, sieht vor, dass solche Beantragungen im Regelfall innerhalb eines Monats zu gewähren sind. Welches Milieu schützt der Milieuschutz? weiterlesen