von Josephine Raab


Eine Folge des Klimawandels ist, der goldene Oktober schiebt sich auch in den November hinein. Das heißt, es können auch jetzt noch viele schöne bunte Blätter gesammelt und getrocknet werden. Ein getrocknetes Ginkoblatt habe ich in einen Schmetterling verwandelt. Um das nachzumachen, braucht es wenig, nur etwas Lust zum Pfriemeln, ein schon getrocknetes Ginkoblatt, Farben (zum Beispiel Deckfarben aus dem Tuschkasten oder Acryl), einen feinen Pinsel und ein scharfes Messer.
Den Stiel des Ginkoblattes habe ich noch vor dem Trocknen mit dem Messer geteilt, so bekam ich die Fühler. Dann wird das Blatt zwischen den Seiten eines alten Buches getrocknet. Auch ohne Bemalung sieht das Blatt so schon einem Schmetterling ähnlich. Mit ein wenig Farbe wird die Illusion perfekter.
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Lange hatten die Fans dem Topspiel der NOFV-Oberliga Nord entgegengefiebert: Das Duell zwischen dem »Greifswalder FC« und dem »SV Tasmania« am 1. November in der Hansestadt versprach bereits einen Fingerzeig Richtung Meisterschaft. Dabei hatten die Neuköllner mit ihrem perfekten Saisonstart den Greifswaldern ihren Favoritenstatus quasi abgeknöpft – sieben Siege legte die Mannschaft von Abu Njie vor, der Widersacher folgte mit vier Punkten Rückstand.

Doch Tasmanias Trainer mahnte weiterhin, sein Team sei zwar »Spitzenreiter, aber noch kein Spitzenteam« – dafür wurde ihm Tiefstapelei vorgeworfen. Mitte Oktober gab es dann aber den ersten Dämpfer beim 2:3 in letzter Minute bei »Hertha 03« in Zehlendorf. Eine Woche später verlor der Tabellenführer dann zuhause gegen den Aufsteiger »Rostocker FC« mit 1:3. Nur gut, dass die Greifswalder parallel ebenfalls zweimal patzten – der 4-Punkte-Vorsprung blieb Tasmania vor der Fahrt nach Vorpommern also erhalten. Die Vorzeichen hatten sich inzwischen jedoch etwas verändert – eher nach dem Motto: Welches der beiden Topteams findet im direkten Aufeinandertreffen wieder zurück in die Erfolgsspur? Warten auf … Greifswald weiterlesen
Diesmal ist alles anders. Ich kann zu unserem Jubiläum keine Rede halten und den Mitgliedern der Redaktion nicht danken. Ich möchte es an dieser Stelle tun. Denn, was wäre ich ohne die Kollegen, die mir auch in schweren Zeiten zur Seite stehen. So wie im Moment: Die Zeitung leidet gemeinsam mit den Kneipen darunter, dass nichts mehr rund läuft. Anzeigenkunden fallen weg, Verteilerstellen schließen, und Termine fallen aus. Das kulturelle Leben liegt am Boden und die Stimmung auch. Petras Tagebuch weiterlesen

Am 2. Wochenende im September ist üblicherweise »Popraci« in Rixdorf, ein großes Fest, das an die deutsch-böhmische Geschichte Rixdorfs erinnert, mit einem Wettbewerb im Strohballen-Rollen, fantasievollen Kostümen und einer abendlichen Straßenfeier.
Corona sorgte in diesem Jahr für eine ungewöhnliche Variante des Festes: Der Wettbewerb wurde durch eine Demonstration »Für ein Europa ohne Grenzen und die Deutsch-Tschechische Freundschaft« ersetzt. Symbolisch wurden zwei Strohballen rund um den Richardplatz gerollt. Bezirksbürgermeister Martin Hikel ließ es sich nicht nehmen, selbst Hand anzulegen und einen der Ballen um den Richardplatz zu bugsieren. Mit Plakaten machten die Teilnehmer auf die Situation in den europäischen Flüchtlingslagern aufmerksam
Begleitet wurde die Demonstration von den »HeartBeaters, die mit Sambarhythmen den Takt des Marsches vorgaben. Partnerschaftliche Kundgebung statt Wettstreit weiterlesen
Es gibt einige Gewinner der Coronaepidemie: Es sind Weinläden, Getränkelieferanten, Märkte, Spätis oder Amazon.
Die großen Verlierer sind Hotels, Gaststätten und Bars.
Letztere konnten sich vielleicht in den letzten warmen Wochen etwas erholen, wenigsten die, die noch nicht aufgegeben haben. Aber wie sieht der Herbst und noch schlimmer der Winter aus? Kommen die Heizpilze in allen Bezirken, könnte die Pleite vielleicht aufgehalten werden, aber ökologisch wäre das ein fragwürdiges Unterfangen.
Aktuell fürchten die Kneipenbesitzer eine neue Coronawelle und eine Verschärfung der Auflagen. Während der Senat mit einem aufwändigen Geschenk von Mundnasenschutzmasken Hilfe vorschützt, fragen sich die Kneipiers verständlicherweise, was das soll. Denn die meisten Kneipengäste halten Abstand, haben bereits einen Mundnasenschutz, hinterlegen ihre Adressen und möchten einfach nur gerne in der Kneipe, ihrem zweiten Wohnzimmer, sitzen.
Petra Roß
Es sollte der »Abschlussbericht« der Sonderkommission »SoKo Focus« zu den Ermittlungen über gewalttätige rechtsradikale Anschläge in Neukölln sein, der dem Abgeordnetenhaus vorgelegt wurde. Leider läuft es in der Realität der Polizeiarbeit nicht immer so, wie wir es aus dem Fernsehen kennen. Dort löst eine »SoKo« den Fall in sechzig Minuten. In Neukölln bleibt es ein Dauerbrenner. Für die von Drohungen und Anschlägen Betroffenen besteht weiterhin Gefahrstufe Eins. »Focus« fand auf den Spuren der mutmaßlichen Täter keine handfesten Beweise, habe aber weiterhin Verdacht, wie es heißt. Gibt es einen polizeilichen »Neukölln Komplex«? weiterlesen
In nur vier Wochen hat die Initiative »Hermannstraße für alle« über 2.000 Unterschriften für einen sicheren Radweg in der Hermannstraße gesammelt. Sie fordern: Einen durchgehenden PopUp-Radweg, nicht nur abgepollerte Teilstücke. Bei der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 23. September wurde dieser Einwohnerantrag an das Bezirksamt übergeben.

Das Bezirksamt habe am 11. August »anordnungsfähige Pläne für die »PopUp Bike Lane« als begrenzte Zwischenlösung« an die zuständige Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz übermittelt, teilte Bezirksbürgermeister Martin Hikel mit. Am 7. September sei die Eingangsbestätigung eingegangen. Er sei aber zuversichtlich, »dass die Senatsverwaltung uns zeitnah grünes Licht geben wird«. Auch die Diskussion um die mangelhaften Begründungen sehe er gelassen. Es gab im letzten Jahr auf der Hermannstraße 729 Unfälle. Grund dafür seien die nicht einheitlichen und nicht markierten Fahrspuren, die die Straße für alle Verkehrsteilnehmer extrem unübersichtlich machen. »Ich will so schnell es möglich ist mehr Sicherheit für alle auf der Hermannstraße schaffen«, versprach er. Strammes Programm weiterlesen
Was aussah wie ein Pulk Touristen auf Besichtigungstour im Kiez, waren Teilnehmer der Veranstaltung »Lenkungsgruppe vor Ort«, zu der die »Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße]« am 9. September eingeladen hatte. Schwerpunkt der Exkursion durch das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße war das Thema »Grüne Räume im Zentrum«.

Zum Auftakt im Comeniusgarten stellte Elena Ferrari von der »Università IUAV di Venezia« ihre Forschungsarbeit »Stadtgrün im Norden Neuköllns« vor. Neukölln zeichne sich durch eine dichte Bebauung und einen Mangel an Grünflächen aus, die zudem auch noch stark fragmentiert seien, führte sie aus. Daher sei es wichtig, Grünräume an Straßen oder auf Brachen zu schaffen. Letztere seien jedoch vielfach in privater Hand und daher in Gefahr, dem Wohnungsbau zum Opfer zu fallen. Die Stadtgesellschaft müsse sich damit auseinandersetzen, wie Stadtverdichtung gelingen und gleichzeitig Grünräume erhalten oder neu geschaffen werden könnten. Auf der Suche nach dem Grün weiterlesen
Der Bürgermeister von Neukölln, Martin Hikel (SPD), verkündet Neuigkeiten, die Neukölln schöner und verkehrsfreundlicher machen sollen. So sind am Maybachufer Umbaumaßnahmen für einen besseren Verkehrsfluss vorgesehen, und die Gropiusstadt soll »barrierefrei« werden. Das Projekt »Schön wie wir« hat einen positiven Evaluationsbericht vorgelegt.
Im Kreuzungsbereich Maybachufer/Friedelstraße/Bürknerstraße stoßen derzeit fünf Straßen aufeinander. Das macht die Vorfahrtsregelung für die Verkehrsteilnehmenden unübersichtlich. Im Mittelpunkt der neuen Planung steht vor allem »die Sicherheit von Radfahrenden und zu Fuß Gehenden«. Künftig mündet den Planungen gemäß die Bürknerstraße senkrecht in das Maybachufer.

Es sind für dieses Bauvorhaben insgesamt 270.000 Euro veranschlagt. Das Projekt greife einem Gesamtplan vor, welches im nächsten Jahr unter Beteiligung der Anwohnenden erarbeitet werden soll. »Schön wie wir« gibt es auch im Straßenverkehr weiterlesen
Ein exemplarischer Blick auf die hier gezeigte besondere Karte des Schillerkiezes zeigt deutlich, wie stark Wohnungen für temporäre Nutzung und als Feriendomizile angeboten werden, auch zunehmend über »Airbnb«. Die Plattform ist weltweit »populär«. In ganz Berlin waren im Mai 2020 23.000 Wohnungen und Zimmer über die amerikanische Firma im Angebot.
Für die anbietenden Eigentümer und Dauermieter von Wohnungen ist das Portal »Airbnb« bequem und übersichtlich. Von einzelnen Zimmern bis zu Wohnungen und Kleinfamlienhäusern ist alles zu mieten. In Berlin leben sehr viele junge Menschen aus vielen Ländern, die sich gerne auch zu beruflichen Zwecken zeitweise in der Stadt aufhalten. Da wird für Suchende etwas Passendes zu finden sein. Für Eigentümer und Hauptmieter gilt das ebenfalls. Bei temporärer Abwesenheit finden sich fast immer willige Mietenzahler. Scheinbar entsteht für alle eine Situation gegenseitigen Gewinns. Mischt »Airbnb« die Mieten auf? weiterlesen


Neuköllner Tageblatt
Sonnabend, 2.10.1920
Das Gesetz über die Bildung der Einheitsgemeinde Berlin ist mit dem gestrigen Tage in Kraft getreten. Allerdings sind die Abänderungsanträge, die die Landesversammlung beschäftigen, noch nicht erledigt, und so wird einstweilen in den Gemeindeverwaltungen noch alles beim alten bleiben. Auch die Neuorganisation der gesamten Berliner Polizei ist mit dem gestrigen Tage erfolgt. Das hiesige Polizei=Präsidium heißt von jetzt ab »Polizeiamt Neukölln«. Mit der Leitung desselben ist, dem Vernehmen nach, Regierungsrat Dr. Coester betraut worden. Zum Polizeibezirk Neukölln gehören nunmehr auch die Gemeinden Britz, Rudow ud Buckow. Diese Orte werden vermutlich mit Wachen belegt werden. Neuköllner Alltägliches weiterlesen
Etliche Pokale auf Regalen und Fensterbänken erinnern an stolze Gewinne. Vor allem in der Dart-Kunst, die hier in einem prächtig getäfelten kleinen Saal an gleich vier elektrischen Automaten praktiziert werden kann.

An der Spitze des türmchengeschmückten Hauses, wo sich Karl-Marx-, Walter- und Delbrückstraße treffen, trotzt die klassische Eck- beziehungsweise Spitz-Kneipe »Zur Spitze« den umherirrenden Zeitmoden und verbindet gelassen und geduldig Trunk und Freizeitsport. Jukebox, Spielgeräte, reichlich Deko und Patina schaffen die bodenständige, raucherfreundliche Kulisse für Austausch und Besinnung bei Flensburger oder Kindl-Bier, Schnäpsen oder Longdrinks (ab 3,50 Euro). Sie sind der Meinung … weiterlesen
Karanfil ist türkisch für die Widerstandsblume Nelke – und so zeigt das Logosymbol des gleichnamigen Cafés im Schillerkiez auch eine Faust, die eine rote Nelke hält.

Turgay Ulu, der mit seinen Freunden Miray und Andrew das Kernteam des »Karanfil« bildet, war Journalist in der Türkei. Von 1996 bis 2011 saß er wegen seiner politischen Tätigkeit im Gefängnis, dann flüchtete er nach Griechenland. Seit sieben Jahren ist er in Berlin und arbeitet mit an der Zeitung »Daily Resistance«; die hier natürlich auch, neben vielen weiteren Publikationen und Flyern über den Kampf gegen die Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen und Systemfehler in Berlin und auf der ganzen Welt, zum Informieren und sich Mitengagieren ausliegt. Die Freiheit der Nelke weiterlesen
Bunte Vintage-Klamotten hängen auf Ständern neben Kisten gefüllt mit alten Schallplatten und Porzellangeschirr. Was sich im ersten Moment nach einem der vielen Berliner Flohmärkte anhört, findet sich seit Anfang September auf der dritten Etage der »Galeria Karstadt Kaufhof« am Hermannplatz. Ein halbes Jahr lang werden hier im Pop-Up-Store der Initiative »Re-Use Berlin«, die von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ins Leben gerufen wurde, verschiedene Waren aus zweiter Hand zum Verkauf angeboten.

Die 660 Quadratmeter große Ladenfläche ist Teil des neuen Wiederverwertungskonzepts der Stadtverwaltung. Denn in Berlin werden jährlich etwa 150.000 Tonnen Sperrmüll mit einem geschätztem Warenwert von fünf Milliarden Euro entsorgt. Außerdem sollen sich in jedem Haushalt in Berlin etliche Geräte befinden, die entweder noch funktionstüchtig, aber unbenutzt sind oder zumindest durch Reparaturen wieder zum Laufen gebracht werden könnten. Gebrauchtwarenhaus der Zukunft weiterlesen
»Einmal die Notbremse ziehen«, so beginnt ein abenteuerlicher Roman von Janosch. In einem anderen Buch geraten »Tiger und Bär in Straßenverkehr« auf der Suche nach der »Tigerente«, unterstützt von »Herrn Bibernase«. Wohl alle lesenden Erwachsenen sind als Kinder mit Janosch groß geworden, der die Fantasie auf unnachahmliche Weise anregt, und geben das an ihre Kinder weiter.

Janoschs Geschichten wurden nicht nur verfilmt, sondern auch von vielen Kindertheatern aufgeführt. Der Autor dieses Artikels nahm selbst an einer Inszenierung teil und erinnert sich, dass dies ein außergewöhnliches Erlebnis war, denn das Publikum ging begeistert mit. Janosch zieht die Notbremse im Schloss Britz weiterlesen
Von Menschen, die den riskanten Weg übers Mittelmeer auf sich nehmen, in der Hoffnung, in Europa Sicherheit zu finden, handelt nach 700 Aufführungen der »Asyl-Monologe«, »Asyl-Dialoge« und »NSU-Monologe« das neue Theaterstück von Autor und Regisseur Michael Ruf.

Die »Mittelmeer-Monologe« erzählen von Menschen, die einen lebensgefährlichen Weg auf sich nehmen, in der Hoffnung, endlich in Sicherheit leben zu können – und von libyschen Küstenwachen, italienischen Seenotrettungsstellen und deutschen Behörden, die dies verhindern, sowie von Aktivisten, die dem Sterben auf dem Mittelmeer etwas entgegensetzen. Mittelmeer-Monologe im Heimathafen weiterlesen
»Die Idee entstand aufgrund von Corona. Nach dem Lockdown hatten viele Leute keine Lust auf Onlinekurse, sondern wollten wieder raus und sich betätigen«, sagt Sascha Mieke, der seit diesem April das Bestreben hat, offiziell Yogakurse im Körnerpark anbieten zu dürfen.

Sascha sieht hier einen ganzheitlichen Ansatz. Zum einen soll die Nachbarschaft aus ihrer Isolation treten können und gemeinsam aktiv sein, zum anderen möchte Sascha gemeinsame Aufräumaktionen starten, da er die Vermüllung des Parks als Problem ausmachte. Zu diesem Zweck hat Mieke Anfang des Sommers eine Sondernutzung im Park beantragt. Wege zum Yoga im Körnerpark weiterlesen
»Knorke.« Das ist das passende Wort für Elke und Ute, mit denen ich spreche. Charismatisch trifft es auch. Beide sind bereits Rentnerinnen. Vor zwölf Jahren hat Elke ihre »Kuschel-WG« eröffnet. Sie gab ihren Beruf als Verkäuferin auf, um ein besonderes Bordell zu eröffnen. »Wir richten uns an Männer, die zu reiferen Frauen wollen. Das Alter der Frauen beginnt ab vierzig.« Elke ist die Inhaberin der »Kuschel WG« und arbeitet selbst nicht aktiv, sondern sorgt dafür, dass alle Regeln von den arbeitenden Damen und Gästen eingehalten und die Gewerbemiete bezahlt werden kann. »Wir sind zu den Gästen freundlich, obwohl es nicht immer einfach ist.Jeder korrekte Gast und jede ehrliche Frau ist uns willkommen.« Elkes Kuschel-WG weiterlesen
KuK: Welche Themen bewegen dich hier im Kiez?
Sven: Hier im Kiez? Direkt nicht viel, eher allgemeine Sachen. »Corona Hauptstadt Berlin« habe ich heute in den Medien gelesen. Stimmt das? Glaubst du das? Ich weiß gerade nicht mehr, was stimmt und was nicht. Ich weiß nur, dass ich im Moment aus verschiedenen Gründen Angst habe. Ich bin obdachlos und muss sehen, wo ich schlafen kann. Die letzten Tage bin ich viel hier in Neukölln unterwegs. Die Leute sind okay, die geben gern mal was und ich kann ganz gut Pfand sammeln. Nachts ist das anders. Ich kann einfach nicht mehr in die Notunterkunft. Corona ist natürlich ein Thema, weil die Leute, die dort schlafen, interessiert das nicht, und man liegt schon eng zusammengepfercht. Schlimmer ist noch, dass ich schon mal ausgeraubt wurde, Geld weg, sogar mein Schlafsack. Ich habe sogar auch schon mitbekommen, wie da jemand vergewaltigt wurde. Ich geh da nicht hin. Zurzeit bin ich nachts am Alexa, weil ich da in Ruhe gelassen werde, und die Bauarbeiter von der Baustelle geben mir morgens sogar immer ein bisschen Kleingeld. Was für mich aber am wichtigsten ist, sind Klamotten. Es ist zwar jetzt noch warm am Tag, aber in den Nächten friere ich jetzt schon. Ich habe mir ein Lager gebaut mit Pappe, Zeitungspapier und meinem Schlafsack, damit komme ich noch zurecht, aber ich habe richtige Angst vor dem Winter. Shirt, Pullover, Hose, egal, ich brauche wirklich alles, was ich kriegen kann für die kommenden Monate.
me
*Sven, obdachlos, Schillerkiez – Name geändert

Tennis darf trotz der Pandemie wieder gespielt werden. Also fallen dabei auch wieder abgespielte Tennisbälle zum Basteln an. Für mein »Ballschaf« brauchen wir zwei Tennisbälle, eine gute, kräftige Schere, vier Spiel(optimal »Mensch ärgere dich nicht«)steine, etwas (grüne?) Pappe, einen schwarzen Marker, Heißluftkleber, optional eine spitze Zange und natürlich auch wieder Lust zum Pfriemeln.
Aus einem Tennisball wird der Körper. Aus dem anderen schneiden wir den Schafskopf und die Ohren. Die werden mit Heißkleber auf den »Körper« geklebt und der Kopf charakteristisch bemalt. Dann eventuell mit der spitzen Zange den Ballfilz lockig zupfen, das gibt mehr Fülle. Die Spielsteine sind die Füße und werden unter den Körper und, zur besseren Stabilität, dann noch auf eine grüne Pappe geklebt. Fertig!
rr
»Jutn Morjen,
Möchte helfen,
Im echtn jargon heist ditte:
KICKNSE…..nich: KUCKENSE….
DIT ISS NICH SO WIET SEIN SOLL!
vor der endung ‚en‘ wird das e nicht benutzt, außer es steht ein j davor….dann issit andas.
N G iss imma n J! N ‚G‘ jibts hier nich…..
Usw….usf…..
Hab dit jurnal jelesn……findick jut.
Petras tajebuch hilft och, n bischn lockra zu werdn…..reflektionitis heist ditte in neudeutsch, wa? » Ein Leserbrief weiterlesen
Für Außenstehende mag sich die Szenerie etwas seltsam dargestellt haben: Da hatte der »SV Tasmania« gerade nach einer turbulenten Schlussphase auch sein fünftes Punktspiel der Saison mit 3:1 gegen »Stern 1900« gewonnen – doch die Anhänger konnten von der Mannschaft nach Schlusspfiff nur zu einem sachten Jubel animiert werden.

Auch während der Partie keine Anfeuerungen aus der Ecke, wo die »Tasmanischen Teufel« stehen – lediglich Fahrrad- und Luftpumpenhupen, Rasseln und Trommeln sowie hin und wieder Klatschen. Doch die Fans der Blau-Weiß-Roten halten sich eben an die bestehenden Regeln, wonach Gesänge in beieinander stehenden Gruppen nicht erlaubt sind.
Beim 3:0-Heimsieg gegen den »Brandenburger SC Süd« hatte das bereits Ende August zu der bizarren Konstellation geführt, dass die Gäste von einem mitgereisten kleinen Ultra-Block über 90 Minuten angefeuert wurden (im Bundesland Brandenburg gilt das Verbot bei Fußballspielen nicht) – während auch hier die Mannschaft Tasmanias ohne diese Form der Unterstützung blieb. Kein Wunder, dass die (wieder mal nicht einheitliche) Regelung nicht nur in Neukölln, sondern auch bei anderen Berliner Vereinen, die überregional spielen, für Verärgerung sorgt. Sachter Jubel für den Spitzenreiter weiterlesen
Wenn Traum und Wirklichkeit aneinander geraten, ist das Ergebnis Verwirrung. So passierte es mir vor wenigen Tagen.
Am Abend hatte ich ein Telefongespräch mit meinem Chef. Wir vereinbarten etwas. Ich meinte eine Uhrzeit wahrgenommen zu haben wie acht Uhr, und dass jemand zum Leopoldplatz fährt, womöglich ich. Dann ging ich ins Bett.
Nachts hatte ich einen Traum. In diesem Traum hatte ich ein Telefongespräch mit meinem Chef. Wir verabredeten uns für neun Uhr, planten, gemeinsam zum Leopoldplatz zu fahren, weil an diesem Tag der Weddinger Bürgermeister den dortigen Markt besuchen wollte. Außerdem sollte ich unter den Verkaufshänger kriechen. Das sollte ich womöglich machen, weil er nicht so ganz in Ordnung ist. Petras Tagebuch weiterlesen

Mit zweijähriger Verspätung konnte am 21. August die neue Seniorenfreizeitstätte in Rudow auf dem Gelände der alten Dorfschule eröffnet werden. Der Bau ersetzt den alten Treffpunkt, der abgerissen wurde, um dem Neubau der Bibliothek Platz zu machen, die voraussichtlich im kommenden Jahr eröffnet wird.
Eigentlich sollte der Bau bereits im Herbst 2018 fertig werden. Aber dann gab es Probleme mit dem Einbau des Fußbodens. Und als dann im Frühjahr alles fertig war, verhinderte das Coronavirus die Eröffnung. »Wir haben vieles aus dem Weg räumen müssen, aber wir haben jetzt eine Freizeitstätte, die sich an den Bedürfnissen der Senioren orientiert«, sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) bei der Eröffnungsfeier. Kaffee, Kuchen und Tablets weiterlesen
… stellte schon Shakespeares venezianischer Kaufmann fest.
Im heutigen Grossstadtgewimmel gerät rüchsichtsvolles Verhalten leider immer öfter aus dem Blick.
Bei sich widersprechenden Ansprüchen in unseren individualisierten Zeiten ist Rücksichtnahme trotzdem ein Gebot der Stunde.
Die einen wollen ihr Gewerbe betreiben, die anderen spätestens ab 22 Uhr ihre Ruhe haben. Um beide berechtigten Ansprüche zusammenzubringen ist wechselseitiges Entgegenkommen unabdingbar.
Was machen wenn Gespräche nicht helfen, Gewerbetreibende die Kiezleute ignorieren oder notorische Nörgler immer rumsülzen? Ordnungsamt oder Polizei rufen? Laden boykottieren? Anzeige stellen wegen ruhestörenden Lärms?
Vielleicht könnte es helfen, einen Mediator zu Rate zu ziehen. Ich weiß es auch nicht, jedoch wäre es einen Versuch Wert.
Beate Storni
Zwei Leserbriefe zum Thema sind hier veröffentlicht.
»neulich: Wir machen einfach – der Kiez ist uns egal!« Erst mal möchte ich mich für den Einblick in das »neulich« bedanken, wurden mir doch dadurch Sachen vermittelt, die ich als direkter Nachbar der Kneipe nicht mitbekommen habe.
Aber ich möchte hier auf Aspekte hinweisen, die leider in dem Artikel gar nicht erwähnt wurden: Die Bedeutung des »neulich« für den Kiez bzw. genauer für die direkte Nachbarschaft. Leserbriefe weiterlesen

Ihr wurde Mord angedroht. Anne Helm, Abgeordnete aus Neukölln, Vorsitzende der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, engagiert sich mit Verve und strategischem Denken gegen Rechtsextremismus. Neukölln erlebt seit 2011 eine wachsende Serie von neonazistischen Drohungen und Brandanschlägen, die Mordversuchen gleichen. Die Opfer dieser rechtsextremen Praktiken sind Menschen, die sich rot-rot-grün und parteipolitisch unabhängig einmischen. Die polizeilichen Ermittlungsbehörden konnten bislang keine Straftat aufklären. »Jetzt wird eine externe Ermittlungskommission tätig. Wenn keine Ergebnisse erzielt werden, setzen wir einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ein«, bekräftigt Anne Helm.
Wie geht sie mit bedrohenden Anschlägen auf ihr Leben um? »Wir haben hier ein goldwertes System unserer Vernetzung. Der Austausch und Kontakt ist uns Betroffenen wichtig. Während bisher die Polizei nicht in der Lage war, rechtsextreme Zusammenhänge aufzuklären, sind unsere unabhängigen Recherchen sehr viel weiter. Die Neonazis versuchen in Neukölln eine Machtprobe. Sie wollen in das Herz eines internationalen Bezirks stoßen«, stellt sie energisch fest. Morddrohungen und Mietendeckel weiterlesen
»Die Zukunft ist weiblich« stand auf dem T-Shirt, das Güner Balci
bei ihrer Vorstellung am 13. August im Integrationsausschuss trug, wo sie sich den Fragen der Neuköllner Bezirksverordneten stellte und damit ein deutliches Statement zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit setzte.

Mit der Sozialarbeiterin, Journalistin und Buchautorin Güner Yasemin Balci hat Neukölln die erste Integrationsbeauftragte, die selber einen Migrationshintergrund hat.
Aufgewachsen im Neuköllner Rollbergviertel, wo sie später in Projekten der Mädchenarbeit und Gewaltprävention arbeitete, kennt sie das Leben und die Probleme der migrantischen Gesellschaften. Ihre Erfahrungen hat sie in Büchern wie »Arabboy« oder »ArabQueen« verarbeitet. Güner Balci ist neue Integrationsbeauftragte weiterlesen
Rund 90.000 Euro wird die Beseitigung des Mülls und der Schäden an der Vegetation in der Hasenheide nach den Partys am 25. und 26. Juli voraussichtlich kosten. Das geht aus der Antwort des Bezirksbürgermeisters Martin Hikel auf eine mündliche Anfrage der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 27. August hervor.
Diverse Bußgeldverfahren seien anhängig. Das Ordnungsamt sei permanent dort, und die Polizei habe nach wie vor alle Hände voll zu tun, diese Partys aufzulösen. Bei ihren Einsätzen habe sie so viel Musikequipment konfisziert, dass sie inzwischen selbst einen Club eröffnen könnte, sagte Hikel. Diese Zustände würden sich erst ändern, wenn es legale Feiermöglichkeiten gebe. Grünflächen seien dafür aber definitiv nicht geeignet. Schon wieder Ärger in der BVV weiterlesen
Wenn im Oktober der BER eröffnet, wird der Verkehr im Süden der Stadt spürbar zunehmen. Neben den vielen Fluggästen werden rund 85.000 Beschäftigte zusätzlich in der Region erwartet. Das heißt, der Pendelverkehr von und nach Berlin wird in Größenordnungen zunehmen, die eine zusätzliche ÖPNV-Anbindung unumgänglich machen.

Deshalb hat sich die Bürgerinitiative »Neukölln in Bewegung – Für eine Verlängerung der U7 bis zum Flughafen BER« gegründet. Am 10. August stellten die Initiatoren Mirjam Blumenthal, Peter Scharmberg und Renate Humernik ihre Aktion der Öffentlichkeit vor. Unterstützt werden sie von Bezirksbürgermeister Martin Hikel, dem Bundestagsabgeordneten Fritz Felgentreu und der Neuköllner SPD. Ziel der von Neuköllner Bürgern und Rudower Gewerbetreibenden getragenen Initiative ist es, mit einer Unterschriftenaktion den politischen Druck zu erhöhen und die schon lange geforderte U-Bahn-Verlängerung endlich in die Tat umzusetzen. Verlängerung der U7 zum BER weiterlesen
Das Bezirksamt Neukölln sucht Orte, an denen im kommenden Jahr weitere Anlehnbügel für Fahrräder installiert werden sollen. Anwohnende können ab sofort Vorschläge für Standorte melden, an denen noch Anlehnbügel fehlen. Damit setzt das Bezirksamt seine Strategie auch in 2021 fort, im öffentlichen Raum in ganz Neukölln Anlehnbügel zu installieren.
Bezirksbürgermeister Martin Hikel: »Wir haben in den letzten drei Jahren etwa 2.500 Anlehnbügel für Fahrräder in ganz Neukölln gebaut. Auch nächstes Jahr geht das Programm weiter. Die Anwohnenden wissen am besten, wo noch Abstellplätze fehlen, deshalb brauchen wir ihre Expertise. So bringen wir die Radinfrastruktur im ganzen Bezirk voran.« Mehr Platz für Fahrräder weiterlesen


Neuköllnische Zeitung, Sonnabend, 4. 9. 1920
15 Millionen Mark für das Rittergut Britz. Der Ankauf des ehemmaligen Rittergutes Britz ist seitens der Gemeinde Britz beschlossen worden. Es fehlt allerdings noch die Genehmigung Groß=Berlins. Interessant sind die Preise, die für das Rittergut früher gezahlt wurden. Während es im Jahre 1800 mit 42 000 Talern bewertet wurde, kaufte es der Ehegatte der letzten Eigentümerin, der Spiritusbrenner Wrede, in den sechziger Jahren für 900 000 Mark. Jetzt sollen nun 15 Millionen Mark für das etwas vergrößerte Gut bezahlt werden. Neuköllner Alltägliches weiterlesen
Echte Schuhmacher sind nicht nur aus Berlin weitestgehend verschwunden. Der Gebrauchsschuh kommt überwiegend aus industrialisierter Massenproduktion, die sich der Kosten wegen dazu meist nur noch im Ausland befindet. Dort fügen angelernte Schuhwerker Schuhmodelle in hohen Stückzahlen zusammen.

Ein handgefertigter Maßschuh wird vom Durchschnittsbürger selten noch nachgefragt, ebenso unterbleiben Schuhreparaturen zugunsten einer billigen Neuanschaffung. Die Zulassung von Nicht-Meistern in dieser Branche, auch hier übliche Nachwuchssorgen sowie die spürbare Konkurrenz von Schnellreparaturdiensten sind die Gründe, warum heute kaum noch Meisterbetriebe existieren.
Solch ein noch in Berlin existierender Innungsbetrieb gehört Schuhmachermeister Klaus Niche. Als letztes Innungsmitglied von Neukölln betreibt er am Marktplatz in Britz-Süd seinen kleinen Meisterbetrieb. Oswald Schulze, ein Onkel seines Vaters, gründete 1929 gegenüber vom Krankenhaus Neukölln eine Schuhmacherei. Schuhmachermeister Klaus Niche weiterlesen
Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe des Bundes für kleine und mittlere Unternehmen wurde bis zum 30.09.2020 verlängert. Hier können Sie berechnen, ob Sie antragsberechtigt sind: www.ihk-berlin.de/produktmarken/corona/finanzierung-foerderung-corona-4745444#titleInText3
Die Hilfen sind durch Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer zu beantragen. Sollten Sie einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer benötigen, der für Sie den Antrag einreicht, hat die Steuerberaterkammer eine Liste von Ansprechpartnern veröffentlicht, die noch Kapazitäten haben: stbk-berlin.de/aktuelles/ Neue Hilfe für Gewerbe weiterlesen
Auch im Körnerkiez lässt es sich auf verschiedenste Weise treffen und trinken: fein, mediterran, hip, alternativ oder traditionell solide – wie im »Ilse-Eck«. An der Kreuzung Ilse- und Jonasstraße ist diese klassische Eckkneipe ein beliebter Treff für Nachbarn, die sich gern miteinander austauschen und Anregung, Unterhaltung oder einfach nur Entspannung suchen. All das gibt’s hier täglich von früh bis (auch mal sehr) spät.

Das bisher hipsterungefährdete »Ilse-Eck« ist seit Jahrzehnten in familiärer Hand. Und familiär ist auch die Stimmung. Die typische Berliner Schnauze gehört hier zum guten Ton. Zu Oldies, Schlagern und anderer Partymucke aus der Jukebox wird hier Billard gespielt, an zwei Dartautomaten die Wirkung des Zielwassers ausgetestet (auch wenn Liga-Spiele diese Saison nicht möglich sind), am Glücksautomaten gedaddelt, gewürfelt oder auch mal Skat gekloppt. Und reichlich geraucht, gebechert und gequatscht. Momentan natürlich alles mit Abstand, aber Tische draußen gibt es für Fans aerosolverdünnter Luft auch. Sportlich, herzlich und kontinuierlich weiterlesen
In bester Kaffeehaus-Tradition eröffnete Tami im September vor genau zehn Jahren die »Pappelreihe« in der Kienitzer Straße 109.
Vorher betrieben seine Eltern in diesen Räumlichkeiten ein Zeitungs- und Zigarettengeschäft, das sich nebenbei zum Kieztreffpunkt mauserte, und in dem immer Zeit für einen Klönschnack war. »Wie der Kiez tickt, hab ich damals gelernt«, erzählt Tami, »und wie er begann sich zu verändern auch. Etliche meiner damaligen Stammkunden mussten wegziehen, weil sie die ständig steigenden Mieten nicht mehr zahlen konnten. Sie haben die Pappelreihe zu dem lebendigen Kiez-Treffpunkt gemacht, der er glücklicherweise immer noch ist.«

Inzwischen sind viele der Gäste Studenten, die das Café als erweitertes Arbeitszimmer benutzen, zwei bis drei Jahre in einer Wohngemeinschaft wohnen und dann zurück nach Süddeutschland oder ihre Heimatländer verschwinden. Tami bemängelt, dass sie sich kaum mit dem Kiez identifizieren. Zehn Jahre »Pappelreihe« weiterlesen
Ein kleiner Weg, eine unscheinbare Holztür – ein wenig wie aus dem Roman »Der geheime Garten« – und hinter der Tür verbirgt sich auch wirklich so etwas wie ein verwunschener Garten mitten in Neukölln, mitten in einer Dreieinhalbmillionenstadt.

Im Garten selbst ist Karin Zwick schon mal mit einem Huhn auf dem Arm anzutreffen. Karin wohnt direkt nebenan, schon seit 1986 in Neukölln und konnte von ihrem früheren Balkon in das schöne Stück Grün schauen. Sie hat sich »immer gewünscht, da selbst einmal zu sitzen«. Seit 2008 nutzt sie mit ihrer Familie den Garten. Ihn als Ort für Nachbarschaftliches und Kulturelles zu nutzen und zu öffnen war von Anfang an Teil der Idee. Es entstand ein generationsübergreifendes Künstler-, Familien- und Freundeskollektiv, das die Veranstaltungen und Aktivitäten organisiert.

Unter dem Namen »Silent Rixdorf« finden ganz verschiedene Sachen statt: Workshopnachmittage, Konzerte, Lesungen, Flohmärkte, aber auch übriggebliebenes Essen der Tafel und von »Laib und Seele« kann von den Nachbarn abgeholt und so gerettet werden. Die Infos dazu finden sich auf Facebook. »Silent Rixdorf« Garten weiterlesen
Wer kennt sie nicht oder hat sie selbst erlebt, die Geschichten ums Columbiabad. Ewig an der Rutsche anstehen, volle Schwimmbecken, volle Wiesen. Doch diesen Sommer ist alles anders. Die Tickets sind begrenzt und müssen im Internet gekauft werden. Es gibt Zeitfenster für den Schwimmbadbesuch. Dafür ist es leer und viel Platz. Die Stimmung ist entspannt. Die Hygieneregeln werden zumeist eingehalten, geschwommen wird hintereinander mit Rechtsverkehr.

Und endlich rutschen diejenigen, die sich sonst nie anstellen würden. Sechzigjährige Paare, junge und ältere Menschen, die allein da sind oder mit Freunden, schwimmen ein paar Bahnen und steigen dann geschwind die Treppe zur Rutsche hinauf, um sich oben abzustoßen und durch die silbernen Kurven getragen zu werden, und alle kommen mit einem Platsch und einem fast schon seligen Lächeln unten an.
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