Archiv der Kategorie: Gesundheit

Gegen den Weihnachtsstress

Alle Jahre wieder beruhigt Hopfen die Gemüter

Da heißt es nun »besinnliche Weihnachtszeit« und jedes Jahr aufs Neue graut es den meisten vor dem Fest. Die Nervenanspannung beginnt oft schon einige Wochen zuvor und entlädt sich dann am Heiligen Abend oder spätestens am ersten Weihnachtstag. Die Planung der Geschenke, die Besuchsreihenfolge (»Wie, ihr fahrt erst zu den Schwiegereltern? So war es letztes Jahr auch schon. Ihr seid wohl nicht gerne bei uns …«), die Stunden im Familienkreis mit der Verwandtschaft, die sich sonst im Jahr nicht mit dem Allerwertesten anschaut, die Essensrituale (»Ach ja, du isst ja neuerdings vegan. Da weiß ich dann auch nicht, was ich kochen soll. Isst du denn wenigstens Fisch?«), all dies sorgt im Vorfeld für so viel Stress, dass wir eigentlich Urlaub bräuchten und am liebsten bis Silvester im Ausland untertauchen würden.
Zurzeit finden wir in der Natur Hopfen, der hilft dem angegriffenen Nervensystem und sorgt dafür, dass die Feiertage ein wenig besinnlicher werden. Wer eine kleine »Leck-mich-Stimmung« für die Vor- und Weihnachtszeit benötigt, geht am besten in die Parks und Grünanlagen Berlins und pflückt sich ordentlich viel dieser Pflanzengattung aus der Familie der Hanfgewächse.
Nach der Ernte wird der Hopfen über vier Stunden bei 50 Grad im Backofen und anschließend noch zwei Tage an einem trockenen Ort getrocknet. Hopfen enthält bis zu 85 Prozent Wasser und benötigt daher eine sehr lange Trocknungsphase, damit er nicht schimmelt. Anschließend können die Hopfenzapfen in Tüten, Dosen oder Einweggläsern aufbewahrt werden.
Für eine Tasse Tee werden zwei Teelöffel Hopfendolden/-zapfen benötigt, die 15 Min. in 200 ml Wasser ziehen sollten, bevor sie abgesiebt werden und der Tee schluckweise zweimal täglich getrunken wird. So klappt es dann auch mit der Ruhe um Weihnachten. Und wenn alle Stricke reißen, wird halt beim Weihnachtsessen wieder zum guten, alten Hopfentee in der Beugelbuddel gegriffen.

km

Hagebutte, die Schietwedderfrucht

Tee unter dornigen Bedingungen

Es ist wieder Erkältungszeit und Gott sei Dank wächst in der freien Natur alles, was wir brauchen, damit dieser Kelch an uns vorüberzieht. Letzten Monat war es die Fliederbeere (Holunderbeere), diesen Monat habe ich die Hagebutte ausprobiert.
Bei meiner Radtour entlang des Mauerwegs habe ich sie entdeckt und mich für die Zubereitung als Tee entschieden. Hierfür pflückte ich unter dornigen Bedingungen die lange, schmale Hundsrose, die angeblich süßer als ihre große Schwester die Kartoffelrose schmeckt.
Leider hatte ich keine Handschuhe dabei und somit waren meine Hände ziemlich aufgerissen. Egal, Hauptsache gesund! Vitamin C enthalten alle Hagebutten und das nicht wenig. Fünfzig Mal mehr Vitamin C steckt in den Früchten als in Zitronen.

Rosa canina|FruitGeheimwaffe gegen Erkältung.Foto:      Alfred Richard Stübling

Zur Weiterverarbeitung werden Stil und Blütenansatz abgeschnitten und die Nüsschen entfernt, was eine ziemlich nervtötende Angelegenheit ist, die ich mir mit DVDs versüßte. Nach dem Waschen wird das Fruchtmark im Mörser zerstampft und danach im Ofen bei 50 Grad eine Stunde getrocknet. Vorsichtshalber habe ich die Hagebutten noch zwei Tage ausgebreitet im Backofen (natürlich ohne Wärme) liegen lassen, bevor ich sie in ein Schraubglas zur Aufbewahrung abfüllte. Ich wollte Schimmelbildung vermeiden.
Für die Zubereitung werden zwei gehäufte Teelöffel der Hagebutten mit siedend heißem Wasser übergossen und nach zehnminütiger Ziehzeit abgegossen. Der Tee erhält nicht die Farbe, die wir von Hagebuttentee kennen, da in gekauften Tees Malve (Hibiskus) als Färbemittel enthalten ist. Auch der Geschmack ist etwas anders, aber sicherlich nicht schlechter. Insgesamt ist es wirklich eine kleine Plackerei, die Hagebutten für den Tee vorzubereiten, dennoch finde ich, für ein gesundes kostenfreies Heißgetränk aus der Natur lohnt sich der Aufwand.

km