Zehn Jahre und keine Feier

Wir sind und bleiben hier für Sie und euch.     Foto: Mario Landsmann

Die Kiez und Kneipe jubiliert im Stillen

Vor zehn Jahren fing alles an. In Neukölln fuhren Immobilienmakler mit Wohnungssuchenden noch durch den Bezirk. Die konnten sich die Wohnung noch aussuchen. Auf dem Tempelhofer Feld war erst seit zwei Jahren der Flugverkehr eingestellt worden. Die Sanierungsarbeiten in der Karl-Marx-Straße begannen. Der Bürgermeister hieß noch Heinz Buschkowsky, der versuchte an dem Bezirk zu retten, was noch zu retten war. Es roch schon überall nach Veränderung.
Die Idee, eine Lokalzeitung zu gründen, wurde geboren. Eine kleine Gruppe von Neuköllnern, die in der Kiez und Kneipe Kreuzberger Ausgabe gelernt und gearbeitet haben, wollte ihre eigene Zeitung machen. Als kleine Schwester der Kiez und Kneipe Kreuzberg startete sie zu viert im November 2010 mit 16 Seiten und einer Auflage von 1.200 Exemplaren.
Die Kiez und Kneipe finanziert sich ausschließlich über Anzeigenkunden. So war es doch ein erheblicher Vertrauensvorschuss, dass die ersten Kneipen eine Anzeige bei uns schalteten. Sie sind uns zum Teil bis heute treu. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich beim »Sandmann«, dem »Froschkönig«, der »Langen Nacht« und dem »Peppi Guggenheim« bedanken. Ohne sie hätte die Zeitung keine Chance gehabt.
Auflage, Seitenzahl und Anzeigenkunden stiegen im Laufe der Zeit an. Die Zeitung wurde im Bezirk immer mehr wahrgenommen und interessiert gelesen. Das ist bis heute so. Wir freuen uns über die Akzeptanz bei der Leserschaft, denn ohne Sie hätten wir keine Existenzberechtigung.
Es freut uns ganz besonders, dass alle akzeptablen Neuköllner Parteien in der Kiez und Kneipe präsent sind. SPD, Grüne, DIE LINKE und CDU sind mit uns befreundet und haben uns gerade in jüngter Vergangenheit, als durch Corona schwere Zeiten für die Zeitung anbrachen, gestützt.
2016 haben wir eine Wahlzeitung herausgebracht. Das war eine riesige Anstrengung für das Redaktionsteam. Die Leser haben es uns gedankt. Erste Anfragen nach einer neuen Wahlzeitung für die nächste Bundestagswahl sind schon gestellt worden. Wir haben in der Redaktion schon darüber diskutiert und hoffen, dass wir diesen zusätzlichen Arbeitsaufwand stemmen können. Dabei muss erwähnt werden, dass keiner von uns Geld für seine Tätigkeit erhält.
Ab dem ersten Jahr wurde die Kiez und Kneipe im »Sandmann« gefeiert. Die jährlichen Feste waren jedes Jahr für uns, die wir inzwischen etwa zwölf Mitglieder zählen, ein Höhepunkt unserer Arbeit.
Mit dem Coronavirus hat dies nun zunächst ein Ende gefunden. Wir feiern im Stillen gemäß den Hygienevorschriften und hoffen für alle, dass das Virus im nächsten Jahr besiegt ist.

ro