Wo die Nachtigall trapst

Drogen im Anita-Berber-Park

Es ist ein Kreuz mit dem sehr eigenwillig angelegten Anita-Berber-Park. Das Areal hat ein hartes Drogenproblem. Immer wieder werden Spritzen gefunden, nicht nur in der Nacht kommen »bedürftige« Menschen und suchen ein Gebüsch. Zur Eröffnung 2017 waren alle zufrieden und optimistisch: Familien, Radfahrer, Hundehalter, Vogelkundler. Die sehr offene Bürgerbeteiligung an den künftigen Nutzungsmöglichkeiten hatte Erfolg.

Dealer oder Parkbesucher? Foto: mr

Der Anita-Berber-Park ist schön. Die Friedhofsmauern stehen unter Denkmalschutz, ebenso die vom Haupttor aus ins Gelände führende Platanenallee. Diese reicht in der Längsachse von der Hermannstraße an das Tempelhofer Feld heran. Radfahrer nutzen diesen für Fußgänger vorgesehenen Weg ausgiebig. Für den Fahrradverkehr ist eigentlich der »Grüne Weg« vorgesehen, der von der Thomasstraße aus direkt zum Eingang des Feldes an der Oderstraße führt. Leider fehlt dort eine Ampel. So wird also temporeich der Platanenweg genutzt. Dort steht auf der gegen­überliegenden Seite eine Verkehrslichtanlage, die sicheren Übergang über eine Hauptverkehrsader garantiert. Fußgänger und Hundehalter sind verärgert, weil sie es mit einer Radrennbahn zu tun haben, die eigentlich nicht dafür vorgesehen war. Vogelkundler hingegen sind zufrieden. 95 Arten sind erfasst. Die Nachtigall ist mit dabei.
Nomen est omen? Die Namensgeberin starb im Alter von 29 Jahren an den Folgen ihres Drogenkonsums. Ihre Aktivitäten während der »Goldenen Zwanziger« in den stets aktuellen Sparten als Schauspielerin, Nackttänzerin, Model und Stilikone bleiben unvergessen. Sie wurde auf St. Thomas begraben.
Gravierender ist für alle das Drogenproblem. Das Drogenmobil wandert nach Tempelhof, in den dortigen Germaniagärten gibt es bereits ein hartes Drogenproblem. Hier bleibt ein Streetworker von der mobilen Drogenberatung »Fixpunkt«. Er sammelt unablässig Spritzen ein und macht unermüdlich auf den »Fixraum« aufmerksam, den der Bezirk Neukölln eingerichtet hat. Wir berichten in der Dezemberausgabe ausführlich.

th