Zerbrechliche Schönheit

Ausstellung von Martina M. Thies im Museum Neukölln

Porzellan, seine zerbrechliche Schönheit ist das Thema der Rauminstallation »Die Blaue Blume«, die am 17. Januar im Museum Neukölln eröffnet wurde.
Martina M. Thies beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Vielfalt des Porzellans. »Seit 35 Jahren bin ich auf keramischer Entdeckungsreise und bewege mich in den Bereichen der angewandten und bildenden Kunst sowie der räumlichen Gestaltung mit Kunst am Bau«, beschreibt sie sich und ihre Arbeit. Mit ihren künstlerischen Arbeiten ist sie in zahlreichen Sammlungen im In- und Ausland vertreten.

Neue Kreationen.                                                                                                                                                  Foto: mr

In der von ihr gestalteten Rauminstallation stellt sie ihre verformten, applizierten und bemalten Porzellanarbeiten historischen Objekten aus der Keramik-Sammlung des Museums Neukölln gegenüber. Hier trifft Kunst auf Alltagsgegenstände. Häufig wiederkehrendes Motiv bei ihren ausgestellten Arbeiten ist das Muster der »blauen Blume«, ein zentrales Motiv der Romantik. Es findet sich als Applikation auf Vasen oder gemalt auf Schalen und Kacheln.
Der Ursprung des »weißen Goldes« liegt in China. Als im 17. Jahrhundert der Ostindienhandel zunehmend in die Hände der Niederländer und Briten überging, wurden von den niederländischen Häfen aus Fürstenhöfe in ganz Europa insbesondere mit dem beliebten Blau-Weiß-Porzellan versorgt. Nachdem die Herstellung auch in Europa gelang, hielt das Porzellangeschirr dann langsam Einzug in die Küchenschränke der bürgerlichen Haushalte. Porzellan wird zu einem tradierten Kulturgut, birgt Geschichten von Wanderschaft, Flucht und familiärer Überlieferung.

Historisches Porzellan.                                                                                                                                       Foto: mr

Solche Geschichten hat Martina M. Thies bei ihren Gesprächen mit Bewohnern des Böhmischen Dorfes gehört und in die Installation einfließen lassen. Zu vielen ihrer Arbeiten hat sie aber auch selber kleine Geschichten verfasst, die in der Ausstellung nachzulesen sind.

mr

Die Ausstellung im Museum Neukölln, Alt Britz 81 ist bis zum 14. April zu sehen und wird von verschiedenen Veranstaltungen und Vorträgen rund um das Porzellan begleitet.
Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr. Eintritt: frei