Plattform für kleine Verlage

Seit drei Jahren hat auch Berlin eine Buchmesse. Die »BuchBerlin«, 2014 von der Verlegerin Steffi Bieber-Geske ins Leben gerufen, stellt die kleinen unabhängigen Verlage in den Mittelpunkt und hat sich inzwischen zur viertgrößten Messe dieser Art in Deutschland entwickelt nach Frankfurt, Leipzig und Mainz. Am 19. und 20. November gastierte sie erstmals im Neuköllner Hotel »Estrel«.

buchberlin

Jede Menge Lesestoff.                                                                                                                                                              Foto:mr

Rund 200 Verlage stellten ihr Angebot vor, das es nicht in jeder Buchhandlung gibt. Das Sortiment reichte von Romanen – der Schwerpunkt lag hier auf Krimis und Sience Fiction – über Sachbücher bis zu Kinder- und Jugendbüchern. Gerade kleine Verlage brauchen ein solches Forum, weil ihnen in der Regel das Geld für Öffentlichkeitsarbeit fehlt. Deshalb haben sie es schwer, sich im Buchhandel zu etablieren. »Um sich überhaupt von den großen Medienunternehmen abheben zu können, müssen sie in Qualität investieren«, sagte Steffi Bieber-Geske. »Bei den Kleinverlagen ist das Lektorat noch was wert«. Sie seien es auch, die neue Autoren aufspüren, erklärte Bieber-Geske und nennt sie liebevoll »die Trüffelschweine des Buchhandels«. Auch inhaltlich müssen sich die »Kleinen« ihre Nische suchen, beispielsweise durch das Aufgreifen regionaler Themen, an denen die großen Verlagshäuser weniger Interesse zeigen.
Im Gegensatz zu den großen Messen, wo der Konkurrenzkampf tobe, gehe es bei der »BuchBerlin« noch sehr familiär zu, sagte Bieber-Gerske. Man unterstütze sich gegenseitig und helfe einander. Deshalb gab es auch vor Messebeginn eine Tagung, bei der die teilnehmenden Aussteller einiges über Finanzierung, Vermarktung, Gestaltung und Vertriebsorganisation lernen konnten.
Vom Standort und dem dort gebotenen Service war die Messechefin sehr angetan. Sie kann sich vorstellen, im nächsten Jahr wieder herzukommen.

mr