Seniorenfreizeitstätte und Freilufttrinker

BBV beschäftigt sich mit dem Bezirksalltag

Die Stadtteilbibliothek Rudow, die derzeit noch in der Clayschule angesiedelt ist, braucht einen neuen Standort, da sie im Neubau der Schule keinen Platz mehr findet. Vorgesehen ist dafür das Gelände Alt Rudow 45, auf dem aber noch die Seniorentagesstätte steht. Die ist allerdings so marode, dass sich der Sozialausschuss der Bezirks-verordnetenversammlung (BVV) im September 2013, als von einem Bibliotheksneubau noch keine Rede war, darauf geeinigt hatte, das Haus abzureißen und das Gelände dem Liegenschaftsfonds zu über- lassen.
Dagegen liefen die Senioren Sturm. Das Bezirksamt entschloss sich daraufhin, auf dem Grundstück der alten Dorfschule Rudow eine neue Seniorenfreizeitstätte zu errichten.Wie es damit nun weitergeht, sollte eine Große Anfrage von Peter Scharmberg (SPD) in der BVV vom 11. November klären.
Natürlich stehe das Bezirksamt zu seinem Versprechen, eine dauer- hafte Einrichtung zu etablieren, sagte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey. Das Geld dafür kommt aus dem Sondervermögen »Infrastruktur wachsende Stadt 2016«. Baubeginn soll im Frühjahr 2017 sein, mit der Fertigstellung rechnet sie Ende 2017. Bei den Planungen sei eine Beteiligung der zukünftigen Nutzer vorgesehen. Da aber bereits 2016 mit dem Bau der Bibliothek begonnen werde, müsse bis dahin eine Interimslösung für die Seniorenarbeit gefunden werden. Dafür sind die Gemeinschaftsräume zweier Seniorenwohn-häuser vorgesehen. Sozialstadtrat Bernd Szczpanski habe das bereits in mehreren Gesprächen mit den Senioren erörtert.
Gar kein Verständnis habe sie allerdings dafür, dass sich wider besseren Wissens »Neuköllner Mandatsträger an einer Protestaktion der Senioren aus der Freizeitstätte beteiligt« und damit »um der poli- tischen Inszenierung Willen völlig unnötig Ängste und Vorbehalte geschürt haben«. Peter Scharmberg wurde da etwas deutlicher: »Es ist dreist, wenn die CDU den Senioren weismacht, dass der Treff- punkt ersatzlos aufgelöst wird.«
Daniel Dobberke (CDU) beschäftigten wieder einmal die »Freiluft-trinker«, die er diesmal am Richardplatz entdeckt hatte. Franziska Giffey erklärte ihm, wie auch schon bei anderen Anfragen, dass das Bezirksamt dagegen nichts ausrichten könne. »Alkoholtrinken in der Öffentlichkeit ist schlicht erlaubt.« Im übrigen habe es im gesamten Jahr nur eine Beschwerde wegen »Belästigung von Bürgern durch Betrunkene auf dem Richardplatz« gegeben.

mr