Die Musik spielt in der Mitte

Lunchkonzerte in der Philharmonie

Immer freitags auf Radio eins gibt es »das Geräusch der Woche«. Ein Ereignis der vergangenen Woche wird musikalisch vertont und muss von den Hörern erraten werden. In der folgenden Woche wird aus den richtigen Antworten der Gewinner per Los ermittelt. Mitte Februar war die Lösung »wieder Musik in der BVG«. Endlich dürfen Musiker wieder in den Gängen der U-Bahn spielen. Die Zuhörer stellen sich um die Musiker und hören gerne zu.
So sah es Anfang der 60er auch Hans Scharoun, der Architekt der Berliner Philharmonie. Wenn Musik auf der Straße gespielt wird, bilden die Menschen einen Kreis. Bisher hatten Konzertsäle vorne die Bühne, und das Publikum saß frontal und seitlich in den Rängen. Anders die Philharmonie: In der Mitte spielt die Musik. In Deutschland damals einmalig. Die Berliner nannten sie scherzhaft »Zirkus Karajani«.
Erbaut wurde die Philharmonie in der alten Mitte von Berlin, nahe der Mauer. Damit verbunden war die Hoffnung, eines Tages, wenn Berlin wieder vereint sei, dort ein Kulturzentrum zu errichten. Früher fuhr man mit dem Bus die Potsdamer Straße herunter und heute geht es direkt vom Potsdamer Platz zum Konzert.
Seit mehr als zehn Jahren gibt es Lunch-Konzerte, immer mittwochs um 13 Uhr. Vorher besteht die Möglichkeit etwas zu essen oder zu trinken. Vor Corona wurden 1.500 Zuhörer eingelassen, jetzt sind es nur 1.000.
Diese Veranstaltung findet im Foyer statt, dort wo sonst vor Konzerten die Garderobe abgegeben wird. Auch hier sitzen die Musiker in der Mitte, und die Zuhörer gruppieren sich darum herum. Sie stehen auf den Gängen oder sitzen auf dem Boden oder auf der Treppe. Zusätzlich gibt es einen abgetrennten Bereich mit Stühlen für Menschen mit Schwerbehindertenausweis.

emp