Der Kasper feiert Geburtstag

15 Jahre Puppentheater am Böhmischen Platz

Seit 15 Jahren erfreut das Kasper-Theater am Böhmischen Platz in Rixdorf junge und alte Besucher. Am 20. März wurde mit einem Kinderflohmarkt und einer Open-Air-Vorstellung Geburtstag gefeiert.
»Es ist phantastisch, nach so langer Zeit wieder zusammen zu kommen«, freute sich Theatergründer Artur Albrecht. Den größten Spaß hatten dabei wohl die Kinder, die sich auch als Nachwuchspuppenspieler ausprobieren durften.

Artur und Kasper.        Foto: mr

Neben Kasper, Krokodil, Wachtmeister und Teufel hat Albrecht das politische Personal aus Neukölln am Start und ist mit seinen Puppen immer nah am politischen Geschehen im Bezirk. Damit knüpft er an die Traditionen des Puppenspiels an, das ursprünglich von den Jahrmärkten kommt und früher eher für die Erwachsenen gedacht war. Der Kasper konnte in seinem Spiel nämlich ganz wunderbar die Obrigkeit kritisieren. Auch der Rixdorfer Kasper bietet allgemeine Belustigung mit Seitenhieben gegen die Bezirkspolitik. Deswegen kommen zu den Vorstellungen nicht nur Kinder sondern auch viele Erwachsene.
Aber das »Hotel Rixdorf«, wie Kaspers Domizil seit einigen Jahren heißt, ist nicht nur Theater, sondern inzwischen zu einer Begegnungsstätte geworden, zu einem kulturellen Treffpunkt für die gesamte Nachbarschaft, in dem sich die unterschiedlichsten Menschen zusammenfinden.
Viel hat sich im Kiez in den letzten 15 Jahren verändert. Als Albrecht kam, gab es leerstehende Läden, die Kitas suchten Kinder. Inzwischen haben fast alle Gebäude den Besitzer gewechselt, die Mieten sind explodiert, viele Alteingesessene mussten wegziehen. Gleichzeitig sei es natürlich auch viel schöner und lebendiger geworden, sagt Albrecht. Der Böhmische Platz wurde für viele Familien, die mit ihren Kindern hergezogen sind, zu einem beliebten Treffpunkt.
»Das ist gar kein Kiez, das ist ein richtiges Dorf«, sagt Albrecht dazu. Der Platz biete Raum für vielfältige Aktivitäten, jeder solle sich ausprobieren können. Es gehe darum, den Platz lebenswert zu machen. Da sei allerdings noch Luft nach oben, denn seitdem der Platz autofrei wurde, haben die Radfahrer ihn als Rennstrecke entdeckt und lehren die Fußgänger das Fürchten.

mr