Kollektivcafé kämpft um seinen Erhalt

»k-fetisch« noch immer vor ungewisser Zukunft

Hier an der Ecke Weser-/Wildenbruchstraße, wo sonst junge Erwachsene neben alteingesessenen Neuköllnern sitzen, ist die Gegend ohne das rege Treiben vor den Kneipen und Restaurants momentan kaum wiederzuerkennen. Auch das Kollektivcafé »k-fetisch«, welches sich ohne falsche Bescheidenheit als links-alternative Institution im Kiez bezeichnen darf, hat geschlossen.

See you soon.      Foto: mf

Das »k-fetisch« gibt es hier am Platz bereits seit mehr als acht Jahren und es veranstaltet neben dem allgemeinen Gastrobetrieb vielfältige Diskussionsrunden und Lesungen zu politischen Themen wie beispielsweise der Bedrohung durch Rechtsradikalismus oder Sexismus. Doch als gäbe es wegen Corona nicht schon genug Gründe, sich darüber Sorgen zu machen, wie es weitergeht, kämpft das Kollektiv bereits seit letztem Jahr dagegen an, aus dem Donaukiez verdrängt zu werden. Denn das Haus, in dem sich das Café befindet, wurde an die schwedische »Akelius GmbH« verkauft, welche in Berlin längst durch ihren Umgang mit Mieterinnen und Mietern in Verruf geraten ist. Der Mietvertrag läuft im Herbst 2021 aus, und bisher gibt es kein konkretes Angebot für eine Verlängerung. Außerdem besteht der Verdacht, die »Akelius GmbH« habe durch einen sogenannten »Share Deal«, bei dem mehrere Gesellschaften als Käufer auftreten, bewusst versucht, das Vorkaufsrecht des Bezirkes zu umgehen. Der Streit zwischen den Parteien läuft diesbezüglich nach wie vor.
Um sich mit dem Kollektivcafé zu solidarisieren und einen neuen, bezahlbaren Mietvertrag zu fordern, haben Nachbarn und Anwohner unter dem Motto »Für eine Zukunft mit k-fetisch« eine Online-Petition ins Leben gerufen. Gerade vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Drucks, der zurzeit corona-bedingt auf Gastronomiebetrieben laste, sei es umso notwendiger für das Kollektiv, Planungssicherheit in Form einer Verlängerung des Mietverhältnisses zu fairen Bedingungen zu erhalten.
Sollte es letztendlich zu keiner Einigung und damit womöglich zur Schließung des »k-fetisch« kommen, wäre dies nach »Syndikat« und »Griessmühle« nur ein weiteres Beispiel für das unaufhaltbar wirkende Verschwinden sozialer, alternativer und preiswerter Orte in Neukölln.
Es lohnt sich, für deren Erhalt zu kämpfen und daher die Online-Petition zu unterstützen – für eine Zukunft mit »k-fetisch«!

mf
Link zur Online-Petition: www.openpetition.de/petition/online/fuer-eine-zukunft-mit-k-fetisch-fuer-eine-finanzierbare-mietvertragsverlaengerung