Gartenprojekt für und mit Geflüchteten

Auf dem Gelände des Jerusalem-Friedhofs an der Hermannstraße fand eine ungewöhnliche Flächenumwidmung statt. Initiiert vom JugendKunst- und Kulturhaus »Schlesische 27« und »raumlaborberlin« errichteten junge Flüchtlinge aus Afrika seit Mai 2015 einen Nutz- und Ziergarten auf dem hinteren Teil des Geländes. Dieser gedeiht inzwischen prächtig aufgrund des überraschungsreichen Gärtnereibetriebs und der vielen Bienenvölker.

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Die evangelische Kirche und der Friedhofsverband unterstützen dieses Projekt, das sich nicht nur als künstlerisches Experiment versteht, sondern vor allem 15 Zufluchtsuchenden eine mittelfristige Perspektive bietet. Im Laufe dieses Jahres soll mit dem Bau von Unterkünften begonnen werden.Der Film TERRA NOVA dokumentiert die Ausgangssituation und die Erwartungshaltung aller Beteiligten. In Gesprächen mit Experten umreißt er essay­istisch die Vision sowie die städtebaulichen, politischen, arbeitsrechtlichen, sozialen und ästhetischen Aspekte.
Dem Projekt dient »Die Gärtnerei« im alten Steinmetzhaus in der Hermannstraße 84 als Ort der Begegnung, des Lernens und als Thinktank. Künstler und Architekten haben zusammen mit jungen Geflüchteten den verlassenen Langbau bezogen, die Werkstatträume notdürftig renoviert, eine kleine Gartenschule, eine improvisierte Volkshochschule und ihr Café NANA eingerichtet. Auf dem Stundenplan stehen neben Deutschunterricht und Berufskunde auch Garten- und Landschaftsgestaltung. Es finden regelmäßig Kurse und Vorträge statt, bei denen die Lernenden auch zu Lehrern werden.
TERRA NOVA will den Prozess der Entwicklung neuer Formen des Zusammenlebens zwischen Berlinern und Zufluchtsuchenden anstoßen, sowie die soziale Transformation und Entspannung für das aufgeladene Thema Flüchtlinge ermöglichen.
Ein installatives Pre-view fand am 11. Oktober auf dem Jerusalem-Friedhof statt. TERRA NOVA wird im Sommer 2016 fertiggestellt. bs
www.diegaertnerei.berlin und www.raumlabor.net/die-gaertnerei/