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Mit dem Fahrrad über die Autobahn

»Freie Fahrt für freie Räder«, das war das Motto der 35. Fahrradsternfahrt des AdFC am 5. Juni.
Etwa 150.000 Radler nutzten die Gelegenheit, einmal im Jahr mit dem Fahrrad über die Avus, durch den Britzer Tunnel und über die Hauptverkehrsstraßen der Stadt zu fahren. Sie demonstrierten für die Anerkennung des Fahrrades als vollwertiges Verkehrsmittel und damit verbunden für mehr und sichere Radspuren, sowie gegen das achtlose Zuparken von Radwegen. Dadurch entstehen immer wieder lebensgefährliche Situationen für Radfahrer, gelegentlich mit tödlichem Ausgang. Auch Kreuzungen bilden immer noch ein großes Gefahrenpotential, wenn Radfahrer auf dem Radweg hinter parkenden Autos die Straße überqueren wollen und von abbiegenden Autofahrern nicht rechtzeitig wahrgenommen werden. Das Ziel der Demonstration war es daher auch, sich dafür einzusetzen, dass nicht Milliarden in den Bau von Straßen fließen, die dann für den Ausbau des Radwegenetzes fehlen.
Auf 19 Routen radelten die Teilnehmer aus dem Umland und den Außenbezirken in die Stadt, eine davon führte über den Kottbusser Damm und die Karl-Marx-Straße. In Wannsee und an der Neuköllner Grenzallee trafen die Routen zusammen. Über Avus und Südring ging es dann weiter zur Straße des 17. Juni wo das Umweltfest gefeiert wurde.
Für jeden, der mitfahren wollte, ob jung oder alt, sportlich oder eher faul, gab es die geeignete Route. Auf einer kurzen Kinderroute wurde in kindgerechtem Tempo gefahren, die ganz Sportlichen konnten schon in Frankfurt/Oder starten und die ersten 40 Kilometer in Renngeschwindigkeit zurücklegen.
Auch eine Gruppe Nackt­radler wollte mitfahren. Die wurden aber von der Polizei gestoppt und durften erst weiterfahren, als sie mehr als ihren Sturzhelm angezogen hatten.
Die Autofahrer hatten an diesem Tag das Nachsehen, weil fast alle Hauptverkehrsstraßen zumindest teilweise gesperrt waren. Wo sich normalerweise der Autoverkehr staut, waren nun Fahrradstaus unter brennender Sonne zu ertragen. Da wurde gar manchem schwindelig oder übel. Die fahrradfahrende Musik konnte da auch nicht helfen. Insgesamt gab es bei der Veranstaltung aber keine Zwischenfälle bis auf einige wenige Autofahrer, die über die Sperrungen nicht erfreut waren und ihr Auto durch den Fahrradpulk steuern wollten.

Einsatz gegen die Drogenszene

Beamte des Polizeiabschnitts 53 führten gestern Nachmittag Einsätze gegen die Drogenszene in Kreuzberg und Neukölln durch. In der Zeit von 13 bis 18 Uhr überprüften die Polizisten im Görlitzer Park und im U-Bahnhof Hermannplatz insgesamt 20 Personen der Rauschgiftszene. Die Beamten sprachen 13 Platzverweisungen aus. Gegen 15 Uhr 30 entdeckten die Fahnder im U-Bahnhof Hermannplatz einen polizeibekannten Rauschgifthändler, der auf dem Bahnsteig der U8 mit einem Mann ein Geschäft abwickelte. Die Polizisten nahmen beide Personen fest und fanden beim mutmaßlichen „Dealer“ 46 verschreibungspflichtige Tabletten. Nach ihrer Identitätsfeststellung kamen beide Männer wieder auf freien Fuß.
Gegen 16 Uhr nahmen die Zivilpolizisten einen Hehler fest, der vergeblich versucht hatte, gestohlenes Parfum an den Mann zu bringen. Als die Beamten die „Hehlerware“ beschlagnahmten, attackierte und beleidigte der 43-Jährige die Polizisten. Bei der Festnahme erlitt der Mann eine Verletzung an der Augenbraue, die am Ort ambulant behandelt wurde. Nach seiner Identitätsfeststellung und einer Blutentnahme kam er wieder auf freien Fuß.

Aufmerksamer Nachbar führte auf die Spur von Kellereinbrechern – Festnahme 22.02.2011

Die Aufmerksamkeit eines Anwohners der Mainzer Straße führte in der vergangenen Nacht zur Festnahme zweier Einbrecher in Neukölln.
Der Mieter hörte gegen 2 Uhr verdächtige Geräusche im Hausflur, blickte durch den Türspion und sah zwei ihm unbekannte Männer, die mit großen und offensichtlich schweren Taschen das Wohnhaus verließen und in unbekannte Richtung davon liefen. Der Mann alarmierte die Polizei und beschrieb die verdächtigen Personen. Etwa zwanzig Minuten später bemerkte die Besatzung einer Funkstreife zwei Männer an der Kreuzung Hermann- Ecke Jonasstraße, auf die die abgegebene Beschreibung passte und die auch zwei Rollkoffer und einen Rucksack mit sich führten.
In den Gepäckstücken entdeckten die Beamten Einbruchs- und gestohlene Bauwerkzeuge sowie Getränkeverpackungen, die die Einbrecher hatten mitgehen lassen. Die Gegenstände wurden allesamt beschlagnahmt.
In dem Mietshaus in der Mainzer Straße stellten die Polizisten vier aufgebrochene Kellerverschläge fest. Eine Kellertür war beschädigt und wies Hebelspuren auf, ohne dass sie geöffnet werden konnte.
Die beiden 34- und 35-jährigen Männer aus Charlottenburg und Baumschulenweg wurden festgenommen und mussten sich einer erkennungsdienstlichen Behandlungen unterziehen. Nach Wohnungsdurchsuchungen, bei denen nichts Verdächtiges gefunden wurde, konnten die Festgenommenen das Gewahrsam verlassen. Sie sehen nun Ermittlungsverfahren wegen besonders schweren Diebstahls entgegen.

Brandstiftung 21.02.2011

Unbekannte haben heute früh eine Mülltonne in Neukölln in Brand gesetzt, wodurch eine Eingangstür eines Mietshauses Feuer fing. Eine 39-jährige Anwohnerin alarmierte gegen 3 Uhr 50 die Feuerwehr in die Stuttgarter Straße, nachdem sie die Flammen entdeckt hatte. Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten den Brand, durch den die Mülltonne vollständig zerstört und die Hauseingangstür stark beschädigt worden waren. Für die Dauer der Löscharbeiten war die Stuttgarter Straße im Nahbereich des Feuers für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.

Das liegt ja so nah

Wie nah Ägypten eigentlich liegt, war dann am Sonntag nach dem Sturz von Hosni Mubarak auf dem Hermannplatz zu bewundern. Was eigentlich als Solidaritätsdemo gedacht war, wurde zur Jubelfeier – passenderweise an jenem Platz, an dem jedes Jahr der Umzug zum Karneval der Kulturen seinen Ausgang nimmt. Die Revolution am Nil ist nicht nur deshalb so nah, weil jedes Jahr Millionen von Deutschen ihren Urlaub in Ägypten verbringen. Im Gegenzug schickt zum Beispiel das Goethe­institut in Kairo jedes Jahr 2.000 Ägypter zum Studium nach Deutschland. Doch statt in ägyptischen Schulen landen die Absolventen später fast ausnahmslos in den Touristenhochburgen, weil sie nur dort Geld verdienen können. Sonst haben sie keine Perspektiven. Auch das hat zu den Verhältnissen in Ägypten beigetragen. Perspektiven zu entwickeln ist nun die eigentliche Aufgabe.
Peter S. Kaspar