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Schmausen und Stöbern im »Lwerks…cultur«

Abwechslungsreiche Arbeiten für beeinträchtigte Menschen

Das ehemalige »AWO Café« in der Erkstraße 1 hat seit September letzten Jahres mit der »FSD Lwerk Berlin Brandenburg gGmbH« einen neuen Betreiber gefunden. Unter der Projektleitung von Diana Mertins finden beeinträchtigte Mitarbeiter im Restaurant »Lwerks…cultur« eine spannende Arbeitswelt im Bereich der Gastronomie mit der Devise: saisonal, frisch und lecker. Als Träger des Standorts fungieren »Lwerk« und AWO.

Kerzen für die Deko .                                                                                                                                            Foto: pr

1986 als »Lankwitzer Werkstätten für behinderte Menschen« gegründet, umfasst das »Lwerk« heute ein Netzwerk aus 30 Standorten mit mittlerweile über 1.000 Mitarbeitern, die in verschiedenen Bereichen auf die Angebote des Unternehmens zurückgreifen. Die ursprüngliche Rehabilitationseinrichtung für psychisch kranke Menschen zeichnet sich heute durch ein differenziertes Dienstleistungsportfolio aus. So bietet das »Lwerk« heute die Eingliederung in Werkstätten für behinderte Menschen, Orientierungspraktika, die (Re-)Integration in den Arbeitsmarkt, Ausbildungsplätze und Fördermöglichkeiten. Schmausen und Stöbern im »Lwerks…cultur« weiterlesen

Kleine Teller, straight forward

Britische Unkompliziertheit im »Barra«

Nicht wenige »Foodies« haben dem »Industry Standard« in der Sonnenallee mit seinem zeitgeistigen, trendsettenden Küchen- und Raumkonzept – große, wuselige offene Küche mit kleiner Bar davor – und seinen ungewöhnlichen Gerichten ein Tränchen nachgeweint.
Seit letztem November gibt es guten Ersatz: Daniel Remers, einst Küchenchef im »Standard«, hat mit Koch-Partner Neil Paterson im Schillerkiez das »Barra« eröffnet, ein »Nachbarschaftsrestaurant«, das nach dem inzwischen weit verbreiteten und durchaus geselligen Sharing-Prinzip kleine Gerichte zum untereinander Teilen serviert.

LINKS das Kitchen, rechts die Sharer.                                                                                                         Foto: hlb

Es braucht also schon einige Teller (und das entsprechende Kleingeld dazu), um mit mehreren Gästen satt zu werden …Da die Macher britische Expats sind, geht ok, dass die Hauptsprache im »Barra« englisch ist. Die Gäste sitzen im mit schottischem Holz schlicht gestalteten Essbereich eng beieinander – es gibt noch einen hinteren Raum mit langer Tafel für größere Gruppen oder Tastings. Indiemusik schallt nicht zu verhalten, die Atmosphäre ist locker, wenn auch mit einem Hauch Ehrfurcht vor dem Servierten. Kleine Teller, straight forward weiterlesen

»Salonlöwin« Verena Conrad

Von Kapitänen und besonderen Stoffen

60er-Schick.                      Foto: Verena Conrad

Es ist ein bisschen wie das Hineingehen in eine andere Welt – eine Zeitreise. Alte und neue Stoffe aus aller Welt, Stickereien und die vielen Kapitänsmützen. Der Laden »Salonlöwin« von Verena Conrad lädt zum Stöbern und Verweilen ein – es lassen sich Kleider, Röcke, Hosen und Blusen aus den 20er bis 90er Jahren finden.
Verena wuchs in Hamburg auf, studierte dort Mode/Textil/Kostümdesign und lebt seit 13 Jahren in Berlin. Sie hat lange als Stylistin unter anderem für Werbeagenturen gearbeitet. Doch die Werbeleute und das Geld haben sie nicht glücklich gemacht, sie war schon immer selbstständig und entwickelte vor einigen Jahren ihr ganz eigenes Konzept. Dies bewegt sich zwischen dem Verkauf und Verleih von ausgewählten Vintage- und ihren eigenen Kollektionsteilen. »Salonlöwin« Verena Conrad weiterlesen

Ilse und Thea

Zwei muntere Damen erzählen aus ihrem Leben

Sie gehen im Schillerkiez spazieren, einkaufen und kehren in Cafés und bei Waldemar im »Schillers« ein: Ilse und Thea, zwei agile Witwen, über achtzig Jahre alt. Auffällig ist schon ihre bunte, durchaus elegante Kleidung, vor allem die Kopfbedeckungen. Ilse trägt Baskenmützen in verschiedenen Farben, Thea selbst gehäkelte Mützen in Blautönen. Sie machen sich den Lebens­abend so angenehm wie möglich. Ihre Lebensgeschichten lassen sich nur im Zeitraffer zusammen fassen.

Schicke Hüte auf pfiffigen Witwenköpfen.                                                                                                 Foto: th

Als Kinder erlebten sie den Zweiten Weltkrieg, Ilse in Berlin, Thea in Schlesien auf »Landverschickung«. Ilses Mutter starb im Alter von 24 Jahren. »Mein Vater wurde eingezogen und abgeschossen. Ich wuchs bei meiner Großmutter auf. Es ist nicht schön ohne Familie. Ilse und Thea weiterlesen

Sichtungen vor den Toren Neuköllns

Es muss nicht immer ‚Malle‘ sein

EHEMALIGES Kreisgericht Angermünde.                                                                                                  Foto: bs

Raus aus Neukölln, rein in die Uckermark, das statistisch sonnenreichste Gebiet Deutschlands, das ihr die Bezeichnung »Toskana des Nordens« beschert hat. Innerhalb von maximal 90 Minuten per Bahn oder Auto lassen sich Schwedt, Prenzlau, Oberes und Unteres Odertal, Lychen, Templin, Kloster Chorin erreichen, zeitmässig vergleichbar etwa der Strecke mit der U7 von Rudow nach Spandau.
Sinn und Zweck des Ausfalls aus Berlin waren erstens Natursichtungen aller Art und zweitens Entschleunigung.
Erste Sichtungen innerhalb der ersten dreissig Minuten waren etliche Berliner Autos, ein Buddy-Bär und eine weibliche Neuköllner Pflanze, der Liebe wegen in Schwedt gelandet. Ok, Neukölln ist überall, Neuköllner auch – und Fahrräder. Diese können an sich überall gemietet werden, nur nicht wirklich in der Vorsaison. Sichtungen vor den Toren Neuköllns weiterlesen

Kunst und Vielfalt des Druckhandwerks

Druckwerkstatt in der »Galerie im Körnerpark«

Die Welt des Drucks ist derzeit in der Ausstellung »Druck Druck Druck« in der Galerie im Körnerpark zu sehen. Da gibt es Druckerzeugnisse in unübersehbarer Menge zu bestaunen, von Plakaten, Flugblättern über Kunstbücher bis zu sogenannten Zines, von Fans hergestellten Publikationen.

SCHÖN wie gedruckt.                                                                                                                                         Foto: mr

Auch die dazugehörigen Geräte werden präsentiert. Ein besonderer Hingucker: Ein mobiler, auf ein Fahrrad montierter Drucker. Teilweise können die Geräte während der Ausstellung auch benutzt werden, Denn es werden hier nicht nur fertige Druckerzeugnisse gezeigt, hier wird auch gedruckt. Die Galerie wird zur Werkstatt. Kunst und Vielfalt des Druckhandwerks weiterlesen

Aufruf zur Erinnerung

»Mauergucker und Mauerspechte«

Die SPD-Kreisverbände Treptow-Köpenick und Neukölln rufen gemeinsam dazu auf, persönliche Erinnerungen an die Teilung Berlins und den Fall der Mauer wachzurufen, die in Form von eigenen Berichten oder der künstlerischen Verarbeitung dieser Erinnerung veröffentlicht werden sollen. Beide sammeln die Erinnerungsberichte und beabsichtigen, sie in einer gemeinsamen Veranstaltung anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls öffentlich zu präsentieren. Aufruf zur Erinnerung weiterlesen

Kiezbuchhandlungen gehen auf »LiteraTour«

Vielfältiges Leseprogramm

Bereits zum vierten Mal veranstalten die unabhängigen Buchhandlungen in Neukölln das »LiteraTour-Festival Neukölln!«
Es beginnt am 15. Mai um 20 Uhr in der »Galerie Olga Benario«, Richardstraße 104, mit einer Lesung und anschließendem Berlin-Buffet. Die Buchhändler der teilnehmenden Buchhandlungen lesen ihre Lieblingstexte.
Nebenan in der »Biografischen Bibliothek« blickt Christian Dietrich am 18. Mai um 19 Uhr auf das Schaffen des jungen Revolutionärs Eugen Leviné zurück. Sein Engagement für die KPD, seine Arbeit für die »Rote Fahne« und seine Beteiligung an der Münchner Räterepublik sind Schlaglichter einer bemerkenswerten Biographie. Kiezbuchhandlungen gehen auf »LiteraTour« weiterlesen

Neuköllner Maler und Restaurator

Torsten Kluckert (73) ist vor Ostern von uns gegangen

Er hat sein Leben so gelebt, wie er es für sich ausgewählt hatte, und er war glücklich dabei. Dem Weg zur Malerei ging bei Torsten Kluckert eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker vorweg.
Zugleich war sie die Voraussetzung für seine spätere Arbeit als der »Automaler« schlechthin. Hyperrealistisch setzte Kluckert bekannte Automarken perfekt in Szene. Das brachte ihm die Bewunderung der Autoindustrie und vieler Liebhaber der Jung- und Oldtimer ein. Er wurde schnell bekannt und bewundert.
Seit Mitte der 70er-Jahre startete er von Neukölln aus internationale Ausstellungen und er­oberte mit seinen Autogemälden die Welt, war international mit seinen Werken unterwegs, Tokio, Monte Carlo, Osnabrück, Herford, Berlin – um nur einige Stationen zu nennen.
Torsten Kluckert hat nicht nur Chrom perfektioniert, sondern auch die Tiermalerei mit der »Kluckertschen« Genauigkeit – im Mittelpunkt stand die Problematik der Haltung – betrieben. Es war ihm wichtig, und es tat ihn in der Seele weh, dass wir den natürlichen Lebensraum der Tiere so sinnlos zerstören.
Danke mein Mentor, mein guter Freund, für diese wunderbaren Jahre der festen Freundschaft, mit Deiner Kunst und was du mich gelehrt hast. Du wirst tief in meinem Herzen für immer weiterleben, Danke!

Deine Schülerin Künstlerin Mattiesson (Silvana Czech)

Vorteil Lichtenberg

»Tasmania« spielt einmal Remis zuviel

Die Statistik von Neuköllns bestem Fussballclub entwickelte sich im April ebenso überragend wie deprimierend: Vor dem Topspiel beim »SV Sparta« war man 25 Liga-Partien ungeschlagen, 14 der letzten 15 Spiele hatte man dazu gewonnen. Kein Wunder also, dass die Neuköllner zum Frühlingsanfang die Tabellenführung übernahmen.

Zweimal die Führung in Unterzahl bejubelt und doch nur 2:2.                               Foto: Hagen Nickelé

Doch die Freude sollte nicht lange währen: Zwar nahm »Tasmania« die schwere Hürde bei »Croatia« (1:0), doch im folgenden Heimspiel geschah dann das, was auch den größten Favoriten mal passiert. Gegen die »Spandauer Kickers« konnte man erst in der Nachspielzeit nach 0:2-Rückstand noch ausgleichen. Dieser eine Ausrutscher aber reichte dafür aus, dass der »SV Sparta« wieder mit einem Punkt Vorsprung die Tabellenspitze übernahm. Vorteil Lichtenberg weiterlesen

Hamamelis

Das winterliche Blühen ist gestorben

In der Lessinghöhe stand bis diesen Winter ein Exemplar der virginischen Zaubernuss, wie sie botanisch heißt. Im vorletzten Frühjahr schlang sich ein Efeu an ihr hoch, das meldete ich dem Gartenbauamt und noch am gleichen Tag wurde das Gewächs davon befreit. Das waren die guten Zeiten im Bezirk, als sich noch um seltene Gewächse gekümmert wurde. Offensichtlich wird jetzt an Betriebe vergeben, die keine Kenntnisse von Botanik haben oder davon, wie Pflanzen geschützt werden – jedoch Kettensägen-Massaker mit Bravour erledigen.

ZAubernuss.                                                                                                                                                             Foto: fh

Tatsächlich kann der Strauch ein wenig zaubern. Auf englisch heißt er deshalb: Witch-hazel = Hexenhasel, obwohl sie mit der Haselnuss nichts zu tun hat. Die Früchte bilden sich vor den Blüten. In den Früchten entwickelt sich eine Kapsel, die mit einem Knall zerplatzt und zwei schwarze Samen herausschleudert. Hamamelis weiterlesen

Basteln mit Rolf

Resistente Biene

Hoffentlich fliegen alle unsere einheimischen Insekten wieder zahlreich! Pflanzenschutzmittel gefährden zunehmend auch die Nützlinge.
Meine »Biene« ist gegen Gifte resistent, jedoch nutzlos, da sie nur aus Draht und einer Taschenlampenbirne besteht.
Als Werkzeug brauchen wir einen Seitenschneider, eine Zange, einen Lötkolben samt Zubehör, einen kleinen Holz-Rührspatel oder einen schmalen Pappstreifen, etwas guten Holzleim und natürlich auch wieder Lust zum Pfriemeln.
Eine Biene hat sechs Beine, ein Flügelpaar und zwei Fühler. Die werden alle aus dem Draht gebogen beziehungsweise für die Beine gedreht und dann in bienentypischer Anordnung auf das Lampengewinde gelötet. Aus dem Holzleim entstehen anschließend die Flügelhäute. Mit einem Spatel oder dem Pappstreifen wird zähflüssiger Holzleim aufgenommen und so in die Flügelöffnungen gestrichen, dass er diese vollständig füllt und zusammenhängend bleibt. Nach dem Trocknen bleibt eine äußerst dünne, milchige und zum Teil auch durchsichtige Haut zurück.

rr

Petras Tagebuch

Ausflug in die Begegnungszone

Eine Freundin von mir hat eine Boutique in der Kreuzberger Bergmannstraße. Dorthin mache ich gerne einen Ausflug, um mich auch mal über die Neuköllner Grenzen hin zu informieren. Dort sitzen wir dann vor dem Laden gerne auf einem Bänk­chen, trinken Kaffee und tauschen Neuigkeiten aus.
Die Entwicklung der Bergmannstraße zu einer Begegnungszone beäugen wir seit über einem Jahr sehr genau. Dort, wo früher einmal Parkplätze waren, sind nun – na wie soll ich es nennen – Ruhezonen entstanden. Hochsitze, die direkt in die Bergmannstraße reichen, werden tagsüber gerne von stillenden Müttern genutzt. Sie können dann dem quirligem Verkehr zuschauen und werden, da sie so repräsentativ hoch sitzen, auch von jedem Verkehrsteilnehmer wahrgenommen. Petras Tagebuch weiterlesen

Raus aus der Schule, rein in die Demo

Auf der Straße lernen.                                                                                                                                         Foto: mr

Immer freitags gehen Schüler bei den »Fridays for Future«-Demonstrationen auf die Straße, um die Politik zum verstärkten Handeln gegen den Klimawandel aufzufordern. Sie schwänzen dafür den Unterricht. In der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 27. Februar gab es eine lebhafte Debatte darüber, ob diese Demonstrationen als »gelebte politische Bildung und wichtiger Bestandteil einer lebendigen Demokratie« zu gelten haben, wie es in einer von SPD, Grünen und Linken eingebrachten Entschließung heißt, oder ob es sich dabei um Schulschwänzen handelt, das sanktioniert gehört.
»Die Jugendlichen haben die Sonntagsreden satt, normale Proteste wurden nicht zur Kenntnis genommen. Wer behauptet,Tempolimit auf Autobahnen verstoße gegen den gesunden Menschenverstand, hat so eine Ohrfeige verdient«, sagte Bernd Szczepanski (Grüne). Raus aus der Schule, rein in die Demo weiterlesen

Wird Neukölln insektenfrei?

Anscheinend ist es die Absicht der Neuköllner Bezirksverwaltung, durch gartenbautechnische Maßnahmen, die in anderen Kreisen auch als »Kettensägenmassaker« bezeichnet werden, Insekten und anderen Kleintieren die Lebensgrundlage zu entziehen.
Trotz mehrerer Beschlüsse der BVV Neukölln zur Verbesserung der Umwelt mittels Fassadenbegrünung, Heckenschutz, Schaffung von Biotopen und Nisthilfen konterkariert das Handeln des Grünflächenamtes diese an sich guten Absichten. Fehlende ökologische Begleitung während der Planungsphase in Verbindung mit Ignoranz und Arroganz gegenüber besorgten Bürgern – es soll sogar der Satz »Stellen Sie doch einen Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz!« gefallen sein, und zwar auf einer Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung – machen nichts besser, sondern fördern Politikverdrossenheit. Warum wird denn nicht zugegeben, dass der Zweck der Schutz der Bürger vor lästigen Insekten ist?

Harald Schauenburg

»Schön wie Bier«

Prost auf Neukölln

Inzwischen ist es keinem Neuköllner entgangen, dass der Bezirk schöner werden soll. Die ehemalige Bürgermeisterin Franziska Giffey schritt damals mit einem pinkfarbenen Besen beherzt zur Tat. Ihr Nachfolger Martin Hikel setzte die Aktion fort.
Trotz aller Bemühungen fruchtet die Kampagne nicht so wie gewünscht. Noch immer liegt Sperrmüll auf den Gehwegen, Hundekacke entwickelt sich nach wie vor zu Tretminen und Plastiktüten fliegen den Menschen um die Ohren.
Der Ruf nach einer Neuauflage wurde in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) immer lauter. Nun hat das Gremium bei seinem letzten Zusammentreffen reagiert. Es wird eine neue Kampagne geben.
»Schön wie Bier« löst »Schön wie wir« ab. Der gemeine Neuköllner trinkt gerne Bier, außerdem macht Bier, insbesondere Weizenbier, schön. Die Wirtschaft würde angekurbelt werden, und davon profitieren auch die Brauereien im Bezirk. »Schön wie Bier« weiterlesen

Schwerpunktthemen in der BVV: Verkehr und Wohnungsbau

Verzögerungstaktiken der AfD führten erneut zu einer Sonder-BVV

In der Sitzung vom 20. März werfen SPD, CDU, Grüne und Linkspartei der AfD in einer gemeinsamen Pressemitteilung Sabotage und Erpressung vor. Mit der Verweigerung der Konsensliste wolle die AfD ihren eigenen Willen durchsetzen. Die Mitteilung schließt mit der Forderung: »Wenn Sie schon selbst nichts für die Menschen in diesem Bezirk tun wollen, dann verhindern Sie zumindest nicht mehr, dass andere sich um die Belange der Neuköllnerinnen und Neuköllner kümmern.«
Mit diesen Belangen beschäftigen sich dann die anderen Fraktionen. Beschlossen wurde die wirksame Durchsetzung der Tempobegrenzung in der Hufeisensiedlung. Das Bezirksamt soll prüfen, welche baulichen Vorkehrungen zu treffen sind, damit die Autofahrer gezwungen sind, dort Tempo 30 einzuhalten.

Kieze sollen ruhiger werden.                                                                                                                           Foto: mr

Um die Einhaltung der Tempo-30-Regelung ging es auch bei den Verkehrssicherungsmaßnahmen am Kiehl­ufer. Hier sollen durch Gehwegvorstreckungen, Errichtung von Fahrradabstellanlagen und Verlegung der Glascontainer die Autofahrer am schnellen Fahren und falschen Parken gehindert und die Attraktivität des Gehwegs am Ufer erhöht werden. Schwerpunktthemen in der BVV: Verkehr und Wohnungsbau weiterlesen

Das Erbe der Großväter ist in Gefahr

Zwei Siedlungen  fürchten um ihre Zukunft

Die Angst geht um in den Siedlungen »Neue Heimstatt« und »Am Vogelwäldchen« in Buckow. Viele Anwohner fürchten, zukünftig ihre Bleibe zu verlieren, denn 2031 laufen die Erbpachtverträge aus.

Siedlerhaus in der »Neuen Heimstatt«.                                                                                                       Foto: mr

Eine angebotene Pachtverlängerung soll ab sofort mehr als das Sechzehnfache kosten, nach 20 Jahren mehr als das 29fache im Vergleich zum aktuellen Preis. Verantwortlich für diese Preistreiberei ist in diesem Fall kein gieriger Investor, sondern das Land Berlin in Gestalt der landeseigenen Immobiliengesellschaft BIM. Die Einwohner haben sich deshalb zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sie wollen erreichen, dass die Erbbaupachtverträge fortgesetzt werden. In einer Anwohnerveranstaltung am 30. März informierten sie über die Hintergründe und die augenblickliche Lage. Das Erbe der Großväter ist in Gefahr weiterlesen

»Round about« Dreizehn Euro Netto kalt und mehr

1400 neue Wohnungen am Mariendorfer Weg entstehen auf Mischmietweise

»Ich gehe jetzt!« sprang ein älterer Bewohner auf und verließ die Versammlung am 27. März in der Hermann-Sander- Schule am Mariendorfer Weg. »13 Euro sind 13 Euro.« »Unbezahlbar«, hätte er hinzufügen können. Er verabschiedete sich energisch, etwas zu früh. Gerade kam eine kritische Diskussion über die Wohnungs- und Mietensituation nicht nur im Bezirk ins Laufen.

Das Podium wurde in der Diskussion gefordert.                                                                                      Foto: fh

Zuvor hatten die Vertreter der Bauträger auf den Arealen rund um den Mariendorfer Weg ausführlich ihre Pläne erläutert. Von der »Buwag« /»Vonovia« und dem »Avila Projektmanagement« / »Petruswerk« kamen eloquente Vertreter und Vertreterinnen, die, wenn es um Realmieten für Durchschnittsverdiener geht, alles »Round about« beziffern. Es werden 1400 Wohnungen auf dem Areal »St. Marien« und »Neu Marien« entstehen. »St. Marien« wird vom »Avila Projektmanagement» und »Petruswerk« bebaut, »Neu Marien« von der »Buwag/Vonovia«. Bereits in diesem Jahr werden Wohneinheiten bezugsfertig, um Wohnungen kann sich bereits beworben werden. 30 Prozent der Wohnungen werden per Wohnberechtigungsschein erhältlich sein, im nördlichen Bereich für acht Euro pro Quadratmeter, im südlichen Bereich für 6,50 Euro. Für die geplanten Studentenwohnungen steht der Mietpreis noch nicht fest. »Round about« Dreizehn Euro Netto kalt und mehr weiterlesen

Kahlschlag am Weigandufer

Ökologische Baubegleitung – Fehlanzeige

Neukölln soll schöner werden. So oder ähnlich wurde es in Berliner Zeitungen und vom Neuköllner Bezirksamt verbreitet. Es geht um das bereits laufende Sanierungsprogramm zur Umgestaltung von Straßenzügen und Grünanlagen. Anwohner können in Bürgerbeteiligungsverfahren ihre Meinung kundtun und Ideen beisteuern. Für ökologische Belange gäbe es eine Ökologische Baubegleitung. Das klingt gut. Ist es das auch?

Rechts und links der Elsenbrücke. Mit Büschen.                                                      Foto:  wu

Die Bürgerbeteiligung zeugt nicht von basisdemokratischem Verständnis der Neuköllner Politik, sondern ist Vorschrift nach dem Baugesetzbuch des Bundes. Einige Mitbürger haben sich im Beteiligungsgremium für den Bereich Sonnenallee/Weigand­ufer eingefunden. Sie sind nicht zufrieden. Sie fürchten, dass eine Aufwertung des Bezirks gegen ökologische Grundsätze und Klimaschutz im Gange ist, welche Immobilienpreise und Mieten in die Höhe treiben wird. Sie klagen, mangelhaft über Details und Planungsänderungen informiert zu werden. Unbürokratische Einsicht in vollständige Planungsunterlagen wird ihnen verweigert.

Rechts und links der Elsenbrücke. Ohne Büsche.                                                              Foto: wu

Schockierend war die Totalrodung des Gehölzbestandes Ende Februar am Weigandufer im Bereich Wildenbruchpark. Bislang war von einer Ausdünnung die Rede. Selbst in einer Pressemitteilung vom 15. Februar wurde noch behauptet, dass nur Wildwuchs und Gebüsch gerodet, Bestandsbäume aber in die neue Planung integriert würden. Das Beteiligungsgremium hatte sich einstimmig gegen eine Totalrodung ausgesprochen. Briefe von besorgten Anwohnern an Bezirksbürgermeister Hikel (SPD) wurden unwirsch beantwortet. Offenbar wurde alles zu Wildwuchs erklärt. Alles bis auf einen letzten Baum ist gerodet worden. Kahlschlag am Weigandufer weiterlesen

»Schön wie wir« geht neue Wege

Kooperationen und Initiativen für einen sauberen Bezirk

Neuköllns Kieze sind nicht die saubersten. Deshalb rief die damalige Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey 2016 die Kampagne »Schön wie wir« ins Leben, die versucht, den Zustand des öffentlichen Raumes zu verbessern. Unter dem Motto »Von der Kampagne zur Bewegung« lud Bezirksbürgermeister Martin Hikel am 22. März ins Neuköllner Rathaus ein, wo viele der beteiligten Initiativen und Kooperationspartner ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen konnten.

Bürgermeister so schön.                                                                                                                                    Foto: mr

Viele der Mails, die er bekomme, beziehen sich auf die Müllproblematik, sagte Hikel in seiner Begrüßungsansprache. 11.000 Meldungen seien im letzten Jahr eingegangen. »Die Kampagne sensibilisiert, die Menschen gehen mit offenen Augen durch den Kiez«, sagte er. Das Bezirksamt sei aber nicht nur Dienstleister, die Bürger sollen mit anpacken. »Schön wie wir« geht neue Wege weiterlesen

Neuköllner Alltägliches

Nachrichten aus dem »Neuköllner Tageblatt« vor 100 Jahren, bearbeitet von M. Rempe

Nr. 78 – Sonnabend, 5. April 1919
Eine Sehenswürdigkeit von Neukölln geworden sind nach ihrer völligen Umgestaltung die bisherigen »Passage=Festsäle«, Bergstraße 151=152, die sich jetzt im neuen Gewande als »Tanz=Paradies und Passage=Kaffee« präsentieren. Gewohnt, das Publikum durch glanzvolle Darbietungen auf jedem Gebiete zu überraschen, haben die Schauburg=Lichtspiele das Kaffee, vor allem aber auch die Saalräume, nach vollendet künstlerischen Entwürfen zu Stätten der gediegensten Vornehmheit und der wohltuendsten Intimität ausgestalten lassen. Es ist staunenswert, welche reiche Erfindungsgabe in dieser materialarmen Zeit die herangezogenen Künstler an den Tag gelegt haben, um ein kostbares, farbenfrohes, von glühenden Beleuchtungseffekten durchstrahltes Werk zu schaffen, daß jedem, der die Räume vorher kannte, als ein schnell hervorgezaubertes Märchenreich erscheinen muß. Damit ist für Neukölln eine entzückende Stätte für das gesellschaftliche Leben bereitet, die dem verwöhntesten Geschmack zu entsprechen vermag. Nicht nur für öffentliche Geselligkeiten, für Feste der Tanzkunst vornehmsten Gepräges, sind die Räume geschaffen, auch für Familienfeste, wie Hochzeiten, Jubiläen usw., sowie für das Vereins= und Klubleben stehen die Lokalitäten für zahlreiche Tage zur Verfügung. Von den neu ausgestatteten Kegelbahnen bis zu dem Luxussaale des Tanzpalastes steht nunmehr alles in neuem glanzvollen Gewande für den Empfang der Gäste bereit. Neuköllner Alltägliches weiterlesen

Königinnen des Zaubers

Der »Zauberkönig« hat eine neue Heimat

Es gab viele Möglichkeiten und Angebote, die nicht geklappt haben oder verworfen wurden. Doch dann – recht kurzfristig vor der endgültigen Kündigung – fand der Zauberkönig ein neues Heim.
Ein geräumiger Eckladen an Weise- und Herrfurtstraße. Gut angekommen sind sie dort in jedem Fall. Die beiden Inhaberinnen Karen German und Kirsi Hinze sind froh, dass es eine Heizung gibt und es nicht mehr reinregnet. Vor allem haben sie viel mehr Platz.

Karen German und Kirsi Hinze im neuen Domizil.     Foto: mr

Noch sind sie nicht ganz fertig mit dem Einrichten, »nach und nach wird immer noch etwas dazukommen«, sagt Kirsi Hinze. Und gut gefüllt mit allerlei Zaubereien ist der Laden jetzt auch schon. Die alten Kunden aus der Hermannstraße sind alle mit umgezogen, und sogar die, die sagten, dass der Zauberkönig nicht umziehen solle und der neue Laden niemals so schön werde wie der alte, sind vom neuen Laden begeistert. Königinnen des Zaubers weiterlesen

Haptische Faszinationen

Die berufliche Leidenschaft eines Buchbinders

»Ryszard Buchbinderei für Einzel- und Sonderanfertigungen« steht auf der Vorderseite der Visitenkarte, auf der Rückseite »Martin Trojanowski Buchbinder«. Martin, »der Buchbinder«, wie er im Schillerkiez bereits genannt wird, hat zwei Ausfertigungen seiner Visitenkarten. Die eine wirkt auf schlichtem weißen Papier, die andere hat einen silbernen Schimmer, beide auf zusammengefügtem Spezialpapier mit Prägedruck. »Fühl mal«, bittet Martin, und ich spüre das Besondere.

Martin Trojanowski an der Prägemaschine.                                                                                              Foto: th

Bevor er bei Karen Wegemann in Hamburg »eine Topausbildung durch vier Meister« erhielt, lernte er Kommunikationsdesign, wohl schon in Vorbereitung auf die qualifizierte Arbeit als Buchbinder. Eine Freundin seiner Mutter hatte Jahre zuvor eine Papierfirma gegründet, die hauptsächlich Kartons herstellte, Martin Trojanowski fühlte die Haptik des gepressten Papiers. »Gutes Handwerk ist wieder gefragt.« Entsprechend hat Martin mit seiner Kollegin Friedericke Goll in einer Garage auf dem Innenhof am Herrfuthplatz 11 eine Buchbinderwerkstatt errichtet. »Wir machen es derzeit noch nebenberuflich und haben Teilzeitjobs. In meiner Firma mache ich alles, Kundenkontakt, Materialbeschaffung und die individuelle Fertigung nach Wunsch des Kunden.« Haptische Faszinationen weiterlesen

Heiße Pinkel-Ecke

Dreifach-Restaurant-Bar bezog »clavis«

Wer sich gefragt hatte, was wohl auf das große Elektronikfachgeschäft »clavis« folgen könnte, war sicherlich überrascht, dass sich ein Gastronomiekomplex traut, in die großzügigen Ladenräume an der Ecke Weichsel-/Karl-Marx-Straße zu ziehen.

AUF die Bank oder an die Bar?                                                                                                                      Foto: hlb

Getraut haben sich das die Macher der »Dschungel-Bar« in der Friedelstraße, die dort seit Jahren schon ein internationales, trinkfreudiges Publikum anziehen. Und dies seit Mitte Januar nun auch hier tun – mit guten Cocktails und anderen Drinks an langer Bar und in nicht unterdimensioniertem Raucherbereich, mit stylisch-coolem 80s-Trash-Retroambiente à la Chinatown und witzigem Namen: Paolo Pinkel war Anfang der Nullerjahre der Rotlichtmilieu-Deckname des streitbaren Frankfurter TV- und Polittalkers Michel Friedman; die Älteren mögen sich erinnern. Da es hier aber auch etwas zu schnabulieren gibt, haben die befreundeten Gründer Sebastian, Nick und Kubi ihrem Traum eines eigenen Restaurants den vollen Namen »Paolo Pinkel und das Schnabulat« gegeben. Heiße Pinkel-Ecke weiterlesen

Wein trifft Taste

Klavierkonzert mit erlesenen Weinen

»Wein trifft Taste« – was da passiert, konnten die Besucher am 9. März im Klaviersalon »Die Taste« erleben. In Zusammenarbeit mit dem Weinladen »Das Schwarze Glas« in der Jonasstraße hat Holger Laudert, Pianist, Klavierlehrer und Eigner des Klaviersalons in der Sonnenallee, ein Konzert veranstaltet. Zu einem Crémant und fünf unterschiedlichen Weinen wurden dazu passend ausgesuchte Klavierstücke von sechs Komponisten dargeboten.

schwarz und schwarz – Klang und Genuss.                                                                     Foto: Holger Laudert

Philip Glass‘ »Etude No. 18« begleitete zum Beginn mit ihren perlend zirkulierenden Tonfolgen, die sofort das Bild der aufsteigenden Bläschen vor Augen führten, den Crémant »Etincelle« auf ideale Weise. Der nachfolgend gereichte Muscadet »La Louvetrie« wurde mit den »Pièces froides« von Erik Satie untermalt. Zum anschließenden »Clair de Lune« der »Domaine Bourdic« konnte selbstverständlich nur ein einziger Komponist gewählt werden: Claude Debussy mit seinem gleichnamigen Stück. Wein trifft Taste weiterlesen

Fisch vom Lavasteingrill

Das »Rusticana« und die Familie Behadini

Entscheidend für eine gute Pizza ist der Ofen, in dem sie gebacken wird. Den hat das »Rusticana« in der Hermannstraße 152. Knusprig kommt die Pizza für den Gast auf den Tisch. Der Teig ist weder zu dünn noch zu dick. Mit den ausgewählten Zutaten, die die Familie Behadini für ihre Pizzen anbietet, wird das Gericht zu einem Genuss.
Dabei blickt das Restaurant auf eine lange Geschichte. Seit 32 Jahren ist es in Neukölln. 2014 wechselte es den Standort in die Hermannstraße Ecke Kranoldstraße.

Der Patriarch wacht über sein Lokal.                                                                                                            Foto: ro

Das Oberhaupt der Familie Behadini hat die Zügel in der Hand. Jede Entscheidung, die die beiden Söhne treffen, wird peinlich genau überprüft, denn sie werden das Geschäft eines Tages weiterführen. Fisch vom Lavasteingrill weiterlesen

Balance und Schwung

Isabelle Linden und der Tanz

Sie gestikuliert in fließenden Bewegungen, steht zwischendurch auf und setzt sich wieder hin, um etwas mit dem Körper zu erklären, über das sie gerade spricht – im Gespräch mit Isabelle Linden über Bewegung, Modern Dance und Unterricht.

Aufführung »Modern Classes«.                                                                                                Foto: Michael Zeeh

Sie tanzt selbst seit sie sechs Jahre alt ist. Ihre Ausbildung machte sie in Berlin und Frankreich und begann vor vielen Jahren neben ihrer künstlerischen Tätigkeit, Laien im Modern Dance zu unterrichten. Eine Tanzrichtung, die sich aus akademischem Tanz und Ausdruckstanz entwickelte – es gibt eine Grundtechnik, der Stil kann jedoch ähnlich wie in der Jazzmusik sehr vielseitig variiert und erweitert werden. Isabelle Linden liebt diese Freiheit im Modern Dance. Er »nutzt den großen Raum, sein besonders abenteuerlicher Aspekt ist dabei, die Balance mit Schwung zu verlieren und wieder aufzufangen.« Balance und Schwung weiterlesen

»Helene-Nathan-Bibliothek« feiert

Die Neueröffnung einer Jugendbibliothek und 30 Jahre Umbenennung

Karin Korte testet den »Sonic Chair«. in der Jugendbibliothek                                                       Foto: mr

»Als Helene Nathan 1921 die Leitung der »Neuköllner Volksbücherei« in der Ganghofer Straße übernahm, durfte man nicht einmal selber an die Regale. Laufburschen und »Büchermädchen« holten die Bücher.« Das erzählte Bibliothekar Frank Grote anläßlich der Eröffnung der neuen Jugendbibliothek am 15. März. Gleichzeitig wurde an die Umbe­nennung der Bibliothek in »Helene-Nathan-Bib­liothek« erinnert, die vor 30 Jahren von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen wurde. Helene Nathan leitete die »Städtische Volksbücherei Neukölln« bis 1933. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1933 wurde sie aufgrund ihres politischen Engagements und ihrer jüdischen Herkunft entlassen. Der Versuch einer Auswanderung nach England scheiterte. Am 23. Oktober 1940 nahm sie sich wegen ihrer aussichtslosen Lage das Leben.
»Mit der Namensgebung wurde einer besonderen Persönlichkeit gedacht, die der Bibliothek ihren Stempel aufgedrückt hat. Ihr Ziel war es, dass alle Menschen in den Genuss von Bildung kommen, und dafür war die öffentliche Bibliothek der geeignete Ort« sagte Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD) bei der Jubiläumsfeier. »Helene-Nathan-Bibliothek« feiert weiterlesen

»Trialogues« präsentiert neue CD

Live im »Peppi Guggenheim«

Trialogues.                                                                                                                                     Foto: Christian Ender

Seit ihrer Gründung vor rund drei Jahren ist die Gruppe »Trialogues« regelmäßig zweimal jährlich zu Gast im »Peppi Guggenheim«. Hier und da gibt es aber bei diesem Jazztrio ein besonderes Bonbon, so auch diesmal bei seinem nächsten Konzert am 6. April. Dann präsentiert die Band ihre neue Doppel-CD, die sie im Juli 2018 im Tonstudio »derArt« in Marzahn eingespielt hat. Gesponsert wurden die Aufnahmen von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, die ausgewählten Bands dieses erstklassige Studio jeweils eine Woche lang zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellt. »Trialogues« präsentiert neue CD weiterlesen

»City Movement – Von Menschen und Räumen«

Ausstellung in der Galerie im Saalbau

Um Bewegung im Stadtraum und um deren Eingrenzung durch Repression, bauliche Hindernisse, politische, soziale und ökonomische Prozesse geht es in der neuen Ausstellung »City Movement – Von Menschen und Räumen« in der Galerie im Saalbau.
Kuratiert wird sie von Isabelle Stamm, die als Volontärin im Neuköllner Kulturamt arbeitet und damit ihre erste eigenständige Ausstellung verantwortet, ihr Meisterstück.
Sechs Künstler untersuchen mit unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen, wie unsere Bewegungen beeinflusst und gegebenenfalls auch eingeschränkt werden.

U-BAhnstation Hallesches Tor.                                                                                                                       Foto: mr

Larissa Fassler nimmt sich beispielsweise Verkehrsknotenpunkte wie den U-Bahnhof Hallesches Tor vor. Dabei setzt sie ihren eigenen Körper ein, um den U-Bahntunnel nachzubauen. Einer ihrer Schritte entspricht dabei einem Zentimeter des Modells. »City Movement – Von Menschen und Räumen« weiterlesen

Exhibit Model Four

Jonathan Monk macht Kunst auf der Tapete

Jonathan Monk: Exhibit Model Four, Installationsansicht Maschinenhaus M1.    Foto: Jens Ziehe

Die Maschinenhäuser im »Kindl« fordern geradezu heraus, dass Kunst mit handwerklichem Können verbunden wird. Der in Berlin lebende britische Künstler Jona­than Monk erweist sich als Meister der Tapete. Wandfüllende Fototapeten, Collagen seiner Werke aus den letzten 20 Jahren, überwiegend in Schwarzweiß gehalten, kleiden das Maschinenhaus M1 aus. Obwohl sie zweidimensional sind, entfalten sie komplexe räumliche Tiefe in kaum zu überbietender Exaktheit. Fast entschwinden die im Raum aufgestellten dreidimensionalen Objekte befreundeter Künstlerinnen und Künstler dem ersten Blick des Besuchers. Exhibit Model Four weiterlesen

Bibliotheken im Nationalsozialismus

Ausstellung in der »Galerie Olga Benario«

Mit der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 wollte das NS-Regime die Universitäten auf ihre »Blut-und-Boden«-Ideologie (ein rassisch reines Volk auf eigenem Boden als Grundlage der Staatspolitik) einschwören. Die Bücherverbrennung war der Höhepunkt einer von langer Hand geplanten »Aktion wider den undeutschen Geist«. Nicht nur am Berliner Opernplatz brannten die Bücher. In mehr als 20 deutschen Städten eröffneten die Nazis die Hetzjagd auf Deutschlands Kultur, auf viele der bekanntesten Schriftsteller dieser Jahre und ihre Werke. Ein Jahr später standen auf »schwarzen Listen« mehr als 3.000 Titel.

Mitarbeiterin in der Reichstauschstelle, 1941.                                                                       Foto: historisch

Aus Anlass des 85. Jahrestages dieser schaurigen Aktion konzipierte die »Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz« in Zusammenarbeit mit dem »Aktiven Museum« und der »Zentral- und Landesbibliothek Berlin« im vergangenen Jahr die Sonderausstellung »Berliner Bibliotheken im Nationalsozialismus«. Bis zum 30. Juni ist diese Ausstellung nun in der »Galerie Olga Benario« zu Gast. Bibliotheken im Nationalsozialismus weiterlesen

Kein Spaziergang zu Ostern

Tasmania lässt sich nicht stoppen und ist inzwischen Tabellenführer

Was Fußball angeht, ist Tim Jauer ein abergläubischer Mensch. Wenig überraschend – denn früher war er Torhüter, und die gelten ja als besonders anfällig für Übersinnliches. Doch auch in seinem heutigen Metier, dem Trainerwesen, soll es ja den einen oder anderen geben, der Rituale pflegt oder es mit höheren Mächten hält.

Mann im Hintergrund des Tabellenführers: Tasmania-Trainer Jauer.                   Foto: Hagen Nickelé

Die meisten stehen allerdings nicht dazu, denn wenn der Übungsleiter gut ist (woran dieser selbst ja keinen Zweifel aufkommen lassen darf), sollte dessen Mannschaft ja keine transzendente Unterstützung nötig haben. Auch Jauer, aktuell Coach des »SV Tasmania«, hält sich in dieser Hinsicht bedeckt. So blieb es also Fans und Beobachtern überlassen, dem Nachholspiel der Berlin-Liga bei den »Reinickendorfer Füchsen« am 21. März ein in vielerlei Hinsicht bedeutungsschweres Drumherum zu attestieren. Kein Spaziergang zu Ostern weiterlesen

Zerstörung nützlicher Pflanzen

Holunder, Esskastanie und weitere Opfer

Nach den Kettensägenmassakern in der Lessinghöhe – die Hamamelis dort ist endgültig Geschichte – und am Weigandufer sind jetzt die Ergebnisse eines weiteren Massakers am Mauerweg von der Sonnenallee bis zur Planetenstraße zu betrachten.
Ich habe meinen ersten Kräuterspaziergang dieses Jahres »abgelatscht«. Der Mauerweg ist Ersatzfläche für die Autobahn und hatte dadurch früher eine besonders hohe Pflegestufe. Gepflegt wird dort so gut wie nichts, aber vernichtet wurde jede Menge, ohne Rücksicht auf Verluste.

Holunderblüte.                                                                                                                                                        Foto: fh

Auf dem ganzen Weg war kein einziges Gänseblümchen zu sehen. Ob die Esskastanien noch kommen ist fraglich. Wie schon in der Lessinghöhe wurden auch hier Holunderbüsche vernichtet. Eine solch wichtige Heilpflanze zu entfernen, geht gar nicht – in Berlin und auch anderswo. Zerstörung nützlicher Pflanzen weiterlesen

Basteln mit Rolf

Osterüberraschung

Ende April ist Ostern und so basteln wir dafür ein »Überraschungsei«. Benötigt wird eine Wäscheklammer aus Kunststoff oder Holz, Heißkleber samt Pistole, eine Schere, etwas Pappe, Malstifte, eine kleine Säge (Leistensäge) und – wie immer – Lust zum Pfriemeln.

Zwei Motive müssen auf Pappe gemalt werden: Ein Ei und der Kopf eines kleinen Kükens (gerne nach meiner Vorlage). Das Ei wird anschließend in zwei Hälften geschnitten und zwar so, als würde es in zwei Teile zerbrochen sein. (Meine Bruchlinie ist auf dem Bild Grau hervorgehoben.) Die Klammer wird von vorn so eingesägt, dass der Sägespalt mittig durch beide Klammerhälften in Richtung Feder verläuft. Er sollte nur so lang und so breit sein, dass der Kopf des Kükens bei geschlossener Klammer gut dazwischen passt und genügend Spiel hat. Dann wird der Kopf in den unteren Teil eingeklebt und gleich kontrolliert, dass er an der oberen Klammerhälfte beim Öffnen und Schließen gut vorbeigleitet.
Nun werden beide Eischalen auf die geschlossene Klammer so geklebt. dass die »Bruchlinie« über der Klammermitte liegt. Wird die Klammer geöffnet, »bricht« das Ei auf und das Küken schaut heraus.
Kiez und Kneipe wünscht allen Lesern Frohe Ostern

rr

Petras Tagebuch

Schuhe auf der Insel

Endlich, endlich hatte ich Urlaub. Eigentlich war er lange geplant, und das Ziel war wie jedes Jahr im März Heringsdorf auf der Ostseeinsel Usedom. Ich mag es, zu dieser Jahreszeit dort zu sein. Es sind noch nicht so viele Touristen unterwegs, und ich liebe die langen Spaziergänge am Strand und am Achterwasser. Das noch etwas ruppige Wetter mit viel Wind, manchmal auch nahezu waagerecht stehendem Regen macht mir gar nichts aus, ganz im Gegenteil, im Urlaub ist das schön.
Diesmal, so muss ich gestehen, waren meine Urlaubsvorbereitungen etwas mangelhaft. Als ich in Heringsdorf ankam, musste ich mit Bedauern feststellen, dass ich mindestens vier Paar Schuhe in Berlin vergessen hatte. Zum Glück hatte ich wenigstens ein Ersatzpaar dabei. Das war entschieden zu wenig.
Ich freue mich immer wieder darüber, dass Felix, mit dem ich unterwegs war, für solche Probleme volles Verständnis hat. Da er gerne einkaufen geht, entpuppte sich für ihn mein Problem zu seinem Glücksfall. Er liebt es, in Geschäfte zu gehen, mich zu beraten und Verkäufer zu belehren. Petras Tagebuch weiterlesen

Einzigartiges Puppentheater-Museum

An Fäden geführt.                                                                                                                                                  Foto: pr

Puppenmuseum kämpft um sein Überleben

Von der lärmenden Karl-Marx-Straße durch einen hellen Hinterhof – da ist sie, diese kleine andere Welt. Zuweilen begrüßt der »Hausmeister« Blasius Manfredi seine kleinen und gro­ßen Gäste, ein ziemlich gruselig dreinschauender Gefährte, der vor allem bei den kleineren Gästen gleichermaßen Neugier und ein bisschen Furcht hervorruft. Blasius Manfredi, eine Handpuppe aus Spanien, ist nur eine der rund 3.000 Puppen aus Nikolaus Heins Sammlung im Puppentheater-Museum in Neukölln.
Aus einer Ecke schaut einen der Teufel mit den drei goldenen Haaren an, aus der nächsten der Kleine Onkel aus Pippi Langstrumpf, eine Seiltänzerin turnt unter der Decke, und auch Charlie Chaplin lässt grüßen – in dem großen offenen Raum wimmelt es nur so von unterschiedlichen Charakteren des Puppenspiels. Die Handpuppen, Marionetten und Stabpuppen kommen aus vier Jahrhunderten und der ganzen Welt. Einzigartiges Puppentheater-Museum weiterlesen